Verhalten der Bush-Administration während der Golfkrise


Hausarbeit, 1999

22 Seiten, Note: 1,7


Gratis online lesen

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Welt nach Ende des Kalten Krieges

3. Das Vorfeld der Golfkrise
3.1 „Ein Gebiet vitaler Interessen“
3.2 Der Weg in die Krise
3.3 Die Irakpolitik der Bush Administration bis zum 2. August

4. Die Bush Administration zwischen Krieg und Frieden
4.1 Bush und das oberste Beratergremium
4.2 Reaktionen und Initiativen der Bush- Administration bis zum Kriegsausbruch
4.2.1 „going International“
4.2.2 „going Washington“
4.2.3 „going Public“

5. Bewertung der Bush Administration innerhalb der Golfkrise
5.1 Gründe für die Intervention der USA
5.2 Führte die offensive Politik zum Krieg?

6. Schlußbemerkung

7. Verwendete Literatur

1. Einleitung

Im Januar 1991 stand eine Front aus 26 Nationen unter der Führung der USA dem Irak, welcher am 2. August des Vorjahres den viele male kleineren Nachbarstaat Kuwait erobert hatte entgegen. In der Nacht des 16. Januars begann der Golfkrieg.

Was geschah innerhalb dieser 5 ½ Monate und wie kam es zu der Eskalation der Krise?

Welche Rolle spielte die USA im Umgang mit dem Aggressor?

Die Fragestellung dieser Hausarbeit versucht zu ermitteln in welchem Umfang die Vorgehensweise der Bush Administration eine militärische Lösung des Konflikts begünstigte. Die Antwort auf diese Frage ermöglicht zudem Einblick n die Struktur präsidentieller Entscheidungsprozesse und ihrer Motive im Zuge außenpolitischer Krisen.

Im Mittelpunkt der Betrachtung steht das Agieren des 41. Präsidenten der Vereinigten Staaten und seiner Administration. Erfolg und Mißerfolg des Handelns Bushs innerhalb der Krise sind umstritten. So wird über Bush gesagt: „ His handling of the crisis was widely praised as masterful. “ 1

Im Gegenzug jedoch: „ It was a textbook example on how not to manage a conflict. “ 2

Diese Hausarbeit wird diese Teilfrage kritisch diskutieren.

Es wird versucht mittels Darlegung der Geschehnisse und der jeweiligen Reaktion der Bush Administration sowie deren Initiativen, Aussagen über die Strategien der Entscheidungsträger abzuleiten und später auf Sachzwänge, Ursachen und Motive hin zu überprüfen.

Zu Anfang erachte ich es als notwendig Informationen zu der weltpolitischen Lage des ersten Jahres der ‘post-cold-war’-Ära zu geben und Gründe für die Expansion des Iraks zu nennen, da sich jene Erklärungen als hilfreich im Verständnis der Beweggründe der Bush Administration erweisen.

Diese Ausarbeitung beurteilt die Aktivitäten der US-Regierung zwar vornehmlich im Zuge der Golfkrise, doch ist das Aufzeigen und bewerten der administrativen Verhaltensweisen im Vorfeld der Invasion als nicht vernachlässigbar anzusehen.

Unter Gliederungspunkt 4 werden die Aktivitäten des Präsidenten und deren Erfolge in der Bemühung seine Politik umzusetzen dargestellt und schlußendlich in Punkt 5 beurteilt.

Da George Bush und seine Administration im Mittelpunkt stehen, umreiße ich nur sehr grob den internationalen Kontext der Krise. Auf die Problematik des israelitischen Staates im Nahen und Mittleren Osten gehe ich aufgrund der Komplexität und Größe dieses etwaigen Teilthemas nicht ein.

2. Die Welt nach Ende des Kalten Krieges

Das Jahr 1990 war ein Jahr tiefgreifender Veränderungen und Umbrüche.

Die alte Weltordnung des Kalten Krieges, die von einer spannungsvollen Auseinandersetzung zweier mit Nuklearwaffen bestückter Supermächte seit Ende des zweiten Weltkrieges herrschte, endete mit dem wirtschaftlichen Bankrott und der Niederlage der UDSSR. Die Vereinigten Staaten von Amerika triumphierten über den ideologischen und machtpolitischen Feind. Die von US-Präsident Truman 1947 begründete ‘containment policy’ war nach über 40 Jahren letztendlich erfolgreich und die USA als einzige Supermacht im weltpolitischen Gefüge übrig geblieben.

Es folgten erstmals friedliche Demokratiesierungsprozesse in den ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten Osteuropas. Prozesse, die sich ohne Einfluß der Sowjetunion vollzogen. Der Fall der Berliner Mauer und die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten drückten in ihrer rasanten Umsetzung den Höhepunkt einer Entwicklung zu einer dynamischeren internationalen Ordnung aus. Die ‘balance of powers’ zwischen den Supermächten hatte der internationalen Politik trotz ständiger Bedrohung des Weltfriedens einen stabilen Rahmen gegeben. „ In the new world the adversary was no longer identifiable in advance; the adversary was now instability (...) “ 3

Was füllte das Vakuum in einer Welt aus, in welcher jener große Teile des Globus bestimmenden, überregionale Konflikt nicht mehr existierte?

Mittlere und kleinere Staaten, auch Nationen der sogenannten ‘Dritten Welt’, vermochten nun einfacher eine unabhängigere, selbstbewußtere Außenpolitik zu verfolgen. Auch die USA unterlag nun weniger Schranken; eine ernsthafte militärische Bedrohung Gesamtamerikas bestand kaum noch.

Die Möglichkeit einer Weltkriegseskalation im Zuge interventionistischer Aktivitäten Nordamerikas hatte sich entscheidend verringert.

Welche Rolle sollte die Vereinigten Staaten in solch einer Welt spielen? War mit Ausscheiden der UdSSR die Zeit eines erneuten Isolationismus wie nach Ende des 1. Weltkrieges gekommen, oder würden sie ihre bestimmende, interventionistische Rolle als alleinige Supermacht behaupten und ihren hegemonialen Status weiter ausbauen? Womit würden die Vereinigten Staaten ihr weiteres weltpolitisches Engagement legitimieren und in welchem Maß auf die veränderten Machtlagen reagieren?

„With the end of the Cold War the familiar guideposts of American foreign policy have disappeared. The revolutions in eastern Europe, taken cumulatively, were revolutionary in international politics, and they have had a revolutionary impact on America’s relations with the rest of the world.“4

Die Bush Administration, seit 1989 im Amt, reagierte relativ passiv auf die Veränderungen in Europa und Asien. Sie nahm eine beobachtende Rolle ein.5

Eine konkrete Äußerung zu der neuen Weltordnung, wie sie sich die neue politische Elite der Vereinigten Staaten vorstellte, wurde erst im Zuge der Golfkrise von dem 41. Präsidenten der USA abgegeben. Doch bevor ich näher auf die ‘New World Order’ Bush’s und deren Rolle in der Krise eingehen werde, ist es notwendig einen Blick auf die Ereignisse zu werfen, welche zum Ausbruch des Golfkonflikts führten.

