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Die Konstruktion von Mutterschaft

Peripartal psychische Störung als Krise (in) der Mutter-Kind-Dyade

Titel: Die Konstruktion von Mutterschaft

Bachelorarbeit , 2020 , 127 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Malin Gnoth (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit soll aufzeigen, inwiefern die soziale Konstruktion von Mutterschaft Wirkmacht auf Frauen und ihre neugewonnene Rolle innerhalb eines Beziehungsgefüges ausübt. Sie stellt ferner den Anspruch, Aufklärung über PPS als zu bewältigende Krise im Leben einer Mutter zu leisten. Erscheinungsbilder, mögliche Ursachen und der Weg von der Diagnose zur Therapie werden thematisiert.

Auch soll ein Schwerpunkt auf die sich ergebenden Auswirkungen im Hinblick auf die Mutter-Kind-Dyade sowie das unmittelbare Umfeld gelegt werden, um die Relevanz des Wissens um PPS zu stützen. Präventionsmaßnahmen und Früherkennung als aktive Hilfen in den geburtshilflichen Bereichen können die Brücke zur Praxis schlagen. Um die vorwiegend theoretische Bearbeitung mittels Literatur zu komplementieren, wird die Arbeit mit der Analyse und Reflexion einer Einzelfallstudie abgeschlossen. Diese liegt in Form eines narrativen Interviews vor, welches als eines von insgesamt fünf im Rahmen dieser Forschung durchgeführt wurde.

Mutterschaft als eines der bedeutsamsten Ereignisse innerhalb der weiblichen Biografie unterliegt als biologisch-anthropologische Konstante den unterschiedlichen Maßstäben, die Frauen von einer pluralistischen Gesellschaft von Zeit zu Zeit auferlegt werden. Dabei sind die sozialen Praktiken von Mutterschaft stets geprägt durch kulturelle Weitergabe, politische Gegebenheiten sowie die individuellen Ressourcen der Einzelnen. Der gesellschaftliche Anspruch an Frauen fördert überhöhte Ansprüche an sich selbst und setzt sie einem enormen Druck aus, zu dessen Bewältigung kein Raum gegeben wird. Die gesellschaftliche Erwartung an Mütter definiert die eigenen Kinder als Sinnerfüllung und Bereicherung, sodass Überforderung und ambivalente Gefühle meist übergangen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konstruktion von Mutterschaft

2.1 Mutterschaft als Verzicht

2.2 Die entmündigte Mutter

2.3 Schwangerschaft

2.4 Geburt

2.5 Postpartalphase

2.6 Die Rolle der Hebamme

3. PPS als negativer Faktor einer Mutterschaft

3.1 PPS, ein Überblick

3.2 Erscheinungsbild der peripartalen Depression

3.3 Interaktionsbeobachtungen

3.4 Risikofaktoren

3.5 Diagnose

3.6 Der Weg aus der Krise

3.7 Auswirkungen

3.7.1 Bedeutung für die kindliche Entwicklung

3.7.2 Bedeutung für die Mutter-Kind-Dyade

3.7.3 Bedeutung für das Umfeld

3.8 Prävention

4. Qualitative Sozialforschung

4.1 Selbsthilfegruppe

5. Martha, ein Erfahrungsbericht

5.1 Methode „Grounded Theory“

5.2 Auswertung

6. Fazit

7. Anhang

7.1 EPDS-Selbsteinschätzungstest

7.2 Interviewtranskription

7.3 Offenes Codieren

7.4 Konzepte

7.5 Codierparadigmen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die soziale Konstruktion von Mutterschaft als normatives Ideal psychischen Druck auf Frauen ausübt und peripartal psychische Störungen (PPS) begünstigen kann. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Wirkmacht dieser Konstruktion auf das Erleben der neuen Mutterrolle sowie die Auswirkungen von PPS auf die Mutter-Kind-Dyade und das soziale Umfeld.

  • Soziale Konstruktion von Mutterschaft und Mutterbilder
  • Peripartal psychische Störungen (PPS) als Krisenereignis
  • Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Bindung und kindliche Entwicklung
  • Die Rolle professioneller Unterstützung und Prävention (Hebammen, Therapie)
  • Qualitative Analyse von Betroffenenerfahrungen mittels Grounded Theory

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Mutterschaft als eines der bedeutsamsten Ereignisse innerhalb der weiblichen Biografie unterliegt als biologisch-anthropologische Konstante den unterschiedlichen Maßstäben, die Frauen von einer pluralistischen Gesellschaft von Zeit zu Zeit auferlegt werden (vgl. Besch-Cornelius 1987, S. 43). Dabei sind die sozialen Praktiken von Mutterschaft stets geprägt durch kulturelle Weitergabe, politische Gegebenheiten sowie die individuellen Ressourcen der Einzelnen. In unserer westlichen Industriegesellschaft hat sich ein überzogenes Mutterideal etabliert, welches durch altruistische, bedingungslose Liebe und Glückgefühle charakterisiert ist. Überzogen deshalb, weil es den realen Verhältnissen und Lebenswirklichkeiten nicht immer gerecht werden kann. Der gesellschaftliche Anspruch an Frauen fördert überhöhte Ansprüche an sich selbst und setzt sie einem enormen Druck aus, zu dessen Bewältigung kein Raum gegeben wird.

