Die stereotype Darstellung von Frauen und Männern in auditiven Medien


Studienarbeit, 2019

31 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Formulierung des Forschungsproblems
2.1 Fragestellung und Erkenntnisinteresse
2.2 Gegenwärtiger Forschungsstand

3 Planung und Vorbereitung der Erhebung
3.1 Methodischer Zugang und Festlegung der Untersuchungsform
3.2 Stichprobenverfahren und Pretest

4 Datenerhebung

5 Datenauswertung

6 Berichterstattung
6.1 Ergebnisse und Diskussion
6.2 Ausblick

LITERATURVERZEICHNIS

Abstract

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, welche Wirkung eine stereotype Darstellung von Geschlecht in den Medien auf die Konsumierenden hat. Die Untersuchung geschieht mithilfe einer Online Umfrage und dem Einbinden eines Podcasts, anhand derer Rückschlüsse gezogen werden. Es stellt sich heraus, dass die Wirkung different sein kann und die Teilnehmenden Stereotype teilweise völlig unterschiedlich empfinden. Manche schenken ihnen keine Beachtung, andere hingegen verspüren negative Gefühle. Eine Adaption der dargestellten Vorurteile konnte nicht festgestellt werden. Es stellt sich heraus, dass weitere Untersuchungen nötig sind, um die Forschungsfrage vollends zu klären.

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Ergebnis Geschlechtsverteilung

Abbildung 2: Ergebnis Altersverteilung

Abbildung 3: Ergebnis Berufliche Situation

Abbildung 4: Ergebnis Bildungsgrad/Bildungsabschluss

Abbildung 5: Ergebnis Bundesland

Abbildung 6: Ergebnis Medienkonsum

Abbildung 7: Ergebnis Eigenschaftszuordnung

Abbildung 8: Ergebnis Aussagenbeurteilung I

Abbildung 9: Ergebnis Eindruck des Podcasts

Abbildung 10: Ergebnis Emotionen

Abbildung 11: Ergebnis Wirkung der Charaktere

Abbildung 12: Ergebnis Aussagenbeurteilung II

Abbildung 13: Ergebnis Vorbildfunktion und Vielfalt

Abbildung 14: Ergebnis Verärgerung bei stereotyper Darstellung

1 Einleitung

Medien wie Print, TV, Kino, Hörfunk, Online und weitere liefern mögliche Darstellungen, wie Frauen und Männer zu sein haben, berufen sich dabei aber auf Klischees und Stereotype. Sie reproduzieren somit Vorurteile und verbildlichte Muster, wie jemand mit einer bestimmten Zugehörigkeit zu sein hat. Neben dem Geschlecht können Stereotype etwa auch Nationalität, Ethnizität, Religionszugehörigkeit, Alter und Beruf betreffen (Thiele, 2015, S. 21).

Doch was steckt hinter diesen Bildern und wie empfinden die Konsumierenden dieser Medien die vorurteilsbehafteten Darstellungen? Soll sich eine Mehrheit darin wiederfinden oder soll ein Bild entstehen, welches vorgibt, so sein zu können, sein zu müssen, wie es die Medien vorgeben? Welche Gefühle entstehen, wenn stereotype Bilder aufgezeigt werden? Im Rahmen des Studienprojektes im Bachelorstudium Pädagogik gilt es die Frage zu klären, welche Wirkung stereotype Darstellungen der Geschlechter „Mann“ und „Frau“ auf die Konsumierenden der Medien haben, und ob sie klischeebehaftete Denkmuster fördern oder gar entstehen lassen. In der Untersuchung sollen hierbei auditive Medien wie beispielsweise Radio und Podcasts Anklang finden. Das Radio gilt als ein heute ständig präsentes Medium, welches so gut wie jede Bevölkerungsgruppe erreicht. Es begleitet weitere Tätigkeiten im Haushalt, bei der Berufsarbeit und im Straßenverkehr (Hickethier, S. 302). Ihm werden stimmungsbezogene Funktionen zugeschrieben, sodass es wegen seiner vielen Musikprogramme auch als ein Instrument des „mood managements“ gilt. Vor allem die Verbindung von Autofahren und Radiohören hat sich als eine ausgeprägte Kulturtechnik entwickelt (Hickethier, S. 303).

