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Die Tafeln in Deutschland. Hilfestellung oder Verschleierung staatlicher Probleme?

Título: Die Tafeln in Deutschland. Hilfestellung oder Verschleierung staatlicher Probleme?

Ensayo , 2021 , 9 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Nane Möller (Autor)

Sociología - Política, Mayorías, Minorías
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Die Tafeln erscheinen in den Medien als ein Ausdruck von Güte und sozialen Engagement. Doch muss sich ein Sozialstaat wie Deutschland auf die Hilfe einer privaten Organisation verlassen? Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Versagen von Sozialhilfen und inwiefern die Politik umdenken muss.

Vom Rentner bis zum arbeitslosen Uniabsolventen. Vom neuen Gesicht bis zum altbekannten Gast. Laut Angaben der Tafeln suchen täglich ca. 1,5 Millionen Menschen Hilfe bei den verschiedenen privaten Organisationen der Tafeln. 1993 wurde die erste Tafel in Berlin gegründet - zunächst um Obdachlosen in der Großstadt zu helfen. Das Konzept seitdem blieb das gleiche, jedoch wurde das Klientel erweitert. Wer Wohngeld, Sozialhilfe, Hartz IV oder eine Grundsicherung bekommt, darf bei den Tafeln einkaufen. Tafeln sind abhängig von Spenden, insbesondere von großen Lebensmittelkonzernen. Hier werden zumeist Speisen mit baldig ablaufenden Mindesthaltbarkeitsdatum gespendet, oder Frischwaren mit geringen Mängeln. Trotzdem sind auch Spenden von Privathaushalten immer gewünscht, insbesondere Sachspenden, die dann in den oftmals anliegenden Sozialkaufhäusern angeboten werden (vgl. Lorenz 2013, S. 104ff). All diese Angebote stützen sich neben den Spenden auf die Arbeitskraft von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Momentan existieren 924 Tafeln in ganz Deutschland, unterstützt von ca. 60.000 Freiwilligen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Armut

3. Die Tafeln als Hilfestellung

4. Die Tafeln als Verschleierung der Probleme des Sozialstaats

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Rolle der Tafeln in Deutschland und geht der Forschungsfrage nach, inwiefern private Wohltätigkeitsorganisationen dazu beitragen, staatliche Defizite im Sozialsystem zu kaschieren, anstatt die Ursachen von Armut nachhaltig zu bekämpfen.

  • Definition und Erscheinungsformen von Armut in Deutschland
  • Das Sammel- und Verteilprinzip der Tafeln als soziale Hilfestellung
  • Die Tafeln als Symptom für das Scheitern des Sozialstaates
  • Kritik an der Kommerzialisierung und Instrumentalisierung von Wohltätigkeit
  • Sozioökonomische Folgen der Abhängigkeit von privaten Spendenstrukturen

Auszug aus dem Buch

4. Die Tafeln als Verschleierung der Probleme des Sozialstaats

Eine Wohlfahrtsorganisation die im Zeichen des Sammelns und Verteilen steht. Die Tafeln erfüllen einen sozial hoch angesehen Standart. Doch blickt man ein wenig tiefer kommt immer wieder Fragen auf. Warum benötigt Deutschland eine solche Organisation? Warum greift der Sozialstaat, mit Sozialhilfen, die kostendeckend sein sollen, nicht? Man möge argumentieren, dass der Sozialstaat an seine Grenzen gekommen ist und die Armutsbekämpfung somit ohne ihn stattfinden muss. Doch wie soll das funktionieren? Private Organisationen wie die Tafeln versuchen sich selbst zu finanzieren, jedoch machen auch vor ihnen Erhöhungen der Unkosten keinen Halt. Auch das Netzwerk der Freiwilligen mag ein großes sein, doch auch hier stößt man an Grenzen des machbaren und der Verlässlichkeit von Ehrenämtern. Die Finanzierung der Großprojekte der Tafeln scheint kaum zu stemmen. So ist der zweite Gedanke, den Staat zur Armutsbekämpfung auch in diesem Sektor hinzu zu ziehen. Jedoch scheint dies wie ein Teufelskreis, denn es wird bereits zu wenig Geld gegeben um die Grundversorgung aller zu gewährleisten, so scheint es nicht sinnvoll eine Organisation zu unterstützen, die eben die Leute auffängt, für die Sozialhilfe einfach nicht ausreichend ist (vgl. Selke 2010, S. 179f).

