Ist die Berichtsform Integrated Reporting eine Lösung für die aktuellen Probleme der CSR-Berichterstattung?
Zu Beginn der Arbeit werden die konzeptionellen, wissenschaftlichen Grundlagen der späteren Untersuchung dargestellt. Im Theoriekapitel steht hierzu die Konkretisierung der wesentlichen Begriffe und Forschungsbereiche, die die Arbeit berührt, im Mittelpunkt. So wird zunächst der Begriff CSR definiert sowie eine Begriffsbestimmung des Shareholder-Stakeholder-Ansatzes vorgenommen. Abgeschlossen werden die theoretischen Grundlagen mit einer inhaltlichen Darstellung der Unternehmensberichterstattung in Deutschland unter besonderer Fokussierung auf die Entwicklung des Integrated Reportings.
Im nachfolgenden Abschnitt wird die Umsetzung der CSR-Richtlinie der Europäischen Kommission in Deutschland einleitend veranschaulicht. Anschließend erfolgt eine Analyse der im Rahmen des CSR-RUG geschaffenen Normen im Handelsgesetzbuch (HGB). Das Fundament der Analyse bilden im Wesentlichen die Überlegungen zur EU-Richtlinie aus 2014. Sechs Jahre nach der Verabschiedung dieser Richtlinie durch die EU-Kommission und drei Jahre nach der Umsetzung in deutsches Recht wurde durch die EU-Kommission Verbesserungspotenzial identifiziert. Der folgende Abschnitt analysiert und beschreibt die aktuellen Probleme der EU-Richtlinie sowie allgemein der nichtfinanziellen Berichterstattung aus der Sicht unterschiedlicher Interessensgruppen. Nachfolgend werden das Konzept der integrierten Berichterstattung sowie dessen Vor- und Nachteile dargestellt.
Kern der Arbeit bildet eine qualitative Zuordnung der Probleme der nichtfinanziellen Berichterstattung zu den Vorteilen einer integrierten Berichterstattung und die Ausarbeitung einer Antwort auf die übergeordnete Forschungsfrage.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangspunkt und Relevanz des Themas
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen und theoretische Fundierung
2.1 Shareholder- und Stakeholder-Ansatz
2.1.1 Shareholder-Value-Ansatz
2.1.2 Stakeholder-Value-Ansatz
2.1.3 Informationsasymmetrien
2.2 Corporate Social Responsibility (CSR)
2.2.1 Nachhaltigkeit
2.2.1.1 Begriffsdefinition
2.2.1.2 Triple-Bottom-Line-Ansatz
2.2.2 Pyramidenmodell von Caroll
2.2.3 Begriffsdefinition CSR
2.2.4 CSR und Stakeholder-Dialog
2.3 Unternehmensberichterstattung
2.3.1 Entwicklung der Unternehmensberichterstattung
2.3.2 Nichtfinanzieller Berichterstattung
2.3.2.1 Grundlagen nichtfinanzieller Berichterstattung
2.3.2.2 Das Konzept der Wesentlichkeit in der nichtfinanziellen Berichterstattung
2.3.2.3 Rahmenwerke der nichtfinanziellen Berichterstattung
2.3.3 Integrated Reporting
2.3.3.1 Grundlagen Integrated Reporting
2.3.3.2 Berichtsprinzipien – guiding principles
2.3.3.3 Inhaltselemente
3 Analyse der CSR Richtlinie und Integrated Reporting
3.1 Analyse der CSR-Richtlinie
3.1.1 Entwicklung von CSR in Europa und Deutschland
3.1.2 Anwendungsbereich der CSR-Richtlinie
3.1.3 Inhalt der CSR-Richtlinie
3.1.4 Zielsetzung der nichtfinanziellen Berichterstattung
3.2 Ex-post-Analyse der CSR-Richtlinie
3.2.1 Relevanz der CSR-Berichterstattung im öffentlichen Diskurs
3.2.2 Analyse aus der Stakeholder Perspektive
3.2.3 Analyse aus der Unternehmens Perspektive
3.3 Vor- und Nachteile des Integrated Reportings
4 Diskussion der Untersuchungsergebnisse
4.1 Zuordnung der Vorteile des Integrated Reportings zu Problemen der CSR Berichterstattung
4.2 Ergebnis
5 Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die integrierte Berichterstattung (Integrated Reporting) als Lösungsansatz für die aktuellen Defizite der CSR-Berichterstattung in deutschen Unternehmen dienen kann, wobei insbesondere die Qualität, Vergleichbarkeit und Informationsvermittlung im Fokus stehen.
