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Schulhunde als Wegbegleiter für Schüler mit psychosozialen Beeinträchtigungen? Chancen und Herausforderungen einer tiergestützten Pädagogik

Lernen auf vier Pfoten

Title: Schulhunde als Wegbegleiter für Schüler mit psychosozialen Beeinträchtigungen? Chancen und Herausforderungen einer tiergestützten Pädagogik

Bachelor Thesis , 2021 , 68 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sophia Kutt (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Mit dieser Bachelorarbeit wird das Ziel verfolgt, Perspektiven und Herausforderungen der hundegestützten Pädagogik im Unterricht an SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen aufzuzeigen, nachdem die terminologischen Grundlagen zu den tiergestützten Interventionen zunächst geklärt wurden. Hunde sind zurecht die besten Freunde des Menschen und sie vereinen sehr viel Potenzial in sich. Sie können vielseitig im Unterricht als Stütze für SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen eingesetzt werden.

Völlig gleich, ob sie als Schulhund, Schulbesuchshund, Klassenhund, Assistenz- oder Behindertenbegleithund in offenen oder in geschlossenen Unterrichtssettings fungieren. SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen profitieren von Schulhunden in Einzelförderung, Kleingruppenunterricht oder im Plenum. Nicht zu vergessen ist auch, dass Hunde in der Therapie eingesetzt werden. Schulhunde sind im deutschen Bildungssystem längst noch nicht alltäglich, denn Vorbehalte, Ängste und unzureichendes Know-how sind weitgehend aufseiten von SchülerInnen, Erziehungsberechtigten und Lehrkräften existent und das Vorhaben, einen Schulhund in die Klassengemeinschaft zu integrieren, ist mit sehr viel Fleiß, Geduld und Sorgfalt verbunden.

Diese Bachelorarbeit soll ein Beitrag sein, um diese Negativitäten abzubauen. Schulhunde werden in dieser Abschlussarbeit weder idealisiert noch verharmlost, es wird vielmehr ein realistisches Bild gezeichnet, um zu zeigen, wie zukünftige Entwicklungen der innovativen Unterrichtsgestaltung mit SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen aussehen könnten und was alles möglich ist. In dieser Arbeit werden auch Hürden der hundegestützten Pädagogik aufgegriffen, welche letztere in Zukunft noch meistern muss, um zielgerichtet nach einer sehr ausgeprägten Qualifikation des Mensch-Hund-Teams und einer Professionalisierung der hundegestützten Pädagogik zu streben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Mensch-Tier-Beziehung

1.1 Die Bedeutung der Mensch-Hund-Beziehung

1.2 Die Bedeutung von Tieren in der kindlichen Entwicklung

1.3 Kinder und Jugendliche mit psychosozialen Beeinträchtigungen und der Kontakt zu Hunden

2. Der Personenkreis: SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen

2.1 Abgrenzung des Personenkreises

2.2 Typologie von psychosozialen Beeinträchtigungen

2.3 Erklärungsmuster für psychosoziale Beeinträchtigungen

2.3.1 Bindungstheorie

2.3.2 Psychoanalyse

3. Tiergestützte Interventionen

3.1 Entstehung und Bedeutung der Tiergestützten Interventionen

3.2 begriffliche Abgrenzung im deutschsprachigen Raum

3.2.1 Tiergestützte Didaktik

3.2.2 Tiergestützte Aktivität (TG A)

3.2.3 Tiergestützte Förderung (TG F)

3.2.4 Tiergestützte Pädagogik (TG P)

3.2.5 Tiergestützte Therapie (TG T)

4. Perspektiven: Hundegestützte Pädagogik im Unterricht mit SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen

4.1 Die verschiedenen Funktionen des Hundes

4.1.1 Schulhund und Schulbesuchshund, Klassenhund

4.1.2 Therapiehund und Therapiebegleithund

4.2 Erklärungsansätze für die Mensch-Hund-Beziehung

4.2.1 Die Biophilie-Hypothese

4.2.2 Das Konzept der Du-Evidenz

4.2.3 Die Eisbrecher-Theorie

4.3 Aktueller Forschungsstand: Einsatz von Schulhunden in den verschiedenen Schulformen

4.4 Auswirkungen der hundegestützten Pädagogik

4.4.1 Physiologische Wirkungen

4.4.2 Verringerung von externalisierenden Verhaltensweisen

4.4.3 Verringerung von internalisierenden Verhaltensweisen

4.4.4 Förderung von sozial-emotionalen Kompetenzen

5. Herausforderungen: Hundegestützte Pädagogik im Unterricht mit SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen

