Argumentation in politischen Reden. Textlinguistische Untersuchung ausgewählter Reden Christian Kerns


Masterarbeit, 2021

168 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Danksagung

Abstract

0. Einleitung
0.1.Gegenstand und Ziel der Arbeit
0.2. Methode der Arbeit
0.3. Forschungsstand
0.4. Aufbau der Arbeit

THEORETISCHER TEIL
1. Sprache der Politik
1.1. Politische Sprache als Fachsprache
1.1.1. Gliederung der Fachsprache
1.1.2. Begriffsbestimmung: Politische Sprache
1.2. Politikspezifische Sprachverwendung
1.2.1. Verbale Interaktionstypen politischer Sprache
1.2.2. Lexikalische Dimension des politischen Sprachgebrauchs
1.2.2.1. Der politische Fachwortschatz
1.2.3. Politikspezifische Syntax
1.2.4. Der Text im politischen Sprachgebrauch
1.2.4.1. Politikspezifische Textsorten
1.2.4.1.1. Politische Rede: eine Textsortenbeschreibung
1.2.4.1.1.1. Was ist politische Rede?
1.2.4.1.1.2. Funktionen und Merkmale der politischen Rede
2. Argumentionstheoretische Grundlagen
2.1. Was ist Argumentation?
2.1.1. Begriffsbestimmung: Argumentieren, Argumentation und Argument
2.1.2. Kennzeichen und Funktionen der Argumentation
2.1.3. Aufbau der Argumentation
2.1.3.1. Argumentarten
2.1.3.2. Das Argumentationsschema von Toulmin
2.2. Argumentationsstruktur in Texten
2.2.1. Argumentative Themenentfaltung
2.2.2. Erkennungsmerkmale von Argumenten
2.2.3. Zur Methodik der Analyse von argumentativen Texten

PRAKTISCHER TEIL
3. Analyse der ausgewählten Reden Christian Kerns
3.1. Christian Kern | Person des Redners
3.1.1. Kindheit und Bildung
3.1.2. Beruflicher Werdegang
3.1.3. Karriere in der Politik
3.2. Analyse der Rede vom Bundeskanzler Christian Kern im Nationalrat zum Thema „Situation der Bundesregierung“ am 16.05.2017
3.2.1.Analyse des Kontextes
3.2.2.Analyse der Textfunktion
3.2.3. Analyse des Themas und seiner Entfaltung
3.2.3.1. Hauptthema
3.2.3.2. Form der Themenentfaltung
3.2.4. Argumentationsanalyse
3.2.4.1. Argumentationsstruktur und Argumenttypen
3.2.4.2. Funktion der Argumentation in der Rede
3.2.4.3. Fazit
3.2.5. Analyse der sprachlichen Mittel
3.2.5.1. Lexikalische Stilelemente
3.2.5.2. Morphosyntaktische Stilelemente
3.3. Die Rede des SPÖ-Bundesparteiobmanns Christian Kern im Nationalrat am 31.1.2018
3.3.1. Analyse des Kontextes
3.3.2. Analyse der Textfunktion
3.3.3. Analyse des Themas und seiner Entfaltung
3.3.3.1. Hauptthema
3.3.3.2. Form der Themenentfaltung
3.3.4. Argumentationsanalyse
3.3.4.1. Argumentationsstruktur und Argumenttypen
3.3.4.2. Funktionen der Argumentation in der Rede
3.3.4.3. Fazit
3.3.5. Analyse der sprachlichen Mittel
3.3.5.1. Lexikalische Stilelemente
4.2.5.2. Morphosyntaktische Stilelemente
3.4. Die Reden im Vergleich

4. Schlussbetrachtung
4.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
4.2. Forschungsausblick

5. Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

6. Literaturverzeichnis

Primärliteratur

Sekundärliteratur

Elektronische Quellen

7. Anhang

Danksagung

An erster Stelle gebührt mein besonderer Dank dem Herrn Prof. Dr. Adel Saleh Muhammad Ali, dem Leiter der Abteilung für deutsche Sprache und Literatur der Philosophischen Fakultät der Universität Menoufia, der meine Masterarbeit betreut und begutachtet hat. Für die hilfreichen Anregungen, die konstruktive Kritik, wertvolle Ratschläge, freundliche Hilfsbereitschaft und große Geduld bei der Erstellung dieser Arbeit möchte ich mich bei ihm ganz herzlich bedanken. Er hat mir stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Herzlich bedanken möchte ich mich ebenfalls bei Prof. Dr. Lamyaa Abdelmohsen Osman Ali Ziko, Professorin für deutsche Literaturwissenschaft an der Abteilung für deutsche Sprache und Literatur der Philosophischen Fakultät der Universität Menoufia, die mich während der Anfertigung dieser Masterarbeit unterstützt und motiviert hat. Für das Korrekturlesen der Arbeit und die konstruktiven Vorschläge bin ich ihr zu großem Dank verpflichtet.

Herrn Prof. Dr. El-Sayed Madboly Selmy, Professor für Sprachwissenschaft und ehemaligem Leiter der Deutschabteilung der Pädagogischen Fakultät der Ain-Schams Universität, und Herrn Prof. Dr. Salah Al-Akschar, Professor an der Deutschabteilung der Philosophischen Fakultät der Helwan Universität, spreche ich meinen herzlichen Dank aus, dass Sie mir die Ehre erteilt haben, als Gutachter an meiner Verteidigung mitzuwirken.

Ich möchte den Dozentinnen und Dozenten wie auch meinen Kolleginnen und Kollegen an der Abteilung für deutsche Sprache und Literarur der Menoufia Universität danken, die mich durch ihre treue Ermunterung stetig unterstützt haben.

Großen Dank möchte ich auch meinen Eltern und meinem Onkel aussprechen, die mir stets zur Seite gestanden haben. Ohne sie wäre ich nicht bis hierhin gekommen. Besonderer Dank gilt schließlich auch meiner Frau, die immer Verständnis für meine Arbeit und mein Studium aufgebracht und mich unaufhörlich, auch in kritischen Zeiten, unterstützt und bestärkt hat.

Abstract

In der Politik findet man häufig argumentative Texte, in denen man den Adressaten von etwas überzeugen will, was z. B. bei politischen Reden der Fall ist. Die Politiker führen den Menschen bestimmte Beweisgründe oder Folgen ihrer Handlung an. Ziel ihrer überzeugungsorientierten Argumentation ist es, Menschen von bestimmten Sachverhalten zu überzeugen. Sie werten bestimmte Situationen entweder positiv oder negativ. Sie versuchen damit, die eigene Einstellung zu stärken und die gegnerische Position abzuwerten. Das Gewicht solcher Texte liegt also in der Regel auf der Argumentation. Die Analyse der Argumentation bzw. der argumentativen Themenentfaltung in politischen Reden/Texten steht in der vorliegenden Arbeit im Vordergrund. Dabei werden die Struktur und die Funktion der Argumentation anhand von ausgewählter Reden des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers und SPÖ-Obmanns Christian Kern untersucht. Die Reden werden als Textsorte mit Methoden der linguistischen Textanalyse ermittelt. Die Untersuchung geht in diesem Rahmen folgenden Fragen nach: Wie wird in der politischen Rede argumentiert? Welche Voraussetzungen muss man für das Gelingen der Argumentation erfüllen? Welche Funktionen haben die Argumentationen? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Textfunktion und der argumentativen Themenentfaltung (Textstruktur) in der politischen Rede? Wie ist die politische Rede inhaltlich gegliedert? Welche zentralen Themen werden aufgestellt? Und wie entwickeln sie sich im Text argumentativ? Wie werden Argumente rekonstruiert und expliziert? Dazu werden die sprachliche Realisierung argumentativer Themenentfaltung untersucht. Abschließend wird gefragt, wie man mit solchen Texten in der zukünftigen Tätigkeit umgehen kann und welche Kompetenzen man erwirbt, die man im Unterricht umsetzen kann.

0. Einleitung

Die Politik ist wie ein Spiel; die Wörter richtig einzusetzen und den Adressaten gut zu überzeugen, sind die Techniken des Spiels, mit denen man entweder siegen oder verlieren kann. In der gegenwärtigen Zeit spielt die Politik eine große Rolle, weil sie die Geschehnisse in der Welt regiert und über die Zukunft des Landes entscheidet. Ihre Wirkung betrifft alle Bereiche des menschlichen Lebens.

Sprache und Politik kreuzen sich täglich. Die Beziehung von Sprache und Politik ist häufig diskutiert, da die Politiker ihre Worte vorsichtig einsetzen müssen, um eine erfolgreiche Rede zu erzielen. Einige Autoren sind der Ansicht, dass die Sprache die Politik wirksamer macht: „Alles politische Handeln [ist] sprachliches Handeln“ (Holly 1990, S. 8). Politische Sachverhalte werden mit und durch Sprache interpretiert. Politiker müssen die Bürger informieren, politisches Handeln begründen und Gründe dafür anführen. Sie werten bestimmte Situationen entweder positiv oder negativ. Sie stützen ihre eigene Meinung argumentativ und greifen die gegnerische Meinung argumentativ an. Sie versuchen mit ihren Worten den Gegner abzuwerten, die eigenen Anhänger zu mobilisieren und stellen sich glaubwürdig darzustellen.

