Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Ansätze der „earnings before“ - Kennzahlen EBT, EBIT und EBITDA zur erfolgswirtschaftlichen Analyse zu beschreiben und kritisch zu hinterfragen. Dies geschieht über eine allgemeine Einführung in diese Kennzahlen, gefolgt von einer Einzelbetrachtung von EBT, EBIT und EBITDA. Hierbei wird auf Vor- und Nachteile sowie die Anwendung in der Praxis eingegangen. Abschließend erfolgt ein Fazit unter kritischer Würdigung der Kennzahlen und einer individuellen Bewertung des Autors.
Durch den steigenden Grad der Globalisierung der Kapitalmärkte, der immer stärkeren Internationalisierung der Rechnungslegungssysteme sowie der verstärkten börsenwertorientierten Unternehmenskommunikation, hat sich die freiwillige Berichterstattung von Pro-Forma-Ergebnissen in den Geschäftsberichten von Unternehmen immer stärker etabliert. Die Seminararbeit gibt Einblicke in die Verwendung der Kennzahlen und hinterfragt diese kritisch.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ansätze der Kennzahlen EBT, EBIT und EBITDA
2.1 Allgemeine Eigenschaften der Kennzahlen
2.2 EBT
2.3 EBIT
2.4 EBITDA
3 Fazit
3.1 Kritische Würdigung
3.2 Individuelle Bewertung des Autors
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die als freiwillige Pro-Forma-Ergebnisse ausgewiesenen Kennzahlen EBT, EBIT und EBITDA einer erfolgswirtschaftlichen Analyse zu unterziehen und deren Nutzen sowie Risiken kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen und Definitionen der „earnings before“-Kennzahlen.
- Analyse der Vor- und Nachteile von EBT, EBIT und EBITDA in der Praxis.
- Kritische Betrachtung der fehlenden Standardisierung und Manipulationsmöglichkeiten.
- Einfluss der Kennzahlen auf die Unternehmenskommunikation und Investorenwahrnehmung.
- Bedeutung von Überleitungsrechnungen für die Transparenz der Ertragslage.
Auszug aus dem Buch
2.3 EBIT
Das EBIT (earnings before interest and taxes) kann mit Ergebnis vor Zinsen und Steuern übersetzt werden. Im Vergleich zu dem EBT wird das Jahresergebnis zusätzlich um die Zinsaufwendungen korrigiert.
Zusätzlich kann das EBIT, ähnlich wie das EBT, um das außerordentliche Ergebnis korrigiert werden (vgl. Steger 2017: 39). Es sollte zu Beginn festgehalten werden, dass in der Literatur keine einheitliche Berechnung der EBIT-Kennzahl existiert (vgl. Heiden 2006: 375 ff). Ein Vorteil der Kennzahl ist jedoch, dass durch das Aufaddieren der Zinsaufwendungen Finanzierungseffekte eliminiert werden und somit der Vergleich von Unternehmen mit unterschiedlichen Kapitalstrukturen besser möglich ist. Die Kennzahl bildet somit die operative Ertragskraft eines Unternehmens ab. Durch die dadurch resultierende Fokussierung auf den Unternehmenszweck, eignet sich die Kennzahl gut für Prognosen für zukünftige Erträge eines Unternehmens, sofern dieses in einem stabilen Unternehmensumfeld aktiv ist.
