Eine Analyse des pädagogischen Nutzens von Spielplätzen für Kinder


Hausarbeit, 2000

15 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort
1.1 Begründung der Auswahl
1.2 Persönliche Meinung

2 Einleitung
Das Spiel aus der Sicht der Pädagogik
2.1 Das Wesen des Spieles und deren Bedeutung
Das Spiel aus der Sicht der Didaktik
2.2 Das Spiel im Freien
2.2.1 Mehr Selbstbestimmung und Bewegungsfreiheit
2.2.2 Spezifische Eigenart und Vielfalt der Materialien
2.2.3 Eine Fülle von Wahrnehmungen
2.2.4 Besondere Erlebnisqualität

3 Hauptteil
A Das Spiel im Freien
A.1 Frühling, Sommer, Herbst und Winter
B Spielplätze im täglichen Leben eines Kindes
B.1 Der öffentliche Spielplatz
B.2 Das Freigelände des Kindertagesheimes
B.3 Der Spielort im Kindergartenraum
C Der allgemeine Spielplatz im Vergleich mit ökologischen Gestaltungsformen
C.1 Material des Ökologischen Freigeländes
C.2 Material des allgemeinen Spielplatzes
C.3 Materialkunde
D Spielplätze auf der ganzen Welt

4 Schlußwort
Stellungnahme zum Thema
4.1 Wie sehe ich persönlich den Spielplatz nach dem Schreiben der Facharbeit
4.2 Suche nach passender Literatur

5 Literaturliste

1 Vorwort

1.1 Begründung der Auswahl

Mit einen Gedicht von Alexander Mitscherlich möchte ich die Begründung meines gewählten Fachthemas darstellen:

„Der junge Mensch braucht seinesgleichen

- nämlich Tiere, überhaupt Elementares,

Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum.

Man kann ihn auch ohne dies alles aufwachsen lassen,

mit Teppichen, Stofftieren oder

nur auf asphaltierten Straßen und Höfen.

Er überlebt es, doch Man soll sich dann nicht wundern,

wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen

nie mehr erlernt...„

1.2 Persönliche Meinung

Der Spielplatz eines Kindes ist überall zu finden, doch jeder Platz bietet verschiedene Möglichkeiten etwas für das Leben zu erlernen. Nicht jeder Spielplatz ist an die Bedürfnisse des Kindes angepaßt und vielfach paßt sich das Kind an die Gegebenheiten seines Umfeldes auch an. Jedoch entscheiden Form und Charakter eines Spielplatzes die Lernintensität und sekundär die Entwicklung des Kindes wesentlich.

Das Kind findet im allgemeinen überall seinen Platz zum Spielen, in der Natur auf speziellen Spielplätzen oder auf einfachen Wiesen, aber auch in der Wohnung oder auf der Straße im Chaos der Stadt. Erleben sollte jedes Kind die Möglichkeiten der Plätze, jedoch ein Mischungsverhältnis sollte gegeben sein, um die Entwicklung des Kindes nach besten Gewissen und nach bester Auswahl zu fördern.

Es stehen uns so viele Möglichkeiten zur Verfügung, und doch läßt man das Kind nur auf vorbereiteten Plätzen spielen. Meistens lernt das Kind die Gefahr, wenn es zum Beispiel von einen Baumstumpf hinunter fällt, nicht kennen und kann keine Lösungen oder Strategien zur der Bewältigung einer Gefahr entwickeln. Das Kind wächst in deiner zu gut behüteten Welt auf und erleidet einen schweren Rückschlag, wenn später eine Gefahr droht.

Wie weiter unten erwähnt, gibt das Spielen allein die Möglichkeit unbewußt zu lernen und Fehler zu machen, die dann durch spätere Handlungen kompensiert werden. Um dies zu gewährleisten, muß ich dem Kind einen Ort zur Verfügung stellen. Den sogenannten SPIELPLATZ. Wichtig ist mir nochmals zu erwähnen, dass der herkömmliche Spielplatz mit Gerüsten und Schaukeln nicht allein gemeint ist. Vielmehr liegt mir der Ort der Ausführung des Spielens der Kinder am Herzen. Ebenfalls soll bewußt gemacht werden, dass ein Spielplatz auch ständig gewechselt werden kann und einfach überall seinen Platz hat,

2 Einleitung

Das Spiel aus der Sicht der Pädagogik

2.1 Das Wesen des Spieles und deren Bedeutung

Je jünger das Kind ist, desto enger ist die Beziehung zwischen der neurophysiologischen Reifung und den von ihm spontan geübten Spielen. Dies gilt vor allem für das funktionale Spiel, aber auch für die werkschaffenden Aktivitäten, deren volle Ausformung einen zerebralen Reifungsschritt zur Voraussetzung haben.

