Führung im situativen Ansatz der Organisationslehre. Eine vergleichende Gegenüberstellung von Führung über Strukturen und Führung über Personen


Hausarbeit, 2020

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Aufbau und Ziel der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen und Eingrenzungen
2.1 Führung – eine Definitionsgrundlage
2.2 Begriffserklärung: Situativer Ansatz der Organisationslehre
2.3 Was ist eine Organisation?

3. Formen der Führung
3.1 Führung im Situativen Ansatz
3.2 Führung über Strukturen
3.3 Führung über Personen

4. Eine vergleichende Gegenüberstellung: Führung über Strukturen vs. Führung über Personen

5. Schlussbetrachtung und Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Situativer Ansatz

Abbildung 2: Verdeutlichung des situativen Ansatzes

Abbildung 3: Grundschema des Kontingenzmodells von F. Fiedler

Abbildung 4: Dynamische Interaktionsbeziehung von mindestens zwei Personen

Abbildung 5: Strukturelle und interaktive Führung

1. Einleitung

1.1 Einführung

„Wer seiner Führungsrolle gerecht werden will, muß genug Vernunft besitzen, um die Aufgaben den richtigen Leuten zu übertragen - und genügend Selbstdisziplin, um ihnen nicht ins Handwerk zu pfuschen.“Theodore Roosevelt 1

Dieses Zitat verdeutlicht mit relativ einfachen Worten, wie Führung über Strukturen und Führung über Personen ineinandergreifen müssen, um den Erfolg eines Unternehmens zu ermöglichen. Die Vernunft der Führungskraft steht hierbei stellvertretend für die Führung über Personen mittels verbaler und nonverbaler Kommunikation als Interaktion zwischen Führendem und Geführtem. Die erwähnte Selbstdisziplin zielt auf die Aufgabe der Führungskraft als „Lückenbüßer der Organisation“2 bei Führung über Strukturen ab, bei der der Führende3 nur in Ausnahmefällen in die Handlungen des Geführten eingreift.

Ist dies tatsächlich der Schlüssel zum Erfolg eines Unternehmens? Oder aber reicht es aus, die für ein Unternehmen am besten passende Führungsdimension auszuwählen und sich ausschließlich daran zu orientieren?

1.2 Aufbau und Ziel der Arbeit

In dieser Arbeit wird die Führung in Bezug auf den situativen Ansatz in der Organisationslehre im Rahmen der Führung über Strukturen und Führung über Personen vergleichend gegenübergestellt. Im ersten Schritt werden die theoretischen Grundlagen erläutert und Eingrenzungen mittels Definitionen und Begriffserklärungen vorgenommen. Im Anschluss wird auf die beiden oben genannten Formen der Führung eingegangen. Der Kern dieser Arbeit liegt im Hauptteil, in dem auf die vergleichende Gegenüberstellung von Führung über Strukturen und Führung über Personen eingegangen wird.

Aufgrund der aktuellen, globalen Situation, wird abschließend auch der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Führungsstrukturen beleuchtet. Ziel dieser Arbeit ist es, die beiden Führungsformen Führung über Strukturen und Führung über Personen vergleichend gegenüberzustellen, Unterschiede herauszuarbeiten und mögliche Wechselwirkungen aufzudecken.

2. Theoretische Grundlagen und Eingrenzungen

2.1 Führung – eine Definitionsgrundlage

Der Begriff „Führung“ bedeutet, die interaktive Ausrichtung der Aktivitäten von Einzelpersonen und Gruppen, um bestimmte Ziele zu erreichen unter Einbeziehung der asymmetrischen sozialen Beziehungen des Führenden und des Geführten. Die Führungsausübung hat verschiedene Funktionen, zum Beispiel kann sie dem Geführten Sicherheit und Orientierung vermitteln, während in einer Organisation mit Arbeitsteilung die Führungsbeziehung den Zweck hat, die Koordination zu fördern und Ziele zu erreichen.4

Nach Lutz von Rosenstiels Definition von Führung werden die Mitarbeiter oder „Geführten“ von den Führungskräften dazu bewegt, Ziele zu erreichen. Diese Ziele sind überwiegend an den Unternehmenszielen orientiert.5

Nach Rolf Wunderer, an dessen Definition sich im Folgenden orientiert werden soll, wird Führung verstanden „[…] als ziel- und ergebnisorientierte, aktivierende und wechselseitige, soziale Beeinflussung zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben in und mit einer strukturierten Arbeitssituation.“6 Laut seiner Ausführungen findet man Führung in allen menschlichen Gemeinschaften. Angefangen beim Mikrokosmos Familie bis zum Makrokosmos Staat. Beispiele hierfür können freiwillige Zusammenschlüsse (z. B. Vereine oder Parteien), Zwangssituationen aber auch Unternehmen oder Verwaltungseinrichtungen sein. Auch in der Tierwelt gibt es solche Strukturen beispielweise in Form von Rudeln oder Herden, welche sich auch in der Interaktion zwischen Menschen und Tieren wiederfinden lassen.7

Die Führung hat außerdem folglich auch Auswirkungen auf die Entfaltung und Ausschöpfung der Leistungsfähigkeit, um den Antrieb und die Befähigung der Mitarbeiter zu steigern. Dazu gehört neben der personellen Zielerreichung, wie beispielsweise die Mitarbeiterzufriedenheit, auch die Sicherstellung und Steigerung der internen Prozesse (z. B. Kommunikation, Information und Organisation).8

Kurz gesagt versteht man unter Führung die Einflussnahme auf Menschen mit der Absicht, festgelegte Ziele und aufgabenbezogene Ziele durch Kontrolle und gezielten Einfluss zu erreichen. Daher sollte Führung immer als Prozess des Formens, Lenkens und Konzipierens betrachtet werden, in dessen Verlauf man zwischen Führung über Strukturen und Führung über Personen unterscheidet.

