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Das Lachen. Eine literaturtheoretische Untersuchung

Title: Das Lachen. Eine literaturtheoretische Untersuchung

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Antje Leupold (Author)

German Studies - Linguistics
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Die bisher erarbeiteten Theorien über das Lachen stammen aus den verschiedensten Wissenschaftsbereichen, etwa aus der Philosophie (Bergson), der Psychoanalyse (Freud) oder aus der Anthropologie (Plessner). Sie umfassen zum anderen aber auch Beschreibungen auf physiologischer Ebene (Habermann). Die hier genannten Arbeiten bilden nun allerdings nur einen Bruchteil der Studien zum Thema Lachen, und sollen in der vorliegenden Arbeit sozusagen stellvertretend einen Einblick in die Thematik vermitteln. Hier kann es nicht darum gehen, sämtliche in der Literatur vorliegenden Ansätze darzustellen. Oft liegen die Unterschiede in Nuancen, deren Verfolgung zu weit vom Weg ab führen würde, nämlich der Klärung eines Phänomens, das als Äusserungsform des Humors gilt. Eine Absage an die Vollzähligkeit bedeutet jedoch keinen Verzicht auf Vollständigkeit. Ich werde die o.g. Arbeiten so weit aufarbeiten, dass das Phänomen Lachen in wichtigen Elementen erfassbar wird. Wie bis zu dieser Stelle sicherlich schon deutlich geworden ist, soll das Lachen im humoristischen Kontext den Schwerpunkt dieser Arbeit bilden, wobei alle anderen ´Arten` des Lachens an den entsprechenden Stellen ebenso ihre Erwähnung erfahren werden..

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Überblick über die vorliegende Arbeit

2. Einleitende Bemerkungen

3. Untersuchungsfelder des Phänomens 'Lachen'

3.1. Allgemeines

3.2. Physiologie und Psychologie des Lachens

4. Zwei Theorien über das Lachen

4.1. Überlegenheitstheorie und Inkongruenztheorie

4.2. Bergsons Theorie des Lachens

5. Abschließende Bemerkung

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das hochkomplexe Phänomen des Lachens aus einer literaturtheoretischen Perspektive zu beleuchten, wobei der Schwerpunkt gezielt auf dem humoristischen und komischen Lachen liegt. Die Forschungsfrage widmet sich der systematischen Erfassung der verschiedenen theoretischen Ansätze, um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Lachens als menschliche Ausdrucksform zu identifizieren.

  • Multidisziplinäre Betrachtung des Lachens aus Philosophie, Psychologie und Anthropologie.
  • Untersuchung der physiologischen und psychologischen Grundlagen körperlicher Lacreaktionen.
  • Analyse der klassischen Lachtheorien: Überlegenheitstheorie und Inkongruenztheorie.
  • Detaillierte Auseinandersetzung mit der Theorie Henri Bergsons und dessen Konzepten zur Komik.
  • Kritische Reflexion des Verhältnisses von Lachen, Macht und Religion am Beispiel von Umberto Ecos "Der Name der Rose".

Auszug aus dem Buch

4.1. Überlegenheitstheorie und Inkongruenztheorie

Die Überlegenheitstheorie setzt dort an, wo im Lachen Sieg und Schadenfreude zum Ausdruck kommen. Ritter formuliert den Ursprung des Lachens wie folgt: “Urtyp allen Lachens ist jenes Gelächter, das der Wilde ausstoßen soll, wenn er dem besiegten Feind den Fuß in den Nacken stellt.”63 Es ist ein Lachen über das, im übertragenen Sinne, Missgeschick eines Anderen. Ein Lachen des Siegers über den Besiegten. “Der Sieger quittiert seine Übermacht über den Gestürzten mit einem schallenden, schadenfrohen Gelächter.”64 Auch wenn es jetzt weit hergeholt klingt, verhält es sich ähnlich mit dem Lachen, das uns befällt, wenn wir auf der Straße jemanden stolpern oder ausrutschen sehen. Wir lachen über das Missgeschick und den Fehler eines Menschen, solange es uns nicht selbst betrifft. Ein solches schadenfrohen Lachen resultiert immer aus einer sog. Situationskomik.

