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Das rhetorische Potential von Memes im politischen Kontext

Titel: Das rhetorische Potential von Memes im politischen Kontext

Masterarbeit , 2020 , 88 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Peter Oliver Greza (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist der Versuch einer erstmaligen rhetorischen Einordnung des Phänomens der Memes.

Diese Arbeit verortet sich dabei in der Tübinger Rhetoriktradition, versteht unter Rhetorik also die strategische Kommunikation eines handlungsmächtigen Orators. Es soll anhand eines qualitativen Korpus verschiedener Memes, die während des amerikanischen Wahlkampfs 2016 gepostet wurden, untersucht werden, ob Memes prinzipiell dazu geeignet sind, rhetorisches Potential zu entfalten. Falls diese Frage bejaht werden kann, soll weiterhin untersucht werden, worin sich dieses rhetorische Potential zeigen kann. Um in diesen Fragen zu einem aussagekräftigen Ergebnis zu kommen, werden aufgrund des beschränkten Umfangs der Arbeit mehrere rhetorisch relevante Kategorien untersucht, anstatt nur einige wenige Themenbereiche zu vertiefen. Letzteres wäre sodann Aufgabe möglicher Folgeuntersuchungen.

Welchen kommunikativen Mehrwert sehen Menschen in der Verwendung eines Memes? Welche kommunikativen Funktionen kann so ein Meme erfüllen? Dass diese Fragestellungen durchaus relevant sind und immer wichtiger werden, zeigt sich nicht nur daran, dass Memes seit einigen Jahren immer häufiger von InternetnutzerInnen zur alltäglichen und auch politischen Kommunikation herangezogen werden, sondern auch darin, dass die Forschung sich verstärkt mit diesem Phänomen beschäftigt.

Dabei wird dieses Phänomen von vielen verschiedenen Seiten betrachtet, wobei eine eingehende rhetorische Untersuchung bisher noch fehlt. Dass Memes auch für die Rhetorik, also die Untersuchung strategischer Kommunikation, einiges an Relevanz besitzen, zeigt sich darin, dass Memes nicht nur in der Alltagskommunikation, sondern auch in der politischen Kommunikation, unter anderem auch von offiziellen Parteien im Wahlkampf, verwendet werden und das in immer größerem Umfang. Also in Kommunikationssituationen, in denen Menschen von anderen Standpunkten überzeugt werden sollen, per definitionem dem Kerngebiet der Rhetorik. Aus diesem Grund wird in dieser Arbeit der Blick auch spezifisch auf Memes im politischen Kontext gerichtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DAS MEME

