Internationaler Währungsfonds und Weltbank


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

10 Seiten, Note: 2+


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REFERAT: INTERNATIONALER WÄHRUNGSFONDS UND WELTBANK

1 Einleitung

Berühmtes ironisches Zitat eines Bankiers über die »Transparenz« von Zentralbanken und Finanzbehörden:

»Wenn Sie verstanden haben, was ich gerade gesagt habe, dann können Sie mir nicht richtig zugehört haben.«

Auch die Handlungsweisen des IWF und der Weltbank ist auf dem ersten Blick nicht einfach zu durchschauen. Nach dem Referat werdet ihr einen Überblick über die Entstehungsgeschichte der beiden Institutionen haben, über deren Organe, Aufgaben und Ziele.

2 Der Internationale Währungsfonds

Die Ursprünge des Internationalen Währungsfonds (»IWF«, oder International Monetary Fonds »IMF«) gehen auf die große Depression zurück, die der Weltwirtschaft in den 30er Jahren unermesslichen Schaden zufügte. Zwischen 1929 und 1932 sanken die Warenpreise weltweit um 48 Prozent, und der Wert des internationalen Handels ging um 63 Prozent zurück.

Erforderlich war eine Zusammenarbeit aller Staaten in einem bislang noch nie erprobten Umfang bei dem Bemühen um die Schaffung eines neuen Weltwährungssystems und einer internationalen Institution zur Überwachung dieses Systems.

Der Internationale Währungsfonds sowie die Weltbank wurden 1944 auf der Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten Nationen in Bretton Woods, USA, von 45 Teilnehmerstaaten. 1947 erhielten beide den Status einer UN-Sonderorganisation, sind also nicht der UNO unterstellt.

Damals zählte der Fonds 39 Mitglieder. Heute umfasst er 182 Mitgliedsstaaten. Alle großen Staaten sind jetzt Mitglieder des IWF.

Die Mitgliedschaft steht jedem Land offen, das eine unabhängige Außenpolitik betreibt und bereit ist, die Charta der Rechte und Pflichten des Fonds einzuhalten.

Die früher zentral geplanten Wirtschaften Osteuropas und der ehemaligen Sowjetunion sind Mitglieder geworden und befinden sich im Hinblick auf eine freie Markwirtschaft in unterschiedlichen Übergangsphasen. Mitgliedsländer können den Fonds jederzeit auf Wunsch verlassen. Indonesien, Kuba, Polen und die Tschechoslowakei (heute die Tschechische Republik und die Slowakische Republik) haben dies in der Vergangenheit getan; jedoch sind alle diese Länder (mit Ausnahme Kubas) schließlich der Institution wieder beigetreten.

2.1 Damalige Ziele

Ziel des IWF war damals die institutionelle Neuordnung und Stabilisierung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen auf der Basis fester Wechselkurse zwischen konvertiblen Währungen.

Die in Bretton Woods entworfene Nachkriegsordnung war maßgeblich von den wirtschaftlichen und politischen Interessen der USA geprägt.

Wirtschaftlichen Interessen:

Das vom Krieg zerstörte Europa und die (praktischerweise) immer mehr von ihren kolonialen Bindungen befreiten und als »unterentwickelt« definierten Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas boten vielversprechende und dringend benötigte Absatzmärkte für die auf (Kriegs-) Hochtouren laufende US-Industrie.

Um diese Märkte nutzen zu können, bedurfte es einer stabilen Währungsordnung, eines möglichst unbeschränkten Handels und einer Institution, die mittels Krediten die Nachfrage nach Exportgütern und generell nach »Entwicklung« in Schwung bringt.

Politische Interessen:

Die Angst vor einem »Überlaufen« einiger Länder ins »kommunistische Lager« war groß, und durch großzügige Darlehen und wirtschaftliche Anbindung an den Westen sollten sie davon abgehalten werden.

