Afrika in unseren Köpfen. Schein und Wirklichkeit "westlicher" Afrikabilder


Hausarbeit, 2001

23 Seiten


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Afrika in unseren Köpfen.

Schein und Wirklichkeit „westlicher“ Afrikabilder

„ Wir wollen es nicht vergessen, daßnoch vor einem Menschenalter Afrika in der Vorstellung allgemein-gebildeter Europäer ein trostloses Land, ein Erdteil der Fieber und nur geeignet für Abenteurer und Missionare war, und seine Eingeborenen halbtierische Barbaren, eine

Sklavenrasse, ein Volk, dessen rohe

Verkommenheit nur eben diesen Fetischismus produziert hatte und sonst nichts. “ 1

( Leo Frobenius, 1933 )

1. Einleitung

Rund siebzig Jahre nach dem Frobenius so treffend das Afrikabild seiner Zeitgenossen beschrieben hat, scheint es, als habe sich in den Köpfen nichts verändert. Das „westliche“ Denken über Afrika2 wird bestimmt von drei bedenkliche Tendenzen, die in Wechselwirkung zueinander stehen: erstens stellt Afrika eine Wissenslücke dar, was zu pauschalisierenden Vorstellungen und Meinungen führt und in dem sich ein die vorkoloniale Zeit ausblendendes Geschichtsbild manifestiert. Zudem unterstützt dieses Unwissen den Fortbestand rassistischer Stereotype koloniales Ursprungs, die ihren Niederschlag in den verschiedensten Lebensbereichen bis hinzu wissenschaftlichen Theorien und nicht zuletzt in den Medien finden. Schließlich werden, vor allem durch die selektive, mit tradierten Bildern durchsetzte Berichterstattung, überwiegend negative Bilder mit Afrika assoziiert, was ihm das Image eines Krisenkontinents eingebracht hat.

Ziel dieser Arbeit ist es, für die Vielfalt Afrikas zu sensibilisieren. Den Trug- und Zerrbildern soll eine realistische Beschreibung Afrikas entgegengehalten werden. Dabei kann im Rahmen dieser Arbeit jedoch nur ein Überblick gegeben werden.

Im ersten Kapitel wird „Afrika als Wissenslücke“ analysiert, wobei der Politologe HUNTINGTON als Beispiel einer Vereinheitlichungstendenz, die Afrika als kulturelle Einheit sieht, und einer Geschichtsverkürzung dient (2.). In einem zweiten Schritt wird die geistesgeschichtliche Entwicklung stereotyper Afrikabilder vom frühen Mittelalter bis in die heutige Zeit skizziert (3.), bevor anhand aktueller Beispiele „Afrika als Horrorszenario“, insbesondere als Bestandteil der Berichterstattung in den Medien, thematisiert wird (4.). Im letzten Kapitel wird die schon angesprochene realistische Bestandsaufnahme Afrikas versucht

(5.), bevor mit einem Plädoyer für eine neue Sicht auf Afrika geschlossen wird (6.).

2. Afrika als Wissenslücke

RUFIN spricht in seinem Buch „Das Reich und die neuen Barbaren“ von den neuen „ terra incognitae “ 3 , und meint damit, daß „ ein großer Teil der erforschten Gebiete .. zurückgefallen [ist] in seinen früheren Zustand. “ 4 Die weißen Flecken der Atlanten der 1930er Jahre tauchten wieder auf ( Vgl. Abb. 1 ).

Abb. 1: Die neuen „terra incognitae“ nach Rufin5

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Entwicklung sei deshalb so ernst, weil sich an diesen Orten der „Dritten Welt“ vielfach Katastrophen abspielten, die der übrigen Welt unbekannt blieben, ja, für sie uninteressant heißen, da der nordafrikanische Raum nicht Gegenstand der Arbeit ist; er wird aber hier der Einfachheit halber verwandt.

blieben. Der Norden ignoriere den Süden ganz einfach. Bezieht sich diese Theorie auf den tatsächlichen Wissensstand über Afrika, so muß der Karte Rufins widersprochen werden, interpretiert man sie aber als Analyse der Allgemeinbildung, so scheint er Recht zu behalten. Diese Tatsache zeigt sich zum Beispiel in der seltenen Berichterstattung über Afrika in den Medien. Eine empirische Studie im Jahr 1990 zeigt das der Anteil der Informationen über Entwicklungsländer 4,5% betrug, Afrika gar nur 0,15%. An einigen Tagen erfolgte überhaupt keine Berichterstattung über Entwicklungsländer.6 Doch auch die althergebrachten Zerrbilder und selektiven Assoziationen zeugen von mangelndem Wissen über den großen Nachbarkontinent Europas. Differenziertes Wissen über Afrika liegt nur bei Spezialisten und Kennern vor. Doch selbst in der Wissenschaft begegnet man Auffassungen, die ein vereinheitlichendes Afrikabild suggerieren und von einer Ignoranz gegenüber den komplexen Realitäten Afrikas zeugen.

Bestes Beispiel dafür ist die These des „Clash of Civilisations“ des US-amerikanischen Politikwissenschaftlers HUNTINGTON7. Er vertritt die Auffassung, daß das bipolare, ideologisch definierte Staatensystem des Kalten Krieges abgelöst wird durch ein kulturell definiertes System mehrerer Kulturkreise und das zukünftige Konflikte an den Bruchlinien dieser Einheiten stattfinden. Er identifiziert sieben Kulturkreise ( Vgl. Abb. 2 ): den westlichen, den japanischen, den sinischen, den hinduistischen, den slawisch-orthodoxen, den lateinamerikanischen und „ vielleicht “ 8 den afrikanischen Kulturkreis.

Abb. 2: Die Welt der Kulturkreise nach Huntington9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Theoretiker scheint sich im Falle Afrikas nicht ganz sicher zu sein. Er verweist auf ausgeprägte Stammesidentitäten und hält es für vorstellbar, „ daßdas subsaharische Afrika zu einer eigenen Kultur zusammenwächst. “ 10 Trotz vielfacher Kritik bis hin zu satirisch- polemischen Diskussionsbeiträgen11 scheint Huntington einen Nerv der Zeit getroffen zu haben. „Culture Matters“ ist wieder en vogue! Problematisch für das Afrikabild ist Huntington, weil er der Vielfalt und Komplexität seiner Kulturkreise, vor allem Afrikas, nicht gerecht wird.

Noch krasser erscheint HUNTINGTONS Geschichtsbild. Er schreibt: „ Der Norden des afrikanischen Kontinents und seine Ostküste gehören zum islamischen Kulturkreis. “ Und: „ Am bedeutsamsten war, daßder europäische Imperialismus das Christentum südlich der Sahara einführte. “ 12 Kein Wort über vorkoloniale Königreiche oder über die komplexen traditionellen-afrikanischen Kulturen und Religionen! Hier wirkt anscheinend verhängnisvoll HEGEL weiter, der urteilte: „ Afrika ist kein geschichtlicher Weltteil ... Was wir eigentlich unter Afrika verstehen, das ist das Geschichtslose und Unaufgeschlossene, das noch ganz im natürlichen Geiste befangen ist. “ 13 Noch heute ist wenig über das vorkoloniale Afrika bekannt und KI-ZERBO kritisiert dafür die Geschichtswissenschaft, die es nicht geschafft habe die „ Mauer der Mythen “ 14 einzureißen. Die präkoloniale Geschichte Afrikas wird - wie sich auch in Schulbüchern zeigt ( siehe 3.3.1 ) - auf einen pittoresken, archaischen Naturzustand reduziert, der im Gegensatz zum entwickelten Kulturzustand Europas steht.