3. Das Vorfeld der Golfkrise

3.1 „Ein Gebiet vitaler Interessen“

Spätestens seit dem 23. Januar 1980 gaben die Vereinigten Staaten von Amerika der Welt zu verstehen, daß der Mittlere Osten ein Gebiet sei, dessen Stabilität und Sicherheit zu den vitalen Interessen der USA gehöre. Die Reaktion des US-Präsidenten Jimmy Carters auf den Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan drückte dies in der Golfdoktrin aus.

Der Westen war und ist abhängig von dem freien und fairen Handel mit den überwältigenden Öl- Vorkommen des Nahen Ostens und erachtete es aus diesem Grund als notwendig sich Einflußmöglichkeiten im Golf zu sichern. Die USA als selbsternannter Führer der westlichen Welt benötigte Verbündete auf der arabischen Halbinsel. Enge Kontakte pflegten die Vereinigten Staaten seit jeher mit Saudi-Arabien und dem Iran. Doch nach der islamistisch-fundamentalistischen Revolution 1979, mußten die USA den Iran als Verbündeten aufgeben. Das Regime, welches den Shah gestürzt hatte, wurde zusehends als Bedrohung der arabischen Ordnung von den USA angesehen. Um dem Verlust von Einflußmöglichkeiten vorzubeugen und die iranische Gefahr zu begrenzen, unterstützen die Vereinigten Staaten den Irak und bemühten sich um eine engere Zusammenarbeit der beiden Staaten. Allerdings auch um sowjetischen Engagement entgegenzuwirken.

„In a further effort to pull Baghdad out of the Soviet orbit, Reagan (and later Bush) authorized the sale to Iraq of $1.5 billion worth of sophisticated U.S. scientific and technical equipment - much of which has apparently been used in the development of conventional, nuclear and chemical weapons.“6

1980 begann der erste Golfkrieg zwischen Irak und Iran. Saddam Hussein überfiel unter dem Vorwand Rest-Arabien vor angeblichen, iranischen Expansionsbestrebungen schützen zu müssen das Nachbarland und startete damit den blutigsten Krieg der Nachkriegsgeschichte. Der Konflikt wurde mittels Krediten Saudi-Arabiens, Kuwaits und den Vereinigten Emiraten finanziert. Er endete am 20.8.1988 für beide Seiten weitgehend ergebnislos. 1,5 Millionen Menschen starben in diesem Krieg, die irakische Wirtschaft war in einer tiefen Depression angelangt, der Staat mit 80 Milliarden $ verschuldet und man benötigte 230 Milliarden $ um den Irak wiederaufzubauen7. Im Widerspruch zu der am Boden liegenden Wirtschaft stand jedoch eine hochgerüstete Armee mit über 1 Millionen Soldaten.

Der Irak, Saddam Hussein benötigte immense Geldsummen um sein Land zu sanieren und er war bereit sie sich zu beschaffen, wie er auf einem Treffen des ‘Arab Cooperation Council’ am 24. Februar 1990 verlauten ließ: „ Let the Gulf regimes know that if they do not give this money to me, I will know how to get it. “ 8 Hussein hatte im Vorfeld von Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Emiraten gefordert, dem Irak die Gelder, welche er aus Zeiten des ersten Golfkrieges noch schuldig war, als ‘Ehrenschulden’ zu erlassen. Zusätzlich forderte er von den drei Ländern eine Unterstützung von 10 Milliarden $. Diese weigerten sich jedoch. Am 2.April 1990 ließ eine bestürzenden Rede Husseins die Welt aufhorchen, in der er Israel den Einsatz chemischen Waffen androhte.

By god, we will make fire eat half of Israel if it tries to do anything against Iraq.9

Und trotz des Wissens um Projekte Iraks zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen, der Möglichkeit sie als politische Druckmittel einzusetzen, und Husseins Drohgebärden gegenüber seinen Nachbarstaaten und Israel überbrachte Senator Robert Dole als US-Gesandter eine direkte Botschaft von Bush an Hussein (25. April.1990):

„ he [der US-Pr ä sident] wants better relations and the US-Government wants better relations with Iraq. “ 10

Der Nationale Sicherheitsberater Brent Scowcroft und Deputy Adviser on National Security Affairs Robert Gates versicherten dem Präsidenten, daß dies kein Anlaß zu einem Wechsel in der Politik gegenüber Irak wäre.11 Ende Mai beschuldigte Hussein die OPEC -Länder, daß sie aufgrund von Dumping-Öl-Preisen und Überproduktion einen Wirtschaftskrieg gegen den Irak führten.12

3.2 Der Weg in die Krise

Am 16. Juli warf der irakische Führer in einer Radioansprache Kuwait vor, Öl aus dem Rumaila-Ölfeld unberechtigt zu fördern, welches unterhalb der Grenze zwischen Irak und Kuwait liegt. Der finanzielle Schaden wurde von Hussein mit über 2,4 Milliarden $ angegeben. Hinzu kamen territoriale Forderungen und die richtige Anschuldigung, daß Kuwait, die OPEC-Richtlinien in Form von Überproduktion und Dumpingpreisen unterlaufe.13 In diesem Zeitraum wurden Truppenmassierungen an der IrakischKuwaitischen Grenze von CIA-Spionage-Satteliten entdeckt, allerdings von den Zuständigen in Washington kaum als besorgniserregend empfunden.

„ Gen. Colin Powell, chairman of the Joint Chiefs of Staff (JCS), was troubled by Iraq ’ s actions, but not alarmed “ 14 Zu der Lage am Golf verkündete die Sprecherin des State Departments Margaret Tutwiler am 24. Juli, daß in einer zivilistatorischen Staatengemeinschaft kein Platz mehr sei für Einschüchterungsversuche und daß die Vereinigten Staaten ihre „Freunde am Golf“ schützen würden. Allerdings fügte sie dem hinzu: „ We [the United States] do not have any defense treaties with Kuwait and there are no special defense or security commitments to Kuwait “ 15 Dieses Signal einer Nicht-Intervention unterstrich die US- Botschafterin im Irak April Glaspie als sie Hussein mitteilte: „ But we [die Vereinigten Staaten] have no opinion on the Arab-Arab conflicts, like your border disagreement with Kuwait. “ 16 Trotz des Wissens um den Aufmarsch starker irakischer Truppenverbände sandte George Bush eine Note an Saddam Hussein, in der er beteuerte, daß die USRegierung, obwohl man aufgrund der Aktivitäten am Golf beunruhigt sei, eine weitere Vertiefung des Verhältnisses zum Irak wünsche.17 Die Gespräche zwischen Irak und Kuwait in Dschidda, SaudiArabien, welche die Krise entschärfen sollten scheiterten am 1.August.

Am 2.August fielen irakische Truppen in Kuwait ein. In weniger als einem Tag war ganz Kuwait unter irakischer Kontrolle.

3.3 Irakpolitik der Bush Administration bis zum 2. August

Die Invasion Kuwaits durch den Irak wurde von der Bush Administration nicht ernsthaft erwartet. Wie kam es trotz der unzähligen Hinweise zu dieser Überraschung? Begünstigte das passive Verhalten der US-Regierung die Invasion? Gab die indirekte ‘Zusicherung’ eines neutralen Verhaltens den Ausschlag für Husseins Pläne?

