Gender Pay Gap am Arbeitsplatz


Akademische Arbeit, 2014

7 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen
2.1 Emanzipation
2.2 Gender Pay Gap

3. Gründe:
3.1 Bildungsstand und Berufserfahrung
3.2 Beschäftigungsumfang und Erwerbsunterbrechung
3.3 Branchen-, und Berufswahl
3.4 Regionale und Lokale Unterschiede

4. Fazit:

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„ Erfolgreich in der Schule – diskriminiert im Beruf“ (HOECKER 1999, S. 47).

Pisa Studien belegen, dass männliche Schüler mit schlechteren Noten in der Schule abschneiden als die weiblichen. Zudem absolvieren mehr Mädchen ihr Abitur. Je geringer qualifizierend die Schulform, desto höher ist der prozentuale Anteil an Jungen (BUDDE Jürgen 2008). Historisch betrachtet war es nicht immer so, dass das weibliche Geschlecht dem männlichen voraus ist. In der Vergangenheit hatten sie schon immer mit starken Degradierungen jeglicher Art zu kämpfen. Vor 1977 benötigten Frauen noch die Einverständniserklärung ihres Mannes um Arbeiten gehen zu dürfen, dieser konnte sie außerdem ohne weiteres aus ihrer Tätigkeit entlassen (vgl. WESTDEUTSCHER RUNDFUNK 2014). Im Grundgesetz (Art. 3 Abs. 2) wurde erst 1945 verankert das Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Dies war einer der größten frauenpolitischen Erfolge (vgl. BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG 2008).

Trotz rechtlicher Errungenschaften für die Frauen in der Arbeitswelt, ist Diskriminierung im Erwerbsleben für das weibliche Geschlecht auch in der heutigen Zeit immer noch aktuell. Jedoch was sind die Gründe für die ungleiche Entlohnung bei Frauen und Männern im Berufsleben?

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Emanzipation

Emanzipation bedeutet „ Integration von unterprivilegierten Gruppen […] Verbesserung des sozialen Status, der Lebenschancen und Lebensperspektiven“ (KALLER 2001, S. 105)

2.2 Gender Pay Gap

Der Gender pay gap zu deutsch Geschlechterspezifische Lohnlücke, „ beschreibt den prozentualen Unterschied zwischen abhängig beschäftigten Männern und Frauen beim durchschnittlichen Bruttostundenverdienst“ (STATISTISCHES BUNDESAMT 2014). Hierbei wird zwischen der unbereinigten und der bereinigten Lohnlücke unterschieden.

2.2.1 Unbereinigte Lohnlücke:

Die unbereinigte Lohnlücke prüft die Lohndifferenz vom männlichen und weiblichen Geschlecht im Allgemeinen. Dies bedeutet dass der Beruf, Qualifikationen und der Ausbildungsgrad der ausübenden Person, nicht von Relevanz sind (vgl. SCHMIDT et al. 2009, S. 9ff)

Ausschließlich der Lohn ohne betriebsbezogene Merkmale wird beachtet. Hierbei können verschiedene Kriterien herangezogen werden, wie beispielsweise Stundenlöhne, Monatsgehalt und Jahreseinkommen. Aber auch nach Voll- und Teilzeitbeschäftigten kann differenziert werden. Im Allgemeinen ist ein großes Spektrum von verschiedenen Gruppierungen vorhanden, die nach verschiedenen Kriterien abgewägt werden können.

Laut dem (STATISTISCHES BUNDESAMT 2012) war der durchschnittliche Bruttostundenverdienst des unbereinigten Gender Pay Gap von Frauen um 23% geringer als der von Männern.

Dies ist ein sehr hoher Prozentsatz, jedoch wird wie bereits beschrieben beim unbereinigten Gender Pay Gap nicht auf identische Vorraussetzungen im Beruf geachtet. Die Ursachen, die dieses Phänomen erklären können, werden im Nachhinein aufgeführt.

2.2.2 Bereinigte Lohnlücke:

Die bereinigte Lohnlücke beschreibt die Lohdifferenz zwischen Frauen und Männern in gleichen Berufsschichten mit identischem Bildungsniveau und anderen wichtigen Faktoren die berücksichtigt werden (vgl. SCHMIDT et al. 2009, S. 12f).

Der Verdienstunterschied beim bereinigten Gender Pay Gap liegt bei etwa 8 % (vgl. STATISTISCHES BUNDESAMT 2012).

Dies bedeutet, dass Frauen im Durchschnitt, auch unter der Voraussetzung vergleichbarer Tätigkeit, pro Stunde 8 % weniger verdienen als Männer. Diese Zahl scheint erschreckend, wenn beachtet wird, dass keinerlei nachvollziehbare Gründe für diesen Prozentsatz in Frage kommen.

Die Ursachen für ungleiche Bezahlung im Berufsleben zwischen Frauen und Männern werden im Folgenden aufgeführt.

3. Gründe:

Die Gründe für die Geschlechterspezifische Lohnlücke haben viele Faktoren. Bildungsstand Berufserfahrung, Beschäftigungsumfang, Erwerbspausen oder die Branchenwahl sind hierbei wichtige Indikatoren. Es ist ein weites Spektrum der Ursachen bekannt, die in den Medien permanent diskutiert werden. Jedoch bleibt umstritten welcher dieser Faktoren ausschlaggebend für den Gender Pay Gap sind.

