Goethe, Johann Wolfgang von - Faust I


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

28 Seiten


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Faust I - Johann Wolfgang Goethe

Biografie - Johann Wolfgang Goethe

- geboren am 28. August 1749 als Sohn des reichen Juristen Johann Casper Goethe (seit 1742 Kaiserlicher Rat) und Catharina Elisabeth Textor (seit 1748 verheiratet) in Frankfurt am Main

- von 6 Kindern überlebten nur er und die 1 Jahr jüngere Schwester Cornelia

- wuchs in geordneten Verhältnissen im gebildeten Bürgertum auf, streng religiöse Erziehung - tägliches Bibelstudium

- Mutter: ruhiger Pol - Ursprung seines poetischen Elementes

- 1777 Tod Cornelias nach kurzer Ehe mit Goethes Freund Johann Georg Schlosser

- 1782 Tod des Vaters - Mutter nur noch 3x besucht

- lernt Latein, Griechisch, Französisch, Englisch, Italienisch, Hebräisch, las Äsop, Homer, Vergil, Ovid „1001 Nacht“, Dafoe, Schnabel, ...

- erschüttert durch das Erdbeben von Lissabon am 01.11.1755 und dem 7-jährigen Krieg zw. Preußen und Österreich

- Jänner 1759 - Besetzung Frankfurts durch die Franzosen - Stadtkommandant Graf Francois de Thoranc im Haus der Familie Goethe einquartiert

- mit 13 - 1. Gedichtband, 1. Drama und „Poetische Gedanken über die Höllenfahrt Jesu Christi“

- mit 14 das 1. Mal unglücklich verliebt in ein Mädchen, das Goethe selbst Gretchen nennt

- 03. Oktober 1765 gegen seinen Willen Rechtsstudium in Leipzig

- 1. wirkliche Liebe zu Anna Katharina (Kätchen), Verarbeitung im 1. Schauspiel: „Laune des Verliebten“

- 1. Krise: 1768 schwerer Zusammenbruch (1,5 Jahre Genesung unter der Obhut der Susanna Katharina von Kletterberg / des Arztes J. F. Metz)

- Ostern 1770 Aufbruch nach Straßburg, um Studium zu beenden (Goethe = Perfektionist)

- neue Liebe in Sesenheim: Friederike Brion, Tochter von Johann Jakob Brion

- Entstehung von „Willkommen und Abschied“, „Mailied“, „Heidenröslein“

- 06. August 1771 letzter Besuch bei Friederike

STURM UND DRANG

- Rechtsanwalt beim Schöffengericht in Frankfurt - nur 28 Prozesse in 4 Jahren

- Ende 1771 in nur 6 Wochen vollendet er die „Geschichte Gottfriedens von Berlichingen“

- Mai 1772 geht als Praktikant ans Reichskammergericht in Wetzlar - Freundschaft mit Johann Christian Kestner und Charlotte Buff - geht nach Mercks Rat zurück nach Frankfurt

- Cornelia (Schwester) heiratet Schlosser, Lotte heiratet Kestner ohne Goethe zu informieren, Legationssekretär Karl Wilhelm Jerusalem begeht aus Liebeskummer Selbstmord

- 1774 „Die Leiden des jungen Werther“ - unerwarteter Erfolg - erfolgreichster Schriftsteller

- 1773-1775 Krise: Goethe verbrennt seinen eigenen Werke und veröffentlicht nur noch wenig

- „Urfaust“ - Hinrichtung der Kindermörderin Susanna Margarethe Brandt 1772 in Frankfurt

- April 1775 Verlobung mit Lili Schönmann - Bindungsangst - Auflösung der Verlobung

- 30. Oktober 1775 Reise Richtung Weimar auf Einladung des Erbprinzen August von Sachsen-Weimar-Eis.

