Das Neue Geistliche Lied


Hausarbeit, 2001
16 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Sachanalyse
1.1 Was ist das Neue Geistliche Lied?
1.2 Zur Geschichte und zum Ursprung des Neuen Geistlichen Liedes
1.3 Wer schreibt Neue Geistliche Lieder?
2. Ziele
1.1 Welche Ziele hat das Neue Geistliche Lied?
1.2 Für welche Zielgruppen ist das Neue Geistliche Lied bestimmt?

3. Vergleich zwischen einem Lied aus dem Gotteslob und einem Neuen Geistlichen Lied

4. Leitung eines Chores / Singgruppe / Band in der kirchlichen Jugendarbeit
4.1 Welche fachlichen Kompetenzen werden benötigt, um einen Chor
anzuleiten?
4.2 Aufbau eines Chores
4.2.1 Ziel des Chores
4.2.2 Vorüberlegungen
4.2.3 Absprachen
4.2.4 Perspektiven

Literaturverzeichnis

Anhang

- Noten
- Erläuterungen zu den beiliegenden Notenkopien
- Verzeichnis der Lieder auf der Beispiel - CD
- Anmerkung zu den Gruppen auf der Beispiel - CD

0. Einleitung

„Neues geistliches Lied“, ein Thema mit dem ich mich sehr oft in meinem Alltag beschäftige. Ich bin in der Kinder - und Jugendarbeit in unserer Kirchengemeinde St. Mariä-Himmelfahrt in Gellenbeck (das liegt bei Osnabrück) ehrenamtlich tätig. Dort bin ich in verschiedenen Bereichen aktiv, so auch in unserer Jugendschola und in der Vorbereitung von Jugendgottesdiensten. Vor einigen Jahren habe ich auch schon unsere Kinderschola und eine Jugendband geleitet. Schon als Kind war ich Mitglied in unserer Kinderschola. So begleitet mich das Neue Geistliche Lied schon viele Jahre und wurde zu einem immer wichtigeren Bestandteil in meinem Leben.

Das Neue Geistliche Lied ist mehr als nur ein Gebet. Für mich persönlich bringt es Bewegung in unsere alte, erstarrte Kirche. Unsere Gemeindereferentin Sr. M. Cariessa pflegt immer zu sagen: „Wer singt, der betet doppelt und wer dazu auch noch tanzt, der betet zehnfach!“

Es handelt sich hier nicht nur um Texte, die in ein musikalisches Gewand gekleidet wurden. Eine gelungene Verbindung von Musik und Text bringt das zum Ausdruck, was das Neue Geistliche Lied vermitteln will: den Glauben an den lebendigen Jesus Christus!

1. Sachanalyse

1.1 Was ist das Neue Geistliche Lied?

Der Begriff „Neues Geistliches Lied“ oder auch „Neues Religiöses Lied“ genannt, beinhaltet eine Vielzahl von Richtungen und Stilen. Daher ist es schwierig, eine eindeutige Definition für diesen Begriff zu finden.

Peter Deckert hat 1985 (vgl. Deckert 1985, Blatt „Das Neue Geistliche Lied: Charakterstische Merkmale(allgemein)“)folgende fünf charakteristische Merkmale aufgestellt, die das Neue Geistliche Lied beschreiben:

1. ein (im weitesten Sinn) religiöser Text - darunter fallen liturgische, biblisch orientierte, christlich engagierte, politische ... Texte

2. Zugehörigkeit zur Gattung Lied

3. stilistische Beeinflussung durch Popularmusik (z.B. Schlager, Jazz, Folklore, Rock, Pop)

4. für den Gottesdienstgebrauch bestimmt (auch wenn sie oft auch außerhalb des Gottesdienstes gesungen werden)

5. Hauptproduzenten und Hauptvermittler sind Jugendchöre und Jugendbands

1.2 Zur Geschichte und zum Ursprung des Neuen Geistlichen Liedes

Noch bis Mitte der 60er Jahre galt innerhalb der katholischen Kirche die Gregorianik als die einzig wahre Kirchenmusik. Diese ist benannt nach Papst Gregor, dem I., dem Großen, der von 590 bis 604 n. Chr. Oberhaupt der katholischen Kirche war. Das Wesen des gregorianischen Chorals besteht aus einem Wechselgesang zwischen Zelebrant (Priester), Kantor (Vorsänger) und Chor (Volk).