Der politische Sprachgebrauch hat einige Eigenschaften und Merkmale. Die Wortwahl und die Strategie der Argumentation sind von großer Wichtigkeit für eine wirkungsvolle Rede. „Das Herzstück einer jeden Rede, die das Publikum von einer bestimmten Position überzeugen soll, bildet die Argumentation. Die Überzeugungsabsicht ist für politische Reden der Regelfall“ (Detjen 2014, S. 159). Die Relevanz der Argumentation in den politischen Reden zeigt sich daran, dass immer mehr politische Akteure zu diesem Verfahren neigen, deshalb ist es sehr wichtig, die Argumentation in politischen Texten/Reden zu analysieren.

0.1. Gegenstand und Ziel der Arbeit

Die politische Rede ist eine der wichtigsten Textsorten in der politischen Kommunikation. Es gibt daneben andere Typen der politischen Reden wie politische Debattenrede, Fernsehansprachen, Parteitagsrede, Regierungserklärung, Gedenkrede und Wahlkampfrede. In dieser Arbeit geht es um den Versuch, ausgewählte Reden eines österreichischen Spitzenpolitikers zu behandeln, wobei die Ermittlung der Argumentationsstruktur zugrunde gelegt wird.

Diese Untersuchung setzt sich zum Ziel, die Reden des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers und SPÖ-Obmanns Christian Kern als Textsorte mit Methoden der linguistischen Textanalyse zu analysieren. Es ist hierbei festzustellen, welche Merkmale für die politische Rede als Textsorte im Allgemeinen und für die politische Rede Kerns spezifisch sind. Hauptziel der Forschung ist es, die argumentative Themenentfaltung bzw. das argumentative Zusammenspiel der thematischen Strukturebene in der politischen Rede Kerns exemplarisch anhand ausgewählter Texte näher zu beleuchten und die kommunikativ-funktionalen Textmerkmale zu untersuchen. Die vorliegende Arbeit geht den folgenden Fragen nach: Wie wird in der politischen Rede argumentiert? Welche Voraussetzungen muss man für das Gelingen der Argumentation erfüllen? Welche Funktionen haben die Argumentationen? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Textfunktion und der argumentativen Themenentfaltung (Textstruktur) in der politischen Rede? Wie ist die politische Rede inhaltlich gegliedert? Welche zentralen Themen werden aufgestellt? Und wie werden sie im Text argumentativ entwickelt? Und schließlich Wie werden Argumente rekonstruiert und expliziert?

Ferner werden die sprachliche Realisierung argumentativer Themenentfaltung untersucht, d. h. die Analyse der lexikalischen und morphosyntaktischen Mittel. Hier wird auch die Beziehung zwischen Textform und Textinhalt erklärt. Abschließend wird danach gefragt, wie man mit solchen Texten in der zukünftigen Tätigkeit umgehen kann und welche Kompetenzen im Unterricht vermittelt und erworben werden können.

0.2. Methode der Arbeit

Die Argumentationstheorie ist seit der Antike ein wesentlicher Teil der Rhetorik. Die linguistische Argumentationsanalyse findet auch ihre Ursprünge in den Theorien der Rhetorik (vgl. Schwegler 2016, S. 1). Stephen Toulmin hat mit seinem 1958 erschienen Buch „Der Gebrauch von Argumenten“ einen bedeutenden Beitrag für die Argumentationstheorie geleistet. Die Beschäftigung mit Argumentationen wurde unter deskriptiv-linguistischen Aspekten weiterenwickelt. In der vorliegenden Arbeit geht es, wie erwähnt, um die linguistische Argumentationsanalyse in politischen Reden anhand ausgewählter Reden des SPÖ-Parteivorsitzenden Christian Kern. Die Reden werden als Textsorte mit linguistischen Methoden der Textanalyse behandelt. In diesem Zusammenhang ist Brinker (2010) der Auffasung, dass „der Terminus Text [...] eine begrenzte Folge von sprachlichen Zeichen [bezeichnet], die in sich kohärent ist und die als Ganzes eine erkennbare kommunikative Funktion signalisiert“ (Brinker, S. 17)

Brinker beschreibt einige Schritte der Textanalyse und bestimmt dabei einige Kategorien und Kriterien. Die Textanalyse erfolgt in drei Schritten, nämlich Analyse des Kontextes, Analyse der Textfunktion und Analyse der thematischen und grammatischen Textstruktur. Das textanalytische Modell von Brinker umfasst zwei wichtige Ebenen: eine grammatische und eine thematische Strukturebene. Auf grammatischer Ebene untersucht man die grammatische Kohärenz, d.h. die syntaktischen und semantischen Verknüpfungsbeziehungen zwischen den Sätzen des Textes. Auf der thematischen Ebene wird die Struktur des Textinhalts untersucht, die auf den Beziehungen zwischen dem thematischen Kern und den in den Propositionen ausgedrückten Teilinhalten gründet (vgl. ebd., S. 21).

Nach Brinker haben Texte ein Thema bzw. einen thematischen Kern, das nach bestimmten kommunikativen Kriterien zum Gesamtinhalt des Textes entfaltet wird. Er beschreibt das Thema als Kern des Textinhalts und führt dabei vier Arten der thematischen Entfaltung ein.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich vor allem mit der Analyse der argumentativen Themenentfaltung in der politischen Rede, wobei das Argumentationsmodell Toulmins, das die allgemeine Struktur der Argumentation mit sechs relationalen logisch-semantisch definierten Kategorien bezeichnet, der Arbeit zugrunde liegt.

Dieses Schema gilt bis heute in fast allen sprachwissenschaflischen Arbeiten zur Argumentationstheorie als grundlegendes Untersuchungsinstrument. Auch Brinker hat sich dieses Schema bei seiner Analyse der argumentativen Themenentfaltung im Rahmen der textthematischen Analyse zu eigen gemacht und beschreibt die argumentative Themenentfaltung als die durch Argumente und mithilfe einer Schlussregel gestützte Begründung einer strittigen These, die das Textthema bildet. (vgl. ebd., S. 69).

Abschließend wird auf die grammatische Struktur des Textes eingegangen, denn sie wird als Basis für die thematische Struktur offengelegt. Deshalb soll im Anschluss an die Argumentationsanalyse die relevanten sprachlichen Mittel genauer untersucht werden, „weil die Versprachlichung einerseits die Argumente überhaupt erst >sichtbar< macht, und weil sie andererseits deren Effizienz und Durchschlagskraft noch steigert“ (Ottmers 1996, S. 135). Hierbei sollen besonders die die Thematik ausgedrückten sprachlichen bzw. lexikalischen und morphosyntaktischen Mittel bestimmt werden.

0.3. Forschungsstand

Über die Sprache der Politik und die politischen Reden im Allgemeinen ist in den letzten Jahrzehnten sehr viel geschrieben worden. Einige Arbeiten beschäftigen sich mit der Argumentation in politischen Reden unter textlinguistischen Aspekten. Christoph Kuhlmann (1999) ist in seinem Werk „Die öffentliche Begründung politischen Handelns“ auf die Argumentationsrationalität in der politischen Massenkommunikation eingegangen. Bedeutende Beiträge zur Forschung der Argumentation in der politischen Rede hat Andrea Hausberg (2006) geleistet. Sie hat in ihrer Magisterarbeit „Sprachliche Analyse politischer Sprache an Hand aktueller Beispiele – rhetorisch – argumentative Strategien in Reden zum Irak-Krieg“ anhand von ausgewählten Reden des amerikanischen Präsidenten George W Bush und des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder anlässlich des Irak-Kriegs 2003 die argumentativen und sprachlich-rhetorischen Strategien und ihre Wirkung untersucht. Sie geht der Frage nach, ob Argumente aus der amerikanischen Kriegsrhetorik verwendet werden, da sie für die Analyse der Reden von Bush relevant sind.

Zahlreiche Arbeiten beschäftigen sich hingegen mit der Analyse der Persuasion und Argumentation nur auf der Grundlage der linguistischen Rhetorik. Viera Novotná (2008) befasst sich in ihrer Arbeit „Stilistische und persuasive Mittel der politischen Rede“ mit den stilistischen und persuasiven Mitteln in der politischen Rede anhand zwei konkreter Ansprachen der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Die Analyse ist an der Bestimmung der stilistischen Mittel und Persuasionen mit dem Ziel der Überzeugung orientiert. Nikolina Palasic (2014) beschreibt in ihrer Arbeit „Persuasive Strategien und Sprachelemente im politischen Wahlkampf in Österreich“ sowohl verbale als auch bildliche persuasive und manipulative Strategien, die innerhalb eines Wahlkampfes in Österreich 2008 angewendet werden. Zu diesem Zweck hat sie einige politische Reden und Wahlplakate ausgewählt. Walther Kindt (2016) befasst sich mit den argumentativen und persuasiven Mitteln des Wahlkampfs in Rheinland-Pfalz.

Die vorliegende Arbeit widmet sich dagegen der Untersuchung der Argumentationsstruktur in politischen Reden. Hier geht es um Argumentationsverhalten politischer Akteure nach Parteizugehörigkeit. Es wird betrachtet, wie man in der politischen Rede argumentiert und welche Funktionen und Merkmale die Argumentation hat. Ferner wird der Textinhalt, die Textfunktion und die bei deren sprachlicher Realisierung eine argumentative Themenentfaltung passenden persuasiven Mittel bzw. stilistischen und sprachlichen Mittel untersucht.