- 07.November 1775 Ankunft in Weimar - politischer Werdegang: Juni 1776 - Geheimer Legationsrat im Weimarischen Staatsdienst, 1779 - Ernennung zum Kriegskommissar, 1782 - Leitung der Kammer, der obersten Finanzbehörde

- engerer Freundeskreis: Herder, Knebel, Corona Schröter und Wieland

- Liebe zur melancholischen, schwerterähnlichen Charlotte von Stein ( = Besänftigerin, Engel, Madonna) - Wandel vom egozentrischen Verhalten zum Streben nach Reinheit

- Feber/März 1779: erste Fassung von „Iphigenie auf Tauris“

- ab Herbst 1779 - tiefe innere Krise - Entfernung von Politik - 1782 Adelsdiplom - Beginn der naturwissenschaftlichen Studien 1784 - Nachweis des Zwischenkieferknochens beim Menschen vor Darwin wies Goethe auf die „Evolution“

- 03. September 1786 - Goethes Abreise nach Italien gleicht einer Flucht

ITALIENISCHE REISE

- Goethe reist inkognito unter den Namen „Johann Philipp Möller“ nach Italien - inspiriert von der italienischen Umgebung, schrieb „Iphigenie“ in Jamben

- 29. Oktober 1786 - Ankunft in Rom - Aufenthalt 4 Monate

- Feber - Juni 1787 - Reise nach Süditalien / Sizilien - Wissenschaftliche Studien: Erfindung der Urpflanze

- 2. Aufenthalt in Rom - ca. 1 Jahr - intensives Schaffen, 23. April 1783 schwerer Abschied von Rom

EVOLUTION UND REVOLUTION

- Isolation und Unzufriedenheit in Weimar - 1789 Bruch mit Charlotte von Stein - intimes Verhältnis zu Christiane Vulpius

- offiziell noch Mitglied im „Geheimen Conseil“

- kaum poetische Werke - mehr naturwissenschaftliche (Die Metamorphose der Pflanzen)

- Teilnahme am Feldzug der Koalitionsarmee gegen Revolutionsarmee - desinteressiert - 30 Jahre später: „Die Kampagne in Frankreich“

DAS JAHRZEHNT MIT SCHILLER

- Goethe brachte Schiller von seinen philosophischen Spekulationen ab, Schiller brachte Goethe zurück zur Poetik, „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, und nahm die Arbeit an „Faust“ wieder auf

- 1799 Schiller siedelt nach Weimar über - Weimar = Zentrum deutscher Kultur

- Beziehungen zu W. und A. von Humboldt, Fichte, Schelling, Tieck, Novalis, Hegel, ...

- Gründung der „Weimarer Kunstfreunde“ durch Goethe, Schiller und Meyer

- 1805 beide schwerkrank, 09. Mai 1850 Tod Schillers

- versuchte Vollendung des Schiller-Fragmentes „Demetrius“ - schlug fehl

DIE NAPOLEONISCHEN JAHRE

- 19. Oktober 1806 - Trauung mit Christiane Vulpius in der Sakristei der Schlosskirche - Vollendung des „Faust“

- Bewunderer Napoleons - naturwissenschaftliche Studien: „Metamorphose der Tiere“ und Arbeit an der „Farbenlehre“, die 1810 erscheint

- 1807 - Beginn der „Wilhelm Meisters Wanderjahre“

- 1808 Tod der Mutter

DER WELBÜRGER

- Juli 1815 - Einladung von Stein durch die Rheinprovinz zu reisen

- 06. Juni 1816 - Tod Christiane

- 1817 - Rücktritt vom Direktorium des Hoftheaters wegen Intrigen der Caroline Jagemann - zog sich ins Private zurück - keine Reisen mehr - intensive Arbeit - Öffnung seines Hauses für die Welt - patriarchalisches Verhalten zu seinem Sohn

- 1822 - väterliches Verhältnis zu Ulrike von Levetzow - entwickelt eine intensive Liebe - Heiratsantrag

- 1830 - Tod seines Sohnes in Rom (5 Kinder - nur 1 Sohn überlebt)

- 22. Juli 1831 - „Faust - 2. Teil“

- 22. März 1832 - Tod Goethes

Sturm und Drang

Zeit

- 1767 - 1785 (kurze lit. Periode)

Autoren

- Goethe
- Schiller

1789

- franz. Revolution ist im Entstehen
- aufgeklärter Absolutismus

Kennzeichen

- Dominanz von Gefühlen
- Genie (Kraftprotz)
- Freiheit - Konflikt mit Staat, Gesetz, Absolutismus
- Verzicht auf Regelwerke zur Dichtkunst - Kraftausdrücke, Sprachzerfall
- Verzicht auf 3 Einheiten nach Aristoteles (Ort, Zeit, Handlung)
- heftige Szenen
- Naturlyrik

wichtige Werke

- Epik:

Werther (Briefroman)

- Lyrik:

