Das Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit ist es, anhand der Image Repair Theory (Benoit 1995) und der Situational Crisis Communication Theory (Coombs 2007) Kommunikationsstrategien zur Überwindung von Unternehmenskrisen zu erarbeiten und am Beispiel der Krisenkommunikation von Boeing zu untersuchen, ob der Flugzeughersteller diese Kommunikationsstrategien verwendet hat. Dazu wurde eine qualitative Inhaltsanalyse der Krisenkommunikation von Boeing durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kommunikationsstrategien von Boeing den Antwortstrategien nach Coombs und Benoit zugeordnet werden konnten. Jedoch müssen die Kommunikationsstrategien auf die jeweilige Krisensituation angepasst werden, was Boeing nicht umgesetzt hat, weshalb die Strategien insgesamt nicht zu einer erfolgreichen Überwindung der Krise beigetragen haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlage
2.1 Krisen und krisenähnliche Phänomene
2.1.1 Krisenarten und Krisenursachen
2.1.2 Krisenwirkungen
2.1.3 Krisenphasen
2.2 Der Stakeholder-Ansatz als Unternehmenskommunikation
2.3 Krisenkommunikation
2.3.1 Die Image Repair Theory
2.3.2 Situational Crisis Communication Theory
2.4 Der Fall Boeing
3. Methodik
3.1 Die Inhaltsanalyse
3.2 Ablauf der Analyse
4. Ergebnisse der Analyse
4.1 Kommunikationskanäle von Boeing
4.2 Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse
4.3 Verlauf der Kommunikationsstrategien
5. Diskussion
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit besteht darin, anhand der "Image Repair Theory" von William L. Benoit und der "Situational Crisis Communication Theory" von W. Timothy Coombs erfolgreiche Kommunikationsstrategien zur Überwindung von Unternehmenskrisen zu identifizieren. Dabei wird untersucht, inwieweit das Unternehmen Boeing diese Strategien in seiner Kommunikation nach den folgenschweren Flugzeugabstürzen der 737 MAX-Reihe angewendet hat, um die Krise zu bewältigen.
- Analyse theoretischer Ansätze der Krisenkommunikation und des Stakeholder-Managements
- Rekonstruktion der Unternehmenskrise von Boeing nach den 737 MAX-Abstürzen
- Qualitative Inhaltsanalyse offizieller Unternehmensstatements von Boeing
- Evaluation der Kommunikationsstrategien hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Glaubwürdigkeit
Auszug aus dem Buch
Die Image Repair Theory
In seiner Image Repair Theory ergründet William L. Benoit verschiedene kommunikative Strategien und Antwortmöglichkeiten, die Unternehmen im Kontext einer Krise zur Minimierung des Imageschadens verwenden können. Benoits Theorie, welche erstmals 1995 veröffentlicht und 2008 von der Image Restauration in die Image Repair Theory umbenannt wurde, ist als Erweiterung der Apologia Theory nach Ware und Linkugel anzusehen, auf welche in dieser Arbeit nicht näher eingegangen werden soll. Abbildung 4 zeigt, dass die Reparation des Images der Krisenkommunikation zuzuordnen ist und einen wichtigen Teil in ihr einnimmt.
Krisen haben das Potential das Image eines Unternehmens maßgeblich zu gefährden. Ziel der Krisenkommunikation ist es, die Wahrnehmung der Öffentlichkeit und das Image des Unternehmens positiv zu beeinflussen und den Schaden zu minimieren.
Zusammengefasst bedeutet Image: historisch begründete, bewertende, relativ dauerhafte und typisierende Vorstellungen, die in symbolischen, identitätsstiftenden Bildern verdichtet sind und zu einem bestimmten Handeln verpflichten oder mobilisieren (Eugen Buß 2007: 229).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Boeing-Krise ein und definiert das Forschungsziel sowie die zentralen Fragestellungen der Arbeit.
2. Theoretische Grundlage: Dieses Kapitel erläutert Begriffe wie Unternehmenskrise, Krisenkommunikation und stellt die theoretischen Modelle von Benoit und Coombs vor.
3. Methodik: Hier wird das methodische Vorgehen der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring beschrieben, inklusive der Auswahl des untersuchten Materials.
4. Ergebnisse der Analyse: Dieser Teil präsentiert die identifizierten Kommunikationskanäle von Boeing sowie die Ergebnisse der qualitativen Analyse der Strategien.
5. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch vor dem Hintergrund der theoretischen Modelle und der Krisensituation von Boeing.
6. Fazit: Das abschließende Kapitel beantwortet die Forschungsfragen und bewertet die Krisenkommunikation von Boeing.
Schlüsselwörter
Krisenkommunikation, Unternehmenskrise, Boeing 737 MAX, Image Repair Theory, Situational Crisis Communication Theory, qualitative Inhaltsanalyse, Reputationsmanagement, Stakeholder, Krisenstrategien, Unternehmenswerte, Sicherheitskommunikation, Flugzeugabsturz, Krisenmanagement, Kommunikation, Verantwortungsübernahme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Krisenkommunikation des Flugzeugherstellers Boeing nach den Abstürzen der 737 MAX-Reihe und analysiert, inwieweit diese auf etablierten theoretischen Modellen basiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Krisenmanagement, strategische Kommunikation in Extremsituationen, Stakeholder-Interessen und die mediale Aufarbeitung von Unternehmenskrisen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ermitteln, welche Kommunikationsstrategien nach Benoit und Coombs zur Verfügung stehen und inwieweit Boeing diese zur erfolgreichen Krisenbewältigung tatsächlich eingesetzt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um offizielle Statements und Dokumente von Boeing systematisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Krisenkommunikation, die Rekonstruktion des Falls Boeing sowie die detaillierte Analyse und Diskussion der angewandten Kommunikationsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Krisenkommunikation, Boeing 737 MAX, Image Repair Theory, SCCT und Reputationsmanagement.
Warum wird der "Intentional Cluster" bei Boeing als zentral eingestuft?
Da Boeing für die technischen Fehler bei der 737 MAX verantwortlich war, ordnet die Autorin den Fall dem "Intentional Cluster" zu, der ein hohes Maß an Krisenschuld und Reputationsgefahr beinhaltet.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Boeing-Kommunikation?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Boeings Kommunikationsstrategien trotz ihrer theoretischen Übereinstimmung mit Expertenmodellen wenig glaubwürdig waren, da sie die Verantwortung zu lange verleugneten.
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- Laura Ziegler (Author), 2020, Erfolgsstrategien der Krisenkommunikation. Kommunikationsstrategien eines Unternehmens aus der Luft- und Raumfahrtbranche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025597