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Der Wandel des Sprachgebrauchs und Political Correctness. Ein theoretisch-historischer Erklärungsansatz

Titel: Der Wandel des Sprachgebrauchs und Political Correctness. Ein theoretisch-historischer Erklärungsansatz

Essay , 2021 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Till Wuttke (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieses Essays ist es aufzuzeigen, wie sich der hiesige Sprachgebrauch seit der Flüchtlingsdebatte um 1991 zugunsten des rechten Milieus entwickelt hat, welche Ursachen hierfür gesehen werden und welcher Dynamik sich rechtsautoritäre Akteure zur Errichtung einer rechten Hegemonie bedienen. Beispielhaft wird diese Entwicklung am Kampfbegriff der "PC" aufgezeigt und theoretisch interpretiert.

Brutalisierung, Enthemmung und Verrohung des Sprachgebrauchs - Wie lässt sich am Beispiel der "Political Correctness"ein Wandel des Sprachgebrauchs hierzulande durch Rechte und Konservative theoretisch und historisch erklären? Diese Fragen diesen als Ausgangspunkt der Untersuchung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Fragestellung

Einführung in die Thematik

Begriffsdefinition und Herkunft der „PC“

Entfremdung und Kritik der „PC“ durch Rechte und Konservative

Vergleich der „PC“-Kritik mit Nietzsches „Sklavenmoral“

Analyse der Verrohung des sprachlichen und gesellschaftlichen Kontextes

Das Overton-Fenster

Historische Betrachtung der Verschiebung der Sagbarkeitsfelder

Resume

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie rechtsautoritäre und konservative Akteure den Begriff der „Political Correctness“ strategisch als Kampfbegriff nutzen, um den gesellschaftlichen Meinungskorridor zu verschieben und eine rechte Hegemonie zu etablieren. Dabei wird der Wandel des Sprachgebrauchs theoretisch mittels Nietzsches Konzept der „Sklavenmoral“ und historisch durch die Analyse der Sagbarkeitsfelder seit der Asyldebatte der 1990er Jahre beleuchtet.

  • Strategische Instrumentalisierung der „Political Correctness“
  • Rechtsautoritäre Diskurs- und Hegemoniebildung
  • Nietzsches „Sklavenmoral“ in der zeitgenössischen Kritik
  • Theorie des Overton-Fensters zur Verschiebung von Sagbarkeitsfeldern
  • Historische Analyse der medialen Asyl- und Sicherheitsdebatten

Auszug aus dem Buch

Vergleich der „PC“-Kritik mit Nietzsches „Sklavenmoral“

Die dargestellte „PC“-Kritik weist Parallelen zu Nietzsches „Genealogie der Moral“ auf, genauer gesagt zu dem von ihm entwickelten Ausdruck der „Sklavenmoral“. Man kann dieses theoretische Konzept hierzulande insbesondere bei dem Begriff des „Gutmenschen“, aber auch aggressivere Bezeichnungen, wie „linksgrün-versifft“ anwenden. So ist Nietzsche auch heutzutage ein interessanter Denker für Rechte. Um Nietzsches Kritik der „Sklavenmoral“ auf heutige Verhältnisse anzuwenden, muss zunächst davon ausgegangen werden, dass mit „Herren“ und „Sklaven“ real existierende Gruppen beschrieben werden können. Die Gegner der „PC“ verstehen sich hierbei als „Herren“, während die Dafürsprecher von ihnen als „Sklaven“ definiert werden.

Nietzsche beschreibt mit den Sklaven eine eigentlich bereits ohnmächtig gewordene Gruppe, die nun die gesamte Gesellschaft durch ein Zwangskorsett an Regeln dominiert und quält. Überträgt man dies auf die „PC“-Debatte trifft bereits dies sehr präzise den Kern der Kritik. Genauer aufzeigen lässt sich der Hass auf die „Sklaven“ bzw. der „politisch Korrekten“ anhand dreier Argumente, die Nietzsches Kritik an der „Sklavenmoral“ untermauern: Das naturalistische Argument, das psychologistische Argument und der daraus resultierende Unterschied zwischen der „Herren- und Sklavenmoral“(vgl. Schubert, 2020: 35).

Nietzsches Naturalismus geht davon aus, dass es natürlicherweise „Starke“ und „Schwache“ („Herren“ und „Sklaven“) gibt. Aus diesen Unterschieden, lassen sich nach Nietzsche normative Forderungen ableiten. Gemeint ist „das Recht des Stärkeren“. Eine Moral, die auf einen Ausgleich dieser Verhältnisse ausgerichtet ist, ist nach dieser Argumentation schlichtweg absurd, was mit dem Beispiel des Raubvogels und seiner Beute biologisch untermauert wird. In der aktuelle „PC“-Debatte lassen sich zwei naturalistische Argumentationsmuster wiederfinden. Einige Kritiker stellen offen Unterschiede in rassistischen und anderweitig diskriminierenden Diskursen als natürliche Tatsachen hin, welche bedingt durch die von den „Schwachen“ durchgesetzte „PC“ jedoch nicht mehr ausgesprochen werden darf (vgl. Schubert, 2020: 36). Beispielhaft hierfür können rassistische Grundsatzannahmen, wie die von „Natur“ aus höhere „Ausländerkriminalität“ oder höhere „Paarungsfreudigkeit“ bei Afrikanern angeführt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Fragestellung: Diese Sektion definiert das Ziel der Arbeit, den Wandel des Sprachgebrauchs durch rechtsautoritäre Akteure am Beispiel der „Political Correctness“ zu untersuchen.