0.4. Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Arbeit gliedert sich strukturell in vier Kapitel. Die ersten zwei Kapitel bilden den ersten Teil dieser Arbeit und widmen sich den theoretischen Grundlagen und den wissenschaftlichen Überlegungen, die für die folgende Analyse relevant sind. Zu Beginn werden im ersten Kapitel die Fachsprachen und die Sprache der Politik sowie die politische Rede als Textsorte dargestellt. Das zweite Kapitel ist den argumentationstheoretischen Grundlagen gewidmet. Es wird zunächst erklärt, was man unter Argumentation überhaupt versteht und welche Funktionen und Merkmale sie hat. Danach wird die Argumentationsstruktur dargestellt, woraufhin verschiedene Argumenttypen erläutert werden. Dabei wird vor allem das toulminische Argumentationsschema dargestellt, in dem die argumentationsrelevanten Elemente fokussiert werden. In diesem Rahmen wird dann die Struktur der Argumentation in Texten klargestellt werden. Dabei wird zuerst ein Einblick in die Textstrukturanalyse und die wichtigsten Grundformen der thematischen Entfaltung gegeben. Es wird ausführlich auf die argumentative Themenentfaltung eingegangen und im Rahmen der theoretischen Grundlagen des Argumentationsmodells von Toulmin betrachtet. Abschließend werden Analyseschritte bei der Untersuchung umfangreicher argumentativer Texte bzw. politischer Reden vorgestellt.

Das dritte Kapitel ist praktisch orientiert und bildet damit den zweiten Teil der Arbeit. Zu Beginn dieses Teils wird eine kurze Darstellung des Lebensweges von Christian Kern sowie auch der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) vorgeführt. Danach werden die ausgewählten Reden von Christian Kern einer Analyse unterzogen. Das der Analyse zugrunde liegende Korpus umfasst zwei Reden des österreichischen ehemaligen Bundeskanzlers und SPÖ-Obmanns zu verschiedenen politischen Anlässen. Hier wird der Kontext mit einer Einordnung der Rede in die historische und politische Situation untersucht und vor allem den Redeanlass, die beteiligten Gruppen und Adressaten vorgestellt. Die Textsorte der Rede z. B: Debattenrede, Parteitagsrede, Parlamentsrede usw. wird bestimmt. Dann wird die Textfunktion näher untersucht. Danach widmet sich dieses Kapitel grundlegend der Betrachtung des Textthemas und der argumentativen Themenentfaltung. In diesem Rahmen werden die Argumentationen in den Reden ermittelt und analysiert. Dabei wird die Struktur und Funktion der Argumentation sowie die Argumentarten untersucht. Darauf aufbauend, werden anschließend die bei deren Sprachrealisierung eine argumentative Themenentfaltung passenden sprachlichen Mittel behandelt. Nach der Analyse jeder Rede befindet sich ein Fazit. Dann folgt ein Vergleich zwischen den beiden analysierten Reden, wobei die Gemeinsamkeiten und Unterschiede geklärt werden.

Abschließend werden in einer Schlussbetrachtung die Ergebnisse zusammengefasst dargestellt. Nachdem die Ergebnisse zusammengefasst werden, soll ein zukünftiger Ausblick der Forschung aufgezeigt werden, indem auf die Dimensionen der Arbeit im Deutschunterricht eingegangen werden.

THEORETISCHER TEIL

1.Sprache der Politik

Da sich die vorliegende Arbeit der Argumenationsanalyse in politischen Reden widmet, soll zuerst kurz auf die Sprache im Bereich der Politik als Gegenstand linguistischer Forschung eingegangen werden. In diesem Zusammenhang soll die politische Sprache im Rahmen der Fachsprachenforschung aufgegriffen werden, deren Unterscheidung und richtige Zuordnung für die Fachsprache der Politik relevant sind, was im Folgenden näher erläutert wird.

1.1. Politische Sprache als Fachsprache

Die Beschäftigung mit Fachsprachen geht davon aus, dass der Sprachgebrauch in verschiedenen Bereichen eigenständige und dabei auch miteinander vergleichbare Züge aufweist, die die Verständigung unterstützen. Es handelt sich hierbei um Bereiche wie Politik, Medizin, Wirtschaft usw. (vgl. Roelcke 1999, S. 7). Die Fachsprache beschränkt sich also auf bestimmte Sprachgemeinschaften und isoliert sich dabei von der Gemeinsprache, sie bildet ein eigenes Sprachsystem und hat einen besonderen Wortschatz. Der Begriff Fachsprache wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Möhn und Pelka (1984) definieren die Fachsprache wie folgt:

Wir verstehen unter Fachsprache heute die Variante der Gesamtsprache, die der Erkenntnis und begrifflichen Bestimmung fachspezifischer Gegenstände sowie der Verständigung über sie dient und damit den spezifischen kommunikativen Bedürfnissen im Fach allgemein trägt. Fachsprache ist primär an Fachleute gebunden, doch können an ihr auch fachlich Interessierte teilhaben. [...] Fachsprachen sind durch eine charakteristische Auswahl, Verwendung und Frequenz sprachlicher Mittel, besonders auf den Systemebenen ‘Morphologie’, ‘Lexik’, ‘Syntax’ und ‘Text’, bestimmt. (Möhn und Pelka, S. 26f)

Sie verbinden also die Ebene der Fachleute (bzw. der Sprecher von Fachsprache) mit der Ebene der Auswahl und des Gebrauchs sprachlicher Mittel und der Ebene der Bestimmung von Fachsprachen zu anderen Subsprachen. Sie setzen für ihre Definition „außersprachliche (soziologische), sprachsystembezogene und sprachverwendungsorientierte Kriterien“ ein (ebd., S. 25), da sie meinen, dass „ein umfassender Begriff von Fachsprache als Sprachvariante erreicht werden kann, der den regional, situativ und funktional bedingten unterschiedlichen Erscheinungsformen angemessen ist” (ebd., S. 26).

Thorsten Roelcke (1999) folgend berücksichtigt bei der Bestimmung der Fachsprache folgende miteinander verknüpfte Grundelemente des fachsprachlichen Kommunikationsmodells: der Produzent eines Fachtextes, der Fachtext selbst und dessen Rezipienten. Produzent und Rezipient verfügen über eigene fachsprachliche Zeichensysteme, Text- und Weltkenntnisse (Kotexte und Kontexte), die sich mehr oder weniger decken und während der Fachkommunikation vorausgesetzt werden (vgl. Roelcke, S. 15).

Die Fachsprache verfügt weiterhin über Merkmale und Funktionen, die für sie charakeristisch sind. Wilhelm Schmidt (1969) fasst die Aufgaben und Eigenschaften von Fachsprachen folgendermaßen zusammen:

Fachsprache erscheint als das Mittel einer optimalen Verständigung über ein Fachgebiet unter Fachleuten; sie ist gekennzeichnet durch einen spezifischen Fachwortschatz und spezielle Normen für die Auswahl, Verwendung und Frequenz gemeinsprachlicher lexikalischer und grammatischer Mittel; sie existiert nicht als selbstständige Erscheinungsform der Sprache, sondern wird in Fachtexten aktualisiert, die außer der fachsprachlichen Schicht immer gemeinsprachliche Elemente enthalten. (Schmidt, S. 17, zit. nach Schnitzer 2008, S. 43)

Ähnlich wie Schmidts Ansatz enthält die von Möhn/Pelkas obenerwähnte Definition ebenfalls die wichtigen Merkmalen von Fachsprachen. Nach Möhn/Pelka (1984) sind folgende Eigenschaften zu nennen:

- Fachsprache ist primär an Fachleute zu binden.
- Fachsprachen werden schriftlich und mündlich gebraucht, sowohl bei fachinterner als auch interfachlicher Kommunikation.
- Sie sind grundsätzlich öffentlich und überregional.
- Sie sind charakteristisch durch spezifische Auswahl und Verwendung sprachlicher Mittel auf lexikalische und morpho-syntaktische Ebenen, sowie im Bereich der Textstruktur (vgl. Möhn/Pelka, S. 26f).

Das Fachvokabular ist zudem eine äußerliche Eigenschaft, die der Abgrenzung einer Fachsprache gegen eine andere dienen kann. Unter Fachwortschatz versteht man „ eine Menge solcher kleinster bedeutungstragender bzw. Fachwörter und zugleich frei verwendbarer sprachlicher Einheiten, die innerhalb der Kommunikation eines bestimmten menschlichen Tätigkeitsbereichs gebraucht werden“ ( Roelcke 1999, S. 50).

Die grammatischen Merkmale der Fachsprachen treten auf morphosyntaktischen Ebene auf und weisen dabei verschiedene Funktionen innerhalb der Fachkommunikation auf:

Zu diesen Funktionen gehören der möglichst adäquate Bezug zur Wirklichkeit und die logische Folgerichtigkeit der Äußerung (Deutlichkeit), der möglichst adäquate Bezug zum Rezipienten (Verständlichkeit), die Effizienz der Darstellung (Ökonomie), sowie die Objektivierung (Anonymität). (ebd., S. 72)

Bußmann (2008) bezeichnet schließlich die Fachsprache im Allgemeinen als eine „sprachliche Varietät mit der Funktion einer präzisen, effektiven Kommunikation über meist berufsspezifische Sachbereiche und Tätigkeitsfelder“ (Bußmann, S. 186). Die wirksame Verständigung in einem begrenzten Fachbereich und die spezifische Auswahl und Benutzung der sprachlichen Mittel sind also für die Fachsprachen kennzeichend. Die Fachtextsorte weist besondere textuelle Eigenschaften auf.

Zusammenfassend kann ein Sprachgebrauch als Fachsprache angesehen werden,

- wenn er in einem Fachbereich benutzt wird,
- wenn mindestens der Sender ein Fachmann ist,
- wenn er über einen spezifischen Fachwörtschatz verfügt,
- wenn er zur Vermittlung von Fachinhalten dient,
- wenn er durch spezifische grammatische Mittel und textuelle Merkmale gekennzeichnet ist,
- wenn er als bestimmte Textsorte vorkommt (vgl. Kontutytė 2017, S. 6).

