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Zur Funktion der Fotografie in W.G. Sebalds Roman "Austerlitz"

"Diese Bilder bekomme ich nicht mehr aus dem Kopf"

Título: Zur Funktion der Fotografie in W.G. Sebalds Roman "Austerlitz"

Trabajo Escrito , 2013 , 21 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Christian Appel (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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W. G. Sebald lässt sich als einer der erfolgreichsten und bedeutendsten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts bezeichnen. Doch wozu verwendet Sebald das Motiv der Fotographie innerhalb seines Romans "Austerlitz"? Fungieren die Fotographien lediglich als Illustration oder spielen sie auf verschiedene, vom Autor intendierte Themen an, die er in seinem Roman verarbeiten wollte? Dieser zentralen Fragestellung soll im Verlauf der Arbeit nachgegangen werden.

Im Gegensatz dazu blieb die deutsche Version von „Austerlitz“ hinter den Erwartungen der Literaturwissenschaft zurück. Gegenüber den bis dato publizierten Werken von Sebald wurde dessen letzter Roman als ein Rückschritt betrachtet, der auf altbekannte sebaldsche Erzählmotive zurückgreift und quasi als "opus magnum" des Schriftstellers betrachtet werden kann. Als Kern des letzten literarischen Werkes des Autors sieht die Literaturwissenschaft die Behandlung zentraler, existenzphilosophischer Themen wie „Vergänglichkeit, Versäumnis oder Zerfall“, die innerhalb des Romans in der Form unterschiedlichster Motive erarbeitet werden. Ein zentrales Motiv und zugleich ein Aspekt, der innerhalb der Forschung am stärksten diskutiert wurde, findet sich in der Nutzung einer Reihe von verschiedensten Fotographien, die Sebald in seinen Roman integriert. Etwa 80 Abbildungen begegnen dem Leser im Verlaufe des Buches, teilweise füllen sie sogar ganze Doppelseiten. Alle Abbildungen sind in Schwarz und Weiß gehalten und zeichnen sich bei genauerer Betrachtung durch einen gewissen Grad an Unschärfe aus.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Motiv der Fotographie in W.G. Sebalds „Austerlitz“

2.1 Die Fotographie als Werkzeug der Narration

2.1.1 Die Fotographie bei „Austerlitz“ als Beleg der authentischen Narration

2.1.2 Die Fotographie bei „Austerlitz“ im Rahmen des „dokumentarischen Lyrismus“

2.2 Die Fotographie als Medium der Erinnerung

2.2.1 „So ist es gewesen“ – Fotographie als Abbild der Wahrheit?

2.2.2 „Erinnerungslücken schließen“ – Fotographie als Initiator von Erinnerungsprozessen?

2.3 Fotographie gegen die Entbildlichung

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die vielschichtige Funktion der zahlreichen in den Roman "Austerlitz" von W.G. Sebald integrierten Fotographien. Dabei wird analysiert, inwieweit diese Bilder als Werkzeuge der Narration fungieren, als Medium der Erinnerung dienen und eine kritische Auseinandersetzung mit der "Entbildlichung" von Opfern des Nationalsozialismus ermöglichen.

  • Die Fotographie als konstitutives Element der narrativen Konstruktion bei Sebald
  • Das Verhältnis von Bild, Text und der Anspruch auf Authentizität
  • Die Fotographie als potenzieller Auslöser von Erinnerungsprozessen
  • Die Rolle der Bilder im Kontext der Erinnerung an den Holocaust
  • Das Scheitern von Identitätsfindung und Rekonstruktion durch visuelle Medien

Auszug aus dem Buch

Die Fotographie bei „Austerlitz“ als Beleg der authentischen Narration

In Bezug auf die in „Austerlitz“ aufzufindenden Fotographien lassen sich zunächst drei Leitfragen aufstellen, anhand derer ermittelt werden könnte, welche Beziehung zwischen dem Inhalt des Erzähltextes und dem jeweils zugehörigen Bild besteht. Welche generellen Aussagen lassen sich über die Form der Fotos machen? Welchen Effekt erzielen die Fotos beim Leser des Textes? Welche Funktion erfüllen die Fotos in Bezug auf die Handlung des Textes? Diese drei Leitfragen sollen im folgenden Abschnitt zusammenhängend erarbeitet werden.

