Arbeitsmarkt: USA - Deutschland


Seminararbeit, 2000
15 Seiten, Note: 2

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1. Einleitung

Innerhalb der OECD stellen die USA und Deutschland zwei arbeitsmarktpolitische konträre Charakteryen dar.

So können die USA schon seit einigen Jahren stolz auf geringe Arbeitslosenzahlen bei gleichzeitigen hohen Grad an Beschäftigung und Wirtschaftswachstum verweisen.

Anders zeigt sich die arbeitsmarktpolitische Situation in Deutschland, die seit längerem unter hohen Arbeitslosenzahlen bei gleichzeitigen hohen Sozialausgaben leidet.

So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Stimmen in Deutschland vermehren, die eine stärkere Anlehnung der deutschen Arbeitsmarktpolitik an jene des amerikanischen Modells fordern, da diese auf dem ersten Blick ein ,,besseres" Modell darstellt.

Vor allem die Neoliberalen in Deutschland sprechen von einem Versagen der deutschen Arbeitsmarktpolitik und sehen sich damit insofern bestätigt, dass eine relativ intensive Sozialpolitik, wie sie in Deutschland anzutreffen ist, im Endeffekt doch kontraproduktiv erscheint.

Es soll mit dieser Arbeit die Hintergründe der beiden arbeitsmarktpolitischen Modelle hinterleuchtet werden und gezeigt werden, was wirklich hinter dem amerikanischen Jobwunder steckt und ob es wirklich Vorbildfunktion für Deutschland oder andere Länder Europas hat.

2. Grundlagen der Arbeitsmarktpolitik

Der Arbeitsmarkt kann als System von Angebot und Nachfrage von Arbeitskräften verstanden werden, in dem Vorgänge und Zusammenhänge als sehr komplex gesehen werden.

Um eine differenzierte Analyse der Zusammenhänge zu ermöglichen, liegt es zunächst nahe, einen Blick auf die einzelnen Komponenten des Arbeitsmarktes zu werfen.

Hinreichendes Verständnis von Arbeitsmarktfragen kann sich erst dann einstellen, wenn man die notwendigen Kenntnisse über die Zusammensetzung und Funktionsweisen beider Marktseiten besitzt.

- Das Angebot an Arbeitsleistungen:

Die Basis der Angebotsseite des Arbeitsmarktes liegt naturgemäß in der Wohnbevölkerung und teilt sich in das Erwerbspersonenpotential und das Nicht-Erwerbspersonenpotential.

Das Erwerbspersonenpotential ist die Gesamtheit des theoretisch zur Verfügung stehenden Anagebots an Arbeitskräften. Es entspricht jenem Teil der Wohnbevölkerung, der arbeiten darf, arbeiten kann und grundsätzlich auch arbeiten will, unabhängig davon, ob der Arbeitswunsch ein explizites oder implizites Anliegen ist. Zur Stillen Reserve zählt jener Teil des Erwerbspersonenpotentials, der zum Zeitpunkt der Betrachtung kein explizites Arbeitsangebot offeriert.

Die Erwerbspersonen haben demgegenüber ein explizites Arbeitsangebot unterbreitet. Sie bilden das tatsächlich zur Verfügung stehende Arbeitskräfteangebot. Zur Gruppe der Erwerbspersonen zählen sowohl die Erwerbstätigen als auch die Arbeitslosen. Erwerbstätige sind entweder abhängig Beschäftigte, Selbständige oder Mithelfende. Das Produkt aus der Zahl der Erwerbspersonen und der pro Arbeitskraft innerhalb einer bestimmten Zeitperiode angebotenen Arbeitszeit ergibt schließlich das Arbeitsangebot (=Angebot an Arbeitsleistungen). Die wichtigsten Elemente des Arbeitsangebotes lassen sich wie folgt darstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. Schuberth K., 1999; Seite 16)

- Die Nachfrage nach Arbeitsleistungen:

Die Nachfrage nach Arbeitskräften entspricht dem Arbeitskräftebedarf von Wirtschaft und Verwaltung. Sie manifestiert sich in der realisierten und in der nicht realisierten Arbeitskräftenachfrage.

Die realisierte Arbeitskräftenachfrage entspricht der Zahl der Erwerbstätigen; die nicht realisierte Arbeitskräftenachfrage entspricht der Zahl der zu besetzenden freien Stellen, unabhängig davon, ob diese als Stellenangebot den Arbeitsämtern gemeldet sind oder nicht.

