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Geschlechtsspezifische Aufgabenteilung im Haushalt. Rhetorische Modernisierung und Geschlechterrevolution

Vergleich zweier empirischer Studien

Titel: Geschlechtsspezifische Aufgabenteilung im Haushalt. Rhetorische Modernisierung und Geschlechterrevolution

Hausarbeit , 2017 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Yasmin Eismayr (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Fokus dieser Arbeit liegt auf dem Bereich der Geschlechterkonstellation in Bezug auf die Arbeitsteilung im familiären Bereich.

Dazu werden die Untersuchungen von Petra Frerichs und Margareta Steinrücke "Kochen ein männliches Spiel? Die Küche als geschlechts- und klassenstrukturierter Raum" und "Arbeitsteilung bei der Ernährungsversorgung von Familien. Persistenz oder Wandel?" von Angela Häußler und Uta Meier-Gräwe herangezogen und näher beleuchtet.

Während des neunzehnten Jahrhunderts, der Zeit der Industrialisierung, war eine scharfe Trennung in Bezug auf die geschlechterspezifische Arbeitsteilung zu erkennen. Der Mann war gezwungen, seine Arbeitskraft zu verkaufen und galt als "Ernährer" der Familie. Den Frauen wurde die Rolle der Mutter zugeschrieben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die Rolle von Frau und Mann in der Gesellschaft

2. Empirische Ergebnisse zum Alltagsleben in Beziehungen

2.1 Auswertung der Studie von Frerichs/Steinrücke

2.2 Auswertung der Studie von Häußler/Meier-Gräwe

3. Rhetorische Modernisierung und Geschlechterrevolution

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Mechanismen, die den Zusammenhang zwischen dem Geschlecht und der Arbeitsteilung in deutschen Haushalten beeinflussen, und geht der Frage nach, wie weit sich Gleichheit zwischen Mann und Frau im familiären Alltag tatsächlich etabliert hat.

  • Analyse geschlechterspezifischer Rollenverteilungen in der Hausarbeit.
  • Vergleich verschiedener soziologischer Studien zu Alltagsleben und Ernährungsversorgung.
  • Untersuchung der Rolle von sozialen Milieus und Bildungsständen.
  • Theoretische Auseinandersetzung mit dem Konzept der "rhetorischen Modernisierung".
  • Erörterung der Persistenz verfestigter Verhaltensstrukturen trotz Modernisierungsdiskursen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Auswertung der Studie von Frerichs/Steinrücke

Frerich/Steinrücke haben sich hier im Besonderen auf den Aspekt der Aufteilung des „Kochens“ innerhalb des Familienbereichs konzentriert. Vor dem Hintergrund verschiedener sozialer Klassenfraktionen und Lebensstile wurde das „Kochen“ zum Gegenstand der Untersuchung. Dabei ist es wichtig, vorab eine Definition des „Kochens“ darzulegen. Das Kochen konstituiert sich aus der Zubereitung von Lebensmitteln, welches zum Überleben notwendig ist. Es ist zeitaufwändig und bietet viele Variationsmöglichkeiten, nach verschiedenen Rezepturen das Mahl zuzubereiten. Die Art und Weise des Kochens lässt sich auf Körperverhältnisse und die Zugehörigkeit zu einer Klasse zurückführen. (vgl. Frerichs/Steinrücke, 1997, S. 232). Als Grundlage nutzen Frerich/Steinrücke hier Bourdieus Modell des sozialen Raumes. Die Klassenpositionen bestimmen sich hierbei gemäß der Dreidimensionalität des Sozialraums. (vgl. Bourdieu 1982, S.422) Genutzt werden von Frerich/Steinrücke folgende Klassen:

Herrschende Fraktion: (Oberklasse) viel ökonomisches Kapital, aber nicht unbedingt viel kulturelles Kapital (z.B. Bauunternehmer)

Beherrschte Fraktion: höchste Bildungsabschlüsse: Einkommen höchstens die Hälfte eines Unternehmers (z.B. Gymnasiallehrer)

Mitte der Oberklasse: Freiberufler und Führungskräfte

Frerichs/Steinrücke (1997) führten dazu soziobiographische Interviews mit Männern und Frauen in verschiedenen sozialen Positionen. Der quantitative Teil besteht aus einer auf die Projektfragestellung zugeschnittenen Auswertung eines großen repräsentativen Datensatzes (sozioökonomisches Panel). Die zu interviewenden Personen wurden nach ihrer Klassenposition und anhand der beruflichen Stellung sowie sozialen Herkunft der Frau ausgewählt. Des Weiteren wurden die Gruppen Arbeiterpaar, AngestelltInnenpaar, BeamtInnenpaar und ManagerInnenpaar gebildet. (vgl. Frerichs/Steinrücke, 1997, S. 146)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Rolle von Frau und Mann in der Gesellschaft: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel der Geschlechterrollen und definiert den Fokus auf die geschlechterspezifische Arbeitsteilung im familiären Kontext.