Die wesentliche Rolle des Spieles für die Entwicklung besteht darin, dass es eine Reihe von kognitiven, motorischen, sensomotorischen und sozialen Lernprozessen überhaupt nur über das Spiel vollzogen werden kann.

Jedes Spielzeug soll dem Kind eine Vielfalt von Betätigungsmöglichkeiten bieten. Es ist um so geeigneter zur Entfaltung der kindlichen Selbständigkeit, je mehr Möglichkeiten der schöpferischen Gestaltung und Strukturierung es bietet.

Nicht alles was das Kind zum Spielen an einen Spielplatz bekommt oder sich holt, muss aus dem Geschäft stammen. Das aus der Umwelt stammende Material hat den Vorteil, dass es das Kind mit den wirklichen Bezügen des Alltages in Kontakt bringt und seine Lebenserfahrungen erweitert.

Das Spiel aus der Sicht der Didaktik

2.2 Das Spiel im Freien

So sehr die Kinder das Haus lieben, seine Bekanntheit, die Wärme und Geborgenheit in Räumen, so sehr streben sie nach dem anderen, dem „draußen„. Sie wollen den frischen Wind um die Ohren, das Neue, das Abenteuer mit sich bringt.

Im Kindergarten kommt der Wechselbeziehung zwischen Geborgenheit und Expansionslust große Bedeutung zu. Es wird in erster Linie im Garten des Kindertagesheimes stattfinden. Die Kinder brauchen ein Stück Natur, wo es Dinge zu erleben gibt, wo man sich verstecken und auf den Baum klettern kann. Gehen die Kinder nur dann, wenn die Sonne scheint in den Garten, werden sie in ihrer Erlebniserfahrung eingeschränkt sein.

2.2.1 Mehr Selbstbestimmung und Bewegungsfreiheit

Das Spiel im Freien gewährt den Kindern mehr Freiheit. Viele Rücksichtnahmen, die sie als Einschränkungen empfinden, die „drinnen„ aber notwendig sind, fallen hier weg.

Spiele oder Arbeiten, die im Gruppenraum den Lärmpegel ins Unerträgliche ansteigen lassen, sind im Freien ohne weiteres möglich. Rollenspiele wilderer Art, wie das Indianerspiel oder das spielen von Science-Fiction-Geschichten und Ähnliches stören nicht. Umfassende Bewegungserfahrungen sind möglich, vom Rollen bis zum Klettern. Diese Bewegungserfahrungen sollten aber nicht nur an Geräten erprobt, sondern auf natürlichen Terrain erprobt werden. Auch ihre Funktionslust können sie voll auskosten. Beim Dreirad oder Rollerfahren, Schnurspringen oder Ballspielen.

Der Erzieher ist aufgrund des weitläufigen Terrains im Garten nicht so allgegenwärtig wie im Gruppenraum. Daraus ergibt sich, dass die Kinder ihre Konflikte häufiger untereinander allein lösen und so die Beziehung der Kinder untereinander intensiviert wird. Im gut strukturierten Gruppenraum gibt es zwar interessante Spiel- und Arbeitsbereiche, aber Plätze, die von Kindern einfach in Beschlag genommen werden können, sind aufgrund des beschränkten Raumes eher rar. Der Erzieher ist im Garten eher als Spielpartner gefragt. Die Kinder erwarten von dem Erzieher Eigenschaften, die auch von einen gleichaltrigen Spielpartner schätzen, wie Einfallsreichtum, Toleranz den Ideen anderer gegenüber, Flexibilität bei Änderungen der Bedingungen. Ausdauer, Anstrengungsbereitschaft und mehr.

2.2.2 Spezifische Eigenart und Vielfalt der Materialien

Die meisten Kinder sammeln alles Mögliche: Schneckenhäuser , Steine, Blätter, Früchte und vieles mehr. Dieses Sammelgut regt zum Legen von Ornamenten oder zum Gestalten von phantasievollen Gebilden. Aus Gräsern und Blumen können Kränze und Ketten hergestellt werden, ein lustiger Kopfschmuck aus Blättern und Ästen.

Auch als „Straßenmaler„ können sich die Kinder betätigen, wenn entsprechende Hartspielflächen vorhanden sind und ihnen Kreiden zur Verfügung gestellt werden. Es ist aber auch möglich, auf dem Erdboden mit einen Steckerl Figuren einzuritzen oder mit einen Gartenschlauch Linien in den Sand zu zeichnen.

