Zeitalter der Reformation


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

13 Seiten, Note: 12 Punkte


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Das Zeitalter der Reformation

Einführung: Die Reformation ist die Antwort auf die verfallenen Sitten der Kirche.

Dieser Vorgang erstreckte sich fast um den Zeitraum von hundert Jahren , in dem Martin Luther besonders herauszuheben ist.

I.) Die Reformationsbedürftigkeit der Kirche

Die Kirche in der Zeit des Spätmittelalters war für das Leben der Individuen und der Gesellschaft von elementarer Bedeutung und gab dem Zeitalter eine in starken Maße einheitliche Prägung. Die Kirche regierte das Leben der Menschen , vermittelte ihnen das ewige Heil , lenkte deren irdischen Wege , verwaltete die Wahrheit und formte , mit ihren Grundsätzen die gesellschaftliche Ordnung. Sie hat um 15. Jahrhundert in mancherlei Hinsicht ihre beherrschende Stellung noch gesteigert ,obwohl sie oft in Frage gestellt, Gegenpositionen ausgebildet , Befreiungsversuche unternommen und sie durch Missstände , Unsicherheiten und Spaltungen geschwächt worden war.

Gerade diese immense Volksfrömmigkeit machten sich die Präloten zu nutzen durch die Ablasskampagnen . Es wurden den Menschen absolut Befreiung aus dem Fegefeuer versprochen , wenn sie einen gewissen Betrag spendeten . Die Leute konnten sich von ihnen Sünden loskaufen . In diesen Jahren hatte die Kirche Hochkonjunktur , anzumerken jedoch ist , dass diese Intensität der Kirchenfrömmigkeit vor allem in Deutschland so ausgeprägt war .

Just in diesen Jahren befand die kirchliche Hierarchie sich in einem höchst kritischen Zustand . Das Papsttum hatte in diesen Jahrzehnten um 1500 eine der düstersten Perioden seiner Geschichte erlebt . Es regierte in dieser Zeit Papst Alexander VI , der Vater der Lucrezia Borgia , die ein völlig ungeistlicher Herr und geradezu ein Muster für weltlich- dynastischer Herrschaftsauffassung war . das Papsttum war in einem Teufelskreislauf ge= fangen , da schlechte Kardinäle schlechte Päpste und schlechte Päpste wiederum Kardinäle bestimmten . Die Zustände in Rom spiegelten das Bild der Hierarchie der Kirche wieder . In Deutschland gab es zur Zeit der Reformation keinen Bischof , der in nennenswerten Maße geistliche Autorität besaß, sonder alle Bischofe waren Adelige , die nur auf Profit und Macht aus waren .

Die Priesterschaft hingegen konnte man eher als „ kleriker Proletariat“ bezeichnen. Ein Aufstieg in der Hierarchie war nur möglich durch Promotion , wobei nachgewiesen ist , dass nur ein Doktor der Theologie im Mittelalter ausgebildet wurde. Infolge der großen Volksfrömmigkeit konnte in den Bischofstädten wie Würzburg oder Worms bis zu 10% der Bevölkerung dem geistlichen Stand angehören ,es ist jedoch zu bemerken , dass zum Beispiel Kapläne nur ¼ vom Lohn eines Maurergesellen verdienten.

Die zu Anfang erwähnte Krise der kirchlichen Hierarchie war nicht zuletzt eine Krise der kirchlichen Finanzen. Es war der Zustand eingetreten , dass gewissermaßen die Verleihung von Pfründen und Würden , die Entscheidung von Rechtsfragen , die Erteilung von Gnaden und der Ablass die Hauptaufgaben der Kirche geworden sind

Abschließend ist zu sagen , dass die Krisenelemente unübersehbar waren und jedes Element in der Reformationsgeschichte Bedeutung gewinnen mussten. Wie diese wirklich von statten ging , das lässt sich ohne die Kenntnis dieser Voraussetzungen nicht erklären.

II.) Der Werdegang Luthers bis zum Jahre 1521

Martin Luther wurde am 10.Nov.1483 in Eisleben (Grafschaft Mansfeld) geboren. Die Vorfahren Luthers väterlicherseits waren Bauern am Westrand des Thüringer Waldes. Sein Vater jedoch war im Kupferbergbau tätig und hat sich vom Bergmann zum Hüttenmeister hochgearbeitet. Seine Mutter stammte aus einer bürgerlichen Familie in Eisenach. Martin Luther besuchte Schulen in Mansfeld , Magdeburg und Eisenach. Luthers Elternhaus entsprach dem üblichen Rahmen des Spätmittelalters , sowohl in sozialer und pädagogischer Hinsicht wie auch im Blick auf die Frömmigkeit. Von seiner Erziehung und Frömmigkeit war sein Klostereintritt nicht herzuleiten, da Luther wie im Spätmittelalter üblich , Gott als gerechten und strafenden Herrn und Christus als Weltenrichter sah. Von 1501- 1505 studierte Luther an der Artistenfakultät in Erfurt. Das Studium der sieben freien Künste gliederte sich in das sogenannte Trivium (Grammatik , Dialektik und Rhetorik ) und das sogenannte Quadrivium (Geometrie , Arithmetik , Musik und Astrologie ). Im Herbst 1502 promovierte Luther zum Baccalaureus der freien Künsten und am 7. Januar 1505 wurde er Magister artium. Am 17.7.1505 tritt Luther in das Augustiner Eremiten Kloster ein. Der äußere Anlass für seinen Klostereintritt war ein Gewittererlebnis bei Stotternheim ; dahinter stand die Angst vor einem plötzlich Tod , bei dem man unvorbereitet vor dem Richterstuhl Christi treten müsse. Luther wollte die größte Heilssicherheit durch den Weg der absoluten Hingabe im Mönchsstand erreichen („facere quod in se est“).

