Yinka Shonibare schuf "Gallantry and Criminal Conversation" anlässlich der documenta XI 2002 in Kassel. Das Werk besteht aus elf kopflosen Puppen, einer Kutsche und mehreren Koffern. Die lebensgroßen Mannequins bestehen aus Fiberglas und sind in "Dutch Wax"Stoffen gekleidet. Die Kutsche und die Koffer sind aus Holz und Metall gefertigt. Mit diesem Werk befasst sich diese Arbeit. Dabei geht sie auch auf den biografischen Hintergrund des Künstlers selbst und auf seinen eigenen "African Style" ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Biographie von Yinka Shonibare
2. Kurzer Bericht zum Forschungsstand
3. Hauptteil
3.1 Beschreibung von „Gallantry and Criminal Conversation“
3.2 Interpretation
3.3 Die verwendeten Materialen und das Arbeiten im Atelier
3.4 Gallantry and Criminal Conversation eine Skulptur?
4. Schluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk „Gallantry and Criminal Conversation“ von Yinka Shonibare im Kontext seiner Teilnahme an der documenta XI. Ziel ist es, die künstlerische Auseinandersetzung mit Themen wie Kolonialismus, Globalisierung, kultureller Identität und dem historischen Phänomen der Grand Tour zu analysieren, während gleichzeitig die Arbeitsweise des Künstlers als Person mit Behinderung beleuchtet wird.
- Analyse des Werks „Gallantry and Criminal Conversation“
- Untersuchung postkolonialer Bezüge und Identitätsfragen
- Die Rolle der „Dutch Wax“-Stoffe als Bedeutungsträger
- Der Entstehungsprozess im Atelier unter Berücksichtigung von körperlichen Einschränkungen
- Kunsthistorische Einordnung zwischen Skulptur und Installation
Auszug aus dem Buch
3.1 Beschreibung von „Gallantry and Criminal Conversation“
Yinka Shonibare schuf „Gallantry and Criminal Conversation“ anlässlich der documenta XI 2002 in Kassel, zu der er von dem Leiter Okwui Enwezor eingeladen wurde. Das Werk besteht aus elf kopflosen Puppen, einer Kutsche und mehreren Koffern. Die lebensgroßen Mannequins bestehen aus Fiberglas und sind in „Dutch Wax“ Stoffen gekleidet. Die Kutsche und die Koffer sind aus Holz und Metall gefertigt.
Um eine grüne, von der Decke herabhängende Pferdekutsche sind fünf Gruppen von Mannequins drapiert (siehe Abb. 1). Sowohl vorne als auch hinten ist sie mit je einem Koffer beladen. Der Schauplatz darunter zeigt die menschengroßen Puppen in unterschiedlichen sexuellen Handlungen zwischen Reisekoffern und Truhen. Sie haben alle einen gebräunten Teint und sind in exotisch bunte Kleider der viktorianischen Zeit gekleidet.
In die Zweiergruppe vorne rechts (siehe Abb. 1) sind insgesamt vier Kisten integriert. Auf den zwei kleineren steht ein Mann, während sich vor ihm eine Frau auf einem Regenschirm gestützt herunterbeugt. Der Mann trägt schwarze Schnallen Schuhe, gelbe Strümpfe, eine knielange dunkle Hose und einen blau gemusterten Mantel. Dasselbe Muster wird bei dem Schirm und dem Unterrock der Frau wieder aufgegriffen. In der rechten hinteren Ecke befindet sich das zweite Arrangement. Es besteht aus drei Personen und mehreren Gepäckstücken, von denen zwei als Stütze benutzt werden. Eine Frau in dunkel rot gemusterten Kleid und weißen Strümpfen lehnt sich nach vorne über die große Truhe und hält sich mit der einen Hand an dem Ring der Truhe fest. Der Mann direkt hinter ihr, ist über sie gebeugt während er mit seinen Händen das Kleid hochzieht. Das orange Muster seiner Jacke benutzt Shonibare beim Unterkleid der Dame.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Biographie von Yinka Shonibare: Ein Überblick über den Werdegang des Londoner Künstlers, seine Erkrankung an Transverse Myelitis und die Entwicklung seines „African Style“.