Hinter der Nachfrage von Arbeitsleistungen steht die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Insofern ist die Nachfrage nach Arbeitsleistungen eine abgeleitete Nachfrage, denn ihre Höhe hängt zum einen von der Absetzbarkeit der mit ihrer Hilfe produzierbaren Güter und Dienstleistungen ab.

Entscheidenden Einfluss auf den Arbeitskräftebedarf haben zum anderen aber auch die Beziehungen des Produktionsfaktors Arbeit zu den anderen Produktionsfaktoren, insbesondere zum Produktionsfaktor Kapital. Da die Produktionsfaktoren bis zu einem gewissen Grad substituierbar sind, kann Arbeit durch Kapital ersetzt werden - und auch umgekehrt. Der Einsatz der Produktionsfaktoren hängt nicht zuletzt von den jeweiligen Kostenfaktoren ab, wie Löhne und Lohnnebenkosten oder Zinsen.

Sowohl für die neoklassische als auch für die auf vielen Feldern konkurrierende keynesianische Theorie besteht eine enge Verbindung zwischen der Entwicklung der Investitionen, des Wirtschaftswachstums und der Arbeitskräftenachfrage.

- Ausgleichsprozesse und Ungleichgewichte am Arbeitsmarkt:

Zwischen der Angebots- und der Nachfrageseite des Arbeitsmarktes finden permanent umfangreiche und vielfältige Ausgleichsprozesse statt.

Betriebe melden den Arbeitsämtern Stellenangebote oder versuchen diese über private Vermittler, Zeitungsinserate oder Direktansprache zu besetzen.

Trotz der vielfältigen Ausgleichsprozesse sind Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt praktisch nie ausgeglichen.

Fallen Arbeitsangebot und -nachfrage auseinander, kommt es entweder zu Arbeitslosigkeit oder zu Arbeitskräftemangel.

Arbeitslosigkeit entsteht dann, wenn das Arbeitsangebot (Angebot an Dienstleistungen) die Arbeitsnachfrage (Nachfrage nach Arbeitsleistungen) übersteigt.

Selbst in Zeiten der Vollbeschäftigung ist in einem gewissen Umfang Arbeitslosigkeit zu registrieren, sodass einerseits fortlaufend Menschen neu auf den Arbeitsmarkt kommen und einen Arbeitsplatz suchen, und andererseits Erwerbstätige eine Beschäftigung aufgeben, um eine andere aufzunehmen, und dazwischen oftmals eine Periode der Erwerbslosigkeit liegt.

Dieser Kluft zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage entgegenzuwirken, ist unter anderem die Hauptaufgabe der (aktiven) Arbeitsmarktpolitik, die einen Teil der Beschäftigungspolitik darstellt.

Die Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind vielfältig, und reichen so zum Beispiel von Vermittlungen, Schulungen (Umschulungen, Weiterbildungsprogramme, ) bis zu Förderungen und Steuererleichterungen.

Daneben gibt es noch die passive Arbeitsmarktpolitik, die als Unterstützungsleistungen für Arbeitssuchende gesehen werden, wie unter anderem die Zahlung von Arbeitslosenunterstützung.

Eine Kernaufgabe der Arbeitsmarktpolitik stellt die Bekämpfung der qualifikationsspezifischen Arbeitslosenpolitik dar. Sie entsteht, wenn das Qualifikationsniveau von Erwerbspersonen nicht dem Niveau entspricht, das für die Besetzung der Arbeitsplätze gefordert wird.

Die Arbeitsmarktpolitik versucht dieser Diskrepanz durch bereits zum Teil erwähnte Instrumente der beruflichen Aus- und Weiterbildung entgegenzuwirken. Auf diesem Wege sollen Arbeitslose ihre beruflichen Qualifikationen verbessern.

- Wirkungen der arbeitsmarktpolitischen Instrumente:

Arbeitsmarktpolitische Instrumente entfalten ihre Wirkung entweder auf der Angebots- oder auf der Nachfrageseite des Arbeitsmarktes. Sie tragen dazu bei, Strukturdiskrepanzen zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage abzubauen und unterstützen den marktbasierenden Augleichsprozess.

Instrumente zur Qualifizierung bzw. zur Eingliederung einzelner Personengruppen setzen an der Angebotsseite an. Während von den Qualifizierungsmaßnahmen eine (angebots)strukturverbessernde Wirkung ausgeht, werden durch Eingliederungshilfen die Chancen der beruflichen Integration bestimmter Zielgruppen erhöht.