Die Irakpolitik der Bush Administration bis zum Ausbrechen der Krise ist nicht monokausal zu erklären. Ein schwaches Erklärungsmuster für das Verhalten Amerikas ist meiner Meinung nach die These Roberto Hybels, daß die US-Regierung, zumindest die wichtigen Entscheidungsträger, voll auf mit den Ereignissen in (Ost-) Europa und den Entspannungsprozessen zwischen den USA und UDSSR beschäftigt waren.18 So daß die irakischen Aktivitäten am Golf sekundäre Priorität für den Präsidenten und seine unmittelbaren Berater hatten. Doch warum wurden Warnungen des CIAs über Truppenverlagerungen nicht frühzeitig als das interpretiert, was sie schlußendlich bedeuteten? So schrieb zum Beispiel ein Analytiker der Defence Intelligence Agency Ende Juli 1990:

„Iraq now has ample forces and supplies available for military operations inside of Kuwait“19

Ltn. General Soyster drückte es noch drastischer aus:

„[Irak] has created the capability to overrun all of Kuwait and all of Eastern Saudi Arabia. (...) I don’t believe he’s bluffing. I have looked at his personality profile. He doesn’t know how to bluff.“20

Das Emirat wurde weder gewarnt, noch US-Truppen in Reichweite des Golfs in Alarmbereitschaft versetzt. Hussein wurde in keinem Wort, weder direkt vom Präsidenten noch von der US- Botschafterin Glaspie aufgefordert, Rechenschaft über die Truppenbewegungen abzugeben.

Warum aber wurde Saddam Hussein immer wieder von der Intention der Amerikaner überzeugt, daß man ihm freundlich gegenüber stehe und sich aus arabischen, regionalen Konflikten heraus halten würde? Was führte die Bush Administration zu dieser Fehleinschätzung des Konflikts?

Der Versuch den Irak als Bündnispartner im Golf zu gewinnen ist ein Relikt des Kalten Krieges. Bis Ende des Ost-West-Konflikts versuchten die Vereinigten Staaten Einflußmöglichkeiten im Persischen Golf zu sichern. Trotz nun mehr weit geringerer ‘Konkurrenz’ durch die Sowjetunion, blieb es doch ein Gebiet vitaler amerikanischer Interessen, dessen Staaten angehalten waren eine möglichst liberale Öl- Politik zu führen. Die Golfstaaten sollten soweit wie möglich an die USA gebunden sein. Aus diesem Grund befürchtete die Bush Administration, daß ein zu hartes Eingreifen innerhalb eines regionalen Konflikts die Annäherung an den Irak maßgeblich stören könnte.

„Warning Saddam that the United States would not sit still if Iraq invaded Kuwait could have foiled the entire process.“21

Zumahl man trotz vereinzelten Warnungen der Meinung war, daß Saddam bluffe. Historisch gesehen waren die Forderungen Iraks und selbst militärische Drohgebärden nicht untypisch für einen Konflikt, der seit den 60er Jahren bestand. Dieser führte 1961, 1971 und 1973 zu Spannungen zwischen Kuwait und Irak, in denen es allerdings nicht zu Kampfhandlungen kam. Doch die US-Regierung machte den Fehler und verkannte die katastrophale Lage der irakischen Wirtschaft und setzte sich nicht ausreichend mit Saddam Hussein auseinander um Verhaltensweisen des Staatsmannes einzuschätzen.

So vermutete man rationales, umsichtiges Verhalten, welches gebot Lehren aus dem ersten Golfkrieg zu ziehen.

„Scowcroft and many of his colleagues were convinced that it would be ‘irrational’ for Saddam to initiate an new war after having paid such a high price during the Iran-Iraq war“22

Daß eine Beschränkung auf Kuwait große ‘Beute’ zu kleinem Aufwand versprach, wurde anscheinend übersehen. Kein politischer Entscheidungsträger rechnete damit, daß Hussein ganz Kuwait okkupieren würde . Man erwartete allenfalls die Besetzung des Rumaila- Ölfelds und der beiden Inseln Bubiyan und Warba, welche schon seit der Gründung Kuwaits umstrittene Gebiete darstellten.

„ Because the United States seems not to have anticipated that Iraq would seize the whole and not a part, the warnings that were issued were vague or nonexistent. “ 23

Die Frage inwieweit die USA und die internationale Gemeinschaft auf eine begrenzte Aggression reagiert hätten, läßt sich selbstverständlich nun nicht mehr klären, wobei ich allerdings der festen Überzeugung bin, daß die Reaktion nicht zu jener 180°-Wende der US-Irakpolitik geführt hätte, wie sie im Fall der Annexion Gesamtkuwaits vorlag.

Allerdings wurden nicht nur die westliche Welt von der Invasion am 2. August überrascht. Selbst andere arabische Staatsmänner hätten nicht mit einer Eskalation der Krise gerechnet. So verließ sich die amerikanische Führungselite auf deren Rat.

Der damalige Nationale Sicherheitsberater Brent Scowcroft meinte dazu:

„At that time we were being told by our friends like President Mubarak, like King Hussein, ‘Oh, don’t pay attention to it! This is, this is the way, this is the way that these negotiations are going...“24

Saddam Hussein mußte nach den anhalten Neutralitäts- und Freundschaftsbekundungen der Bush Administration bestärkt in der Auffassung sein, daß sich die Vereinigten Staaten nicht in diesen Konflikt einmischen würden. Eine bedeutende Fehleinschätzung der Administration war schlicht und einfach die Annahme, daß Saddam Hussein ohne konkrete Warnung die diktierten Schranken seines Verhaltens erkennen würden. Botschafterin Glaspie drückte es folgender Maßen aus:

„We foolishly did not realize he was stupid, that he did not believe our clear and repeated warnings that we would support our vital interests“25

Doch er überschritt mit der Eroberung Kuwaits eine Grenze, die zwangsläufig das Kräftegleichgewicht, vor allem in der Verteilung der Ölvorkommen im Persischen Golf26 in so erheblichen Maß störte, daß eine Intervention der USA zumindest sehr wahrscheinlich wurde.

4. Die Bush Administration zwischen Krieg und Frieden

4.1 Bush und das oberste Beratergremium

Wie reagierte die US-Regierung auf die Golfkrise? Zunächst ist es jedoch notwendig jene, für die Bush Administration typische Machthierarchie unter der Berücksichtigung darzulegen, daß auch George Bush wie ein Großteil seiner Vorgänger das Primat der Außenpolitik wählte. So läßt sich erklären, daß die engsten Berater Bushs aus den sicherheits- und außenpolitischen Ressorts stammten. Es ist ein kein Geheimnis, daß im politischen System der USA die Kompetenzen der Exekutive, verglichen mit innenpolitischen Steuerungsmöglichkeiten, in außenpolitischen Belangen beträchtlich höher liegen. Dies schreiben Verfassung und zahlreiche Urteile des obersten Gerichtshofes angesichts der Notwendigkeit eines schnellen Eingreifens und Reagierens im Zuge plötzlicher, unerwarteter Krisen vor.