3. Geistesgeschichtliche Entwicklung des „westlichen“ Afrikabildes

Das Bild, das sich Europäer von Afrika im Laufe der Jahrhunderte machten, zeugt von einer tiefgreifenden Ambivalenz, die sich - wie wir noch sehen werden - bis heute erhalten hat. Die Bewertung afrikanischer Menschen pendelt dabei „ zwischen den Polen des erniedrigten „ schwarzen Teufels “ und desüberhöhten „ edlen Mohren “ 15.

3.1 Das vorkoloniale Afrikabild

Im Mittelalter beruhten die Vorstellungen von Afrika auf den Quellen der antiken Geschichtsschreibung und der Bibel. Dabei blieb die tatsächliche geographische Ausdehnung und Gestalt des Kontinents unsicher. Zu dieser Unsicherheit traten als zweiter wesentlicher Faktor Elemente der antiken Wundergeographie hinzu, in der die afrikanische Bevölkerung den „Fabelvölkern“ zugerechnet wurde.16 Diese „ Menschen, die sich durch abweichende Lebensart und physische Unnormalität von anderen Menschen abheben “ und am „ Rande der bewohnten Welt “ siedeln, wurden beschrieben als „ Hundsköpfe “ , „ Kopflose “ , „ Völker ohne Zungen “ , „ Menschenfresser “ , oder sie kannten keine Ehe, „ sondern sie teilten sich die Frauen “ 17. Afrika wurde also zunächst als quasi-mythologischer Ort begriffen.

Im Kontext der militärischen und ideologischen Auseinandersetzungen der beiden expandierenden Welten des Christentums und des Islams kam es im Spätmittelalter zur zwiespältigen Betrachtung der Afrikaner. Einerseits waren sie Sinnbild für eine erstrebenswerte gesellschaftliche Ordnung, bewundernswerte Physis und eine islamische Hochkultur, die in Europa Neid und Ehrfurcht erzeugte, andererseits paßten die dunkelhäutigen islamischen Soldaten in das durch Farbsymbolik tradierte Feindbild der Zeit. Der Teufel wurde seit langem in den schwärzesten Farben gemalt. Weiß und Schwarz, das bedeutete von alters her Licht und Finsternis, Schönheit und Häßlichkeit, Unschuld und Sünde . „ So, wie der Teufel Afrikaner wurde, wurde der Afrikaner zum Teufel. “ 18

3.2 Das koloniale Afrikabild

Im 17. Jahrhundert vollzog sich dann ein grundlegender Wandel in den Ansichten über Afrika. Berührungspunkt war nicht länger der Islam, sondern überwiegend der Sklavenhandel mit den neuen überseeischen Besitzungen der europäischen Großmächte am Atlantik. Hier werden die Europäer mit einem völlig neuen Typus „des Afrikaners“, nicht mehr „orientalischer“ Herkunft, konfrontiert. In den Augen der Europäer verkörperten diese „neuen Mohren“ keine überlegene Kultur, sondern in jeder Hinsicht eben genau das Gegenteil. MARTIN: „ Psychologisch gesehen ... boten die in Guinea vorgefundenen Verhältnisse den Leuten die Möglichkeit, sich unbewußt an den Schwarzen zu rächen, nachdem diese ihnen jahrhundertelang ein quälendes Gefühl der Unterlegenheit eingefl öß t hatten. “ 19 Der „edle

Mohr“ wurde nun zum „primitiven Neger“ herab gestuft und diente als anthropologische Fundamentalwahrheit fortan als Legitimation von Unterdrückung, Kolonisierung und Ausbeutung der Afrikaner! In der Zeit des Kolonialismus rückte das materielle Interesse an Afrika deutlich in den Vordergrund. Mit der „natürlichen“ Minderwertigkeit der afrikanischen Bevölkerung beseitigte man jeden moralischen Skrupel vor dem Sklavenhandel. Die wissenschaftsgläubige bürgerliche Gesellschaft gebrauchte die Wissenschaft als Ihr wichtigstes Instrument zu Absicherung der Unterordnung der Afrikaner; entstehen würde der Zweig der „Vergleichenden Anthropologie“, dessen Begründer BLUMENBACH präparierte Menschenschädel zu Studienzwecken sammelte und zu dem Schluß kam, daß es „ natürliche Verschiedenheiten im Menschengeschlechte “ 20 gebe. Sein biologistischer Rassismus und seine Methodik - der Vergleich physiognomischer Merkmale und Schlussfolgerungen auf die Wertigkeiten von Menschen - legten somit das Fundament des, später von den Nazis auf das jüdische Volk angewandten, Sozialdarwinismus!

Einen Einschnitt kann man in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdecken, als Darwin 1859 seine Evolutionstheorie veröffentlicht. Nunmehr werden Afrikaner auch als Menschen betrachtet, die zivilisatorische Kluft zwischen Afrika und Europa galt es zu schließen, da ja alle Menschen auf dem prinzipiell gleichen Entwicklungsweg seien. Folge war der Anspruch der Europäer, das unterentwickelte Afrika müsse erzogen werden. Mit der Einführung der „indirect rule“, gerade in den englischen Kolonien, wurde zwar einerseits die einheimische afrikanische Kultur aufgewertet, andererseits wurden die afrikanischen Kulturen Europa antithetisch gegenübergestellt. In beiden Fällen jedoch sahen die Europäer in Afrika eine unterlegene Kultur, dessen materielle Ausbeutung gerechtfertigt war.

Hingegen zeichnete sich zeitgleich ein antizivilisatorischer Modekult ab, der die Afrikaner zu „Edlen Wilden“ erhob, deren Leben im „Naturzustand“ das Gegenteil des europäischen Wissenschafts- und Vernunftszeitalters darstellte, und somit zur Projektionsfläche seiner Betrachter wurde. BITTERLI stellt fest, „ daßder Idee des „ Edlen Wilden “ im achtzehnten Jahrhundert eine Faszination innewohnte, die niemanden gleichgültig ließ. “ 21 Diese Mode fand Eingang in die Literatur ( zum Beispiel Dafoes „Robinson Crusoe“ ) wie in die Wissenschaft ( zum Beispiel Rousseaus „Discours“ ). Obwohl diese Tendenz den Abolitionisten kurzfristig Aufschwung gab, wurde der „Edle Wilde“ niemals zum bestimmenden Afrikabild des imperialen Europa: „ die Europäer haben ihre Verantwortung gegenüber denüberseeischen Völkern in aller Regel nicht wahrzunehmen gewußt... “ 22

3.3 Das aktuelle Afrikabild - „Afro-Pessimismus“ und „Retter-Mentalität“

3.3.1 Tradierte Bilder heute

Alte Afrikabilder halten sich vielfach bis heute, in den verschiedensten Lebensbereichen, beispielsweise in Schulmaterialien: „ Erdkundebücher, die sich von rassistischem Denken und von der „ Primitivität “ der Afrikaner distanzieren oder dagegen angehen, sind sehr selten... “ so PÄFFGEN.23 Doch auch die Wortwahl in Schulbüchern ist bedenklich: Afrikaner werden als „Eingeborene“, Kolonien als „erworbene Gebiete“ bezeichnet, afrikanische Territorien werden unter den „Schutz des deutschen Reiches“ gestellt - die Liste der Euphemismen ist lang!24 In Kinder- und Jugendbüchern gibt Afrika in der Regel lediglich eine exotische Kulisse ab. Insgesamt wird das Verhältnis Europa-Afrika im Kontext einer „Kultur-Natur- Dichotomie“ dargestellt, die die Lebenswelt afrikanischer Menschen als archaisch beschreibt. Dies zieht sich auch durch Erdkundebüchern, doch setzt sich zunehmend die modernisierungstheoretische Weisheit durch, daß Kultur die Entwicklung behindere.25 Doch auch in den täglichen Sprachgebrauch schleichen sich unterschwellige Bilder ein: Wer hat Angst vor´m schwarzen Mann?; Negerkuss; Schimpfworte wie „Bimbos“ oder „Kaffern“...