Von Vorruhestandsregelungen wie dem Altersübergangsgeld geht eine angebotsreduzierende Wirkung aus, die zum Abbau der Arbeitslosigkeit beiträgt. Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Schaffung von Arbeitsplätzen haben ihren Ansatzpunkt an der Nachfrageseite des Arbeitsmarktes.

Während die Instrumente Kurzarbeitsgeld bzw. Förderung der ganzjährigen Beschäftigung in der Bauwirtschaft nachfragestabilisierende Effekte haben, geht von ABM bzw. Strukturanpassungsmaßnahmen eine nachfragesteigende Wirkung aus. Nahezu alle arbeitsmarktpolitischen Instrumente haben auch eine arbeitsmarktentlastende Wirkung, da die Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen, gäbe es diese nicht, ebenso wie die Beschäftigten in Arbeitsbeschaffungs- bzw. Strukturanpassungsmaßnahmen und die Kurzarbeiter ansonsten wohl arbeitslos wären.

3. Arbeitsmarktpolitik in den USA

- kurzer historischer R ü ckblick:

Im Grunde kam es in den USA erst mit der Ära Kennedy und Johnson zu einer ernstzunehmenden aktiven Arbeitspolitik, die bei ihrer Intensivierung in einer großen Zahl von Gesetzen ihren Niederschlag fand. (vgl.: Clement W., 1985; Seite 30ff.).

So sind unter anderem der ,,Manpower Development and Trainings Act" der ,,Economic Opportunity Act" und der ,,Emergency Employment Act" zu erwähnen.

Die Vielfalt, Überschneidung, mangelhafte Administrierung und zum Teil Unwirtschaftlichkeit dieser Programme führten unten Nixon zu einer Vereinheitlichung im Rahmengesetz ,,CETA".

Hauptziele von ,,CETA" war die Schaffung recht autonomer Bildungs-, Ausbildungs-, Berufspraxis- und Beschäftigungsprogramme, die bei ihrer Verwirklichung auch Erfolge zeigten (vgl.: Clement W., 1985; Seite 32ff.). Mitte der achtziger Jahre wurde das ,,CETA" - Programm durch das ,,JTPA" ersetzt, das gewiss das Kernstück der damaligen Berufsqualifizierungs- bzw. Arbeitsmarktpolitik darstellt. Für eine fast vollständige Bestandaufnahme von öffentlich geförderten Qualifizierungs- und Beschäftigungsinitiativen müssen noch eine Reihe weiterer Programme erwähnt werden. Dazu gehören vor allem das ,,WIN- und Jobs Tax Credit - Programm" und das ,,Job Opportunities Program".

Daneben wurden spezifische Programme für Indianer, Veteranen und Häftlingen eingeführt, die unter den Oberbegriffen ,,Labor Market Assistance", ,,Career Information", ,,Adjustment Assistance" und ,,Income Maintenance" zusammengefasst werden können.

Im privaten Sektor wird die Schaffung von Arbeitsplätzen, oder besser die Förderung der Arbeitskräfteaufnahme vor allem durch Steuerkredite unterstützt, nachdem Lohnsubventionen auf gewerkschaftlichen Widerstand stoßen. Diese Steuerkreditaktionen werden unter dem WIN- auch dem CETA- Programm durchgeführt. Bestimmte Zielgruppen von Stellenwerbern werden mit einem ,,voucher" (Zitat: Clement W., 1985; Seite 51). ausgestattet, aufgrund dessen dann ein Arbeitsgeber bei einer Einstellung dieser Person einen Steuerkredit in Anspruch nehmen kann. Dadurch sollen Einstellungshemmnisse für solche Zielgruppen verringert werden.

- gegenw ä rtige Arbeitsmarktpolitik in den USA:

Gleich am Beginn des Einstieges in die amerikanische Arbeitsmarktpolitik soll erwähnt werden, dass sich anhand der (aktiven) Arbeitsmarktpolitik in den USA kaum Erklärungen für die niedrige Arbeitslosigkeit oder die rasante Beschäftigungsentwicklung finden lassen, vielmehr ist sie von passiven - indirekten Unterstützungsleistungen geprägt, die wegen ihrer niedrigen Höhe und Dauer Druck auf Wiederbeschäftigung ausüben. · Bei einer Entlassung ist der betroffene Arbeitnehmer - gezwungener Maßen - bestrebt, möglichst schnell wieder eine neue Stelle anzutreten, notfalls eine schlechte bezahlte.