In der III. Instruktion zur Durchführung der Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils am 05.09.1970 wird erstmals ausdrücklich gesagt: „Der Volksgesang ist mit allen Kräften zu fördern, auch durch die Verwendung von neuen Formen, die der Eigenart der Völker und dem Empfinden des modernen Menschen entsprechen.“(vgl. Mittermeier 1984, S. 869)

Damit konnte also eine vollkommen neue Art, Gott in der Musik zu loben, im Gottesdienst eingesetzt werden. In der Gregorianik ging es doch nur darum, die Heiligkeit Gottes in der Musik auszudrücken. Mit dem Neuen Geistlichen Lied bekam die Kirchenmusik nun einen neuen Charakter, einen funktionalen Charakter, d.h. der im Lied ausgedrückte Inhalt sollte die Thematik des Gottesdienstes vertiefen.

Die Liturgiekonstitution hatte seit ihrem Erscheinen 1963 aber auch Diskussionen ausgelöst, da sie erstmals andere Musik als die Gregrorianik zuließ. Ein großer Gegner des Neuen Geistlichen Liedes war Kardinal Joseph Ratzinger. In dem Eröffnungsvortrag beim VIII. Internationalen Kirchenkongreß in Rom 1985 erklärt Ratzinger, Rock-und Popmusik sei verbunden mit Ekstase, mit „Lust der Zerstörung, Aufhebung der Schranken des Alltags und Illusion der Erlösung in der Befreiung vom Ich, in der wilden Ekstase des Lärms und der Masse.“ (vgl. Ratzinger, 1986, S.3). Ratzinger behauptet also, dass das Wesen des Neuen Geistlichen Liedes der christlichen Vorstellung von Erlösung und Freiheit widerspricht. Er geht sogar soweit und schreibt dem Neuen Geistlichen Lied Merkmale zu, die „Zerstörung“ zum Ziel haben und dessen Musik sogar manchmal bis zu satanistischen Praktiken reicht.

Im gleichen Jahr wurde von der Akademie Tutzing ein Preisausschreiben für Neue Geistliche Lieder veranstaltet. Kirchenchöre und Kirchenmusikverbände fühlten sich damals angegriffen. Sie fürchteten, dass diese neuen Lieder ihre althergebrachte Musik aus dem Gemeindeleben verdrängen könnte. Das dies jedoch nicht so gemeint war, zeigt folgendes Zitat aus einem Liederheft, in dem einige Lieder des Wettbewerbs erschienen:

„Es handelt sich um Versuche; das möge jeder bedenken, der keinen Gefallen daranfindet. Wer die Lieder gern singt, sollte sie nicht überschätzen. Es soll niemand durch diese Lieder geködert werden, es noch einmal mit der Kirche versuchen. Es geht den Autoren darum, mit den musikalischen Stilmitteln ihrer Zeit christlichen Glauben auszudrücken. Deshalb möchte das Liederheft helfen, daß Erfahrungen gesammelt werden, um herauszufinden, wie es weitergehen soll.“

Der erste Festivalabend mit Neuen Geistlichen Liedern fand schon 1963 auf dem Evangelischen Kirchentag in der Dortmunder Westfalenhalle statt. Hier wurden unter anderem Gesänge aus Taizé aber auch Lieder, wie „Ein Schiff, dass sich Gemeinde nennt“ von M.G. Schneider. Bis heute sind Kirchentage, Zeltlager, Weltjugendtreffen, Konzerte etc. wichtige Veranstaltungen, um das Neue Geistliche Lied weiterzugeben und zu verbreiten.

Die Kritik an diesen Liedern hält noch bis heute an, insbesondere von älteren Kirchenmusikern. Dennoch sind sie nun nicht mehr aus dem Gemeindeleben wegzudenken. Das Phänomen Neues Geistliches Lied verbreitet sich immer weiter. Es ist nicht mehr nur in Jugendgottesdiensten zu finden, sondern z.B. auch im Anhang des Osnabrücker Gotteslobs. Dort finden sich verschiedene Lieder, z.B. Taizé- Gesänge und „Wenn das Brot, das wir teilen“ von C.P. März (Text) und Kurt Grahl (Melodie).