Ein treffendes Beispiel für tradierte Bilder liefert die Trivialliteratur des Peter SCHOLL- LATOUR, dessen Buch „Mord am großen Fluß“ aus dem Jahr 1986, das kommerziell erfolgreichste Buch der deutschen Nachkriegsgeschichte über Afrika ist. Sein Text ist gespickt mit Reminissenzen an das koloniale Afrikabild: „afrikanische Unbekümmertheit“, „sexuelle Besessenheit“, „Mächte der Steinzeit“, fallen da als Stichworte. Für MICHLER ist das Buch von SCHOLL-LATOUR ein Indiz für den Fortbestand unseres „ verstümmelten Menschenbildesüber den Afrikaner. “ 26 Besonders frappierend enthüllen die Medien den Fortbestand rassistischer Bilder. Gerade der „Spiegel“ kann hier eine Reihe bedenklicher Artikel für sich verbuchen.27

3.3.2 Das Bild der „ Dritten Welt “ in der Entwicklungstheorie

Trotz des Fortbestands tradierter Afrikabilder, änderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg der Blick auf den europäischen Nachbarkontinent grundlegend: das Interesse galt nun mehr den Folgen der Kolonialisierung, vor allem der Verarmung.28 Deutlich wird dies an der wissenschaftlichen Debatte um die sogenannten „Entwicklungstheorien“. Es standen sich idealtypisch zwei Strömungen gegenüber; zum Einen die „Dependenztheoretiker“, die davon ausgingen, daß die Armut in der sogenannten „Dritten Welt“ Folge ungerechter weltwirtschaftlicher Strukturen und des kolonialen Erbes ist, zum Anderen die „Moderniserungstheoretiker“, welche die Ursachen in den Gesellschaften der Entwicklungsländer suchen. Letztere Argumentation erzeugt ein negatives Afrikabild, als das sie suggeriert, die verarmten Gesellschaften seien aus sich selbst heraus, daß heißt aufgrund kultureller Eigenheiten, nicht zu Entwicklung in der Lage.

Obwohl die aktuelle entwicklungstheoretische Diskussion sich von monokausalen Erklärungen verabschiedet hat, erlebt die „Modernisierungstheorie“ momentan eine erstaunliche Renaissance. In dem Band „Culture Matters“ beispielsweise fragt ETOUNGA- MANGUELLE: „ Is this culture compatible with the demands faced by individuals and nations at the beginning of the twenty-first century? ... Does Africa need a Cultural Adjustment Programm? “ 29 In seinem Artikel führt er die aktuellen Probleme auf die Kultur zurück. Seine Analyse liest sich wie ein Rückfall in frühere Jahrhunderte: der Autor argumentiert zunächst, es mache Sinn von „einem Afrika“, als kultureller Einheit, zu sprechen ( siehe 2. ), und weiter: „ there is little enthusiasm for work “ ; „ African passivity “ ; „ death of the individual “ ; „ African societies are structures around pleasure “ ; „ Innefficient Homo Economicus “ ; „ Cannibalistic ... Societies “.30 Hier vermischen sich althergebrachte Bilder mit modernen Dogmen neoliberaler Lesart: Effizienz, Fleiß, Individualität... Interessant ist, daß der Autor selber Afrikaner ist. Sind wir hier etwa an dem Punkt, den MARTIN beschreibt, wenn er sagt, daß die Zerstörung der afrikanischen Kulturen letztlich die Menschen selbst nach dem „ unheilvollen Bild “ 31 formt?

Jedoch beide der oben beschriebenen Entwicklungstheorien klassifizieren alle Bewohner einer armen Region als „Arme“ und weisen ihnen eine klares Image der Hilfsbedürftigkeit zu ( Vgl. Abb. 3 ) - nur durch Maßnahmen des reichen Nordens könnten die Armen ihre Misere hinter sich lassen. Weiterhin muß auch gefragt werden, welche Images durch die jüngsten

Tendenzen eines humanitären Interventionismus oder durch die von den Bretton-Woods- Institutionen erzwungenen Strukturanpassungsmaßnahmen erzeugt werden - ein Afrika, daß sich selbst nicht helfen kann! Manche Autoren sprechen daher schon von der „Rekolonisierung“ des afrikanischen Kontinents. Symptomatisch für diese Haltung ist eine

Abb. 3: Comic aus dem Time-Magazin32

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Titelstory des SPIEGEL aus dem Jahr 1992 „Elends-Kontinent Afrika. Rettung durch

die Weißen?“33. Beide Tendenzen - die

Wiederentdeckung des „culture matters“

und die Unterordnung Afrikas durch die

„Rettermentalität“ der Industrieländer -

nähren einen „Afro-Pessimismus“, der wohl

am besten das aktuelle Afrikabild beschreibt. Die Stigmatisierung Afrikas

durch die Berichterstattung ( siehe 4. )

verstärken diese Tendenzen.

3.3.2 Afrika als Projektionsfläche

Doch auch das aktuelle Afrikabild bleibt ambivalent. Den Negativbildern stehen romantisierende Vorstellungen gegenüber, die an das Phänomen des „Edlen Wilden“ erinnern ( siehe 2.2 ). In einem Seminar an der Uni Bonn zum Thema „Indigene Gesellschaften“ führten die Studenten ein „brainstorming“ zum Thema „Die Faszination des Fremden“ durch, wobei sie negative wie positive Assoziationen zum Begriff „Wilde“ sammelten ( nicht ihre eigenen, sondern gängige Assoziationen ). Das Ergebnis fiel relativ ausgewogen aus und in der positiven Spalte fanden sich Begriffe wie „Freiheit von politischen Zwängen“, „nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen“, „Naturvölker“, „traditionelle Werte“, „exotisch“, „romantisch“. Ähnlich wie zu kolonialen Zeiten bilden die indigenen Gesellschaften also einen Gegenentwurf zur angenommenen Enge und zerstörerischen Kraft der Industriegesellschaften. Das Beispiel bezieht sich jedoch lediglich auf traditionelleafrikanische Kulturen. Diese Sichtweise blendet also die Urbanisierung, Industrialisierung und ökologische Zerstörung - also Entwicklungen in Richtung der Industriestaaten - in Afrika aus. Durch die positive Überhöhung traditioneller Lebensweisen, wird die Andersartigkeit betont, die - obwohl gut gemeint - letztlich nur die Vorstellung eines Afrika auf unterer zivilisatorischer Entwicklungsstufe nährt.

