In Kapitel 2 werden zunächst die gesetzlichen Grundlagen und Definitionen dargestellt. Anschließend werden die Bilanzierungsvorschriften nach HGB näher erläutert. In Kapitel 3 geht es hauptsächlich um die Leasingbranche und um die unterschiedlichen Leasingformen und Vertragsarten. Hierbei werden die Vertragsarten in zwei Arten unterteilt: Vollamortisations- und Teilamortisationsverträge. In Kapitel 4 geht es um die Bilanzierung von Leasingverträgen. Hierbei geht es darum, die Zurechnung zum Leasinggeber oder zum Leasingnehmer nach HGB und den Leasingerlassen herauszufinden. Die steuerliche Behandlung von Leasingverträgen wird ebenfalls näher erläutert.
Die Bilanzierung im ersten Jahr und in den Folgejahren mit den entsprechenden Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten wird konkretisiert. Die aus Kapitel 3 vorgestellten Vollamortisations- und Teilamortisationsverträge werden auf die Darstellung bzw. Berechnung der Restwerte behandelt. Allgemein wird das Thema Restwerte zusammengefasst. In Kapitel 5 schließt die Arbeit mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse ab.
Als Problem erweist sich in der Leasingbranche die Zurechnung zum Leasinggeber oder Leasingnehmer. Es geht um die Zuteilung des rechtlichen oder wirtschaftlichen Eigentümers. Dieser muss den Gegenstand in seiner Bilanz aufnehmen. Damit die Vorteile von Leasing in dem Vordergrund erscheinen, findet meist die Zurechnung zum Leasinggeber statt. Einer der Vorteile des Leasingnehmers ist in dem Fall beispielsweise die Bilanzneutralität. Die Investitionsentscheidung wirkt sich nicht auf die Bilanz aus. Demnach kommt es zu keiner Veränderung der Eigenkapitalquote. Schwierig wird es für beide Parteien, wenn es um das Thema Erst- und Folgebewertung geht. Handelsrechtlich besteht das Anschaffungskostenprinzip. Demnach dürfen Vermögensgegenstände höchstens mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt werden. Die Bilanzierung von Restwerten stellt hierbei die Problematik dar.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG
PROBLEMSTELLUNG
GANG DER UNTERSUCHUNG
2 GRUNDLAGEN
DEFINITION LEASING
GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG
BILANZIERUNGSVORSCHRIFTEN NACH HGB
3 LEASINGBRANCHE
FORMEN VON LEASING
VERTRAGSARTEN VON LEASING
VOLLAMORTISATIONSVERTRÄGE
TEILAMORTISATIONSVERTRÄGE
4 BILANZIERUNG VON LEASING
ZURECHNUNG NACH HGB
ZURECHNUNG NACH DEN LEASINGERLASSEN
DIE STEUERLICHE BEHANDLUNG DES LEASINGS
RESTWERTE
5 FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die komplexe Bilanzierung von Restwerten in der Leasingbranche unter Berücksichtigung des deutschen Rechts (HGB) zu untersuchen. Im Zentrum der Forschungsfrage steht dabei die Problematik der wirtschaftlichen Zurechnung von Leasinggegenständen und die daraus resultierenden bilanztechnischen Konsequenzen für Leasinggeber und Leasingnehmer.
- Gesetzliche Grundlagen und Definitionen im Leasing-Kontext
- Differenzierung zwischen Vollamortisations- und Teilamortisationsverträgen
- Wirtschaftliche versus rechtliche Zurechnung von Leasingobjekten
- Steuerliche Behandlung und Behandlung von Restwerten in der Rechnungslegung
Auszug aus dem Buch
Vollamortisationsverträge
Die Bezeichnung der Vollamortisationsverträge oder im englischen auch genannt „full-pay out-contracts“ stammt aus dem Schreiben des BMF vom 19.04.1971 und tritt vor allem dann in Kraft, wenn es sich um ein Finanzierungsleasing handelt und somit in der Grundmietzeit mindestens die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des Leasinggegenstandes von dem Leasingnehmer abgedeckt wurden. Durch die Ratenzahlung des Leasingnehmers erfolgt bereits während der Leasingzeit eine Amortisation der Kosten des Leasinggebers. Die folgende Kriterien verdeutlichen eine Zurechnung des Leasinggegenstandes zum Leasingnehmer sowie eine Segmentierung des Finanzierungsleasings:
Die Dauer der Grundmietzeit ist geringer als 40 Prozent oder höher als 90 Prozent der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Hierbei findet, wie bereits erwähnt, die Zuordnung zum Leasingnehmer statt. Die Gründe dafür sind, dass bei einer Nutzung von über 90 Prozent der betriebswirtschaftlichen Nutzungsdauer der Leasinggeber vom Zugriff des Leasinggegenstandes dauerhaft ausgeschlossen ist. Bei einer Nutzung von unter 40 Prozent der betriebswirtschaftlichen Nutzungsdauer wird angenommen, dass es sich um einen verdeckten Ratenverkaufsvertrag handelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Leasing als Finanzierungsform und definiert das Kernproblem der Zurechnung von Vermögensgegenständen in der Bilanz.
2 GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert die definitorischen Aspekte von Leasing sowie die allgemeinen Grundsätze der Rechnungslegung und Bilanzierung nach HGB.
3 LEASINGBRANCHE: Der Fokus liegt hier auf den verschiedenen Leasingformen und den spezifischen Vertragsarten, insbesondere Vollamortisations- und Teilamortisationsverträgen.
4 BILANZIERUNG VON LEASING: Das Hauptkapitel behandelt detailliert die Zurechnung von Leasinggegenständen nach HGB und Leasingerlassen sowie die steuerliche Behandlung und Restwertproblematik.
5 FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit internationaler Rechnungslegungsbetrachtungen.
Schlüsselwörter
Leasing, Bilanzierung, HGB, Restwert, Zurechnung, Vollamortisationsvertrag, Teilamortisationsvertrag, Finanzierungsleasing, Anschaffungskosten, Betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, Leasinggeber, Leasingnehmer, Steuerliche Behandlung, Wirtschaftliches Eigentum, Rechnungslegung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung von Leasinggeschäften in Deutschland mit einem besonderen Fokus auf die Problematik der Restwerte.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Grundlagen des Leasings, die Einordnung verschiedener Vertragsarten und die Bilanzierung nach HGB.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Zurechnungslogik für Leasingobjekte zu durchdringen und die Auswirkungen auf die Erst- und Folgebewertung zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis von Gesetzen (HGB), BMF-Schreiben und betriebswirtschaftlicher Fachliteratur eine strukturierte Analyse durchführt.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Mittelpunkt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Unterscheidung zwischen Voll- und Teilamortisationsverträgen sowie den spezifischen Kriterien für die Zurechnung zum Leasinggeber oder Leasingnehmer.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Restwerte, wirtschaftliches Eigentum, Abschreibung und Finanzierungsleasing.
Wie wird bei Vollamortisationsverträgen mit dem Restwert verfahren?
Bei Vollamortisationsverträgen sind die Kosten in der Regel bereits vollständig amortisiert, sodass der Restwert rechnerisch bei Null liegt.
Warum spielt das "wirtschaftliche Eigentum" eine entscheidende Rolle?
Da nach HGB nicht nur die juristische Inhaberschaft, sondern primär die wirtschaftliche Verfügungsgewalt darüber entscheidet, wer den Leasinggegenstand aktivieren muss.
- Quote paper
- Sepehr Nassrollahzadeh (Author), 2020, Die Bilanzierung von Restwerten in der Leasingbranche nach deutschem Recht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1022510