1.3 Wer schreibt Neue Geistliche Lieder?

Wichtige Komponisten / Texter des Neuen Geistlichen Liedes sind unter anderem:

- Peter Janssens

„In Ängsten die einen“ „Selig seid ihr“

„Der Himmel geht über allen auf“

- die Gruppe Kontakte aus Lippstadt (mit u.a. Reinhard Horn, Christa Peikert- Flaßpöhler)

„Hunger nach Gerechtigkeit“ „Berliner Halleluja“

„Du kannst der erste Ton“

- Ludger Edelkötter

„Kann denn das Brot so klein“

„Worauf es ankommt, wenn ER kommt“ „Kleines Senfkorn Hoffnung“

„Herr, gib uns deinen Frieden“

- Manfred Siebald

„Was hat wohl der Esel gedacht“ „Gott lädt uns ein zu seinem Fest“ „Geh unter der Gnade“

- Gregor Linßen

„Ein Licht in dir geborgen“ „Wagt euch zu den Ufern“

Unter den Autoren von Neuen Geistlichen Liedern findet häufig ein Austausch und Zusammenarbeit statt.

2. Ziele

2.1 Welche Ziele hat das Neue Geistliche Lied ?

1. Neue Geistliche Lieder wollen den Glauben textlich und musikalisch in einer zeitgemäßen Sprache auszudrücken, die von allen Menschen verstanden werden kann.

2. Neue Geistliche Lieder wollen zu mehr Ganzheitlichkeit im Gottesdienst verhelfen! Damit ist folgendes gemeint: Wir glauben nur mit dem Verstand, es überwiegen also die Worte. Was fehlt sind menschliche Ausdrucksmöglichkeiten, wie z.B. die Musik. Sie spricht den ganzen Menschen an. Nicht nur den Verstand, sondern auch Emotionen und Gefühle. Auch kann Musik auf den Körper wirken, z.B. durch eine Gänsehaut.

3. Neue Geistliche Lieder wollen die Einheit von Alltag und Gottesdienst fördern! In Neuen Geistlichen Liedern kommen auch Themen wie Dank, Leid, Trauer, Freude usw. vor, also das, was vom Menschen auch im Alltag erfahren und erlebt wird.

2.2 Für welche Zielgruppen ist das Neue Geistliche Lied bestimmt ?

Ein namhafter Autor, Wolfgang Poeplau (Texter, „Herr, gib uns deinen Frieden“), betont, dass er die Themen in seinen Liedern aufnehmen möchte, die die Jugend betreffen. Das Gefühl, dass er dabei vermitteln möchte, beschreibt er so: „Es ist schön, was ihr erlebt, und es ist für Euch wichtig, und es hat etwas mit dem menschlichen Leben überhaupt zu tun und somit auch mit Gott.“

Neue Geistliche Lieder sind also besonders für die Jugend bestimmt und auch für solche Menschen, die sich durch diese moderne Musik im Gottesdienst angesprochen fühlt. Die Jugendlichen lassen sich am ehesten von dieser Musik ansprechen, da sie sich mit dieser Richtung von Musik auch in der Freizeit beschäftigen.

Ein Grund warum sich besonders Jugendliche für diese Lieder interessieren, ist auch, dass bei Ihnen die Bereitschaft, sich auf etwas Neues einzulassen, erfahrungsgemäß sehr hoch ist.

Allerdings finden mittlerweile auch viele Erwachsene Gefallen an Neuen Geistlichen Liedern.

3. Vergleich zwischen einem Lied aus dem Gotteslob und einem Neuen Geistlichen Lied

i Text: „Ein Haus voll Glorie schauet“, Gotteslob Nr. 639

1. Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land,

aus ewgem Stein erbauet von Gottes Meisterhand. Gott, wir loben dich. Gott wir preisen dich. O laß im Hause dein uns all geborgen sein.

2. Auf Zion hoch gegründet, steht Gottes heilge Stadt,

daß sie der Welt verkündet, was Gott gesprochen hat. Herr, wir rühmen dich, wir bekennen dich; denn du hast uns bestellt zu Zeugen in der Welt.

