Thema dieser Arbeit ist der Einfluss von Spillovers auf das kommunale Leistungsangebot. Im Rahmen der Arbeit werden Spillovereffekte zunächst definiert, bevor der Austausch von externen Effekten zwischen Gemeinden inklusive der Unterversorgungs-, der Überversorgungs- und der Ausbeutungshypothese behandelt wird. Die Bestimmungsgründe des kommunalen Leistungsangebots werden ebenfalls nicht außer Acht gelassen.
Inhaltsverzeichnis
A. ZUR PROBLEMSTELLUNG UND KLASSIFIKATION DER SPILLOVEREFFEKTE
B. ZUM AUSTAUSCH VON EXTERNEN EFFEKTEN ZWISCHEN GEMEINDEN
I. Die Erfassung der Spillovereffekte
II. Die Wirkungen der Spillovereffekte auf das Leistungsangebot
1. Die Unterversorgungshypothese
2. Die Überversorgungshypothese
3. Die Ausbeutungshypothese
III. Die wirtschaftspolitischen Konsequenzen der Spillovereffekte
C. BESTIMMUNGSGRÜNDE DES KOMMUNALEN LEISTUNGSANGEBOTS
D. SCHLUSSBILANZ
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die raumwirksamen Folgen ungeklärter interkommunaler Finanzbeziehungen. Das Hauptziel besteht darin, die Effekte, die bei der Bereitstellung öffentlicher Leistungen durch eine Gemeinde auf andere Gemeinden ausstrahlen, theoretisch zu klassifizieren und ihre Auswirkungen auf das kommunale Leistungsangebot zu analysieren.
- Klassifikation räumlicher und intertemporaler Spillovereffekte
- Empirische Ansätze zur Erfassung von "Spillouts" und "Spillins"
- Analyse der Unter-, Über- und Ausbeutungshypothese im Kontext kommunaler Investitionen
- Wirtschaftspolitische Implikationen für die Ressourcenallokation
- Untersuchung der Bestimmungsgründe für das kommunale Leistungsangebot in verschiedenen Gemeindetypen
Auszug aus dem Buch
ZUR PROBLEMSTELLUNG UND KLASSIFIKATION DER SPILLOVEREFFEKTE
Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sind die räumlichen Wirkungen nicht geregelter interkommunaler Finanzbeziehungen. Zwischen verschiedenen Gemeinden können externe Effekte wirksam sein, d.h. an der in einer Gemeinde produzierten öffentlichen Leistung partizipieren nicht nur die Bürger dieser Gemeinde, sondern auch Bürger anderer Gemeinden. In der Literatur werden diese externen Effekte kommunaler Finanzwirtschaften häufig als "spillovers" bezeichnet.
Neben den "räumlichen" Spillovereffekten unterscheidet man die durch Zeitstrukturen modifizierten "intertemporalen" Spillovereffekte mit folgenden Unterformen: "die sich aus der Periodisierung der Entscheidungsprozesse ergebenden Folgen und die sich aus der Ausführung von Beschlüssen ergebenden abgeleiteten Wirkungen." FRÖLING differenziert schließlich zwischen den wanderungsbedingten "dynamischen" Spillovereffekten und den "statischen" Spillovereffekten, bei denen die Wirtschaftsobjekte und Unternehmen ihren Sitz interkommunal nicht verlegen.
Den "spillovers" wird "eine spezifische Rückwirkung auf die politischen Entschlüsse zugesprochen. Die einen vermuten, daß diese Effekte eine Tendenz zu einer Art Unterversorgung nach sich ziehen. Andere rechnen umgekehrt mit einer Tendenz zur Überversorgung. Allgemein wird eine Wirkung zugestanden; ihre Art und Weise ist jedoch umstritten".
Zusammenfassung der Kapitel
A. ZUR PROBLEMSTELLUNG UND KLASSIFIKATION DER SPILLOVEREFFEKTE: Einführung in die Thematik der räumlichen Wirkungen interkommunaler Finanzbeziehungen und Definition der grundlegenden Begriffe.
B. ZUM AUSTAUSCH VON EXTERNEN EFFEKTEN ZWISCHEN GEMEINDEN: Analyse der Erfassungsmethoden für Spillovereffekte sowie Untersuchung der theoretischen Hypothesen zu deren Auswirkungen auf das Leistungsangebot.
C. BESTIMMUNGSGRÜNDE DES KOMMUNALEN LEISTUNGSANGEBOTS: Erörterung, wie die Position einer Gemeinde innerhalb der Hierarchie der zentralen Orte das Leistungsangebot und die Intensität von Spillovereffekten beeinflusst.
D. SCHLUSSBILANZ: Zusammenfassende Einschätzung zur Komplexität der Problematik und der Notwendigkeit, operationalisierte Aussagen durch konkrete Fallbeispiele zu stützen.
Schlüsselwörter
Spillovereffekte, interkommunale Finanzbeziehungen, externe Effekte, öffentliche Leistungen, Unterversorgungshypothese, Überversorgungshypothese, Ausbeutungshypothese, kommunale Investitionen, Ressourcenallokation, zentrale Orte, Leistungsangebot, Finanzwirtschaft, regionale Inzidenz, Spillovers, Spillins.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die finanziellen und sozialen Auswirkungen, die entstehen, wenn öffentliche Leistungen einer Gemeinde auch Bürgern oder Unternehmen aus anderen Gemeinden zugutekommen, ohne dass ein direkter Ausgleich stattfindet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Theorie der Spillovereffekte, die Modellierung von Nutzen- und Kosteneffekten zwischen Kernstädten und dem Umland sowie die wirtschaftspolitische Steuerung dieser Prozesse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die theoretische Grundlage für das Verständnis zu schaffen, wie interkommunale Finanzströme das kommunale Leistungsangebot beeinflussen und welche hypothetischen Wirkungen (Unter- oder Überversorgung) daraus resultieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse der Literatur und ökonomischer Hypothesen durchgeführt, ergänzt durch die systematische Klassifikation von Spillover-Mechanismen und die Darstellung mittels Schemata.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erfassung von Spillovereffekten, die Analyse verschiedener Hypothesen (Unter-, Über- und Ausbeutungshypothese) sowie die Diskussion wirtschaftspolitischer Konsequenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Spillovereffekte, externe Effekte, interkommunale Finanzbeziehungen, öffentliche Güter und kommunales Leistungsangebot.
Wie unterscheiden sich die Unterversorgungs- und die Überversorgungshypothese?
Die Unterversorgungshypothese geht davon aus, dass Gemeinden Investitionen reduzieren, wenn der Nutzen teilweise abfließt (Spillouts). Die Überversorgungshypothese argumentiert hingegen, dass Gemeinden durch Investitionen gezielt Standortvorteile oder private Investoren anlocken wollen, was zu einer Überkapazität führen kann.
Welche Rolle spielen "zentrale Orte" für das Leistungsangebot?
Die Position einer Gemeinde in der Hierarchie der zentralen Orte bestimmt maßgeblich, ob sie eher als Exporteur von Leistungen (Spillouts) oder als Empfänger (Spillins) auftritt.
- Arbeit zitieren
- Detlev Straube (Autor:in), 1980, Zum Einfluss von Spillovers auf das kommunale Leistungsangebot, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1026990