In der spezifischen Eigenart der Materialien, die im Freien zur Verfügung stehen, liegt für die Kinder ein großer Reiz. Als Ausgleich zu dem perfekten Spielmitteln, sind sie im hohen Maß motivierend.

2.2.3 Eine Fülle von Wahrnehmungen

Der Aufenthalt am Spielplatz fordert zu einer Fülle von Wahrnehmungen heraus. Welche Bäume und Sträucher es gibt, welche Früchte es gibt und wann man diese ernten kann. Welche Blumen es gibt und welche von ihnen duften. Man könnte einen Wettbewerb veranstalten, wer die meisten Grassorten findet. Besonders schöne und interessante Winzigkeiten, wie Blütensamen oder ein toter Käfer, werden von den Kindern mit Vorliebe unter einer Lupe eingehend betrachtet. Durch die Vergrößerung werden Details sichtbar. Man kann plötzlich Strukturen wahrnehmen, die über einen eigenen ästhetischen Reiz verfügen.

Es gibt Phänomene, die faszinieren, wie der Schatten, der einmal kurz und einmal lang ist. Auch viele Geräusche sind wahrnehmbar, vom aus der Ferne hörbaren Verkehrslärm bis zu den Vogelstimmen und den Geräuschen, die der Wind macht.

Verschiedene Experimentiermöglichkeiten bieten sich an: im Sommer Schüttspiele mit Sand und Wasser, oder erkunden, welche Dinge schwimmen und welche nicht. Im Winter gibt es Experimente mit Eis, indem man verschiedene Gegenstände mit Wasser übergießt und so die bizarrsten Eisgebilde entstehen lässt oder eine Rutschbahn anlegt und ausprobiert, welche Schuhsohlen man braucht, um am schnellsten rutschen zu können. All dies kommt der Entwicklung der Kindesintelligenz zugute, da sein Denken auf die Handlungs- und Wahrnehmungsebene bezogen ist.

2.2.4 Besondere Erlebnisqualität

Kinder entwickeln häufig zu ihrem „Spielplatz„ eine besondere Beziehung, egal ob sich dieser Spielplatz im Garten oder in einen Park befindet. Dies drückt sich darin aus, dass sie von „unseren Vögeln„ oder von „unseren Baum„ sprechen. Die vielen Beobachtungen, die sie gemacht haben, beeinflussen wie oben erwähnt ihre Intelligenzentwicklung. Darüber hinaus sind für Kinder besondere Erlebnisqualitäten gegeben, wenn sie Erfahrungen mit dem Wetter machen, indem sie an einen windgeschützten Platz die erste Frühlingssonne genießen oder an einen Regentag den Regen messen, den Wechsel der Jahreszeiten verfolgen, im Herbst das Laub zusammenrechnen, darin wühlen und hinein springen und im Frühling die ersten Knospen entdecken, Tiere beobachten.

Solche Erlebnisse beeindrucken die Kinder tief und schaffen wichtige Voraussetzungen für ein richtiges und sinnvolles Verhalten in der Natur.

3 Hauptteil

Der Spielplatz ist ein Ort der Kreativität und der Sozialisation. Mit der zunehmenden Verstädterung Ende des 19. Jahrhunderts, wurde der uns bekannte Platz mit Schaukeln, Wippen, Sandkisten, Spielflächen (Wiesen, Hügel, Ballkäfige), später mit neuen Geräten und Konstruktionen verbessert. Jedoch drängt der Verkehr den Spielplatz ein und so entstand 1970 ein Konzept zu Abenteuerspielplätzen. Dieses soll Material verfügbar machen, die Veränderbarkeit der Natur (ökologischer Spielplatz) exemplarisch zeigen und soziale Kommunikation entwickeln helfen. Prinzipiell ist dieser Anspruch bis heute aufrecht, wenn er auch von Bauherrn nicht eingelöst wird.

Die Konzeption des Abenteuerspielplatzes stellt eine Reaktion auf kommunale Defizite, auf die Einengung der Spielbedürfnisse der Kinder und die gleichzeitig pädagogisch elementare Notwendigkeit des Spielens dar.