Nun klingt das geradezu so, als ob die USA alleine bestimmen konnten, wer Kredite bekommt und wer nicht. Das war natürlich nicht so. Aber sowohl Weltbank als auch IWF funktionieren nach dem Prinzip, dass die Staaten, die die Organisation mehr finanzieren, auch mehr Stimmrechte haben.

So kommt es, dass die Industrienationen (die 29 Mitglieder der Organisation for Economic Cooperation and Development OECD) mit über 60 Prozent eine komfortable Mehrheit in beiden Organisationen besitzen, und dass die USA mit einem Stimmenanteil von 17,8 Prozent ein faktisches Vetorecht haben, da bestimmte Entscheidungen nur mit 85prozentiger Mehrheit gefällt werden dürfen.

2.2 Aktuelle Ziele

Der IWF hingegen soll durch Vergabe von kurzfristigen Krediten Zahlungsbilanzschwierigkeiten der Mitgliedsländer beseitigen und geordnete, stabile Währungsbeziehungen unter ihnen aufrechterhalten. Der Erhalt von Krediten des IWF (und auch der Weltbank) ist an die Bedingung geknüpft, dass die Regierung bestimmte wirtschaftspolitische Stabilisierungsprogramme, die sogenannten Strukturanpassungsprogramme durchführt.

Beide Organisationen sollen die Tätigkeit der Privatwirtschaft und den internationalen Handel fördern und so wirtschaftlichen Aufschwung bewirken.

3.1 Organisation IWF

Viele Menschen haben den Eindruck, der IWF sei eine Institution von großer Autorität und Unabhängigkeit. Sie nehmen an, dass er entscheidet, welche Wirtschaftspolitik die Mitglieder am besten verfolgen sollen, diese Entscheidungen den Mitgliedern aufzwingt und dann darauf achtet, dass sich die Mitglieder daran halten. Dies ist ein großes Missverständnis.

Weit davon entfernt, vom Fonds Befehle entgegenzunehmen, legen die Mitglieder selbst die vom Fonds verfolgte Politik fest. Der Befehlsweg verläuft eindeutig von den Mitgliedsregierungen zum IWF und nicht umgekehrt. Bei der Beurteilung, ob ein einzelnes Mitglied seinen Verpflichtungen gegenüber dem Fonds nachkommt, oder bei der Ausarbeitung einer Kreditvereinbarung mit einem Mitglied, handelt der Fonds somit nicht eigenmächtig, sondern als Mittler zwischen dem Willen der Mehrheit der Mitglieder und dem einzelnen Mitgliedsland.

An der steht der Gouverneursrat mit jeweils einem Gouverneur aus jedem Mitgliedsland und einer gleichen Anzahl von Stellvertretern. In der Regel handelt es sich dabei um die Finanzminister oder Zentralbankchefs, die als Bevollmächtigte ihrer Regierung sprechen. In Fragen der Funktionsweise des internationalen Währungssystems werden sie von einem Ausschuss beraten, und ein Gemeinsamer Entwicklungsausschuss von IWF und Weltbank berät sie in bezug auf die besonderen Bedürfnisse der ärmeren Länder.

Die 24 Exekutivdirektoren, die zum Sitz des Währungsfonds nach Washington D.C. abgeordnet sind und das Exekutivdirektorium des Fonds bilden, die mindestens dreimal wöchentlich in formaler Sitzung zusammentreffen, überwachen die Umsetzung der von den Mitgliedsregierungen durch den Gouverneursrat festgesetzten Wirtschafts- und Währungspolitik.

Gegenwärtig repräsentieren acht Exekutivdirektoren einzelne Länder: China, Deutschland, Frankreich, Japan, Russland, Saudi-Arabien, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. Sechzehn weitere Exekutivdirektoren vertreten jeweils Gruppierungen der restlichen Länder. Das Exekutivdirektorium trifft seine Beschlüsse auf der Grundlage eines Konsens unter seinen Mitgliedern.