3. Die Kirche ist erbauet auf Jesus Christ allein.

wenn sie auf ihn nur schauet, wird sie im Frieden sein. Herr, dich preisen wir, auf dich bauen wir; laß fest auf diesem Grund uns stehn zu aller Stund.

4. Seht Gottes Zelt auf Erden! Verborgen ist er da;

in menschlichen Gebärden bleibt er den Menschen nah. Herr, wir danken dir, wir vertrauen dir;

in Drangsal mach uns frei und steh im Kampf uns bei.

5. Sein wandernd Volk will leiten der Herr in dieser Zeit;

er hält am Ziel der Zeiten dort ihm sein Haus bereit. Gott, wir loben dich, Gott wir preisen dich. O laß im Hause dein uns all geborgen sein.

(Text: Joseph Mohr 1876, Str. 2-5 Hans W. Marx 1972 Musik: Joseph Mohr 1876)

- Text: „Ein Schiff, dass sich Gemeinde nennt“, Neues Geistliches Lied

Refrain: Bleibe bei uns Herr, bleibe bei uns Herr,

Denn sonst sind wir allein auf der Fahrt durch das Mehr, O bleibe bei uns, Herr!

1. Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Mehr der Zeit.

Das Ziel, das ihm die Richtung weist, heißt Gottes Ewigkeit.

Das Schiff, es fährt vom Sturm bedroht, durch Angst, Not und Gefahr, Verzweiflung, Hoffnung, Kampf und Sieg, so fährt es Jahr um Jahr. Und immer wieder fragt man sich: wird denn das Schiff bestehen? Erreicht es wohl das große Ziel, wird es nicht untergehen?

2. Das Schiff, das sich Gemeinde nennt, liegt oft im Hafen fest,

weil sich’s in Sicherheit und Ruh bequemer leben läßt.

Mann sonnt sich gern im alten Glanz vergangener Herrlichkeit und ist doch heute für den Ruf zur Ausfahrt nicht bereit. Doch wer Gefahr und Leiden scheut, erlebt von Gott nicht viel. Nur wer das Wagnis auf sich nimmt, erreicht das große Ziel.

3. Im Schiff, das sich Gemeinde nennt, muß eine Mannschaft sein,

sonst ist man auf der weiten Fahrt verloren und allein.

Ein jeder stehe, wo er steht, und tue seine Pflicht,

wenn er sein Teil nicht treu erfüllt, gelingt das Ganze nicht.

Und was die Mannschaft auf dem Schiff ganz fest zusammenschweißt,in Glaube, Hoffnung, Zuversicht, ist Gottes guter Geist.

4. Im Schiff, das sich Gemeinde nennt, fragt man sich hin und her:

Wie finden wir den rechten Kurs zur Fahrt im weiten Meer?

Der rät wohl dies, der andre das, man redet lang und viel

und kommt - kurzsichtig wie man ist - nur weiter weg vom Ziel. Doch da, wo man das Laute flieht und lieber horcht und schweigt, bekommt von Gott man ganz gewiß den rechten Weg gezeigt.

5. Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit.

Das Ziel, das ihm die Richtung weist, heißt Gottes Ewigkeit. Und wenn uns Einsamkeit bedroht, wenn Angst uns überfällt: Viel Freund sind mit unterwegs auf gleichen Kurs gestellt. Das gibt uns wieder neuen Mut, wir sind nicht mehr allein. So läuft das Schiff nach langer Fahrt in Gottes Hafen ein!

(Text und Musik: M.G. Schneider)

In beiden Liedern geht es also um die Gemeinde. In dem Neuen Geistlichen Lied wird die Gemeinde mit einem Schiff und einer Mannschaft verglichen, in der jeder seinen Teil beitragen muss, „sonst gelingt das Ganze nicht“ (3. Str.). Mit einer Kirche, die „fest auf diesem Grund“ steht „zu aller Stund“ (3. Str.) wird die Gemeinde in dem Lied aus dem Gottesdienst verglichen. Auf dem Schiff wird deutlich das Engagement jedes einzelnen Mitgliedes verlangt. Hier wird also verdeutlicht, dass jeder Christ ein Teil der Kirche ist und zum Handeln aufgefordert ist, damit das Ganze bestehen kann. Das„Haus voll Glorie“(1. Str.) dagegen wird dann„im Frieden sein“, „wenn sie auf ihn (Jesus Christus) nur schauet“(3. Str.). Von einem Handlungsauftrag ist hier wenig zu erkennen.