A Das Spiel im Freien

A.1 Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Im Frühling erwacht die Natur von ihrem Winterschlaf und das Spielen auf verschiedenen Spielplätzen wird wieder aktuell. Was im Winter unter der Schneedecke verborgen geblieben ist, erregt nun unsere Aufmerksamkeit. Schnell holen die Kinder kleine Steine und anderes Naturmaterial hervor und beziehen dieses in ihr Spiel ein. Nun stört auch die dicke Winterjacke nicht mehr so und man kann sich freier bewegen, kann das Angebot des Spielplatzes an Schaukeln, Rutschen und Klettermöglichkeiten ausnutzen.

Im Sommer ist die ideale Zeit für Besuche des Spielplatzes, denn die Temperatur erlaubt, mit kurzer Hose und kurzen Leiberl auf dem Spielgelände herumzutoben. Die Natur bietet den Kindern alle Materialien um zu spielen: Wasser, Sand von der Sandkiste, Wiese und Bäume, die herum um den Spielplatz verteilt sind. Für größere Kinder werden jetzt Geländespiele aktuell, die überall, unter verschiedenen Bezeichnung der Aufgaben, gespielt werden können.

Im Herbst bemerkt man schon die Kälte, die bald eintrifft und die Natur rund um den Spielplatz beginnt sich zu verändern. Nun benötigen wir festere, wärmere Kleidung und nutzen den heftigen Wind zum Drachensteigen. Naturmaterialien wie Kastanien, gelbe Blätter und Eicheln werden fleißig gesammelt und zum Basteln und Legen von Naturmandalas.

Im Winter ist die Natur zur Ruhe gekommen und es ist an der Zeit warme Kleidung zu tragen. Die Schaukeln sind bereits abmontiert worden und der Sand der Sandkiste ist zu kalt zum Spielen. Der Spielplatz hat sich in den Raum der Wohnungen, der Kindergartengruppe großteils verlegt und man träumt schon vom nächsten Frühling, da man gerne den Spielplatz in die Natur verlegen möchte.

B Spielplätze im täglichen Leben eines Kindes

B.1 Der öffentliche Spielplatz

Hier gebe ich einen Überblick über Parks und Spielplätzen in ganz Wien, wo Eltern und ErzieherInnen mit Kindern aller Altersstufen ihre Zeit verbringen können. Die verschiedenen Plätze sind mit verschiedenen Material ausgestattet. Die Wahl an Material hängt von der Größe des Ortes, sowie von der Beschaffenheit ab. Außerdem sollen dem Kind unterschiedliche Plätze zur Auswahl stehen.

Die Aufrechterhaltung übernimmt das Stadtgartenamt (MA 42), das Forstamt (MA 49) und die Bundesgärten (BUGÄ).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

B.2 Das Freigelände des Kindertagesheimes

Dem Außenspielgelände wird beim Bau eines Kindertagesheimes meist erheblich weniger Beachtung geschenkt als der Innenraumgestaltung. Die meisten Außenbereiche sind nach den gleichen Muster mit Klettergerüst, Rutsche und Sandkasten ausgestattet. Es fehlen vor allem einfache, mobile Gegenstände und Geräte, die verformbar sind; es mangelt an Dingen, deren Bedeutung von den Kindern im Spiel erst definiert wird.

Ein phantasieloses Spielgelände, das Kindern keine Betätigungsmöglichkeiten eröffnet, provoziert Streit, Zank, Langweile. Das hält ErzieherInnen davon ab, auch bei wenig gutem Wetter nach draußen zu gehen. So reduziert sich das Draußenspielen im Winter oft auf wenige Minuten.

Die Ausstattung der Außenspielflächen hängt natürlich sehr von der Lage des Kindergartens (ländliche oder städtische Wohnumgebung), der Größe des Geländes und den finanziellen Möglichkeiten des Trägers ab. Aber auch kleinere Spielflächen können durch geschickt ausgewählte und arrangierte Geräte, vor allem aber auch durch mobiles Material, das zum Bauen und Selbergestalten anregt, der Phantasie und der Bewegungsfreude der Kinder entgegenkommen.

Bäume und Büsche dienen nicht nur der landschaftlichen Gestaltung und der Einfriedung des Spielgeländes, sie eignen sich auch zum Klettern, Verstecken und zum Befestigen der Geräte. Mauern fordern zum Befestigen und Balancieren auf, Wände zum Ballspielen und Zielwerfen.

