Kafka, Franz - Die Verwandlung


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

9 Seiten


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Die Verwandlung - Franz Kafka

Autor

- war 2x mit Felice Bauer und 1x mit Julie Wohrizek verlobt - hat eine tiefe Freundschaft zu Milena Jesenska gehabt (Briefwechsel) - Jesenska hat Kafkas Werke aufs polnische übersetzt
- bei Kafka gibt es immer wieder Anspielungen auf seine Biografie - Gregor hat sich in einem Hutladen beworben - Felice Bauer trug immer große Hüte
- die Frauen in Kafkas Werk: unfraulich, selbstsüchtig, stehen immer für etwas Böses, bei Kafka gibt es keine Liebe zwischen Mann und Frau
- Kafka spricht in Prag deutsch - gehört zur Minderheit, ca. 20 % sprechen statt tschechisch deutsch (Konflikte, Isolation, Kommunikationsprobleme)
- er ist Jude, Vater von Kafka war streng jüdisch orthodox - Kafka war nicht gläubig - Auseinandersetzung wegen Religion
- Kafka starb an Tuberkulose mit 34 in Wien (Grab in Prag) - er arbeitete in einer Versicherungsgesellschaft und war Jurist
- Kafka sagte, alle seine Werke sollen vernichtet werden - „Die Verwandlung“ kann man dem Expressionismus zuordnen (Autoren: Egon Erwin Kisch [„rasende Reporter“], Franz Werfel, Rainer Maria Rilke

Begriff

- Verwandlungen von Mensch in Tier ist nichts Neues in der Literatur (zB Faust: Mephisto - Pudel; Metamorphosen - Ovid; griechische Sagen - Zeus nähert sich den Frauen als Tier)
- Nur ist der Unterschied der, das diese Verwandlungen aus der Übernatürlichen / fantastischen Sphäre kommen
- Die Verwandlung von Kafka wird als wirklich / real geschildert
- Bis zum Schluss wartet man darauf, warum Gregor zum Käfer geworden ist - Kafka gibt aber nicht die Lösung
- Gregor findet sich mit dem Käferdasein ab, er versucht nicht wieder zum Menschen zu werden

Art des Käfers

- er ist ein schwarzer, glänzender Totenkäfer - er ist ein Aasfresser (wie eine Hirschkäferfrau)
- weiches Körperende - 2 Fühler - 2 Beinreihen - er ist lichtscheu - hasst Feuchtigkeit - frisst Abfälle - halb verfaultes Gemüse - liebt alten Käse
- ist ca. 90 cm groß (wie ein Hund) - von der Bedienerin als Mistkäfer bezeichnet

Wohnung

- Kafka hatte ein Zimmer so wie Gregor mit Kleiderschrank, Schreibtisch und Liegesofa (Kanapée)
- Aussichten aus Kafkas Zimmer und Gregors sind nicht identisch
- Gregors Zimmer ist von allen Seiten eingekreist - er ist vom Bannkreis der Familie unterworfen - ist von allen Familienmitgliedern durch Türen isoliert
- Kafka selber verwehrt sich gegen die Zeichnung des Insekts - er will, dass es sich jeder selber vorstellt

Aufbau

- besteht aus 3 Kapitel
- das 1. Kapitel beschäftigt sich mit Gregors Beruf
- das 2. Kapitel beschäftigt sich mit dem Verhalten der Familienmitglieder
- im 3. Kapitel sieht er sich selber

Sprache

- präzise, glasklare, logische Sprache - Verzicht auf Stimmungselemente - neigt zu Schachtelsätzen
- Kafka ist dem Expressionismus zuzuordnen - es gibt keinen großen Kontrast zwischen der nüchteren, sachlichen Sprache und den albtraumhaften Geschehnissen - Sprache ist leicht verständlich

Gliederung

- Schilderung aus der Perspektive der Hauptfiguren
- Kafka ist ein Fanatiker des personalen Erzählens - stellt seine Identifikation mit den Erlebnissen der Hauptfigur dar

Verwandlung Gregors - kann man es als Albtraum sehen?

- Gregor stellt Familie auf die Probe, ob sie wirklich von ihm abhängig sind

- Probleme:

Entfremdung generell Gregor in seinem Beruf

harte Arbeitsbedingungen - lange Arbeitszeiten - Kontrolle vom Prokuristen - Bedrohung durch Prokurist - Kritik am System (an der Ausbeutung) - Gesellschaftskritischer-sozialkritischer Ansatz

- Entfremdung von der Familie

Ausbeutung von der Familie - nehmen, aber geben nichts - sie lieben ihn nicht - geben ihn keine Wärme und Geborgenheit als er Käfer ist, ist er für die Familie nutzlos - Vater will ihn töten - schimpft ihn Parasit - als er tot ist, sind alle glücklich