Im Frühjahr 1507 wurde Luther zum Priester geweiht und studierte anschließend Theologie. Er absolvierte 1509 in Wittenberg des biblische Baccalaureus. Im Sommer 1511 kam Luther durch Vermittlung von Johannes von Staupitz (1468-1524) , dem Generalvikar der observaten Augustinerklöster , entgültig nach Wittenberg. Staupitz ermunterte Luthers zur Doktorpromotion im Oktober 1512 und zur anschließenden Übernahme seiner Bibelprofessur. Staupitz wurde Luthers wichtigster Seelsorge im Kloster und lenkte durch seine Hinweise auf Augustin und Bernhard Luthers Blick vom richtenden auf den gekreuzigten Christus hin , der Gottes Liebe zu den Menschen zeigt.

Die entscheidende Hilfe hat Luther nicht von Staupitz erlangt , sondern den Studien der Heiligen Schrift, ,insbesondere aus dem Römerbrief 1,17 , indem ihm bewusst wurde , dass das Evangelium nicht von Gottes heiliger Rechtsforderung , hingegen aber von seiner vergebenden Gerechtmachung handelt. Durch diese Erkenntnis fühlte sich Luther wie neugeboren und als ob er durch die Pforten des Paradieses gegangen wäre. Luther sah nun die ganze Bibel in der Gnadenlehre Augustins bestätigt.

Der Anlass für Luthers Ablasskritik war der sogenannte Petersablass, den Papst Julius II (1503-1513) zum Neubau der Peterskirche ausgeschrieben hatte. Papst Leo (1513-1521) übertrug diesen Ablass der Kirchenprovinz Magdeburg und Mainz 1515 dem Erzbischof Albrecht von Mainz (1490-1545. In einem Handel mit der Kurie und dem Bankhaus Fugger in Augsburg sollte die Dispensgebühr für seine Ämterkumulation finanziert werden. Die praktische Durchführung übernahm der Dominikanerpater Johannes Tetzel (1465-1519).

Der unmittelbare Anlass für die 95 Thesen vom 31.Oktober 1517 („Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum“) waren seine Erfahrungen als Beichtvater und die Kenntnis der Ablassinstruktion Albrechts.

In Folge der 95 Thesen wurde gegen Luther nächst auf Verdacht der Ketzerei von den deutschen Dominikanern der römische Prozess eröffnet. Luthers Äußerungen über die Kraft der Exkommunikation und der Bann führte zur Umwandlung des Verfahrens in notorische Ketzerei im August 1518. Binnen 60 Tage sollte Luther in Rom erscheinen, jedoch Kurfürst Friederich der Weise erreichte die Weiterführung der Verhandlungen auf deutschem Boden. Im Oktober 1518 wurde Luther von Cajetan in Augsburg verhört. Es gab zwei Hauptthemen, zum einen die Leugnung Luthers ,dass der Schatz der Kirche mit den Verdiensten Christi und der Heiligen identisch ist (58. Ablassthese), zum anderen sagte Luther in der 7. These, dass nicht das Sakrament als solches, sondern allein der Glaube rechtfertige. Der entscheidende Gegensatz zur kirchlichen Sakramentlehre wurde deutlich . Luther leistete den geforderten Widerruf nicht.

Der Prozess wurde für fast zwei Jahre wegen der anstehenden Kaiserwahl ausgesetzt. Im Januar 1519 starb Kaiser Maximilian und im selben Jahr am 28.6.1519 wurde Karl V. zum Kaiser gewählt. Gekrönt wurde er am 23.10.1520 im Aachener Dom.

Im Juni 1520 erging die Bannandrohungsbulle „Exsurge domine“, von der Luther ein Exemplar mit Freunden am 10.12. 1520 verbrannte. Am 3.1.1521 erging die Bannbulle „Decet Romanum pontificem“, wodurch Luther aus der Kirche exkommuniziert wurde.

In der Leipziger Disputation (27.6.-16.7. 1519) wurde Luthers Meinung deutlich, dass auch der Papst und die Konzilien irren können. Mit dieser Aussage war der entgültige Bruch mit der katholischen Kirche vollzogen. Jedoch gewann Luther durch die Leipziger Disputation Anhänger unter den Humanisten, so wie z. B. Philipp Melanchthon, der bereits seit 1518 Professor für Griechisch an der Wittenberger Universität war und später der bedeutenste Mitarbeiter und Freund Luthers wurde.

Der „Sermon von den guten Werken“ ist das Dokument der reformatorischen Ethik, in der Luther aufzeigte, dass das erste und höchste gute Werk der Glaube an Christus ist.

Luther wollte mit der Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“ die Niederreißung der drei Mauern der Romantik erlangen, die die Unterordnung der weltlichen unter der geistlichen Gewalt, die Bibelauslegung so wie auch die Einberufung von Konzilien allein als Angelegenheit des Papstes ansah. Luther setzte dem entgegen, dass durch die Taufe alle Menschen gleich sind , dass die weltliche über der geistlichen Obrigkeit steht und der Kirchenstaat, das Zölibat und das Betteln abgeschafft werden müsse. Außerdem kürzte Luther die sieben Sakramente auf drei biblisch begründete, die Taufe, das Abendmahl und die Buße.