In dieser Richtung drängen auch die letzten Entscheidungen der amerikanischen Regierung, die Bezugsdauer der Sozialhilfe auf maximal zwei Jahre zu kürzen oder deren Zahlung nur noch im Zusammenhang mit einer Teilnahme an einem Arbeits- oder Ausbildungsprogramm zu gewähren.

Zu diesem erwähnten Aspekt der Koppelung von Sozialhilfe mit Arbeitsprogrammen möchte ich später noch genauer eingehen, da diese im Grunde die ,,einzige" aktive Arbeitsmarktpolitik in den USA darstellt!

Verstärkt wird die fehlende Korrelation von Beschäftigungswachstum und Arbeitsmarktpolitik in den USA durch sehr geringe Ausgaben für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, nämlich 0,55% (1995) - gerechnet als Anteil am Sozialprodukt.

Damit stellen die USA, neben Japan, das Schlusslicht innerhalb der OECD dar. (zum Vergleich Deutschland: 3,5).

Von diesen Maßnahmekosten entfielen der größere Teil, nämlich drei Fünftel, auf sogenannte passive Maßnahmen wie die Zahlung von Arbeitslosenunterstützung (Zitat: Lang S., 1999; Seite 66).

In den USA trug das hohe Angebot an gering qualifizierten Arbeitskräften gemeinsam mit der geringen Verbindlichkeit der Arbeitsbeziehungen, niedrigen Arbeitslosenunterstützungen und der Schwäche der Gewerkschaften dazu bei, dass sich das Wachstum von Produktion und Beschäftigung nicht mehr nur auf den Bereich der traditionellen Dienstleistungen konzentriert, sondern auch schon andere Berufsgruppen erfasste: Die Arbeitsproduktivität stagnierte, die Reallöhne gingen teils deutlich zurück. Dem neoliberalen Verständnis zufolge ist in erster Linie die Flexibilität der Arbeitsmärkte in den USA dafür verantwortlich, dass die Arbeitslosigkeit kaum stieg (vgl. Schulmeister S. 1998).

So erreichte die Beschäftigungsrate in den USA Mitte der 90er Jahre 79% bei gleichzeitiger Arbeitslosenrate von nur 5%, die bis heute gehalten werden konnte

Im Vergleich betrug die Arbeitslosenrate im gleichen Zeitraum innerhalb der Europäischen Union 11% bei einer Beschäftigungsrate von nur 66,5%. (vgl. Welfens P.: 1998; Seite 1f.).

Zwischen 1960 und 1995 stieg die Beschäftigungsrate in den USA durchschnittlich um 1.7%.

In Zeitraum zwischen 1993 und 1996 wurden in den USA rund 7.050.000 (6%) neue Arbeitsstellen geschaffen (vgl. Welfens P.: 1998; Seite 40).

Jedoch sollte dabei nicht außer Betracht gezogen werden, dass es sich bei Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in den USA nicht nur um Niedriglohnjobs handelte. Ungefähr 46% (= 10 Millionen) aller neu geschaffenen Arbeitsplätzen im Zeitraum von 1983 bis 1994 waren relativ gutbezahlte bzw. hochqualifizierte Arbeitsplätze (vgl. Welfens P.: 1998; Seite 41).

Charakteristische arbeitsmarktpolitische Unterschiede zwischen den USA und Deutschland bzw. EU lassen sich auch in der Dauer der Arbeitslosigkeit finden.

So waren 1993 nur 11,4% aller Arbeitslosen in den USA für 6 Monate oder länger ohne Arbeit. Im Vergleich dazu waren es in Deutschland mehr als 40,3% aller Arbeitslosen für 6 Monate oder länger auf Arbeitssuche bzw. ohne Arbeit. (vgl. Welfens P.: 1998; Seite 42).

Diese Unterschiede in der Dauer der Arbeitslosigkeit zwischen USA und Deutschland zeigen auch den unterschiedlichen Flexibilisierungsgrad innerhalb der beiden Arbeitsmärkte.

Die staatlichen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den USA haben sich in den letzten Jahren, verstärkt durch die 1996 verabschiedete Sozialhilfereform, gewandelt und werden inzwischen zunehmend von drei zusammenwirkenden Strategien geprägt:

- Workfare,
- F ö rderung von Kleinstunternehmer (microenterprise) und
- Programme gegen sozial - r ä umliche Ausgrenzung.

(Auf die arbeitsmarktpolitische ,,Workfare - Strategie" werde ich nachher noch genauer eingehen).

