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Rezeption der Figuren von Faust und Mephisto aus Goethes "Faust" im nationalsozialistischen Deutschland

Titel: Rezeption der Figuren von Faust und Mephisto aus Goethes "Faust" im nationalsozialistischen Deutschland

Essay , 2020 , 7 Seiten , Note: 15

Autor:in: Aaron Sabbe (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieser Text beschäftigt sich mit der Frage, wie die Figuren von Faust und Mephisto aus Faust I von Goethe in NS-Deutschland interpretiert wurden.

Eines der größten literarischen Werke der deutschen Literaturgeschichte ist ohne Zweifel Faust, geschrieben von Johann Wolfgang von Goethe.

Eine Geschichte erzählt fast immer etwas über die Zeit, in der sie geschrieben wird. Das Publikum, das als die Menschen dieses bestimmten Zeitraums bezeichnet werden könnte, muss sich in die Geschichte einfühlen und sich insbesondere in
gewisser Weise mit deren Figuren identifizieren können, in denen das Publikum bestimmte Dinge über sich selbst oder ihre Umgebung erkennen kann. Eine Geschichte sollte daher sehr oft im Lichte der sozialen, kulturellen oder politischen Tendenzen seiner Zeit gesehen werden. Unter Berücksichtigung dieser Informationen sollte man sich die Frage stellen: "Inwieweit ändert sich die Wahrnehmung einer Geschichte und ihres Charakters, wenn sich auch das Publikum
und die Gesellschaft, die diese Geschichte betrachtet und analysiert, drastisch ändern?"

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die veränderliche Interpretation einer Geschichte im Laufe der Zeit. Eine Einleitung

2. Faust und Mephisto als Arier und Jude

3. Die wahre Botschaft lebt weiter! Ein Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die ideologische Instrumentalisierung von Johann Wolfgang von Goethes "Faust I" im nationalsozialistischen Deutschland, insbesondere im Hinblick auf die Fehlinterpretation der Figuren Faust und Mephisto durch die NS-Propaganda.

  • Rezeption von Faust und Mephisto während der NS-Diktatur
  • Antisemitische Umdeutung der Faust-Figur als "Arier" und Mephistos als "Jude"
  • Einfluss nationalistischer Literaturkritik auf die Faust-Rezeption
  • Gegenüberstellung von NS-Ideologie und Goethes tatsächlicher Botschaft

Auszug aus dem Buch

Faust und Mephisto als Arier und Jude

In einer der am meisten vergessenen NS-Ansichten der Faust-Geschichte werden die Figuren von Faust und Mephistopheles als "die kämpfende Seele des Deutschen und der täuschende Jude" angesehen. Zum Beispiel wurde in der NS-Zeitung "Der Stürmer" 1932 eine Karikatur eines jüdisch aussehenden Mephisto veröffentlicht, der einem Arischen Faust ein vergiftetes Getränk anbot. Obwohl diese Ansicht der Faust-Geschichte sicherlich in der NS-Ära präsent war, muss gesagt werden, dass diese spezifische Überlegung meistens sporadisch war und sicherlich nicht vom großen Publikum geteilt wurde. In der Tat wurden keine Beweise dafür gefunden, dass Mephistos Charakter während der Aufführungen des Stücks in NS-Deutschland stereotype jüdische äußere Merkmale aufwies, geschweige denn, dass Faust wie ein Arier aussah.

Dennoch besteht der starke Verdacht, dass der Vergleich zwischen Faust / Mephisto und Arier / Jude wichtiger war als gedacht. Einer der großen Befürworter dieser Theorie und selbsternannter Enthusiast von Goethes Geschichten war Dietrich Eckart. Eckarts literarische Werke erreichten auch nach seinem Tod in NS-Deutschland nie die breite Öffentlichkeit, aber er gilt als einer der einflussreichsten Personen in Adolf Hitlers Leben und wird oft als Mentor des Führers bezeichnet. In einem seiner antisemitischen Texte “Das ist der Jude!" stellt Eckart fest: “Proteus, Locki, Mephisto – ein und derselbe Verwandlungskünstler, der Jude! Bald das hündische Wesen des Pudels, bald die treuherzige Miene des fahrenden Scholasten, des unterwürfigen Dieners, bald in der Maske der himmelanstrebenden Faustnatur das verlogene Spiel mit dem Schüler (der Jude als deutscher Professor!), bald der zwinkernde Führer durch alle Nachtlokale des Blocksberg, bald der geschäftige Günstling des geldbedürftigen Kaisers, bald dies und bald das, und immer das gleiche gemeine Geschöpf!”