Die Reformationsgeschichte vom Wormser Reichstag 1521 bis zum Augsburger Reichstag 1530

Grundaspekte

Die Situation gestaltet sich so, dass durch den Bann und das Wormser Edikt Luther ein deutlicher Riegel vorgeschoben werden sollte, was jedoch durch die politische Lage nicht der Fall war, da keine Macht das Wormser Edikt in den dt. Territorien durchsetzen konnte. Unmittelbar nach dem Wormser Edikt hatte Karl V. das Deutsche Gebiet verlassen und sich den außenpolitischen Belangen des riesigen Imperiums gewidmet. Erst zum Augsburger Reichstag kam er für kurze Zeit nach Deutschland. Während seiner Abwesenheit hatte sein Bruder Ferdinand die Regierungsgewalt im Reich wahrgenommen. Die Durchführung des Wormser Edikts wurde immer weiter hinausgeschoben, da die Abwehr der Türken die Hilfe aller Stände forderte. Erst als die Stände ein Konzil auf dt. Boden verlangten ,wurde deutlich, dass die Ausbreitung der Gedanken Luthers erheblich durch diese lange Verzögerung des Prozesses begünstigt wurde. Überall im Deutschen Reich kam es zu reformatorischen Bewegungen, sogar außerhalb der Reichsgrenzen in den Niederlande, der Schweiz, Österreich,Böhmen und in Ostpreußen. Auch andere Reformatoren mit eigenem Profil fingen an zu wirken in Zürich Huldreich von Zwingli und in Straßburg Martin Bucer.

Luthers Auftritt vor Kaiser und Reich in Worms 1521

Am 17. und 18.4.1521 wurde Luther zum Reichstag nach Worms zitiert. Dieses Treffen zwischen Luther und dem Kaiser kam nur zustande, da sich die Reichsfürsten über die Automatisierung der Verhängung der Reichsacht beschwerten und eine Anhörung forderten. Sie legten dem Kaiser eine lange Liste von Missständen in der Kirche vor und betonten, dass Luther den gemeinen Mann auf die Schäden aufmerksam gemacht habe und diese seine Verurteilung nicht ohne weiteres dulden würden. So wurde Luther am Reichstag gefragt, ob er sich zu seinen Schriften bekennen oder etwas davon widerrufen wolle. Seine berühmte Antwort lautete: „Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen.“ Daraufhin wurden die Reichsacht über Luther verhangen, die Lektüren und die Verbreitung seiner Schriften verboten, alle Bücher im Deutschen Reich unter die Zensur der Bischöfe gestellt um die ganze Bewegung unter Kontrolle zu bekommen. An die Durchführung war jedoch nicht mehr zu denken, da die Empörung über die Kirche schon viel zu weit um sich gegriffen hatte.

Luthers Wartburgzeit

Unter dem Schutz Friedrich des Weisen hielt sich Luther vom 4.5.1521-3.3.1522 auf der Wartburg auf. Dort verfasste Luther die bedeutensten Werke ,die Übersetzung des Neuen Testamentes in die deutsche Sprache und die „Kirchenpostille“. Die Übersetzung erschien im September 1522 in Wittenberg. Die „Kirchenpostille“ schrieb Luther um eine evangeliumsgemäße Predigt anzuleiten.

Wittenberger Unruhen

Luther kehrte entgegen der Ermahnung des Kurfürsten im März 1522 nach Wittenberg zurück, da der radikale Seitenflügel der reformatorischen Bewegung mit Karlstadt, Thomas Münster und die sogenannte „Zwickauer Propheten“ große Unruhen in Wittenberg und in andere Städten ausgelöst hatten. Vom 9.-16.31522 stand er täglich auf der Kanzel und gewann die alte Autorität wieder. Die Ruhe wurde wieder hergestellt, der Streit um die Formen des Gottesdienstes geschlichtet, aber auch die Forderung der kurfürstlichen Regierung zurückgewiesen, die den früheren Zustand einfach wieder herstellen wollten.

Der Bauernkrieg und Luther

Im Zuge der veränderten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen des 15. Jahrhundert wurde das Selbstbewusstsein der Bauern gestärkt. Die Bauernbündnisse wie z. B. „Armer Konrad“ oder „Bundschuh“ waren gegen die überhöhten Forderungen des Adels. Die Bauernaufstände in den Jahre 1524/25 erstreckten sich über fast ganz Deutschland und die Schweiz mit Ausnahme von Bayern und Nordostdeutschen. Die Bauern forderten die Erleichterung der Abgaben. Die Reformation förderte den Ausbruch ,da die Bauern nun ihr Forderungen in der Bibel begründet zu sehen meinten. Nach Luthers Meinung waren die Fürsten die Hauptschuldigen, aber die Bauern hatten kein Recht, sich gegen dieLandesherren aufzulehnen und ihre Absichten mit gewaltsamen Mittel durchzusetzen.Durch Luthers Worte „Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern“ entstand der Eindruck, dass er sich allein auf die Seite der Fürsten stellte. Etwa 100000 Menschen sind im Bauernkrieg umgekommen. Die wirtschaftliche Lage der Bauern änderte sich durch die Niederlage nicht bedeutend ,doch wandten sich die Bauern vielfach enttäuscht von der Reformation ab.

Die eigentlichen Sieger des Bauernkrieges waren die Landesfürsten.

Territorialer Ausbau der Reformation

In den Jahren 1524-1526 entstanden verschiedene fürstliche Bündnisse, auf katholischer Seite der Regensburger 1524 und der Dessauer Bund 1525, hingegen auf der protestantischen Seite 1526 der Torgauer Bund. Der erste Reichstag zu Speyer 1526 sollte entgültig dem Wormser Edikt zur Durchführung verhelfen, scheiterte jedoch an der Uneinigkeit der altgläubigen Mächte. Zur Folge hatte dies eine Kompromissformel, dass die Fürsten so regieren sollen ,wie ein jeder es vor Gott und dem Kaiser verantworten kann. Diese Formel führte in Hessen und in Sachsen zur eigenständigen Kirchenreformation. In der Homburger Synode von1526 zeigte das hessische Modell, dass die protestantische Kirche im Gegenteil zur Altgläubigen von unten nach oben und nicht von oben nach unten (Papst) aufgebaut ist, außerdem wählten die Einzelgemeinden die Delegierten zu einer Generalsynode.

