Brecht, Bertolt - Der kaukasische Kreidekreis


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

3 Seiten, Note: 1


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Der Autor:

Bertolt Brecht

- geboren am 10.02. 1889 in Augsburg ;
- gestorben am 14.08. 1956 in Berlin

emigrierte 1933 nach Dänemark, dann in die U.S.A. ;

- 1947 Rückkehr nach Europa (Ost-Berlin)

Er begann mit expressionistisch- anarchistischen Dramen, hatte dann großen Erfolg mit der desillusionistischen >Dreigroschenoper< (1928) und der Lyrik >Hauspostille< (1927).

- Unter dem Einflußdes Marxismus kam er zur strengen Disziplin seiner,,Lehrstücke".
- Seine Hauptwerke entstanden im Exil

(z.B. >Mutter Courage...<, >

Der kaukasische Kreidekreis<, etc.).

- Brechts Stil und Sprache hatten großen Einflußauf die moderne Dichtung. Sein,,episches Theater", das mit Verfremdungen arbeitete, sollte Bewusstsein wecken und zu gesellschaftlicher Änderung führen. Gegenüber den Lehrstücken gewann in seinen späteren Werken das ästhetische Element wieder neue Bedeutung. In den Dramen und Lyriken Brechts spielen neben der sozialen Kritik auch andere Motive,besonders Mitleid mit den Menschen, eine Rolle.
- Wichtige Werke:

> Dreigroschenoper< (1934),

> Die heilige Johanna der Schlachthöfe< (1930),

> Das Leben des Galilei< (1938/39),

> Der gute Mensch von Sezuan< (1942),

> Mutter Courage und ihre Kinder< (1939),

> Der kaukasische Kreidekreis< (1945)...

Der Grundgedanke:

Die Motive, die in diesem St ück benutzt werden, finden sich nicht nur in der Bibel und in den buddhistischen und islamischen Erzählungen, sondern auch im chinesischen St ück >Hui- Lan- Ji < (,,Kreidekreis") aus dem 13. Jahrhundert wieder.

Der Kaukasische Kreidekreis hat einen ähnlich weisen Richter wie das chinesische St ück. Die Zwecke der richterlichen Weisheiten sind ähnlich: diejenige Frau wird erkannt, die sich mütterlich zum Kind verhält.

Im Gegensatz zum chinesischen Kreidekreis und anderen ähnlichen Erzählungen wird bei Brecht aber nicht die leibliche Mutter, sondern die Mütterlichkeit der Ziehmutter erkannt und anerkannt.

Für Brecht beruht die Mutterschaft also mehr auf Menschlichkeit und sozialen Aspekten als auf Blutsbanden

Ort und Zeit: im Kaukasus in der nachkriegssowjetischen Situation

Die Personen:

- Grusche Vachnadze einfaches Küchenmädchen im Gouverneurshaus;

Sie weiß, wie gefährlich es ist, mit dem Gouverneurserben erwischt zu werden,erkennt aber, daßsie sich dem Anspruch des Kindes auf Hilfe nicht entziehen kann.

So sehr sie auch wegmöchte,bringt sie es nicht fertig, es liegen zu lassen.

Darin unterscheidet sie sich von der Frau des Gouverneurs, die sich mehr um ihre teuren Kleider als um ihr Kind kümmert, aber auch von allen anderen Personen, die sich vor der Verantwortung drücken und nur darauf achten, selbst in Sicherheit zu kommen . Grusche zeigt Opferbereitschaft aus sozialen u. humanit ären Gründen.

- Georgi Abschawili Gouverneur
- Natella Abschawili Egoistische Gouverneursgattin
- Michel Sohn und Erbe des Gouverneurs
- Simon Chachava Soldat, Grusches Verlobter
- Lavrenti + Aniko Vachadzne Grusches Bruder und dessen fromme Frau
- Jussup,,totkranker" Bauer, den Grusche in der Not heiratet
- Panzerreiter Schergen des Fürsten Kazbeki, der den Gouverneur hinrichten ließ
- Azdak Dorfschreiber, der in der chaotischen Nachkriegssituation zum Richter gemacht wird und das Recht zum Nutzen der armen Leute verdreht,sodass (einigermaßen) Gerechtigkeit entsteht.
- Sänger + Musiker werden als Erzähler eingesetzt