Innerhalb dieser ideologischen Manifestationen gilt es als Frau die neue Rolle der Mutter selbstverantwortlich zu erarbeiten. Zugleich werden sie mit der physischen und psychischen Adaptierung konfrontiert, die Schwangerschaft, Geburt und Postpartalzeit unweigerlich mit sich bringen. Verstehen wir Mutterschaft demnach auch als eine „Reifungskrise“ (Moser 2018, S. 254) und lassen die normativ überformten Idealvorstellungen beiseite, so erkennen wir umso deutlicher die weibliche Vulnerabilität hinsichtlich psychischer Erkrankungen wie den peripartal psychischen Störungen (PPS).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Druck auf Mütter durch ein überzogenes Mutterideal und führt in die Thematik der peripartalen psychischen Störungen (PPS) als Reifungskrise ein.

2. Konstruktion von Mutterschaft: Dieses Kapitel analysiert, wie Mutterschaft durch gesellschaftliche Normen, den Ausschluss aus dem öffentlichen Raum und medizinische Kontrolle konstruiert wird und welche Auswirkungen dies auf die individuelle Autonomie von Frauen hat.

3. PPS als negativer Faktor einer Mutterschaft: Hier werden Formen, Symptome, Ursachen, Auswirkungen auf die Bindung sowie Diagnose- und Therapiemöglichkeiten bei PPS detailliert dargestellt.

4. Qualitative Sozialforschung: Dieser Teil erläutert das methodische Vorgehen der Feldforschung in einer Selbsthilfegruppe, um das Erleben von PPS theoretisch fundiert zu erfassen.

5. Martha, ein Erfahrungsbericht: Anhand einer Einzelfallstudie wird mittels Grounded Theory die individuelle Sichtweise einer betroffenen Mutter rekonstruiert und ausgewertet.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, betont die Notwendigkeit gesellschaftlicher und interdisziplinärer Aufklärung und mahnt einen lebensnäheren Entwurf von Mutterschaft an.

7. Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Materialien wie den EPDS-Test, Transkriptionen des Interviews sowie die detaillierte Auswertung in Form von Codes und Konzepten.

Schlüsselwörter

Mutterschaft, Peripartale psychische Störung, PPS, Mutterideal, Postpartale Depression, Mutter-Kind-Dyade, Grounded Theory, Bindung, Krisenintervention, Hebamme, Selbsthilfegruppe, Soziale Konstruktion, Identitätsfindung, Familiensystem, Psychische Gesundheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die psychischen Belastungen von Müttern durch gesellschaftliche Idealvorstellungen und analysiert das Phänomen der peripartal psychischen Störungen (PPS) als mögliche Folge.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Neben der theoretischen Einbettung von Mutterschaft als soziale Konstruktion stehen die klinischen Aspekte von PPS, die Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Beziehung und die methodische Aufarbeitung von Einzelfallberichten im Mittelpunkt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Aufklärung über PPS zu leisten, Erscheinungsbilder und Ursachen zu ergründen sowie die Bedeutung professioneller und sozialer Unterstützungssysteme für betroffene Mütter aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt qualitative Sozialforschung, insbesondere die Methode der teilnehmenden Beobachtung sowie narrative Interviews, die anschließend mittels Grounded Theory ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Konstruktion von Mutterschaft, eine medizinisch-psychologische Einordnung von PPS und eine qualitative Analyse eines Erfahrungsberichts (Fallstudie Martha).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Mutterschaftskonstruktion, Peripartale Depression, Mutter-Kind-Dyade, Bindungsaufbau und Grounded Theory.

Warum ist die Analyse der „toten Mutter“ relevant?

Die Metapher nach André Green verdeutlicht die existenzielle „Verlusterfahrung“, die ein Kind im Kontakt mit einer innerlich abwesenden, depressiven Mutter macht, und unterstreicht die Dringlichkeit der therapeutischen Intervention.

Welche Rolle spielen Vergleiche für betroffene Mütter?

Die Arbeit zeigt auf, dass der ständige Vergleich mit idealisierten Elternschaften bei depressiven Müttern zu einer negativen Selbstbewertung, Schamgefühlen und einem Gefühl der mangelnden Zugehörigkeit führt, was die psychische Krise weiter verstärken kann.

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Details

Titel
Die Konstruktion von Mutterschaft
Untertitel
Peripartal psychische Störung als Krise (in) der Mutter-Kind-Dyade
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Erziehungswissenschaft)
Note
1,0
Autor
Malin Gnoth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
127
Katalognummer
V1024060
ISBN (eBook)
9783346420817
ISBN (Buch)
9783346420824
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konstruktion von Mutterschaft peripartal psychische Störungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Malin Gnoth (Autor:in), 2020, Die Konstruktion von Mutterschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1024060
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