Bergsons Theorie, daß Lachen aus dem Zusammentreffen von Lebendigem und Mechanischem heraus entsteht, ist nicht nur auf das Lachen aus Überlegenheit zu beschränken. Hier kann man nun einen fließenden Übergang zu einem zweiten Erklärungsansatz finden - der Inkongruenztheorie. Diese konzentriert sich auf die “Differenz zwischen Erwartung und Ereignis.”67 Dobychai erläutert diesen Zusammenhang wie folgt: “Jeder Gedanke bzw. jede Vorstellung ist mit einem Assoziationsfeld verbunden, das den Rahmen des üblicherweise Erwartbaren absteckt; andererseits kann man eine Erwartung als einen gewissen, mehr oder weniger eng begrenzten Bereich von Gedanken oder Vorstellungen nämlich bezüglich dessen, was wohl eintreten wird, auffassen.68 Zwei Gedanken, deren Assoziationsfelder sich also nicht berühren, oder ein Ereignis, das mit der Erwartung nichts zu tun hat, sind demnach auch nicht komisch. Es ist folglich nicht die Inkongruenz an sich, die komisch wirkt, sondern nur unter der Bedingung, dass sich die inkongruenten Ebenen in einem Punkt treffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Überblick über die vorliegende Arbeit: Einleitung in die Themenstellung und Erläuterung der methodischen Herangehensweise an die Lachtheorien.

2. Einleitende Bemerkungen: Darlegung der Vielfalt der Lachtypen und der Feststellung, dass keine universelle Theorie des Lachens existiert.

3. Untersuchungsfelder des Phänomens 'Lachen': Analyse des Lachens als komplexes Ausdrucksphänomen sowie dessen physiologische und psychologische Verankerung im menschlichen Körper.

4. Zwei Theorien über das Lachen: Gegenüberstellung und Erörterung der Überlegenheits- und Inkongruenztheorien sowie der spezifischen Lachtheorie nach Henri Bergson.

5. Abschließende Bemerkung: Fazit zur Unmöglichkeit einer alleingültigen Definition des Lachens unter Anerkennung der verschiedenen fachspezifischen Blickwinkel.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Lachen, Humor, Komik, Überlegenheitstheorie, Inkongruenztheorie, Henri Bergson, Physiologie, Psychologie, Situationskomik, Distanzierung, Anthropologie, Literaturtheorie, Affekt, menschliche Ausdrucksform, Reflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer literaturtheoretischen Untersuchung des Lachens und beleuchtet dessen Wesen sowie die unterschiedlichen theoretischen Erklärungsansätze.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die physiologischen Grundlagen des Lachens, die psychologischen Bedingungen sowie die philosophische Einordnung in Überlegenheits- und Inkongruenztheorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Komplexität des Phänomens 'Lachen' zu erfassen, verschiedene Autoren und deren Ansichten zu vergleichen und die humoristische Komponente zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturtheoretische Untersuchung, die verschiedene Ansätze der Philosophie, Anthropologie und Psychologie in einen fachlichen Diskurs setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Untersuchungsfelder, die Erläuterung der klassischen Theorien zur Entstehung von Komik und eine vertiefte Betrachtung der Theorie Bergsons.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Lachen, Humor, Komik, Überlegenheitstheorie, Inkongruenztheorie, Henri Bergson sowie psychologische und physiologische Ausdrucksformen.

Warum betrachtet die Autorin den Roman "Der Name der Rose"?

Das Werk dient als Exkurs, um die historische Angst der Religion vor dem Lachen und die Thematisierung von Lachen als vermeintliche Ketzerei zu illustrieren.

Welche Bedeutung kommt dem Körper im Lachen nach Plessner zu?

Plessner sieht das Lachen als Reaktion des Körpers in Situationen, in denen der Mensch keine sprachliche Antwort findet, womit der Körper die 'Antwort' für den Menschen übernimmt.

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Details

Title
Das Lachen. Eine literaturtheoretische Untersuchung
College
Dresden Technical University  (Institut für Germansitik)
Course
Hauptseminar: Linguistik des Humors
Grade
1,0
Author
Antje Leupold (Author)
Publication Year
2001
Pages
20
Catalog Number
V10284
ISBN (eBook)
9783638167505
Language
German
Tags
Lachen Eine Untersuchung Hauptseminar Linguistik Humors
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antje Leupold (Author), 2001, Das Lachen. Eine literaturtheoretische Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10284
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