4. Afrika als Horrorszenario

Auf die Spitze getrieben wurde der „Afro-Pessimismus“ durch den Journalisten und ehemalige Afrika-Korrespondenten der Washington Post Keith B. RICHBURG, der ein Buch mit seinen Erinnerungen an die dreijährige Tätigkeit in Afrika veröffentlichte. 34 Er berichtet nur aus den verschiedenen Konfliktherden des Kontinents während der ersten Hälfte der Neunziger Jahre - Somalia, Ruanda, Liberia, Zaire, Südafrika vor den ersten demokratischen Wahlen - so daß ein verzerrtes Bild beim Leser entsteht. Dagegen muß ihm zu Gute gehalten werden, daß es nicht der Anspruch des Autors gewesen ist, eine wissenschaftliche Analyse zu verfassen, sondern seine Erlebnisse. Nichtdestotrotz lesen sich seine Beschreibungen streckenweise wie ein B-Movie aus der Horrore>„ Ich schließe .. meine Augen und starre auf eine junge Frau oben auf einem Leichenhaufen Ich sehe den bizarr verkohlten Körper eines jungen Mannes, den man angezündet hatte. Ich sehe einen Altar, der vom Blut des Toten entweiht wurde und Einschußlöcher, die einen Heiligenschein um den Christus am Kreuz bilden Da sind verkrüppelte Bettler, die ihre blutigen Stumpen gegen mein Wagenfenster pressen. Da ist ein Kind, das mich anlächelt, während es mit seiner Maschinenpistole auf meinen vorbeifahrenden Wagen zielt. Ich schlage meine Augen auf, aber die Angst vor diesen Gespenstern bleibt, denn ich weiß, daßsie da draußen sind, im Dunklen, in Afrika. “ 35 Dabei gibt RICHBURG zu, auch Gutes in Afrika gefunden zu haben, doch seine „ Sicht der Dinge [ist] hoffnungslos durch das Schlechte verstellt. “ 36

Dies ist der zentrale Punkt der Medienkritik: die Normalität des afrikanischen Alltags findet kein Medieninteresse- nach dem Motto „Good news are no news!“ Unrühmlicher Höhepunkt in den 90er Jahren war eine im ZDF ausgestrahlte Filmreihe „Afrika - die Zukunft ist schwarz“, die vom Sender angekündigt wurde als Beschreibung der Hilflosigkeit der afrikanischen Habenichts!37 1992 langte der „Spiegel“ in die vollen: „ Verrückte Krieger und verhungernde Kinder. Anarchie und Elend - das ist das Antlitz Afrikas... “ . 38 So verschwinden positive Entwicklungen hinter dem verallgemeinerten Krisen- und Katastrophenszenario. Vorherrschend wird über Kriege, Hungersnöte und Naturkatastrophen berichtet, daß heißt vor allem über Themen, bei denen Europa als intervenierende Militärkraft - zum Beispiel in Somalia oder wie kürzlich im Falle Englands in Sierra Leone - oder als humanitäre Stütze - wie im Fall der Hungersnot im Sudan oder den Flutkatastrophen in Mosambique fungiert. Über Ereignisse, bei denen der „Westen“ keine Rolle spielt, wie beispielsweise über den „afrikanische Weltkrieg“ ( DIE ZEIT ) im Kongo, wird selten berichtet.

Die Berichterstattung weist nach CLAUSSEN somit eine klare „ Tendenz zur Stereotypenbildung “ 39 auf. Verschiedene Studien stimmen darin überein, daß die Perspektive der Medien weiterhin „ vorwiegend durch ethnozentrische Verallgemeinerungen gekennzeichnet ist und daßdas so vermittelte Bild Afrikas erhebliche Verzerrungen und ungedeckte Flächen aufweist. “ 40 Konkret bedeutet dies, die Fokussierung der Berichterstattung auf Krisen ein unvollständiges Bild von Afrika entwirft ( siehe 2 ). Dies spiegelt den Eurozentrismus der Medien wieder. Die eurozentrische Bewertung findet dabei im Vorfeld der eigentlichen Information statt. Gesendet oder geschrieben ist nur, was für den „Westler“ interessant ist. Nach TRÖGER ist das „Interessante“ hier „ als eine Kombination des allgemeinen menschlichen Bedürfnisses nach Neuem und Sensationellen, vielleicht auch nach dem entfernten „ Schrecklichen “ , und dem Bedürfnis nach Bestätigung eigener vorgefaßter Meinungen und Bewertungen zu verstehen ist. “ 41 Demnach sind die Medien weit entfernt von aufklärerischen Ansprüchen. Was zählt sind Auflage und Quote!

Verschiedene Autoren, so zum Beispiel RUFIN, vermuten hinter der Stigmatisierung Afrikas zudem eine psychologische Funktion der Abgrenzung zur eigenen Idealwelt. In Anlehnung an die antike römische Geschichte entwickelt RUFIN sein „Limes-Konzept“, als neue Bruchlinie zwischen dem Norden und dem Süden, als Ersatz für den Ost-West-Konflikt ( Abb. 4 ). „ Der heutige neue Limes zwischen Nord und Süd markiert den sachten Anbruch einer Moral der Ungleichheit, einer Art von weltweiter Apartheid. Im Gedanken des Limes ist ... die Absicht eingeschlossen, die Zivilisation des Nordens zu definieren und zu schützen. Doch dies geschieht durch die gewaltsame Preisgabe des Südens, der mit Barbarei gleichgesetzt wird. “ 42 Relevant seien nur noch Konflikte in der eigenen Zone und am Rande des Limes. Die übrigen Gebiete lieferten der Öffentlichkeit „ das kostenlose Schauspiel von Gemetzeln, bei dem nichts auf dem Spiel steht. “ 43 Dieser Mechanismus bedeutet nach RUFIN ein gewaltiges Schrumpfen der belangvollen Gebiete. Diese Einsicht korrespondiert mit einer gezeichneten Weltkarte in der Zeitschrift „The Economist“, in der Afrika schon im Meer verschwunden ist.44 Wie soll unter solchen Vorzeichen Interesse, Neugierde und Verständnis für Afrika wachsen?!

Abb. 4: Der neue Limes nach Rufin45

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5. Versuch einer realistischen Beschreibung Afrikas

5.1 Wider der Vereinheitlichungsthese - die kulturelle Vielfalt Afrikas

Zunächst soll mit dem Trugbild der kulturellen Einheit Afrikas aufgeräumt werden. In der Tat ist die kulturelle Vielfalt so groß, daß es unzählige Möglichkeiten Ihrer Beschreibung und

Typologisierung gibt. Im Sinne einer synchronischen Gliederung nach BAUMANN werden hier als erstes die Sprachen und Religionen Afrikas vorgestellt.

Afrika ist mit seinen etwa zweitausend Sprachen der Kontinent mit den meisten Sprachen - obwohl auf dem Kontinent nur etwas mehr als zehn Prozent der Weltbevölkerung leben, wird im selben Gebiet rund ein Drittel der Sprachen der Welt gesprochen.46 Nigeria ist mit circa vierhundert Sprachen das Land mit den meisten Sprachen. Häufig begegnet man der Frage, ob es in Afrika überhaupt Sprachen gebe oder ob es sich nicht eher um Dialekte oder Idiome handelt. Es wird suggeriert afrikanische Sprachen seien in ihrer Ausdrucksfähigkeit begrenzt zumal viele von ihnen nicht verschriftlicht sind, oder keine eigenen Schriftsysteme besitzen. Die wahren Sprachen Afrikas seien die ehemaligen Kolonialsprachen. „ Tatsächlich sprechen nur zehn oder fünfzehn Prozent der Menschen in Afrika hinreichend die ehemalige Kolonialsprache “ 47 , stellt CYFFER fest.

