Diese Arbeit stellt die Frage, inwieweit der Sachunterricht auf den allgegenwärtigen Konsum reagieren kann, mit dem Kinder konfrontiert werden. Können Möglichkeiten oder Handlungsoptionen aufgezeigt werden, wie die Kinder dem Konsumsog entgehen können, bzw. wie sie in einer entsprechend ausgerichteten Gesellschaft mit dem Konsumzwang umgehen können?
Die Arbeit geht dieser Frage in folgenden Schritten nach: Zunächst wird eine Einführung in die Thematik Konsum als Thema im Sachunterricht gegeben. Hier soll kurz vorgestellt werden, welchen Raum das Thema im Sachunterricht im Rahmen der Didaktik einnehmen sollte und welche Eigenschaften das Thema für den Sachunterricht und für die Bildung der Kinder bedeutsam machen. In einem zweiten Schritt soll dann ein konkretes Projektbeispiel vorgestellt werden, in dem das Thema Konsum unterrichtsspezifisch erarbeitet wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Thema Konsum im Sachunterricht
3 Fazit
4 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Themas Konsum im Sachunterricht der Grundschule. Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Kinder einen kritischen Umgang mit Konsumzwängen, Werbung und Markenbewusstsein erlernen können, um ihre eigene Identität unabhängig von Konsumvorgaben zu entwickeln.
- Bedeutung des Konsums für die Identitätsbildung von Kindern
- Didaktische Einordnung ökonomischer Inhalte im Sachunterricht
- Kritikfähigkeit gegenüber Werbung und Konsumismus
- Methodische Umsetzung durch handlungsorientierte Unterrichtsprojekte
Auszug aus dem Buch
2.2 Die praktische Perspektive – Ein Projektbeispiel
Im Bereich von Unterrichtsvorbereitungen gibt es sowohl im Internet als auch in der Literatur kaum Beispiele, wie eine Schule/ der Lehrer/ die Lehrerin das Thema „Konsum“ im Sachunterricht verarbeiten kann.
Ein Vorschlag, der hier kurz vorgestellt werden soll, findet sich in einem Unterrichtsprojekt, welches Heiko Gauert im Rahmen einer Veröffentlichung der Verbraucherzentrale erläutert: „Jugend, Werbung und Konsum – Ein Unterrichtsprojekt zur Werbung“. Gauert entwickelt hier ein „Projekt Werbekampagne“, indem die Schüler verschiedene Facetten der Werbung kennenlernen und deren Wirkung am eigenen Körper erfahren sollen. Das Projekt startet zunächst mit der Phase der Projektvorbereitung. Hier sollen die theoretischen Grundlagen für den späteren, praktischen Umgang mit der Werbung gelegt werden. Gauert zählt in seinem Artikel sechs Punkte auf, die der theoretischen Erarbeitung des Themas „Werbung“ zu Grunde gelegt werden und mit den Schülern erarbeitet werden sollen (vgl. Gauert 2005: S. 27). In einem zweiten Schritt beginnt dann die praktische Auseinandersetzung der Schüler mit dem Unterrichtsthema. Diese werden in der Phase des „Testverkaufs“ dazu angehalten aus ihnen zur Verfügung stehenden (evtl. auch vom Lehrer/ der Lehrerin bereitgestellten) Materialien verschiedene Waren bzw. Güter herzustellen. Daraufhin findet dann, ohne zuvor Werbung für die Produkte gemacht zu haben, ein Verkauf der Waren in einer schülerbelebten Zone (z.B. Schulhof) statt. Das Produkt, welches am schlechtesten verkauft wurde, soll in der dritten Phase nun auf Basis einer „Verbraucherbefragung“ (Gauert 2005: S. 28) speziell beworben werden. Die Schüler sollen hierbei ein Gefühl für marktspezifische Faktoren wie „Werbestrategien […] [und] Zielgruppen“ (Gauert 2005: S. 28) entwickeln. Ihre Erkenntnisse aus der vorausgegangenen Theorieeinheit und den Befragungen werden in der vierten Projektphase dann in Form von Werbeplakaten verarbeitet, die die Mitschüler als potentielle Käufer dazu anregen sollen, das beworbene Produkt in einer höheren Maß zu erwerben, als es bei dem Verkauf ohne Werbung der Fall war.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Allgegenwärtigkeit von Konsum im Leben von Kindern und leitet die Fragestellung ab, wie der Sachunterricht zur Entwicklung einer kritischen Konsumkompetenz beitragen kann.
2 Das Thema Konsum im Sachunterricht: Dieses Kapitel erläutert die didaktische Verankerung des Konsumthemas und stellt ein handlungsorientiertes Unterrichtsprojekt als Praxisbeispiel zur kritischen Auseinandersetzung mit Werbung vor.
3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Thema Konsum aufgrund seines Lebensweltbezugs essenziell ist und durch handlungsorientierte Methoden effektiv in den Unterricht integriert werden kann.
4 Literaturverzeichnis: Das Kapitel listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Internetressourcen auf, die der Arbeit zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Konsum, Sachunterricht, Didaktik, Markenbewusstsein, Werbung, Identitätsbildung, Konsumismus, Handlungsorientierung, Projektunterricht, Verbraucherbildung, Konsumzwang, Grundschule, ökonomische Kompetenz, Lebensweltbezug, Werbestrategien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem hohen Stellenwert des Konsums im Alltag von Grundschulkindern und analysiert, wie pädagogische Ansätze im Sachunterricht helfen können, einen reflektierten Umgang mit diesem Thema zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Rolle des Konsums für die kindliche Identitätsbildung, die didaktische Relevanz ökonomischer Inhalte und die praktische Umsetzung durch werbekritische Schulprojekte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, zu untersuchen, wie Kinder dem sogenannten „Konsumsog“ entgegentreten können und wie Lehrer das Thema methodisch gewinnbringend in den Unterricht integrieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fachdidaktische Literaturanalyse und die Darstellung eines erprobten Unterrichtsmodells zur praktischen Erarbeitung von Werbewirkung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird zunächst die didaktische Perspektive (Lebensweltbezug) beleuchtet, gefolgt von einer konkreten Projektbeschreibung, bei der Schüler durch einen Testverkauf und nachfolgende Werbekampagnen die Mechanismen des Marktes selbst erfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Konsum, Sachunterricht, Werbung, Identitätsbildung, Markenbewusstsein und Handlungsorientierung.
Warum ist Konsumkritik bereits im Grundschulalter wichtig?
Weil Kinder bereits früh durch Medien und das soziale Umfeld manipulierbar sind und ein ausgeprägter Konsumdruck ihre Fähigkeit zur eigenständigen Orientierung und Identitätsentwicklung beeinträchtigen kann.
Wie lässt sich ein „Werbeprojekt“ in der Grundschule umsetzen?
Durch die Modifikation von Modellen aus weiterführenden Schulen, indem komplexe Prozesse auf die Lebenswelt der Grundschüler reduziert und durch spielerische Handlungsorientierung (wie das eigene Herstellen und Bewerben von Produkten) erfahrbar gemacht werden.
- Quote paper
- Christian Appel (Author), 2012, Konsum als Thema des Sachunterrichts in der Grundschule. Ein kurzer Überblick über die didaktische sowie praktische Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1027207