Der IWF hat ungefähr 2 700 Mitarbeiter aus 123 Ländern, an deren Spitze ein Geschäftsführender Direktor steht, der gleichzeitig Vorsitzender des ihn ernennenden Exekutivdirektoriums ist. Das Amt des Geschäftsführenden Direktors wird traditionsgemäß einem Europäer oder wenigstens einem Nicht-Amerikaner übertragen. Im Mai 2000 wurde der Deutsche Horst Köhler zum neuen IWF-Chef gewählt, der vorher Präsident der Osteuropabank war.

3.2 Aufgaben

Überwachung - Der IWF beurteilt die Wechselkurspolitik seiner Mitgliedsländer im Rahmen einer umfassenden Analyse der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der wirtschaftspolitischen Strategie eines jeden Mitgliedslandes.

Technische Hilfe - Fachkenntnisse und Unterstützung, die der IWF seinen Mitgliedsländern in mehreren breitgefassten Bereichen zur Verfügung (z.B. Gestaltung und Umsetzung der Geld- und Fiskalpolitik und Institutionsaufbau wie Zentralbanken).

Finanzhilfen - Kredite und Darlehen, die der IWF Mitgliedsländern in Zahlungsbilanzschwierigkeiten zur Unterstützung ihrer wirtschaftspolitischen Anpassungs- und Reformprogrammen gewährt. Mit Wirkung vom 30. Juni 2000 unterhielt der IWF Finanzierungsvereinbarungen mit 90 Ländern für bewilligte Kredite in Höhe von ungefähr 66,2 Mrd. US-$. Darunter liegen Asien und Europa an der Spitze.

3.3 Strukturanpassungsprogramme

Erweiterte Strukturanpassungsfazilität (ESAF) - heißt jetzt:

Armutsbekämpfungs- und Wachstumsfazilität (PRGF)

Sind neoliberale wirtschafts- und finanzpolitische Kurskorrekturen, die viele Entwicklungsländer seit der 80er Jahre unter dem Druck der Verschuldungskrise vornehmen (müssen). Sie sollen Folgendes erreichen:

1. Stabilisierung geschwächter Wirtschaftssysteme durch Senkung der Inflation und Ausgleich der Zahlungsbilanz
2. Anstieg des Wachstums durch produktivere und effizientere Wirtschaft und deren Öffnung für den freien Markt

Sie weisen folgende typische Merkmale auf:

- Steuererhöhungen (zur Steigerung der Staatseinnahmen)
- Abschaffung von Preis- und Zinssatzkontrollen
- Einschränkung staatl. Einfluss-Sphären / Privatisierung staatl. Unternehmen
- Zollsenkungen und Verringerung von Außenhandelsbeschränkungen
- Förderung von lokalen und ausländischen Investitionen

Die Armen Bürger kann das Konzept hart treffen wenn:

- Sozialausgaben gekürzt werden, um Budgetdefizite auszugleichen
- Kürzung der Angestellten im öffentlichen Sektor, ohne Umschulung anzubieten
- Lokale Unternehmen aus Wettbewerbsgründen schließen müssen
- Neuinvestitionen nur langsam anlaufen und nicht die erwarteten Arbeitsplätze schaffen

Gründe für Fehlschläge:

- Theorien nicht universell als Schablone anwendbar - Individuelle Strukturen

3.4 IWF-Fazilitäten

3.4.1 Reguläre Fazilitäten

Bereitschaftskreditvereinbarungen - kurzfristige Zahlungsbilanzunterstützung für Defizite, die zeitweiliger und zyklischer Art sind (12-18 Monate).

Erweiterte Fondsfazilität (EFF) - dazu bestimmt, mittelfristige Programme zu unterstützen(Zahlungsbilanzschwierigkeiten), die im allgemeinen eine Laufzeit von drei Jahren haben.

3.4.2 Konzessionäre Hilfe (Zugeständnis, Entgegenkommen)

Armutsbekämpfungs- und Wachstumsfazilität (PRGF) - siehe oben

Initiative für hochverschuldete arme Länder (HIPC) - gewährt anspruchsberechtigten Ländern außerordentliche Hilfe zur Senkung ihrer Auslandsverschuldung auf ein tragfähiges Niveau.