1.1.1. Gliederung der Fachsprache

Um Fachsprachen voneinander abzugrenzen, sind fachsprachliche Gliederungskriterien wirksam. In der Sprachwissenschaft ist die Unterscheidung zwischen horizontaler und vertikaler Dimension der Fachkommunikation gängig (vgl. Burger/Luginbühl 2014, S. 362). In diesem Zusammenhang wird die politische Sprache nach der Differenzierung von Fachsprachen näher bestimmt und später behandelt. Nach Roelke (1999) lassen sich zwei Gliederungskriterien der Fachkommunikation unterscheiden:

- Horizontale Gliederung
- Vertikale Gliederung (vgl. Roelke, S. 32)

Die horizontale Gliederung wird von vielen als die bekannteste anerkannte Differenzierung der Fachsprachen in der Fachsprachenforschung. „Die horizontale Gliederung von Fachsprachen folgt Fächergliederungen und Fachbereicheinteilungen, die in der Regel unabhängig von innersprachlichen Erscheinungen zustandegekommen sind“ (ebd., S. 34). In seiner horizontalen Schichtung der Fachsprache bestimmt Roelke drei Bereiche, die sprachlich wie fachlich zu unterscheiden sind: „Fachsprachen der Wissenschaft, Fachsprachen der Technik sowie Fachsprachen der Institutionen“ (ebd., S. 34).

Ein Schema der horizontalen Geliederung von Fachsprachen in Wissenschafts-, Technik- und Institutionssprache wird nach Roelke folgenderweise darstellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Horizontale Geliederung der Fachsprachen (nach Roelke 1999, S. 35).

Laut Roelke ist die politische Fachsprache eine Institutionssprache, die innerhalb von öffentlichen oder nichtöffentlichen Institutionen, die bestimmte Struktur aufweist und einen bestimmten Zweck verfolgt, benutzt wird (vgl. ebd., S. 35ff).

Die vertikale Schichtung beschäftigt sich hingegen mit der Betrachtung des Fachlichkeitsgrades im einzelnen Fachbereich bzw. in einer Fachsprache. „Die vertikale Gliederung von Fachsprachen folgt nicht verschiedenen Fächergliederungen, sondern den Abstraktionsebenen innerhalb eines einzelnen Faches“ (ebd., S. 38). Sie bezeichnet die kommunikative Funktionsreichweite der Semantik in einem Fachbereich (vgl. Felder 2016, S. 98). Einer der bekanntesten Ansätze zur vertikalen Gliederung von Fachsprachen stammt von Heinz Ischreyt (1965) , der drei fachsprachliche Abstraktionsebenen berücksichtigt: Wissenschaftssprache (auch: Theoriesprache), fachliche Umgangssprache und Werkstattsprache (auch: Verteilersprache). (vgl. Ischreyt, S. 38ff, zit. nach Roelcke 1999, S. 38f). Die höchste Abstraktionsstufe bildet dabei die Theoriesprache. Sie wird von den Spezialisten und Forscher meistens in Schriftform verwendet. Die mittlere Stufe der fachlichen und sprachlichen Abstraktion macht die fachliche Umgangssprache aus. Sie dient meistens der mündlichen Kommunikation unter den Spezialisten. Die unterste Abstraktionsstufe ist die Werkstattsprache bzw. Verteilersprache. Sie wird in erster Linie im Rahmen der Techniksprache angenommen und dient der schriflichen und mündlichen Kommunikation unter den Teilnehmern. Der Abstraktionsgrad ist niedrig. Hier nähert sich die Fachsprache der Gemeinsprache (vgl. Roelcke 1999, S. 39).

In diesem Zusammenhang wird die politische Fachsprache unter den drei oben angeführten fachsprachlichen Abstraktionsebenen von Ischreyt subsumiert. Eine dreischichtige vertikale Gliederung der politischen Fachsprache kann wie folgt dargestellt werden:

1. Theoriesprache der Politikwissenschaft
2. Fachliche Umgangssprache der Politik (bzw. Sprache der angewandten politischen Wissenschaft)
3. Kommunikation zwischen Politiker und Bürgern.

1.1.2. Begriffsbestimmung: Politische Sprache

Wie bereits erwähnt, wird die politische Fachsprache als Institutionensprache angesehen. Somit ist der politische Sprachgebrauch nicht nur an Institutionen der Öffentlichkeit geknüpft, sondern verlangt auch bestimmte persuasive Fähigkeiten der politischen Akteure (vgl. Girnth 2015, S. 1). So zeigt sich, dass die „Sprache [in der Politik] nicht nur ein Mittel des Politikers [ist], sondern das Element, in dem sein Beruf sich wohlzieht“ (Greiffenhagen 1980, S. 9 zit. nach Becker 2009, S. 44).

Was man schließlich unter politischer Sprache versteht, so liefert die Linguistik keine eindeutige Definition, da die politische Sprache in sich vielschichtig ist und viele Anwendungsbereiche umfasst. Die politische Sprache als Oberbegriff lässt sich am besten von Burrkhardt (1996) wie folgt beschrieben:

politische Sprache als Oberbegriff zu verwenden, der alle Arten öffentlichen, institutionellen und privaten Sprechens über politische Fragen, alle politiktypischen Textsorten sowie jede für das Sprechen über politische Zusammenhänge charakteristische Weise der Verwendung lexikalischer und stilistischer Sprachmittel umfassen soll. (Burrkhardt, S. 79)

Laut Strauß (1986) wird die politische Fachsprache als eine Überlappung von Fachsprachen und Gemeinsprache beschrieben:

Politische Sprache ist ein spezifischer Verbund aus Fachsprachenpluralität und öffentlicher Sprache, eine Sprache, deren soziale Geltung nicht auf bestimmte Expertengruppen eingeschränkt ist und die nicht nur über kognitiv-denotatives, sondern auch ein evaluativ-persuasives Potential verfügt. (Strauß, S. 194 zit. nach Burkhardt 2003, S.126)

Man könnte hierbei auf typologischer Ebene die Funktionssprache als institutionsinterne politische Sprache (bzw. die organisatorischen Verständigung innerhalb des staatlichen Apparates und seiner Institutionen) von der Meinungssprache als institutionsexternen über Medien an die Bürger gerichteter politischen Sprache (bzw. ideologischer Deutung nach außen an die Öffentlichkeit vermittelnder Sprachschicht) abheben. Dieser Anteil von Funktions- und Meinungssprache ist somit textsortenspezifisch (vgl. ebd., S.126f)

Zusammenfassend zeigt sich, dass die vertikale Varietät der Fachsprache Politik, wie oben erwähnt, heterogen ist, da sich zum Beispiel die Sprache im Parlament vom Gespräch zwischen einem Politiker und einem anderen oder zwischen einem Politiker und einem Anhänger unterscheidet. Das heißt, dass in einer Parlamentsdebatte eine fachsprachliche Benutzung häufiger als in den erwähnten Gesprächen.

Eine erweiterte Definition mit spezifischen Kriterien setzt Klaus Watzin (1998) folgendermaßen ein:

Als politische Sprache sollen alle Sprachhandlungen bezeichnet werden, mit denen ein Sprecher/Schreiber versucht, in der Öffentlichkeit oder innerhalb von politischen Institutionen (Parlament, Regierung, Verwaltung, Gerichtswesen, Parteien und politische Verbände) Einfluss auf die staatliche Willensbildung zu nehmen. (Watzin, S. 22, zit. nach Czartoryski 2019, S. 48)

Zusammenfassend ergibt sich also aus oben erwähnten Darstellungen, dass die politische Sprache eine institutionsinterne und institutionsexterne Fachsprache (je nach Fachlichkeitsgrad und Situation) ist, die durch einen spezifischen Fachwortschatz und spezielle Auswahl und Verwendung sprachlicher Mittel auf der grammatischen und lexikalischen Ebene gekennzeichnet ist. Sie weist dazu besondere textuelle Eigenschaften auf und hat bestimmte sprachliche Funktionen.

Die politische Sprachverwendung wird durch spezifische Merkmale charakterisiert, von denen die Rede im folgenden Unterkapitel ist.

1.2. Politikspezifische Sprachverwendung

In Anlehnung an Girnth (2002/2015) sind grundsätzlich nach der Klassifikation der neueren Literatur in der politolinguistischer Forschung zwei Richtungen zu unterscheiden:

Bei dem Versuch, die neuere Literatur zur Politolinguistik zu klassifizieren, lassen sich im wesentlichen zwei Richtungen unterscheiden, die hier als lexikonorientierte und text-/diskursorientierte Richtung bezeichnet werden sollen. (Girnth 2015, S. 10)

Die lexikonorientierte Richtung herrschte in der Analyse der politischen Sprache vor, welche ihren Ursprung in der Semantik bzw. in der Einzelanalyse politischer Wörter findet. Die text-/diskursorientierte Analyse hingegen geht nicht vom Wort, sondern vom Text bzw. Diskurs aus. Der Text lässt sich also als die wesentliche Handlungseinheit bei der Analyse der politischen Sprachverwendung bestrachten (vgl. ebd., S. 10f). In diesem Zusammenhang führt Klein (2014) die politikspezifische Sprachverwendung ausführlich an, indem er sie auf den foldenden Strukturebenen darlegt:

- Wort,
- Satz,
- Text/Rede,
- mündlicher Interaktionstyp,
- multitextueller Komplex (vgl. Klein, S. 7).