Ballade, Naturlyrik, Stimmungslyrik

- Drama:

Goethe: „Götz von Berlichingen“

Schiller: „Die Räuber“

„Kabale und Liebe“

Vorbild

- Shakespeare
- Voltaire
- Racine

Begriff

- 1776 Wirrwarr
- Drama von Maximilian Klingel

Autoren

- 20 - 30 Jahre alt
- Kleinbürgertum (Goethe wohlhabend)
- Gruppenbildung

Kontakt

- sozialer Kontakt
- Briefwechsel
- private Lesungen

Weimarer Klassik

Zeit

- 1786 - 1805
- Goethes ital. Reise - Schillers Tod - sahen sich nicht als Klassiker an

Definition

- Klassik: lat. classicus = röm. Gesetz
- bezeichnet einen Bürger, der der höchsten Steuerklasse angehört

- heute:
- ästhetischer Normbegriff
- vermittelt zeitlose Gültigkeit
- verfügt über hervorragenden Wert

- klassisch - mustergültig
- lit. Epochenbegriff: in bestimmten Ländern
- bezeichnet man manche lit. Epochen als klassisch

Literaturgeschichte

- Vorläufer: Sturm und Drang
- im Anschluss entsteht Romantik
- Heinrich von Kleist = nicht eindeutig zuordbar

historischer Hintergrund

- 1789: franz. Revolution
- zunächst: finden die Ideen der franz. Revolution
- Anerkennung, später distanzieren sich die „Klassiker“ von den Greueltaten d. Jakobiner

Vorbild

- Antike
- „Goldenes Zeitalter“
- klassisch = an der Antike orientiert
- initiatur = Johann Joachim Winkelmann, beeinflusst auch Goethe

Inhalte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der W eimarer Kreis

- Goethe
- Schiller
- Fichte
- Humboldt
- Herden

Drama

- Schiller reift seit dem Drama „Don Charlos“ zum Klassiker

- 5 Akte-Schema

- wenig Figuren

- vorherrschend Monologe, Chor

- Themen

- zeigt den Menschen im Konflikt mit der Gesellschaft

- Im Drama werden uns Ideale/klassische Helden vorgeführt

- reine Utopie

- der klassische Held hat eine Vorbildfunktion

- Ziel

- Erreichung der Sittlichkeit, Erziehung

- Lyrik: Schiller: Gedankenlyrik

- Lyrik: Goethe: Stimmungslyrik

- röm. Elegien

- westöstl. Diwan

Wirkung der Klassiker

- Goethe, Schiller - kaum gelesen und gespielt
- Literatur für Elite
- erfolgreich: IFFLAND, KOTZEBUE

Topautoren

- Goethe
- Schiller
- Lessing
- Herder
- Jean-Paul

Zur geschlossenen Form des Dramas

- klassisches Drama: 5 Akte
- Höhepunkte (Klimax)
- Gustav Freytag
- „Technik des Dramas“ (1863)

1. Einleitung

- Einführung in die Hintergründe
- Nennung von Ort, Zeit, Personen
- so ausführlich um der Gesamthandlung folgen zu können

2. Steigerung

- ein Ergebnis
- Entscheidung verändert das Leben der Helden
- Spannung
- Steigerung

3. Höhepunkt

- bringt die Umwelt des Geschehens „PERI PETIE“
- Verkehrung der Situation in das Gegenteil

4. Akt

- Fallende Handlung (Tragisches Moment
- Hinauszögerung des Unterganges der Helden
- Verzögerung des glückl. Ausganges der Komödie

5. Akt

- Schluß
- Untergang des Helden (Tragödie)
- Klärung aller Missverständnisse - Lösung

Schiller hält sich grundsätzlich an dieses Schema, weicht aber dort ab, wo es inhaltlich notwendig ist.

offenes Drama

- Lenz: „Die Soldaten“
- Büchner: „Woyzeck“

FAUST I

Textsorte

- Drama
- Faust I, II

Aufbau

- Zuneigung, Vorspiel auf dem Theater
- Prolog im Himmel (Wette zw. Gott und Mephisto)
- Der Tragödie erster Teil
- 25 Szenen (keine Akteinteilung)
- 4612 Verse

Personen

- Faust
- Mephisto
- Schüler Wagner
- Margarethe - Gretchen
- Bruder von Gretchen - Bruder Valentin
- Hexen