Luther veranlasste, dass der Landesfürst als Notbischof tätig wurde, da die anderen Bischöfe versagt hatten. Aus der Übergangslösung wurde eine dauerhafte Einrichtung des „landesherrlichen Kirchenregiments“.

Der Abendsmahlstreit

Von 1526-1529 war der Abendsmahlstreit, ein brieflich geführter Streit, zwischen Luther und Zwingli. Zwingli äußerte Ende 1524 erstmals die seiner Meinung nach symbolische Bedeutung der Einsetzungsworte. Für ihn war eine leibliche Anwesenheit Christi auf Erden ausgeschlossen. Zwingli unterschied streng zwischen Himmel und Erde. Luther setzte dagegen seine Inkarnationstheologie, dass er von keinem anderen Gott wisse als von dem , der Mensch geworden ist.

Auf dem zweiten Reichstag von Speyer 1529 wurde die Aufhebung des Abschiedes von 1526 beschlossen. Dagegen legten 14 Reichsstädte und 5 Fürstentümer (Hessen, Kursachsen, Brandenburg-Ansbach, Braunschweig und Anhalt) ihre Protestation am 19.4.1529 ein. Daher kommt der Name Protestantismus (prostari: Zeugnis für etwas ablegen, für die Gewissensfreiheit bezüglich des Evangeliums).

Die Magdeburger Religionsgespräche vom 1.-4.10.1529 waren bereits gescheitert, als Luther und Zwingli , dazu die diplomatischen und theologischen Vertreter von Straßburg und Basel unter dem Vorsitz des Landesgrafen Philipp von Hessen zusammentraten. Der zentrale Punkt, an dem sich die Geister schieden, waren die Einsetzungsworte „Hoc est corpus meum“. Auf Drängen des Landesgrafen einigte man sich auf 14 Artikel der allgemeinen Glaubenslehre, der 15. Artikel, der das Abendmahl betraf, blieb offen.

Der Augsburger Reichstag

Als Karl V am 15.6.1530 in Augsburg eintraf, um nach neun Jahren zum ersten mal wieder einen Reichstag zu eröffnen, stand er auf der Höhe seiner Macht und Geltung. Er hatte seine Meinung seit dem Wormser Edikt über Luther nicht geändert, da er wenig Kenntnisse über die deutschen Verhältnisse hatte. Da die Kirche sich als unfähig erwies, aus eigener Kraft mit der lutherischen Ketzerei fertigzuwerden, war es die ehrenvolle Aufgabe des Kaisers sich als Diener Gottes um diese Belange zu kümmern. Karls Einladung zum Reichstag war im versöhnlichen Ton gehalten. Im Auftrag des Kurfürsten Johann von Sachsen arbeitete Melanchthon eine Bekenntnisschrift aus, wobei er die Torgauer und Schwabacher Artikel von 1529 mit heranzog. Am 25.6.1530 wurde die „Confessio Augustana“ im Reichstag verlesen. Vier oberdeutsche Städte (Straßburg, Memmingen, Konstant und Lindau) reichten die „Tetrapolitana“ ein. Zwingli ließseine „Fidei ratio ad Carolum imperatorem“ einreichen.

Die „Cofutatio“ arbeitete Johann Eck im Auftrag des Kaisers zur Widerlegung des Augsburgischen Bekenntnis aus. Durch die öffentliche Verlesung auf dem Reichstag hielt Karl V die „Confessio Augustana“ für widerlegt und forderte Unterwerfung. Das Wormser Edikt wurde nach der Abreise der meisten evangelischen Stände erneuert. Während des Augsburger Reichstages war Luther auf der Feste Coburg. Grundsätzlich lobte er die CA, bemerkte aber zugleich die fehlende Kritik am Papsttum und der Fegefeuervorstellung.

Reformationsgeschichte von Augsburg 1530 bis zum Religionsfrieden 1555

Der Schmalkaldische Bund

Dieser Bund wurde im Februar 1531 in Schmalkalden an der kursächsischen - hessischen Grenze zum Schutz vor dem in Augsburg 1530 wieder in Kraft gesetzten Wormser Edikt und der gewaltsamen Bedrohung des Protestantismus geschlossen. Die Aufgabe des Bündnisse war die Aufstellung eines Bundesheers, gegenseitige Waffenhilfe im Verteidigungsfalle und gemeinsames Vorgehen gegen die Prozesse im Reichskammergericht, die die Reformation aufzuhalten versuchte. Mitglieder des Bundes waren die Unterzeichner der CA (Kursachsen, Hessen, Brandenburg-Ansbach, Braunschweig und Anhalt) und die Städte nicht nur in Norddeutschland (Lübeck, Bremen, Magdeburg), sondern auch in Süddeutschland, allen voran Straßburg

Es wurden auch Stimmen von Theologen, insbesondere von Luther gegen einen bewaffneten Widerstand laut. Die Theologen wurden jedoch überzeugt, dass die wahre Obrigkeit die Landesfürsten sind und der Kaiser nur gewählt sei. Somit kündigten sich die ersten modernen Territorialstaaten an. 1531 suchte der Bund schon mit dem Ausland Kontakt aufzunehmen. Fünfzehn Jahre lang bestimmte der Schmalkaldische Bund die Reformationsgeschichte.