Da die vorliegende Arbeit die politische Rede als Textsorte mit Methoden der linguistischen Textanalyse untersucht, wird sich im Folgenden mit der politikspezifischen Verwendung von Sprache auf den Strukturebenen der Verbalen Interaktionsform (bzw. der allgemeinen Merkmale politischer Kommunikation), der Lexik, des Satzes und vor allem des Textes (bzw.der Rede) beschäftigt.

1.2.1. Verbale Interaktionstypen politischer Sprache

Die politische Kommunikation wird durch bestimmte Merkmale charakterisiert, die sie von anderen Kommunikatiosbereichen unterscheiden. Heiko Girnth (2015) definiert im Allgemeinen die folgenden charakteristischen Merkmale politischer Kommunikation:

- Öffentlichkeit und Massenmedialität

Politische Kommunikation findet meistens öffentlich statt und wird über Massenmedien verbreitet. Die politische Sprache ist alo durch Massenmedialität bedingt. Zu den allgemeinen Eigenschaften der politischen Sprache „Öffentlichkeit“ und „Massenmedialität“ kommt die „ Mehrfachadressiertheit “ hinzu, weil sie mithilfe von der massenmedialen Vermittlung an mehrere Personengruppen gleichzeitig gerichtet ist.

- Gruppenbezogenheit und Repräsentanz

In der politischen Kommunikation gehören die politischen Akteure einer bestimmten politischen Gruppe oder einer politischen Partei an. Sie repräsentieren die politische Ansichten und Ziele der Eigengruppe und fühlen sich dabei ihrer Gruppe bzw. Partei zugehörig. „Alles, was in Zusammenhang mit der Eigengruppe steht, wird als positiv, alles, was von der Eigengruppe abweicht, wird als negativ bewertet” (Girnth 2015, S. 41).

- Institutionsgebundenheit

Die politische Kommunikation ist immer an spezifische institutionelle Gegebenheiten gebunden, z.B. eine politische Rede im Nationalrat werden die Reihenfolge der Redner/innen, Redezeit und Themenordnung festgelegt. Diese parlamentarischen Geschäftsordnungen werden somit berücksichtigt. Genauso geben Medien bestimmte Regeln vor, die von der kommunikativen Situation abhängen. Derartige Reglementierungen haben zweifellos Einflüsse auf die Redner.

- Diskursgebundenheit

Politische Kommunikation bezieht sich immer auf konkrete gesellschaftliche Diskurse, die durch politische Gegenstände der Parteien erzeugt werden. Dabei knüpfen diese thematisierten Gegenstände an bereits Vergegangens und sind auf Künftiges orientiert (vgl. ebd., S. 41ff).

Ähnlich wie Girnth hat auch Klein die obengenannten allgemeinen Merkmale politischer Kommunikation bestimmt, indem er sie als „mündliche Interaktionstypen unter den Bedingungen der modernen parlamentarischen Demokratie [darstellt]“ (Klein 2014, S. 245).

1.2.2. Lexikalische Dimension des politischen Sprachgebrauchs

Die Lexik ist zwar für den politischen Sprachgebrauch nicht das einzige, aber das wichtigste Mittel sprachlichen Handelns (vgl. Girnth 2015, S. 56). Ein wichtiger Ansatz zur Gliederung des politischen Wortschatzes stammt von Josef Klein. Er modifiziert den Gliederungsvorschlag des politischen Lexikons von Dieckmann (1975) und schlägt diesem gegenüber eine wesentliche Gliederung in vier Bereichen des politischen Sprachgebrauchs vor, die er allesamt als den „politischen Wortschatz“ (Klein 2014, S. 60) definiert (vgl. Girnth 2015, S. 58f). Die meisten Politolinguisten wie Girnth (2015) und Niehr (2014), die sich auf Klein (1989) beziehen, sind sich auch darüber einig, dass der politische Wortschatz bzw. das politische Lexikon sich in vier Teilbereichen gliedert, die im Folgenden näher behandelt werden.

1.2.2.1. Der politische Fachwortschatz

Klein (2014) betrachtet den politischen Wortschatz als „eine Mischung aus vier Hauptingredenzien:

- dem Institutionsvokabular
- dem Ressortvokabular
- dem allgemeinen Interaktionsvokabular und
- dem Ideologievokabular.“ (Klein, S. 60)

- Das Institutionsvokabular

Man kann mit Institutionsvokabular über politische Sachverhalte reden und schreiben. Es wird sowohl in der institutionsexternen Kommunikation als auch in der institutionsinternen Kommunikation verwendet. Hierunter fallen insbesondere:

- Bezeichnungen für staatliche Organisationen (parlamentarische Demokratie, Militärdiktatur usw.) und politische Institutionen (Partei, Regierung usw.).
- Bezeichnungen für kodifizierte Normierung politisch institutionellen Handels bzw. Normtexte (Grundgesetz, koalitionsvereinbarung usw.).
- Bezeichnungen für staatliche und politische Ämter (Bundeskanzler, Oppositionsführer, usw.).
- Bezeichnungen für politische Handlungen, Prozesse und Zustände (freie, gleiche und geheime Wahlen, Parteitag usw.) (vgl. Klein 2014, S. 61f ; vgl. Niehr 2014, S. 65).

- Das Ressortvokabular

Ressortvokabular kommt meistens in der Binnenkommunikation zwischen den politischen Akteuren vor. „Es handelt sich im Wesentlichen um Expertenvokabular, das selbst den Abgeordneten, die nicht in der Materie bewandert sind, und natürlich erst recht den Bürgern unbekannt sein dürfte“ (Niehr 2014, S. 65).

Laut Klein (2014) ist das Ressortvokabular an den verschiedenen Arbeitsbereichen des politischen Funktionsträgers gebunden, da:

Politik sich auf alle öffentlich relevanten Bereiche bezieht. Politische Sprachverwendung integriert daher in vielfältiger Weise Vokabular aus den verschiedenen Fachsprachen der zahlreichen Sachbereiche, für die politische Entscheidungen getroffen werden und für die es Ressorts gibt, wie Auswärtige Beziehungen, Wirtschaft, Finanzen, Sozialpolitik, Umwelt, Justiz, Städtebaubildung etc. (Klein, S. 62)

Klein unterscheidet bei dieser Art von Vokabular, das die politische Akteure je nach Stärke der Ressortorientierung mehr oder weniger benutzen, zwischen zwei Arten von Wörtern: Fachterminologie und Allgemeinsprache. Das sind erstens Wörter, die trotz fachsprachlicher Verankerung gut verständlich sind, wegen ihrer Kompositionselemente (z. B. Höchstwerte, Ladenschlussgesetz) oder weil es für sie eine breite Verstehenstradition gibt (z. B. Sozialhilfe, Konjunktur, Sozialmiete). Zweitens sind semi-fachsprachliche Wörter Ausdrücke wie Giftmüll, Fristenlösung oder Maschinensteuer (vgl. ebd., S. 62f).

- Das allgemeine Interaktionsvokabular

Im politischen Wortschatz finden sich Klein zufolge viele allgemeinsprachliche Ausdrücke für die verschiedenen Aspekte der menschlichen Kommunikation und ihre verschiedenen Aspekte. Es handelt sich hier um Bezeichnungen der politischen Handlungen und Handlungsaspekte, die weder fachsprachlich noch ideologiesprachlich sind, z. B. gefährden, beteiligen, Kraftanstrengung, Krise, verschärfen, Kompromiss, Schaden, Opfer, Mobilisierung, Krise, Affäre usw. Hinzu kommen auch viele Wörter zur Bezeichnung sprachlicher Handlungen selbst z. B. eingestehen, fordern, warnen, begrüßen, jubeln und zur Bezeichnung sprachlicher Interaktionen z. B. erörtern, debattieren, verhandeln oder diskutieren (vgl. ebd., S. 63), die also nicht nur in der politischen Kommunikation vorkommen.

- Das Ideologievokabular

Das Ideologievokabular umfasst „die Wörter, in denen politische Gruppierungen ihre Deutungen und Bewertungen der politisch-sozialen Welt, ihre Prinzipien und Prioritäten formulieren“ (ebd., S. 64). Das Merkmal der Ideologiegebundenheit von Wörtern bezieht sich nach Girnth auf die „Determination ihrer Bedeutung durch die einer Gesellschaft oder politischen Gruppe zugrunde liegenden Deutungen und Wertungen sozialer Tatsachen [...] und zieht sich quer durch alle Lexikonbereiche“ (Girnth 2015, S. 60). Klein unterscheidet beim Ideologievokabular zwischen Lexemen in denen artikuliert wird, was jeweils als grundlegende soziale Beziehungen und Formation angesehen wird, bei der bürgerlichkonservativen Orientierung, z. B. Lexeme wie Gemeinschaft, Familie, Staat, Nation, bei marxistischer Orientierung Kampf, Klasse usw. Dazu gehören auch Lexeme, in denen favorisierte Prinzipien der Organisation des politischen Lebens formuliert sind, z. B. parlamentarische Demokratie, freie Wahlen, Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit, Opposition, Parteien usw. Hinletzt führt Klein Lexeme an, in denen die grundlegenden Werte- und Handlungsorientierungen zum Ausdruck kommen wie Würde des Menschen, Menschenrechte, Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Frieden, Recht, nationales Bewusstsein und Reform (vgl. Klein 2014, S. 64). Die semantischen und pragmatischen Merkmale der ideologiegebundenen Wörter entstehen aus einem triadischen Ensemble aus denotativen (bezeichnend), evaluativen (bewertenden) und deontischen (handlungsanweisenden) Bedeutungskomponenten. Die denotative Bedeutungskomponente umfasst die Merkmale des außersprachlichen Gegenstands oder Referenzobjekts. Die evaluative Bedeutungskomponente hingegen beinhaltet diejenigen Eigenschaften, die das Referenzobjekt bewerten. In den deontischen Eigenschaften sind Sollens- und Nicht-Sollens-Aussagen kodifiziert. Das Wort Demokratie kann durch diese drei Bedeutungskomponenten erklärt werden. So bezeichnet die denotative Bedeutung von Demokratie eine Staatsform (bzw. Form politischer Organisation), während die evaluative Bedeutung sie als positiv bewertet. Die Politiker können aufgrund der denotativen, evaluativen und deontischen Bedeutungskomponenten mit ideologiegebundenen Ausdrücke etwas bezeichnen, sie bewerten etwas entweder positiv oder negativ und zu Handlungen auffordern (vgl. Girnth 2015, S. 60f).