Die Sprachenvielfalt ist ein deutlicher Hinweis auf die kulturelle Diversifität, so daß die Kulturen Afrikas häufig nach sprachwissenschaftlichen Kriterien klassifiziert werden. Man unterscheidet dabei afroasiatische Sprachen ( wie Arabisch, Amharisch, in Äthiopien, oder Hausa, zum Beispiel in Nigeria ), Sprachen den Niger-Kongo einschließlich der Bantusprachen ( wie Swahili in Ostafrika, Yoruba zum Beispiel in Nigeria und in Benin, Bambara in Mali und Umgebung und Fulfulde, daß vom Senegal bis Zentralafrika gesprochen wird ), nilosaharische Sprachen ( zum Beispiel das in Kenia und Uganda gesprochene Luo oder das beispielsweise in Burkina Faso gesprochene Songhay ) und die in Namibia und Botswana gesprochene Koihsan-Sprachen. Viele der Sprachen sind jedoch international und werden in mehreren Staaten gesprochen. Die willkürlichen Grenzziehungen der Kolonialmächte haben Völker und ihre Sprachen künstlich getrennt.48

Ähnlich verhält es sich mit den traditionellen-afrikanischen Religionen, doch hier können, nach MBITI, religiöse Grenzen nicht entlang ethnischer oder sprachlicher Trennungslinien gezogen werden!49 Verschiedene Aspekte - wie beispielsweise die Gottesidee oder der Ahnenkult - finden sich in weiten Teilen des Kontinents. Andere Elemente hingegen sind von Ethnie zu Ethnie, gar von Dorf zu Dorf, so verschieden, daß DAMANN schrieb: „ Die Religionen Afrikas sind in ihren Erscheinungsformen und in ihrer geschichtlichen

Entwicklung so vielgestaltig ... und in [ ihrer ] Stoffülle fast unübersehbar. “ 50 Durch die Tatsache der Schriftlosigkeit ist wenig bekannt über die historische Entwicklung der traditionellen Religionen. Die Traditionen wurden mündlich tradiert. Grundsätzlich gibt es keine Unterscheidung zwischen Säkularem und Sakralen, so daß der Mensch sich in jeder noch so trivialen Handlung als religiöses Wesen versteht. Dementsprechend stark war und ist auch die Prägekraft der traditionellen Religionen auf andere, von den Kolonialmächten importierte Religionen. Neben den traditionellen-afrikanischen Religionen ( ca. 72,4 Mio. Anhänger ) sind die Weltreligionen Christentum ( 394 Mio. ), Islam und Judentum ( 339 Mio. ), sowie in geringerem Umfang auch Hinduismus, Bahaismus uns Sikhismus ( insgesamt 8,5 Mio. ) in Afrika vertreten.51 Im Zuge der Inkulturation bildeten sich synkretistische Formen der Weltreligionen heraus, so daß man auch vom „afrikanischen Christentum“ sprechen kann und beispielsweise der westafrikanische Islam sich stark vom arabisch geprägten Islam unterscheidet. Zudem muß berücksichtigt werden, daß die Weltreligionen intern noch gespalten sind, so daß in den ehemaligen britischen Kolonien der Protestantismus vorherrschend ist in Äthiopien hingegen eine eigene jahrtausendalte christliche Tradition existiert.

Ein populärer Ansatz der kulturellen Typologisierung stammt von Hermann BAUMANN. Er versucht die afrikanischen Einzelkulturen zu größeren Einheiten zusammenzufassen und unterscheidet dabei anhand einer synchronen Analyse sogenannte „Kulturprovinzen“52. Ausgehend von ökologischen Faktoren, Biotypus, Sprachgruppe und weiteren prägnanten Merkmalen wie etwa Grundwirtschaftsform, Art der Behausung, Sozialstruktur und staatliche Organisationsform oder künstlerischer Ausdruck gelangt er zu sechsundzwanzig „Kulturprovinzen“ mit noch mehr Untergruppen ( Vgl. Abb. 5 ). Jedoch schränkt BAUMANN seine Typologie ein, wenn er zugibt, daß die „Kulturprovinzen“ dynamisch sind und sich „ durch die lokalen, historischen Geschicke der sie bildenden Völker und Stämme “ 53 entwickeln. So darf man heute aktuelle Entwicklungen - wie beispielsweise die zunehmende Urbanisierung - nicht ignorieren und so neue Lebensformen ausklammern.

5.2 Wider dem eurozentristischen Geschichtsbild - Urzeit und präkoloniale Hochkultur

Bei der Erörterung des afrikanischen Geschichtsbild des „Westens“ fiel die Verkürzung auf die Kolonialzeit auf. Das andere Vorurteil ist die historische Passivität afrikanischer Völker. Mit beiden Trugbildern räumt der afrikanische Historiker KI-ZERBO in seiner „Geschichte Schwarzafrikas“ auf.54 Zu letzterem schreibt er: „ Was den Beitrag der Schwarzen zur

Abb. 5: Die Kulturprovinzen Afrikas nach Baumann55

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Legende: 1. Steppenwildbeuter SW-Afrikas, 2. Khoikhoi, 3. SW-Bantu-Provinz, 4. SO-Bantu-Provinz, 5. Simbabwe-Provinz,

6. Sambesi-Angola-Provinz, 7. Südkongo-Provinz, 8. Nordkongo-Gabun-Provinz, 9. Pygmäen ( Wald-Wildbeuter ), 10. Ost- Bantu-Provinz, 11. Niloten, 12. Osthorn-Provinz, 13. West-Äthiopien, 14. Hoch-Äthiopien, 15. NO-Sudan-Provinz, 16. SO- Sudan-Provinz, 17. Kamerun-Nigeria-Pufferzone, 18. Zentral-Sudan-Provinz, 19. Ostatlantische Provinz, 20. Obervolta- Provinz, 21. Westatlantische Provinz, 22. Ober-Niger-Provinz, 23. Sahara und Sahel, 24. NW-Afrika ( und Sahara-Oasen ),25. Nil-Oase und Nubien, 26. Madagaskar Weltgeschichte anbetrifft, mag es uns genügen, die afrikanischen technischen Erfindungen des Paläolithikums zu nennen, den Stellenwert des Goldes und der sudanesischen Händler im euroasiatischen Handel des Mittelalters ... und die weltweite Rolle, die Afro-Amerikaner seit

einem halben Jahrhundert in der Kunst spielen. “ 56 Er will mit seinem Buch zeigen, daß Afrika eine eigenständige Geschichte hat. Zwei Aspekte sollen hier genügen, um Afrika als historische Tatsache zu definieren: die menschliche Urgeschichte und die mittelalterlichen Königreiche.

Ausgehend von der Evolutionstheorie geht man davon aus, daß der Übergang vom Affen zum homo sapiens in Afrika stattgefunden hat, so daß der Ursprung der Menschheit in Afrika lokalisiert wird und die Bevölkerung der anderen Kontinente von Afrika ausging57 - damit wäre ein jeder Mensch Nachfahre eines Afrikaners... Die Steinzeitalter, insbesondere dessen früheste Phase, bezeichnet KI-ZERBO als „ eine der brilliantesten Epochen ... der Menschheit “ 58 . In dieser Zeit wurden die ersten Werkzeuge entwickelt und im Laufe der Jahrtausende verfeinert. Doch auch die Erfindung der Töpferei verdanken wir Afrika. Mit ihr ging eine erhebliche Produktivitätssteigerung einher, die ein Bevölkerungswachstum auslöste und so Voraussetzung für Wanderung und Austausch darstellt. Diese technischen und sozialen Umwälzungen waren notwendigerweise mit Wandlungen im Bewußtsein und Denken verbunden. Letztlich sei noch der Beitrag Afrikas zur prähistorischen Kunst erwähnt.