2. Empirische Ergebnisse zum Alltagsleben in Beziehungen: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Fallstudien, um den Status Quo der Gleichberechtigung in der häuslichen Arbeitsteilung und beim Kochen zu bewerten.

2.1 Auswertung der Studie von Frerichs/Steinrücke: Diese Analyse konzentriert sich auf das Kochen als Ausdruck von Klassenunterschieden und zeigt klassenspezifische Verhaltensmuster bei der Aufteilung der Hausarbeit auf.

2.2 Auswertung der Studie von Häußler/Meier-Gräwe: Basierend auf der EVPRA-Studie werden hier sekundäranalytisch Normen und Rollenbilder untersucht, die Frauen auch bei Erwerbstätigkeit weiterhin für die Ernährungsversorgung zuständig machen.

3. Rhetorische Modernisierung und Geschlechterrevolution: Das Kapitel führt Angelika Wetterers theoretischen Ansatz ein, um die Diskrepanz zwischen dem rhetorischen Anspruch auf Gleichheit und der gelebten, ungleichen Praxis zu erklären.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass soziale Normen und inkorporiertes Wissen die Aufgabenteilung stabilisieren und eine echte Geschlechterrevolution bisher nur zögerlich stattfindet.

Schlüsselwörter

Arbeitsteilung, Haushalt, Geschlechterrollen, Moderne, Kochen, soziale Ungleichheit, Familienalltag, Rollenbilder, rhetorische Modernisierung, Sozialisation, Inkorporiertes Wissen, Geschlechterrevolution, Milieudifferenzierung, Familienernährerinnen,Doing Gender

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftlichen Mechanismen, die für die ungleiche Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau im familiären Haushalt in Deutschland verantwortlich sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die geschlechterspezifische Aufteilung von Hausarbeit (insbesondere Kochen), die Bedeutung sozialer Milieus und die theoretische Reflexion über den Wandel von Geschlechterverhältnissen.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist zu erörtern, welche gesellschaftlichen Mechanismen den Zusammenhang zwischen dem Geschlecht der Partner und der abhängigen Variable der häuslichen Arbeitsteilung beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse verschiedener soziologischer Primär- und Sekundärstudien, um deren Ergebnisse zusammenzuführen und theoretisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst empirische Ergebnisse zum Alltagsleben (Kochen, Ernährungsversorgung) dargestellt und anschließend durch das theoretische Konzept der "rhetorischen Modernisierung" nach Angelika Wetterer erklärt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie "inkorporiertes Wissen", "Doing Gender", "rhetorische Modernisierung" und "geschlechtstypische Arbeitsteilung" sind zentral für das Verständnis der Arbeit.

Warum spielt das "Kochen" eine so große Rolle für die Argumentation?

Das Kochen dient als konkretes Fallbeispiel, anhand dessen sich klassen- und geschlechtsspezifische Verhaltensmuster sowie Machtverhältnisse im Haushalt besonders gut empirisch nachweisen lassen.

Was besagt die Hypothese der "rhetorischen Modernisierung"?

Sie besagt, dass die Gesellschaftsmitglieder über das Wissen von Geschlechterdifferenz verfügen, welches den tatsächlichen Strukturen der sozialen Praxis weit vorausgeeilt ist, wodurch Ungleichheit maskiert wird.

Wie gehen "Familienernährerinnen" mit der häuslichen Last um?

Die Arbeit zeigt auf, dass auch Frauen, die den Großteil des Einkommens erwirtschaften, oft weiterhin die Hauptlast der Hausarbeit tragen, ohne dass eine Re-Traditionalisierung oder echte Gleichheit erfolgt.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin für die Zukunft?

Die Autorin plädiert für eine weiterführende Forschung zur Entstehung von "inkorporiertem Wissen" während der Sozialisation, um Ansätze zu finden, den Kreislauf verfestigter Rollenbilder zu durchbrechen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Geschlechtsspezifische Aufgabenteilung im Haushalt. Rhetorische Modernisierung und Geschlechterrevolution
Untertitel
Vergleich zweier empirischer Studien
Veranstaltung
Seminar
Note
1,0
Autor
Yasmin Eismayr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V1025368
ISBN (eBook)
9783346431653
ISBN (Buch)
9783346431660
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschlecht Arbeit Arbeitsteilun
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yasmin Eismayr (Autor:in), 2017, Geschlechtsspezifische Aufgabenteilung im Haushalt. Rhetorische Modernisierung und Geschlechterrevolution, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025368
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