Diese Bachelorarbeit setzt sich nicht nur mit der Nachhaltigkeitsbetrachtung des direkten Erwerbs von Immobilien auseinander, sondern vor allem mit der nachhaltigen Betrachtung von indirekten Immobilienanlagen.
Durch die immer größere Bedrohung des Klimawandels rückt die Nachhaltigkeit und damit auch die Treibhausgasreduktion, wie sie beispielsweise die Bundesrepublik Deutschland plant, weiter in den Fokus des öffentlichen Diskurses. Durch die beachtliche Menge der CO2-Emissionen im Bausektor gewinnen damit auch nachhaltige Immobilien sowie deren Erwerb immer mehr an Bedeutung.
Jedoch ist ein direkter Erwerb von (nachhaltigen) Gebäuden für einen Teil der Investoren, unter anderem aufgrund der hohen Mindestanlagesummen, nur schwer umzusetzen. Daneben offenbaren sich bei der direkten Immobilienanlage nicht nur Probleme in Bezug auf die Losgrößentransformation und das damit einhergehende Klumpenrisiko, sondern auch im Hinblick auf die mangelnde Liquidität, aufgrund der langen Verkaufsdauer und der umfassenden benötigten Kenntnisse während der gesamten Investitionsdauer.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Einführung und Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
1.3. Kritischer Literaturüberblick
2. Formen der Immobilienanlage
2.1. Der Immobilienbegriff
2.2. Direkte Immobilienanlage
2.3. Indirekte Immobilienanlageprodukte
2.3.1. Eigenschaften und Marktüberblick
2.3.2. Offene Immobilienfonds
2.3.3. Geschlossene Immobilienfonds
2.3.4. Real Estate Investments Trusts
2.3.5. Immobilien Aktiengesellschaften
2.4. Kritische Betrachtung der verschiedenen Immobilienanlagemöglichkeiten
3. Nachhaltige Immobilien
3.1. Der Begriff der Nachhaltigkeit
3.2. Nachhaltige Geldanlage
3.3. Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft
3.4. Nachhaltigkeitszertifikate
3.4.1. Erläuterung und Vergleich relevanter Zertifikate
3.4.2. Kosten-Nutzen-Analyse von Nachhaltigkeitszertifikaten
3.5. Kosten-Nutzen-Analyse der Nachhaltigkeit von Immobilien
4. Nachhaltige indirekte Immobilienanlagen
4.1. Eigenschaften nachhaltiger indirekter Immobilienanlagen
4.2. Benchmarks für nachhaltige indirekte Immobilienanlagen
4.3. Beispiele für nachhaltige indirekte Immobilienanlagen
5. Kritische Beleuchtung indirekter nachhaltiger Immobilienanlagen
5.1. Chancen
5.2. Risiken
5.3. Möglicher Umgang mit den Risiken
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten nachhaltiger Immobilienanlagen, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen direkten und indirekten Investitionsstrategien liegt. Ziel ist es, Privatinvestoren praxisrelevante Alternativen aufzuzeigen, die trotz geringerer Investitionssummen eine nachhaltige Teilhabe am Immobilienmarkt ermöglichen, unter Berücksichtigung von Chancen, Risiken und ökonomischer Rentabilität.
- Vergleich von direkten und indirekten Immobilienanlageformen
- Analyse der Nachhaltigkeit im Immobiliensektor und deren Zertifizierungen
- Bewertung von Benchmarks für nachhaltige indirekte Anlagen
- Kosten-Nutzen-Analyse nachhaltiger Gebäude
- Untersuchung von Marktbarrieren und Risikominimierung
Auszug aus dem Buch
2.1. Der Immobilienbegriff
Bevor die konkreten Geldanlageformen im Immobilienbereich näher betrachtet werden, ist es zunächst nötig, den Begriff der Immobilie zu definieren und klar abzugrenzen. Dieses Unterfangen ist jedoch in der Praxis schwer zu realisieren, da bislang keine allgemeingültige Definition von Immobilien existiert. Die bestehenden Begriffsbestimmungen orientieren sich bisher entweder an den physischen, rechtlichen oder den ökonomischen Aspekten einer Immobilie.
Am weitesten verbreitet ist, aufgrund ihrer Simplizität, die Definition, welche sich an der physischen Komponente ausrichtet. Diese beschreibt den Begriff Immobilie anhand seiner materiellen Eigenschaften, wie beispielsweise Wände, Böden oder Grund und Boden. In der Immobilienwirtschaft gilt diese Definition jedoch als zu eng gefasst, ein weitreichenderes Konzept bietet die juristische Definition.