In dem Lied aus dem Gotteslob ist an keiner Stelle die Rede davon, dass die Kirche sich weiter entwickeln und sich immer wieder besinnen muss. Dagegen wird im„Schiff das sich Gemeinde nennt“ deutlich gesagt, woran es der Kirche mangelt (vergleiche 2. Und 4. Strophe).

Das„Schiff, das sich Gemeinde nennt“ ist unterwegs. In Lied Nr. 639 wird gefordert: „Laß fest auf diesem Grund uns stehn zu aller Stund“(3. Str.). Hier ist die Kirche „aus ewgem Stein erbauet“ (1. Str.), wogegen das Schiff „vom Sturm bedroht

(1. Str.) ist. Im “Haus voll Glorie“ wird erkennbar, dass die Kirche alt, starr und unbeweglich war und in vielen Bereichen auch noch ist. Die Menschen hier sind „geborgen“(5. Str.), auf dem Schiff ist „Wagnis“ (2. Str.) gefordert, um das „große Ziel“ zu erreichen.

In diesem Vergleich wird also sehr deutlich, was das Ziel des Neuen Geistlichen Liedes ist. Es will wachrütteln, damit die Kirche nicht einschläft. Wenn die Kirche sich nicht weiterentwickelt, wird sie irgendwann nicht mehr bestehen können. Es will Dynamik und Bewegung in die Kirche bringen.

4. Leitung eines Chores / Singgruppe / Band in der kirchlichen Jugendarbeit

4.1 Welche fachlichen Kompetenzen werden benötigt, um einen Chor anzuleiten?

Diese Fragestellung habe ich mit in meine Hausarbeit einfließen lassen, weil ich denke, dass dies unter anderem auch zu dem Bereich der Sozialpädagogik gehört.

-eigene Motivation:

Das wichtigste, was man braucht, um einen Chor zu leiten, ist meiner Meinung nach die eigene Motivation. Der Leiter muss Spaß an seiner Aufgabe haben und hinter ihr stehen. Dann setzt er sich auch für die Gruppe ein und alles andere, was ich später noch aufführen werde, kann man noch dazu lernen und ergibt sich teilweise von selber, wenn man als Chorleiter wirklich mit Elan, Begeisterung und Freude an eine Gruppe herantritt.

-instrumentale Kenntnisse:

Von Vorteil ist es natürlich wenn der Chorleiter oder die Chorleiterin ein Instrument beherrscht. Typisch für die Anleitung einer Singgruppe sind Gitarre oder Keyboard, weil man bei diesen Instrumenten mitsingen kann und so auch den Ton angeben kann oder mit dem Kopf Einsätze zu erkennen geben kann. Dabei ist es auch wichtig, dass der Chorleiter eine klare, deutliche Stimme hat, um die Gruppe anzuleiten und auch mal neue Lieder vorsingen kann.

-Geduld

Kinder sind oft unruhig, unkonzentriert und geben schnell auf, wenn etwas nicht so richtig gelingt. Der Leiter muss diese Eigenschaft besitzen und ruhig auf die Kinder eingehen können.

-Organisationstalent

Ein Gruppenleiter muss viele Absprachen treffen, Termine koordinieren und den Überblick behalten. Das erfordert ein großes Maß an Organisationstalent.

-Gruppenleitung / Durchsetzungsvermögen

Der Leiter sollte die Fähigkeit besitzen, den Kindern oder Jugendlichen Grenzen zu setzten, die sie dann auch akzeptieren. Die Heranwachsenden müssen den Leiter als Autoritätsperson ansehen.

-Kreativität / Spontaneität

Jedes Kind oder Jugendlicher hat andere Interessen, Fähigkeiten und Talente. Der Chorleiter muss auf jeden Einzelnen eingehen und verschiedene Interessen berücksichtigen.

