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Walther von der Vogelweide im Literaturkanon vom Mittelalter bis heute. Mittelalterliche Texte in der Schule

Titel: Walther von der Vogelweide im Literaturkanon vom Mittelalter bis heute. Mittelalterliche Texte in der Schule

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 25 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht, warum Walther von der Vogelweide es immer noch so viel häufiger in die Lesebücher schafft als andere Dichter seiner Zeit. Hierbei wird weitestgehend chronologisch vorgegangen und Walthers Rolle im Literaturkanon vom Mittelalter bis heute untersucht. Im Besonderen soll dabei die These aufgestellt werden, dass bei der Rezeption von
Walthers Texten eine gewisse Kontinuität angenommen werden kann.

Wenn man sich mal eine Tabelle zu den am meisten abgedruckten Texten in Lesebüchern der Oberstufe anschaut, so können wir feststellen, dass Walther von der Vogelweide eine sehr populäre Rolle gegenüber anderen Dichtern oder Autoren seiner Zeit einnimmt. Unter den am meisten verwendeten Texten befinden sich auf Platz 5 "Ich saz uf eime steine" und auf Platz 10 "Uns hat der winter geschat überall" von Walther von der Vogelweide.

Unter den 30 am meisten verwendeten Texten ist 13-mal Walther von der Vogelweide mit verschiedenen Texten zu finden. Er macht dementsprechend fast 50 % der Texte, die in Oberstufenlesebüchern zu finden sind aus, was überraschend viel ist. Doch warum ist Walther von der Vogelweide im Gegensatz zu anderen mittelhochdeutschen Dichtern, wie seinem Konkurrenten Reinmar dem Alten, so viel in den Lesebüchern vertreten?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Definition des Begriffes „Kanon“

Walther von der Vogelweide im Literaturkanon des Mittelalters

Walther von der Vogelweides Selbstbildnis

Dichterkataloge des Mittelalters, in denen Walther von der Vogelweide auftritt

Walther von der Vogelweide im Literaturkanon vom 19. Jahrhundert bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts

Walther von der Vogelweide zwischen 1800-1866

Walther von der Vogelweide im Kaiserreich (1866-1918)

Walther von der Vogelweide in der Weimarer Republik (1918-1933)

Walther von der Vogelweide im Dritten Reich (1933-1945)

Walther von der Vogelweide im Literaturkanon der 60er/70er Jahren

Walther von der Vogelweide im Literaturkanon der Gegenwart

Walther von der Vogelweide in den neuen Medien

Walther von der Vogelweide im heutigen Bildungskanon der Schulen

Kanonisierungseffekte

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, warum Walther von der Vogelweide im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen über Jahrhunderte hinweg eine so prominente Rolle in literarischen Kanones und Schulbüchern einnimmt und inwiefern dabei eine Kontinuität der Rezeption seiner Texte feststellbar ist.

  • Analyse der historischen Präsenz Walthers in Literaturkanones vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
  • Untersuchung der verschiedenen, teilweise politisch instrumentalisierten Walther-Bilder (z. B. als "Reichspatriot" oder "Erzieher").
  • Betrachtung der Bedeutung von Walthers Werken im schulischen Kontext und Bildungskanon.
  • Einfluss moderner Medien und Gedenkstätten auf die dauerhafte Popularität des Dichters.
  • Kritische Reflexion über Kanonisierungseffekte wie die Instrumentalisierung und Vereinfachung literarischer Texte.

Auszug aus dem Buch

Walther von der Vogelweides Selbstbildnis

Ganz abgesehen von allem, was in Walther von der Vogelweides Person im Laufe der langen Rezeptionszeit hineininterpretiert wurde, hat Walther uns auch selbst gezeigt, wie er sich sieht und dementsprechend gerne von anderen wahrgenommen werden möchte. Er glaubte zudem von sich selbst ein sehr guter Künstler zu sein. Walthers Selbstbewusstsein zeigt sich einmal natürlich in der Selbststilisierung, aber auch in seinem Verhältnis zu seinen Gönnern.

Im Reichston sieht er sich als Seher: ich sach swaz in der welte was (L 8,28, V.3) und als Denker: dô dâhte ich mir vil ange/ wie man zer welte solte leben (L 8,4, V.6-7). Er zeigt sich somit als intelligenter Mensch, der viel nachdenkt, vor allem darüber, wie man ein gutes Leben führen sollte. Mit seiner Rolle als Seher deutet er schon göttliche Attribute an. Mit der Aussage, er sehe alles, was in der Welt geschieht und überblicke die Situation, wie auch Gott, in der Vorstellung der Menschen, von oben die ganze Welt im Blick behält, zeigt er gottähnliche Merkmale. Diese Andeutung wird im Ottenton konkreter. Hier beschreibt er sich als Bote Gottes: Hêr keiser, ich bin frônebote und bringe iu boteschaft von gote. (L 12,6, V.12).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung stellt die hohe Popularität Walthers in heutigen Schulbüchern fest und führt in die zentrale Forschungsfrage nach der Kontinuität seiner Rezeption ein.

