Die ersten Diskussionen um eine Gesellschaft für Freiberufler wurden in den 50er Jahren bereits ge-führt. Aus diesen Diskussionen wurden Gesetzesvorschläge erarbeitet, aber diese sind gescheitert. Erst das Partnerschaftsgesetz (PartGG) von 1994 hatte dann erfolg. Das Gesetz wurde am 10.06.1994 verabschiedet und trat endgültig am 01.07.1995 in Kraft.
Die Freiberufler wollten diese Rechtsform, damit sie überregional und fächerübergreifend bzw. inter-professionell zusammenarbeiten können, und zwar mit einer Regelung der Haftungsfrage. Die Regie-rung wollte dem Streben der Freiberufler in Richtung GmbH entgegenwirken, was sich bei der Gestal-tung der Haftung der Partner zeigen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Entstehungsgeschichte und die Wesenszüge der Partnerschaftsgesellschaft
2. Wesentliche juristische Einzelheiten
2.1 Berufe, die für die Partnerschaftsgesellschaft in Frage kommen
2.2 Firmierung
2.3 Gegenstand der Partnerschaft
2.4 Beginn der Partnerschaftsgesellschaft
2.5 Geschäftsführung
2.6 Vertretung
2.7 Gesellschafterbeschlüsse
2.8 Haftung
2.8.1 Haftung der Partnerschaftsgesellschaft
2.8.2 Haftung der Partner
2.9 Wettbewerbsverbot
2.10 Ausscheiden eines Partners
2.11 Auflösung, Liquidation
3. Die steuerliche Behandlung
3.1 Die Gewinn- und Verlustrechnung
3.2 Die Besteuerung
4. Bestandteile eines Partnerschaftsgesellschaftsvertrags
5. Gegenüberstellung der Partnerschaftsgesellschaft und der GmbH
6. Die Verbreitung der Partnerschaftsgesellschaft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rechtsform der Partnerschaftsgesellschaft als spezifisches Instrument für Angehörige freier Berufe. Ziel ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Haftungsstruktur sowie die steuerliche Behandlung dieser Gesellschaftsform darzulegen und sie zur Verdeutlichung ihrer Besonderheiten der GmbH gegenüberzustellen.
- Entstehungsgeschichte und Charakteristika der Partnerschaftsgesellschaft
- Juristische Detailbetrachtung (Haftung, Geschäftsführung, Vertretung)
- Steuerrechtliche Einordnung und Gewinnermittlung
- Vergleichende Analyse: Partnerschaftsgesellschaft vs. GmbH
- Praktische Aspekte des Gesellschaftsvertrags und der Verbreitung
Auszug aus dem Buch
2.1 Berufe, die für die Partnerschaftsgesellschaft in Frage kommen
In § 1 PartGG ist definiert, dass Partner werden kann, der Angehöriger eines freien Berufes ist. Es wird in dem Paragraphen ein nicht abschließender Katalog von freien Berufen aufgeführt. Er enthält im wesentlichen die Berufe des § 18 EStG (= Einkommensteuergesetz). Bei Zweifeln über die Zugehörigkeit zu einem freien Beruf, ist die Rechtsprechung zu dem § 18 EStG heranzuziehen.
Eine bloße Kapitalbeteiligung ist bei der Partnerschaftsgesellschaft nicht möglich, da alle Partner aktiv in ihrem Beruf arbeiten müssen, um Partner werden zu können.
Ist auch nur ein Partner kein Angehöriger der freien Berufe, so wird aus der Partnerschaftsgesellschaft ein Gewerbebetrieb, der somit gewerbesteuerpflichtig ist.
Bei dem Zusammenschluss von Partnern sind die Berufsrechte zu berücksichtigen. Diese können Verbote enthalten, nach denen ein bestimmter Beruf nicht mit einem anderen Beruf kooperieren darf (Berufsrecht geht vor Gesellschaftsrecht). Dieser Ansatz widerspricht den Gründen der Entstehung dieser Gesellschaftsform. Denn es war gerade gewollt, dass man sich fächerübergreifend zusammenschließen kann.