4.2 Aufbau eines Chores

4.2.1 Ziele

Ein mögliches Ziel ist natürlich die Professionalität. Allerdings ist die meiner Ansicht nach nicht die Aufgabe eines Sozialpädagogen. „Unser“ Ziel sollte es sein, ein offenes Angebot für alle, die Lust auf Musik und Neue Geistliche Lieder, zu schaffen. Die Musik soll Spaß machen und der Leiter soll mit den Personen, die da sind etwas erarbeiten, was am Ende nicht perfekt sein muss. Das ist nicht immer einfach, denn es kann manchmal Unstimmigkeiten geben, z.B. „Der singt immer so falsch!“. Dass heißt aber nicht, dass niemand mehr etwas lernen sollte. Im Gegenteil, wer mitmacht, muss auch bereit sein, in seinen Möglichkeiten dazuzulernen und zu arbeiten.

Ein weiteres Ziel ist auch, das Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe zu fördern. Dieses kann man zum Beispiel durch gemeinsame Aktivitäten wie Zelten, Pizza essen, Fahrten etc. steigern.

4.2.2 Vorüberlegungen

- Wer soll die Leitung übernehmen

- Was kann der oder diejenige leisten? (Anzahl der Proben, Vorbereitung, Wissen über Chorleitung, Bereitschaft zur Fortbildung, pädagogische Kenntnisse)

- Welches Ziel soll verfolgt werden? Eine professionelle Gruppe? (d.h. der Leiter nimmt nicht, was kommt, sondern stellt sich einen Chor zusammen und wählt aus und lehnt ab)

- Ab welchem Alter soll das Angebot gelten? (dabei sollte man auch die Uhrzeit bedenken)

- Wo kann der Leiter sich Hilfe holen? Z.B. Diözesanreferat/Amt für Kirchenmusik, Musica e Vita etc.

- Wie ist die Situation vor Ort? Wieviel Kinder und Jugendliche gibt es? Welche

-nstrumente werden gespielt?

- Wo gibt es Zuschüsse für eine Neugründung? (Kommunale Jugendpflege, Stadt- und Kreisjugendringe etc.)

4.2.3 Absprachen

Bei der Gründung eines Chores/Band/Singgruppe sind folgende Absprachen zu treffen.

Absprache mit:

- der Pfarrei (Pastor, Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat). Eine solche Gruppe ist als vollwertiges, gestaltendes Mitglied der Pfarrei zu sehen, d.h. z.B. auch die musikalische Gestaltung von Festen wie Erstkommunion, Fronleichnam, Weihnachten etc. . Die muss auch die Meinung der Verantwortlichen der Pfarrei sein.

- Probenraum

- Finanzielle Unterstützung, Bezahlung der Leitung?

- der/m Organisten/in und dem Kirchenchor (auf Zusammenarbeit hinwirken)

- der Jugend vor Ort (Zusammenarbeit, Absprache von Terminen)

- dem Sachausschuß Liturgie (Planung der hl. Messen)

4.2.4 Perspektiven

-n der Realität sieht es leider oft so aus, dass mit Beginn der Berufsausbildung oder Studiums die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich aus den Singgruppen zurückziehen (müssen). Ein anderer Grund, warum Jugendliche so eine Gruppe verlassen, ist auch, dass sie sich ganz von der Kirche zurückziehen. Sie lassen sich oft von anderen Jugendlichen beeinflussen, die der Meinung sind, dass Kirche und Glaube überflüssig ist.

Dann muss natürlich Nachwuchs her. Werbung im Pfarrbrief und in kommunalen Zeitungen und natürlich auch durch Mundpropaganda ist dann erforderlich. Wenn die Gruppe nun nicht vom Nachwuchs weiterlebt, gibt es noch die Möglichkeit einer projektbezogenen Arbeit: Hier treffen sich die Gruppenmitglieder in größeren Zeitabständen, um dann einen ganzen oder halben Tag zu proben. Bei entsprechendem Engagement der Einzelnen auch außerhalb der Proben kann so eine Gruppe fortbestehen.