Die territoriale Ausbreitung des Protestantismus

1532 kam es zu einem befristeten Religionsfrieden ,denn „Nürnberger Anstand“ , da der Kaiser wegen der drohenden Türkengefahr auf die protestantischen Stände angewiesen war. 1534 ging das Herzogtum Württemberg zur Reformation über. Im selben Jahre zog die Reformation auch in das Herzogtum Pommern ein.1539 führte Herzog Heinrich die Reformation in Sachsen ein, nachdem Herzog Georg gestorben war ,und das Kurfürstentum Brandenburg bekannte sich unter Joachim II ,auch zur Reformation, wobei zu sagen ist , dass sie die katholische Liturgie und die alten Gebräuche beibehielten. Der größte Teil des Deutschen Reiches war Anfang der 40er Jahre evangelisch. Auch über die dt. Grenzen hinaus schritt die reformatorische Bewegung nach Polen - Litauen, Ungarn und Siebenbürgen wurde in auch Preußen, nachdem es von Albrecht von Preußen in ein weltliches Herzogtum umgewandelt worden war, die Reformation eingeführt. 1527 erklärte sich mit Schweden zum ersten mal ein ganzer Staat zur Reformation, zwei weitere Staaten folgten dem Beispiel in den 30er Jahren, 1534 England unter Heinrich VIII. und 1536 Dänemark unter König Christian III.. Begünstigend auf die Reformation der einzelnen Fürstentümer wirkte die Wittenberger Konkordie, die von Martin Bucer (1491-1551) vermittelt, den Abendsmahlstreit zwischen Wittenbergern und Oberdeutschen beendete. Man einigte sich auf die Anerkennung der CA, der Apologie und einer Kompromissformel, dass die sakramentale Einheit und Speisung der Unwürdigen anerkannt wurde. Zürich blieb jedoch außerhalb dieser Verständigung. Papst Paul III. schrieb 1536 ein Konzil in Mantua aus, was aber nie zustande kam; hingegen flammte der Türkenkrieg neu auf und der Kaiser war erneut auf die Unterstützung der Protestanten angewiesen und verlängerte den Religionsfrieden, im „Frankfurter Anstand“. Karl V. versuchte die Protestanten mit Hilfe von Religionsgesprächen in Hagenau (1540), Worms (1540/41) und Regensburg (1541) wieder in die katholische Kirche zurückzuführen.

Karl V. hatte in den vorangegangenen Jahren schwere Kämpfe gegen die Türken , die Barbaresken in Nordafrika und vor allem die Franzosen zu führen, die jede sich bietende Möglichkeit wahrnahmen um Karl V zu schwächen, die eigene Stellung und den Ehrgeiz und die Macht Franz I. zu stärken. Nur mit Hilfe des Papstes war es möglich einen Waffenstillstand auf zehn Jahre festzulegen. Nach diesem Waffenstillstand war es für den Kaiser neu möglich sich um die religiösen Belange im Deutschen Reich zu kümmern ,und somit kam es zu den oben erwähnten Religionsgesprächen, die jedoch letzten Endes an der Transsubstantiationslehre, der Beichte, der Absolution und der päpstlichen Autorität scheiterten.

Der überstürzte Regensburger Abschied verlängerte noch einmal den Nürnberger Religionsfriede und verbot die Erweiterung des Schmalkaldischen Bundes. Der Haupterfolg von Karl V. war die Isolierung zweier wichtiger Fürsten vom Schmalkadischen Bund. Landgraf Philipp von Hessen, der als absoluter Gegner Karl V. galt, musste von der protestantischen Politik Abstand nehmen, da er durch eine Doppelehe gegen das Reichsrecht verstießund musste er sich die Gunst des Kaisers erkaufen. Außerdem nutzte Karl V. die alte Rivalität zwischen den albertinischen und den ernestischen Sachsen aus, indem er Moritz von Sachsen die Kurwürde versprach, als Folge trat Moritz aus dem Schmalkaldischen Bund aus.

Der Schmalkaldische Krieg von 1546 - 1547

Zum 15.3.1545 berief Papst Paul III. das Konzil nach Trient ein. Papst und Kaiser hatten sich nun endlich verständigt und das Konzil konnte beginnen, die Protestanten blieben jedoch fern. Am 6.6.1546 schloss der Kaiser den Vertrag mit dem Papst, der sich verpflichtete, außer den bereits übergebenen 200000 Dukaten 12500 Soldaten aufzubringen und für die Dauer des Krieges und ein weiteres Jahr die Hälfte der kirchlichen Einnahmen Spaniens und aus den Lehengütern der spanischen Klöster 5000000 Dukaten beizusteuern. Dieser Vertrag wurde abgeschlossen, obwohl die protestantischen Herrscher dem Kaiser in den Kriegen gegen die Türken und 1544 gegen Franz I. geholfen hatten.

Der Vertrag hatte zur Folge ,dass Karl V. im Sommer 1546 den Krieg von Regensburg aus, mit dem Vorwand Sachsen und Hessen hätten Landfriedensbuch begangen, eröffnet. Der Schmalkaldische Krieg war ein Religionskrieg bei dem Kaiser und Papst den Protestanten gegenüberstanden. Während der Kaiser erst von weit her seine Truppen zusammenzog, stellten ihm Schmalkalder in kürzester Zeit 57000 Mann entgegen. Jedoch war der Feldhauptmann Sebastian Schertlin von Burtenbach an die Mehrheitsbeschlüsse der Kriegsräte gebunden und keiner wollte die kostbaren Truppen auf das Spiel setzen und somit wartete man bis sich die Truppen des Kaisers vereinigt hatten , anstatt ihn mit einer überlegene Streitmacht in Regensburg anzugreifen. Der Krieg wurde in Nord - und Süddeutschland geführt. Der entscheidende Wendung brachte der Einfall von Herzog Moritz zusammen mit König Ferdinand in das völlig ungesicherte Kursachsen. Johann Friedrich, dessen Festungen sich gegen den Eindringling hielten, wandte sich gegen das albertinische Sachsen. Nur mit Hilfe des Kaisers konnte Johann Friedrich am 24.4. 1547 in der Schlacht bei Mühlberg auf der Lochauer Heide besiegt werden. In der Wittenberger Kapitulation vom 19.5.1547 ging die Kurwürde von Johann Friedrich auf Moritz von Sachsen über. Johann Friedrich, so wie auch Philipp von Hessen wurde gefangengenommen. Zu diesem Zeitpunkt stand Karl V auf der Höhe seiner Macht.