3.4.3 Sonderfazilitäten

Fazilität zur Kompensierung bei Exporterlösausfällen (CFF) - Finanzhilfe bei zeitweiligen Exporterlösausfällen oder Mehrkosten für Getreideeinfuhren.

Fazilität zur Stärkung von Währungsreserven (SRF) - Finanzhilfe bei außergewöhnlichen Zahlungsbilanzschwierigkeiten, die auf einen umfangreichen kurzfristigen Finanzierungsbedarf zurückgehen, der infolge eines plötzlichen, störenden Vertrauensschwundes am Markt entstanden ist.

Vorsorgliche Kreditlinie (CCL) - zielt darauf ab, die Ausbreitung einer Krise zu verhindern.

3.5 Finanzpolitiken des IWF

Unter den Finanzpolitiken des IWF sind die Bedingungen für die Inanspruchnahme seiner finanziellen Mittel zu verstehen. Dazu gehören:

Reservetranchenpolitik - Ein Mitgliedsland hat eine Reservetranchen-Position (Teilbeträge-Position) im IWF, die die Reserveaktiva widerspiegelt, die es dem IWF überwiesen hat, und die daran gemessen wird, wie sehr seine Quote die IWFBestände an seiner Währung übersteigt. Bei Vorliegen eines Zahlungsbilanzbedarfs kann ein Mitglied jederzeit den vollen Betrag seiner Reservetranche ziehen. Eine solche Ziehung bedeutet keine Inanspruchnahme von IWF-Kredit, da die Reserveposition eines Landes als Teil der Devisen des Mitglieds angesehen wird, und sie unterliegt keiner Rückzahlungspflicht.

Kredittranchenpolitik - Die Kredite des Fonds unter regulären Fazilitäten werden den Mitgliedsländern in Tranchen (Teilbeträgen) von jeweils 25 % ihrer Quote zur Verfügung gestellt. Für Ziehungen in der ersten Kredittranche müssen die Mitglieder nachweisen, dass sie angemessene Anstrengungen zur Überwindung ihrer Zahlungsbilanzschwierigkeiten unternehmen, und es gibt keinen Abruf in Teilbeträgen. Ziehungen in den oberen Kredittranchen (über 25 %) werden gewöhnlich in Teilbeträgen abgerufen, sofern bestimmte Bedingungen oder ,,Erfüllungskriterien” eingehalten werden.

Notfinanzierungspolitik - Der IWF stellt Notfinanzierung bereit, um seinen Mitgliedern bei der Überwindung von Zahlungsbilanzproblemen beizustehen, die auf plötzliche unvorhersehbare Naturkatastrophen zurückgehen oder nach Beendigung schwerer Konflikte entstanden sind. Gewöhnlich erfolgt dies in Form von Direktkäufen von bis zu 25 % der Quote, sofern das Mitglied mit dem IWF zusammenarbeitet. Bei Ländern nach Beendigung schwerer Konflikte kann ein zusätzlicher Zugang zu bis zu 25 % der Quote gewährt werden.

3.3 Sonderziehungsrechte (SZR - Special Drawing Rights, SDR)

Ein in den 60er Jahren eingeführtes Reservemedium, das gleichwertig mit Gold ist. Dieses synthetische Weltgeld wird auf Sonderkonten beim IWF gehalten und nur im Zahlungsverkehr zwischen den Zentralbanken verwendet.

Die SZR wurden eingeführt um die damaligen fehlenden Währungsreserven zu stützen.

Jedes Mitglied erhält nach ihrer Quote entsprechend SZR, also eine Art Bezugsschein, mit denen sie auf befristete Zeit zum Erwerb konvertibler Währungen berechtigen, d.h. gegen Abgabe von SZR diese Währungen »ziehen«.

Sie sind also nicht nur Kredit- und Zahlungsmittel, sondern auch zusätzliche Währungsreserven.