Noch umfangreicher ist die ökonomische Definition, welche zusätzlich zu den oben betrachteten Definitionsbestandteilen, noch die Komponente der Zeit umfasst und damit eine dynamische Betrachtungsweise des Konstrukts Immobilie zulässt. Zudem lassen sich bei dieser Definition zwei verschiedene Verständnisse von Immobilien differenzieren. Zum einen die investitionstheoretische Sichtweise, in welcher die Immobilie als Kapitalanlage, bzw. Sachgut angesehen wird und zum anderen das produktionstheoretische Verständnis, in welchem die Immobilie einen Produktionsfaktor darstellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Klimawandels und die Bedeutung nachhaltiger Immobilien ein, wobei die Zielsetzung und der Aufbau der Arbeit dargelegt werden.
2. Formen der Immobilienanlage: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Immobilien definiert und verschiedene direkte sowie indirekte Anlagemöglichkeiten detailliert analysiert und kritisch verglichen.
3. Nachhaltige Immobilien: Das Kapitel erläutert den Begriff der Nachhaltigkeit, die Einordnung nachhaltiger Geldanlagen und analysiert die ökonomische sowie ökologische Relevanz von Nachhaltigkeitszertifikaten für Immobilien.
4. Nachhaltige indirekte Immobilienanlagen: Hier werden die spezifischen Eigenschaften und Benchmarks für nachhaltige indirekte Anlagen untersucht und anhand konkreter Praxisbeispiele illustriert.
5. Kritische Beleuchtung indirekter nachhaltiger Immobilienanlagen: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit den Chancen und Risiken der indirekten nachhaltigen Immobilienanlage auseinander und erörtert Strategien zum Umgang mit den bestehenden Herausforderungen.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Resümee über die wachsende Bedeutung nachhaltiger Immobilien und der Feststellung, dass indirekte Anlagen für Privatinvestoren eine praktikable und zukunftsfähige Alternative darstellen.
Schlüsselwörter
Nachhaltige Immobilien, Immobilienanlage, Indirekte Immobilienanlage, Immobilienfonds, Nachhaltigkeitszertifikate, ESG-Kriterien, Diversifikation, Risikomanagement, Immobilien-AGs, REITs, Klimawandel, Lebenszykluskosten, Rendite, Immobilienmarkt, ESG-Score.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Nachhaltigkeit bei direkten und indirekten Immobilienanlagen und untersucht, wie private Anleger trotz Marktbarrieren in nachhaltige Objekte investieren können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Definition von Immobilien und Nachhaltigkeit, die Abgrenzung von Anlageprodukten, die Bedeutung von Zertifizierungen sowie die Bewertung der wirtschaftlichen Vorteilhaftigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Vorzüge und Herausforderungen verschiedener Immobilienanlageformen zu analysieren und aufzuzeigen, wie indirekte Anlagen als attraktive, nachhaltige Alternative für Privatinvestoren fungieren können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturrecherche, eine Analyse von Markt- und Performancedaten sowie den Abgleich mit existierenden Nachhaltigkeitsbenchmarks und Zertifizierungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Vorstellung von indirekten Anlageformen, die Analyse nachhaltiger Gebäudezertifikate sowie die kritische Beleuchtung von Chancen und Risiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nachhaltige Immobilien, Indirekte Immobilienanlage, ESG-Kriterien, Diversifikation und Immobilienmarkt definiert.
Was bedeutet das "Circle of Blame"-Modell im Kontext der Immobilienbranche?
Es beschreibt eine Passivität der Marktteilnehmer (Nutzer, Bauunternehmer, Entwickler, Investoren), die jeweils bei den anderen Akteuren mangelndes Interesse an nachhaltigen Bauweisen vermuten, was das Angebot nachhaltiger Immobilien hemmt.
Wie unterscheidet sich die Losgrößentransformation bei direkten und indirekten Anlagen?
Während bei direkten Immobilieninvestments hohe Barrieren durch den Kaufpreis bestehen, ermöglichen indirekte Anlagen eine Losgrößentransformation, wodurch Anleger bereits mit deutlich geringeren Beträgen partizipieren können.
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- Claudia Rothenwöhrer (Author), 2021, Nachhaltigkeitsbetrachtungen bei direkten und indirekten Immobilienanlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1022860