Cicero: De Bello Civili


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

8 Seiten


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De Bello Civili

1. Nachdem der Brief des Caesar den Konsulen übergeben worden war, konnte mit höchster Anstrengung der Volkstribunen bei ihnen durchgesetzt werden, daß er im Senat verlesen wurde. Das aber aus dem Brief vor dem Senat zur Sprache gebracht wurde, konnte nicht durchgesetzt werden. Die Konsulen berichteten über die Lage des Staates. Der Konsul L. Lentius versprach, daß er dem Senat und dem Staat nicht fehlen werde, wenn sie nur tapfer und kühn ihre Meinung äußern wollten. Wenn sie aber Rücksicht auf Caesar nähmen und sich um seine Gunst bemühten, wie sie es zu früheren Zeiten gemacht hätten, dann werde er für sich einen Entschluß fassen und der Autorität des Senats nicht gehorchen. Auch er habe die Möglichkeit zur Rückkehr zu Caesars Gunst. Scipio sprach in derselben Richtung (Meinung): Pompeius habe im Sinn dem Staat nicht zu fehlen, wenn der Senat sich ihm anschließe. Wenn er aber zu gemäßigt handle, dann werde er um seine Hilfe, wenn er sie später wolle vergeblich bitten.

2. Diese Rede des Scipio schien, weil die Senatssitzung in der Stadt abgehalten wurde und Pompeius anwesend war, aus dem Mund des Pompeius selbst zu kommen. Irgend jemand hatte auch eine gemäßigtere Meinung geäußert, wie zuerst M. Marcellus, der in diese Rede eingestiegen war, daß es nicht nötig sei über diese Sache bei dem Senat einen Antrag zu stellen, bevor in ganz Italien Musterungen abgehalten und Heere ausgehoben seien, durch deren Schutz der Senat sicher und frei zu entscheiden wagte, was er wolle. Wie zum Beispiel M. Calidus, der meinte, daß Pompeius in seine Provinzen aufbrechen sollte, damit es keine Ursache für Waffen gäbe. Caesar fürchte, nachdem zwei Legionen von ihm weggenommen wurden, daß Pompeius sie zu seiner Gefahr aufhebe und sie bei der Stadt zurückhalte. Wie zum Beispiel M. Rufus, der sich der Meinung des Calidius mit wenigen und kaum veränderten Worten anschloß. Diese alle wurden durch die Zurechtweisung des Konsul L.Lentius gescholten und getadelt. Er weigerte sich ganz und gar den Antrag des Calidus vorzutragen, Marcellus rückte durch und durch erschreckt durch die Zwischenrufe von seinem Antrag ab. So, durch die Äußerung des Konsuls, durch den Schrecken des anwesenden Heeres und die Drohungen der Freunde des Pompeius, folgten die meisten gezwungen, widerwillig und genötigt den Antrag des Scipio: daß Caesar vor einem bestimmten Termin das Heer entlassen solle. Wenn er das nicht mache, dann werde er gegen den Staat zu handeln scheinen. Einspruch erhuben die Volkstribunen M. Antonius und Q. Cassius. Sofort wurde über den Einspruch der Tribune verhandelt. Heftige Äußerungen wurden gemacht; je bitterer und grausamer jeder sich äußerte, um so mehr wurde er von Caesars Feinden gelobt.

3. Nachdem der Senat am Abend weggeschickt worden war, wurden alle von Pompeius gerufen, die dieses Standes sind. Pompeius lobte die Bereitwilligen und stärkte sie für die Zukunft, die Schlafen züchtigte er und spornte sie an. Viel wurden von allen Seiten aus dem alten Heer des Pompeius herausgerufen in der Hoffnung auf Belohnung und Beförderungen, viele wurden aus den zwei Legionen, die von Caesar abgegeben worden waren, herbeigeholt. Die Stadt und sogar der Versammlungsplatz füllten sich mit Tribunen, Zenturionen und Einberufenen. Alle Freunde der Konsule, die Anhänger des Pompeius und diejenigen, die alte Feindschaften mit Caesar hegten, wurden in den Senat gerufen. Durch deren Reden und Zusammenströmen werden die Schwächeren erschreckt und die Zweifelnden bestärkt, den meisten aber wird die Möglichkeit der freien Entscheidung genommen. Der Zensor L. Piso versprach, daß er zu Caesar gehen werde und ebenso der Praetor L. Roscius, die ihn über diesen Sachverhalt aufklären sollen. Sie fordern eine Frist von 6 Tagen um diese Sache auszuführen. Von einigen wurden Meinungen geäußert, daß Gesandte zu Caesar geschickt werden, die ihm den Willen des Senats vorlegen sollten.