Zu Beginn soll nun untersucht werden, welche Form die Fotos in Sebalds „Austerlitz“ besitzen. Es lässt sich zunächst generell festhalten, dass innerhalb des Werkes eine „Willkür der Bildauswahl“ vorherrschend ist, denn „das Bildmaterial ist mit [dem Text] (…) nicht zwingend verschränkt“. Immer wieder begegnen dem Leser im Verlauf des Buches eine Reihe von Fotographien, die nahezu gänzlich dekontextualisiert sind. Das Wort „dekontextualisiert“ meint hier nicht, dass die Bilder keinen Bezug zu dem Erzähltext aufweisen. Vielmehr betont es, dass dem Leser des Textes, wie auch dem Betrachter der Fotographien, die wahre Herkunft, der Entstehungsprozess und der Zeitpunkt der Aufnahme der Bilder in allen Fällen gänzlich unbekannt bleiben. Die Fotographien besitzen – wie im Übrigen jede Form von Abbild – zudem nur einen Ausschnittscharakter. Was jenseits des Rahmens zu sehen ist, kann vom Betrachter lediglich über die Fiktion konstruiert werden. Diese fiktionalen „Leerstellen“ füllt der Roman durch die Handlung, in dessen Rahmen das jeweilige Bild eingebettet ist, aus. Die Fotographien fungieren demnach nicht im Sinne eines Nachweises einer empirischen Wirklichkeit, sondern sie kombinieren „die Suggestionskraft des sprachlichen mit der des visuellen Mediums“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von W.G. Sebalds Roman „Austerlitz“ ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Funktion der verwendeten Fotographien.

2 Das Motiv der Fotographie in W.G. Sebalds „Austerlitz“: Dieses Hauptkapitel analysiert die Rolle der Fotographie als narratives Werkzeug, als Erinnerungsmedium sowie als Mittel gegen die Entbildlichung nationalsozialistischer Opfer.

3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Roman das Scheitern des Versuchs darstellt, durch Fotographien eine authentische Rekonstruktion von Vergangenheit oder Identität zu erreichen.

Schlüsselwörter

W.G. Sebald, Austerlitz, Fotographie, Narration, Erinnerung, Entbildlichung, Dokumentarischer Lyrismus, Holocaust, Identität, Bild-Text-Beziehung, Authentizität, Fiktion, Rekonstruktion, Geschichte, Bildwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die spezifische Funktion und Wirkung der zahlreichen, in den Roman "Austerlitz" von W.G. Sebald eingestreuten Fotographien und deren Zusammenspiel mit dem erzählten Text.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Fotographie und Narration, das Potenzial der Fotographie für Erinnerungsprozesse sowie die Rolle der Bilder bei der Auseinandersetzung mit nationalsozialistischen Verbrechen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu ergründen, ob die Fotos lediglich Illustrationen sind oder eine tiefergehende Funktion bei der Konstruktion von Geschichte und der Darstellung des Scheiterns von Identitätssuche haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Romananalyse und stützt sich dabei auf Theorien zum dokumentarischen Lyrismus und zur Semiotik von Bild-Text-Beziehungen, unter anderem nach Georges Didi-Hubermann.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird analysiert, wie Fotos als Werkzeuge der Narration eingesetzt werden, welchen Wahrheitsanspruch sie im Roman besitzen und wie sie im Kontext des Holocaust zur "Entbildlichung" oder deren Aufhebung beitragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie W.G. Sebald, Fotographie, Erinnerung, Entbildlichung, Authentizität und Holocaust-Diskurs charakterisieren.

Warum spielt der "dokumentarische Lyrismus" eine Rolle für die Analyse?

Dieser Begriff hilft zu verstehen, wie Sebald historische Realität und literarische Fiktion ineinander verschränkt, wobei die Fotographie ein "Vehikel von Gedächtnis" sein soll, das über die bloße Dokumentation hinausgeht.

Inwiefern scheitert Austerlitz laut der Arbeit bei seiner Suche?

Die Arbeit zeigt auf, dass Austerlitz’ Versuch, seine eigene Vergangenheit und die Identität seiner Mutter durch das Finden von Fotos zu rekonstruieren, fehlschlägt, da diese Bilder die Erinnerung nicht "in Gang setzen", sondern als konstruierte Medienelemente eher Distanz schaffen.

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Detalles

Título
Zur Funktion der Fotografie in W.G. Sebalds Roman "Austerlitz"
Subtítulo
"Diese Bilder bekomme ich nicht mehr aus dem Kopf"
Universidad
University of Hamburg
Calificación
1,3
Autor
Christian Appel (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
21
No. de catálogo
V1027099
ISBN (Ebook)
9783346430052
ISBN (Libro)
9783346430069
Idioma
Alemán
Etiqueta
Literaturwissenschaft W.G. Sebald Fotographie Natur Austerlitz Erzählen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christian Appel (Autor), 2013, Zur Funktion der Fotografie in W.G. Sebalds Roman "Austerlitz", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1027099
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