- Entfremdung gegenüber dem eigenen Ich

Selbstkomplexe - Nichtausgelebter Konflikt mit dem Vater - Eltern sind autoritär - Vater demütigt, misshandelt und missachtet ihn - kapituliert - Niederlage des Sohnes, der den Kampf mit dem Vater nicht gewonnen hat

- Entfremdung vom weiblichen Geschlecht

nicht möglich für ihn, eine dauerhafte Beziehung einzugehen - Ersatz: Schwester

Entstehungsgeschichte

- Kafka schreibt an Felice Bauer, mit der er sich 2x verlobt hat, in der Nacht vom 17.11.1912, dass er eine Geschichte angefangen habe und er will diese in einem Zuge beenden

- er teilte mit, dass er die Geschichte vom 6 - 7. Dezember geschrieben habe

- sein Freund Max Brot brachte das Buch heraus

Inhalt

- Das 1. Kapitel beschreibt 1 Tag - beschreibt die Reaktionen der Familienmitglieder auf die Verwandlung

- Krotesk ist, dass Gregor als Einziger Ruhe bewahrt - er empfindet seine Gestalt als Belastung für die Familie

- Das 2. Kapitel umfasst eine Zeitspanne von 1 Monat - beinhaltet die soziale Verwandlung der Familienmitglieder

- Vater übernimmt die soziale Verantwortung der Familie - und bewirft Gregor mit Äpfel (Vater-Sohn-Konflikt) - Vater wollte Gregor vernichten

- Mutter will es verhindern

- Im 3. Kapitel sind die Familienmitglieder müde, abgearbeitet - es zeigt einen neuen Zustand der Familie - Käfer wird in seiner Pflege vernachlässigt - sein Zimmer wird als Abstellkammer verwendet

- Gregor wird vom Violinenspiel der Schwester angelockt (Grete = 17) - die Zimmerherren wissen das Violinenspiel nicht zu schätzen

- Schwester will, dass Gregor verschwindet - doch am nächsten Tag fand ihn die Dienerin tot vor

- die Familie Samsa erkannte erst jetzt, dass Gregor sehr mager war - Gregor wird im Bewusstsein der Familie ausgelöscht - er wird nur mehr als ES bezeichnet

- Die Familie Samsa will eine neue Wohnung - machen eine neue Lebensplanung - werfen auch die Zimmerherren raus

Interpretation

- Gregor weigert sich zu essen - er ist Hungerkünstler - verweigert aber keine geistige Nahrung (Musik - Schwester spielt Geige, Musik als geistige Nahrung)
- Mensch ist ausgeliefert in einer anonymen Welt - Kommunikationslosigkeit
- das irrationale bricht ins Werk ein - Verwandlung in den Käfer - wird als Selbstverständlich hingenommen
- fast in jedem Werk: Auseinandersetzung mit dem Vaterbild (Vater ist übermächtig) - sie wird offen oder verdeckt geführt - Vater will Gregor töten indem er Gregor die Äpfel auf den weichen „Rücken wirft“
- das Bedrohliche im Alltagsleben: es geschehen unheimliche Dinge
- Helden gelangen nie ans Ziel - verirren sich in einer Hierarchie von Instanzen (Labyrinth) - oft heißen sie auch K... (Bezug zu Kafka)
- Lebensexistenzängste sind typisch - Helden werden von Unenträtselbahren Mächten des Zufalls / Schicksals bedroht
- Bezeichnung von rationalen und irrationalen Verflechtungen - magischer Realismus
- Leben = Albtraum - Aufheben der Wirklichkeit, Helden verstricken sich in Schuld
- Seine Werke haben alle Gleichnischarakter - parabelhafte Struktur seiner Werke
- Sprachlosigkeit und Kommunikationslosigkeit ist normal für die Figuren Kafkas

Charakteristik:

Mutter

vor der Verwandlung

- zurückgezogen, passiv - krank (Asthma)

nach der Verwandlung

- Vermittlerin zwischen Vater und Sohn - hält Vater ab Gregor zu töten - konfliktscheu

- wird ohnmächtig - übernimmt Heimarbeit (stickt) - passive, farblose Persönlichkeit - Ödipale Situation (Vater-Sohn-Beziehung - Konkurrenzverhältnis um die Mutter)

Gregor

vor der Verwandlung

- ehrgeizig - unmenschliches Arbeitsverhältnis - angstbehaftet - fürchtet sich vor der Firma - ist Handlungsreisender (Textilhändler - verkauft Handtücher)

- Auseinandersetzungen mit dem Vater - hat kein Privatleben - ist der einzige Ernährer der Familie

nach der Verwandlung

- verbirgt sich unter einem Leintuch um der Familie seinen Anblick zu ersparen - krabbelt an der Decke herum
- versucht nicht aus dem Käferkörper heraus zukommen - er nimmt es hin - zuerst wundert er sich - doch es kümmert ihn nicht
- hat ständig Schuldgefühle seiner Familie gegenüber - möchte niemandem zur Last fallen
- er isst am Schluss nichts mehr - nur geistige Nahrung (Violinenspiel seiner Schwester)
- sein Zimmer wird als Abstellkammer gebraucht - es werden auch die Möbel herausgenommen
- Vater drängt Gregor in die Illusion