Die üblichen, fest installierten Großgeräte, mit denen der Spielplatz meistens ausgestattet ist, können mit ein bißchen Phantasie und Eigeninitiative folgendermaßen ergänzt werden:

- An stabilen Bäumen können Taue zum Klettern und Schaukeln und Strickleitern angebracht werden; geeignete Bäume auf dem Gelände sollten auch als Kletterbäume „freigegeben„ werden, denn hier ist das Klettern oft viel interessanter als auf künstlichen Eisengerüsten.
- Abgeholzte Bäume oder Baumstämme bieten hervorragende Gelegenheit zum Klettern, Balancieren, Steigen und Springen. Baumabschnitte in unterschiedlichen Höhen können zum Sitzen verwendet werden oder aber ebenfalls zum Balancieren und Springen genutzt werden.
- Fensterlose Gebäudewände eignen sich für Ballspiele. Besonders reizvoll ist das Werfen, wenn man sich ein Ziel setzt. Freie Wandflächen können mit großflächigen Zeichnungen versehen werden. Auch einfache geometrische Symbole (reise oder Vierecke in verschiedene Größen und unterschiedlich hoch aufgemalt) werden von den Kindern gern ausgemalt.
- Auf Asphaltflächen oder Plattenbelag können Hüpfkästen und Spielmarkierungen aufgezeichnet werden.

Immer mehr KindergärnterInnen bieten im Garten des Kindertagesheimes „neues„ Material an, welches nicht von der Magistratsabteilung 11a zur Verfügung gestellt wird. Viele Besprechungen von LeiterInnen und KindergärterInnen, mit dem Thema Gartengestaltung; befaßten sich mit der Umstrukturierung des Außengeländes. Mit Erfolg entstanden viele gute und brauchbare Ideen, die auch ausführbar waren und dem Kindertagesheim nicht sehr viel Geld kostete

- Der Gartenteich oder das Feuchtbiotop. Hier bietet das Wasser einen enormen Anziehungspunkt für die Kinder und dieser Platz bietet eine Fülle von Beobachtungsmöglichkeiten.
- Der Kompost. Für Kinder ist es eindrucksvoll, wenn sie erleben, wie aus Abfällen neue Erde gewonnen werden kann.
- Graswälle aus Rasenziegeln. Diese Möglichkeit bietet den Kindern Schutz und eine Rückzugsmöglichkeit.
- Ein Blätterdach aus Weiden. Weiden sind ökologisch wertvoll, wachsen sehr rasch, und ihre Zweige sind sehr biegsam - ein ideales Baumaterial.
- Die Weidenbank. Sie ist eine Alternative zum Sessel oder zur Bank und ist gut als Sitzmöglichkeit in die Natur integrierbar.
- Das Strauchhaus. Es entsteht ein lebendiges Haus, das sich je nach Jahreszeit verändert.

Die Ideen sind hier natürlich nicht vollständig und können jederzeit erneuert und ergänzt werden, da es eine Vielzahl an Material und Raum gibt.

B.3 Der Spielort im Kindergartenraum

Auch im Raum selbst findet das Kind Raum um seinen Bedürfnis dem Spielen nachzukommen. Im Kindergartenterritorium findet das Kind diesen Ort, welchen die Kindergätnerin selbst eingerichtet hat. Hier einige Bereiche:

- Bilderbuchbereich
- Wohn- und Familiensspielbereich
- Verkleidungsbereich
- Musikbereich
- Konstruktionsbereich
- Kuschelbereich
- Mal- und Zeichenbereich
- Werkbereich
- Gesellschaftsspielbereich

Die Aufzählung ist natürlich nicht komplett, da die Kindergärnterin die Bereiche nach den Bedürfnissen der Kinder einrichtet.

C Der allgemeine Spielplatz im Vergleich mit ökologischen Gestaltungsformen

Im Gegensatz zum allgemeinen Spielplatz gibt es einen ökologische Gestaltungsform als Antwort auf technische Strukturen.

Fertiges prägt unsere Umwelt. Ein Heer von Menschen entwickelt die Superidee, und das ist die Lösung für Tausende Menschen. Monokulturen des technischen Denkens nehmen überhand und der Abstand zum Menschen, für den die Lösungen ausgedacht werden, wird immer größer.

Es entsteht in kurzer Zeit fertige Produkte und am problemlosesten wäre es, wenn die Kultur von „Fertigmenschen„ bewohnt und benützt würde, die schon als Kleinkinder „fertig„ sind uns auch im Alter die gleichen Bedürfnisse haben.

Von allen lebenden Wesen zeichnet den Menschen eine entscheidende Tatsache aus: die Fähigkeit zum Träumen. In einer Monokultur der Technik wird die Romantik verdrängt. Dabei meine ich eine aktive Gefühlskomponente, nicht die Nostalgie, denn sie ist statisch und klammert sich an Vergangenes.