Tod Luthers

Den dt. Protestanten fehlte während ihres Krieges mit dem Kaiser die Stimme ihres wahren Führers, Luther. In seinem 63.Lebensjahr war er am 18.3.1546 in seiner Geburtsstadt Eisleben gestorben, wo er sich um die Aussöhnung der Mansfelder Grafen untereinander bemühte. Seine im alter zunehmende Reizbarkeit und die Grobheit seiner Polemik können nicht darüber hinwegtäuschen, dass er bis zu letzt der gleiche religiöse Prophet, der unbeirrt von allen politischen Konstellationen und Zweckmäßigkeiten seine Wege ging, blieb. Obwohl er eine dauernde Spaltung der abendländischen Christenheit bewirkte, die er doch im Grunde für unteilbar hielt, ist Luther zum schöpfenden Erneuerer des Christentums letzten Endes auch in der alten Kirche geworden.

Das Augsburger Interim und der politische Umschwung unter Moritz von Sachsen

Der Papst ließ, als einziger verbliebener Widersacher Karl V. ,1547 das Konzil von Trient nach Bologna verlegen, vom südlichsten Punkt des Reiches in den Kirchenstaat. Karl V. protestierte gegen die Verlegung des Konzils und somit wurde die Verhandlung in Bologna suspendiert.

Auf dem Augsburger Reichstag 1548 wurde das „Augsburger Interim“ verkündet, eine kaiserliche Erklärung, die bis zu einem Konzilsbeschluss gelten sollte. Es war ein letzter Versuch des Kaisers, längst auseinanderstrebende Glaubenshaltungen samt ihrer politischen Verfestigungen dadurch zur Einheit zu zwingen, dass dem neuen Glauben die Rückkehr zur alten Kirche erleichtert werden sollte. In Süddeutschland konnte man sich gegen das Interim kaum wehren, im Norden von Deutschland jedoch gab es erheblichen Widerstand, vor allem in den Städten Magdeburg und Bremen.

1548 erging in Kursachsen das „Leipziger Interim“, was hauptsächlich von Melanchthon verfasst wurde. Das „Leipziger Interim“ stießbei den strengen Lutheranern auf heftige Kritik. Zu einem politischen Umschwung zugunsten der Protestanten kam es 1552, als sich Moritz von Sachsen., der „Judas von Meißen“, sich gegen den Kaiser stellte, da Karl die Zusagen nicht eingehalten hatte und er sich durch die Gefangenschaft seines Schwiegervaters, Landgraf Philipp von Hessen gekränkt fühlte. Er war die Seele des Widerstandes der Fürsten gegen einen zu starken Monarchen. Der frühneuzeitliche Territorialstaat kündigte sich an.

Im Frühjahr 1552 überfiel Moritz den völlig überraschten Kaiser in Innsbruck, der gerade noch fliehen konnte. Das „Augsburger Interim“ wurde aufgehoben und die vor dem Schmalkaldischen Krieg bestehenden Rechtsordnungen in dem Passauer Vertrag wiederhergestellt.

Der Augsburger Religionsfriede 1555

Der Augsburger Reichstag 1555, geleitet von König Ferdinand, verabschiedete einen unbefristeten Religionsfrieden zwischen den beiden Religionsparteien bis zur Wiederkehr der Glaubenseinheit (25.9.1555). Die Religionsfreiheit bezieht sich nur auf die Wahl zwischen den Altgläubigen und Augsburger Konfessionsverwandten, ansonsten wurden keine Seitenbewegung der Reformation toleriert. Es gab keine allgemeine Religionsfreiheit, sondern es galt das Prinzip „cuius regio - eius religio“, dass nur die Landesherren die Konfession wählen konnten und die Untertanen ihnen folgen mussten. Andersgläubige Untertanen hatten das Recht zur Auswanderung. Ein geistlicher Reichsfürst wurde durch den Konfessionswechsel Privatmann, verlor seine geistliche Würde und weltlicher Herrschaftsrechte. Falls in einer freien Reichsstadt beide Konfessionen vorhanden waren, sollte diese Doppelheit fortbestehen.

Karl V.legte 1556 seine Ämter nieder, verzichtete auf die Kaiserkrone und starb im Jahre 1558 in San Yuste, in Spanien.

Das Ergebnis: Die Idee des Universalreiches war den Nationalstaaten unterlegen, der

Dualismus im Reich ist zugunsten der Fürsten entschieden worden und die konfessionelle Spaltung festigte sich.

III) Die Reformatoren Zwingli und Calvin im Bezug zum Papsttum

Gegenüber der lutherischen Gehorsamspredigt bildeten die Schweizer Reformatoren einen anderen Typus aus, der nicht allein das Verhältnis von Obrigkeit und Evangelium anders löste, sondern auch die öffentliche Situation des neuen Glaubens in Gesamtdeutschland wesentlich veränderte.