In der Politolinguistik werden die ideologiegebundenen Wörter mit den Bezeichnungen Symbolwörter und Schlagwörter differenziert. Symbolwörter sind Ausdrücke, welche die Funktion haben, die komplexe Wirklichkeit vereinfachend und verdichtend zu bezeichnen. Ein Symbolwort kann hierbei als einzelnes Wort (Freiheit, Demokratie) oder als Wortgruppe (z. B. Recht auf Selbstbestimmung) vorkommen. Es bezeichnet einen historisch gewachsenen Orientierungspunkt und ist in das ideologische Wertsystem einer Gemeinschaft eingebettet. Eine weitere wesentliche Differenzierung der Symbolwörter aufgrund evaluativer semantischer Merkmale hängt davon ab, ob sie positiv oder negativ konnotiert sind. Mit Hochwertwörtern wie Freiheit, Frieden oder Demokratie verknüpft man etwas Positives, hingegen Unwertwörter wie Diktatur besitzen eine negative Konnotation (vgl. ebd., S. 62f.).

Unter politischen Schlagwörtern versteht man solche Wörter oder Wortgruppen, die sehr oft in der öffentlichen Auseinandersetzung benutzt werden, politische Einstellungen ausdrücken und damit die Adressaten beeinflussen. Sie werden von den Politikern verwendet, um Denken, Gefühle, Ideen und Ziele auszudrücken und werden somit als Hauptwaffe der politischen Auseinandersetzungen angesehen (vgl. Klein 2014, S. 67). Ein Schlagwort kann als Symbolwort bezeichnet werden, wenn es ständig verwendet wird (vgl. Girnth 2015, S. 63).

Hermanns (1994) teilt die Schlagwörter in zwei Gruppen, nämlich in positive und negative Schlagwörter. Negative Schlagwörter werden als Stigmawörter genannt. Sie werden von den Politikern verwendet, um den politischen Gegner anzugreifen. Stigmawörter werden als äquivalentes Pendant oft die Fahnenwörter gegenübergestellt. Die Fahnenwörter sind hingegen positiv konnotiert. Sie dienen als Erkennungszeichen für eine Partei oder eine bestimmte Gruppe (vgl. Hermanns, S. 15ff.).

Schröter (2011) bemerkt:

Schlagwörter treten über einen bestimmten Zeitraum hinweg in öffentlicher politischer Kommunikation häufig auf und mit ihnen wird oft ein ganzes politisches Programm kondensiert erfasst und gleichzeitig die Positive und negative Einstellung gegenüber dem bezeichneten Programm transportiert. (Schröter, S. 250)

1.2.3. Politikspezifische Syntax

Außer Klein haben sich mit dem Satz in der politischen Sprache bisher wenige Linguisten beschäftigt. Darauf weist Degrande (2016) hin:

Die Politolinguistik – jene linguistische Teildisziplin, die sich mit politischem Sprachgebrauch beschäftigt – hat sich bisher vor allem für Wörter, Texte und Diskurse interessiert. Die dazwischenliegende Ebene des Satzes wurde lange Zeit vernachlässigt. Erst Klein (2011) lenkte die Aufmerksamkeit auf den Satz als politolinguistische Analyseeinheit und prägte hierfür den Begriff salienter politischer Satz (spS). (Degrande, S. 1)

Nach Klein spielt die Strukturebene des Satzes in der Politolinguistik kaum eine Rolle, was er zu modifizieren versucht:

Die linguistische Einheit Satz spielt in der politolinguistischen Forschung unerklärlicher Weise bislang so gut wie keine Rolle. Mit zwei Beiträgen, davon gerade abgeschlossen, versuche ich dem entgegenwirken. (Klein 2014, S. 7)

Der Satz wird Klein zufolge in linguistischer Hinsicht als Einheit der Langue und als Einheit der Parole betrachtet. Mit der Langue ist die abstrakte Satzstruktur gemeint. Es handelt sich hier um die ganzen breiten formalen Strukturen. Das gilt für Umfang, Komplexität (z. B. Satz-Ellipse, Einfachsatz, Satzverbindung und Satzgefüge mit einfacher/mehrere/gestaffelten Einbettungen) und Satzmodus (z. B. Aussagesatz, Aufforderungssatz, Fragesatz und Exklamativsatz). Der direktive Charakter der Gesetzessätze äußert sich in einem reichhaltigen Repertoire modaler Ausdrücke ( z. B. ist zu; hat zu; ist verpflichtet; ist Aufgabe; hat das Recht; ist (nicht) erforderlich). Ein weiteres Merkmal ist die Häufigkeit von verwendeten Passivkonstruktionen mit Agensschwund. Mit dem Relativpronomen „Wer“ eingeleitete Relativsätze deuten auf den unpersönlichen allgemeinen Charakter von Gesetzen zum Beispiel. Außerdem wird sehr häufig Konditional- und Relativsätze im Verbund mit Nominalstil verwendet. Im zweiten Fall ist mit der Einheit der Parole die konkrete, lexikalisch gefüllte von Redner/Schreiber und Rezipienten verwendete kommunikative Einheit bezeichnet (vgl. ebd., S. 115ff).

Der Begriff Slogan ist vor allem im Bereich der Politik sehr relevant. Slogan und damit verwandt Parole bestehen aus einem knappen Einfachsatz oder einer Ellipse und wenden sich in politischer Sprache appellativ an die Adressaten, um deren Zustimmung persuasiv zu ringen. Ein Beispiel eines Slogans im politischen Bereich ist: Freiheit statt Sozialismus (CDU 1976) (vgl. ebd., S. 119).

Hermanns (2012) weist auf die Ähnlichkeit zwischen Slogans und Schlagwörtern hin:

Beide Arten sprachlicher Einheiten sollten stets ein jeweils relevantes Wissen und zugleich ein jeweils ganz bestimmtes Wollen einerseits ausdrücken, andererseits evozieren, beides möglichst ökonomisch. (Hermanns, S. 460)

Solgans bilden nicht allerdings vollständige Sätze, weil sie sehr oft elliptisch sind:

Besonders ausschlaggebend für die Einprägsamkeit des Slogans ist [...] die durch eine einfache Syntax erzeugte Kürze und Klarheit. Aus diesem Grunde werden gerne grammatisch unvollständige Sätze, Ellipsen verwendet. (Janos 2015, S. 40)

Damit der Satz seine Aufmerksamkeit im politischen Sprachgebrauch findet, wird neben der inhaltlich-thematischen Attraktivität syntaktische Einfachheiten verwendet. Man beschränkt sich hier auf zwei oder drei Konstituenten und vermeidet mehrgliedrige Verbkomplexe. Typisch auch ist die Verwendung von rhetorischen Stilmitteln. Sie sind nämlich:

- Metapher [z. B. Wir schaffen das moderne Deutschland],
- Ellipse [z. B. Oben bleiben!],
- Metonmie [z. B. Berlin verstehen],
- Parallelismus [z. B. Ja zu Joschka - Ja zu Grün],
- Kontrast [z. B. Freiheit statt Sozialismus],
- Exclamatio [z. B. Oben bleiben!],
- Absichtsvoller Regelverstoß [z. B. Das wir entscheidet],
- Reim [z. B. Privat vor Staat] (vgl. Klein 2014, S. 119).

Charakteristisch für die politische Sprache ist zudem auch die besondere Verwendung von den Phraseologismen, Sprichwörtern und wörtlichen Zitaten bzw. “salienter politischer Satz” (ebd. S. 120), mit denen die Adressaten stark beeindruckt wird, um deren Zustimmung persuasiv zu ringen.

1.2.4. Der Text im politischen Sprachgebrauch

Wörter konstituieren den Text, indem ihre spezifische Bedeutung sich andererseits erst im Textzusammenhang konstituiert (vgl. Girnth 2015, S. 83). Deshalb ist die Beschäftigung mit der politischen Sprache auf Textebene in der politolinguistischen Forschung unerlässlich: „Der Text ist die primäre sprachliche Handlungseinheit, in der sich Sprachverwendung in der Politik vollzieht“ (ebd.). Da sich ein Großteil der politischen Sprachverwendung in Form von Texten vollzieht, ist es notwendig, den Textbegriff im Allgemeinen zu verstehen, wenn man politische Sprachverwendung bzw. politische Fachkommunikation betrachen will. Daher soll in diesem Zusammenhang erst auf den Text als linguistischen Gegenstand bzw. die Linguistik vom Text eingegangen werden, denn die Textlinguistik fokussiert auf satzübergreifende sprachliche Strukturen bzw. Texte.