Bezüglich des Ablaufs soll zunächst die Formulierung des Forschungsproblems erfolgen. Danach erfolgt die Aufstellung der Forschungsfrage, die das Leitmotiv dieser Arbeit darstellt. Es schließt sich die Planung und Vorbereitung der Erhebung an, wobei der methodische Zugang, das Untersuchungsdesign, Stichprobendesign und Pretest erläutert werden. Die Datenerhebung stellt einen weiteren Punkt dar, hier findet die Erhebung anhand einer Online Befragung statt. Bei der Datenauswertung wird das gesammelte Material zunächst erfasst, kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert. Durch deskriptive Statistik erkennbar gemachte Zusammenhänge sollen ebenfalls analysiert werden. Abschließend folgt die Berichterstattung, wobei sich diese in Ergebnisse und Diskussion, sowie Ausblick gliedert.

2 Formulierung des Forschungsproblems

Zunächst soll das Forschungsproblem dargelegt werden. Hierzu präsentiert dieses Kapitel sowohl die Fragestellung als auch das Erkenntnisinteresse, aber auch den gegenwärtigen Forschungsstand als Anknüpfungspunkt zur Studie.

2.1 Fragestellung und Erkenntnisinteresse

Als Geschlechterstereotype gelten bestimmte Vorstellungen über charakteristische Eigenschaften des jeweiligen Geschlechts und haben besonders für Frauen negative Folgen. Ihnen werden expressive Eigenschaften wie Emotionalität, Abhängigkeit und Einfühlungsvermögen zugeschrieben, während das männliche Stereotyp instrumentelle Merkmale, darunter Aktivität, Stärke und Durchsetzungsvermögen verbindet. Dies führt dazu, dass Männer und Frauen für differente Rollen als geeignet gelten, was sich etwa im Familienleben, bei ungleicher Verteilung häuslicher Tätigkeiten, aber auch im Job, bei geringerer Bezahlung und schlechteren Aufstiegschancen, gegenüber männlichen Gleichqualifizierten, äußert (Six-Materna & Six, 2000). Bei der zugrundeliegenden Forschungsfrage dieser Arbeit geht es darum, aufzuzeigen, welche Auswirkungen stereotype Darstellungen der Geschlechter „Mann“ und „Frau“ auf die Konsumierenden medialer Güter haben. Es gilt zu klären, ob sie die Verinnerlichung gewisser Denkmuster fördern oder ferner für dessen Entstehung sorgen. Das Erkenntnisinteresse lässt sich damit begründen, dass die Darstellung von Männern und Frauen wie oben dargestellt, oft sehr klischeebehaftet ist, dies aber als normal wahrgenommen wird, obwohl eine Identifikation mit diesen Rollen immer häufiger überholt scheint. Das durchaus breit angelegte Forschungsfeld bedarf einer Eingrenzung, sodass sich die Untersuchung vor allem mit dem Medium Rundfunk befasst.

„Das Hören ist im Gegensatz zum Sehen eine Sinneserfahrung, die der Mensch nur in geringem Umfang lenken kann. Beim Sehen kann er durch ein Öffnen und Schließen der Augen, durch Blinzeln sowie durch die Veränderung der Blickrichtung eine Auswahl des Wahrzunehmenden treffen, nicht aber beim Hören. Er kann zwar das Hören auf einzelne Geräusche, Stimmen oder auf musikalische Motive fokussieren, aber nicht alles andere >ausblenden<. Das Ohr wird deshalb gegenüber dem Auge häufig als ein >passives<, >aufnehmendes< Sinnesorgan verstanden“ (Hickethier, 2010, S. 291).

Besonders interessant ist demnach, dass derartige Medien auditiv sind und somit durch sprachliche Komponenten Bilder in den Köpfen der Hörenden entstehen lassen, da sie keine visuelle Komponente besitzen. Hier ist also deutlich mehr Interpretationsarbeit von Nöten, als bei Medien mit auditiven und visuellen Bestandteilen. Um dies zu untersuchen soll eine quantitative Umfrage stattfinden, wobei die Versuchspersonen nebst Fragen eine Folge eines Radio Podcasts vorgespielt bekommen.