Das EBIT sowie das, im späteren Verlauf zu betrachtende, EBITDA werden deshalb auch oft als Kennzahlen zur Bewertung von Unternehmen herangezogen, beispielsweise im Rahmen des Multiplikatoren-Verfahrens (vgl. Schacht/Fackler 2009: 60 ff.). Das EBIT ist folgedessen besonders wichtig für Analysezwecke und in der Praxis sehr verbreitet (vgl. Coenenberg et al. 2016: 1053). Da die Berechnung der „earning before“ – Kennzahlen auf freiwilliger Basis und ohne gesetzliche Vorschriften erfolgt (vgl. Schacht/Fackler 2009: 60), haben sich in der Praxis im Laufe der Jahre eine Vielzahl von verschiedenen Berechnungsarten des EBIT entwickelt. Betrachtet man die Überleitungsrechnungen in einigen Geschäftsberichten wird schnell deutlich, dass das Jahresergebnis häufig nicht nur um die Steuern und Zinsaufwendungen bereinigt wird, sondern oftmals zusätzlich um außerordentliche, periodenfremde, aber auch nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge (vgl. Kriete et al. 2002: 1092). Deshalb wird in den Geschäftsberichten oftmals von einem bereinigtem oder modifizierten EBIT gesprochen (vgl. Hitz/Jenniges 2008: 237).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung freiwilliger Pro-Forma-Berichterstattung aufgrund der Globalisierung und skizziert die Problematik mangelnder Standardisierung.
2 Ansätze der Kennzahlen EBT, EBIT und EBITDA: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise der drei Kennzahlen, deren Berechnungslogik sowie deren spezifische Vor- und Nachteile im praktischen Einsatz.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, übt Kritik an der fehlenden Standardisierung und bietet eine abschließende Einschätzung des Autors zum Nutzen dieser Kennzahlen.
Schlüsselwörter
EBT, EBIT, EBITDA, Pro-Forma-Ergebnisse, Jahresabschlussanalyse, Ertragskraft, Unternehmenskommunikation, Finanzierungseffekte, Bilanzierungsmethoden, ErgebnisvorSteuern, ErgebnisvorZinsen, Abschreibungen, Transparenz, Kapitalmarkt, Erfolgsrechnung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die in der Unternehmensberichterstattung verbreiteten Pro-Forma-Kennzahlen EBT, EBIT und EBITDA hinsichtlich ihrer Aussagekraft und Anwendung.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretische Herleitung der Kennzahlen, deren Rolle im internationalen Vergleich und die kritische Würdigung ihrer Verwendung im Rahmen der Unternehmenskommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Ansätze dieser "earnings before"-Kennzahlen zu beschreiben und kritisch zu hinterfragen, um aufzuzeigen, wie sie zur erfolgswirtschaftlichen Analyse beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der Fachliteratur sowie eine beispielhafte Betrachtung von Geschäftsberichten namhafter Unternehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der allgemeinen Eigenschaften der Kennzahlen sowie eine detaillierte Einzelbetrachtung von EBT, EBIT und EBITDA mit Fokus auf deren Praxisanwendung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Ertragskraft, Ergebnisbereinigung, Bilanzanalyse, Pro-Forma-Berichterstattung und Ermessensspielräume des Managements.
Warum gibt es Kritik an den Kennzahlen EBT, EBIT und EBITDA?
Kritikpunkte sind die fehlende Standardisierung, die damit verbundene Gefahr der Schönrechnung von Ergebnissen und die mangelnde Vergleichbarkeit durch undurchsichtige Überleitungsrechnungen.
Welchen Einfluss haben diese Kennzahlen auf das Management?
Da die Kennzahlen freiwillig berichtet werden, können sie gezielt beeinflusst werden, um die Ertragslage positiver darzustellen und das Managementverhalten entsprechend zu steuern.
Welche Rolle spielt die Deutsche Telekom AG in diesem Dokument?
Die Deutsche Telekom AG dient als Praxisbeispiel, um zu verdeutlichen, wie Unternehmen bereinigte Kennzahlen und Modifikationen (wie "after leases") in ihren Geschäftsberichten ausweisen.
Wie bewertet der Autor die Situation abschließend?
Der Autor sieht die Kennzahlen als grundsätzlich sinnvolle Ergänzung für externe Betrachter, fordert jedoch regulative Maßnahmen zur Standardisierung, um die Transparenz langfristig zu erhöhen.
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- Anonym (Author), 2020, Erfolgswirtschaftliche Analyse anhand der Kennzahlen EBT, EBIT und EBITDA. Verwendung der Kennzahlen und Bewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1027188