„Bei sämtlichen interprofessionellen Partnerschaften muss stets gewährleistet sein, dass die Unabhängigkeit der Berufsausübung nicht beeinträchtigt wird. Insbesondere vertragliche Vereinbarungen und Beschränkungen der Geschäftsführung sind unzulässig (vgl. z. B. § 6 Abs. 2 PartGG, § 43 Abs. 1 BRAO, § 56 Abs. 1 StBerG, § 43 Abs. 1 WPO).“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Entstehungsgeschichte und die Wesenszüge der Partnerschaftsgesellschaft: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung und die gesetzliche Verankerung der Partnerschaftsgesellschaft als Rechtsform für Freiberufler.
2. Wesentliche juristische Einzelheiten: Hier werden die organisatorischen und rechtlichen Anforderungen an die Partnerschaft behandelt, inklusive Haftung, Geschäftsführung und Beschlussfassung.
3. Die steuerliche Behandlung: Der Abschnitt beschreibt die Gewinnermittlung mittels Einnahmen-Überschuss-Rechnung sowie die steuerliche Einordnung der Einkünfte der Partner.
4. Bestandteile eines Partnerschaftsgesellschaftsvertrags: Dieses Kapitel nennt die zwingend erforderlichen Inhalte, die bei der Gestaltung eines Gesellschaftsvertrags beachtet werden müssen.
5. Gegenüberstellung der Partnerschaftsgesellschaft und der GmbH: Hier erfolgt ein systematischer Vergleich beider Rechtsformen hinsichtlich Gründung, Haftung, Steuerpflicht und Organstruktur.
6. Die Verbreitung der Partnerschaftsgesellschaft: Das abschließende Kapitel diskutiert die Rezeption dieser Rechtsform in der Praxis anhand verfügbarer Zahlen und Überlegungen.
Schlüsselwörter
Partnerschaftsgesellschaft, Freie Berufe, PartGG, Haftung, Gesamtschuldner, Geschäftsführung, Vertretungsmacht, Freiberuflichkeit, Gesellschaftsvertrag, Steuerliche Behandlung, Einnahmen-Überschuss-Rechnung, Personengesellschaft, Rechtsfähigkeit, Unternehmensrecht, GmbH-Vergleich
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über die Rechtsform der Partnerschaftsgesellschaft, ihre Entstehung, juristische Ausgestaltung sowie ihre Abgrenzung zur GmbH.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Partnerschaftsgesetz (PartGG), den Haftungsregeln für Partner, steuerrechtlichen Aspekten und den Anforderungen an den Gesellschaftsvertrag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifischen rechtlichen Rahmenbedingungen für Freiberufler in dieser Gesellschaftsform verständlich aufzuarbeiten und die Vor- und Nachteile gegenüber einer Kapitalgesellschaft aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine juristische Analyse, die auf der Auswertung des PartGG, relevanter Paragraphen aus HGB und BGB sowie ergänzender Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der juristischen Einzelheiten wie Geschäftsführung, Haftungsfragen, Ausscheiden von Partnern sowie eine steuerrechtliche Einordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Partnerschaftsgesellschaft, Freie Berufe, Haftung, Gesamtschuldner, Geschäftsführung und Personengesellschaft.
Wie wird in der Partnerschaftsgesellschaft die Haftung geregelt?
Partner haften grundsätzlich gesamtschuldnerisch neben dem Gesellschaftsvermögen. Bei beruflichen Fehlern haftet zudem der Partner, der den Auftrag alleine durchgeführt hat, persönlich.
Worin liegt der wesentliche Unterschied zwischen einer Partnerschaftsgesellschaft und einer GmbH?
Die Partnerschaftsgesellschaft ist eine Personengesellschaft für Freiberufler ohne Stammkapitalerfordernis, während die GmbH eine Kapitalgesellschaft mit Haftungsbeschränkung auf die Stammeinlage ist.
- Quote paper
- Tanja Wendland (Author), 2002, Die Partnerschaftsgesellschaft - Entstehungsgeschichte, Merkmale, juristische Einzelheiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10277