Mit Stand vom 8. August 2000 betrug ein SZR 1,30904 US-$.

3.4 Quoten und Stimmrecht

Die Höhe des Mitgliedsbeitrags (»Subskription«) erfolgt nach festgelegten Quoten. Durch die Quote wird versucht, anhand der jeweiligen Wirtschaftskraft eines Landes, d.h. Volkseinkommen, Gold- und Devisenreserven, Größe des Außenhandels und Exportabhängigkeit, sein währungspolitisches Gewicht zu messen.

Ursprünglich war ein Viertel der Subskription in Gold einzuzahlen, der Rest in Landeswährung. Seit der zweiten Änderung von 1978 des IWF-Abkommens ist an die Stelle des Goldes das Sonderziehungsrecht (SZR), die Rechnungseinheit und internationales Reserveguthaben des IWF, getreten.

Spätestens alle fünf Jahre werden die Quoten überprüft, was bisher stets zu einer Quotenerhöhung führte. Die elfte und letzte Erhöhung fand 1999 statt (um 45%).

Die Entscheidungsstruktur des IWF wird ganz wesentlich durch das Quotensystem geprägt, denn die Quoten bestimmen nicht nur die Beitragsverpflichtungen, sondern auch das Stimmrecht und den Zugang zu IWF-Krediten.

Jedes Mitglied erhält zwar 250 Sockelstimmen, diese haben aber bei wachsenden Quoten ständig an Bedeutung eingebüßt und machen nur rund 4% der Stimmen aus. Das gewichtete Stimmrecht garantiert den westlichen Industrieländern - die fünf stärksten Mitglieder sind: USA, GB, BRD, Frankreich und Japan - eine sichere Mehrheit.

3.4 Die Asienkrise - Beispiel: Süd-Korea

Während der vergangenen Jahrzehnte hat Korea sich in ein fortgeschrittenes Industrieland verwandelt. Das Finanzsystem war jedoch durch Regierungseingriffe in die Wirtschaft geschwächt worden. Außerdem wurde die Wechselkursbindung an den US-Dollar trotz der Aufwertung des US-Dollars gegenüber den europäischen Währungen und dem Yen beibehalten wurde, was zu einer Überbewertung führte. Die Leistungsbilanzdefizite wurden großenteils durch Auslandskredite mit kurzen Laufzeiten finanziert. Während der Finanzkrise in Asien brachte ein Verlust der Marktzuversicht das Land gefährlich nahe an den Rand der Erschöpfung seiner Devisenreserven.

Die laxe Kreditvergabe wurde begünstigt, weil es an einer effektiven Bankaufsicht fehlte und international übliche Sicherheitsstandards nicht durchgesetzt wurden. Die Finanzinstitute glaubten, Risiken vernachlässigen zu können, weil im Schadensfall Aussicht auf staatliche Unterstützung bestand.

Am 4. Dezember 1997 bewilligte das Exekutivdirektorium des IWF Finanzhilfe von bis zu 15,5 Mrd. SZR, d.h. etwa 21 Mrd. US $, über einen Zeitraum von drei Jahren.

Die Ziele der Strategie zur Lösung der Krise in Korea waren in erster Linie eine Wiederherstellung der Zuversicht und eine Stabilisierung der Finanzmärkte sowie die Schaffung eines Fundaments für eine nachhaltige Erholung der realen Volkswirtschaft.

Das Programm bestand deshalb aus einer Mischung von makroökonomischen wirtschaftspolitischen Maßnahmen und weitreichenden Strukturreformen.

Zusätzlich schloss Korea Anfang 1998 ein Übereinkommen mit ausländischen Banken ab, um die Fälligkeitsdaten kurzfristiger Forderungen an Koreas Banken zu verlängern und somit einen Zahlungsausfall zu verhindern.

