Um ein genaueres Bild bezüglich der Bundesliga im Vergleich zu der englischen Premier League bekommen zu können, greift diese Arbeit die Unterschiede der deutschen Fußball-Bundesliga und der Premier League auf. Sie beleuchtet die 50+1-Regel und das englische Investorenmodell und versucht durch Vergleiche von Transfermarktdaten, internationalen Kluberfolgen, Zuschauerzahlen und Vermarktungsrechten der beiden Ligen, Rückschlusse auf die Finanzierungsmodelle und Strukturen im Lizenzfußballbetrieb der beiden „Rivalen“ aufzuzeigen.
Zuvor werden eingangs die Strukturen im Profifußball im Generellen und der zwei behandelten Länder kurz erklärt, um die Brücke zum Kernthema zu spannen. Abschließend werden alle relevanten Ergebnisse in einer Konklusion zusammengefasst und in Verbindung gebracht und weitergehend ein Ausblick über mögliche Zukunftsszenarien aus Sicht des Autors gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Business oder Fußballromantik
2. Strukturen im (Profi)fußball
2.1 FIFA und UEFA
2.2 Deutsche Bundesliga
2.2.1 50+1 Regel
2.2.2 Rechtsformen der Bundesliga-Klubs
2.3 Premier League
2.3.1 Investoren & Besitzer
2.3.1.1 Owners’ and Directors’ Test
2.3.2 Rechtsformen der Premier League-Klubs
3. Transfermarkt
3.1 Bundesliga
3.1.1 Liga- und Spieler-Marktwert
3.1.2 Rekordtransfers
3.1.3 Transfervolumen
3.2 Premier League
3.2.1 Liga- und Spieler-Marktwert
3.2.2 Rekordtransfers
3.2.3 Transfervolumen
3.3 Spielerwechsel zwischen Bundesliga und Premier League
4. Vermarktung und Medien
4.1 Bundesliga
4.2 Premier League
5. Konklusion
5.1 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Studienarbeit untersucht die strukturellen und finanziellen Unterschiede zwischen der deutschen Bundesliga und der englischen Premier League mit einem besonderen Fokus auf die Auswirkungen der 50+1 Regel und der unterschiedlichen Investorenmodelle auf die Wettbewerbsfähigkeit der Ligen.
- Vergleich der Organisationsstrukturen und Eigentumsverhältnisse (Investorenmodelle)
- Analyse von Transfermarktdaten der letzten fünf Spielzeiten
- Untersuchung der finanziellen Auswirkungen durch Medienerlöse und Vermarktungsrechte
- Evaluation der sportlichen Erfolge in europäischen Wettbewerben
- Ausblick auf zukünftige Szenarien und Entwicklungen im Profifußball
Auszug aus dem Buch
2.2.1 50+1 Regel
Die Vereine der deutschen Fußball Bundesliga haben seit der Reform der Statuten des DFB am 23. Okt. 1998 die Möglichkeit, deren Lizenzspielerabteilungen auf Kapitalgesellschaften auszugliedern (Heermann & Schießl, 2003, S. 3). Dies sollte den Vereinen neue Möglichkeiten zur Kapitalgewinnung öffnen. Allerdings – hier kommt die 50+1 Regel ins Spiel – kann eine Lizenzspielerabteilung, die auf eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert wurde, nur dann eine Lizenz für die Bundesliga erhalten, wenn dessen Mutterverein mehrheitlich an dieser beteiligt is. Sprich der Mutterverein muss über mindestens 50% der Stimmenanteile plus eine weitere Stimme in der Versammlung der Anteilseigner verfügen (Deutscher Fußball-Bund, 2020, S. 16). Doch auch die 50+1 Regel beinhaltet zwei Ausnahmen, die es ermöglichen, dass der Mutterverein weniger als 50% der Stimmenanteile aufweist bzw. eben ein Investor die Stimmenmehrheit innehat.
Zum einen betrifft dies die Form der Kapitalgesellschaft. Ist die diese als KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) deklariert, „muss der Mutterverein oder eine von ihm zu 100% beherrschte Tochter die Stellung des Komplementärs haben“. Somit ist in dieser Konstellation ein Stimmenanteil des Muttervereins von weniger als 50% ausreichend, „wenn dem Komplementär die kraft Gesetzes eingeräumte Vertretungs- und Geschäftsführungsbefugnis uneingeschränkt zusteht“. Somit können sich mögliche Investoren nur als Kommanditaktionäre an der vom Mutterverein ausgegliederten Lizenzspielerabteilung beteiligen (Deutscher Fußball-Bund, 2020, S. 16).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Business oder Fußballromantik: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und beleuchtet die historische Rivalität sowie aktuelle Leistungsunterschiede zwischen englischen und deutschen Klubs im europäischen Wettbewerb.
2. Strukturen im (Profi)fußball: Es werden die hierarchischen Strukturen der FIFA, UEFA sowie die spezifische Organisation der Bundesliga und der Premier League erläutert, inklusive der Eigentümerverhältnisse.
3. Transfermarkt: Hier werden die Marktdaten, Rekordtransfers und Transfervolumina der beiden Ligen über die letzten fünf Jahre detailliert verglichen und analysiert.
4. Vermarktung und Medien: Dieser Abschnitt behandelt die finanzielle Dimension des Fußballs durch Medienerlöse, Vermarktung und Personalkosten in beiden Ligen.
5. Konklusion: Das Fazit fasst die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zusammen und wirft einen Blick auf mögliche zukünftige Entwicklungen im Profifußball.
Schlüsselwörter
50+1 Regel, Bundesliga, Premier League, Investoren, Lizenzspielerabteilung, Transfermarkt, Finanzkraft, Medienrechte, Vereinsstruktur, Profifußball, UEFA, FIFA, Vermarktung, Kapitalgesellschaft, Klubbesitzer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einem strukturellen und finanziellen Vergleich zwischen der deutschen Bundesliga und der englischen Premier League unter Berücksichtigung der jeweiligen regulatorischen Rahmenbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Schwerpunkte liegen auf den Eigentümerstrukturen, der 50+1 Regel in Deutschland, den Transferaktivitäten auf dem Spielermarkt sowie den finanziellen Einnahmequellen durch Medienrechte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich unterschiedliche Finanzierungsmodelle und Regulierungen auf die sportliche Wettbewerbsfähigkeit und die Vermarktungsmöglichkeiten beider Ligen auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse von Marktdaten, Statistiken und Reglements, um die Unterschiede in Struktur und Finanzkraft der beiden Ligen darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Verbandsstrukturen, eine detaillierte Auswertung der Transfermärkte sowie eine Untersuchung der Vermarktungs- und Medienstrategien der beteiligten Ligen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen 50+1 Regel, Transfervolumen, Investorenmodell, Medienerlöse und Wettbewerbsfähigkeit.
Welche Bedeutung hat die 50+1 Regel für deutsche Bundesligavereine?
Die Regel stellt sicher, dass der Mutterverein die Stimmenmehrheit an der ausgegliederten Lizenzspielerabteilung behält, wodurch eine vollständige Übernahme durch externe Investoren in der Regel verhindert wird.
Wie unterscheidet sich die Eigentümerstruktur der Premier League von der Bundesliga?
Während in Deutschland die Vereine meist die Stimmenmehrheit halten, befinden sich englische Klubs in der Regel in vollständigem Privatbesitz von Investoren, was größere finanzielle Spielräume bei Transfers und Gehältern ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Bernd Schartner (Autor:in), 2021, Die 50+1-Regel. Ein Vergleich zwischen Bundesliga und Premier League, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025551