- CSR-Berichterstattung und deren regulatorischer Rahmen
- Analyse aktueller Probleme der nichtfinanziellen Berichterstattung
- Konzept und Potenziale des Integrated Reporting
- Qualitative Zuordnung von Berichtsvorteilen zu bestehenden Problemen
Auszug aus dem Buch
2.3.2.2 Das Konzept der Wesentlichkeit in der nichtfinanziellen Berichterstattung
Gemäß § 289c HGB ist in der nichtfinanziellen Erklärung mindestens auf die Aspekte Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung einzugehen. Eine Eingrenzung der Berichtspflichten erfolgt jedoch durch die Wesentlichkeitsformel der nichtfinanziellen Erklärung. Demnach sind die Angaben zu verfolgten Konzepten, Risiken und Leistungsindikatoren verpflichtend, sofern sie „für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage der Kapitalgesellschaft sowie der Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf die in Absatz 2 genannten Aspekte erforderlich sind“ (§ 289c Abs. 3 HGB). Die Formulierung wurde für die Umsetzung in deutsches Recht direkt aus der EU-Richtlinie 2014/95/EU übernommen. Die Formulierung beinhaltet zwei kumulativ zu erfüllende Bedingungen. Verpflichtende nichtfinanzielle Angaben sind nur dann zu machen, wenn diese:
• sowohl für das Verständnis der Auswirkungen auf die nichtfinanziellen Aspekte (nachhaltigkeitsbezogene Wesentlichkeit)
• als auch für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage der Kapitalgesellschaft (ökonomische Wesentlichkeit)
erforderlich sind. Die Berichtspflicht gemäß CSR-RUG (§ 289c HGB) stellt somit die Schnittmenge (C) aus berichtspflichtigen Themen nach § 289 Abs. 3 HGB (Lagebericht) und Themen, die in Nachhaltigkeitsberichten darzustellen sind (bspw. Rahmenwerk der Global Reporting Initiative) (B), dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der CSR-Berichterstattung ein, erläutert die Relevanz der EU-Regulierungen und definiert die Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich des Integrated Reportings.
2 Grundlagen und theoretische Fundierung: Das Kapitel legt die theoretische Basis durch die Erläuterung von Shareholder- und Stakeholder-Ansätzen, Nachhaltigkeitskonzepten, CSR-Definitionen sowie aktuellen Ansätzen der Unternehmensberichterstattung.
3 Analyse der CSR Richtlinie und Integrated Reporting: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der regulatorischen CSR-Richtlinie, ihrer Analyse aus Stakeholder- und Unternehmensperspektive sowie der Diskussion der Vor- und Nachteile des Integrated Reportings.
4 Diskussion der Untersuchungsergebnisse: In diesem Kapitel werden die identifizierten Probleme der CSR-Berichterstattung den Vorteilen des Integrated Reportings gegenübergestellt, um die Forschungsfrage qualitativ zu beantworten.
5 Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und ordnet die Bedeutung der nichtfinanziellen Berichterstattung in eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung ein, verbunden mit Empfehlungen für zukünftige Forschung.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, CSR-Richtlinie, Integrated Reporting, Nachhaltigkeit, Unternehmensberichterstattung, Stakeholder, Shareholder, Wesentlichkeit, Lagebericht, CSR-RUG, nichtfinanzielle Erklärung, Transparenz, Informationsasymmetrien, EU-Regulierung, Wertschöpfung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Master-Thesis grundlegend?
Die Arbeit analysiert die CSR-Berichterstattung deutscher Unternehmen im Spannungsfeld der EU-Regulierungen und untersucht, ob das Konzept des Integrated Reporting Lösungen für bestehende Probleme bietet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen von CSR und Unternehmensberichterstattung, der Analyse der gesetzlichen CSR-Richtlinie sowie der Evaluation des Integrated Reporting als alternatives Berichtsformat.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin, zu klären, ob die Berichtsform Integrated Reporting eine Lösung für die aktuellen Probleme und Unzulänglichkeiten der klassischen CSR-Berichterstattung darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine qualitative Analyse, die aktuelle Probleme aus verschiedenen Perspektiven (Stakeholder/Unternehmen) beleuchtet und diese mit den Vorteilen des Integrated Reporting vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Analyse der CSR-Richtlinie, die Ex-post-Analyse der Umsetzung sowie die Diskussion der Vor- und Nachteile der integrierten Berichterstattung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie CSR-Berichterstattung, Integrated Reporting, Wesentlichkeit, Stakeholder-Dialog und Informationsasymmetrien charakterisieren.
Warum wird die Wesentlichkeitsformel im Kontext der CSR-Richtlinie als kritisch betrachtet?
Die Wesentlichkeitsformel wird kontrovers diskutiert, da sie die kumulative Erfüllung von wirtschaftlicher und nachhaltigkeitsbezogener Wesentlichkeit fordert, was die Berichterstattung über sensible soziale Risiken einschränken kann.
Welche Rolle spielt das "integrated thinking" in dieser Arbeit?
Das "integrated thinking" wird als eine wichtige Voraussetzung für die Transformation zur integrierten Berichterstattung gesehen, um die Komplexität der Wertschöpfung besser in die Unternehmensplanung zu integrieren.
Welches Fazit zieht die Arbeit hinsichtlich der Problemlösung durch Integrated Reporting?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Integrated Reporting zwar keine Patentlösung für alle Probleme darstellt, aber durch konnektive Darstellung und höhere Stakeholder-Orientierung das Potenzial zur qualitativen Verbesserung der Berichterstattung besitzt.
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- Anonym (Author), 2021, CSR-Berichterstattung deutscher Unternehmen im Spannungsfeld der EU-Regulation. Integrated Reporting als mögliche Lösung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025578