Die Preistheorie in der Volkswirtschaftslehre


Skript, 1997

27 Seiten


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Inhalt

5. Preistheorie
5.1. Marktstrukturen, Marktverhalten und Preisbildung
5.1.1. Marktstrukturen und Marktformen
5.1.2. Marktverhalten und Preisbildung
5.2. Preisbildung auf dem „vollkommenen Markt“
5.2.1. Preisbildung bei vollkommener Konkurrenz
5.2.1.1. Marktstruktur und Reaktionen der Marktseiten Ursachen und Wirkungen von Angebots- und Nachfragekurven- verschiebungen
5.2.1.3. Situation eines Anbieters
5.2.2. Monopolpreisbildung
5.2.2.1. Einzelangebotsmonopol
5.2.3. Oligopolpreisbildung
5.3. Preisbildung auf dem „unvolkommenen Markt“ 98
5.3.1. Preisbildung bei identischem Gut
5.3.2. Preisbildung bei nichtidentischem Gut
5.4. Wettbewerbstheorie
5.5. Staatliche Eingriffe in den Preisbildungsprozeß
5.6. Preisbildung auf den Faktormärkten
5.6.1. Preisbildung auf dem Arbeitsmarkt
5.6.2. Preisbildung auf anderen Faktormärkten
5.7. Gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht Seite

5. Preistheorie

Differenzierte Betrachtungsweise des Preisbildungsprozesses auf bestimmten Märkten

5.1. Marktstrukturen, Marktverhalten und Preisbildung

Das Marktverhalten beschreibt - eventuell determinierte - Verhaltensweisen der Anbieter / Nachfrager innerhalb bestimmter Marktstrukturen. Subjektive Faktoren innerhalb des Preisbildungsprozesses ergeben Verhaltensspielräume.

Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

- Austauschfunktion (Preisrelation)
- Entscheidung über Konsumaufteilung
- Lenkung der Produktionsfaktoren
- Entscheidung über personelle Verteilung (€ Primärverteilung) Die Preistheorie entsteht durch Angebots- und Nachfragefunktion:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Voraussetzungen für die Preistheorie:

- gegebene Preise aller anderen Güter
- gegebenes Einkommen
- gegebene Bedürfnisstrukturen
- gegebene Preise der Produktionsfaktoren
- gegebener Stand des technischen Wissens

In der Preistheorie ergibt sich häufig das Problem der Marktabgrenzung. Es muß genau abgegrenzt werden, welche Güter betrachtet werden soll. So kann beispielsweise der

Markt für Bekleidung oder der Markt für Damenoberbekleidung betrachtet werden. Wie exakt der Markt definiert wird ist vom jeweiligen Problem abhängig.

5.1.1. Marktstrukturen und Marktformen

Die Marktformen werden anhand von 6 Strukturelementen unterschieden.

1. Marktformen, d.h. Anzahl der Anbieter / Nachfrager auf einem Markt.
2. sachlich - gütermäßige Abgrenzung, d.h. homogene (gleiche) bzw. heterogene (ähnliche) Güter.
3. subjektive Präferenzen, d.h. Zusatznutzen vorhanden / nicht vorhanden.
4. räumliche und zeitliche Ausdehnung des Marktes, d.h. Punktmarkt1 / kein Punktmarkt
5. Markttransparenz, d.h. von vollkommener bis hin zu stark eingeschränkten Transparenz (Preisauszeichnungspflichten, Lieferungs- und Zahlungsbedingungen, etc.)
6. offener oder geschlossener Marktzutritt, d.h. Eintrittsmöglichkeiten potentieller Anbieter bzw. Nachfrager aus rechtlichen oder ökonomischen Gründen.

a) Marktformen - Einteilung nach Heinrich von Stockelberg

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus der obigen Matrix ergeben sich 9 unterscheidbare Marktformen. Das Problem hierbei liegt in der Definition von wenige und viele. Aus diesem Grunde wurde von Euken folgende Unterteilung vorgenommen.

b) Marktformen - Einteilung nach Eucken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Bezeichnung beschränktes Oligopol kann anstatt der des Teiloligopols verwendet werden.

Aus der obigen Matrix ergeben sich 25 unterscheidbare Marktformen. Dies kann beliebig weitergeführt werden in dem man beispielsweise das Kriterium des offenen bzw. geschlossenen Marktes mit in das Schema integriert. Aus dieser Kombination ergeben sich bereits 100 verschiedene Marktformen.

Aus diesen Strukturmerkmalen wurde das Modell des vollkommenen Marktes wie folgt abgeleitet:

1. Anzahl der Anbieter und Nachfrager gleich groß
2. homogenes Gut, d.h. alle Anbieter produzieren genau das gleiche Gut und es gibt keine anbieterspezifischen Merkmale.3
3. keine subjektiven Präverenzen3
4. zeitlich und räumlicher Punktmarkt3
5. vollständige Markttransparenz, d.h. Kenntnis der Umstände unter denen angeboten und nachgefragt wird.3
6. beidseitig offener Markt

Dieses Modell bietet die günstigsten Ausprägungen für den Wettbewerb und einen Vergleichsmaßstab für andere unvollkommenere Märkte, d.h. Märkte, bei denen eines der Kriterien nicht erfüllt ist.

Beispiel für einen annähernd vollkommenen Markt ist die Börse. Einziges kritisches Kriterium ist hier das des Punktmarktes, was jedoch durch das Telefon überbrückt wird.

Konsequenz des vollkommenen Marktes ist, daß es nur einen Preis geben kann € Gesetz der Unterschiedslosigkeit des Preises.