Entstehungsgeschichte

- mit 24 Jahren am Faust zu arbeiten begonnen, mit 82 Jahren beendet verschiedene Fassungen:

- Urfaust (Prosa; 1775 Weimar; Sturm und Drang Periode)
- 1788 arbeitet Goethe in Rom und Weimar am Faust weiter -
- 1790 (Fragment; Verse)
- 1797 Schiller drängt Goethe zur Weiterarbeit
- 1797 - 1801 Weiterarbeit
- 1806 schreibt er weiter
- 1808 erscheint Faust I in der jetzigen Fassung

Biographie/historische Voraussetzungen

- 1 Person:

- aus dem 16. Jahrhundert, Georg Faust (später: Johann Faust)
- geb. 1480 in Knittlingen
- Naturwissenschaften: Alchimist, Zauberer, Astronom, schwarze Magie
- zieht durch Europa
- stirbt bei misslungenem Experiment
- man sagte, der Teufel hat ihn geholt - Vorbild für Faust

- 2. Person

- 1772 wurde die 25-jährige Susanne Margarethe Brand wegen Ermordung des unehelichen Kindes hingerichtet
- Vorbild für Gretchentragödie

Sprache

- Reim: Knittelverse, fünfhebiger Jambus, freie Rhythmen, Alexandriner, Knittelvers, Terzinen, Trimeter, Madrigalvers
- Prosa
- Sprache ist realistisch, teilweise gebunden / teilweise ungebunden

Schauplatz und Zeit

- 16. Jahrhundert
- Studienstube von Faust
- Himmel
- Hölle
- Deutschland
- Auerbachskeller (Lokal für Studenten)
- Hexenküche
- Haus der Nachbarin Marthe
- Garten der Nachbarin Marthe
- Höhle
- Gretchens Zimmer
- Brunnen
- Harzgebirge
- Feld
- Margarethe im Kerker

Inhaltsangabe

„Prolog im Himmel“; Vers 245

- 3 Erzengel (Raphael, Gabriel und Michael) rühmen Gott und die Welt
- Mephisto findet Gott und die Welt schlecht
- Gott wendet Mephistos Aufmerksamkeit auf Faust
- Mephisto schlägt mit einer Wette Gott vor, Faust vom rechten Weg abzubringen.

„Nacht“; Vers 355

- Faust, mittelalterlichen Universitätsprofessor, „Paradeintellektuelle“
- Studium der Medizin, Theologie, Juristerei, Philosophie
- hat weder in der Wirtschaft, noch bei seinem Studium zu seinen inneren Frieden gefunden
- er sucht nach dem Sinn des Lebens, nach dem Wesentlichen
- möchte wissen, „was die Welt im Inneren zusammenhält“
- Faust verzweifelt, warum er diese Fragen nicht klären kann
- will mit Hilfe der Magie die Fragen klären (Beschwörung des Erdgeistes)
- Faust will sich umbringen, da ihm der Erdgeist nicht hilft
- er hört jedoch Osterglocken und verzichtet auf den Suizid

„Vor dem Tor“; Vers 808

- Es folgt ein Osterspaziergang
- Faust wird wieder von der Lebensfreude erfüllt
- es begegnen ihm viele Leute, die ihn als Arzt schätzen
- Schüler Wagner, der nur nach Wissen strebt, kann die Gefühle Fausts nicht verstehen; die beiden werden von einem Pudel begleitet

„Studierzimmer“, Vers 1178

- Faust versucht das Johannesevangelium zu übersetzten
- Aus dem Pudel wird durch die Beschwörung Mephisto - fahrender Schüler
- Faust ist noch nicht reif für den Pakt, deshalb wird er von Mephisto in einen traumreichen Schlaf versetzt um ihn für den Pakt vorzubereiten.
- Nach dem Erwachen schließt Faust mit Mephisto den Pakt mit Blut.
- Statt Pakt - Vertrag zw. gleichberechtigten Vertragspartnern
- Mephisto breitet den Zaubermantel aus und beginnt mit Faust seine Reise um die Welt.

„Auerbachs Keller in Leipzig“; Vers 2073

- Faust wird hier mit singenden, lärmenden Studenten konfrontiert
- Mephisto gibt Zauberkunststücke zum Besten.
- Faust langweilt sich
- Sie verlassen den Auerbachs Keller.