4. Allen diesen widersetzt man sich und allen wird die Rede des Scipio und des Cato entgegengehalten. Den Cato trieben alte Feindschaften mit Caesar und der Schmerz über die Niederlage bei der Amtsbewerbung an. Lentulus wurde angetrieben durch die Menge der Schulden und die Hoffnung auf ein Heer und Provinzen und die Schenkungen für die zu nennenden Könige und er rühmt sich unter den Seinen, daß er ein anderer Sulla sein werde und zu dem der Oberbefehl zurückkehre. Den Scipio trieb dieselbe Hoffnung auf eine Provinz und Heere an; er glaubte, daß er sie in Anbetracht seiner Anhängerschaft mit Pompeius teilen werde und zugleich die Angst vor Prozessen und die Selbstdarstellung und die Schmeichelei der Mächtigen, die im Staat und bei Gerichten damals das meiste ausrichteten. Pompeius selbst, angetrieben von den Feinden Caesars und weil er wollte, daß ihm niemand gleich kam an Würde, hatte sich ganz von seiner Freundschaft abgewandt und er war in die Gunst mit den gemeinsamen Feinden zurückgekehrt, von denen er selbst den größten Teil Caesar aufgebürdet hatte zu jener Zeit der Verwandtschaft; zugleich, durch und durch bewegt durch die Schmach der beiden Legionen, die er vom Marsch nach Asien und Syrien in seine Macht und unter seine Herrschaft gebracht hatte, strebte er danach, daß die Sache zu den Waffen gebracht wurde.

5. Aus diesen Gründen wurde alles eilends und ungeordnet betrieben. Weder wurde den Anhängern ein Zeitraum zum Unterrichten Cäsars gegeben, noch wurde den Tribunen des Volkes die Möglichkeit gegeben ihre Gefahr abzuwenden und nicht einmal daß äußerste Recht durch Einspruch zu erhalten, daß sogar der L. Sulla bestehen ließ; sondern sie wurden am 7. Tag gezwungen über ihre Sicherheit nachzudenken, was jene große Unruhe stiftenden Volkstribunen in früheren Zeiten gewöhnlich erst nach 8 Monaten verschiedener Aktionen zu beachten und zu fürchten pflegten. Man schritt zu jenem äußersten und allerletzten Senatsbeschluß, zu dem man vorher niemals Zuflucht genommen hatte, wenn nicht etwa bei einem Brand selbst der Stadt und bei der Verzweiflung aller an Heil, durch die Frechheit von Straßenräubern: Die Konsuln, die Prätoren, die Volkstribunen und die, die Stellvertreter der Konsuln in der Nähe der Stadt waren, sollten sich Mühe geben, daß der Staat keinen Schaden nähme. Dieses wurde auf Senatsbeschluß am 7. Januar niedergeschrieben. Daher wurde zunächst an fünf Tagen, an denen die Senatsversammlung abgehalten werden konnte, seit das Konsulat von Lentus angetreten wurde, mit Ausnahme eines Zeitraums von zwei Tagen, an dem über die Comitien entschieden wurde, wurde sowohl über den Oberbefehl Cäsars als auch über die einflußreichsten Männer und Volkstribunen aufs ernste und heftigste entschieden. Die Volkstribunen flohen sofort aus der Stadt und begaben sich zu Cäsar. Dieser war zu der Zeit in Ravenna und erwartete Antworten auf seine sehr milden Forderungen, ob durch irgendeinen Gleichmut der Menschen die Sache zum Frieden gebracht werden könne.