2.1 FORSCHUNGSSTAND UND ZUSCHREIBUNGSSAMMLUNG

2.2 BEGRIFFSGESCHICHTE

2.2.1 Dawkins

2.2.2 Memes im Internet

2.2.3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten Meme und Mem

2.3 UNTERSCHIEDLICHE MEME-FORMEN

2.4 DEFINITIONEN MEME

2.4.1 Bisherige Definitionsversuche

2.4.2 Arbeitsdefinition

2.5 MEME-GENESE

2.5.1 Die Rolle von Social-Media-Netzwerken für Memes und die politische Meinungsbildung mit Fokus auf Twitter

2.5.2 Entstehung eines Meme-fähigen Artefakts

2.5.3 Viralität

2.5.4 Variation und Konventionalisierung

2.5.5 Produktion eines Memes über Meme-Generatoren

3. METHODE UND FRAGESTELLUNG

3.1 THEMENEINGRENZUNG

3.2 FRAGESTELLUNG

3.3 METHODE

3.4 DAS KORPUS

4. DAS MEME ALS KOMMUNIKATIONSFORM

4.1 DAS IMAGE-MACRO UND SEINE FORMALEN BEGEBENHEITEN

4.2 DAS BILD ALS GRUNDLAGE EINES MEMES UNTER BILDRHETORISCHEN ÜBERLEGUNGEN

4.3 BEDEUTUNGSKONSTRUKTION IN ABHÄNGIGKEIT DES VORWISSENS UND DES KONTEXTES

4.4 DAS MEME IN DER POLITISCHEN ALLTAGSKOMMUNIKATION

4.5 ZUSAMMENFASSUNG

5. DAS MEME IN DER STRATEGISCHEN KOMMUNIKATION

5.1 DER MEME-ORATOR

5.2 DAS MEME IN HINBLICK AUF KOMMUNIKATIVE WIDERSTÄNDEN

5.2.1 Der kognitive Widerstand

5.2.2 Der Sprachwiderstand

5.2.3 Der textuelle Widerstand

5.2.4 Der mediale und situative Widerstand

5.3 DAS PERSUASIVE POTENTIAL VON MEMES ANHAND DER ORIENTIERUNGSASPEKTE

5.3.1 Instruktiver Orientierungsaspekt

5.3.2 Verifikativer Orientierungsaspekt

5.3.3 Axiomativer Orientierungsaspekt

5.3.4 Evaluativer Orientierungsaspekt

5.3.5 Emotiver Orientierungsaspekt

5.3.6 Direkt-stimulativer Orientierungsaspekt

5.3.7 Voluntativer Orientierungsaspekt

5.3.8 Zusammenfassung

5.4 DAS MEME ALS MITTEL ZUR ERZEUGUNG VON SYSTASE

5.5 MEMES ALS MITTEL ZUR ERREGUNG, ERHALTUNG UND LENKUNG VON AUFMERKSAMKEIT

6. FAZIT UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, eine erstmalige rhetorische Einordnung von Memes im politischen Kontext vorzunehmen. Dabei wird untersucht, ob Memes ein rhetorisches Potential besitzen, wie sie dieses entfalten können und inwieweit sie als Instrumente der strategischen Kommunikation dienen, um kommunikative Widerstände zu überwinden oder persuasive Effekte zu erzielen.

  • Rhetorische Analyse von Internet-Memes (Fokus auf Image-Macros)
  • Die Bedeutung von Vorwissen und Kontext für die Bedeutungskonstruktion
  • Rolle des Memes in der politischen Alltagskommunikation und strategischen Kommunikation
  • Überwindung kommunikativer Widerstände (kognitiv, sprachlich, textuell, medial)
  • Persuasives Potential anhand rhetorischer Orientierungsaspekte und Systase-Bildung

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Der US-amerikanische Präsident Donald Trump postet während des Wahlkampfes 2016 einen Tweet auf Twitter, in dem er vorschlägt, Menschen, die die amerikanische Flagge verbrennen, die Staatsbürgerschaft abzuerkennen. Unter den 106.816 Retweets und Antworten auf diesen Tweet befindet sich neben vielen kritischen und bestätigenden schriftsprachlichen Antworten unter anderem auch eine, die ein Bild eines berühmten Charakters aus der popkulturell sehr bekannten Film-Trilogie „Der Herr der Ringe“ zeigt. Über das Bild ist ein schriftsprachlicher Text gelegt: „One does not simply ‚revoke‘ citizenship“. Ein abgewandeltes Zitat der originalen Szene. Es ist also ganz offensichtlich eine direkte Reaktion auf die Aussage Trumps, was bedeutet, dass sich jemand, nachdem er den Tweet von Trump gesehen hat, die Mühe gemacht haben muss, dieses Bild mit diesem schriftsprachlichen Text genau so zusammenzufügen und dann als Antwort auf den Tweet von Trump zu posten. Dieser Mix aus Bild und schriftsprachlichem Text wird im Internet-Jargon als „Meme“ bezeichnet. Aber warum hat der Nutzer den Mehraufwand auf sich genommen, dieses Meme zu erstellen, wenn er doch auch einfach seine Meinung schnell tippen und in wenigen Sekunden hätte abschicken können?

Welchen kommunikativen Mehrwert sah er in der Verwendung eines Memes? Welche kommunikativen Funktionen kann so ein Meme erfüllen? Dass diese Fragestellungen durchaus relevant sind und immer wichtiger werden, zeigt sich nicht nur daran, dass Memes seit einigen Jahren immer häufiger von InternetnutzerInnen zur alltäglichen und auch politischen Kommunikation herangezogen werden, sondern auch darin, dass die Forschung sich verstärkt mit diesem Phänomen beschäftigt. Dabei wird dieses Phänomen von vielen verschiedenen Seiten betrachtet, wobei eine eingehende rhetorische Untersuchung bisher noch fehlt. Dass Memes auch für die Rhetorik, also die Untersuchung strategischer Kommunikation, einiges an Relevanz besitzen, zeigt sich darin, dass Memes nicht nur in der Alltagskommunikation, sondern auch in der politischen Kommunikation, unter anderem auch von offiziellen Parteien im Wahlkampf, verwendet werden und das in immer größerem Umfang. Also in Kommunikationssituationen, in denen Menschen von anderen Standpunkten überzeugt werden sollen, per definitionem dem Kerngebiet der Rhetorik. Aus diesem Grund wird in dieser Arbeit der Blick auch spezifisch auf Memes im politischen Kontext gerichtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Relevanz von Internet-Memes in der politischen Kommunikation und Formulierung der Forschungsfrage nach ihrem rhetorischen Potential.