Diese neue Ausrichtung staatlicher Politik hat unter anderem Auswirkungen auf die lokalen Organisationen und Basisinitiativen, die für die Interessen ausgegrenzter Gruppen eintreten: Parallel zur Reduzierung staatlicher Zuschüsse werden sie stärker von Stiftungen abhängig, die sie dazu drängen, ,,innovative" Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung und Wirtschaftsförderung zu entwickeln, wobei sogenannte ,,umfassende" Projekte, die soziale und arbeitsmarktpolitische Ziele kombinieren, besonders gefördert werden.

Hier bekommen die Stadteilorganisationen eine zentrale Rolle zugesprochen, da sie verstärkt Träger dieser zusammenwirkenden Strategien werden.

Im ,,National Urban Policy Report der Clinton - Administration von 1995" wird das Ziel formuliert,

,,Problemlösungen zu fördern, die lokal entwickelt und von unternehmerisch ausgerichteten öffentlichen Einrichtungen, privaten Akteuren und einem wachsenden Netzwerk von stadtteilbezogenen Körperschaften und Organisationen umgesetzt werden" (Zitat: Lang S., 1999; Seite 254).

Die Rolle solcher Netzwerke wird mit verschiedenen Programmen, insbesondere dem ,,Empowerment Zones/Enterprise Communities" - Programm (Zitat: Lang S., 1999; Seite 254), unterstrichen und befördert.

Dieses 1993 verabschiedete Förderungsprogramm verknüpft staatliche Zuwendungen, Steuererleichterungen und die Lockerung staatlicher Vorschriften mit der Kapitalisierung neuer Entwicklungsbanken und stadtteilverankerten Planungsmodellen.

Ziele dieser erwähnten Programme ist, neben der allgemeinen Anhebung der Wirtschaftsaktivitäten und des Umweltschutzes, die Schaffung von Jobs und Arbeit für Arbeitssuchende.

Neben den staatlichen Programmen haben sich seit den 70er Jahren Bürgerinitiativen gebildet, die wegen der immer größeren werdenden Kürzungen von staatlichen Fördergelder der letzten Jahre, verstärkt an Bedeutung gewinnen und die Stadtteilorganisation verstärkt übernehmen.

Diese Initiativen umfassen viele verschiedene interessenpolitische Aktivitäten, so auch die Durchführung von Beschäftigungs- und Weiterbildungsprogrammen.

Oft sind gerade diese Initiativen Träger der immer weiter verbreiteten Workfare - Programme, da sie auf lokaler Ebene große Effizienz haben.

Sie übernehmen damit auch oft die Politiksteuerung von lokalen Strukturen und erleichtern damit das amerikanische Institutionsgefüge der öffentlichen Verwaltung. (,,Governance statt Government")(Zitat: Lang S., 1999; Seite 259).

Bei diesen lokalen "Governance - Regimes" bildet sich zusehends eine Verbindung vormals getrennter Sozial- und Arbeitsmarkt-Politiken heraus, wobei die Sozialpolitik der Arbeitsmarktpolitik untergeordnet wird.

Diese verstärkten privaten ,,Bürgerinitiativen" für arbeitsfördernden Maßnahmen spiegeln somit auch die neoliberale politische Haltung des Staates gegenüber dem Arbeitmarkt wieder, da private Organisationen vermehrt, anstelle von staatlichen Arbeitsmarktinterventionen, die Rolle der aktiven Arbeitsmarktpolitik übernehmen müssen.

- Welfare - to - Workfare - Programme:

Eine verstärkt zentrale Rolle in der aktiven Arbeitsmarktpolitik der USA spielen die "Welfare - to - Workfare - Programme".

Bei diesen Programmen ist die Ausbezahlung von Sozialhilfeleistungen gekoppelt an der freiwilligen Teilnahme von Arbeits- und Ausbildungsprogrammen (Work - First - Strategie).

Bei Workfare geht es nicht nur darum, die Armen zum Arbeiten anzuhalten, sondern vielmehr darum, die Funktionsfähigkeit flexibler (amerikanischer) Arbeitsmärkte zu erhöhen.

Workfare gewinnt zunehmend den Status eines sozialpolitischen Paradigmas, das die bisherige stark neoliberale Arbeitsmarktpolitik ergänzt und verstärkt. Bisherige arbeitsmarktpolitische Ansätze, die auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und auf bessere Sozialleistungen setzen, werden als zu teuer und kontraproduktiv abgelehnt. In der heutigen Welt mit ihren flexiblen Arbeitsmärkten, so wird argumentiert, müssen alle, die arbeiten können, auch arbeiten.