Abb. 6: Die Ausdehnung des Reiches Mali59

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Eine Hochzeit erfährt Schwarzafrika vom 12. bis zum 16.Jahrhundert. Herausgegriffen sei hier das Reich Mali, daß sich „ü ber ein Jahr Fußmarsch “ 60 ausdehnte (Vgl. Abb. 6 ). Zu dieser Zeit war das Reich Mali in der ganzen arabischen Welt bekannt und es gab regen Handel, der den Afrikanern einen unglaublichen Wohlstand einbrachte. Eine

Anekdote erzählt, daß der Herrscher Mansa Mussa bei seiner Wallfahrt nach Mekka den Arabern durch die Präsentation von zwei Tonnen Gold imponierte. In diese Zeit fällt auch der Bau der großen Moschee von Timbuktu. Das politische System war extrem dezentral organisiert, was vielleicht seinen Erfolg erklärt. Jedoch war Mali nicht das einzige Reich des Mittelalters; das Reich Goa und das Reich Songhai, die Königreiche Yoruba und Benin, der Kongo und Äthiopien ergänzen die Aufzählung.

5.3 Afrika heute - ein hoffnungsloser Fall?

Ist Afrika wirklich der „hopeless continent“, für den ihn der ECONOMIST im vergangenen Jahr hielt, oder gibt es auch positive Signale? In diesem letzten Abschnitt soll schließlich versucht werden ein ausgewogenes Bild vom aktuellen ökonomischen und politischen Zustand Afrikas zu skizzieren.

In der Tat deutet vieles darauf hin, daß der „Afro-Pessimismus“ berechtigt ist. Afrika ist die „ Dritte Welt der Dritten Welt “ 61. Obwohl eine Reihe Staaten Wachstumsraten von über 4% schafften und über dreißig Länder - auf Druck der Geberländer - makroökonomische Reformen in Angriff genommen haben, ist Afrika die einzige Weltregion, in der sich Schätzungen zu Folge die Armut nicht verringern, sondern verschlimmern wird. Schon heute ist die Entwicklungssituation in Afrika desolat ( Vgl. Abb. 7 )!

1998 fanden 44% aller Kriege weltweit in Afrika statt!62 Je nachdem welche Konflikte man zählt erhält man 13 Kriege ( 14, wenn man den Kampf um die West-Sahara mitzählt ). Einige der Kriege wüten seit Jahren - zum Beispiel in Angola seit 1961 - andere sind jüngeren Datums - wie zum Beispiel im Kongo der Post-Mobutu-Phase. Bei den meisten Kriegen handelt es sich um interne Konflikte, doch auch der „klassische“ Krieg um Grenzkonflikte ist in Afrika möglich, wie der mittlerweile beigelegte Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien beweist. Jedoch kann sich ein Bürgerkrieg, wie der aktuelle im Kongo, auch schnell zu einem regionalen Konflikt ausweiten, wenn Nachbarstaaten intervenieren. Das Bild des Grauens, daß nach dem Genozid in Ruanda in den „Westen“ gelangte ist durchaus realistisch; auch die verstümmelten Opfer, meistens Zivilisten, in Sierra Leone und auch die mordenden Kindersoldaten zeugen von der Grausamkeit mancher Kriege. Dennoch sollte nicht vergessen

werden, daß sich im ehemaligen Jugoslawien ähnliche Szenen abgespielt haben und wieder vorkommen können - in Europa; es handelt sich also nicht um ein genuin afrikanisches Phänomen. Dennoch gibt es auch Gegenbeispiele, Länder mit einer friedlichen jüngeren Geschichte: Madagaskar, Botswana, Ghana oder Tansania seien hier genannt. Abb. 7: Daten zur Entwicklungssituation Afrikas63

In vielen anderen Staaten, in denen zwar kein offener Krieg stattfand, gab es jedoch diktatorische Regime, die Minderheiten unterdrückten und Regimegegner mittels Repressialien kleinhielten. Seit 1989, quasi zeitgleich mit der Wende in Osteuropa, erlebte auch Afrika seine „Perestroika“64. Waren Ende der achtziger Jahre nur fünf afrikanische Staaten demokratisch (Mauritius, Botswana, Simbabwe, Gambia und Senegal ) so hat zehn Jahre später keiner der 48 Staaten Afrikas mehr sein präsidentielles Einparteien- regime mehr. TETZLAFF:

„ Wie auch immer Tiefe und Nachhaltigkeit der demo-kratischen Reformen in den einzelnen Staaten zu bewerten sind, festzuhalten ist die Tatsache, daßAfrika als Ganzes, wenn auch von zahlreichen ´ Ausnahmen ´ gekennzeichnet, in einem irreversiblen Prozeßdes politischen Wandels begriffen ist. “ 65 Zwar ist der Demokratisierungsprozeß von Rückschlägen begleitet - die unruhigen Wahlen in der Elfenbeinküste im Jahr 2000, der Konflikt um die Landreform des Robert Mugabe in Simbabwe - die Grundlage für eine langfristige politische Stabilität ist gelegt. Diese Aussage wird gestützt von der Einschätzung MICHLERS, der demokratische Denkstrukturen sowohl in der langen Geschichte Afrikas verortet, als auch in den Demokratisierungsbewegungen der Neunziger Jahre entdeckt: „ ... der politische Pluralismus [ ist ] Bestandteil des gesellschaftlichen Alltags geworden “ 66 So wichtig die weltwirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Rahmenbedingungen für die Entwicklung Afrikas sind, ohne Anstrengungen aus Afrika heraus, „von unten“ einerseits und im Sinne von „good governance“ andererseits, bleiben externe Bemühungen ein Tropfen auf den heißen Stein. Die „schwarze Perestroika“ macht daher Mut. Wenn die „afrikanische Rennaissance“ wirklich der Definition von MELBER folgt, dann scheint auch das gedankliche Gerüst für eine optimistische Zukunft bereitzustehen: „ Afrikanische Rennaissance kann als Schlachtruf gegen die weitere Marginalisierung interpretiert und als Versuch verstanden werden, die selbstbemitleidende Passivität des erduldenden Opfers durch aktive Nutzung der eigenen Handlungsmöglichkeiten zu ersetzen. “ 67

6. Fazit - Plädoyer für eine neue Sicht auf Afrika

Wie die vorliegende Arbeit gezeigt hat entsprechen die „westlichen“ Afrikabilder nicht der Realität. Es sind Zerrbilder. Weder werden sie der kulturellen Vielfalt und der Komplexität der Lebensformen, noch der präkolonialen Geschichte gerecht. Die historische Analyse der Afrikabilder beweist zudem eine durchgängige Ambivalenz in der Einschätzung des anthropologischen Wertes Afrikas. Beide Perspektiven - der „Schwarze Teufel“ und der „Edle Mohr“ - tauchen seit Beginn des Kontaktes Europas mit Afrika auf und halten sich bis heute. Dabei hatten die Negativbilder jedoch den weitaus größeren Einfluß und bestimmten in der Vergangenheit wie auch heute maßgeblich den Umgang des „Westens“ mit Afrika. Das aktuelle Afrikabild ist daher einerseits geprägt durch diese ambivalenten tradierten Vorstellungen und durch einen, vor allem durch die Medien erzeugten „Afro-Pessimismus“andererseits. Letztere Geisteshaltung setzt sich zusammen aus einem kulturellen Pessimismus, in welchem sich auch die Geringschätzung Afrikas ausdrückt, und der Vorstellung der absoluten Hilfsbedürftigkeit Afrikas. Das aktuelle Afrikabild ist somit das alte Afrikabild im Gewand der „political correctness“!