Huldreich Zwingli

Huldreich Zwingli wurde am 1.1.1484 als Sohn einen angesehenen Bergbauern und Ammanns im toggenburgischen Wildhaus geboren. Er studierte in Wien und in Basel die Freien Künste, wurde aber 1506 Pfarrer in Glarus und dort zum Priester geweiht. Zwei Wesenszüge bestimmten seinen Entwicklungsgang, zum einen seine humanistischen Studien, zum anderen sein politisches Interesse als Schweizer. Ab 1516 war er für drei Jahre Leutpriester in Einsiedeln. Seine Predigtbegabung verschaffte ihm 1518 mit Hilfe von Kardinal Schiner und dessen Freunden die Stelle des Leutpriesters am Großmünster in Zürich. Im Gegenteil zu Luther kam es für Zwingli im republikanisch regierten Zürich darauf an, auf demokratischem Wege in ständiger Auseinandersetzung mit seinen Gegnern die tragende Mehrheit zu erringen und zu behaupten. Er interessierte sich für die Schriften Luthers, nahm aber Abstand von ihm nach der „Leipziger Disputation“ und dem Wormser Edikt. Der entscheidende Durchbruch zur Reformation erfolgte, als der Rat der neuen kirchlichen Landesherren, eine große Disputation in deutscher Sprache vor dem bischöflichen Vikar und dem ganzen Volk veranstaltete, in der Zwingli eine „67. Schlussrede“ verteidigte (29.1.1523).Er sagte, dass nicht mehr Papsttum und bischöfliche Hierarchie, sondern die Einzelgemeinden, „Kilchhörie“ , der Ort der Wortverkündigung, der rechtmäßige Repräsentant der Kirche sein sollte. Außerdem wurden durch Mehrheitsbeschluss alle Bilder und Messen abgeschafft und schließlich das Abendmahl als Gedenkmahl eingeführt. Aus dem Gottesdienst wurden alle musikalischen Elemente verbannt und die Predigt war der beherrschende Mittelpunkt. Seit 1524 ging die Glaubensspaltung mitten durch die Schweiz. Zwingli stand auf der Höhe seines politischen und religiösen Einflusses, seitdem er auch Basel gewonnen hatte (3.3.1529).

Der „christlichen Vereinigung“ zwischen den katholischen Orten und König Ferdinand am 22.4.1529 waren Zürich, Basel und Bern mit 12 000 Mann zuvorgekommen , hatten etliche Gebiete besetzt und somit den Rheinübergang gegen Österreich abgeriegelt. Zwinglis Versuch die Reformation in der ganzen Schweiz durchzusetzen führte zu politischen Konflikten mit den katholischen Kantonen und letzten Endes zum zweiten Kappeler Krieg (11.10.1531), in dem Zwingli zu Tode kam. In diesem Glaubenskrieg der schweizer Kantone wurde zum erstenmal deutlich, bis zu welchem Ausmaßdie Konfessionen im Stande waren, alle Bindungen der Volks- und Staatsgemeinschaft zu zerstören. Zwingli strebte mit seinem Handeln und seinen Schriften („Von Erkiesen und Freiheit der Speisen“, „Auslegung und Gründe der Schlussrede“ und „Commentarius de vera et falsa religione“) eine religiöse und gesellschaftliche Erneuerung an.

Der sich durch den Tod Zwinglis ergebene Rückschlag für die Reformation wurde von Bullinger und insbesondere von Johannes Calvin ausgeglichen.

Johannes Calvin

Johannes Calvin wurde am 10.1.1509 in Nordfrankreich als Sohn eines bischöflichen Notars geboren. Er begann 1523 sein humanistisches und juristisches Studium in Paris, Orleans und Bourges. Schon früh kam Calvin in einem humanistischen Kreis an der Universität in Paris mit den reformatorischen Gedanken in Berührung. Durch intensives Studium der Bibel hatte er eine bedeutende theologische Bildung erlangt. In einer „plötzlichen Bekehrung“ wendete er sich 1533/1534 zur reformatorischen Erkenntnis hin. Wegen der Protestantenverfolgung unter Franz I. musste Calvin 1534 Frankreich verlassen ,und über Straßburg gelangte er Anfang 1535 nach Basel. Dort entstand sein erstes und gleichzeitig bedeutenstes Werk „Institutio religiones Christianae“ (1536) Dieses Werk war eine systematische Darstellung des christlichen Glaubens, als Katechismus evangelischer Lehre in Anlehnung an Luthers Katechismen konzipiert. Auch sollten mit dieser Schrift die Evangelischen in Frankreich vor falschen Anschuldigungen verteidigt werde. Nach kurzem Aufenthalt in Oberitalien und Südfrankreich wurde Calvin von Wilhelm Farel mit der Bitte, bei der Durchführung der Reformation mitzuhelfen, in der Stadt Genf zurückgehalten.

1538 wurde Farel und Calvin wegen ihrer strengen Kirchenzucht aus Genf verwiesen, Calvin übernahm auf Drängen Martin Bucers die Leitung französischer Flüchtlingsgemeinde in Straßburg. Am Anfang der 40er Jahre nahm Johannes Calvin an den Religionsgesprächen in Hagenau, Worms und Regensburg teil. Im Jahre 1541 folgte Calvin einem Ruf nach Genf und begann sein reformatorisches Wirken unter anhaltenden Kämpfen. Der erste Erfolg war die Übernahme der Genfer Kirchenordnung „Ordonances ecclesiastique“ durch den Rat der Stadt. Seit 1555 hatte sich Calvin gegenüber seinen Gegnern durchgesetzt. Er wurde zum reformatorischen Führer und Berater für die Evangelischen in West- und Osteuropa. 1559 gründete Calvin die Theologische Akademie in Genf und 1564 starb er .

Sein Nachfolger in der Leitung der Genfer Kirche wurde Theodor Beza (1519-1605).

Zur theologischen Grundanschauung Calvins ist zu sagen, dass er der größte Schüler Luthers war, sowohl als Dogmatiker wie auch als bedeutender Prediger. Er hatte die reformatorische Theologie abschließend zusammengefasst. Gegenüber Luther machten sich bei Calvin zwei theologische Veränderungen bemerkbar, zum einen der biblische Ansatz in der Stellung der Heiligen Schrift und zum anderen die Betonung von Gottes Souveränität, Majestät und Ehre in Calvins Gottesverständnis. Für ihn erwuchs „die Autorität der Schrift“ aus der inneren Selbstbezeugung des Heiligen Geistes „testimonium spiritus sancti internum“. Auch Calvin sah wie Luther die Rechtfertigung und Erwählung Gottes im Zusammenhang, stellte aber seit 1539 der Erwählung die Verwerfung logisch gegenüber, so dass es zu einer Lehre von der doppelten Prädestination kam. Diese wurde für den Calvinismus das besondere Kennzeichen in schweren Auseinandersetzungen nach innen und außen. Es bildete sich im Calvinismus des 17.Jahrhunderts die Vorstellung aus, dass die Erwählung an sichtbaren Früchten des Glaubensgehorsams ablesbar sei. In der Lehre vom Abendmahl nahm Calvin eine mittlere Stellung zwischen Zwingli und Luther ein. Er hob die reale Anwesenheit Christi beim Abendmahl hervor, die durch den Geist gewährt wird (Spiritualpräsenz). Nach vielen politischen und theologischen Streitigkeiten setzte sich Calvin schließlich durch; die Genfer Kirche wurde Modell für viele calvinistischen Kirchen in Westeuropa.

