Die Schnelllebigkeit des 21. Jahrhunderts, die Unsicherheit durch komplexe, wechselhafte und uneindeutige Zustände führen zu einer steigenden Zahl psychischer Krankheiten. Heutige Präventions- und Unterstützungsangebote reichen weder aus noch scheinen sie mit den VUKA-Herausforderungen kompatibel zu sein. Es bedarf an Lösungen und adaptierten Coachingkonzepten, die den Anforderungen gerecht werden und rasch wirken. Anliegen der Forschungsarbeit ist aufzuzeigen, inwieweit der Ansatz der lösungsorientierten Kurzzeittherapie mit dem Fokus auf Resilienzförderung den Anforderungen der Zeit entspricht und stressprophylaktisch wirkt. Dabei wird der Fokus auf die Generation X gelegt. Jene Kohorte, die stark von den negativen gesundheitlichen Konsequenzen betroffen ist. Aufgrund der Aktualität des Themas, sind wissenschaftliche Ergebnisse rar. Das zugrundeliegende Mehrmethodendesign ermöglicht eine fundierte Erkenntnisgewinnung trotz mangelnder Studien. Dabei werden theoretische Fundamente, eine systematische Literaturrecherche aktueller Studien und Erfahrungen aus der angewandten Coachingpraxis sowie eine experimentelle Einzelfallstudie mit integrierter Pre- und Postmessung der Resilienz kombiniert. Es besteht breiter Konsens, dass lösungsorientierte Kurzzeitberatung, welche resilienzstärkende Interventionen integriert, ein VUKA-kompatibler Weg ist. Dabei zeigt sich eine signifikante Steigerung des subjektiven Resilienzempfindens und eine 80 %ige Coachingzielerreichung. Für rasche Erfolge ist ein individuell ausgerichtetes, semistrukturiertes und lösungsorientiertes Coaching mit klientenzentrierten Interventionen von Bedeutung. Die Forschung zeigt, dass das Fördern der Reflexionsfähigkeit, welches ermöglicht, Emotions-, Denk- und Verhaltensmuster bewusst zu machen und Veränderungen anzustoßen, eine wichtige Komponente ist. Der Anstieg psychischer Krankheiten bedarf akzelerierender präventiver Maßnahmen und VUKA-adaptierter Coachingangebote. Durch Priorisierung der vulnerablen Generation X kann ein Beitrag zur Trendumkehr steigender psychischer Krankheiten geleistet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Forschungsfragen
1.3 Methodisches Vorgehen
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Ausgangssituation
2.2 Aktueller Erkenntnisstand der Forschung
2.3 Das VUKA-Zeitalter: Die Rasanz der Veränderung
2.4 Die Generation X im Kontext der VUKA-Auswirkungen
2.5 Stress, Bewältigung und das Konstrukt der Resilienz
2.5.1 Das Stressgeschehen und Bewältigungsmechanismen
2.5.2 Das psychologische Konstrukt Resilienz
2.5.3 Ansatzpunkte zur Resilienzförderung
2.5.4 Verfahren zur Messung von Resilienz
2.6 Ein präventiver Ansatz zur VUKA-Bewältigung
2.6.1 Die „solution focused brief therapy“ (SFBT) nach Steve de Shazer
2.6.2 Die Maximen der lösungsorientierten Beratung
2.6.3 Grundprinzipien der lösungsorientierten Beratung
2.6.4 Fragen: Zentrales Werkzeug der SFBT
2.6.5 Therapeut – Klient: Einstellungen und Beziehungsverhältnis
2.6.6 Der lösungsorientierte Beratungsprozess
2.6.7 Kritik an der SFBT
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Triadischer Forschungsansatz
3.2 Phasen des Mixed-Methods Untersuchungsdesigns
3.2.1 TEIL A: Theoretische Grundlage
3.2.2 TEIL B: Systematische Literaturrecherche
3.2.3 TEIL C: Experimentelle Einzelfallstudie
4 Ergebnisse – empirischer Teil
4.1 Ergebnisse: „Resilienz für die VUCA-Welt“
4.1.1 Resilienzcoaching
4.1.2 Das FiRE® - Modell: Resilienz für Führungskräfte
4.1.3 Ganzheitliches Training und Coaching zur Resilienzstärkung
4.1.4 Coaching im Kontext der VUKA-Welt