2.2 Gegenwärtiger Forschungsstand

Bezüglich des Forschungsstandes lässt sich sagen, dass etliche Werke existieren, welche den Zusammenhang zwischen Stereotypen und Medien zu erklären versuchen (Holtz-Bacha, 2011, Thiele, 2015, Sommer, 2017, Petersen & Schwender, 2009). Diese behandeln zumeist aber nicht primär den Rundfunk, können in Anbetracht der Untersuchung aber wichtige Anhaltspunkte und Vergleichsmöglichkeiten liefern und gewähren einen Einblick in studierte Felder. Zwei dieser Werke sollen hier kurz vorgestellt werden. So untersucht der Bereich der Kommunikations- und Medienwissenschaft die Darstellung von Männern und Frauen in der Werbung. Die Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Christine Holtz-Bacha zeigt hier in ihrem Werk „Stereotype - Frauen und Männer in der Werbung“ eine Bilanz zu 50 Jahren Forschung bezüglich Werbung und Geschlechterrollen auf. Dabei geht sie ebenfalls der Frage nach, ob die geschlechtsspezifischen Stereotype auch heute noch Konsequenzen auf die Gesellschaft haben, ob sie einen Vorbildcharakter besitzen und wie Konsumierende dieses Mediums mit den resultierenden Auswirkungen umgehen. Ferner weist sie darauf hin, dass langfristige und breit angelegte Studien besonders im Fernsehen und Rundfunk fehlen, um die Darstellung von Männern und Frauen zu vergleichen. Hierbei verweist sie auf deren Flüchtigkeit, welche vor allem die Werbeanteile betrifft (Holtz-Bacha, 2011, S. 9ff.) Hier zeigt sich, die Relevanz der Fragestellung, da die Flüchtigkeit der Beiträge betrachtet werden muss. Diese erhöhen die Komplexität, um eine längerfristige und breit angelegte Studie durchzuführen und um letztendlich aufzuzeigen, welche Auswirkungen die stereotype Darstellung von Männern und Frauen in den Medien auf den Konsumierenden besitzt. Als ein weiteres bedeutsames Werk, welches einen guten Überblick über den derzeitigen Forschungsstand von Stereotypen und Medien liefert, kann „Medien und Stereotype - Konturen eines Forschungsfeldes“ von Martina Thiele gelten. Sie setzt sich mit Tradierungen und Funktionen von Stereotypen auseinander, aber auch mit ihrer Wissenschaft und Geschichte, sodass die Entwicklungsverläufe nachvollziehbar werden. Ferner präsentiert sie Metaanalysen und ihre Ergebnisse, wobei unter anderem auf Geschlechter und Stereotype eingegangen wird. Hier finden auch „Geschlechterstereotype im Rundfunk“ anklang, sodass dortige Ergebnisse in die Untersuchung des vorliegenden Studienprojektes einfließen können (Thiele, 2015, S. 17ff.).

3 Planung und Vorbereitung der Erhebung

Im weiteren Verlauf folgen nun die Planung und Vorbereitung der Erhebung. Hierzu sollen zunächst der methodische Zugang und die Festlegung der Untersuchung begründet werden, um die zugrundeliegende Fragestellung zu beantworten. Hierbei handelt es sich um deskriptive Forschung, welche besonders in Printmedien und im Fernsehen Anklang findet. Ihre Auszeichnung besteht darin, dass sie eine möglichst umfassende Beschreibung eines klar definierten Untersuchungsbereiches vornimmt. Ferner stehen Fragen nach der Verteilung bestimmter Merkmale und Merkmalskombinationen im Fokus. Die Darstellung der Ergebnisse dieser Studien erfolgt zumeist in Form von univariaten und bivariaten Tabellen und lässt Rückschlüsse zu, etwa wie viele der Befragten sich für oder gegen etwas ausgesprochen haben und welche Unterschiede diesbezüglich innerhalb Personen verschiedener Bildungsabschlüsse existieren (Jacob, 2014, S. 63). Potenziale und Möglichkeiten, welche sich durch diese Methode ergeben, aber auch Materialzugang-, Verfügbarkeit und -Auswertungsinstrumente, sowie Kontaktmöglichkeiten zu potenziellen Testpersonen stehen im Rahmen der Fragestellung im Vordergrund. Im weiteren Verlauf folgen Stichprobenverfahren und Pretest der gewählten Methode, um gegebenenfalls Verständnisfehler und Unstimmigkeiten zu vermeiden und so eine aussagekräftige Umfrage zu ermöglichen.