2. Kurzer Bericht zum Forschungsstand: Eine kritische Betrachtung der vorhandenen Literatur und Quellenlage zu Shonibares Werk und den kontextuellen Hintergründen.
3. Hauptteil: Der inhaltliche Kern der Arbeit, der die Einbettung in die documenta XI, eine detaillierte Objektbeschreibung, kunsthistorische Interpretation und technische Aspekte der Produktion umfasst.
3.1 Beschreibung von „Gallantry and Criminal Conversation“: Eine genaue Schilderung der physischen Beschaffenheit und der figürlichen Gruppierungen des Werks.
3.2 Interpretation: Die Analyse der inhaltlichen Ebenen, insbesondere in Bezug auf die Grand Tour, koloniale Einflüsse und die Symbolik der „Dutch Wax“-Stoffe.
3.3 Die verwendeten Materialen und das Arbeiten im Atelier: Einblick in die handwerkliche Umsetzung, die Zusammenarbeit im Team und die Adaption der Entwürfe unter Berücksichtigung der körperlichen Situation des Künstlers.
3.4 Gallantry and Criminal Conversation eine Skulptur?: Eine theoretische Abwägung der kunsthistorischen Klassifizierung des Werks zwischen Skulptur und Installation.
4. Schluss: Ein Resümee der Ergebnisse und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten im Bereich moderner afrikanischer Kunst.
Schlüsselwörter
Yinka Shonibare, Gallantry and Criminal Conversation, documenta XI, Grand Tour, Kolonialismus, Dutch Wax, Zeitgenössische Kunst, Skulptur, Installation, Kulturelle Identität, Transverse Myelitis, Postkolonialismus, Viktorianische Zeit, Kunstmarkt, Atelier-Arbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem Werk „Gallantry and Criminal Conversation“ von Yinka Shonibare, das 2002 auf der documenta XI ausgestellt wurde, und untersucht dessen kunsthistorische und gesellschaftspolitische Bedeutung.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentral sind die Themenbereiche Postkolonialismus, Globalisierung, die historische Bedeutung der Grand Tour sowie die Frage der kulturellen Identität im zeitgenössischen Kunstkontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte Analyse des Kunstwerks hinsichtlich seiner Interpretation und der praktischen Herstellungsweise unter Berücksichtigung der speziellen Arbeitsbedingungen des Künstlers.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es wird eine deskriptive und analytische Methode verwendet, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Ausstellungskatalogen, Interviews und filmischen Dokumentationen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung der Figuren-Arrangements, deren inhaltliche Deutung, eine Erläuterung der Materialien und Produktionsprozesse im Atelier sowie eine Diskussion der Werkkategorie.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kolonialismus, „Dutch Wax“-Stoffe, Identitätskonstruktion, Konzeptkunst und das Spannungsfeld zwischen traditioneller Skulptur und moderner Installation.
Welche Rolle spielt die körperliche Einschränkung des Künstlers bei der Produktion?
Da Shonibare aufgrund seiner Krankheit nicht alle Schritte physisch ausführen kann, stützt er sich auf ein spezialisiertes Team und präzise Entwürfe, was die Arbeit auch zu einem Beispiel für moderne Konzepte der Kunstproduktion macht.
Inwieweit wird das Thema „Grand Tour“ im Werk verarbeitet?
Das Werk greift die Grand Tour als historischen Initiationsritus auf und kontrastiert diesen mit den darin enthaltenen, teils erotisch aufgeladenen und satirischen Aspekten der Kolonialgeschichte.
- Arbeit zitieren
- Anna-Lena Leichtenschlag (Autor:in), 2017, "Gallantry and Criminal Converstation". Yinka Shonibares Werk auf der documenta XI, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1022594