Diese Arbeit plädiert für einen neuen Blick auf Afrika, wie er auch im vielfach zitierten Buch „Der bunte Kontinent“ praktiziert wird. Denn: es wird in dieser Arbeit nicht behauptet, daß die mit Afrika assoziierten Bilder a priori falsch seien, sondern lediglich, daß sie nicht der Vielfalt und Komplexität des Kontinents gerecht werden und daß sie positive Entwicklungen ausblenden und so einem verhängnisvollen „Afropessimismus“ das Wort reden. Denn schon heute scheint festzustehen, daß Afrika zu den Globalisierungsverlierern gehört, und doch mangelt es in der internationalen wie in der deutschen Politik an einer klar umrissenen Afrikastrategie. Ohne eine „Brücke des Verstehens“ ( MICHLER ), kann es jedoch keine neue Politik gegenüber Afrika geben! Diese Arbeit plädiert daher für eine differenzierte Sicht Afrikas, als Vorraussetzung einer jeden erfolgreichen Entwicklungsstrategie. „ Lassen wir nicht zu, daß... unsere Augen zuerst unterliegen ... “ . 68

7. Literaturverzeichnis

- Monographien:

Bitterli, Urs: Die „Wilden“ und die „Zivilisierten“. Grundzüge einer Geistes- und Kulturgeschichte der europäisch-überseeischen Begegnung, 2., durchgesehene und um einen bibliographischen Nachtrag erweiterte Aufl., München 1991.

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Tröger, Sabine: Das Afrikabild bei deutschen Schülerinnen und Schülern. Sozialwissenschaftliche Studien zu internationalen Problemen, Bd. 186, Saarbrücken/Fort Lauderdale/Breitenbach 1993.

- Beiträge in Sammelbänden:

Amannel, Saba ( Hrsg.): Das Afrika-Bild im „SPIEGEL“ und anderen Medien, Media-Watch, August 1995.

Baumann, Hermann: Die Kulturprovinzen Afrikas, in: ders. ( Hrsg. ): Die Völker Afrikas und ihre traditionellen Kulturen, 2. Bde., Wiesbaden 1975, S. 375-382.

Claussen, Bernhard: Politische Sozialisation durch Massenmedien und die Vermittlung von Vorstellungen über fremde Völker, Gesellschaften und Nationen, in: Völker und Nationen im Spiegel der Medien, Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 269, Bonn 1989, S. 67-97.

Cyffer, Norbert: Babylon in Afrika. Der Kontinent der zweitausend Sprachen, in: Plate, Christoph / Theo Sommer ( Hrsg. ): Der bunte Kontinent. Ein neuer Blick auf Afrika, Stuttgart / München 2001, S. 177-183.

Etounga-Manuel, Daniel: Does Africa need a Cultural Adjustment Program?, in: Harrison, Lawrence E. / Samuel P. Huntington ( ed. ): Culture Matters. How values shape human progress, New York 2000, S. 65-77.

Hippler, Jochen: Anstatt einer notwendigen Satire: Eine kleine Polemik zum Clash of Civilizations nebst einigen Anmerkungen zum Islamismus, in: Hedrich, Martina / Werner Ruf ( Hrsg. ): Globale Krisen und europäische Verantwortung - Visionen für das 21. Jahrhundert, Baden-Baden 1996, S. 169-178.

Mbiti, John: Im Kreis der Lebend-Toten - Religiöse Vorstellungen im östlichen Zentralafrika, in: Mircea Eliade ( Hrsg. ): Geschichte der religiösen Ideen, Bd. III/2, 3. Auflage, Freiburg/Basel/Wien 1991, S. 245-264.

Mbiti, John S.: Wenn es Gott und den Wolken gefällt. Die Vielfalt der Religionen, in: Plate, Christoph / Theo Sommer ( Hrsg.): a.a.O., S. 49-58.

Melber, Henning: Afrikanische Rennaissance. Ideologien und ihre Gegenbewegungen, in: Plate, Christoph / Theo Sommer ( Hrsg. ): a.a.O., S. 23-29.

Meyns, Peter / Franz Nuscheler: Struktur- und Entwicklungsprobleme von Subsahara-Afrika, in: Dieter Nohlen / Franz Nuschler ( Hrsg. ): Handbuch Dritte Welt, Bd. 4: Westafrika und Zentralafrika, 3., völlig neu bearbeitete Aufl., Bonn 1993, S. 13-111.

Sommer, Theo: Hoffnung im Herz der Finsternis? Afrika kann geholfen werden, in: Plate, Christoph / ders. ( Hrsg.): a.a.O., S. 150-154.

- Artikel:

„Ein schwarzer Holocaust“, in: DER SPIEGEL, 51/1992.

Rubenstein, Richard E. / Jarle Crocker: Challenging Huntington, in: Foreign Policy, ( Fall ) 1994, S. 113-128.

Tetzlaff, Rainer: Afrika zwischen Demokratisierung und Staatszerfall. Eine Bilanz nach zehn Jahren politischer Veränderungen seit dem Ende des Kalten Krieges, in: ApuZ, B 21/98, 15, Mai 1998, S. 3-15.

[...]


1 Frobenius, Leo: Kulturgeschichte Afrikas. Prolegomena zu einer historischen Gestaltlehre, Reprint nach der Ausg. von 1954, Wuppertal 1993, S. 12.

2 Die Bezeichnung „westlich“ meint hierbei das Europa vor der Besiedlung Nordamerikas durch die Europäer und umfaßt aktuell Europa und die USA. Die Bezeichnung „Afrika“ müßte präziser „Afrika südlich der Sahara“

3 Rufin, Jean-Christophe: Das Reich und die neuen Barbaren, Berlin 1993, S. 31 ff.

4 Ebd., S. 33.

5 Ebd., S. 35.

6 Vgl. Michler, Walter: Weißbuch Afrika, 2. Völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1991, S. 35.

7 Vgl. Huntington, Samuel P.: Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 20. Jahrhundert, München / Wien 1996.

8 Ebd., S. 61.

9 Ebd., S. 30f.

10 Ebd.

11 Vgl. z.B.: Richard E. Rubenstein / Jarle Crocker: Challenging Huntiongton, in: Foreign Policy, ( Fall ) 1994, S, 113-128; Jochen Hippler: Anstatt einer notwendigen Satire: Eine kleine Polemik zum Clash of Civilisations nebst einigen Anmerkungen zum Islamismus, in: Martina Hedrich / Werner Ruf ( Hrsg.): Globale Krisen und europäische Verantwortung - Visionen für das 21. Jahrhundert, Baden-Baden 1996, S. 169-178.

12 Huntington, Samuel P.: a.a.O., S. 61.

13 Zitiert nach: Michler, Walter: Afrika - Wege in die Zukunft. Ein Kontinent zwischen Bürgerkriegen und Staatszerfall, Unkel/Rhein 1995, im Folgenden zitiert als Michler², S. 10.

14 Ki-Zerbo, Joseph: Die Geschichte Schwarzafrikas, Wuppertal 1979, S. 24.

15 Martin, Peter: Schwarze Teufel, edle Mohren. Afrikaner im Bewußtsein und Geschichte der Deutschen, Hamburger Institut für Sozialforschung, Hamburg 1993, S. 14.