Der Schwerpunkt der Strukturreform lag auf einer Liberalisierung des Kapitalverkehrs, die Umstrukturierung des Finanz- und Unternehmenssektors, eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und die Verbesserung der Datenberichterstattung. Die koreanische Umstrukturierung zielte darauf ab, die Stabilität des Finanzsystems durch Unterstützung der Liquidität, eine befristete Gesamtgarantie sowie die Schließung nicht lebensfähiger Institutionen schnell wiederherzustellen. Die Umstrukturierung zielte weiterhin darauf ab, die Banken zu rekapitalisieren und das institutionelle Regelwerk zu stärken, indem die Regeln und die Aufsicht den besten internationalen Verfahren angepasst werden.

Die Unternehmensumstrukturierung konzentrierte sich anfänglich auf eine Verbesserung von Führungsstrukturen und Wettbewerbsregeln. Später verlagerte sich der Schwerpunkt auf finanzielle und betriebliche Umstrukturierung mit dem Ziel, den Schuldenstand zu senken und die Kapitalstruktur zu stärken.

Weitere Fortschritte betreffen die Erfüllung der im Rahmen dieser Pläne gemachten Versprechen; Aktienfragen, Ausgliederungen mit Aktienübernahme, der Verkauf von Vermögenswerten sowie strategische Bündnisse mit ausländischen Investoren machen den Hauptanteil der Verbesserungen aus.

Korea hat die Ziehungen vom IWF eingestellt; zusätzlich hat es einen Teil des Bereitschaftskredites neun Monate vor dem Fälligkeitsdatum zurückbezahlt. Die Herausforderung für die Zukunft besteht darin, Selbstzufriedenheit zu vermeiden und den Schwung der Strukturreformen aufrechtzuerhalten.

3.5 Kritik am IWF

Besonders nach der Asienkrise ist Kritik an der Arbeit des IWF laut geworden. Hatte doch der IWF in seinem Jahresbericht 1997 über Korea folgendes geschrieben:

„Die Direktoren begrüßen Koreas anhaltende und beeindruckende makro ökonomische Leistungsbilanz und lobten die beneidenswerte Haushaltsbilanz (vgl. Sachs, Jeffrey (1997): IWF - Machtinstanz ohne öffentliche Kontrolle).

Und das knapp drei Monate vor dem finanziellen Ruin des Landes. Auch das Urteil über Thailand, das nicht minder positiv als das über Korea ausfiel, erwies sich kurze Zeit später als absolute Fehleinschätzung.

In der Diskussion um eine Neuregulierung der Weltwirtschaft, insbesondere einer Stabilisierung und Reform des internationalen Finanzsystems werden folgende Punkte, den IWF betreffend, angesprochen:

- Das Mandat des IWF sollte darauf reduziert werden, durch kurzfristige Überbrückung von Zahlungsproblemen die internationale Liquidität von Krisenländern sicherzustellen.
- IWF-Kredite sollten nicht an Vergabekonditionen gebunden sein, welche die jeweilige Regierung eines Landes zu wirtschaftspolitischen Kursänderungen zwingt. (Die auferlegten Reformprogramme des IWF hatten kurzfristig noch zu einer Verschärfung der Asienkrise beigetragen.)
- Die Verantwortlichkeit darf nicht allein den Krisenländern zugeschrieben werden, denn wo bleibt die Aufgabe des IWF, die Währungsstabilität zu sichern, ohne ein effizientes Frühwarnsystem.

Hauptkritikpunkte in der Debatte um die Kreditvergabe des IWF sind die Stellung der LLCDs sowie die der Schwellenländer innerhalb des IWF und die Transparenz und Prüfung von IWF- Entscheidungen. Schwierigkeiten bereitet nach wie vor die Verteilung der Stimmrechte.

4 Die Weltbank (Worldbank)

Der Weltbank gehören über 180 Mitgliedsstaaten an, die von Gouverneuren und Direktoren repräsentiert werden. Die Mitgliedsstaaten sind Aktienhalter und tragen eine ultimative Entscheidungsgewalt in der Weltbank.

Jede Mitgliedsnation entsendet einen Gouverneur, die einmal im Jahr zusammen treffen. Sie entscheiden über die Verteilung des Einkommen der Weltbank.

