Diese Arbeit untersucht, warum sich Kinder mit Migrationshintergrund eher für eine schulische, statt einer beruflichen Ausbildung entscheiden.
Die wohl häufigste Frage, die Kinder nach Beenden ihrer Schulzeit gestellt bekommen, ist wohl die Frage nach der weiterführenden Bildungslaufbahn. Schulabgänger stehen nach Abschluss ihrer Schulzeit vor der Wahl zwischen einer beruflichen oder schulischen Ausbildung. Da diese Entscheidung eine hohe Relevanz für das spätere Arbeitsleben darstellt, befasst sich die Soziologie seit vielen Jahren mit der Bildung von Kindern.
Inhaltsverzeichnis
1. Motivation der Arbeit
1.1 Erläuterung der Forschungsfrage
2. Theorethischer Hintergrund
2.1 Das Rational – Choice – Modell
3. Ansätze zur Erklärung von Bildungsentscheidungen
3.1. Bildungsaspirationen
3.1.1. Zuwanderungsoptimismus
3.1.2 Relatives Statuserhaltmotiv
3.2. Wahrgenommene Diskriminierung
3.3 Informationsdefizite
4. Studie von Hunkler und Tjaden (2018)
4.1 Kontext und Fragestellung
4.2 Herangezogene Erklärungsansätze
4.3 Vorgehen
4.4 Ergebnisse
4.5 Zusammenhang zwischen den Ergebnissen und Erklärungsansätzen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die soziologischen Gründe dafür, warum Kinder mit Migrationshintergrund häufiger schulische Bildungswege einer beruflichen Ausbildung vorziehen, selbst wenn sie schlechtere schulische Voraussetzungen mitbringen.
- Analyse von Bildungsaspirationen bei Migrantenfamilien
- Theoretische Einordnung mittels Rational-Choice-Modellen
- Untersuchung von Diskriminierungserwartungen und Informationsdefiziten
- Empirische Überprüfung anhand der Studie von Hunkler und Tjaden (2018)
- Rolle des Zuwanderungsoptimismus und Statuserhaltmotivs
Auszug aus dem Buch
1. Motivation der Arbeit
Die wohl häufigste Frage, die Kinder nach Beenden ihrer Schulzeit gestellt bekommen, ist wohl die Frage nach der weiterführenden Bildungslaufbahn. Schulabgänger stehen nach Abschluss ihrer Schulzeit vor der Wahl zwischen einer beruflichen oder schulischen Ausbildung. Da diese Entscheidung eine hohe Relevanz für das spätere Arbeitsleben darstellt, befasst sich die Soziologie seit vielen Jahren mit der Bildung von Kindern.
„Studienberechtigte mit Migrationshintergrund nehmen häufiger als diejenigen ohne Migrationshintergrund direkt nach dem Erwerb der Studienberechtigung ein Studium auf.“ (Schneider und Franke, 2014). Ethnische Unterschiede in der Bildung sind schon seit Jahren ein Forschungsgegenstand der Sozialwissenschaft. Während Ungleichheiten beim Erwerb der Hochschulreife in den letzten Jahren abgenommen haben, fällt ein Unterschied beim Übergang in den postsekundären und tertiären Bereichen auf (Lörz, 2012). Demnach ergibt sich bei Migranten eine Brutto-Studierquote von 76%, während Nicht-Migranten 73% aufweisen. Betrachtet man die Maximalquoten, so liegen die Unterschiede bei 83% und 79% (Schneider und Franke, 2014). Verschiedene Ansätze versuchen die erhöhte Studienaufnahme bei Migranten zu erklären. Eine große Rolle scheint dabei das höhere Bildungsstreben von Migrantenkindern zu spielen. Diese basieren hauptsächlich auf Erwartungen des sozialen Umfelds, insbesondere denen der Eltern. Da die Studienaufnahme von Studienberechtigten in den letzten Jahren zugenommen hat, rücken die Einflüsse, die zu diesen Bildungsentscheidungen führen immer mehr in den Vordergrund.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Motivation der Arbeit: Einleitung in die Thematik der Bildungsentscheidungen von Migrantenkindern und Darstellung der gesellschaftlichen Relevanz.