5.1.2. Marktverhalten und Preisbildung

Das Verhalten der Marktteilnehmer innerhalb der unterschielichen Marktstrukturen hängt von den unterschiedlichen Verhaltensspielräumen, d.h. von der subjektiven Zielsetzung und von den subjektiven Einstellungen, ab:

- vollkommener Markt und vollkommene Konkurrenz:
- determiniertes Verhalten, d.h. kein Verhaltensspielraum
- Gleichgewichtspreis
- übrige Marktformen und unvollkommene Konkurrenz:
- Es gibt Verhaltensspielräume

Wie verhalten sich die Marktteilnehmer typischerweise innerhalb gegebener Marktstrukturen und wie kommt der Markt zustande?

Kritik: - Was ist typischerweise, evtl. neue Lösungen suchen.

- Was passiert bei Veränderung der Marktstrukturen

€Entwicklung der Wettbewerbstheorie4.

5.2. Preisbildung auf dem „vollkommenen Markt“

Für die folgenden Betrachtungen gelten folgende Annahmen:

- homogenes Gut
- keine subjektiven Präferenzen
- räumlicher und zeitlicher Punktmarkt
- vollständige Markttransparenz

5.2.1. Preisbildung bei vollkommener Konkurrenz

5.2.1.1. Marktstruktur und Reaktion der Marktseiten

Zu den unter 5.2. getroffenen Annahmen kommen folgende hinzu:

- sehr viele etwa gleich große Anbieter und Nachfrager treffen aufeinander; Anbieter haben gegebene Betriebe.
- beidseitig offener Marktzutritt
- Angebot und Nachfrage reagieren normal

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es gibt einen Gleichgewichtspreis der den Markt räumt und ceteris paribus ist dieser Gleichgewichtspreis stabil.

- Anbieter und Nachfrager können keine Mengenpolitik betreiben:

Da der Einzelne nur geringe Marktanteile besitzt, kann er zwar den Marktbe- einflussen aber Mengenpolitik in Erwartung fallender oder steigender

Preise ist nicht möglich.

5.2.1.2. Ursachen und Wirkungen von Angebots- und Nachfragekurvenverschiebung

a) Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts (=Nachfragemengenüberschuß) Ursachen: Einkommenssteigerung, Preis bei Substitutionsgut steigt, Preis bei

Komplementärgut sinkt, Anzahl der Nachfrager nimmt zu.

Wirkung: pn p0 qn q0

b) Nachfragekurve verschiebt sich nach links (=Angebotsmengenüberschuß) Ursachen: Einkommenssenkung, Preis bei Substitutionsgut sinkt, Preis bei

Komplementärgut steigt, Anzahl der Nachfrager nimmt ab.

Wirkung: pn p0 qn q0

c) Angebotskurve verschiebt sich nach rechts (=Angebotsmengenüberschuß) Ursachen: neue Anbieter, technischer Fortschritt, Preis eines / mehrerer Produk-

tionsfaktoren sind gesunken, andere Güter sind billiger geworden.

Wirkung: pn p0 qn q0

d) Angebotskurve verschiebt sich nach links (=Nachfragemengenüberschuß)

Ursachen: Anbieter tretten aus, technische Veraltung, Preis eines / mehrerer Produktionsfaktoren sind gestiegen, andere Güter sind teurer geworden.

Wirkung: pn p0 qn q0

- Wenn die Verschiebung von der Nachfragerseite ausgeht verändern sich Menge und Preis gleichgerichtet.
- Wenn die Verschiebung von der Anbieterseite ausgeht verändern sich Menge und Preis gegengerichtet.

Die jeweilige Betrachtung der Ursachen gilt immer nur für das eine Gut. Ceteris paribus,

d.h. man betrachtet ein Ausgangsgleichgewicht und ein Endgleichgewicht. Die Folgewirkungen bleiben jedoch unberücksichtigt.5 Es entstehen Interdependenzen, die schwer nachzuverfolgen sind.

Im Grunde genommen wird gar kein Endgleichgewicht erreicht. Fragen wie: „Was passiert mit dem „Mehrgeld“ auf dem Kapitalmarkt?“ bleiben unbeantwortet. Somit bleibt allgemein die Frage auf welchen Märkten der Volkswirtschaft sich welche Auswirkungen bemerkbar machen offen.

Jede Verschiebung der Angebots- / Nachfragefunktion verändert die Produzenten- und Konsumentenrente auf dem Markt.

5.2.1.3. Situation eines Anbieters

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Punktmarkt € alle Anbieter und Nachfrager befinden sich zur gleichen Zeit am gleichen Ort (€geringe Informationskosten)

2 z.B. Arbeitsmarkt: Gewerkschaften - Arbeitgeberverbände

3 Unvollkommenheitsfaktoren des Marktes

4 Die Wettbewerbstheorie geht noch über die Preistheorie hinaus indem sie auch die Versuche die Marktformen zu verändern untersucht.

5 Z.B. diejenigen die p2 erhalten haben wiederrum ein erhöhtes Einkommen

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Details

Titel
Die Preistheorie in der Volkswirtschaftslehre
Autor
Jahr
1997
Seiten
27
Katalognummer
V102235
Dateigröße
413 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Sehr gutes Skript. Es hat mir geholfen zu bestehen.
Schlagworte
Preistheorie
Arbeit zitieren
Marcus Hündgen (Autor), 1997, Die Preistheorie in der Volkswirtschaftslehre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102235

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