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die veränderliche Interpretation einer Geschichte im Laufe der Zeit. Eine Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Forschungsfrage nach der Wahrnehmung von Faust und Mephisto im NS-Deutschland unter Berücksichtigung des gesellschaftlichen Wandels.

2. Faust und Mephisto als Arier und Jude: Das Kapitel analysiert die antisemitische Umdeutung der Faust-Figuren durch Akteure wie Dietrich Eckart und vergleicht diese mit der historischen Quellenlage und dem Text von Goethe selbst.

3. Die wahre Botschaft lebt weiter! Ein Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die NS-Ideologie eine absurde Projektion war, die Goethes humanistisches Werk verkannt hat, und betont die Überwindung dieser literarischen Unterdrückung.

Schlüsselwörter

Faust, Johann Wolfgang von Goethe, Mephistopheles, Nationalsozialismus, Rezeptionsgeschichte, Antisemitismus, Dietrich Eckart, NS-Ideologie, Literaturkritik, Literaturgeschichte, Arier, Judenfeindlichkeit, deutsche Literatur, Propaganda, Humanismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Art und Weise, wie das literarische Meisterwerk "Faust" von Johann Wolfgang von Goethe während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland wahrgenommen und ideologisch missbraucht wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die politisch motivierte Rezeption der Hauptfiguren, die historische Kontinuität antisemitischer Lesarten von Goethes Werk und die Diskrepanz zwischen der NS-Ideologie und dem literarischen Originaltext.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Faust und Mephisto in der NS-Zeit interpretiert wurden und ob diese Interpretation mit der eigentlichen Aussage des Werkes vereinbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kritische Literaturanalyse, bei der Primärquellen (Goethe) und zeitgenössische NS-Texte sowie spätere wissenschaftliche Sekundärliteratur in Beziehung gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil untersucht die antisemitische Instrumentalisierung der Figuren, etwa durch Dietrich Eckart, und prüft die Stichhaltigkeit dieser Thesen anhand von Textstellen aus "Faust I".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Faust, Nationalsozialismus, Mephisto, Antisemitismus, Literaturrezeption, Propaganda und Ideologiekritik.

Wie bewertet der Autor die Verbindung von Mephisto und dem Judentum?

Der Autor ordnet dies als eine ideologische Verzerrung ein, die zwar sporadisch in der NS-Propaganda auftauchte, jedoch jeder textlichen Grundlage in Goethes Werk entbehrt.

Warum wird im Dokument explizit "Faust I" betrachtet?

Der Autor begründet dies damit, dass Faust I der beliebteste Teil im NS-Deutschland war, während Faust II oft als zu schwierig oder unzugänglich für die breite Masse angesehen wurde.

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Details

Titel
Rezeption der Figuren von Faust und Mephisto aus Goethes "Faust" im nationalsozialistischen Deutschland
Hochschule
Universiteit Antwerpen
Note
15
Autor
Aaron Sabbe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
7
Katalognummer
V1025675
ISBN (eBook)
9783346425294
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Faust Goethe Mephisto NS-Deutschland Figurenanalyse Nationalsozialismus Eckart Arier Jude Dritten Reich Befleckung Rezeption Interpretation von Schirach
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Aaron Sabbe (Autor:in), 2020, Rezeption der Figuren von Faust und Mephisto aus Goethes "Faust" im nationalsozialistischen Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025675
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Leseprobe aus  7  Seiten
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