6. An den folgenden Tagen wurde eine Senatssitzung außerhalb der Stadt abgehalten. Pompeius sagte jenes selbe, was Scipio dargelegt hatte, er lobte die Tapferkeit und Standhaftigkeit des Senates und legte die Zahl seiner Truppen dar: er habe 10 Legionen bereit; außerdem sei ihm bekannt und habe er erfahren, daß die Soldaten gegen Cäsar feindlich gesinnt seien und diese könnten nicht überredet werden, daß sie ihn verteidigen oder ihm folgen. Sofort wurde über die übrigen Dinge bei dem Senat ein Antrag eingebracht: In ganz Italien sollten Aushebungen gemacht werden. Faustus Sulla solle eilends nach Mauretanien geschickt werden. Pompeius soll gestattet werden Geld aus dem Staatsschatz zu benutzen; auch wurde ein Antrag über den König Iuba gestellt, daß er Bundesgenosse und Freund sein solle. Der Konsul Marcellus sagte, daß er dies im Augenblick nicht dulden werde. Der Volkstribun Philippus verhinderte einen Entschluß über Faustus. Die Beschlüsse des Senats über die übrigen Sachen wurden aufgeschrieben. Es wurden Provinzen Privatleuten zugesprochen, zwei konsularische, die übrigen prätorisch. Dem Scipio fiel Syrien zu, L. Domitius Gallien, Philippus und Cotta wurden wegen einer privaten Abmachung übergangen und ihre Lose wurden nicht hinabgeworfen. Praetoren wurden in die übrigen Provinzen geschickt. Und sie warteten nicht - was in früheren Jahren geschehen war - daß über deren Amt das Volk befragt wurde und man wartete nicht, daß sie, nachdem sie ihren Eid feierlich abgelegt hatten, im Kriegsmantel hinauszogen. Die Konsuln brachen aus der Stadt auf, was vor dieser Zeit niemals vorgekommen war und Privatleute hatten, entgegen allen Beispielen der alten Zeit, Liktoren in der Stadt und auf dem Kapitol. In ganz Italien wurden Aushebungen vorgenommen, Waffen wurden befohlen, Geld wurde von Kleinstädten gefordert und aus den Tempeln entfernt, alle göttlichen und menschlichen Rechte wurden vermischt.

7. Nachdem diese Sachen bekannt worden waren redete Cäsar öffentlich vor

den Soldaten. Er vergegenwärtigte die Ungerechtigkeiten der Feinde gegen ihn zu allen Zeiten von diesen klagte er sei Pompeius hinabgeführt und verdorben worden durch Neid und Eifersucht auf seinen Ruhm, dessen Ehre und Würde er selbst immer begünstigt und dessen Förderer er gewesen ist. Er klagte, daß das Intercessionsrecht der Tribunen mit Waffen bestraft und unterdrückt wurde, daß in früheren Jahren wiederhergestellt worden war. Sulla habe, nachdem er die Macht der Tribunen aller Dinge entblößt hatte, dennoch das freie Einspruchsrecht gelassen. Pompeius aber, der scheinbar verlorene Güter wiederhergestellt habe, habe auch noch die Güter weggenommen die sie vorher hatten. Sooft entschieden wurde, daß die Magistratsbeamte sich Mühe geben sollten, daß der Staat keinen Schaden nehmen solle, durch welchen Spruch und durch welchen Senatsbeschluß das römische Volk zu den Waffen gerufen wurde, so sei das nur geschehen bei verderblichen Gesetzen, im Falle von Gewalt der Tribunen, bei einer Spaltung des Volkes und wenn Tempel und emporragende Plätze besetzt wurden. Und er belehrte sie, daß diese Beispiele aus früherer Zeit durch den Untergang des Saturinus und der Grachen gesühnt worden sei. Von diesen Dingen sei zu jener Zeit nichts geschehen, es wurde noch nicht einmal dran gedacht. Er ermahnte sie, daß sie die Wertschätzung und Würde des Feldherrn unter dessen Führung sie 9 Jahre lang den Staat auf glücklichste Weise geführt hätten und die meisten Schlachten glücklich geführt hätten und ganz Gallien und Germanien unterworfen hätten, gegen die Feinde verteidigen sollten. Die Soldaten der 13ten Legion, die anwesend war, stimmten unter Geschrei zu - diese hatte er nämlich am Anfang des Tumults herbeigerufen, die übrigen waren noch nicht zusammengekommen - daß sie bereit seien die Ungerechtigkeiten gegen ihren Feldherrn und gegen die Volkstribunen abzuwehren.