Vielfalt ist eine gute Voraussetzung für eine menschengerechte Umwelt, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, seine eigenen Ideen zu verwirklichen, wo er es möchte. Wo statisches Denken eine Kultur prägt, wo ausschließlich Technokraten planen und arbeiten, die ja als Experten alles gelernt haben und dann „alles wissen“, wo ausschließlich fertige und unveränderbare Produkte entstehen, wo alles geregelt und festgelegt ist, gräbt sich die Kultur (im weiteren Sinne der Mensch selbst) sein eigenes Grab.

C.1 Material des Ökologischen Freigeländes

Ökologisch betrachtet, bietet uns die Dynamik der Natur und des Menschens die Möglichkeit zum Beispiel Freiräume und „Grün„ auch im Sinne einer Entwicklung der Natur und des Menschens aufzubauen und nicht nur als Fertigteil hinzuzustellen, wenn die Marktwirtschaft billige und scheinbar bessere Produkte anbietet.

Jene Konsumenten, die rasch über das Wochenende Grün „auflegen“ möchten, werden mit dieser idealen Lösung zweifellos zufrieden sein, denn manche von ihnen haben für das folgende Wochenende schon einen Ausflug aufs Land vor, wo Wälder mit Blumen wachsen und Schmetterlinge fliegen...

Ökologie bedeutet,

- Mensch, Pflanze und Tier
- Zeit, Vielfalt, auch Zufall und Entwicklung
- Dynamik

Die Natur ist ein gewaltiger „Energieapparat„, also kuppelt der Mensch spielerisch die Energie zusammen, fängt er an, seine Umwelt mitzugestalten. Der spielerische Umgang mit Form, Farbe, Licht, Erde, Wasser, Materialien,...kann eine Bereicherung unserer natürlichen Umwelt bedeuten.

- Eine der Voraussetzungen ist das Schaffen von verschiedenen Ausgangssituationen (Vielfalt). Situationen mit Kontrasten: trocken - nass, sonnig - schattig, eben - vertikal,...
- In einer vertikalen strukturierten Landschaft wird von der Vegetation die Sonnenenergie intensiver ausgenutzt, denn starke Licht - Schatten - Kontraste begünstigen diese Prozesse.
- Das Halten von Regenwasser ist von Bedeutung, denn ohne Wasser gibt es bekanntlich kein Leben und den Kindern soll umweltgerechte Handhabung des kostbaren Schatzes vorgelebt werden.
- Steine aller Art gehören auf die Erde, dadurch werden bodenbildende Prozesse begünstigt: geringere Austrocknung durch Sonne und Wind, Unterschlupf für Kleintiere, die beim Aufbau von ökologischen Systemen ebenfalls unsere Mitarbeiter sind.
- Auch standortspezifische Krautgesellschaften (es gibt kein „Unkraut„), die den kahlen Boden verlässlich bedecken, leiten die Bodenbildung ein.

Für die Gestaltung von ökologischen Spielplätzen können wir praktisches Material verwenden. Städte produzieren große Mengen von Abbruchmaterial. Die Nutzung von Bauteilen, Fundamenten, Steinen und Ziegeln soll kein Rezept oder eine Anleitung sein, aber dieses Material ist im Überschuss und man kann dies nutzen:

- Das Bauen von Terrassen, Trockenmauern, Mauern
- Das Auslegen von Pfade und Wege
- Das Legen von Mosaiken
- Das Spiel mit verschiedenen Formen und Farben
- Das Bauen von ökologischen Nischen
- Das Einbauen unserer Fantasie und das Einbringen unserer Träume
- Das Spielen mit Zufall und Absicht
- Das Kennenlernen des Raumes und das Weiterarbeiten an demselben

C.2 Material des allgemeinen Spielplatzes

Auf jeden allgemeinen Spielplatz gibt es eine Mindestanzahl von Spielgeräten. Ob diese erweitert werden, hängt von der Größe des Platzes ab. Ist der Platz weitreichend genug, stellt das Stadtgartenamt größere verbundene Spielgeräte auf. Kombinationen von Schaukeln, die mit einen Dach überdeckt sind und auf dem das Kind umgeben von einen Geländer den Spielplatz überblicken kann. Sogennante Bewegungsbaustellen sind Kombinationen aus Hängebrücken, Rutschen, Schaukeln, Klettergerüsten und Seilen. Die Kinder haben hier die Möglichkeit alle Geräte zu jeder Zeit zu benutzen, ohne lange Wege zu gehen, die zwischen den einzelnen Geräten sonst sind.