Der Textbegriff kann aus verschiedenen Gesichtspunkten definiert werden. Trotz der zahlreichen Textdefinitionen ist man sich über eine einheitliche Textdefinition nicht einig (vgl. Brinker/Cölfen/Pappert 2018, S. 13). Als Grundlage der Textualität betrachtet Brinker (2018) neben den grammatischen und den thematischen Kohärenzbedingungen die kommunikative Textfunktion, die eng aufeinander zu beziehen sind (vgl. ebd., S. 19). Er schlägt folgende integrative Definition des Begriffs Text vor :

Der Terminus Text bezeichnet eine von einem Emittenten hervorgebrachte begrenzte Folge von sprachlichen Zeichen, die in sich kohärent ist und die als Ganzes eine erkennbare kommunikative Funktion signalisiert. (ebd., S. 17)

In diesem Zusammenhang ist es auch notwendig, die Funktionsweise von Texten zu verstehen, wenn man den politischen Sprachgebrauch untersuchen will. „Texte haben immer eine kommunikative Funktion. […] Emittenten verbinden mit ihren Äußerungen immer eine bestimmte Kommunikationsabsicht“ (Niehr 2014, S. 101).

So wie auf der Wortebene die Frage auftritt, ob es einen besonderen politischen Wortschatz gibt, so tritt auf der Textebene die Frage auf, ob es eigentlich spezielle politische Textsorten gibt und wie sie zu charakterisieren sind (vgl. ebd., S. 99).

Die politische Sprache umfasst sehr viele schriftliche und mündliche Texte, die durch Medien realisiert werden. Um die Dynamik der politischen Kommunikation darzustellen, ist die Klassifikation der politischen Textsorten sehr wichtig, deshalb sollen im Folgenden die Textsorten im politischen Sprachgebrauch näher behandelt werden.

1.2.4.1. Politikspezifische Textsorten

Zweifelsohne macht neben den grammatischen und thematischen Kohärenzbedingungen die Textfunktion einen Text zu einem Text. In der Textlinguistik werden diese allgemeinen Bedingungen unter dem Begriff der Textualität bzw. Textualitätsmerkmale zusammengefasst. Nun wird ein konkreter Text aber nicht nur als Realsierung eben genannter Bedingungen angesehen; vielmehr erscheint jeder Text auch als Repräsentant einer bestimmten Textsorte (vgl. Brinker 2018 u. a., S.133).

Beier (2011) teilt die Auffassung von Heinemann/Viehweger (1991), indem er betont, dass mehrere Definitionen des Begriffs Textsorte existieren, dennoch läge keine einheitliche Definition vor (Beier, S. 15).

Drei Definitionen sollen im Folgenden näher betrachtet werden. Angelika Linke (2004) sieht die Textsorte als: „Gruppen von Texten, die sich durch bestimmte Bündel von Merkmalen auszeichnen“ (Linke u. a., S. 228). Ulla Fix (2008) charakterisiert den Begriff “Textsorte” folgendermaßen: „Unter einer Textsorte ist […] eine Klasse von Texten zu verstehen, die einem gemeinsamen Textmuster folgen“ (Fix, S. 26). Als Textmuster ist hier laut Fix „eine Anweisung mit prototypischen Elementen und Freiräumen“ (ebd.) zu verstehen.

Brinker (2018) definiert Textsorten folgendermaßen:

Textsorten sollen zunächst ganz allgemein als konkrete Realisationsformen komplexer Muster sprachlicher Kommunikation verstanden werden, die innerhalb einer Sprachgemeinschaft im Laufe der historisch-gesellschaftlichen Entwicklung aufgrund kommunikativer Bedürfnisse entstanden sind. Textsorten sind demzufolge kulturell geprägt d. h. sie beruhen auf (einzel-) kulturellen Übereinkünftigen innerhalb von Kommunikationsgemeinschaft, die für ein geordnetes Miteinanderhandeln Routinen entwickelt haben, die sich zur Bewältigung kommunikativer Aufgaben verwenden. (Brinker u. a., S. 133)

Diese Definition rückt die kommunikative Funktion von Textsorten in den Mittelpunkt. Brinker führt weiter aus, dass es auch in der linguistischen Textsortentheorie zwei Hauptforschungsrichtungen zu unterscheiden sind:

(a) den sprachsystematisch ausgerichteten Forschungsansatz, der aufgrund struktureller, d. h. grammatischer Merkmale [...] eine Beschreibung und Abgrenzung von Textsorten versucht,
(b) den kommunikationsorientierten Forschungsansatz, der von situativen und kommunikativ-funktionalen Aspekten aus die Textsortenproblematik zu lösen beabsichtigt. (ebd., S. 138)

Textsorten sind also ein Muster für komplexe sprachliche Handlungen, die sich als typische Verbindungen von situativen, kommunikativ-funktionalen und grammatischen und thematischen Merkmalen beschrieben werden. Vor diesem Hintergrund wird die Textfunktion als Basiskriterium zur Differenzierung von Textsorten. Brinker führt dabei die folgenden fünf Textklassen an:

- Informationstexte (z.B. Bericht, Nachricht...)
- Kontakttexte (z.B. Ansichtskarte, Danksagung...)
- Obligationstexte (z. B. Vertrag, Gelöbnis ...)
- Appelltexte (z. B. Kommentar, politische Rede ...)
- Deklarationstexte (z.B. Testament, Ernennungsurkunde ...) (vgl. ebd., S. 140).

Dazu kommen laut Brinker noch zwei Kriteriengruppen, die eng mit dem Basiskriterium verbunden sind. Es handelt sich hier um kontextuelle (bzw. situative) und strukturelle, insbesondere thematische Merkmale. Texte sind immer in konkrete Kommunikationssituationen eingebettet. Mit der Kommunikationssituation ist die Kommunikationsform (z.B. Face-to-face-Kommunikation, Telefon, Rundfunk, Fernsehen und Schrift) und der Handlungsbereich (z.B. privater Bereich, offizieller Bereich und öffentlicher Bereich) gemeint. Diese situativen Faktoren beeinflussen grundsätzlich die Ausprägung der Textstruktur, besonderes die Art des Textthemas und die Form der thematischen Entfaltung (vgl. ebd., S. 140ff.).

Politische Reden können also in Form einer face-to-face Kommunikation, durch die Medien der Massenkommunikation oder schriftlich und im privaten, offiziellen oder öffentlichen Bereich realisiert werden. Außerdem können sie mehr als eine Funktion innehaben:

Um Textsorten in der Politik zu charakterisieren, reicht die Bezugnahme auf die Ebene der Handlungsfelder oder der Sprachfunktionen allerdings nicht aus. Es müssen weitere Typologisierungsebenen herangezogen werden, die erst in ihrer Gesamtheit das Textmusterwissen einer Sprachgemeinschaft repräsentieren. (Girnth 2015, S. 83)

Vor diesem Hintergrund lassen sich hierbei die politischen Textsorten aus politolinguistischer Sicht klassifizieren. Klein führt drei Kriterien zur Einteilung politischer Textsorten, nämlich Emittent, Adressat und kommunikative Funktion. Die Kategorie Emittent stellt neben der kommunikativen Grundfunktion das Hauptkriterium dar. Die Kategorie Adressat wird hingegen als sekundäres Einteilungskriterium genutzt, denn eine einzige Textsorte kann entsprechend der Unterschiedlichkeit der Adressaten unterschiedliche kommunikative Funktionen erfüllen (vgl. Klein 2014, S.156).

Für Klein ist die Kategorie Emittent das primäre Einteilungskriterium der Textsorten. Er stützt dies mit folgender Vorstellung:

Die Funktionen und Rollen, denen dieses System zuweist, manifestieren sich in hohem Maße in der ausschließenden oder dominanten Zuständigkeit als Emittent bestimmter TS [bzw. Textsorte]. Die Träger solcher Systemfunktionen und damit Emittenten von Klassen politisch relevanter TS sind:

- Parlamente und parlamentähnliche Versammlung (z.B. Verfassungsversammlung),
- Regierung,
- Parteien,
- Politiker/innen als Personen und Personale Repräsentanten,
- externe Emittenten politisch relevanter TS (Verfassungsgerichte, Verbände/Bürger (Gruppen), Experten, Presse). (ebd., S. 155)

Die oben genannten pragmatischen Klassifikationskriterien reichen für eine genaue linguistische Beschreibung nicht aus. Neben den drei pragmatischen Klassifikationskriterien Emittent, Adressat und kommunikative Funktion gibt es auch laut Klein semantische Kategorien wie Thema und Lexik, grammatische Kategorien wie Syntax, Verbkategorien und Personenbezug durch Personalformen und rhetorische Kategorien wie Bauform,Themenentfaltung und rhetorische Figuren (vgl. Klein 2014, S.156f und vgl. Schröter 2006, S. 27f).