Grete

vor der Verwandlung

- 17 Jahre alt - hilfsbereit - Gregor übernimmt die Vaterrolle für seine

Schwester - künstlerische Ader „höheres Töchterchen“ - hat komische Beziehung zu Gregor

nach der Verwandlung

- lernt Steno und Französisch, Verkäuferin
- füttert Gregor - behandelt ihn wie ein Haustier - verweigert Kommunikation - vernachlässigt Bruder - Tod des Käfers macht sie zu einer Frau

Vater

vor der Verwandlung

- bequem - keine Arbeitstätigkeit - lässt sich gehen - erfolglos, schwerfällig - lethargisch (lustlos) - Vater-Sohn-Konflikt

nach der Verwandlung

- ist Familienoberhaupt - trägt zuhause Uniform (Bankbeamter) - zusätzliche Einnahmequelle: 3 Zimmerherren (Mieter)

- geht zur Arbeit - übernimmt Zukunftsplanung für die Familie - legt finanziellen Verhältnisse offen - kann Familie 2 Jahre versorgen, ohne dass wer arbeiten geht

- aggressive Wutgestaltung gegen Gregor - bewirft Gregor mit Äpfel - vollständige Herstellung der Autorität der Familie

9 von 9 Seiten

Details

Titel
Kafka, Franz - Die Verwandlung
Autor
Jahr
2001
Seiten
9
Katalognummer
V102782
ISBN (eBook)
9783640011629
Dateigröße
348 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kafka, Franz, Verwandlung
Arbeit zitieren
Christina Wlaschitz (Autor:in), 2001, Kafka, Franz - Die Verwandlung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102782

Kommentare

  • Gast am 21.10.2008

    Brot?.

    Ich denke, sein Freund heißt Max Brod, nicht Brot!

  • Gast am 24.10.2007

    1A !!.

    ich kann mich nur anschließen, absolut spitze! nur hätte ich es noch besser gefunden, wenn du textbelege mit eingebracht hättest !

  • Gast am 24.3.2003

    Gelungen.

    Durch die Stichpunktartige Struktur des Textes, wirkt dieser an manchen Stellen etwas unverständlich und dürftig.
    Insgesamt ist es aber ein gelungener Text.

  • Gast am 2.9.2002

    PERFEKT.

    Vielen Dank. Deine Ausarbeitung hat genau das Thema meines Vortrags getroffen. Danke nochmals.

  • Gast am 24.6.2002

    Also, wunderbar...hat mir dat leben gerettet :-).

    Danke, Danke, Danke...!!!!1
    Schreib moin Deutsch-Arbeit darüber...
    wunderbar!!!1

  • Gast am 11.6.2002

    sehr gute Ansätze.

    Der Aufbau ist sehr gut gelungen, allerdings sollte man noch hinzufügen, dass der letzte Abschnitt des Buches, indem die Fahrt der Familie ins "Grüne" beschrieben wird ein sehr wichtiger Abschnitt für die Interpretation des gesamten Buches ist...diesen Abschnitt kann man entweder satirisch deuten und damit implizieren dass Gregor als Aussenseiter keine Chance hat sein Leben zu gestalten wie er will. Er kann als Rebell gegen die Normen nicht existieren. Dies ist eine Kritik Kafkas an der Gesellschaft, inder man gezwungener Massen mit dem Strom schwimmen muß, da man sonst nich lebensfähig ist und ausgegrenzt wird.

  • Gast am 2.6.2002

    Genial!!!.

    Einfach genial !!!

  • Gast am 6.5.2002

    Einsame Spitzenklasse.

    Es ist genau das wonach ich gesucht habe...kurz aber kompakt ;.)

  • Gast am 4.3.2002

    Die Verwandlung.

    Danke.... Leben um einiges leichter gemacht.

  • Gast am 3.3.2002

    Holla.

    Schoenes Ding

  • Gast am 2.2.2002

    Kafka, Franz- Die Verwandlung.

    Ist echt gut gelungen, enthält viele wichtige Informationen!

  • Gast am 11.12.2001

    supi.

    net schlecht!!

  • Gast am 11.11.2001

    grossartig!.

    Ihr Beitrag ist genau das, wonach ich gesucht habe. er ist kurz, aber komplex. Danke schön!

  • Gast am 10.10.2001

    Ganz große Klasse..

    Alle wichtigen Informationen sind sehr übersichtlich und prägnant zusammengefaßt. Sehr gutes Referat.

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Titel: Kafka, Franz - Die Verwandlung



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