2.2 Begriffserklärung: Situativer Ansatz der Organisationslehre

Der Situative Ansatz ist eine Methode, die darauf abzielt, den Erfolg spezieller Organisationsstrukturen und dem Managementverhalten in Verbindung mit den Besonderheiten der jeweiligen Situation zu erklären. Man geht bei diesem Ansatz davon aus, dass die Gestaltung der formalen Organisationsstruktur eine große Einflussnahme auf den Erfolg der Organisation hat. Jedoch ist es wichtig zu berücksichtigen, dass es keine universelle Struktur gibt, die sich in allen Situationen als wirksam erweisen kann. Kieser und Walgenbach haben in ihrer Arbeit „Organisation“ die Eigenschaft formaler Strukturen folgendermaßen zusammengefasst:

Die Eigenschaften formaler Strukturen werden nicht als Konstanten, sondern als Variable konzipiert, d. h. beispielsweise, dass eine Organisation ein größeres oder geringeres Maß an Arbeitsteilung aufweisen sowie mehr oder weniger Verfahrensrichtlinien und Arbeitsanweisungen nutzen kann.9

Das Grundkonzept des Situativen Ansatzes basiert auf dem empirisch nachgewiesenen Kausalzusammenhang zwischen Situation, Struktur und dem Erfolg des Unternehmens. Bei der Erweiterung des situativen Ansatzes wird zudem der Einfluss der formalen Organisationsstruktur auf das Verhalten der Mitarbeiter einer Organisation und anschließend der Einfluss auf die Effizienz der Organisation analysiert.

Abbildung 1 verdeutlicht, ausgehend von der Situation der Organisation, die Effizienz einer solchen, als Folge der formalen Organisationsstruktur in Verbindung mit dem Verhalten der Mitarbeiter.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 : Der situative Ansatz (Quelle: Kieser und Kubicek 1992, S. 57)

Auch nach dem Werk „Kommunikation im organisatorischen Wandel“ verfasst von Alfred Kieser, Cornelia Hegele und Matthias Klimmer, ist der Situative Ansatz „[…] ein Versuch, den Zusammenhängen zwischen situativen Faktoren und der Organisationsstruktur auf Basis von systematischen Auswertungen bestehender organisatorischer Lösungen nachzugehen.“10

Empirische Studien zum Situativen Ansatz zielen darauf ab, welche Strukturen sich in welchen Situationen bewährt haben. Bei dieser Forschung stellt man sich folgende elementar wichtige Fragen:

1. Wie können reale Organisationsstrukturen beschrieben werden
2. Welche situativen Faktoren erklären Unterschiede zwischen den realen Organisationsstrukturen
3. Welche Auswirkungen besitzen situative Faktoren und Organisationsstrukturen auf das Verhalten der Organisationsmitglieder und die Effizienz der Organisation?

Um diese Fragen zu beantworten, wird vor allem eine Konzeption der Organisationsstruktur, der Situation, des individuellen Verhaltens sowie eine Theorie über die Auswirkungen der Situation auf die Organisation benötigt. Im Folgenden sollen jedoch nur auf die Konzeption der Unternehmensstruktur sowie die Konzeption der Situation eingegangen werden, da diese den größten Einfluss auf das Thema der Hausarbeit haben.11

Die Organisation betrifft:

- Spezialisierun
- Koordinatio
- Konfiguratio
- Delegatio
- Formalisierung

Auf der Seite der Situation wird unterschieden zwischen:

- Leistungsprogram
- Organisationsgröß
- Fertigungstechni
- Informationstechnologi
- Umwelt

Zusammenfassend lässt sich das Ziel des Situativen Ansatzes, wie auch in der folgenden Abbildung deutlich wird, als die Aufdeckung der Wirkungszusammenhänge zwischen der Situation der Organisation, der formalen Organisationsstruktur sowie dem Verhalten der Organisationsmitglieder hinsichtlich der Effizienz der Organisation in einer spezifischen Situation beschreiben.

[...]


1 https://www.aphorismen.de/zitat/25336, Zugriff am 02.08.2020.

2 Comelli/Rosenstiel/Nerdinger, 2014, S. 84.

3 Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in der vorliegenden Hausarbeit die gewohnte männliche Sprachform bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen verwendet.

4 Vgl. Wirtschaftslexikon Gabler, 14.02.2018.

5 Vgl. Rosenstiel, 2014, S. 3.

6 Wunderer, 2006, S. 4.

7 Vgl. Wunderer, 2006, S. 4.

8 Ebd., S. 5.

9 Kieser/Walgenbach, 2010, S. 40.

10 Kieser/Hegele/Klimmer, 1998, S. 81.

11 Meder/Jovic, Skript Organisation Teil 2, S. 54 f.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Führung im situativen Ansatz der Organisationslehre. Eine vergleichende Gegenüberstellung von Führung über Strukturen und Führung über Personen
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Rhein-Neckar e. V.
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
19
Katalognummer
V1025431
ISBN (eBook)
9783346431592
ISBN (Buch)
9783346431608
Sprache
Deutsch
Schlagworte
führung, ansatz, organisationslehre, eine, gegenüberstellung, strukturen, personen
Arbeit zitieren
Kevin Zimmermann (Autor:in), 2020, Führung im situativen Ansatz der Organisationslehre. Eine vergleichende Gegenüberstellung von Führung über Strukturen und Führung über Personen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025431

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