Beispiel - CD : Neue Geistliche Lieder

Verzeichnis:

1. Jaschira: Oh Lord I want to sing your praises (2:18) Musik: Traditional , Text: Andy Park

2. Jaschira: Ein Licht in dir geborgen (2:53) Text und Musik: Gregor Linßen

3. Jaschira: Morning Hymn (3:10) Text und Musik: David Hass

4. Jaschira: I believe in Jesus (2:00) Text und Musik: Marc Nelson

5. - 9. Text : Jürgen Werth, Albrecht Gralle, Christoph Zehender Musik: Manfred Staiger, Johannes Nitsch

5. Du kommst (3:35)

6. Eine Nacht (4:45)

7. Folgen (3:43)

8. Christus (3:29)

9. Gefunden (2:31)

10. Aschira: Hör zu (4:10) Text und Musik: Tobias Lübbers

11. Aschira: Ihr seid nicht umsonst gekommen (2:13) Text: Pekka Simijoki Musik: Tobias Lübbers

12. Aschira: Eingeladen zum Fest des Glaubens (1:59) Text: Eugen Eckert Musik: Karl-Bernhard Hüttis

13. Aschira: Ihr seid das Salz der Erde (2:46) Text: Hubert Janssen Musik: Dominik Lübbers

14. Aschira: Selig sind (2:05) Text: Thomas Laubach Musik: Karl-Bernhard Hüttis

15. Aschira: Mit dir überspring ich Mauern (2:30) Text: Thomas Laubach Musik: Karl-Bernhard Hüttis

16. Aschira: Du bist heilig, du bringst Heil (3:19) Text und Musik: Per Harling

Anmerkung zu den Gruppen:

Jaschira:

Jaschira kommt aus dem hebräischen und bedeutet übersetzt: „ Ich will singen“ .

Die Gruppe besteht aus drei jungen Frauen: Melanie Feld, Corinna Große-Honebrink und Andrea Siefke. Sie leiten den Jugendchor, indem ich Mitglied bin. Die Lieder sind von ihrer ersten CD: „Let Your Love Be Like A Musik“, aufgenommen in unserer Kirche Anfang `99.

Christoph Zehender und Johannes Nitsch:

Christoph Zehender und Johannes Nitsch sind zwei Musiker, die schon verschiedene CDs aufgenommen haben. Sie produzieren die Musik und den Text und suchen sich dann verschiedene Solisten und Solistinnen und Chöre, mit denen sie dann die CDs aufnehmen und auch Konzerte geben.

Alle Lieder von der CD „Folgen“ sind Texte aus dem Lukas-Evangelium.

Aschira:

Aschira besteht aus einem kleinen Chor und einer Band unter der Leitung von KarlBernhard Hüttis.

„Aschira, der Name unserer Gruppe, bedeutet „ich will singen“ und ist ein hebräisches Wort aus dem alten Testament. Es drückt Begeisterung aus und istzugleich eine Aufforderung.“ (aus dem Booklet der CD: Hört zu) Die Gruppe kommt aus Meppen und ihre neueste CD heißt: „Hört zu, Neues Geistliches Lied im Bistum Osnabrück.“

-m folgenden möchte ich zu den angefügten Liedkopien kurz einige Erläuterungen hinsichtlich seines Inhalts, seinen Zielen und/oder seines Einsatzes im Gottesdienst geben.

1. Wo Menschen sich vergessen

Ein vielerorts bekanntes und beliebtes Neues Geistliches Lied. Der Refrain kann und wird oft durch Bewegungen begleitet. Am Ende(„daß Frieden werde unter uns“) reicht man sich die Hände, sodass ein Gefühl von Gemeinschaft und Frieden aufkommt. So ergibt sich der Einsatz dieses Liedes zum Friedensgruß oder zum Abschluss.

2. Unser Vater

Bei diesem Lied handelt es sich für mich um ein neues Vater Unser - Lied. Es ist nicht die musikalische Umsetzung des Vater Unser - Gebetes, sondern eine modernere Fassung. „Unser Vater“ ermöglicht den Jugendlichen einen besseren Zugang und Verständnis zum Vater Unser - Gebet.

3. Wenn der Geist sich regt

Dieses Lied reflektiert den Sinn des Neuen Geistlichen Lieds: „Füllt den Wein nicht indie alten Schläuche, zwängt die junge Kirche nicht alte Bräuche.“ (Refrain)

Einsatzmöglichkeiten wären im Gottesdienst z.B. Zwischengesang und auch Jugendfahrten wie Zeltlager.

4. Der Kreisel

Ein sehr fetziges Lied mit einem Text, typisch für Manfred Siebald, bei dem man auch zwischen den Zeilen lesen muss. Es ist auch sehr gut geeignet für Fahrten, Zeltlager usw. .