3.1 Methodischer Zugang und Festlegung der Untersuchungsform

Um die Forschungsfrage zu klären, bietet sich eine Online Umfrage an. Dies kann zunächst damit begründet werden, dass Konsumierende des Mediums Internet wahrscheinlich auch Dienstleistungen des Rundfunks nutzen. Da außerdem eine Folge eines Podcasts eingebettet werden soll, kommt sich auch hier eine Online­Umfrage in Frage. Am Telefon ist es schwierig, einen Podcast abzuspielen und sofortiges Feedback zu erhalten und auch eine Befragung in der Innenstadt könnte durch Lärm und Nebengeräusche die Reaktionen auf das Medium beeinflussen. Weitere Vorteile einer Online-Befragung fasst Andreas Diekmann in seinem Werk „Empirische Sozialforschung - Grundlagen, Methoden, Anwendungen“ zusammen. Er betont zunächst die Schnelligkeit dieser Befragungsart. Sie seien „schnell durchführbar und die Daten werden wie beim computergestützten Telefoninterview (CATI) sofort abgespeichert. Auswertungen oder Zwischenauswertungen sind wenige Tage nach Studienbeginn möglich“ (Diekmann, 2007, S. 522). Da die Datenerhebung zu einen einmaligen Erhebungszeitpunkt stattfindet, handelt es sich bei der zugrundeliegenden Untersuchungsform um ein Querschnittsdesign. Kennzeichen dieser ist es, dass während eines Zeitpunktes oder einer kurzen Zeitspanne, eine einmalige Erhebung der Variablenwerte bei N Untersuchungseinheiten behandelt wird. Anders ist es bei Trend- und Paneldesigns, wobei wiederholte Erhebungen zu mehreren Zeitpunkten vorgenommen werden können (Diekmann, 2007, S. 304f.). Der Zugang soll über die sozialen Medien erfolgen. Beispielsweise können durch Facebook etliche Personen erreicht werden, die für die Studie in Frage kommen. Aber auch durch das Verschicken des Teilnahmelinks per Mail oder dem Einbinden auf einer Homepage, lassen sich potentielle Versuchspersonen erreichen. Möglichkeiten gibt es hier dementsprechend viele. Um die Umfrageergebnisse auszuwerten, sollen statistische Verfahren Anklang finden. Wenn es um die systematische Auswertung quantitativen Datenmaterials geht, werden diese gerne in der erziehungswissenschaftlichen Forschung eingesetzt, da sie es ermöglichen, in größeren Datenmengen Strukturen und Ordnung zu erkennen (Zierer, 2013, S. 135). Die meisten Verfahren zielen hierbei auf eine strukturierte Beschreibung des Materials ab, wobei Fragen nach Zusammenhängen im Vordergrund stehen. Durch deskriptive Statistik lässt sich beispielsweise das Ziel einer Beschreibung des Datenmaterials verfolgen (Zierer, 2013, S. 135).

3.2 Stichprobenverfahren und Pretest

Als Grundlage des Stichprobenverfahrens der vorliegenden Arbeit soll eine reine Zufallsauswahl dienen.

„Von einer reinen (oder uneingeschränkten) Zufallsauswahl spricht man dann, wenn jedes einzelne Element der Stichprobe unabhängig durch einen Zufallsprozess aus der Erhebungsgesamtheit „gezogen“ wird“ (Kromrey, 2016, S. 281).

Da Konsumierende angesprochen werden sollen, folgt die Verbreitung der Umfrage über die sozialen Medien hinweg, es findet jedoch keine feste Auswahl dieser potenziellen Teilnehmenden statt, sodass das Verfahren zufällig bleibt. Um möglichen Fehlern und Schwierigkeiten innerhalb der Befragung entgegenzuwirken und diese gegebenenfalls auszubessern, wurde vor der Erhebung ein Pretest im Zeitraum des 2. bis 4. August 2019 durchgeführt. Pretests sind nötig, um zufriedenstellende Erhebungsinstrumente zu entwickeln. Durch sie zeigen sich oft Probleme wie mehrdeutige oder schlecht verständliche Fragen, welche eine Überarbeitung zur Folge haben. Zumeist bedarf es mehr als einen Pretest (Diekmann, 2007, S. 195). Bei dem durchgeführten Pretest waren die eigentlichen Umfrageergebnisse nicht relevant, da diese in der verbesserten Befragung durch Optimierungen und Anpassungen möglicherweise anders aussehen könnten und somit die Ergebnisse anders interpretierbar sein können, etwa bei Mehrdeutigkeit. Die Auseinandersetzung mit dem genauen Inhalt der Fragen findet daher auch erst im nächsten Kapitel statt. Vielmehr ging es um mögliche Verständnisprobleme oder technische Fehler, welche die Umfrage erschwerten oder zu einer teilweisen Ergebnisverfälschung führen konnten. Dazu befand sich am Ende der Erhebung ein Feld in welchem die Teilnehmenden mögliche Probleme und Schwierigkeiten äußern durften. Über diese Bitte der Meinungsäußerung gab es zudem am Anfang der Umfrage eine Information, sodass sie ihren Fokus auf etwaige Unstimmigkeiten lenkten. Am Pretest nahmen zwölf Personen teil, wovon neun Befragte Feedback zur Umfrage gaben. Die Auswertung ergab drei Rechtschreibfehler, welche leicht auszubessern waren. Weiter gab es einen Formfehler. Hier ermöglichte es eine Frage, mehrere Antworten anzuklicken, obwohl nur eine vorgesehen war. Bei einer 6 anderen Frage bemängelten die Teilnehmenden zu viele Antwortmöglichkeiten und merkten an, dass manche Begriffe doppelt seien. Diese wurden gestrichen und somit übersichtlicher gestaltet. Nach der Optimierung wurden die bisherigen Ergebnisse gelöscht und der verbesserte Fragebogen für die Erhebung freigegeben.