Aufbau:

Stück in 6 Akten, Dialoge

Der Sänger und die Musiker sollen eine Art (singende) Erzähler darstellen

Zentrale Themen

- Gerechtigkeit, Menschlichkeit, soziale Aspekte, Mütterlichkeit
- Brechts Kritik an der Macht des Geldes
- Protest gegen den Krieg

Der Inhalt:

Im umstrittenen, von westlichen Kritikern als typisch für das kommunistische System bezeichneten Vorspiel, das vor allem bei Aufführungen im Westen oft weggelassen wurde, geht es um zwei Ortschaften, die um Land streiten. Das eigentliche Stück, soll die streitenden zur Vernunft bringen:

Nach dem Staatsstreich gegen den Großfürsten wird der reiche Gouverneur Georgi Abschawili hingerichtet. Seine Frau kann mit ihren Wertsachen entkommen, läßt aber ihren kleinen Sohn Michel einfach zurück. Die Magd Grusche nimmt sich nach einigem Zögern des Kindes an und flieht mit ihm ins Gebirge, da der Thronfolger überall gesucht wird und 1000 Piaster auf seine Ergreifung ausgesetzt sind. Grusche hat kaum Geld, um Michel zu ernähren und erwägt deshalb schon, ihn einfach vor der Tür eines Bauernhofes auszusetzen, doch bringt sie es nicht über´s Herz. Die Schergen des Fürsten Kazbeki, die Panzerreiter, sind ihr auf den Fersen, Grusche entkommt ihnen jedoch immer mit Glück. Im Gebirge gelangt sie endlich zu ihrem Bruder und dessen Frau.

Obwohl sie mit dem Soldaten Simon verlobt ist heiratet sie einen angeblich sterbenskranken Bauern, um Michel durch ein,,Papier mit Stempel" als ihr Kind zu legitimieren. Dieser Bauer erwiest sich aber als kerngesund, sobald ihn die Nachricht über das Ende des Krieges erreicht.

Nach dem Bürgerkrieg, kehrt die Gouverneurin zurück und verlangt die Herausgabe ihres Kindes. Der Fall wird von dem einfachen, aber schlauen Dorfschreiber Azdak verhandelt, der im Krieg zu Amt und Würden gelangt ist und im Volk als Armeleuterichter gilt. In dem nun zu verhandelnden Fall ordnet er an, den Beweis der Mutterschaft zu erbringen, indem er das Kind in einen Kreidekreis stellen läßt. Beide Frauen sollen nun gleichzeitig versuchen, das Kind zu sich aus dem Kreis herauszuziehen. Schlie ßlich erweißt sich Grusche als die wahre Mutter, da sie zuerst los läßt, damit dem Kind kein Leid geschieht. Nicht Erbrecht und Blutsbande entscheiden, sondern wahre Liebe und Aufopferung, die sich durch soziale Mutterschaft gebildet haben.

Meine Meinung:

Die Themen, die Brecht in diesem St ück behandelt sind allgegenwärtig und deshalb finde ich es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen.

Manche Abschnitte, vor allem das Vorspiel, waren etwas verwirrend, weil viele Namen (Vor - und Zunamen) von nicht besonders wichtigen Personen vorkamen. Au ßerdem ist mir die damalige Situation und das System in der Sowjetunion recht fremd.

Im Allgemeinen konnte ich aber das Geschehen des St ückes gut verfolgen und auch Gefallen daran finden, sodass ich es relativ schnell zu Ende gelesen hatte.

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Details

Titel
Brecht, Bertolt - Der kaukasische Kreidekreis
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
3
Katalognummer
V102762
Dateigröße
332 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brecht, Bertolt, Kreidekreis
Arbeit zitieren
Nina Müller-Ramírez (Autor), 2001, Brecht, Bertolt - Der kaukasische Kreidekreis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102762

Kommentare

  • Gast am 3.6.2002

    Also eigentlich.

    finde ich das ganz gut. Nicht viel aber prägnant und informativ.

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