Einführung in die Thematik: Der Abschnitt skizziert den Zusammenhang zwischen politischer Sprache und realer Gewalt sowie die strategische Aufladung des Begriffs „PC“ im aktuellen Zeitgeist.

Begriffsdefinition und Herkunft der „PC“: Hier wird der Ursprung der „PC“ als anerkennungsorientiertes Sprechen gegenüber Minderheiten und ihr Wandel zum Indikator für sozialen Wandel hergeleitet.

Entfremdung und Kritik der „PC“ durch Rechte und Konservative: Das Kapitel analysiert, wie der Begriff in Deutschland zur Diskreditierung von Antidiskriminierungsbemühungen umgedeutet wurde.

Vergleich der „PC“-Kritik mit Nietzsches „Sklavenmoral“: Hier erfolgt eine theoretische Untersuchung der rechten Kritikmuster unter Rückgriff auf Nietzsches Moral-Genealogie.

Analyse der Verrohung des sprachlichen und gesellschaftlichen Kontextes: Dieses Kapitel widerlegt den Mythos einer „Meinungsdiktatur“ und belegt die zunehmende sprachliche Enthemmung in der öffentlichen Debatte.

Das Overton-Fenster: Die Sektion erläutert das Konzept der Verschiebung des Sagbaren, um radikale politische Positionen normal erscheinen zu lassen.

Historische Betrachtung der Verschiebung der Sagbarkeitsfelder: Hier wird die mediale und politische Entwicklung seit der Asyldebatte Anfang der 1990er Jahre als Prozess der schleichenden Normalisierung rechtsextremer Narrative aufgezeigt.

Resume: Das Kapitel fasst zusammen, dass die „PC“-Kritik ein strategisches Mittel zur Errichtung einer rechten Hegemonie ist, die auf einem historisch gewachsenen Bedrohungsgefühl basiert.

Schlüsselwörter

Political Correctness, Rechtsruck, Diskursanalyse, Sklavenmoral, Overton-Fenster, Sagbarkeitsfelder, Hegemonie, Rechtsautoritarismus, Sprache, Medien, Meinungsfreiheit, Diskriminierung, Gutmensch, Sozialer Wandel, Politische Kultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie rechtsautoritäre und konservative Akteure den Begriff der „Political Correctness“ instrumentalisieren, um den gesellschaftlichen Diskurs zu verschieben und ihre politischen Ziele zu erreichen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die strategische Umdeutung von Sprache, die Rolle von Medien bei der Etablierung rechter Narrative, theoretische Anleihen bei Nietzsche sowie historische Entwicklungen des politischen Sagbaren seit 1991.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu erklären, wie und warum sich der hiesige Sprachgebrauch durch Rechte und Konservative gewandelt hat und wie dieser Wandel theoretisch und historisch einzuordnen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt diskursanalytische Methoden, um die rhetorischen Strategien und die Verschiebung gesellschaftlicher Normen durch Akteure im politischen Raum nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition der „PC“, dem Vergleich der rechten Kritik mit der „Sklavenmoral“, der Analyse der zunehmenden sprachlichen Verrohung sowie der methodischen Verschiebung des Overton-Fensters.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Political Correctness, Hegemonie, Sklavenmoral, Overton-Fenster, Sagbarkeitsfelder und Diskursanalyse.

Welche Rolle spielt die „Sklavenmoral“ in der Argumentation?

Nietzsches Konzept dient als theoretisches Erklärungsmodell, um zu verdeutlichen, wie Kritiker der „PC“ die Befürworter anerkennender Sprache pathologisieren und sich selbst als „starke Herren“ positionieren.

Was besagt die Analyse zur Asyldebatte ab 1991?

Die Arbeit zeigt, dass die damaligen Medienberichte und Kampagnen den Grundstein für die heute sichtbare Verrohung und die Normalisierung ausgrenzender Begriffe wie „Asylflut“ legten.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Wandel des Sprachgebrauchs und Political Correctness. Ein theoretisch-historischer Erklärungsansatz
Hochschule
Universität Osnabrück  (Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Autoritarismus in Theorie, Geschichte und Gegenwart
Note
1,0
Autor
Till Wuttke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
18
Katalognummer
V1023458
ISBN (eBook)
9783346420299
ISBN (Buch)
9783346420305
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wandel sprachgebrauchs political correctness erklärungsansatz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Till Wuttke (Autor:in), 2021, Der Wandel des Sprachgebrauchs und Political Correctness. Ein theoretisch-historischer Erklärungsansatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1023458
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Leseprobe aus  18  Seiten
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