An der Spitze der Entscheidungsprozesse stand unangefochten der Präsident. Bush verfügte über ein exzellentes Wissen im Bereich internationaler Beziehungen. Seine politische Karriere wurde durch Außenpolitik geprägt. Erfahrung und Hintergrundwissen sammelte er als UN-Botschafter Amerikas, Botschafter in China, Direktor des CIAs und als Vizepräsident unter Reagan. „ Mr. Insider “ 27, wie er von Mitarbeitern genannt wurde, trat als pragmatischer, umsichtiger, konservativer Republikaner das Präsidentenamt 1989 an. Das oberste Beratergremium, welches keinen offiziellen Ausschuß des ‘Executive Office’ darstellte, sich allerdings vornehmlich aus Vertretern des NSR rekrutierte, bildete sich aus acht engen Vertrauten Bushs. Diese Schlüsselposition der Bush Administration wurde die „ Gang of 8 “ 28 genannt. Sie bestand aus Vizepräsident Dan Quayle, dem Nationalen Sicherheitsberater Brent Scowcroft, den Secretaries of Defense und State Richard Cheney und James Baker, dem Vorsitzenden der JCS Colin Powell, dem White House Chief of Staff John Sununu und Scowcrofts ‘Deputie’ Robert Gates. Mit Scowcroft und Baker verband Bush eine jahrelange Freundschaft. Trotz eines angeblich offenen, kameradschaftlichen Umgangstons29 innerhalb des höchsten Beraterkreises dominierten Bush und dahinter Scowcroft laut Hybel die ‘Gang of 8’ in solch großen Maße, daß sie eine Atmosphäre erschufen in der „ (...) officials with very high status did not dare to promote an unpopular policy for fear that they might be excluded from the groups inner circle. “ 30

4.2 Reaktionen und Initiativen der Bush Administration bis zu Kriegsausbruch

Am 2.August 1990 eroberte der Irak den bedeutend kleineren Nachbarstaat Kuwait.

Schon innerhalb des ersten NSR-Treffens im Laufe der Invasion wurden für den Verlauf der Krise wichtige Entscheidungen getroffen und vorbereitet. Diese wurzelten aus mehreren Erkenntnissen. Das Kräftegleichgewicht in einem Gebiet vitaler Interessen der USA sei nun erheblich gestört. Irak würde Kuwait annektieren und somit über 20% der Weltölvorkommen verfügen. Es würde die Gefahr bestehen, daß der Irak auch Saudi- Arabien angreifen und erobern werde und in diesem Fall 40% der weltweiten Ölreserven innehaben. Mit dieser nicht provozierten Aggression verstoße Irak gegen das internationale Recht.

Bush fällte schon in den ersten Tagen der Krise jene Entscheidung welche sie 5 ½ Monate zum Ausbruch führen sollte. Der Präsident erklärte, daß er nicht bereit sei mit dieser Situation zu leben und Irak sich umgehend aus Kuwait zurückziehen müsse.31 Die zweite Grundsatzentscheidung verlangte, daß eine multinationale Koalition unter Führung der USA Husseins Irak entgegengestellt werden müsse.

Bush mußte in drei Politikfeldern aktiv werden. Um seine Vorstellung des Managements dieser Krise verwirklichen zu können, war es notwendig auf internationalem Terrain, innerhalb der Bevölkerung der USA und im Kongreß um Unterstützung zu werben.

4.2.1 „going international“

An dieser Stelle erwies sich die große Zahl Bushs persönlicher Kontakte zu den Führern dieser Welt von Vorteil, denen allerdings auch finanzielle und wirtschaftliche Anreize gemacht wurden. So wurde zum Beispiel der Türkei erlaubt eine größere Menge Textilien in die Vereinigten Staaten zu exportieren, Moskau oder auch Ägypten wurden weitere Kredite zugesagt um nur einige Fälle zu nennen. Jedenfalls stellte sich Bushs „ telephone diplomacy “ 32 als überaus erfolgreich heraus. Er kontaktierte zahlreiche Staatsmänner der Welt persönlich oder eben am Telefon und leistete somit die Vorarbeit für jene internationale Koalition von 26 Nationen, welche politisch, finanziell und militärisch das Embargo, Operation Desert Shield und später Desert Storm unterstützten. Sie umfaßte sowohl westliche (und östliche) Industrienationen als auch die UDSSR und Iraks arabische Nachbarstaaten. Zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg kooperierten die USA und Rußland. Die Parteinahme der Sowjetunion gegen Irak und für eine Teilnahme in der Koalition ist auch Bushs und Bakers diplomatischer Überredungskunst zu verdanken. Bereits am 2. August verurteilte der Sicherheitsrat den Akt der Gewalt und forderte mittels der UN-Resolution 660 den bedingungslosen Rückzug und die Restauration der Regierung Kuwaits (Sicherheitsrat: 13-0). Die UN-Resolution 661 des 6. Augusts verhängte ein Wirtschaftsembargo gegen Irak und setzte damit offiziell eine Politik der Sanktionen ein. Die prompte Unterstützung der geplanten US-Vorgehensweise durch die Resolutionen der ersten Tage begünstigte die Bildung einer multinationalen Front. Durch die Annäherung der Sowjetunion an den Westen wurde die dauerhafte Blockade der Vereinten Nationen als Institution kollektiver Sicherheit voraussichtlich beendet. Doch die Anti-Irak-Koalition bildete sich außerhalb der UN. Die Leitung der Krisenreaktion hatte die Vereinigten Staaten übernommen. Als entscheidend für eine militärische Lösung des Konflikts stellt sich die UN-Resolution 678 heraus, welche unter Billigung der Vereinten Nationen die Staaten der Koalition autorisierte „ (...) to use all necessary means to uphold and implement Security Council resolution 660 (1990) and all subsequent relevant resolutions and to restore international peace and security in the area; “ 33. Die Resolution 678 des 29. Novembers 1990 (Abstimmung 12-2, 1 Enthaltung) setzte eine ‘good will’-Frist bis zum 15.Januar 1991.