Definition des Begriffes „Kanon“: Hier wird der Kanon-Begriff als eine dynamische und zeitlich beschränkte Zusammenstellung erinnerungswerter Texte definiert.

Walther von der Vogelweide im Literaturkanon des Mittelalters: Das Kapitel beleuchtet historische Belege für die Existenz des Dichters und analysiert sein bewusstes Selbstbild in seinen Werken.

Walther von der Vogelweide im Literaturkanon vom 19. Jahrhundert bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts: Es wird untersucht, wie Uhland und andere das Bild Walthers nationalpolitisch umdeuteten und in den Bildungskanon integrierten.

Walther von der Vogelweide im Literaturkanon der 60er/70er Jahren: In dieser Ära verschob sich der Fokus weg von der nationalen Instrumentalisierung hin zu einer Betrachtung Walthers als fahrender Sänger und Intellektueller.

Walther von der Vogelweide im Literaturkanon der Gegenwart: Dieser Teil betrachtet moderne fachwissenschaftliche Ansätze und die anhaltende Rezeption durch neue Literatur und Lehrmedien.

Walther von der Vogelweide in den neuen Medien: Das Kapitel zeigt auf, wie das Internet und digitale Angebote zur Sicherung der andauernden Bekanntheit Walthers beitragen.

Walther von der Vogelweide im heutigen Bildungskanon der Schulen: Hier werden aktuelle fachdidaktische Stellungnahmen und die Integration in moderne Lehrpläne und Lesebücher analysiert.

Kanonisierungseffekte: Diese Sektion diskutiert theoretische Folgen der Kanonisierung, wie die Nivellierung individueller Merkmale und die Transformation literarischer Problematik in normatives Verhalten.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die kontinuierliche Adaption des Walther-Bildes an wechselnde Zeitgeister sein Überdauern im Kanon sichert.

Schlüsselwörter

Walther von der Vogelweide, Literaturkanon, Rezeptionsgeschichte, Schulbuch, Mittelalter, Sangspruch, Minnesang, Didaktik, Kanonisierung, Nationalstolz, Reichsidee, Medienpräsenz, Bildungswert, Kontinuität, Literaturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rezeptionsgeschichte von Walther von der Vogelweide und analysiert, warum er über Jahrhunderte hinweg so präsent in den Literaturkanones und Schulbüchern blieb.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die historische Kanonisierung, die politisch motivierte Instrumentalisierung des Dichterbildes, die Rolle in der schulischen Bildung sowie die mediale Verbreitung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Kontinuität in der Rezeption der Werke Walthers nachzuweisen und zu erklären, warum er im Vergleich zu anderen Dichterkollegen seine Bedeutung im kulturellen Gedächtnis behalten konnte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit stützt sich auf eine chronologische Literaturanalyse, wobei sie Forschungsergebnisse zu Schulbuchanalysen und Fachliteratur auswertet, um die wechselnden Walther-Bilder zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Betrachtung: vom Mittelalter, über die nationalistische Vereinnahmung im 19./20. Jahrhundert bis zur fachwissenschaftlichen Aufarbeitung und medialen Präsenz in der Moderne.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem: Kanonisierung, Literaturkanon, Walther von der Vogelweide, Schulische Rezeption, Instrumentalisierung, Kontinuität und Fachdidaktik.

Welche Rolle spielte die Biografie für das Walther-Bild im 19. Jahrhundert?

Im 19. Jahrhundert wurde Walther von der Forschung, insbesondere durch Ludwig Uhland, stark mit patriotischen Vorstellungen aufgeladen und als "Sänger des Reiches" und Vorläufer nationaler Einheit umgedeutet.

Warum wird Walther heute trotz fehlender expliziter Vorgaben in Bildungsstandards noch gelesen?

Da er als "Klassiker" etabliert ist, wird er weiterhin in vielen Schulbüchern als Beispiel für mittelhochdeutsche Literatur verwendet, um Schülern einen Zugang zu dieser Epoche zu ermöglichen.

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Details

Titel
Walther von der Vogelweide im Literaturkanon vom Mittelalter bis heute. Mittelalterliche Texte in der Schule
Hochschule
Universität Stuttgart  (Institut für Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar Mediävistik
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
25
Katalognummer
V1022627
ISBN (eBook)
9783346425959
ISBN (Buch)
9783346425966
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Walther von der Vogelweide Unterricht Schule Rezeptionsgeschichte Rezeption Mittelalterliche Texte Mediävistik Mittelalterliche Texte in der Schule Lesebücher
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2016, Walther von der Vogelweide im Literaturkanon vom Mittelalter bis heute. Mittelalterliche Texte in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1022627
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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