4.1.5 Führungskräftecoaching in der VUKA-Welt
4.1.6 Instrumente zur Erfassung und Förderung von Resilienz
4.1.7 Resilienzdiagnostik und neue Coachingansätze für die VUKA-Welt
4.1.8 Neuroresilienz aus medizinischer Sicht verstehen und messen
4.1.9 „Coaching to go“ – die Kraft der grünen Resilienz
4.1.10 Stärkenorientierte Selbstwahrnehmung
4.1.11 Widerstandskraft statt Widerstand
4.2 Ergebnisse aus Studien im Kontext der VUKA-Welt
4.2.1 Vereinheitlichung der Resilienztheorie für eine VUKA-Welt
4.2.2 Spot-Coaching: Ein neuer VUKA-Coachingansatz
4.2.3 Resilienz und Selbstsorge mittels Coaching
4.2.4 Coaching für gesteigerte Resilienz in der VUKA-Welt
4.2.5 Führungskräfteresilienz in der VUKA-Welt
4.2.6 Herausforderungen im Zusammenhang der Implementierung von internen Coaching im VUKA-Kontext
4.2.7 Achtsamkeitscoaching
4.2.8 Resilienz: Modewelle versus Paradigmenwechsel
4.2.9 Stresserleben und -bewältigung in einer VUKA-Welt
4.2.10 Ubuntu Coaching
4.2.11 Vom Coaching zur Coachingkultur
4.2.12 Coachingfähigkeiten für medizinische Ausbildung in der VUKA-Welt
4.3 Ergebnisse der experimentellen Einzelfallstudie
4.3.1 Coaching Einzelfallstudie
4.3.2 Ergebnisse der quantitativen Resilienzmessung
4.3.3 Ergebnisse der Coachingzielerreichung und der Evaluation
5 Erkenntnisdiskussion
5.1 Resilienz- und lösungsorientierte Kurzzeitberatung: ein VUKA-kompatibles Beratungsformat
5.2 Integratives Resilienzcoaching als Stressprophylaxe
5.3 Praktische Implikationen: Präventives Resilienzprogramm für die vulnerable Generation X
5.4 Ausblick
5.5 Limitationen – Grenzen der Forschung
6 Fazit
7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Ziel der Forschungsarbeit ist es zu untersuchen, inwieweit lösungsorientiertes Kurzzeitcoaching nach dem Ansatz der „Solution-Focused Brief Therapy“ (SFBT) mit integrierter Resilienzförderung ein effektives und VUKA-kompatibles Präventionsinstrument zur Stressprophylaxe für die Generation X darstellt. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie dieses Beratungsformat dazu beitragen kann, pathologischen Stressauswirkungen entgegenzuwirken und die psychische Gesundheit dieser vulnerablen Erwerbstätigengruppe nachhaltig zu stärken.
- Anpassung von Coaching-Konzepten an die VUKA-Welt
- Prävention von Burnout und psychischen Krankheiten
- Resilienzförderung und Ressourcenstärkung
- Bedürfnisse und Stressbelastung der Generation X
- Lösungsorientierte Kurzzeitberatung (SFBT) als Interventionsmethode
Auszug aus dem Buch
Die „solution focused brief therapy“ (SFBT) nach Steve de Shazer
Die Coachingnachfrage steigt. Unter den Top-10 Beratungsanlässen fungieren Themen wie Burnout, Prävention, Stressmanagement oder Selbstreflexion. Coaching zielt naturgemäß auf die Beratung Gesunder ab. Coachingvereinigungen beschreiben den Prozess zur Lösungsfindung als interaktiv, kreativ und klientenzentriert. Coaching unterstützt Klienten dabei, aus eigenen Kräften gewünschte Ziele zu erreichen, ihr persönliches Potenzial zu entfalten und Selbststeuerung zu fördern. Der lösungsorientierte Ansatz der SFBT, welcher weltweit zu den häufigsten therapeutischen Modellen zählt, findet auch außerhalb des Therapieumfeldes Anwendung wie beispielsweise in wirtschaftlichen Organisationen und findet sich auch in Beratungsformaten wie Coaching wieder. Steve de Shazer und Insoo Kim Berg sind Gründer des Ansatzes der „Solution Focused Brief Therapy“ (SFBT) - der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie. Diese Beratungsform fand in den 70-er Jahren seine Anfänge, fußt auf dreißigjähriger Praxiserfahrung und ist international, wissenschaftlich anerkannt.