16 Vgl. Herkenhoff, Michael: Der dunkle Kontinent. Das Afrikabild im Mittelalter bis zum 12. Jahrhundert, Pfaffenweiler 1990, S. 189.

17 Ebd., S. 140 ff.

18 Martin, Peter: a.a.O., S. 22.

19 Ebd., S. 84 f.

20 So der Titel von Blumenbachs Dissertation 1788, zitiert nach: Martin, Peter: a.a.O., S. 227.

21 Bitterli, Urs: Die Entdeckung des schwarzen Afrikaners. Versuch einer Geistesgeschichte der europäisch- afrikanischen Beziehungen an der Guineaküste im 17. Und 18. Jahrhundert, Zürich / Freiburg 1970, S. 95.

22 Bitterli, Urs: Die „Wilden“ und die „Zivilisierten“. Grundzüge einer Geistes- und Kulturgeschichte der

europäisch-überseeischen Begegnung, 2., durchgesehene und um einen bibliographischen Nachtrag erweiterte Auflage, München 1991, S. 426.

23 Zitiert nach: Michler, Walter: a.a.O., S. 5.

24 Ebd.

25 Vgl. Tröger, Sabine: Das Afrikabild bei ..., S. 57 ff.

26 Michler, Walter: a.a.O., S. 8.

27 Vgl. Amanual, Saba: Das Afrika-Bild im „Spiegel“ und anderen Medien, Media-Watch e.V., August 1995.

28 Vgl. Tröger, Sabine: Das Afrikabild bei deutschen Schülerinnen und Schülern. Sozialwissenschaftliche Studien zu internationalen Problemen, Bd. 186, Saarbrücken / Fort Lauderdale / Breitenbach 1993, S. 51.

29 Etounga-Manguelle, Daniel: Does Africa Need a Cultural Adjustment Program?, in: Harrison, Lawrence E. / Samuel P. Huntington ( ed. ): Culture Matters. How values shape human progress, New York 2000, S. 66.

30 Ebd.

31 Martin, Peter: a.a.O., S. 328.

32 Zitiert nach: Amanuel, Saba ( Hrsg. ): a.a.O., S. 21.

33 DER SPIEGEL, 51/1992.

34 Richburg, Keith B.: Jenseits von Amerika. Eine Konfrontation mit Afrika, dem Land meiner Vorfahren, 2. Aufl., Berlin 2000.

35 Ebd., S. 277 f.

36 Ebd., S. 14

37 Vgl. Mesghena, Mekonnen: Schwarze Statisten, in: Saba Amanuel ( Hrsg.): a.a.O., S. 81.

38 „Ein schwarzer Holocaust“, in: DER SPIEGEL, 51/1992.

39 Claussen, Bernhard: Politische Sozialisation durch Massenmedien und die Vermittlung von Vorstellungen über fremde Völker, Gesellschaften und Nationen, in: Völker und Nationen im Spiel der Medien, Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 269, Bonn 1989, S. 67ff.

40 Tröger, Sabine: a.a.O., S. 56.

41 Ebd., S. 61.

42 Ebd., S. 26.

43 Ebd.

44 Vgl. The Economist ( 1.9.1990 ).

45 Rufin, Jean-Christophe: a.a.O., S

46 Vgl. Cyffer, Norbert: Babylon in Afrika. Der Kontinent der zweitausend Sprachen, in: Plate, Christoph / Theo Sommer ( Hrsg. ): Der bunte Kontinent. Ein neuer Blick auf Afrika, Stuttgart / München 2001, S. 177ff.

47 Ebd.

48 Vgl. ebd., S. 183.

49 Vgl. Mbiti, John: Im Kreis der Lebend-Toten - Religiöse Ideen im östlichen Zentralafrika, in: Mircea Eliade (Hrsg. ): Geschichte der religiösen Ideen, Bd. III/2. Vom Zeitalter der Entdeckungen bis zur Gegenwart, 3. Auflage, Freiburg/Basel/Wien 1991, S. 245.

50 Dammann, Ernst: Die Religionen Afrikas, Stuttgart 1963, S. VII.

51 Vgl. Mbiti, John S.: Wenn es Gott und den Wolken gefällt. Die Vielfalt der Religionen, in: Plate, Christoph / Theo Sommer ( Hrsg. ): a.a.O., S. 49.

52 Vgl. Baumann, Hermann: Die Kulturprovinzen Afrikas, in: ders. ( Hrsg. ): Die Völker Afrikas und ihrer traditionellen Kulturen, 2. Bd., Wiesbaden 1975, S. 375ff.

53 Ebd., S. 382.

54 Vgl. Ki-Zerbo, Joseph: Die Geschichte Schwarzafrikas, Wuppertal 1979.

55 Baumann, Hermann: a.a.O., S. 378.

56 Ki-Zerbo, Joseph: a.a.O. S. 27.

57 Vgl. ebd., S. 38ff.

58 Vgl. ebd. S. 40.

59 Ki-Zerbo, Joseph: a.a.O., S. 132.

60 Ebd., S. 138.

61 Sommer, Theo: Hoffnung im Herz der Finsternis? Afrika kann geholfen werden, in: Plate, Christoph / ders. (Hrsg. ): a.a.O., S. 152.

62 Vgl. Thomas Rabehl ( Hrsg. ): Das Kriegsgeschehen 1998. Daten und Tendenzen der Kriege und bewaffneten Konflikte, AKUF, Opladen 1999, S. 11.

63 Meyns, Peter / Franz Nuscheler: Struktur- und Entwicklungsprobleme von Subsahara-Afrika, in: Dieter

Nohlen / Franz Nuscheler: Handbuch Dritte Welt, Bd. 4: Westafrika und Zentralafrika, 3., völlig neu bearbeitete Aufl., Bonn 1993, S. 105.

64 Zum Demokratisierungsprozeß in Afrika vgl. Michler².

65 Tetzlaff, Rainer: Afrika zwischen Demokratisierung und Staatszerfall, in ApuZ, B 21/98, 15. Mai 1998, S. 7.

66 Michler²: a.a.O., S. 29.

67 Melber, Henning: Afrikanische Renaissance. Ideologien und ihre Gegenbewegungen, in: Plate, Christoph / Theo Sommer ( Hrsg.): a.a.O., S. 27.

68 Rufin, Jean-Christophe: Das Reich und die neuen Barbaren, Berlin 1993, S. 27.

22 von 23 Seiten

Details

Titel
Afrika in unseren Köpfen. Schein und Wirklichkeit "westlicher" Afrikabilder
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Veranstaltung
Spezialseminar: Zur Kulturgeographie traditioneller-afrikanischer Gesellschaften
Autor
Jahr
2001
Seiten
23
Katalognummer
V102284
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Afrika, Köpfen, Schein, Wirklichkeit, Afrikabilder, Spezialseminar, Kulturgeographie, Gesellschaften
Arbeit zitieren
Alexander Erich (Autor), 2001, Afrika in unseren Köpfen. Schein und Wirklichkeit "westlicher" Afrikabilder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102284

Kommentare

  • Gast am 15.8.2002

    Danke.

    Nicht schlecht herr specht. danke das konnten wir gebrauchen

  • Gast am 15.9.2004

    Danke, auch!.

    Der Text ist wirklich gelungen, nur ist das alles viel zu lang für ein Referat dieser Art!

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