4.2.2 „going Washington“

Im Gegensatz zu Bushs starken Bemühungen um eine multinationale Koalition und internationale Unterstützung für die Rolle der Vereinigten Staaten in der Krise, versuchte der Präsident die Legislative möglichst außen vor zu lassen. Im August viel dies nicht schwer, da eine große Zahl von Abgeordneten aufgrund der Sommerpause nicht in Washington weilten. Wie Verteidigungsminister Cheney meinte:

„ We could spend August doing what needed to be done rather than explaining it. “ 34 So kamen die Ankündigung von Wirtschaftssanktionen und die US-Truppenstationierung in Saudi-Arabien am 8. August für die überwältigende Mehrheit der Abgeordneten überraschend. Es existierten zwei Ebenen auf der die Exekutive mit der Legislative zusammenarbeitete. Die erste bildete informelle Treffen und Konsultationen mit einzelnen Abgeordneten bzw. kleineren Gruppen, in denen sich der Präsident ausgesuchten Politikern erklärte und um Rat und Unterstützung suchte. Die zweite Ebene stellte formelle Anfragen des Präsidenten oder seiner Mitarbeiter in den beiden Häusern dar. Während informelle Gespräche häufig auftraten, berief Bush erst am 11. September 1990 eine ‘joint session of the House and Senat’ ein, in der er den Abgeordneten die bisherige und zukünftige US-Politik am Golf erklärte. Er suchte auch nachträglich Unterstützung für die Entsendung und Stationierung von US- Soldaten in Saudi-Arabien. Bis zu diesem Datum fühlten sich ein Großteil der Abgeordneten übergangen. So hatte der Präsident im Vorfeld betont, daß die Krise ein außenpolitischer Problemfall sei und daher die Zusammenarbeit mit dem Kongreß nicht zwingend notwendig wäre.35 Trotzdem stimmte eine große Mehrheit der Abgeordneten (Repräsentantenhaus: 380-29; Senat: 96-3) im Oktober für eine Resolution, welche die Golfaktivitäten der Bush Administration unterstützte. Als Bush am 8. November erst der Presse und danach dem Kongreß die Nachricht zukommen ließ, daß er befohlen habe die Zahl der Truppen zu verdoppeln und von einer „ adequate offensive military option “ 36 sprach, wurde den Kongreßabgeordneten klar, daß sich ein Strategiewechsel abgespielt hatte. Die Legislative argwöhnte, daß die Drohgebärden der Vereinigten Staaten in einen Krieg führen würden. Man bevorzugte eine friedlichere Politik der Sanktionen. „ The policy of containment was favored by many members of the U.S. Congress and mlitary services, and by the Secretary of State. “ 37 Doch trotz alleinigem Kriegserklärungsrecht, ‘War Powers Act’ und Budgetrecht stimmten die Abgeordneten erneut einer unterstützenden Resolution zu (12. Januar 1991), die den Einsatz von US-Truppen absegnete. Öffentlicher Druck, die bereits vollzogene Legitimation durch die UN- Resolution 678 und das anhaltende Betonen des Präsidenten, daß eine fehlgeschlagene Resolution die Wahrung von US-Interessen am Golf ernstlich gefährden würde, übten genügend Druck aus, um einen knappen Sieg zu erlangen (Repräsentantenhaus: 250-183; Senat: 52-47). Bush fragte nicht nach einer Kriegserklärung. Eine Aussage Bakers unterstützt allerdings die Annahme, daß die Bush Administration auch ohne die Legitimation des Kongresses gehandelt hätte:

Oh, I think we would have gone ahead anyway, I think that even if we had lost the vote. I think as Commander in Chief with his constitutional responsibilities he [George Bush] would have gone forward.“38

4.2.3 „going public“

Die Aufgabe Bushs und seiner Administration war es, die Öffentlichkeit erst von der Notwendigkeit einer Intervention mittels US-Soldaten, von einer Politik der harten Linie gegenüber Irak und schlußendlich von dem Einsatz amerikanischer Truppen in Kampfeinsätzen zu überzeugen, wobei er klarstellen mußte, daß alle Möglichkeiten der Diplomatie erschöpft seien. Dies geschah in Form von Pressekonferenzen und TV-Ansprachen ans Volk. Schon in seiner ersten Rede am 8.August zur Entsendung von Militär-Einheiten betonte Bush einen kompromißlosen Standpunkt, mit der Begründung, der zweite Weltkrieg gezeigt hätte, daß ‘Appeasement’ nicht zum Erfolg führen würde. Er rechtfertigte diesen Konfrontationskurs mit seiner Vorstellung einer Neue n Welt Ordnung. Es war nicht die erstmalige Erwähnung Bushs Idee einer neuen Ära. Doch erst im Zuge der Golfkrise nahm sie Gestalt an. Der Präsident verfolgte den Gedanken, nach Ende des Kalten Krieges und damit der Aufwertung der Vereinten Nationen könnten und müßten neue Standards für Kollektive Sicherheit geschaffen werden. Geschlossen als multinationale Gemeinschaft solle man kooperativ und friedlich auf globale Probleme wie Völkerrechtsverletzungen und besonders Menschenrechtsverletzungen reagieren. Aggression dürfe nicht belohnt werden in dieser Welt.

All dem lief die Invasion Kuwaits zu wider. Der 2. August wurde von Bush als die erste Bewährungsprobe dieser Neuen Ordnung dargestellt. Eine Ordnung, welche die USA als einzig verbleibende Supermacht verteidigen müsse. Denn nur die Vereinigten Staaten hätten die Macht, den Militärapparat und die moralische Standfestigkeit, wie die über 200 Jahre alte demokratische Tradition bewies, um diese neue, bessere Welt zu gestalten und vor allen Aggressoren zu schützen. Bush sprach:

„We have before us the opportunity to forge for ourselves and for future generations a new world order, a world where the rule of law, not the law of the jungle governs the conduct of nations.“39

Rhetorik und Forderungen sind jedenfalls nicht revolutionär. Diese existieren in schriftlicher Form schon seit über 50 Jahren in der UN- und Atlantikcharta. Ebenso wenig neu und ‘überspektakulär’ ist die nicht provozierte Aggression eines großen Landes gegenüber einem kleinen Land. Die Idee der Neuen Welt Ordnung kommt einer präsidentiellen Doktrin gleich. Sie ist sehr idealistisch, aber ungenau und nur bedingt als Handlungsanweisung zu benutzen. Dies spiegelt sich in dem Paradoxon wider, welches einerseits die Lösung von Konflikten mit friedlichen Mitteln fordert, aber andererseits im Zuge der Golfkrise sie als Legitimation zu einem Krieg gebrauchte.

Die Vorstellung einer Neuen Welt Ordnung stellte das maßgebliche Instrument dar, um die öffentliche Meinung von der Notwendigkeit der administrativen Politik zu überzeugen. In Verbindung mit diesem Gedanken setzte Bush die Personalisierung des Konflikts. Er dämonisierte Saddam Hussein und moralisierte den Konflikt. So setzte Bush Hussein mit Hitler gleich und verglich den Überfall auf Polen 1939 mit dem auf Kuwait.

„Moreover, demonizing Saddam helped Bush rally the American people behind the war effort and made it easier to justify treating Saddam harshly.“40

5. Bewertung der Bush Administration innerhalb der Golfkrise

5.1 Gründe für die Intervention der USA

Es existieren mehrere Gründe, welche die Intervention der Vereinigten Staaten erklären. Inwieweit idealistische Motive ebenso schwer wogen wie realpolitische läßt sich allerdings nicht eindeutig belegen. Der ausschlaggebende Grund für das großangelegte Eingreifen der USA in einem regionalen Konflikt 7000 Meilen entfernt von Nordamerika war die internationalisierende Wirkung des Öls. Ohne dieses wäre die arabische Halbinsel kein Gebiet vitaler Interessen.

An zweiter Stelle setzte ich die Befürchtung der Bush Administration, daß sich der Irak nach einer einkalkulierten Eroberung Saudi-Arabiens, zu einer arabischen Großmacht hätte aufschwingen können.