„Hexenküche“; Vers 2337

- Gegenpol zum Studierzimmer
- Faust wird durch den Zaubertrank der Hexe verjüngt
- er sieht im Zauberspiegel das Gesicht der Helena (= schönste Frau der Welt)
- er wird von sexueller Begierde erfasst
- Hier wird schon das Zusammentreffen mit Gretchen erahnt.

„Die Straße“; Vers 2605

- Faust begegnet Margarethe, die von der Beichte heimkehrt
- Voller Begehren verlangt er von Mephisto nach dem Mädchen
- Gretchentragödie:
- Liebe - Schuld - Erlösung
- Tragische Liebesgeschichte (Faust und Gretchen)
- großer Alters- und Bildungsunterschied
- kein spontanes Erlebnis
- Mephisto - Kuppler, Verführer, Erfüllungshilfe zerstört
- Gretchen: schön, jung, naiv, kinderlieb, „Unschuld vom Lande“

„Abend“; Vers 2077

- Margarethes Zimmer, Mephisto versteckt ein Kästchen mit Schmuck
- Gretchen findet ihn, setzt sich vor den Spiegel um ihn anzulegen

„Spaziergang“; Vers 2805

- Gretchens Mutter hat den Schmuck dem Pfarrer übergeben
- Faust verlangt von Mephisto einen neuen Schmuck

„Der Nachbarin Haus“; Vers 2865

- Marthe Schwerdtlein und Mephisto
- Sexuelle Annäherung
- kokett
- Anbiederung
- Mephisto stellt nochmals Schmuck bereit und teilt Marthe Schwerdtlein den Tod ihres Gatten mit.

„Straße“; Vers 3025

- Faust ist von seiner Leidenschaft besessen

„Garten“; Vers 3073

- Mephisto versteht es durch Komplimente Marthes Zuneigung zu erregen

- Faust wird von Margarethe im Gartenhäuschen empfangen und erhält von ihr den ersten Kuss

„Wald und Höhle“; Vers 3217

- Faust ist jetzt im Zwiespalt von Liebe und Begehren
- er hofft in der Natur fertig zu werden
- Jedoch kann ihn Mephisto verlocken

„Gretchens Stube“; Vers 3374

- Am Spinnrad sitzend wartet Gretchen auf ihren Geliebten.

„Marthens Garten“; Vers 3413

- Gretchen fragt Faust nach seiner Religion
- Faust gibt ihr für die Mutter einen Schlaftrunk mit um mit Gretchen die Nacht verbringen zu können.

„Am Brunnen“; Vers 3544

- Beginn der Tragödie
- Gretchen hört, wie ein Mädchen des Ortes von einem Verführer verlassen worden war
- Sie nimmt ihr eignes Schicksal vorweg

„Zwinger“; Vers 3587

- Gretchen kniend vor einem Andachtsbild
- Mutter ist am Schlaftrunk gestorben, sie selber fühlt sich Mutter werden

„Nacht“; Vers 3620

- Straße vor Gretchens Tür
- Bruder Valentin verklagt über den verlorenen Ruf seiner Schwester
- wird getötet von Fausts Schwert, die Klinge wird von Mephisto geführt.

„Dom“; Vers 3376

- Gretchen hört nichts vom Gottesdienst, sondern nur die Stimme ihres Gewissens
- fällt wegen Schwangerschaft in Ohnmacht

„Walpurgersnacht“; Vers 3835

- 30. April - 1. Mai
- Nacht der Walpurgis
- Hexentreffen im Harzgebirge am Brocken
- Hexenkult - Sinnlichkeit
- Hexen verkörpern das Triebhafte
- diese räuml. Entfernung lässt ihn Gretchen vergessen (1 Jahr)

in der Zwischenzeit

- Kindsmord
- Todesurteil
- Einkerkerung

2 magische Szenen

- Hexenküche
- Walpurgisnacht
- Das Dämonische erfasst alle Sinne von Faust

Faust mischt sich unter das wüste Treiben in der Walpurgisnacht. In der Ferne sieht er ein blasses schönes Kind, das ihn an Gretchen erinnert.