2. Theorethischer Hintergrund: Erläuterung des Rational-Choice-Modells als soziologische Grundlage zur Analyse von Kosten-Nutzen-Kalkulationen bei Bildungsentscheidungen.
3. Ansätze zur Erklärung von Bildungsentscheidungen: Vorstellung zentraler theoretischer Konzepte wie Bildungsaspirationen, Zuwanderungsoptimismus, Statuserhalt und wahrgenommener Diskriminierung.
4. Studie von Hunkler und Tjaden (2018): Empirische Untersuchung der Fragestellung anhand einer deutschlandweiten Stichprobe und Anwendung der KHB-Methode.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, wonach elterliche Bildungsaspirationen den stärksten Einfluss auf die Entscheidung gegen eine duale Ausbildung haben.
Schlüsselwörter
Bildungsentscheidung, Migrationshintergrund, Rational-Choice-Modell, Bildungsaspiration, Zuwanderungsoptimismus, Statuserhaltmotiv, Diskriminierung, Bildungsungleichheit, Berufliche Ausbildung, Schulische Ausbildung, Hunkler und Tjaden, Soziologie, Bildungsstreben, Sozialer Status, duales System.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die soziologischen Faktoren, die dazu führen, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund häufiger schulische Bildungswege wählen als eine berufliche Ausbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themenfelder umfassen die Bildungssoziologie, Migrationsforschung, Entscheidungstheorien (Rational-Choice) und die Analyse von Bildungschancen im deutschen Schulsystem.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, warum bei Migrantenkindern eine Tendenz zur schulischen Laufbahn besteht und welche Erklärungsansätze (wie Aspirationen oder Diskriminierung) dies begründen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse soziologischer Theorien sowie die Auswertung einer empirischen Querschnittsstudie (Hunkler und Tjaden, 2018), die mittels KHB-Methode ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch das Rational-Choice-Modell, die Vorstellung von Erklärungsmechanismen (Aspirationen, Diskriminierung) und die Diskussion der Studienergebnisse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den Kernbegriffen gehören: Bildungsaspirationen, Zuwanderungsoptimismus, Rational-Choice-Modell, Bildungsentscheidung und Migrationshintergrund.
Warum spielt der Zuwanderungsoptimismus eine so große Rolle für die Bildungsentscheidung?
Der Optimismus führt dazu, dass Migranteneltern hohe Bildungsansprüche an ihre Kinder stellen, da sie auf soziale Aufwärtsmobilität hoffen und aktuelle Probleme als lediglich temporär bewerten.
Welche Bedeutung hat das „Aspiration-Achievement Paradox“ in diesem Kontext?
Es beschreibt das Phänomen, dass Migrantenkinder trotz oft schlechterer Schulleistungen höhere Bildungsambitionen zeigen als einheimische Schüler, was die Bevorzugung schulischer Wege erklärt.
Konnte die These der Diskriminierung als Hauptgrund bestätigt werden?
Nein, die antizipierte Diskriminierung hat zwar einen Einfluss, wurde jedoch durch die Studie von Hunkler und Tjaden als eher untergeordnet gegenüber den elterlichen Erwartungshaltungen identifiziert.
Welcher Faktor erklärt laut Fazit am stärksten die Entscheidung gegen eine duale Ausbildung?
Die hohen Bildungsaspirationen und Erwartungshaltungen der Eltern an ihre Kinder, gepaart mit dem Wunsch nach Statuserhalt, sind die treibenden Faktoren.
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- Anonym (Author), 2020, Soziale Disparitäten. Gründe für die Bildungsentscheidungen von Kindern mit Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025348