4 Datenerhebung

Im Folgenden soll nun die Datenerhebung in Form einer Online Befragung vorgestellt werden. Diese dient letztlich der Klärung der zugrundeliegenden Fragestellung und soll mithilfe ihrer Ergebnisse möglichst eindeutige Antworten liefern. Die zuerst gewählte Plattform, www.surveymokey.de, erwies sich aufgrund von Kapazitätseinschränkungen für ungeeignet, sodass die Wahl letztendlich auf www.umfrageonline.com, fiel. Diese ermöglichte es, mithilfe der Studenten­Emailadresse ein unbegrenztes Konto zu nutzen und auch Medien einzubinden. Die Teilnahme an der Umfrage mit dem Titel „Geschlechtliche Stereotype in den Medien“ war vom 04.08. bis zum 09.08.2019 möglich. In diesem Zeitraum nahmen 64 Personen teil, von denen 50 die Umfrage beendeten. Da erst ab einer bestimmten Größenordnung davon ausgegangen werden kann, dass der wesentliche Teil der Verteilung der Stichprobenergebnisse an die Normalverteilung angenähert ist, sollte eine Stichprobe mindestens 30, besser 50 Fälle umfassen, was bei der vorliegenden Erhebung der Fall war (ADM, 2014, S. 59). Im Rahmen der Auswertung werden hierbei lediglich die Teilnehmenden berücksichtigt, welche den Fragebogen komplett beantworteten und dabei insgesamt 2.486 Antworten abgaben. Die Umfrage bestand aus 14, bzw. 15 Abschnitten, welche jeweils eine Seite füllten, wobei der Part des Podcasts in der Auswertung keine Nummer trägt, da hier keine auswertbaren Daten erhoben wurden. Die Befragung setze sich aus verschiedensten Darstellungsmöglichkeiten zusammen, darunter Dropdown­Listen, Multiple-Choice und Single Choice, Bewertungstabellen sowie grafische Bewertungsskalen. Bei den ersten fünf Fragen ging es um soziodemographische Merkmale.

„Zentrale soziodemographische Merkmale wie das Alter, der Bildungsabschluss oder der Wohnort sind Indikatoren für bestimmte Sozialisationsschicksale, unterschiedliche Lebenschancen und Erfahrungsmöglichkeiten. Sie sind damit wichtige unabhängige, erklärende Variablen und werden in jeder Datenanalyse benötigt. Die Erhebung von soziodemographischen Merkmalen setzt allerdings - 7 wie schon bei Netzwerkfragen - aufgrund ihrer Indikatorfunktion eine eingehende theoretische Begründung der Forschungsfrage voraus, aus der auch hervorgeht, welche unabhängigen Merkmale warum erhoben werden“ (Jacob, 2014, S. 151).

