Die vorliegende Facharbeit beschäftigt sich mit dem Thema Eingewöhnung und Gestaltung des Übergangs in die Krippe. Dieses Thema habe ich gewählt, weil ich die Fachkenntnisse, die ich in den letzten zwei Ausbildungsjahren im Fach Entwicklung und Bildung erlangt habe, in der Praxis anwenden und eine Eingewöhnung selbständig gestalten möchte. Als Auszubildende durfte ich schon mehrere Eingewöhnungen beobachten. Außerdem hatte ich die Möglichkeit an einer Fortbildung teilzunehmen, die sich explizit mit dem Thema „Störungsfaktoren des Übergangs in die Kita“ beschäftigt hat.
Durch meine praktische Erfahrung in der Krippengruppe konnte ich feststellen, dass jede Eingewöhnung individuell abläuft.
Das Ziel dieser Facharbeit ist es, die theoretischen Grundlagen zum Thema Bindung und bindungsorientierte Eingewöhnung praktisch umzusetzen, sowohl eine Grundlage zu schaffen, wodurch eine sichere Bindung zwischen mir als Bezugsperson und dem Kind positiv beeinflusst werden soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
2. Situationsanalyse
2.1 Angaben zur Einrichtung
2.2 Angaben zur Krippengruppe „Häschen”
2.3 Vorstellung des Eingewöhnungskindes
3. Theoretische Grundlagen
3.1 Bindung
3.1.1 Bindung als Grundbedürfnis
3.3.2 Bindungsverhalten
3.3.3 Bindungstypen
3.2 Eingewöhnung
3.2.1 Die Bedeutung der Eingewöhnung für das Kind
3.2.2 Die Rolle der Erzieherin
3.2.3 Elternarbeit
3.3 Störungsfaktoren der Eingewöhnung
3.4 Berliner Eingewöhnungsmodell
4. Umsetzung des Berliner Eingewöhnungsmodells
4.1 Vorbereitung der Eingewöhnung von Lea
4.2 Das Aufnahmegespräch
5. Ziele
5.1 Grobziel
5.2 Feinziele
6. Eingewöhnung von Lea in die Krippengruppe „Häschen”
6.1 Der erste Eingewöhnungstag
6.2 Grundphase
6.3 Die erste Trennung
6.4 Die erweiterte Trennungsphase
6.5 Stabilisierungsphase
6.6 Schlussphase
7. Reexion
7.1 Zielüberprüfung
7.2 Reexion eigenes Verhaltens
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Facharbeit untersucht die praktische Anwendung des Berliner Eingewöhnungsmodells unter besonderer Berücksichtigung bindungstheoretischer Aspekte und individueller kindlicher Bedürfnisse, um einen gelingenden Übergang in die Krippe zu gestalten.
- Grundlagen der Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth
- Methodische Gestaltung der Eingewöhnung nach dem Berliner Modell
- Die Rolle der Bezugserzieherin und der Eltern
- Fallbeispielhafte Dokumentation der Eingewöhnung des Kindes Lea
- Reflexion des pädagogischen Handelns und der Zielerreichung
Auszug aus dem Buch
6.3 Die erste Trennung
An dem vierten Tag von Leas Eingewöhnung ist es Zeit für die erste Trennung.
Lea kommt heute morgen in die Gruppe gerannt, stellt ihre Flasche sofort auf den Tisch und holt sich eine Puppe aus dem Puppenwagen. Alice lacht und sagt: „So einfach habe ich mir es nicht vorgestellt. Sie scheint mich nicht mehr zu brauchen. Machen wir also heute die Trennung? Ich wäre bereit”. Ich freue mich, dass sie es so positiv sieht. Aus der Erfahrung kann ich sagen, dass die erste Trennung für die Eltern meisten schwieriger als für die Kinder ist.