Der Präsident (James Wolfensohn, seit 1995) ist aus Tradition heraus einer aus dem Land, mit dem größten Shareholder: USA. Für 5 Jahre gewählt ist er verantwortlich für das Management der Bank.

4.1 Ziele der Weltbank

Aufgabe der Weltbank (genauer: der International Bank for Reconstruction and Development »IBRD« und der International Development Association »IDA«, die den Kern der sogenannten Weltbankgruppe ausmachen), ist es, durch Vergabe von langfristigen Darlehen für Entwicklungsprojekte und -programme Wirtschaftswachstum und soziale Entwicklung in den Mitgliedsländern zu fördern. Die von der IDA vergebenen Darlehen sind beinahe zinslos.

Die Weltbank ist eine verleihende Institution welches Ziel:

- zum einen die Integration der Staaten in eine weite Weltwirtschaft ist
- zum anderen einen Wachstum zu erreichen, der langanhaltend die Armut auf der Welt, insbesondere in den Entwicklungsländern, reduziert.
- als Kredithilfe beim Wiederaufbau und der wirtschaftlichen Entwicklung bestimmt.
- Unterstützung und Ermutigung privater Investoren in den EL zu investieren
- Schützen der Umwelt
- Förderung einzelner Reformen um ein stabile Volkswirtschaft zu erreichen
- Förderung der Bildung und Grundversorgung
- Regierungen unterstützen

4.2 Kritik an der Weltbank

- Normale Weltbankkredite stellen keine Entwicklungshilfe dar, da sie zu marktüblichen Konditionen vergeben werden
- Zentrum der Kritik - Großprojekte, die menschlichen und ökologischen Schaden anrichten (Narmada Staudamm - fatal ökologisch/ Flood Action Plan- Regulierung der großen Ströme in Bangladesh, Kostenpunkt: 20Mrd$)
- Umsiedlungsaktionen in Gefolge von Staudamm- oder Erschließungsprojekten, allein 1986-1993 etwa 2,5 Mio. Umweltflüchtlinge hervorbrachte
- Projekte werden ohne Unterstützung der betroffenen Bevölkerungsgruppen getätigt - führt zum Abbruch von Projekten, soziale Probleme, Aufruhren, Demonstrationen
- Private Geldgeber konzentrieren sich verständlicher Weise mehr auf die Länder, in denen die Wirtschaft bereits floriert und sich daher schon eine ausgebaute Infrastruktur und höhere Gewinnchancen bieten. Mit anderen Worten: 75% privater Gelder fließen in die attraktiveren Schwellenländer, nur 6% gehen an ärmere Länder.
- Großprojekte werden von den privaten Investoren begünstigt, weil sie einen geringen Betreuungsaufwand garantieren. Das wiederum bedeutet aber, dass kleine und mittlere Firmen leer ausgehen.Durch Strukturanpassungsprogramme: Aufzwingung marktwirtschaftlicher Reformen und EL werden in den Weltmarkt hineingezwängt, d.h. Stabilisierung durch Geld repressive Herrschaftsstrukturen und ungerechte Sozial- und Besitzstrukturen
- Durch teure Projekte Kreditnehmer tiefer in die Schuldenkrise gestürzt, Armut verschärft

QUELLEN

Literatur: K. Engelhard - Welt im Wandel; D. Nohlen - Lexikon Dritte Welt; Fischer Weltalmanach 2001;

Internet: www.imf.org; www.worldbank.org; www.uni-hildesheim.de; www.dertagesspiegel.de;

www.weedbonn.org; www.wsws.org

10 von 10 Seiten

Details

Titel
Internationaler Währungsfonds und Weltbank
Note
2+
Autor
Jahr
2001
Seiten
10
Katalognummer
V102662
Dateigröße
361 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
IWF, Weltbank, Worldbank, IMF
Arbeit zitieren
Nicolas Sawatzki (Autor), 2001, Internationaler Währungsfonds und Weltbank, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102662

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