„Offenes Feld“; Vers 4398

- Auf der Hinrichtungsstädte warten schon die Geister
- Faust und Mephisto fliegen mit Zauberpferden vorbei

„Kerker“; Vers 4403

- Faust kommt mit Schlüssel und Lampe um das Gretchen zu befreien
- Gretchen ist wahnsinnig: Lied vom Wacholderbaum

Bewertung der Tat

- Gretchen hat im Wahnsinn ihr Kind ertränkt

Gretchens Hingabe an Faust

- ihr Liebesopfer war umsonst
- Liebe ist zerbrochen
- eine Rettung ist menschl. und gesellschaftl. sinnlos geworden
- Gretchen nimmt den Tod bewusst an (4445 - 4498)
- sie kritisiert die gesellschaftliche Moral - steht für Goethes Meinung
- Gretchen bringt ein radikales Liebesopfer (4578) ohne Rücksicht auf Eigeninteresse.
- Sie bewahrt für sich die (reine) wahre Liebe für den Mann, den sie über alles liebte.
- Gretchen verzichtet auf die Rettung, übergibt sich dem Gericht Gottes

- ringt mit Mephisto - gewinnt, hat das letzte Wort

Gretchen ist nur eine Episode auf seinem Drang nach Lebensgenuß.

Religion

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Interpretation

- Tragödie, in 2 Teilen verfasst
- Einheit von Ort, Zeit und Handlung ist nicht gegeben
- Zeitraum ist groß, da Faust im 2. Teil Zeitsprünge vornimmt, im 1. Teil erstreckt sich die Handlung auf 80 Jahre
- Schauplatzwechsel erfolgt fließend und harmonisch - Auerbachs Keller kann man als vorhanden bezeichnen - alle anderen sind erfunden
- Handlung erstreckt sich nur auf Europa
- Drama plädiert dafür, sich mit der Welt auseinander zusetzen, sich nicht zurückzuziehen.
- Faust = das Streben nach dem Höheren - Faust steht allgemein für die Menschheit, die Gott unterworfen ist - selbst seine Bildung kann ihm keine Befriedigung schenken, da er zu engstirnig und stur ist
- Mephisto bildet den Gegenpart und stellt das Böse dar - dies ist notwendig um sich der Wahrheit zu nähern - er definiert sich selbst als Geist der Verneinung und Zerstörung - aber indirekt bewirkt er meist Gutes
- Fausts Weg zeigt, dass das wahre Glück nicht in der Gelehrsamkeit, im Lebensgenuss und in der Befriedigung seiner Leidenschaft liegt.
- Wette - ist Ausdruck eines Pessimisten, der daran zweifelt, je zu seiner Befriedigung gelangen zu können - Faust hat die Wette verloren - denn es war eine frevelhafte Wette, die auf dem völligen Unglauben am Leben beruhte und die deshalb im Augenblick verloren war, wo Faust den Glauben am Leben widergefunden hat.
- Mephisto hat auch nicht gesiegt - denn genau das Gegenteil von dem, das Mephisto erwetten wollte, ist eingetreten - Faust hat sich niemals „beruhigt auf das Faulbett gelegt“ und den Augenblick festhalten wollen.
- Wette zwischen Gott und Teufel - es ist alles genau geschehen, wie es Gott vorausgesagt hat - Faust ist ein rechter Mensch geworden - er hat Kraft gefunden, sein Leben zu meistern - das hat ihn schließlich mit tiefer Befriedigung erfüllt.
- Die Enttäuschungen des Lebens haben Faust nicht sinken und untergehen lassen - sie sind vielmehr Ansporn gewesen, nach dem Höchsten zu streben.
- Mephisto und Faust haben ihre Wette verloren - gewonnen hat sie Gott

Gretchenmotiv

- Goethe hat über persönliche Erlebnisse berichtet - in seinem Buch: „Aus meinem Leben“ und „Dichtung und Wahrheit“ erzählt er, wie er als junger Mann in einem Wirtshaus ein Mädchen namens Gretchen kennenlernt - Mädchen macht großen Eindruck auf ihn - sucht sie und findet sie schließlich in der Kirche
- auch andere Ereignisse: - er ist beeindruckter Zeuge des Prozesses gegen die Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt, die am 14.01.1772 hingerichtet wird - Goethe ist zu dieser Zeit vom Rechtsstudium an der Universität Straßburg nach Frankfurt zurückgekehrt
- Die 24-jährige Susanna Margaretha Brandt wird von einem ihr unbekannten Holländer geschwängert - Sturzgeburt - Susanna tötet das Neugeborene

Charakteristik:

Faust

- eine Hochschulreife wurde nach der anderen erlangt - gilt als Inbegriff höchster Gelehrsamkeit - hat weder in den Schriften, noch bei seinen Versuchen den inneren Frieden gefunden
- verlangt nach Erkenntnis - Pakt mit Mephisto - jedes befriedigte Bedürfnis bringt neue Wünsche hervor - Wette mit Mephisto, dass es ihm nicht gelingen wird
- mit Blut verschreibt sich Faust dem Teufel und tritt mit ihm eine Welt- und Lebensreise an - Pakt mit dem Teufel bedeutet für Faust die Ablenkung von seinen Qualen, er hofft, dass an die Stelle des Wissensdranges die Erfahrung von Schmerz und Genuss tritt.
- Als Faust Gretchen lieben lernt - erfährt er zum 1. Mal das stille bescheidene Glück einer kleinen bürgerlichen Existenz - er geniest die reine Liebe und Idylle.
- Als Gretchen spürt, dass Fausts Liebe gewichen ist - nur noch Mitleid und Schulgefühle aneinander binden - klagt sie ihn an und übergibt sich dem Gericht Gottes
- Faust - erfüllt die alte Qual der Begrenztheit und die neue Qual der Schuld - erst im 2. Teil wird Faust zur Klarheit führen, denn nur im Streben, im tätigen Schaffen kann der Mensch Zufriedenheit und Befriedigung finden.
- ist wissbegierig - strebt stets nach Höheren - sehr intelligent - ist auch geduldig

Gretchen

- ist ein einfaches Mädchen, hat nicht viel gelernt und denkt nicht über den Sinn des Lebens nach - das lässt sie den Pfarrer für sich tun.
- ist der Inbegriff des Volkes, des Natürlichen, der Einfalt und Unschuld, verkörpert den positiven Teil der Menschheit
- lässt sich von Schmuck, Gold und Komplimenten betören
- empfindet eine stille, einfältige Liebe zu Faust - doch dieser zerstört sie
- auch wenn sie schuldig wird durch den Mord an ihrem Kind, kann sie erlöst werden - sie wird zur Anklägerin von Faust und hält ihm seine Untaten vor
- ist noch sehr jung und unerfahren - naiv und gutgläubig - auch sehr katholisch - hat von Anfang an ein schlechtes Gefühl, als sie Mephisto sieht

Mephisto (Mephistopheles)

- ist ein Teil der Schöpfung - verfolgt aber ein anderes Ziel als Faust
- zeigt dem Menschen als notwendiger Gegenpol zum Guten der Schöpfung immer das Negative, die Vernichtung, das Böse
- will Gott beweisen, dass die Schöpfung in dem Punkt falsch ist, wo es Menschen gibt, die vernunftbegabt sind, ohne jedoch göttlich zu sein - er muss diese Behauptung in Faust beweisen (damit sich seine Einschätzungen der Schöpfung bewahrheiten) - erst wenn Faust sich nicht mehr vom Tier unterscheidet, wenn er im Moment der Sinnlichkeit vollkommen aufgeht, hätte er recht gehabt.
- Mephisto kann zaubern - hilft Gretchen zu verführen - Mutter und Bruder zu ermorden - Pakt - er bekommt Seele von Faust
- ist machtbesessen und versucht mit allen Mitteln zu seinem Ziel zu gelangen - durch Tücke und Zauberei versucht er sich durchzusetzen - schreckt vor nichts zurück

Wagner

- Schüler von Faust - vertritt aber nicht dieselben Absichten

- ist ein Theoretiker und eher trocken - verfolgt nicht Fausts Ideale

Valentin

- Gretchens Bruder - besitzt großen Stolz - tritt für seine Familie ein - wehrt sich, dass seine Familie in den Schmutz gezogen wird
- hält viel auf Ehre - sein Ehrgefühl lässt in ihn den Tod erleiden

Verhältnis Gott-Teufel

- Streit um die Seele von Faust
- Wette, ob Faust sich verleiten lässt - in wessen Gefahr er sich begibt

28 von 28 Seiten

Details

Titel
Goethe, Johann Wolfgang von - Faust I
Autor
Jahr
2001
Seiten
28
Katalognummer
V102785
Dateigröße
386 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goethe, Johann, Wolfgang, Faust
Arbeit zitieren
Christina Wlaschitz (Autor), 2001, Goethe, Johann Wolfgang von - Faust I, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102785

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