IV) Katholische Reform und Gegenreformation

Der vor allem in der zweiten Hälfte des 16.Jahrhunderts zentrale Begriff „Gegenreformation“ macht deutlich, dass die Reformation und das Auftreten Luthers das entscheidende Ereignis auch für den römischen Katholizismus im 16. Jahrhundert war. Der Begriff „katholische Reform“ zeigt, dass die Erneuerung der katholischen Kirche nicht nur eine Gegenbewegung darstellte, sondern eine innere Reformbewegung war, die ihre Impulse aus den alten katholischen Ländern Spaniern und Italien bekamen. Die katholische Reform war insbesondere eine Bewegung der Neugründung von Orden oder Erneuerung alter Orden. Das Konzil von Trient und die Tätigkeit des Jesuitenordens machten die Anliegen der katholischen Reform und der Gegenreformation besonders deutlich.

Ignatius von Loyola und der Jesuitenorden

Ignatius von Loyola (1491-1556) entstammte aus dem baskischen Adel. Zunächst schlug er die Offizierslaufbahn ein, die entscheidende Wendung in seinem Leben wurde durch eine Verletzung veranlasst. Schon bald fand Ignatius ihm ergebene Anhänger, die sich zu einer Mission nach Palästina verpflichteten. Sie unterstellten sich in bedingungslosem Gehorsam dem Papst. Paul III. bestätigte 1540 den neuen Orden der Gemeinschaft Jesu (Societas Jesu).

Der Orden erhielt eine strenge hierarchische Verfassung , die Ordensbrüder verzichteten auf eine Ordenstracht und ein gemeinsames Gebet. Jeder musste ein Gelübde des absoluten Gehorsams dem Papst gegenüber ablegen. Somit wurde der Jesuitenorden das Hauptinstrument des Papsttums im Auftrag der Gegenreformation. Haupttätigkeiten des Ordens waren das Unterrichten und Erziehen an eigenen Schulen, Seelsorge und Beichttätigkeit am Volk zu leisten und ebenso als Beichtvater oder Privatlehrer an Fürstenhöfen zu dienen. Dadurch gewannen sie oft erheblichen Einfluss auf die Politik im Dienst der Kurie.

Wohl die größte Tätigkeit des Ordens waren die Missionsaktivitäten in China, Japan und besonders auch in Amerika, dort hauptsächlich im Süden. Die Jesuiten versuchten ,so wie viele andere Missionare ,die heidnischen Völker zu bekehren, ihnen die Frohe Botschaft näher zu bringen, sei es auf friedlichem oder gewaltsamem Wege.

V) Ausblick und Perspektive

Martin Luther, der nie eine Kirchenteilung wollte, hatte durch sein Wirken die größte Kirchenspaltung seit ihrer Existenz veranlasst. Diese Spaltung hatte sich durch alle Bereich des Lebens und der Gesellschaft geschlängelt und nicht nur einmal kam es zu Kriegen oder Auseinanderesetzungen auf Grund der Konfession. Bis in unsere heutig Zeit gibt es immer noch Dispute zwischen Evangelischen und Katholischen und erst in den letzten 50 Jahren wurden die Schranken zwischen den beiden Konfessionen abgebaut.

Papst Johannes Paul II. hat am 12.3.2000 ein weiteren Schritt zur Glaubenseinheit getan, mit dem Geständnis, dass die katholische Kirche Fehler gemacht hatte. Es bleibt zu hoffen, dass in den nächsten Jahren immer mehr die Ökumene in den Vordergrund rückt und irgend wann die beiden Konfession sich wieder zu einer Kirche zusammenfinden, ohne das die Kirche im allgemeinen noch mehr an Profil verliert.

Wir beten zu demselben Gott. Brauchen wir zwei Kirchen, wenn das Ziel der Christen, also auch mein Ziel, die Verkündigung des Wort Gottes sein soll?

Quellenangabe

1. Wolfgang Sommer und Detlef Klahr: Kirchengeschichtliches Repertitorium , Göttingen 1997 2.Auflage

2. Bernd Moeller: Geschichte des Christentums in Grundzügen ,Göttingen 1997 5. Verbesserte und erweiterte Auflage

3. Bernd Moeller: Deutschland im Zeitalter der Reformation ,Göttingen 1988 3. Durchgelesen und bibliographisch erneuerte Auflage Alle drei Bücher vom Vandenhoeck & Ruprecht Verlag

4. dtv Atlas zur Weltgeschichte Band 1

5. bsv Geschichte 2N

6. Gebhardt Handbuch der Deutschen Geschichte 2 9. Auflage

7. Brockhaus Enzyklopädie F. A. Brockhaus Band: II ,III ,XI ,XX Wiesbaden 1967

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Zeitalter der Reformation
Note
12 Punkte
Autor
Jahr
2001
Seiten
13
Katalognummer
V102728
Dateigröße
360 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zeitalter, Reformation
Arbeit zitieren
Daniel Johann (Autor), 2001, Zeitalter der Reformation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102728

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