8. Nachdem der Wille der Soldaten bekannt war, brach er mit dieser Legion

nach Arminium auf und traf dort die Volkstribunen, die sich zu ihm geflüchtet hatten; er rief die übrigen Legionen aus dem Winterlager herbei und befahl ihnen unmittelbar zu folgen. Dorthin kam der junge L. Cäsar, dessen Vater Cäsars Legat war. Nachdem der seine übrige Rede beendet hatte, derentwegen er gekommen war, legte er dar, daß er von Pompeius Aufträge von privater Natur habe: Pompeius wolle, daß er vor dem Cäsar gereinigt sei, damit er das, was er des Staates wegen getan hatte, ihm nicht zum Vorwurf machen könne. Er habe immer die Vorteile des Staates für wichtiger gehalten als private Notwendigkeiten. Auch Cäsar müsse für seine Würde sowohl Eifer als auch seinen Jähzorn für den Staat aufgeben und er dürfe seinen Feinden nicht so schwer zürnen, daß er dem Staat schade, während er hoffe jenen zu schaden. Er fügte weniges der selben Art hinzu, daß mit der Entschuldigung Pompeius in Verbindung stand. Fast dasselbe und mit denselben Worten besprach der Prätor Roscius mit Cäsar und er legte dar, daß Pompeius ihm dies angetragen hätte. 9. Wenn auch diese Dinge nicht dazu beizutragen schienen die Ungerechtigkeiten zu mildern, hatte er dennoch geeignete Menschen gefunden, durch welche das , was er wollte, zu ihm überbracht wurde; er bat jeden von beiden, weil sie ja ihm die Aufträge des Pompeius überbracht hätten, sich nicht zu weigern auch seine Forderungen ihm zu überbringen, wenn sie durch eine kleine Mühe große Streitigkeiten beheben und ganz Italien von der Furcht befreien könnten. Für ihn habe immer die Würde an erster Stelle gestanden und sei wichtiger gewesen als das Leben. Er habe Schmerz empfunden, weil ihm durch Schmähung von den Feinden die Wohltat am römischen Volk entzogen wurde und durch das entrissene sechsmonatige Imperium er in die Stadt zurückgezogen wurde., er auf dessen Abwesenheit bei den nächsten Comitien Rücksicht zu nehmen, das Volk befohlen hatte. Dennoch habe er diesen Schaden an seiner Ehre des Staates wegen mit Gleichmut getragen, als er einen Brief an den Senat geschickt hatte, daß alle von den Heeren abrücken sollten, habe er nicht einmal das erreicht. In ganz Italien sollten Aushebungen gemacht werden, zwei Legionen zurückgehalten, die von ihm unter dem Vorwand des Parther-Krieges abgeführt worden waren, und die ganze Bürgerschaft stehe unter Waffen. Denn wozu diene dies alles, wenn nicht für seinen Untergang. Aber dennoch sei er bereit sich zu allem herabzulassen und alles für den Staat zu erdulden. Pompeius solle in seine Provinzen zurückkehren, sie beide ihre Heere entlassen, alle in Italien sollen ihre Waffen niederlegen, die Furcht solle der Bürgerschaft genommen werden, freie Wahlen und der ganze Staat dem Senat und dem römischen Volk übergeben werden. Damit dies um so leichter und unter bestimmten Bedingungen geschehe und durch einen Eid bekräftigt werde, solle entweder er selbst näher kommen oder er solle es dulden, daß er zu ihm kommt; dann werde es geschehen, daß alle Streitigkeiten durch Unterredungen beigelegt werden.

10.Nachdem die Aufträge angenommen worden waren, kam Roscius mit Cäsar nach Capua und fand dort die Konsuln und Pompeius vor; er trug die Forderungen Cäsars vor. Nachdem diese Sache beratschlagt worden war, antworteten jene und schickten schriftliche Aufträge zu diesem durch die selben zurück, deren Inhalt dieses war: Cäsar solle nach Gallien zurückkehren, aus Ariminum abziehen und die Heere entlassen, wenn er das gemacht hätte, gehe Pompeius in die spanischen Provinzen. In der Zwischenzeit bis Gewißheit gegeben worden sei, daß Cäsar dies machen werde, was er verspreche, werden die Konsuln und Pompeius die Aushebungen nicht unterbrechen.

11.Es war eine ungerechte Bedingung zu fordern, daß Cäsar aus Ariminum abziehen solle und in seine Provinz zurückkehren solle, daß er selbst aber sowohl die Provinzen als auch fremde Legionen behalte. Er wolle, daß das Heer Cäsars entlassen werde, er selbst aber mache Aushebungen. Er verspreche, daß er in die Provinz gehen werde, aber er lege nicht fest, vor welchem Tag er gehen werde, damit er, wenn nach Beendigung von Cäsars Konsulat er nicht aufgebrochen sei, er dennoch durch keine falsche Verpflichtung gebunden scheine. (Die Tatsache,)daß er aber keine Zeit für ein Gespräch gebe und auch nicht verspreche, daß er kommen werde, füge große Verzweiflung am Frieden hinzu. Deshalb schickte er M. Antonius mit fünf Kohorten von Ariminum nach Aretium, er selbst bleibt mit zwei Legionen in Ariminium zurück und begann dort eine Aushebung abzuhalten. Pisaurum, Fanum und Ancona besetzte er mit je einer Kohorte.

