In dieser Ausarbeitung wird der Fokus auf eine Annäherung einer "guten Mutter" gesetzt. Welche Anforderungen begegnen ihr? Mit welchen Herausforderungen gilt es umzugehen und inwiefern spielt das Beziehungsnetzwerk zu anderen, insbesondere zum Vater, eine Rolle?
Zudem soll der Begriff "gute Mutter" an sich kritisch reflektiert werden. Ohne Zweifel handelt es sich hier um eine stark subjektiv orientierte Formulierung, jedoch soll anhand der vorgelegten Analyse untersucht werden, ob es allgemeingültige Eigenschaften oder Kriterien an eine "gute Mutter" in einer westlich orientierten Gesellschaft des
21.Jahrhunderts gibt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Verschriftlichung des Referats „Die gute Mutter“
2.1 Definition einer guten Mutter
2.2 Die Mutterrolle im Wandel – die Abnahme der Mutterrolle
2.3 Mutter sein und Beruf ausüben – Rechtlicher Rahmen
2.4 Elterliche Beziehungen
2.4.1 Vater
2.4.2 Stiefmutter
2.5 Zusammenfassung
3 Schlussdiskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Definition und den gesellschaftlichen Erwartungen an eine „gute Mutter“ auseinander, untersucht den Wandel der Mutterrolle im Kontext von Erwerbstätigkeit sowie das Einflussverhältnis elterlicher Beziehungen auf das Mutterbild.
- Wissenschaftliche Definitionen von Mütterlichkeit und der „guten Mutter“
- Soziologischer Wandel der Mutterrolle und sinkende Geburtenraten
- Rechtliche Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Muttersein und Beruf
- Die Bedeutung der Vaterrolle und der Stiefmutter in modernen Familienkonstellationen
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition einer guten Mutter
Als Grundlage für die weiteren Auseinandersetzungen soll zunächst der Begriff der Mütterlichkeit sowie der guten Mutter anhand von wissenschaftlicher Literatur definiert werden. Burghard Behncke definiert Mütterlichkeit als „die Fähigkeit und Bereitschaft einer Mutter, ihr Kind zu nähren, für es zu sorgen, es zu beschützen und in seiner Entwicklung zu fördern“ (Behncke 2018: 104).
Das Werk „Normative Orientierungen in Berufs- und Lebensentwürfen junger Frauen“ von Christiane Micus-Loos et al. behandelt im gesamten sechsten Kapitel das Thema Mutterschaft, wobei die Ergebnisse diverser Gruppendiskussionen mit jungen Heranwachsenden ausgewertet werden. Hier wird die gute Mutterschaft charakterisiert mit „der unhinterfragten Vorstellung von der (Allein-)Verantwortung für die eigenen Kinder [.] [sowie] die selbstständige finanzielle Absicherung zum Kriterium und zugleich zur normativen Absicherung“ (Micus-Loos et al. 2016: 138). Auch eine liebevolle Zuwendung sowie das Eingehen auf die Bedürfnisse des Kindes und die Erziehung von Werten werden in den Gruppendiskussionen als relevante Eigenschaften einer guten Mutter angesehen (vgl. ebd.). Bei der genannten Studie handelt es sich um Gruppendiskussionen, die anhand einer dokumentarischen Methode, der Auswertung von streng anonymisierten Audio- und Videoaufzeichnungen, analysiert wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das subjektive Verständnis des Begriffs der „guten Mutter“ ein und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik im Rahmen des Seminars.
2 Verschriftlichung des Referats „Die gute Mutter“: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit und analysiert verschiedene Aspekte der Mutterschaft, von der Definition über den gesellschaftlichen Wandel bis hin zu rechtlichen und familiären Rahmenbedingungen.
2.1 Definition einer guten Mutter: Hier werden wissenschaftliche Ansätze und gesellschaftliche Normen zur Mütterlichkeit gegenübergestellt, um den Konstruktcharakter des Begriffs zu verdeutlichen.
2.2 Die Mutterrolle im Wandel – die Abnahme der Mutterrolle: Das Kapitel befasst sich mit dem Rückgang der Geburtenraten und der zunehmenden Bedeutung der Erwerbstätigkeit neben der Rolle als Mutter.
2.3 Mutter sein und Beruf ausüben – Rechtlicher Rahmen: Es wird die politische und rechtliche Unterstützung, insbesondere durch das Elterngeld und Elterngeld Plus, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf analysiert.
2.4 Elterliche Beziehungen: Dieser Abschnitt beleuchtet das Beziehungsnetz, in dem eine Mutter agiert, mit spezifischem Fokus auf weitere Akteure.
2.4.1 Vater: Der Vater wird hinsichtlich seiner Rolle und seiner Erwartungen in der modernen Erziehung sowie in Abgrenzung zur Mutterrolle betrachtet.
2.4.2 Stiefmutter: Das Kapitel untersucht das überholte Bild der Stiefmutter und ordnet ihre Funktion in der heutigen, postfamilialen Gesellschaft neu ein.
2.5 Zusammenfassung: Die zentralen Erkenntnisse der Arbeit werden resümiert und es wird ein Ausblick auf weiterführende Forschungsfragen gegeben.
3 Schlussdiskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, wobei auch Stellung zu den Diskussionen im Seminarkontext und zum Begriff der Mutterliebe genommen wird.
Schlüsselwörter
Gute Mutter, Mütterlichkeit, Mutterrolle, Vereinbarkeit, Elterngeld, Erwerbstätigkeit, Vaterrolle, Stiefmutter, Familiengründung, Erziehung, Geschlechterrollen, Diskursanalyse, Sozialforschung, Normative Orientierung, Mutterschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das gesellschaftliche und wissenschaftliche Konstrukt der „guten Mutter“ und wie dieses Bild durch soziologische Faktoren, berufliche Anforderungen und familiäre Beziehungen beeinflusst wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit deckt die Definition von Mütterlichkeit, den Wandel der Mutterrolle im Zeitverlauf, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Bedeutung von Vater- und Stiefmutterrollen ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es herauszufinden, ob eine wissenschaftliche Definition der „guten Mutter“ existiert, die über das subjektive Empfinden hinausgeht, und wie sich externe Faktoren wie Erwerbstätigkeit auf dieses Bild auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse wissenschaftlicher Studien und sozialwissenschaftlicher Quellen, ergänzt durch die Reflexion von Seminardiskussionen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse des Wandels der Mutterrolle, die Untersuchung des rechtlichen Rahmens für berufstätige Mütter sowie die Rollenverteilung in der modernen Familie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Mütterlichkeit, Mutterrolle, Vereinbarkeit, Erwerbstätigkeit, Vaterrolle, Stiefmutter und soziale Normen.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Stiefmutter?
Die Autorin stellt fest, dass das traditionelle, negativ konnotierte Märchenbild der Stiefmutter überholt ist und sie als ergänzendes, zusätzliches Familienmitglied in der modernen Gesellschaft zu betrachten ist.
Welche Rolle spielt das Elterngeld bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie?
Das Elterngeld und das Elterngeld Plus werden als wesentliche politische Instrumente bewertet, die Eltern mehr Flexibilität ermöglichen und den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern.
Warum wird der Begriff „gute Mutter“ kursiv gesetzt?
Der Begriff wird kursiv gesetzt, da er eine subjektive Bezugnahme darstellt und die Autorin eine nicht wertende Nutzung im Rahmen ihrer Arbeit unterstreichen möchte.
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- Laura Zorrmann (Author), 2021, Die gute Mutter. Themenschwerpunkt neue Familienkonzepte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025727