Im Ansatz finden sich Theorien von Wittgenstein wieder, welche ein philosophisches Grundgedankengut beinhalten. Ferner fließen Erkenntnisse der Arbeit von Milton Erickson und buddhistisches Gedankengut in den Ansatz ein und prägen diesen. Des Weiteren integriert die Beratungsform Ansätze der systemischen Therapie, wie beispielsweise der Familientherapie. Die Therapieform ist pragmatisch. Erkenntnisse resultieren aus Langzeitbeobachtungen von Klienten. Diese Praxiserfahrungen wurden aufgenommen und in das Gesamtkonzept der SFBT integriert. Diese Kurztherapieform basiert demnach nicht auf einer universalen Theorie, sondern resultiert aus Anwendungserfahrungen. Die lösungsorientierte Kurzzeitberatung ist Gegenstück zu traditionellen Psychotherapieformen. Diese sind rückblickend und fokussieren auf analytisches Problemverständnis und -auflösung. Die Lösungstherapie hingegen richtet den Blick nach vorne, sie konzentriert sich auf Lösungen und sucht nach positiven Ausnahmen zum Problemverhalten. Ferner unterstützt sie maßgeblich Klienten dabei, ihre Ressourcen, Fähigkeiten und Resilienzen zu identifizieren und animiert sie, diese positiven Strategien einzusetzen, um Lösungen für die Problembewältigung zu entwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen der VUKA-Welt für die Generation X und leitet daraus die Relevanz von resilienzstärkendem Kurzzeitcoaching zur Stressprävention ab.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieser Abschnitt erläutert die VUKA-Welt, die spezifische Situation der Generation X, das Konstrukt der Resilienz sowie die methodischen Grundlagen der lösungsorientierten Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer.
3 Methodisches Vorgehen: Das Forschungsdesign basiert auf einem triadischen Mixed-Methods-Ansatz, der theoretische Analysen, eine systematische Literaturrecherche und eine experimentelle Einzelfallstudie kombiniert.
4 Ergebnisse – empirischer Teil: Die Ergebnisse präsentieren Erkenntnisse zur Resilienzförderung aus Fachliteratur, wissenschaftlichen Studien und dokumentieren detailliert die Durchführung und Evaluation der experimentellen Einzelfallstudie.
5 Erkenntnisdiskussion: Hier werden die Ergebnisse kritisch diskutiert, das Potenzial der SFBT als VUKA-kompatibles Format bestätigt und praktische Implikationen für ein präventives Resilienzprogramm abgeleitet.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Bestätigung, dass ein individuell angepasstes, lösungsorientiertes Resilienzcoaching eine wirksame und notwendige Strategie zur psychischen Gesundheitsvorsorge der Generation X darstellt.
7 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Dokumente.
Schlüsselwörter
VUKA, Lösungsorientiertes Kurzzeitcoaching, Resilienz, Generation X, Prävention, Stressprophylaxe, Coaching, psychische Gesundheit, Selbstmanagement, SFBT, Resilienzförderung, Arbeitswelt 4.0, Interventionen, Systemische Beratung, Stressbewältigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in der Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht, wie ein präventiv eingesetztes, lösungsorientiertes Kurzzeitcoaching dazu beitragen kann, die psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Erwerbstätigen der Generation X gegenüber den Belastungen der modernen VUKA-Arbeitswelt zu stärken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind das VUKA-Umfeld (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität), die spezifischen Herausforderungen der Generation X, das Konzept der Resilienz sowie die lösungsorientierte Beratung nach Steve de Shazer.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Beitrag von resilienzförderndem, lösungsorientiertem Kurzzeitcoaching zur Eindämmung psychisch bedingter Krankheiten bei der Generation X zu belegen und daraus praxisorientierte Handlungsempfehlungen für das betriebliche Gesundheitsmanagement abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein triadischer Mixed-Methods-Ansatz verwendet, der eine fundierte Theorieanalyse, eine systematische Literaturrecherche und eine experimentelle Einzelfallstudie mit Pre- und Postmessung der Resilienzausprägung umfasst.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die systematische Literaturanalyse sowie die empirische Durchführung und Auswertung einer Einzelfallstudie, bei der die Wirksamkeit des Coachings anhand von sechs Sitzungen und Resilienzskalen geprüft wurde.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie VUKA, Resilienz, lösungsorientiertes Kurzzeitcoaching, Generation X, Prävention und Stressprophylaxe definieren.
Wie wird das Resilienzpotenzial der Probandin gemessen?
Die Resilienzmessung erfolgt mittels der „Brief-Resilience-Scale“ (BRS) in der deutschen Version der „Kurze-Resilienz-Skala“ (KRS), wobei sowohl vor als auch nach der Coaching-Intervention eine quantitative Messung durchgeführt wurde.
Warum liegt ein Fokus auf der Generation X?
Die Forschung identifiziert die Generation X als eine besonders vulnerable Kohorte, die hohen beruflichen Druck und Terminstress erlebt, gleichzeitig aber wichtige Führungspositionen innehat und für das wirtschaftliche Leistungspotenzial von zentraler Bedeutung ist.
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- B.Sc. Michaela Perteneder-Goll (Author), 2021, Präventive Resilienzförderung durch lösungsorientiertes Kurzzeit-Coaching im Kontext der VUKA-Welt zur Stressprophylaxe für die erwerbstätige Generation-X, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025942