2. DAS MEME: Untersuchung der Begriffsgeschichte, der Genese von Meme-Artefakten sowie der verschiedenen Meme-Formen, um eine Arbeitsdefinition für die Untersuchung zu etablieren.

3. METHODE UND FRAGESTELLUNG: Definition des Untersuchungsgegenstands, der Fragestellungen sowie der qualitativen methodischen Vorgehensweise anhand des Korpus auf Twitter.

4. DAS MEME ALS KOMMUNIKATIONSFORM: Analyse formaler Aspekte von Image-Macros, bildrhetorischer Grundlagen sowie der Bedeutungskonstruktion in Abhängigkeit von Kontext und Vorwissen.

5. DAS MEME IN DER STRATEGISCHEN KOMMUNIKATION: Rhetorische Untersuchung des Memes in Bezug auf den Orator, die Überwindung von Widerständen, Persuasion mittels Orientierungsaspekten sowie die Erzeugung von Systase und Aufmerksamkeit.

6. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen, Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Internet-Memes, Rhetorik, Politische Kommunikation, Image-Macro, Persuasion, Strategische Kommunikation, Digitale Partizipation, Systase, Bildrhetorik, Internet-Kultur, Soziale Medien, Twitter, Bedeutungskonstruktion, Kommunikative Widerstände, Online-Diskurs

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das rhetorische Potential von Internet-Memes, insbesondere von sogenannten Image-Macros, innerhalb des politischen Kontextes des amerikanischen Wahlkampfes 2016.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit verknüpft die Rhetoriktradition mit digitalen Phänomenen, wobei Themen wie Begriffsgeschichte, Genese, Kommunikationsformen, die Rolle des Orators und die persuasive Wirkung von Memes im Mittelpunkt stehen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Leitfrage lautet: Können Memes rhetorisches Potential entfalten? Dabei wird untersucht, welche Funktionen sie in der politischen Kommunikation übernehmen und worin ihr spezifischer kommunikativer Mehrwert liegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen qualitativen Ansatz und analysiert ein Korpus aus 61 Memes (mit eingehender Untersuchung von 15 Beispielen), die von Twitter stammen, unter Anwendung rhetorischer Analysekategorien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Memes als Kommunikationsform (Form, Bildrhetorik, Kontextabhängigkeit) und als Mittel der strategischen Kommunikation (Orator, Widerstandsanalyse, Persuasion durch Orientierungsaspekte, Systase-Bildung und Aufmerksamkeitssteuerung).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Internet-Memes, Rhetorik, Politische Kommunikation, Persuasion, Image-Macros, Systase sowie die digitale Partizipationskultur.

Welche Bedeutung haben "Stock-Character-Macros" im Vergleich zu "thematischen Bildern"?

Stock-Character-Macros besitzen meist eine höhere Komplexität und einen größeren Interpretationsspielraum, während sie in der politischen Kommunikation oft eine emphatische Funktion erfüllen. Thematische Bilder dienen hingegen eher der Kontextualisierung und erfüllen häufig pejorative Funktionen.

Wie unterscheidet sich die Rolle des "Meme-Orators" von traditionellen Rednern?

Der Meme-Orator ist Teil einer kollektiven Bearbeitungskultur. Seine Kontrolle über das Kommunikat ist aufgrund der Anonymität und der dynamischen Natur der Memesphere begrenzt, da er nicht sicher sein kann, wie sein Meme von anderen Oratoren umgedeutet oder weiterverwendet wird.

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Details

Titel
Das rhetorische Potential von Memes im politischen Kontext
Note
1.0
Autor
Peter Oliver Greza (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
88
Katalognummer
V1025662
ISBN (eBook)
9783346426215
ISBN (Buch)
9783346426222
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Memes Rhetorik Potential Politik Dawkins Blackmore Knape Trump Wahlkampf USA 2016
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Peter Oliver Greza (Autor:in), 2020, Das rhetorische Potential von Memes im politischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025662
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Leseprobe aus  88  Seiten
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