5.1 Bedingungen für hundegestützte Pädagogik im Unterricht

5.1.1 Anforderungen an den Hund

5.1.2 Anforderungen an die Lehrkraft

5.1.3 Anforderungen an die SchülerInnen

5.2 Qualifikation des Mensch-Hund-Teams für den Einsatz

5.2.1 Kenntnis der rechtlichen Grundlagen

5.2.2 Genehmigung des Einsatzes des Schulhundes durch bildungspolitische Gremien

5.2.3 Sensibilisierung für den Umgang mit aggressiven SchülerInnen

5.2.4 Sensibilisierung für den Umgang mit ängstlichen SchülerInnen

5.3 Professionalisierung der hundegestützten Pädagogik im Unterricht

5.3.1 Qualitätsmanagement

5.3.2 Gefährdungsmanagement

5.3.3 Hygienemanagement

5.4 Ausblick

6. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial der hundegestützten Pädagogik im schulischen Kontext und geht der Forschungsfrage nach, inwiefern Schulhunde als ideale Wegbegleiter für SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen fungieren können.

  • Analyse der Mensch-Tier-Beziehung und deren Bedeutung für die kindliche Entwicklung.
  • Definition und Einordnung psychosozialer Beeinträchtigungen bei SchülerInnen.
  • Kategorisierung tiergestützter Interventionen im deutschsprachigen Raum.
  • Erklärung psychologischer Wirkmechanismen der Mensch-Hund-Interaktion.
  • Evaluation von Anforderungen und Herausforderungen bei der Implementierung von Schulhunden im Unterricht.

Auszug aus dem Buch

4.2.3 Die Eisbrecher-Theorie

Die Eisbrecher-Theorie beinhaltet, dass Hunde als soziale Katalysatoren fungieren. Sie ermöglichen dynamische Beziehungs- und Kontaktangebote, indem sie zum Menschen Blickkontakt aufnehmen und ihn auffordern, gestreichelt zu werden (Wohlfarth & Mutschler, 2017). Grundlegend ist, wie bereits im Kapitel 1 schon angedeutet wurde, dass Hunde und Menschen ähnliche Bedürfnisse nach Körper- und Sozialkontakt haben. Hunde regen durch ihre Anwesenheit und durch ihr Verhalten Gespräche an. Die Lehrkraft wird in ihrer professionellen Rolle nicht mehr bloß als Autoritätsperson wahrgenommen, sondern vielmehr auch als HundebesitzerIn und HundefreundIn. Der Hund nimmt die Funktion eines „Eisbrechers“ ein, internalisierende Verhaltensweisen von SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen werden verringert, nachdem der Hund Interesse am Kind bekundet hat. Ein weiterer Aspekt im Hinblick auf diesen Erklärungsansatz besteht darin, dass sich ein Fürsorgeverhalten der Lehrkraft im Umgang mit dem Hund durch Beobachtung auch auf die SchülerInnen übertragen kann (Wohlfarth & Mutschler, 2017). Die Lehrkraft fungiert an dieser Stelle als Modell und das Kind lernt anhand des LehrerInnenmodells den angemessenen Umgang mit dem Hund. Das Tier nimmt die Rolle eines Übergangsobjektes ein (Strunz, 2018), d. h. die SchülerInnen werden sich zunächst dem Tier gegenüber öffnen und ihm Vertrauen schenken und erst im Nachhinein auch der Lehrkraft gegenüber. Auf der anderen Seite nehmen die SchülerInnen auch einen unangemessenen Umgang der Lehrkraft mit dem Hund wahr. Dieser Umgang kann sich in Dominanz, verbalem und körperlichem Druck äußern. Dies hat zur Folge, dass das Kind sich der Lehrkraft nicht gegenüber öffnen wird, aus Angst genauso wie der Hund behandelt zu werden (Wohlfarth & Mutschler, 2017). Untersuchungen Prothmanns (2012) mit psychisch kranken Kindern und Jugendlichen haben ergeben, dass Tiere Veränderungen im positiven Erleben und der Selbstwahrnehmungen sowie Wärme, Akzeptanz und Empathie durch eine positive Atmosphäre ermöglichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Mensch-Tier-Beziehung: Dieses Kapitel erläutert die evolutionäre und psychologische Basis der Mensch-Hund-Beziehung sowie die allgemeine Bedeutung von Tieren für die kindliche Entwicklung.

2. Der Personenkreis: SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen: Es erfolgt eine definitorische Abgrenzung sowie eine klinische Einordnung verschiedener Störungsbilder, flankiert durch bindungstheoretische und psychoanalytische Erklärungsansätze.

3. Tiergestützte Interventionen: Dieses Kapitel liefert eine begriffliche Differenzierung der verschiedenen Formen tiergestützter Arbeit im deutschsprachigen Raum, wie Therapie, Pädagogik und Förderung.