Hartz IV und die Agenda 2010 brachten den „Aufschwung“ der Tafeln. Doch inwiefern kann eine vermeintliche Grundsicherung in Zusammenhang mit dem Bedarf nach Lebensmittelausgabestellen für Bedürftige stehen? Per Definition der Arbeitsagentur soll Arbeitslosengeld II dann greifen, wenn man den eigenen und familiären Lebensunterhalt nicht ausreichend sichern kann. Weiterhin soll ALG II ein würdevolles Leben ermöglichen. Jedoch scheint es offensichtlich hier zu Lücken zu kommen. Eine individuelle Bemessung des realen Bedarfes an Finanzmitteln, insbesondere für Familien mit Kindern scheint kaum möglich. Denn so individuell wie Familien sind, so individuell wie Mieten, Ausgaben für Schulen, Lebensnotwendige Gegenstände, Gesundheit und Lebensmittel sind, so fest sind doch die Sätze der Sozialhilfen. Für viele Menschen in Deutschland reichen diese festgelegten Mittel nicht. Mit den Rechtsansprüchen auf Sozialhilfen und den verschiedenen politischen Reformen verfestigte sich also der Bedarf an vergünstigten Lebensmitteln, jedoch ohne offensichtlichen Ausweg, denn die Rahmenbedingungen sind meistens festgesetzt. Hartz IV steht also als staatlich verordnete Unterversorgung und die Tafeln sollen die Versorgungslücke schließen (vgl. Pidun 2019).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung und den heutigen Umfang der Tafel-Organisationen in Deutschland und wirft die kritische Frage auf, inwieweit diese privaten Initiativen staatliche Versäumnisse beeinflussen.

2. Armut: Dieses Kapitel definiert die Begriffe absolute, relative und Ernährungsarmut im Kontext des deutschen Sozialstaats und grenzt diese von globalen Armutsphänomenen ab.

3. Die Tafeln als Hilfestellung: Hier werden die positiven Aspekte wie die Lebensmittelrettung, die Umweltbilanz und das Engagement von 60.000 Freiwilligen hervorgehoben.

4. Die Tafeln als Verschleierung der Probleme des Sozialstaats: Das Kapitel analysiert, wie die Tafeln zu einer notwendigen Stütze für Menschen geworden sind, die durch das offizielle Sozialhilfesystem (Hartz IV) nicht ausreichend versorgt werden, und warnt vor einer Instrumentalisierung.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Existenz der Tafeln als Symptom für die Schwächen des Sozialstaats zu werten ist und ein Appell an die Politik sein muss, statt die Tafeln als dauerhafte Lösung zu etablieren.

Schlüsselwörter

Tafeln, Armut, Sozialstaat, Ernährungsarmut, Freiwilligenengagement, Sozialhilfe, Hartz IV, Lebensmittelverschwendung, Wohlfahrtsorganisation, soziale Ungleichheit, Grundsicherung, Kinderarmut, Altersarmut, Krisenmanagement, Ehrenamt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Rolle der Tafeln in Deutschland und hinterfragt, ob diese private Organisation als notwendige Hilfestellung oder als verschleierndes Element staatlicher Versorgungslücken fungiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Armut in einem reichen Land, die Funktionsweise der Tafeln, das Freiwilligenwesen sowie die Kritik an der staatlichen Unterversorgung im Rahmen von Hartz IV.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit das System der Tafeln ungewollt dazu beiträgt, Mängel im staatlichen Sozialsystem zu kaschieren und somit den politischen Druck zur Armutsbekämpfung mindert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die soziologische Fachliteratur und aktuelle Berichte heranzieht, um die Entwicklung und die Kritik an den Tafeln theoretisch zu fundieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert sowohl die positiven Aspekte der Tafelarbeit, wie Umweltschutz und soziale Integration, als auch die problematische Verflechtung mit staatlicher Sozialpolitik und die dadurch entstehende Abhängigkeit der Bedürftigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Sozialstaat, Armut, Tafeln, Lebensmittelverschwendung, Ehrenamt, Hartz IV und soziale Ungleichheit.

Wie werden die Tafeln in der Flüchtlingskrise thematisiert?

Das Dokument thematisiert, dass die Tafeln während der Flüchtlingskrise oft als Auffangbecken dienten, was zu Rassismus-Debatten und Verdrängungswettbewerben führte, die das Limit einer rein privaten Wohltätigkeitsorganisation aufzeigten.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum "Tafel-Boom"?

Die Autorin betrachtet den sogenannten "Tafel-Boom" als ein Armutszeugnis für den deutschen Staat und fordert, dass dies als direkter Appell an die Politik verstanden werden sollte, um strukturelle Probleme anzugehen.

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Detalles

Título
Die Tafeln in Deutschland. Hilfestellung oder Verschleierung staatlicher Probleme?
Universidad
University of Rostock
Calificación
1,7
Autor
Nane Möller (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
9
No. de catálogo
V1023961
ISBN (Ebook)
9783346429872
Idioma
Alemán
Etiqueta
tafeln deutschland hilfestellung verschleierung probleme
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nane Möller (Autor), 2021, Die Tafeln in Deutschland. Hilfestellung oder Verschleierung staatlicher Probleme?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1023961
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