3.1 Bildungsstand und Berufserfahrung

Für SCHMIDT ist einer der wichtigsten Bestimmungsfaktoren für die differenzierte Entlohnung von Mann und Frau ist das Bildungsniveau. Dies kann am absolvierten Schulabschluss gemessen werden. Haupt – und Realschulabschluss, Abitur und andere Qualifikationen lassen sich nach ermessen eingliedern. Die Berufserfahrung wird lediglich an den Beschäftigungsjahren gemessen (vgl. SCHMIDT et al. 2009, S. 45f).

Der Bildungsstand und die Berufserfahrung sind sehr wichtige Bestimmungsgrößen. Absolventen mit höheren Schulabschlüssen haben meist die größere Entlohnung, da diese oftmals in Berufen tätig sind die auf gewisse Bildungsvoraussetzungen abzielen und dadurch mehr verdienen. Jedoch erscheint dieses Kriterium Widersprüchlich, wie aufgeführt belegen Studien das Frauen eindeutig die Bildungsgewinner sind. Somit müssten diese zumindest im Bildungstand einen Vorteil gegenüber ihren männlichen Kollegen haben und somit im Allgemeinen mehr verdienen.

Die Berufserfahrung ist auch ein bedeutender Faktor. Desto länger man in einer Branche tätig ist desto mehr Kenntnisse und Kompetenz sind vorhanden. Durch längere Berufserfahrung steigt tendenziell auch das Gehalt stetig an.

3.2 Beschäftigungsumfang und Erwerbsunterbrechung

Für ANGER und SCHMIDT wiederum ist der differenzierte Beschäftigungsumfang von größerer Relevanz. Männer sind zu 90% Vollzeitangestellt, während weibliche Erwerbstätige nur zu 46,2 % vollzeitbeschäftigt sind. Ganze 37,2 % der Frauen sind Teilzeitangestellte. (vgl. ANGER; SCHMIDT 2008, S. 55ff)

Der Beschäftigungsumfang ist auch von immenser Bedeutung. Zum einen nehmen Frauen oftmals den Mutterschaftsurlaub in Anspruch. In dieser Zeit gehen diese keiner bezahlten Tätigkeit nach. Zum anderen wird häufig nach der sogenannten Baby Pause in eine Teilzeit – oder geringfügige Beschäftigung gewechselt. Wird in Betracht gezogen das mehr Arbeitszeit auch höhere Entlohnung bedeutet, ist offensichtlich dass das Beschäftigungsausmaß ein Faktor für geschlechterspezifische Lohnungleichheit sein kann.

3.3 Branchen-, und Berufswahl

Für KALINA und WEINKOPF ist das bedeutendste Kriterium, die zur Erklärung der geschlechterspezifischen Lohnlücke herangezogen wird, die Branchen-, und Berufswahl.

In Betracht auf Niedriglohnbeschäftigte lässt sich feststellen, dass von diesen 70% Frauen und nur 30% Männer sind. (KALINA; WEINKOPF 2006)

Es ist weit verbreitet, dass die Berufswahl von Männern und Frauen oft stereotypisch verläuft. Das heißt Männer sind eher in technischen, mathematischen und handwerklichen Berufen vertreten, während Frauen häufiger in Pflege, Versorgung und Sozialem tätig sind. Genau diese typisch weiblichen Berufe sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt häufig schlechter bezahlt, als zum Beispiel technische Berufe, in denen eher die männlichen Arbeitnehmer vertreten sind.

3.4 Regionale und Lokale Unterschiede

Neben den anderen betrachteten Ursachen können auch regionale oder lokale Gründe hinzukommen. Bekanntlich variiert der Verdienst zwischen West und- Ostdeutschland. In Westdeutschland verdienen Arbeitnehmer enorm mehr pro Stunde als im Osten Deutschlands. Jedoch auch zwischen Stadt und ländlichen Gebieten kann differenziert werden. Im städtischen Terrain ist das Gehalt höher als auf dem Land (vgl. SCHMIDT et al. 2009, S. 65ff).

4. Fazit:

Historisch gesehen, ist die Frau im Berufsleben immens emanzipiert, wenn beachtet wird, dass das weibliche Geschlecht erst seit einigen Jahrzehnten ohne die Einverständniserklärung des Ehemannes gewerblich tätig sein darf. Jedoch ist die Zahl von 8% der bereinigten Lohnlücke im modernen 21. Jahrhundert erschreckend. Wobei die Wortwahl „ bereinigt“ alles andere als zutreffend ist. Schließlich ist die Entlohnung in vergleichbaren Berufen zwischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern noch nicht ausgeglichen. Für den unbereinigten Gender Pay Gap gibt es plausible, nachvollziehbare Gründe, wie Erwerbsunterbrechungen, Branchenwahl und weitere. Jedoch gibt es für die bereinigte Lohnlücke keinerlei Faktoren die eine Ungleichheit erklären könnten.

Das deutsche Volk repräsentiert sich mit einer Bundeskanzlerin als Staatsoberhaupt und dennoch ist es anscheinend nicht möglich Frauen stellt Gesetze auf die eine Gleichberechtigung garantieren soll, doch was bringt das den Erwerbstätigen Frauen in de.

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Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Gender Pay Gap am Arbeitsplatz
Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Veranstaltung
Politik
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
7
Katalognummer
V1023862
ISBN (eBook)
9783346428967
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gender, Gehalt
Arbeit zitieren
Laura Schäfer (Autor), 2014, Gender Pay Gap am Arbeitsplatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1023862

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