Hier wurde demnach nach geschlechtlicher Zugehörigkeit, Alter, beruflicher Situation, höchstem Bildungsabschluss, sowie nach dem Bundesland gefragt, in welchem die Person wohnhaft ist. Dies lässt sich damit begründen, dass die Zielgruppe relativ offen gestaltet wurde und so differente, aber auch gemeinsame Merkmale der Teilnehmenden erfassbar waren. Der sechste bis achte Part fragte nach konsumierten Medien, einer spontanen Zuordnung von Eigenschaften nach Geschlecht und der eigenen Meinung zu mehreren Behauptungen. Der im Folgenden gezeigte Podcast „Familie Fröhlich - Kofferpacken“ sollte anschließend auf Seite neun bis 12 bewertet werden. Hierbei ging es um gewonnene Eindrücke, Emotionen und die Wirkung der Charaktere und der Folge selbst. Außerdem wurden erneut Aussagen vorgestellt, zu denen die Teilnehmenden Stellung bezogen. Beim gewählten Podcast handelt es sich um eine 1:04 Minuten lange Sequenz des Radiosenders MDR Jump. Der Podcast handelt von Familie Fröhlich und ihrem Alltag, wobei die Folge „Kofferpacken“ das Thema Urlaub aufzeigt (MDR Jump, 2019). Zunächst erwähnt der Vater, Peter, dass das Packen nicht wieder auf den letzten Drücker passieren soll und dass sie deswegen jetzt die Koffer packen sollen. Celine, die Tochter, entgegnet, dass sie „die“ Koffer packt, woraufhin der Vater betont, dass jeder nur einen Koffer mitnehmen darf, da sonst nicht alles in den Kofferraum passt. Celine packt daraufhin mehrere Koffer ineinander und möchte die Anweisung des Vaters umgehen, doch dieser winkt ab und betont, dass jeder Koffer nur 15 Kilo wiegen darf. Mutter Maike regt sich auf und verdeutlicht, dass sie nicht bei Ryanair seien und man demnach nicht so streng sein müsse. Sohn Leon entgegnet, er nehme nur seine Regensachen mit und erntet Lob von Peter. Seine Mutter ist skeptisch und hakt nach. Playstation und Xbox? Die Sachen brauche er, falls es regne, entgegnet Leon. Peter erwidert, alle sollten sich ein Beispiel an Opa Günni nehmen, dieser habe nur einen kleinen Koffer. Opa entgegnet, in Südfrankreich brauche man eh nur eine Unterhose und Zahnpasta, den Rest habe Brigitte Bardot, bei der er aufwachen würde (vgl. MDR Jump, 2019). Die letzten beiden Teile zeigten wiederum Behauptungen bezüglich stereotyper Darstellung von Geschlechtern in den Medien im Allgemeinen auf und klammerten hierbei den Podcast aus. Hier sollen die Teilnehmenden erneut Stellung beziehen.

5 Datenauswertung

Im weiteren Verlauf erfolgt nun die Datenauswertung der Online Befragung. Dies geschieht mithilfe deskriptiver Statistik anhand erstellter Tabellen und Grafiken der gewählten Umfrageplattform. Das Kapitel gliedert sich dabei in die Erfassung der Daten und der anschließenden Darstellung möglicher Zusammenhänge. Wie bereits zuvor erwähnt, besteht die Umfrage aus 14 einzelnen Aufgaben zusammen, welche nun in die Auswertung einfließen. Hierbei wurden Standardabweichungen, arithmetische Mittel und mittlere absolute Abweichungen erhoben, welche zunächst kurz Erläuterung finden. Als arithmetisches Mittel gilt etwa der Mittelwert aller erhobenen Werte, welcher fast immer berechnet wird, wenn nach dem Durchschnitt gefragt wird, sodass dieser ersichtlich wird (Kosfeld et al., 2016, S. 79). Bei der mittleren absoluten Abweichung hingegen handelt es sich um einen Wert, welcher angibt, wie stark die erhaltenen Merkmalswerte durchschnittlich vom arithmetischen Mittel abweichen (Kosfeld et al., 2016, S. 118). Eine Standardabweichung zeigt eine durchschnittliche Abweichung der Merkmalswerte vom arithmetischen Mittel an, sodass nachvollzogen werden kann, inwieweit die Antworten der Befragten eher ähnlich sind oder sich unterscheiden. Sie besitzt die gleiche Einheit wie die Merkmalswerte und wird wie die mittlere absolute Abweichung interpretiert (Kosfeld et al., 2016, S. 120).

Den ersten fünf Fragen lagen soziodemographische Gesichtspunkte zugrunde, alle Daten wurden hierbei in Kreisdiagrammen dargestellt. So ging es zunächst um die geschlechtliche Zugehörigkeit.

[...]

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Die stereotype Darstellung von Frauen und Männern in auditiven Medien
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
31
Katalognummer
V1024803
ISBN (eBook)
9783346429223
ISBN (Buch)
9783346429230
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stereotype, Gender, Pädagogik, Medien, Medienpädagogik, Radio, Podcast
Arbeit zitieren
Katja Hoffmann (Autor:in), 2019, Die stereotype Darstellung von Frauen und Männern in auditiven Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1024803

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