„ The containment of a further Iraqi aggression against Saudi Arabia and other gulf states, then, was a vital interest “ 41

Eine expandierende Nation, welche kurz vor der Entwicklung von Nuklear-, chemischen und biologischen Waffen stand. Im Fall weiterer Eroberungen hätte die Vereinigten Staaten den Golf als Einflußsphäre verloren, wenn sie nicht eingegriffen hätten. Die Sicherheit Israels und die gerade einsetzen Friedensgespräche wären durch eine starke anti-zionistische Großmacht gefährdet gewesen. Eine Ausweitung des Konflikts auf diesen Staat hätte im Falle einer notwendigen Verteidigung zu einem Atomkrieg führen können.

Moralisch hatte man angesichts von Menschenrechtsverletzungen der Eroberer eine humanitäre Verpflichtung gegenüber Kuwait.

Die harte Reaktion der Vereinigten Staaten sollte die Prinzipien der ‘New World Order’ festigen. Hätten die USA nicht interveniert, wäre die Vorstellung Bushs von der Neuen Welt Ordnung von Anfang zum Scheitern verurteilt gewesen. Die führende Schutzmacht Amerika hätte an Glaubwürdigkeit verloren. So meinte Bush:

„What is at stake, is more than one small country, it is a big idea - a new world order where diverse nations are drawn together in common cause to achieve the universal aspirations of mankind: peace and security, freedom and the rule of law (...)“42

Aggression, zumal von einem „neuen Hitler“ ausgeübt, dürfe sich nicht auszahlen.

Ein Motiv, welches subjektiv für Präsident Bush galt, war die Chance der Profilierung in seinem Amt. Erfolg und Mißerfolg der Krisenreaktion galten als Gradmesser für die Wahrscheinlichkeit einer Wiederwahl. Innenpolitisch als „ wimp43 und nicht sehr entscheidungsfreudig bezeichnet, erschloß sich Bush im Zuge der Golfkrise die Möglichkeit nun in seinem ‘Fachgebiet’ zu brillieren und den Wählern ein Image des starken amerikanischen Führers zu vermitteln. So betrug die Zustimmung im Volk gegenüber George Bush im Vorfeld der Krise (Juli 1990) 60%, während sie zu Beginn des Krieges 82 und am Ende im Februar bei 80% lag.44 Die US-Bürger waren besonders mit der Irakpolitik des Präsidenten zufrieden, wie der Höchstwert im Februar 1991 von 92% beweist.45 Bush genoß den größten Rückhalt seiner Präsidentschaft während des Golfkonflikts. Dies überdauerte jedoch nicht den Zeitraum des Konflikts, als sich Bushs innenpolitische Passivität herausstellte. Grund für die kurzzeitige, große Unterstützung im Volk war vornehmlich der „rally-round-the-flag“- Reflex der Bevölkerung und der überwältigende militärische Erfolg von Operation Desert Storm.46

5.2 Führte die offensive Politik zum Krieg?

Auch wenn man das Verhalten der Bush Administration im Vorfeld der Invasion Kuwaits nicht als willentlichen Versuch eine Krise bzw. einen Konflikt heraufzubeschwören ansieht, sondern als Fehleinschätzung Saddam Husseins und der politischen und wirtschaftlichen Lage des Irak, so muß man sich doch unter Berücksichtigung der administrativen Verhaltensweisen die Frage stellen, ob Bush nach Ausbruch der Krise auf eine militärische Lösung des Konflikts hinarbeitete.

Die Fakten unterstützen diesen Eindruck. Die Entsendung von Truppen nach Saudi-Arabien am 8. August kann als eine automatische Reaktion angesehen werden, welche auch unter anderen Präsidenten wahrscheinlich gewesen wäre.47 In jener Rede betonte der Präsident noch den defensiven Charakter der Truppenstationierung. „ The mission on our forces is wholly defensive. “ 48 Der Politikwechsel des 8. Novembers jedoch, welcher mit der Verdopplung der Truppen nach Außen hin begann, fällt allerdings eindeutig unter eine „ strategy of force “ 49, eine Politik, welche durch militärisches Muskelspiel den Irak zum Rückzug bewegen sollte. Die ‘offensive Option’ des Präsidenten begünstigte die Möglichkeit eines Krieges. Im Gegenzug wurde der friedlichen Lösung durch effektive, allerdings langwierige Wirtschaftssanktionen zu wenig Zeit eingeräumt. 95 % der Auslandseinnahmen erhielt der Irak durch den Export von Öl. Diese Finanzmittel fielen durch das Embargo komplett weg. Er war wirtschaftlich und politisch vollkommen isoliert. Hätte die multinationale Koalition den Sanktionen mehr Zeit geben, so wäre dem Irak nach spätestens einem Jahr nichts anderes als der Rückzug übrig geblieben. Diese Politik bevorzugten vor allem Powell und Baker, die es jedoch unterließen den Präsidenten vehement genug von dieser Vorgehensweise zu überzeugen. Die Grundsatzentscheidungen wurden innerhalb des kleinen, geschlossenen Kreises der „Gang of 8“ gefaßt. Dies führte erneut zu Fehleinschätzungen von Husseins verhalten, da auch die Meinung von Experten dieser Region nicht berücksichtigt wurde.

„Middle East Experts were not asked to attend any of the main meetings to present their views about Saddam and to explain how he might respond to some of the options available to the United States.“50

Die Schlüsselfigur im Golfkonflikt war auf amerikanischer Seite der US-Präsident George Bush. Vieles weist darauf hin, daß Bush schon seit Beginn der Krise die militärische Option bevorzugte.

„Within days of the Iraqi invasion, George Bush had committed the United States to a military solution.“51

Die kompromißlose Haltung, welche der Präsident die ganze Zeit über vertrat drückt dies aus. Bush erklärte: „ (...) no negotiations, no compromises, no attempts at face-saving and no rewards for aggression. “ 52

Doch wo lagen die Motive für solch eine Haltung? Ein wichtiger Grund muß die Erkenntnis gewesen sein, daß auch wenn sich der Irak zurückgezogen hätte, von ihm weiterhin eine Gefahr durch eine immer noch hochgerüstete Armee und das anstehende Entwickeln von Atomwaffen ausgegangen wäre. Eine militärische Lösung hätte eine zukünftige Bedrohung ausschalten können. Die Politik der Sanktionen garantierte dies allerdings nur bedingt. Außerdem hätte dies Zeit gekostet, an welcher es aber in den Augen des Präsidenten mangelte.

Denn erstens vermutete er, daß die multinationale Koalition nicht so lange bestehen würde, zweitens wollte er dem Ausplündern des Emirats und der Terrorisierung der Bevölkerung Kuwaits ein möglichst schnelles Ende bereiten und drittens hätte ein lang anhaltender Konflikt die Unterstützung im amerikanischen Volk schwinden lassen.