5. Wagt euch zu den Ufern

Anliegen dieses Liedes ist es, den Jugendlichen zu verdeutlichen, dass Gott immer bei uns ist, uns stärkt und führt und immer mit uns „im Bund“ steht. Desweiteren soll ein Anstoß gegeben werden, zu seinem Glauben zu stehen und ihn auch an andere weiterzugeben, auch wenn dieses oft sehr schwer sein kann und mit Hindernissen verbunden ist: „Stellt Euch gegen den Strom.“ (Refrain)

6. Eingeladen zum Fest des Glaubens (höre auch Beispiel-CD Nr. 12)

Mit diesem Lied verbinde ich persönlich Gemeinschaft. Ich habe es auf dem diesjährigen Kirchentag in Hamburg kennengelernt, wo es tausende von Menschen gemeinsam aus Überzeugung gesungen haben. „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ wird oft zum Eingang von Jugendgottesdiensten gesungen.

7. Der Hoffnung Gesicht

Ein Zuspruch an alle Menschen, die an Gott glauben, dass sie Heimat, Hoffnung und Zukunft sind, wenn sie Gott vertrauen. Das Lied sagt aber auch, dass die neue Welt und die neue Zeit nicht perfekt sind.

8. Was hat wohl der Esel gedacht?

Ein „anderes“ Weihnachtslied! Dadurch, dass die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht des Esels erzählt wird, bekommt sie einen neuen Charakter. In der letzten Strophe wird man selber mit einbezogen: „Doch wer ihm die Türen aufmacht, der hat jedenTag heilige Nacht.“ (3. Strophe)

Literaturverzeichnis

Deckert, 1985, Blatt „Das neue geistliche Lied: Charakteristische Merkmale (allgemein)“

Diplomarbeit „Neue religiöse Lieder - den Glauben neu ausdrücken in Text und Musik“ von Kerstin Heuer, 1990

Diplomarbeit „Das Neue Geistliche Lied - Eine kritische Betrachtung der musikalischen Struktur unter Berücksichtigung verschiedener Einflüsse der Popularmusik“ von Tobias Lübbers, 1996

Gotteslob - Katholisches Gebet- und Gesangbuch mit dem Eigenteil der Diözese Osnabrück, herausgegeben von den Bischöfen Deutschlands und Österreichs und der Bistümer Bozen-Brixen und Lüttich, 9. Auflage, 1988, Lied Nr. 639

Mittermeier, O. 1984, „Wir haben einen Traum...“ Das Neue Geistliche Lied in der Liturgie und in der Glaubenshaltung Jugendlicher. In: Liturgie und Dichtung, S. 869

Ratzinger, J. 1986, Liturgie und Kirchenmusik. Eröffnungsvortrag beim VIII. Internationalen Kirchenkongreß. Rom, 1985. In: Musica Sacra 1, S.3

Anhang

- Noten

- Erläuterungen zu den beiliegenden Notenkopien

- Verzeichnis der Lieder auf der Beispiel-CD

- Anmerkung zu den Gruppen auf der Beispiel-CD

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Details

Titel
Das Neue Geistliche Lied
Autor
Jahr
2001
Seiten
16
Katalognummer
V102324
Dateigröße
364 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neue, Geistliche, Lied
Arbeit zitieren
Caro Schmidt (Autor), 2001, Das Neue Geistliche Lied, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102324

Kommentare

  • Gast am 20.8.2002

    Das Neue Geistliche Lied.

    Ziemlich nutzlose, weil völlig oberflächliche und nur von subjektiven Einstellungen geprägte Arbeit. Differenziertere Literatur ist offensichtlich nicht bekannt, die Textanalsyse der beiden Lieder (Ein Haus voll Glorie; Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt) ist erschreckend schwach und bereits vom Ansatz her so einer Hausarbeit, die zu einem Hochschulabschluss führen soll, nicht würdig. Es werden die Lieder völlig kontextlos bewertet, so wird auch nicht erkannt, dass "Ein Haus voll Glorie" nicht die Gemeinde im Blick hat, sondern die Institution "Kirche" des 19. Jahrhunderts.

    Alles in allem: Es lohnt wirklich nicht, diese Arbeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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