Mit Hilfe dieser Kategorien beschreibt Klein 74 Textsorten von der Abgeordnetenfrage bis zum Zwischenruf. In diesem Zusammenhang teilt Girnth (2015) in Anlehnung an Klein 2000 (Übersicht nach Klein 2000 u. 2014) die einzelnen Textsortenklassen (TSK) und die ihnen zukommenden politischen Textsorten (TS) folgendermaßen auf:

— TSK 1(Emittent: Parlament)

TSK 1.1 primär außenadressiert:

Verfassung (TS 1), Gesetz (TS 2), Entschließung (TS 3)

TSK 1.2 binnenadressiert:

Geschäftsordnung (TS 4), Ausschussbericht (TS 5)

— TSK 2 (Emittent: Parlament)

TSK 2.1 außenpolitisch:

Enquéte (TS 6), Staatsvertrag/intenationaler Vertag (TS 7), Note (TS 8),

Kriegserklärung (TS 9)

TSK 2.2 parlamentadressiert:

Gesetzentwurf (TS 10), Regierungsbericht (TS 11), Antwort auf parlamentarische

Anfrage (TS 12)

TSK 2.3 verwaltungsadressiert:

Rechtsverordnung (TS 13), Verwaltungsverordnung (TS 14)

— TSK 3 (Emittent: Parteien/Fraktionen)

TSK 3.1 außengerichtet

TSK 3.1.1 wählergerichtet:

Wahlslogans (TS 15), Wahlspot (TS 16), Wahlprogramm (TS 17), Wahlanzeige

(TS 18), Wahlbroschüre (TS 19), Wahlplakat (TS 20), Aufschrift (TS 21),

Leistungsbilanz (TS 22), Negativbilanz (TS 23), Pamphlet (T5 24)

TSK 3.1.2 parteiengerichtet

Koalitionsvertrag (TS 25), Aufkündigungserklärung einer Koalition (TS 26)

TSK 3.2 parteiintern gerichtet

Parteipragmmm (Grundsatzprogmmm) (TS 27), Rechenschaftsbericht (TS 28),

Antrag an den Parteitag (TS 29), Parteitagsbeschluss (TS 30), Parteisatzung/

Parteistatut (TS 31)

TSK 3.3 fraktionsemittierte Texte

Große Anfrage (TS 32), Kleine Anfrage (TS 33)

— TSK 4 (Emittent: Politikerinnen und Politiker)

TSK 4.1 schriftlich

Mandatsannahmeerklärung (TS 34), Rücktrittserklärung (TS 35),

Abgeordnetenfrage (TS 36), Ministerbefehl (TS 37), Ernennung (TS 38),

Entlassung (TS 39), Ordensverleihung(TS 40), Begnadigung (TS 41)

TSK 4.2 mündlich/mündlich vorgetragen

TSK 4.2.1 formelle Sprechakte

Sitzungseröffnung (TS 42), Sitzungsunterbrechung (TS 43), Sitzungsbeendigung

(TS 44), Redneraufruf (TS45), Entzug des Rederechts (TS 46), Ordnungsaufruf

(TS47), Sachruf (TS 48), Abgeordnetenfrage (T5 49), Zwischenfrage (TS 50),

Zwischenruf(TS 51), Amtseid (TS 52)

TSK 4.2.2 politische Reden

TSK 4.2.2.1 dissensorientiert

Partei-/Fraktionsdebattenrede (TS 53a), Parlamentarische Debattenrede (TS 53b),

Regierungserklärung (TS 54), Parteitagsrede (TS 55), Antragsbegründung (T5

56), Diskussionsbeitrag (TS 57), Wahlrede (T5 58)

TSK 4.2.2.2 konsensorientiert

Gedenkrede (TS 59), Fernsehansprache (TS 60)

TSK 4.2.2.3 dissens/konsensorientiert

Eröffnungsrede (TS 61), Bundespräsidentenrede (TS 62)

- TSK 5 (Eminent: Bürgerinnen und Bürger, Presse, Verbände)

Protestresolution (TS 63), Protestparole (TS 64), Memorandum (TS 65),

Stellungsnahmen von Interessengruppen (TS 66), Volksbegehren (TS 67),

Volksantrag (TS 68), Volksinitiative (TS 70), Pressekommentar (TS 72),

Verfassungsgerichtsurteil (TS 72), Expertengutachten (T5 73). (Girnth, S. 85f)

Die politische Rede ist also von PolitikerInnen emittierte mündliche Textsorte. Die Frage nach diesem Emittenten ist für diese Untersuchung einfach zu beantworten, denn es handelt sich hier um den ehemaligen österreichischen Bundeskanzler und SPÖ-Obmann Christian Kern. Da sich die vorliegende Untersuchung der Analyse politischer Reden widmet, ist die Bestimmung der Merkmale und Funktionen der politischen Rede als Textsorte für sie wichtig, was im Folgenden Kapitel näher dargestellt werden sollte.

1.2.4.1.1. Politische Rede: eine Textsortenbeschreibung

1.2.4.1.1.1. Was ist politische Rede?

Die Rede dient im allgemeinen als Oberbegriff für monologische Formen des Sprechens aus verschiedenen Anlässen. Bußmann (2008) definiert die Rede als „Vorgang und Ergebnis mündlicher oder schriftlicher Sprachproduktion“ (Bußmann, S. 572).

Kalivoda (2006) versteht unter dem Terminus politische Rede eine klassische Redegattung und bereichspezifischer Kommunikationsprozess. Sie gilt als das wichtigste Produktionsmittel des öffentlichen Bewußtseins und das größte Machtmittel im politischen Leben. Für die Repräsentanten des Volkes ist die politische Rede das zentrale Mittel zur Durchführung staatlich-administrativer Aufgaben (vgl. Kalivoda, S. 1f).

Politische Reden sind in der Regel sorgfältige mündliche Mitteilungen. Allerdings gibt es teilweise von politischen Reden auch schriftliche Fassungen, z.B. Druckfassung oder Manuskript. Meistens sind diese inhaltlich und sprachlich nochmals überarbeitet. Sie richten sich öffentlich an das Publikum und anhand derer der Redner eigene politische Vorstellungen und Ideen vorträgt.

In der Rede handelt es sich nicht nur um Mitteilungen von Nachrichten, die der Redner an den Hörer abschickt, sondern um viel mehr. Sie übermittelt Inhalte, offenbart etwas von der Persönlichkeit des Redners und enthält einen Handlungsappell (vgl. Grieswelle 2000, S. 54).

Ähnlichen Kriterien unterliegen die Teile einer politischen Rede, die wesentlich von der antiken Rhetorik geprägt wurde: der Redeanfang bzw. Einleitung (exordium), die Erzählung, (narratio), die Beweisführung (argumentatio) und der Redeschluss (peroratio):

Der Redeanfang (exordium) bereitet den Geist des Adressaten auf die restliche Rede vor und macht auch auf den eigenen Standpunkt aufmerksam. Die Erzählung (narratio) folgend repräsentiert die Quelle der Rede (bzw. Schilderung des Sachverhalts oder Darlegung des strittigen Falles) und kann zum Nutzen der eigenen politischen Gruppe allerdings mit Auslassungen und Modellierungen gebraucht werden. Daran schließt sich die Beweisführung (argumentatio) an, die als der wichtigste Teil der Rede gilt. Mit der Hilfe von den angeführten Beweisen und Beispielen wird der Hörer allemal überzeugt. Der Redeschluss (peroratio /Conclusio) soll einerseits die Tatsachen und Standpunkte der Rede zusammenfassen, um sie dem Gedächtnis des Hörers beizubringen und andererseits soll er den Hörer abschließend mit betreffenden Sentenzen für den vertretenen Standpunkt durch Gefühlswirkungen zu gewinnen (vgl. Ueding/Steinbrink 2011, S. 259-275).

Nach Geißner (1978) soll im Allgemeinen der Aufbau der Rede logisch und psychologisch, überschaubar und auf Steigerung bedacht sein muss. Diese Kriterien kann man für jede Rede fordern (vgl. Geißner, S. 34).

1.2.4.1.1.2. Funktionen und Merkmale der politischen Rede

Politische Reden sind in der Regel von einem Emittenten an die Adressaten sorgfältige mündliche Mitteillungen, die mehrere Funktionen haben. In Anlehnung an Kalivoda (2006) hat die politische Rede folgende Funktionen:

1. eine appellative Funktion, die den aktionalen Charakter politischer Rede zeigt. Damit ist eine Aufforderung gemeint, die der Äußerung ausgedrückt wird.
2. eine informative Funktion, in der der Redner über etwas informieren möchte. Dabei wird der informativ-sachliche Stil bevorzugt. In allen Politikeräußerungen schließen sich drei Darstellungsweisen zusammen:
1. Die Sachdarstellung, die der parteilichen Analyse von Problemen und Lösungsmöglichkeiten gewidmet ist,
2. Die Selbstdarstellung, die der Image-Pflege dient, der Werbung um parteiliche Weltbilder und
3. Die Gegnerdarstellung, in der mit der Behauptung von der politischen Inkompetenz und der negativen Auslegung von Ideologemen gearbeitet wird. (Kalivoda 2006, S. 13)
3. eine appraisive Funktion, in der der Redner die personal, sachlich und ideologisch gerichtete Wertung zum Ausdruck kommt.
4. eine legitimatorische Funktion, in der der Redner sein politisches Begehren begründet und argumentiert (vgl. ebd., S. 11f ).

[...]

Ende der Leseprobe aus 168 Seiten

Details

Titel
Argumentation in politischen Reden. Textlinguistische Untersuchung ausgewählter Reden Christian Kerns
Hochschule
Minufiya University  (Abteilung für deutsche Sprache und Literatur der Philosophischen Fakultät)
Note
1
Autor
Jahr
2021
Seiten
168
Katalognummer
V1026846
ISBN (eBook)
9783346427328
ISBN (Buch)
9783346427335
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Argumentation, Argumentative Themenentfaltung, Textanalyse, Politische Rede, Argumentieren im DaF-Unterricht, Toulmin-Schema
Arbeit zitieren
Mahmoud Abou-Yousef (Autor), 2021, Argumentation in politischen Reden. Textlinguistische Untersuchung ausgewählter Reden Christian Kerns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1026846

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