Um einen Sturz eines Kindes zu mildern, werden Bodenmatten aufgelegt oder Rindenmulch aufgestreut. Oft kommt es aber vor, dass auf Spielplätzen nur Asphalt als Bodenbelag genommen wurde. Was hier alles passieren kann, muß ich nicht weiter erwähnen.

In den letzten Jahren hat die Gemeinde des jeweiligen Bezirkes die Spielplätze neu gestaltet oder verbessert. Dies führte zu einen vermehrten Besuch der Spielplätze von Kindern und ErzieherInnen haben die Möglichkeit das Freigeläde des Kindertgesheimes zu verlassen und auf öffentliche Spielplätze zu gehen, das die Verletzungsgefahr vermindert worden ist durch die Renovierungen der Plätze.

C.3 Materialkunde

Das Material eines Spielplatzes ist je nach Raumlage (Draußen, Drinnen) unterschiedlich einsetzbar. Es gibt aber Materialien, die festes Bestandteil sind zum Beispiel bei öffentlichen Spielplätzen. Das meist verwendete Material ist seit einigen Jahrzenten HOLZ in allen Variationen.

Holz ist ein Bestandteil der Natur und fügt sich daher gut in die Gestaltung in der Natur ein, ohne besonders hervorzustechen oder zu stören.

Wir Menschen umgeben uns gern mit hölzernen Mobilar und Geräten, weil wir in diesen den Strukturendes Gewachsenen nachspüren können. Unser Wissen um die vielseitige Verwendbarkeit von Holz ist alt und mit den Erfahrungen, die der Mensch bei der Bearbeitung gemacht hat, gewachsen.

Jedes Holz hat seine eigene Struktur, Farbe und charakteristische Eigentümlichkeit. So weisen die heimischen Nadelhölzer oft sehr schöne Zeichnungen auf, Lärchenholz hat einen warmen, rötlichen Naturton. Die Eigenschaften von Holz sind eine gute Elastizität und ein geringes Gewicht, was für den Bau von Spielplatzgeräten geeignet ist. Natürlich gibt es negative Eigenschaften des Holzes: Holz „arbeitet“ und so verändert sich das Holz in Farbe und Form nach langer Zeit.

Um im Kindergarten Geräte für den Spielplatz selbst zu werken, gibt es bestimmtes Werkzeug:

- Um das Holz bei der Bearbeitung festzuhalten, benutz man Holzkluppen, Schraubzwingen, Schraubstock und Zangen.
- Will man das Holz ablängen, kann man einen Fuchsschwanz, Feinsägen und Puksägen nehmen.
- Um bestimmte Formen aussägen zu können, benutzt man für kleinere Teile eine Laubsäge und für größere Teile eine Stichsäge
- Zum Durchbohren von Holz braucht man einen Drill-, Kastanien-, Spitzborer und eine Bohrnachine
- Zum Feilen des Holzes benötigt man Raspeln und Feilen, zum Schlwifwn Schleifpapier
- Weitere Werkzeuge sind der Hammer, der Schraubenzeiher, die Beißzange

Ein weiteres Material ist die Chemiefaser, welche synthetisch und natürlich seit Ende des 19.Jahrhunderts hergestellt wird. Natürliche Fasern sind Zellulose (Holz) und Latex (Milchsaft kautschukhältiger Pflanzen). Synthetische Chemiefasern sind in weiterer Form Nylon, Polyester, Lycra...

Die Eigenschaften sind hohe Zugkraft, Reißfestigkeit, Elastizität und es ist verrottungsfest.

Dies ist der Grund, dass die meisten der Geräte von öffentlichen Spielplätzen aus Holz zum Großteil bestehen. Alte Geräte, die früher aus Metall gebaut worden sind, werden heute aus Holz ersetzt, da ebenfalls die Verletzungsgefahr so gemindert werden kann und die Verwertung von defekten Geräten leichter ist.

D Spielplätze auf der ganzen Welt

Auf meiner Suche nach passender Literatur für meine Facharbeit fand ich einige Informationen zu ausländischen Spielplätzen. In Amerika besitzen alle Schulen einen Spielplatz und in öffentlichen Parks sind ebenfalls Geräte aufgestellt. Jedoch wird in manchen Bezirken keine Wartung durchgeführt und so werden beschädigte Geräte nicht ausgetauscht oder gefährliche Gegenstände nicht weggebracht. Natürlich passiert dies auch in Österreich und man kann nicht auf alle Probleme des Parks oder des Platzes reagieren aus Geld- und Zeitmangel.