Ich erkläre Alice, dass wir die Trennung kurz vor Ende der Eingewöhnungsstunde machen, damit Lea versteht, dass wenn Mama wieder kommt, sie abgeholt wird und nach Hause geht.. Wie lange die Trennung wird, hängt komplett von Lea ab. Mir ist bewusst, dass sie eine sichere Bindung zu ihrer Mutter hat und und auf die Trennung mit Weinen oder Schreien reagieren kann. Das versuche ich auch Alice zu vermitteln und versichere ihr, dass falls Lea sich von mir nicht trösten lässt oder lange weint, werde ich sie zurück rufen. „ Ich habe versucht sie heute darauf vorzubereiten” , sagt Alice, „ ich habe ihr gesagt, ich muss heute einkaufen gehen und dass sie in der Kita kurz auf mich warten muss.” Zunächst erkläre ich ihr, dass es wichtig ist, sich von Lea ordentlich zu verabschieden, damit sie weiß was passiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Eingewöhnungsthematik und definiert das Ziel der Arbeit, bindungsorientierte Grundlagen praktisch umzusetzen.
2. Situationsanalyse: Dieses Kapitel stellt die spezifische Kindertageseinrichtung, die Krippengruppe „Häschen“ und das Eingewöhnungskind Lea vor.
3. Theoretische Grundlagen: Hier werden die bindungstheoretischen Hintergründe, die Bedeutung der Eingewöhnung sowie das Berliner Eingewöhnungsmodell theoretisch fundiert beschrieben.
4. Umsetzung des Berliner Eingewöhnungsmodells: Der praktische Teil umfasst die organisatorische Vorbereitung und die Durchführung des Aufnahmegesprächs.
5. Ziele: Die Festlegung eines Grobziels sowie konkreter Feinziele bildet das Fundament für das pädagogische Handeln während der Eingewöhnung.
6. Eingewöhnung von Lea in die Krippengruppe „Häschen”: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte, prozessorientierte Dokumentation der einzelnen Phasen der Eingewöhnung von Lea.
7. Reexion: Im Reflexionsteil erfolgt die Überprüfung der gesteckten Ziele sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen pädagogischen Verhalten.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung des Berliner Modells für den Einzelfall Lea.
Schlüsselwörter
Eingewöhnung, Berliner Modell, Bindungstheorie, Krippe, Bezugserzieherin, Elternarbeit, Übergang, Bindungsaufbau, Fremdbetreuung, Transition, frühkindliche Bildung, Eingewöhnungsphasen, kindliche Bedürfnisse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Gestaltung eines bindungsorientierten Übergangs von der familiären Betreuung in eine Krippengruppe unter Anwendung des Berliner Eingewöhnungsmodells.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Bindungstheorie, die professionelle Rolle der Erzieherin, die unverzichtbare Einbindung der Eltern sowie der methodische Ablauf der Eingewöhnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, theoretische Erkenntnisse über Bindung praktisch so umzusetzen, dass das Kind eine sichere Beziehung zur Bezugserzieherin aufbaut und sich in der neuen Umgebung wohl fühlt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Fallstudie, die den praktischen Eingewöhnungsprozess eines Kindes mittels Beobachtungen und Dokumentationen begleitet und reflektiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Situationsanalyse, die theoretischen Hintergründe, die Vorbereitung und die detaillierte chronologische Dokumentation der einzelnen Eingewöhnungsphasen.
Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Eingewöhnung, Bindung, Berliner Modell und pädagogische Professionalität charakterisiert.
Wie wurde mit der Erkrankung des Kindes während der Eingewöhnung umgegangen?
Nach Absprache mit der Mutter wurde nach der krankheitsbedingten Unterbrechung die Eingewöhnung fortgesetzt, wobei die Stimmung des Kindes als entscheidendes Kriterium für das weitere Vorgehen diente.
Welche Rolle spielt das Wickeln für den Bindungsaufbau?
Die Wickelsituation wird als „Beziehungszeit“ genutzt, in der das Kind in einer Eins-zu-eins-Situation ungeteilte Aufmerksamkeit erfährt, was die Bindung zur Bezugserzieherin maßgeblich stärkt.
Warum ist die Trennung in der Eingewöhnung ein kritischer Moment?
Die Trennung ist kritisch, da sie eine erhebliche emotionale Herausforderung darstellt. Das Kind muss lernen, dass die Bindungsperson trotz der zeitweiligen Abwesenheit wieder zurückkehrt, während es bei der Bezugserzieherin Trost findet.
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- Radka Bilsakova (Author), 2021, Bindungsorientierte Eingewöhnung von Kleinkindern nach dem Berliner Modell unter der Berücksichtigung individueller Faktoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1026188