Es ist außerdem nicht anzunehmen, daß Bushs Vorstellungen der Neuen Welt Ordnung reines Instrumentarium zum Erwerb von Unterstützung in der Bevölkerung waren. Die Aggression Iraks stellte einen Frontalangriff auf die Ideen der neuen Epoche dar. Um der Welt zu bedeuten, daß die USA die Macht und den Willen hatten diese auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen, war ein Einsatz, gar die Statuierung eines Exempels notwendig.

„Had we not responded this first provocation with clarity of purpose; if we do not continue to demonstrate our determination; it would be a signal to actual despots around the world.“53

Der Golfkonflikt wurde von Bush als moralischer Kreuzzug dargestellt.

„The President had portrayed the struggle over Kuwait as a stark and simple conflict of good versus evil and he had dwelt often on the atrocities Iraqi forces committed in Kuwait.“54

Im Kontext dieser emotionalen Aufladung des Konflikts stand ebenso die Dämonisierung Husseins. Der Vergleich der Krise mit den Ereignissen des zweiten Weltkrieges schließen auf das analogisierende Denken des Präsidenten. Er leitete die Vorstellung davon ab, daß einem Diktator nicht entgegenzukommen sei und daß ein schnelles Eingreifen weiterer Expansion, weiterem Krieg und weiterem Leiden für die Zivilbevölkerung verhindere.

„Bush and Scowcroft relied on two analogies to design their decisions. From the 1938 Munich debacle they deduced that appeasement never pacifies tyrants. Since Saddam Hussein was another Hitler, the only choice left to the United States was to act aggressively.“55

Eines erleichterte der Bush Administration die Durchführung ihrer Politik. Das Fehlen eines Gegengewichts im Mittleren Osten, welches 2 Jahre zuvor noch durch die Anwesenheit der UDSSR bestand, ermöglichte es der USA aus der Perspektive der letzten, ‘unverwundbaren’ Supermacht und Führer der Koalition eine relativ freie Eskalationspolitik am Golf zu führen.

Nun, es gab viele Gründe für eine Intervention der USA im persischen Golf. Es gibt auch viele Anhaltspunkte dafür, daß eine Mixtur aus zweiten Weltkriegsanalogien, dem Festhalten an der Idee einer Neuen Welt Ordnung, macht-, nuklear- und ölpolitischen Gründen Bush zu der Einsicht brachte, daß auf kurz oder lang ein militärischer Konflikt mit Husseins Irak unumgänglich sei. Bush und der mit ihm konform laufende Scowcroft waren die Schlüsselfiguren innerhalb der Krise. Sie dominierten die Entscheidungsprozesse der ‘Gang of 8’ und diktierten somit ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen eine Droh-Politik, die in der einkalkulierten Eskalation endete. Betrachtet man das Verhalten der Bush Administration aus dieser Perspektive, dann verlieren die Vorwürfe an Geltung, daß die politische Elite keine Alternativen berücksichtigte, den Sanktionen nicht genügend Zeit einräumte und der Diplomatie keine Chance gegeben wurde. Denn in diesem Fall, führte der Konfrontationskurs zum Erfolg, zum Krieg am Golf.

6. Schlußbemerkung

Der Krieg im Frühling 1991 wäre meines Erachtens zu verhindern gewesen. Die Frage, ob der Irak das Emirat nicht überfallen und annektiert hätte, wenn US-Abgesandte Saddam Hussein eindeutig klargemacht hätten, daß im Fall einer Invasion die Vereinigten Staaten intervenieren würden, ist nicht zu beantworten. Allerdings hätte eine kompromißbereitere Reaktion auf den 2. August, ohne eine Reizung des Diktators und eine moralisierende, emotionalen Überladung eine entspanntere diplomatische Atmosphäre geschaffen, in der man Irak mittels Konzessionen zum Rückzug bewegen hätte können. Dies wäre höchst wahrscheinlich auch durch das konsequente Warten auf das Greifen des Wirtschaftsembargo geschehen. Man hätte auch eine arabische Lösung wahrnehmen können. Die USA und andere Länder der internationalen Gemeinschaft hätten Sicherheitsgarantien unter gleichzeitiger militärischer und politischer Stärkung für Saudi-Arabien und andere Anrainerstaaten aussprechen können.

Trotz einer möglicherweise voraussichtigen, sinnvollen Politik, entfesselte die Bush Administration einen Krieg, der wahrscheinlich über 100.000 Menschen das Leben und den Steuerzahlern Unsummen von Geld kostete.

In meinen Augen ist die Eskalation der Krise einem Konfrontationskurs Saddam Husseins, als auch George Bush anzulasten.

Doch diese Erkenntnis führt zu neuen Fragen.

Ist es vertretbar, daß in einer Demokratie eine Person, auch wenn es der demokratisch gewählte Präsident ist, entscheidet über Krieg und Frieden? Aber vor allem, darf es sein, daß in einer Demokratie ein Einsatz von Truppen, auch wenn rechtlich keine Kriegserklärung folgte, ohne Mitentscheid der Legislative von statten geht? Dies sind Mißstände des politischen Systems der USA, die trotz ‘War Powers Act’ behoben werden müssen.

Der Golfkonflikt wird die zukünftige Außenpolitik der USA beeinflussen. Aber er war nicht die Bewährungsprobe einer Neuen Welt Ordnung, als die er dargestellt wurde. Der Einsatz der multinationalen Koalition unter Führung der USA bezeichnet nicht jene bahnbrechende Wende in der internationalen Politik. Er zeigte, daß alte Sachzwänge und Vorgehensweisen den Kalten Krieg überdauert haben. Dieser Krieg wurde aus machtpolitischen und wirtschaftlichen Motiven geführt. Der Golfkonflikt war ein regionaler Konflikt, der maßgeblich aufgrund ölpolitischer Interessen internationalisiert wurde. Grundlegend neu war die Vereinfachung einer Intervention, ohne eine überregionale Konfrontation mit der UDSSR fürchten zu müssen.

Die andauernde Blockade des Sicherheitsrates hätte den Golfkrieg zwar erschwert, aber nicht unmöglich gemacht.

7. Verwendete Literatur

Monographien

- Yetiv, Steve A: The Persian Gulf Crisis, Guides to historic events of the twentieth Century, Westport 1997.
- Mueller, John: Policy and Opinion in the Gulf War, Chicago 1994.
- Freedman, Lawrence/ Karsh, Efraim: The Gulf Conflict 1990-1991 - Diplomacy and War in the New World Order, New Jersey 1993.
- Hybel, Alex Roberto: Power over Rationality - The Bush Administration and the Gulf Crisis, New York 1993.
- Smith, Jean Edward: George Bush’s War, New York 1992.
- Tucker, Robert W./ Hendrickson, David C.: The Imperial Temptation - The New World Order and America’s Purpose, New York 1992.
- Menos, Dennis: Arms over Diplomacy - Reflections on the Persian Gulf War, Westport 1992.

Sammelbände

- Ismael, Tareq Y./ Ismael, Jaqueline S. (Hrsg.): The Gulf War and the New World Order - International Relations of the Middle East, Gainesville 1994.
- Blumberg, Herbert H./ French, Christopher C. (Hrsg.): The Persian Gulf War - Views from the Social and Behavioral Sciences, Lanham 1994.