12. Inzwischen wurde er benachrichtigt, daß der Prätor Thermus mit fünf Kohorten Iguium festhielt, die Stadt befestigte und der Wille aller Igunier ihm gegenüber die beste sei; er schickte Curio mit drei Legionen, die er in Pisaurum und Arminium hatte, dorthin. Nachdem Thermus von dessen Ankunft erfahren hatte, führte er aus Mißtrauen gegenüber dem Willen der kleinen Stadt die Kohorten aus der Stadt und floh. Auf dem Weg ließen die Soldaten ihn im Stich und kehrten nach Hause zurück. Curio nahm mit höchster Zustimmung aller Iguium zurück. Nachdem diese Sache bekannt worden war, führte Cäsar aus Vertrauen auf die Einstellung der Landstädte die Kohorten der 13ten Legion aus den Kastellen ab und brach nach Auximum auf; diese Stadt hielt Attius mit hingeführten Kohorten und er führte eine Aushebung, in ganz Picenum durch umhergeschickten Senatoren durch.

13.Nachdem die Ankunft Cäsars bekannt worden war, kamen zahlreiche Dekurionen in Auximum zu Attius Varius; sie sagten, daß die Sache nicht ihres Urteils sei, weder sie, noch die Bürger, könnten es zulassen, daß der Feldherr C. Cäsar, der sich um den Staat wohl verdient gemacht hatte, von der Stadt und den Mauern ferngehalten werde, nachdem er so große Taten vollbracht habe. Demnach solle er Rücksicht nehmen auf die Nachwelt und die Gefahr für ihn. Durch deren Rede bewegt führte Varus die Schutztruppen, der er hineingeführt hatte, aus der Stadt hinaus und floh. Nachdem ihn wenige Soldaten Cäsars aus der ersten Zenturie verfolgt hatten, zwangen sie ihn stehen zu bleiben. Als es zum Kampf kam, wurde Varus von den Seinigen verlassen. Ein Betrechtiger teil der Soldaten kehrte nach Hause zurück, die übrigen liefen zu Cäsar über; und zusammen mit diesem wurde der ergriffene L. Pupius, der Zenturio, der erprobtesten Krieger, herbeigeführt, der diesen selbigen Rang im Heer des Cn. Pompeius vorher geführt hatte. Cäsar lobte die Soldaten des Attius, entließ Pupius, dankte den Bewohnern von Auximum und versprach, dass er ihrer Tat eingedenk sein werde.

14.Nachdem diese Sachen nach Rom gemeldet worden waren drang plötzlich ein so großer Schrecken ein, so dass, als der Konsul Lentulus zur Eröffnung des Staatsschatzes gekommen war, und um Pompeius das Geld auf Grund des Senatsbeschlusses zu bringen, floh er sofort nachdem der Staatsschatz geöffnet worden war, aus der Stadt. Von Cäsar wurde nämlich fälschlich gemeldet, dass er jeden Augenblick herankomme und seine Reiter daseien. Diesem folgte sein Kollege Marcellus und die meisten Magistratsbeamten. Cn. Pompeius war schon am Tage vorher aus der Stadt aufgebrochen und war auf dem Weg zu den Legionen, die er von Cäsar angenommen und in Apulien wegen des Winterlagers verteilt hatte. Die Musterungen rund um Rom wurden unterbrochen. Nichts schien allen diesseits von Capua sicher zu sein. In Capua ermutigten sie sich zum ersten Mal, sammelten sich und begannen Musterungen unter den Siedlern vorzunehmen, die nach dem Julieschen Gesetz nach Capua geführt worden waren, und die Gladiatoren, die Cäsar dort in einer Schule hielt, die ließ Lentulus auf das Forum führen und ermutigte sie durch die Hoffnung auf Freiheit und er teilte ihnen Pferde zu und befahl ihnen, ihm zu folgen. Sie aber verteilte er der Bewachung wegen um die Zusammenkünfte der Sklaven Campaniens, nachdem er von den seinen ermahnt worden war, weil diese Sache, nachdem Urteil aller missbilligt wurde.

8 von 8 Seiten

Details

Titel
Cicero: De Bello Civili
Autor
Jahr
2000
Seiten
8
Katalognummer
V102219
Dateigröße
341 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Cicero, Bello, Civili
Arbeit zitieren
Daniel Schäfer (Autor), 2000, Cicero: De Bello Civili, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102219

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