In Deutschland sieht die Anordnung der Spielplätze ähnlich wie in Österreich aus.

In weit ärmeren Gebieten gibt es diese Art von Spielplätzen nicht. Das heißt aber nicht, dass Kinder keine Möglichkeit haben sich spielerisch zu betätigen. Plätze sind meist direkt in einen Wald oder vor dem Wohnhaus ohne moderne Geräte, sondern nur mit den Kindern selbst oder aus Basteleien aus Holz oder Wegwerfmaterial. Spiele bekommen so einen anderen Charakter und es entstehen oft neue Spiele, die aber nach einer Zeit wieder verschwinden. Die Kinder machen sich ihren eignen Spielplatz und weisen keinerlei Entwicklungsschäden auf, nur weil diese Kinder aus zum Beispiel Afrika keine Rutsche haben.

4 Schlußwort

Stellungnahme zum Thema

4.1 Wie sehe ich persönlich den Spielplatz nach dem Schreiben der Facharbeit

Der Spielplatz - der Platz zum Spielen. Der Spielplatz wird oft in eine Schublade gesteckt und mit den öffentlichen Spielplätzen verglichen. Zum Teil stimmt diese Aussage, jedoch ist der Platz zum Spielen eines Kindes - sogar eines Erwachsenen - einfach überall und nicht wegzudenken. Ohne diesen könnte das Kind keine Erfahrungen sammeln, die es während dem Vorgang des Spielens gewinnt.

Selbst mir passierte es, dass ich bei dem Wort Spielplatz sofort an öffentliche Spielplätze gedacht habe und so unbewußt die Vorstellung eines Platzes zum Spielen nicht korrekt gesehen habe. Mit meiner Facharbeit gelang es mir aber diesen Fehler bewußt einzugestehen und von nun an zweimal überlege, was mit bestimmten Ausdrücken gemeint ist.

Außerdem ist mir bewußt geworden, welche verschiedenen Möglichkeiten ich habe einen Platz zum Spielen zu gestalten, ob ich Material zur Verfügung stelle oder ob die Kinder selbst sich dieses suchen.

Zum Thema habe ich ein Fahrzeug gefertigt, welches für das Außengelände gedacht und einsetzbar ist. Ein Auto aus Holz mit Kunststoffrädern soll meine Arbeit über Spielplätze aller Art vervollständigen.

4.2 Suche nach passender Literatur

Die Suche nach passender Literatur war eher kompliziert, da es fast kein Material über Spielplätze im allgemeinen gibt. Trotzdem gelang es mir, aus verschieden in der Literaturliste angeführten Büchern, das von mir benötigte Material herauszusuchen. Mit Hilfe des Besuches im Internet erhielt ich ebenfalls interessante, aber rare Literatur.

5 Literaturliste

Cornelia Samant: Vom tieferen Sinn kindlicher Spiele. Novalisverlag

Hans Martensson: Holzspielzeug und Kindermöbel selbstgemacht. Schäferverlag

Renate Zimmer: Handbuch der Bewegungserziehung. Herderverlag

Silvia Bayr-Klimpfinger: Der Gruppenraum. ?

Charlotte Niederle: Methoden des Kindergartens 2. Sonderdruck Unsere Kinder 1997

Schenk-Danzinger: Entwicklung-Sozialisation- Erziehung 1996

Stadtführer: Kind in Wien. Falterverlag 1998

Bertelsmannlexikon 1997

Heft: Unsere Kinder 4/1995

Skriptum: Das Spiel im Freien

Naturbegegnungen im Kindergarten

Gerda Gollwitzer: Kinderspielplätze. Callweyverlag

15 von 15 Seiten

Details

Titel
Eine Analyse des pädagogischen Nutzens von Spielplätzen für Kinder
Autor
Jahr
2000
Seiten
15
Katalognummer
V102595
Dateigröße
379 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eine, Analyse, Nutzens, Spielplätzen, Kinder
Arbeit zitieren
Marion Wanke (Autor), 2000, Eine Analyse des pädagogischen Nutzens von Spielplätzen für Kinder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102595

Kommentare

  • Gast am 11.11.2002

    Spielplatzgestaltung.

    Servus!

    Ich wollte mich erkundigen bei welcher Lehrkraft du deine Arbeit geschrieben hast!

    Danke

    Susanne

Im eBook lesen
Titel: Eine Analyse des pädagogischen Nutzens von Spielplätzen für Kinder



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