Aufsätze

- Wilz, John Edward: The Making of Mr. Bush’s War - A Failure to Learn rom History?, in: Presidential studies quarterly, Vol. 25/ No. 3, 1995.
- Crabb, Cecil V./ Mulcahy, Kevin V.: George Bush’s Management Style and Operation Desert Storm, in: Presidential studies quarterly, Vol. 25/ No. 2, 1995.
- Nacos, Brigitte Lebens: Presidential Leadership during the Persian Gulf Conflict, in: Presidential studies quarterly, Vol. 24/ No. 3, 1994.
- Mandelbaum, Michael: The Bush Foreign Policy, in: Foreign Affairs, Vol. 70/ No. 1, 1991.

Internetadresse:

- http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/gulf/oral.html/, 16.7.1999.

[...]


1 Tucker, Robert W./ Hendrickson, David C.: The Imperial Temptation - The New World Order and America’s Purpose, New York 1992, S. 73.

2 Menos, Dennis: Arms over Diplomacy - Reflections on the Persian Gulf War, Westport 1992, S. 139.

3 Tucker, Robert W./ Hendrickson, David C.: The Imperial Temptation - The New World Order and America’s Purpose, New York 1992, S. 27.

4 Mandelbaum, Michael: The Bush Foreign Policy, in: Foreign Affairs, Vol. 70/ No. 1, 1991, S. 6.

5 Ebd., S.5.

6 Klare, Michael T.: How we armed the middle east, in: Blumberg, Herbert H./ French, Christopher C. (Hrsg.): The Persian Gulf War - Views from the Social and Behavioral Sciences, Lanham 1994, S. 258.

7 Miall, Hugh: Could the Gulf conflict have been settled paeacefully?, in: Blumberg/ French, The Persian Gulf War: S. 130.

8 Wilz, John Edward: The Making of Mr. Bush’s War - A Failure to Learn from History?, in: Presidential studies quarterly, Vol. 25/No. 3, 1995, S. 538.

9 Ebd., S.535.

10 Ebd., S. 536.

11 Ebd., S. 536.

12 Hybel, Alex Roberto: Power over Rationality - The Bush Administration and the Gulf Crisis, New York 1993, S. 30.

13 Anmerkung: Hussein forderte weite Teile des Territoriums im Norden Kuwaits (Lage des Rumaila-Felds) und die Inseln Bubiyan und Warba, welche den einzigen Tiefwasserhafen Iraks im Besitz Kuwaits militärisch abriegeln konnten. Territoriale Unstimmigkeiten existierten schon seit den 60er Jahren und lösten vorder-gründig 1961, 1973 und 1975 Krisen zwischen Kuwait und Irak aus.

14 Hybel, Power over Rationality, S.30.

15 Wilz, John Edward: The Making of Mr. Bush’s War - A Failure to Learn from History?, in: Presidential studies quarterly, Vol. 25/No. 3, 1995, S. 540.

16 Ebd., S. 541.

17 Smith, Jean Edward: George Bush’s War, New York 1992, S. 58.

18 Hybel, Power over Rationality, S.40.

19 Freedman, Lawrence/ Karsh, Efraim: The Gulf Conflict 1990-1991 - Diplomacy and War in the New World Order, New Jersey 1993, S. 51.

20 Woodward, Bob: The Commanders, New York 1991, S. 216-7.

21 Hybel, Power over Rationality, S. 51.

22 Hybel, Power over Rationality, S. 51.

23 Tucker/ Hendrickson, The Imperial Temptation, S. 115.

24 Internetadresse: http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/gulf/oral/scowcroft/1.html, 16.7.1999.

25 Wilz, John Edward: The Making of Mr. Bush’s War - A Failure to Learn from History?, in: Presidential studies quarterly, Vol. 25/No. 3, 1995, S. 542.

26 Zusammen mit den Vorkommen Kuwaits verfügte der Irak nun über 40% der damaligen Weltölvorkommen.

27 Crabb, Cecil V./ Mulcahy, Kevin V.: George Bush’s Management Style and Operation Desert Storm, in: Presidential studies quarterly, Vol. 25/No. 2, 1995, S. 255.

28 Yetiv, Steve A: The Persian Gulf Crisis, Guides to historic events of the twentieh Century, Westport 1997, S. 60.

29 Hybel, Power over Rationality, S. 74.

30 Ebd. , S. 88.

31 Freedman,/ Karsh, The Gulf Conflict 1990-1991, S. 74.

32 Crabb/ Mulcahy, George Bush’s Management Style, in: Presidential studies quarterly, S. 260.

33 Yetiv, The Persian Gulf War, S. 175.

34 Nacos, Brigitte Lebens: Presidential Leadership during the Persian Gulf Conflict, in: Presidential studies quarterly, Vol. 24/ No. 3, 1994, S. 555.

35 Crabb/ Mulcahy, George Bush’s Management Style, in: Presidential studies quarterly, S. 261.

36 o.A.: The road to war, in : Foreign Affairs, Vol. 70/ No. 1, 1991, S. 2.

37 Hybel, Power over Rationality, S. 78.

38 Internetadresse: http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/gulf/oral/baker/1.html, 16.7.1999.

39 Mueller, John: Policy and Opinion in the Gulf War, Chicago 1994, S. 52.

40 Tucker/ Hendrickson, The Imperial Temptation, S. 73.

41 Ebd., S. 105.

42 Tucker/ Hendrickson, The Imperial Temptation S. 30.

43 Telhami, Shibley: Explaining U.S. Behavior in the Gulf Crisis, in: Ismael, Tareq Y./ Ismael, Jaqueline S. (Hrsg.): The Gulf War and the New World Order - International Relations of the Middle East, Gainesville 1994, S. 158-9.

44 Mueller, Policy and Opinion in the Gulf War, S. 180.

45 Ebd., S. 194.

46 Nacos, Presidential Leadership, in: Presidential Studies Quarterly, S. 547.

47 Yetiv, The Persian Gulf War, S. 63.

48 Hybel, Power over Rationality, S. 64.

49 Menos, Dennis: Arms over Diplomacy - Reflections on the Persian Gulf War, Westport 1992, S. 138.

50 Hybel, Power over Rationality, S. 68.

51 Menos, Arms over Diplomacy, S. 3.

52 Tucker/ Hendrickson, The Imperial Temptation, S. 39.

53 Ebd., S. 29.

54 Tucker/ Hendrickson, The Imperial Temptation, S. 79.

55 Hybel, Power over Rationality, S. 8-9.

21 von 22 Seiten

Details

Titel
Verhalten der Bush-Administration während der Golfkrise
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Veranstaltung
Grundkurs I
Note
1,7
Autor
Jahr
1999
Seiten
22
Katalognummer
V102671
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bush-Administration als Kriegstreiber
Schlagworte
Verhalten, Bush-Administration, Golfkrise, Grundkurs
Arbeit zitieren
Christian Legner (Autor), 1999, Verhalten der Bush-Administration während der Golfkrise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102671

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Verhalten der Bush-Administration während der Golfkrise



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden