Kriegspropaganda


Ausarbeitung, 2001
2 Seiten

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KRIEGSPROPAGANDA

Hitlers „Mein Kampf“ enthält umfangreiche Stellen, welche sich mit politischer Propaganda sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis beschäftigen, wobei er dem gesprochenen Wort mehr Macht zugesteht als dem geschriebenen. Bemerkenswert daran ist, dass hier kein Theoretiker zu uns spricht, sondern ein Politiker, der die Gelegenheit hatte, seine Thesen während der NS-Zeit zu verwirklichen. Einer der Hauptgründe, wieso er sich eingehender mit diesem Thema beschäftigte, war die seiner Meinung nach praktisch nicht vorhandene deutsche Propaganda im 1.Weltkrieg. Daher lässt sich hier nur die der Gegner heranziehen, da die aus Deutschland unzureichend war.

Sie ist ein Mittel zum Zweck, dessen Form der Erreichung des Zieles hilft, sie muss daher zweckmäßig sein. Die Propaganda wiederum soll den Krieg unterstützen. Den eigenen Leuten zum Sieg zu verhelfen ist ihr oberstes Gebot, damit fallen alle Überlegungen über Humanität und Ästhetik von vornherein weg, da diese Vorstellungen der Phantasie des Menschen entspringen. „Sein Scheiden von dieser Welt löst auch diese Begriffe wieder in Nichts auf, denn die Natur kennt sie nicht“. Und sogar unter uns wären diese Dinge nur wenigen Völkern zu eigen, mit denen die Welt deren Schöpfer und Träger verlieren würde. Damit sind sie laut Hitler im Überlebenskampf zu ignorieren.

Die Propaganda ist eine Waffe, die sich immer nur an die breite Masse, nie an die geistige Elite (auf die er ja Zeit seines Lebens nicht gut zu sprechen war), da für diese nur die wissenschaftliche Belehrung gelte, die Propaganda aber das genauso wenig, wie ein Kunstausstellungsplakat schon Kunst ist, richtet. Sie soll die breite Masse auf Tatsachen, Vorgänge, Notwendigkeiten usw. aufmerksam machen, deren Bedeutung erst dadurch in ihr Blickfeld gerückt werden. Ihre Aufgabe liegt nicht in einer wissenschaftlichen Ausbildung der Menschen. Die Kunst der Propaganda ist darin zu finden, dass sie dies in so vorzüglicher Weise tut, dass eine allgemeine Überzeugung der Richtigkeit eintritt. Hitler besteht auf der Volkstümlichkeit der Propaganda, deren geistiges Niveau so ausgerichtet sein sollte, dass selbst der Dümmste unter uns die Botschaft versteht. Das beinhaltet natürlich, dass ihre rein geistige Höhe umso niedriger einzustellen ist, je mehr Menschen man erreichen will. Bei Kriegspropaganda ist hier daher größte Vorsicht geboten, um zu hohe geistige Voraussetzungen zu vermeiden. Zusammenfassend kann man also sagen, dass, je geringer der wissenschaftliche Ballast ist und je mehr sie sich auf das Fühlen der Masse beschränkt, desto größer und durchschlagender ist ihr Erfolg. Laut Hitler ist es falsch, der Propaganda die Vielseitigkeit zum Beispiel eines wissenschaftlichen Unterrichts geben zu wollen. Aufgrund des kleinen Verständnisses und der großen Vergesslichkeit der breiten Masse hat sich die Propaganda auf wenige Punkte zu beschränken. Ansonsten zerfleddert man die Wirkung.

So ist es zum Beispiel grundfalsch, den Gegner nur lächerlich zu machen, wie man das in Österreich und Deutschland während des Ersten Weltkrieges gemacht hat, da die Soldaten vom Feind sofort eine ganz andere Überzeugung erhielten, sobald sie auf ihn trafen. Was wiederum die Moral zum Sinken brachte.

Ganz anders war hingegen die Kriegspropaganda der Engländer und Amerikaner. Sie hatten diese psychologisch wie folgt ausgelegt: Sie stellten ihrem eigenen Volk die Deutschen als Barbaren und Hunnen vor. So schafften sie es, ihre Männer auf die Schrecken des Krieges vorzubereiten, und ihnen den Krieg gegen dieses Volk näher zu bringen. So war ihre Wehrmacht sehr viel besser auf die Gegner vorbereitet, ganz im Gegensatz zur deutschen. Dies führte sogar soweit, dass man in Deutschland alles was von dieser Seite kam, als Schwindel abtat.

Die Aufgabe der Propaganda ist nach Hitler das ausschließliche Betonen des einen eben durch sie zu vertretenden Rechtes. Sie hat nicht die objektive Wahrheit - sofern sie der Gegenseite günstig erscheint - zu erforschen, sondern ausschließlich der eigenen zu dienen.

Ein gutes Beispiel dafür ist, dass es von Grund auf falsch war, im Ersten Weltkrieg zu sagen, dass nicht nur Deutschland Schuld an dessen Ausbruch wäre. Vielmehr hätte man diese Schuld restlos dem Gegner aufbürden müssen. Die Masse war nämlich nicht in der Lage nun zu unterscheiden, wo denn das fremde Unrecht aufhört und das eigene beginnt. Das hatte zur Folge, dass sie unsicher und misstrauisch wurde, da der Gegner jede Schuld von sich wies. Am Schluss kam es dann sogar soweit, dass das eigene Volk der Propaganda der Amerikaner und Engländer mehr glaubte als ihrer eigenen. Hitlers Meinung nach hat besonders die englische Propaganda dies verstanden und berücksichtigt, während die deutsche immer zweideutig blieb.

Ein fundamentaler Grundsatz der Propaganda ist es, sich auf wenig zu beschränken, aber dieses dafür beharrlich zu wiederholen. Ästhetik ist hier sekundär, sie muss nur überzeugen. Jede Abwechslung in der Propaganda darf nie den Inhalt des durch sie zu bringenden verändern, sondern sie muss am Schluss immer das Gleiche besagen. Die Schlagwörter müssen sehr wohl von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet werden, allein das Ergebnis muss immer dasselbe sein. Jede Reklame trägt den Erfolg in der Dauer und in ihrer Einheitlichkeit in sich.

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Details

Titel
Kriegspropaganda
Autor
Jahr
2001
Seiten
2
Katalognummer
V102802
Dateigröße
324 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kriegspropaganda
Arbeit zitieren
Udo Seelhofer (Autor), 2001, Kriegspropaganda, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102802

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