4. Perspektiven: Hundegestützte Pädagogik im Unterricht mit SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen: Hier werden die Funktionen des Schulhundes, theoretische Konzepte wie die Biophilie-Hypothese sowie die konkreten physiologischen und psychischen Auswirkungen der hundegestützten Pädagogik analysiert.

5. Herausforderungen: Hundegestützte Pädagogik im Unterricht mit SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen: Das Kapitel behandelt die notwendigen Rahmenbedingungen, Anforderungen an alle Beteiligten sowie Strategien zur Professionalisierung durch Qualitäts-, Gefährdungs- und Hygienemanagement.

6. Diskussion: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und bewertet die Eignung von Schulhunden unter Berücksichtigung der aufgezeigten Herausforderungen und Rahmenbedingungen.

Schlüsselwörter

Hundegestützte Pädagogik, Schulhund, psychosoziale Beeinträchtigung, Mensch-Tier-Beziehung, Inklusion, Bindungstheorie, Verhaltensstörung, Tiergestützte Interventionen, Emotionsregulation, Selbstwirksamkeit, Qualitätsmanagement, Gefährdungsmanagement, Hygienemanagement, Sozial-emotionale Kompetenz, Schulalltag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit untersucht das Einsatzfeld der hundegestützten Pädagogik an Schulen mit einem spezifischen Fokus auf SchülerInnen, die psychosoziale Beeinträchtigungen aufweisen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung, die Terminologie tiergestützter Interventionen, die Auswirkungen auf die Schülerschaft sowie die praktischen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, inwiefern Schulhunde als geeignete Wegbegleiter dienen können, um SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Abschlussarbeit, die aktuelle Fachliteratur, Studien und psychologische Modelle (z. B. Bindungstheorie) zusammenführt und kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der Typologie psychosozialer Beeinträchtigungen über die verschiedenen Funktionen und Wirkweisen von Schulhunden bis hin zu den Anforderungen an Lehrkräfte und SchülerInnen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie hundegestützte Pädagogik, psychische Gesundheit, Inklusion, Bindung und professionelles Qualitätsmanagement charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Bindungstheorie nach Bowlby in diesem Kontext?

Die Bindungstheorie wird genutzt, um zu erklären, wie Schulhunde als sichere Bindungsfiguren dienen können, um bei SchülerInnen mit unsicheren Bindungserfahrungen Stress zu reduzieren und soziale Sicherheit zu vermitteln.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Formen tiergestützter Interventionen?

Die Arbeit nimmt eine begriffliche Abgrenzung vor, indem sie zwischen tiergestützter Didaktik, Aktivität (TG A), Förderung (TG F), Pädagogik (TG P) und Therapie (TG T) unterscheidet.

Welche Bedeutung kommt dem Qualitätsmanagement bei?

Das Qualitätsmanagement wird als essenzieller Pfeiler der Professionalisierung betrachtet, der Standards für den Einsatz festlegt, um das Wohl des Tieres und die Sicherheit der SchülerInnen zu gewährleisten.

Was ist die zentrale Schlussfolgerung in Bezug auf das Lehrpersonal?

Die Lehrkraft trägt die Hauptverantwortung für das Mensch-Hund-Team; ein erfolgreicher Einsatz erfordert neben der pädagogischen Kompetenz eine fundierte Ausbildung, Stresssensibilität und die Fähigkeit zur präventiven Gefährdungsanalyse.

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Details

Title
Schulhunde als Wegbegleiter für Schüler mit psychosozialen Beeinträchtigungen? Chancen und Herausforderungen einer tiergestützten Pädagogik
Subtitle
Lernen auf vier Pfoten
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Rehabilitationswissenschaften)
Grade
1,7
Author
Sophia Kutt (Author)
Publication Year
2021
Pages
68
Catalog Number
V1026436
ISBN (eBook)
9783346451156
ISBN (Book)
9783346451163
Language
German
Tags
Schulhunde hundegestützte Pädagogik hundegestützte Intervention tiergestützte Pädagogik tiergestützte Interventionen Inklusion Förderschule Diagnostik Sonderpädagogik sonderpädagogischer Förderstatus ADHS Depression Panikstörung Angststörung externalisierende Verhaltensweisen internalisierende Verhaltensweisen emotionale-soziale Entwicklung Verhaltensstörung Lernen Schule SchülerInnen mit psychosozialen Beeinträchtigungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophia Kutt (Author), 2021, Schulhunde als Wegbegleiter für Schüler mit psychosozialen Beeinträchtigungen? Chancen und Herausforderungen einer tiergestützten Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1026436
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