Aktive ,,Welfare - to - Workfare - Maßnahmen" müssten dazu dienen, die Option eines ,,Lebens auf Staatskosten" (Zitat: Lang S., 1999; Seite 193). auszuschließen.

Obwohl die zunehmende Bedeutung von Workfare ein typisch US - amerikanisches Phänomen darstellt, steigt das Interesse an Workfare auch in anderen Ländern, insbesondere in Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseeland. Aber auch in Europa prägt dieses arbeitsmarktpolitische Instrument die Diskussionen über Reformen, jedoch stoßen sie dort auf großen Widerstand.

Die Ursprünge dieser Workfare Maßnahmen, als arbeitsmarktpolitische Reformansätze in den USA, haben eine deutliche geographische Dimension. Was in den sechziger Jahren als eine Reihe von kleinen, kommunalen Versuchen mit Beschäftigungsprogrammen begann, entwickelte sich in den siebziger und achtziger Jahren zu einem Netzwerk von bundesstaatlich geförderten einzelstaatlichen Vorzeigeprojekten.

Mitte der neunziger Jahre war bereits eine Situation erreicht, in der die Mehrheit der Staaten für ihre Sozialhilfeprogramme bundesstaatliche Ausnahmegenehmigungen erhielten, und mit der bundesstaatlichen Sozialhilfereform von 1996 ging die Verfügungsgewalt über die bundesstaatlich finanzierte Sozialhilfe im Rahmen der Pauschalzuweisungen weitgehend auf die Einzelstaaten über.

Eines der wichtigsten Projekte, das gleichzeitig Vorbildfunktion hat, war das ,,kalifornische Modell".

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem solchen lokalen Workfare - Modell, dem Programm ,,Greater Avenues for Independence (GAIN, ,, größere Wege zur Unabhängigkeit)" (Seite 194) des Landkreises Riverside und das als das meist angepriesene Modell der USA bezeichnet wird. · ,,Riverside - Modell".

In einem Zeitraum von drei Jahren konnte mittels einer Studie ein Anstieg von über 49% (3.113 US-Dollar) des durchschnittlichen Einkommens der Teilnehmer des ,,Riversideprogrammes" festgestellt werden, zugleich fielen die Sozialhilfeausgaben im Durchschnitt um 1.983 US-Dollar (15%) in diesem Zeitraum.

Besonders bedeutsam für die politisch Verantwortlichen war, dass durch dieses Modell eine Einsparung der Sozialhilfekosten bei gleichzeitigen höheren Steuereinnahmen ermöglicht wurde, unk somit ganz der typisch - amerikanischen neoliberalen arbeitsmarktpolitischen Erwartungen entsprach.

Nach der Verabschiedung der bundesstaatlichen Sozialhilfereform von 1996 erhöhte sich Attraktivität der Work - First - Strategie. Das neue System von Pauschalzuweisungen verlangt nämlich von den Einzelstaaten, dass sie vorgegebene Ziele der Wiederbeschäftigung und der Verringerung der Zahl an EmpfängerInnen erfüllen.

Zugleich wurden den Staaten die Mittel für bisher typische Ausbildungs- und Beschäftigungsprogrammen gekürzt.

Das Riverside - Programm (bzw. GAIN - Modell) führt einige ziemlich konventionelle Maßnahmen durch, einschließlich eines sogenannten Job Clubs, individueller Beratung, Hilfen bei der Stellensuche und der Vermittlung grundlegender Fertigkeiten. Es unterscheidet sich jedoch durch seine aggressive Art, mit der es die ,,Beschäftigungsbotschaft" (Zitat: Lang S., 1999; Seite 198) an seine KlientInnen bringt, und durch das große Gewicht, das auf die rasche Überleitung der TeilnehmerInnen in Beschäftigungsverhältnisse gelegt wird. Die TeilnehmerInnen werden dazu aufgefordert, ,,jeden Job als guten Job" (Zitat: Lang S., 1999; Seite 198) anzusehen. Tatsächlich finden sie schnell wieder eine Beschäftigung, doch zumeist im Niedriglohnsegment. Riverside hängt der ,,Eingangsstufen - Philosophie" an, die davon ausgeht, dass die TeilnehmerInnen höhere Chancen auf einen besser bezahlten Arbeitsplatz haben, wenn sie bereits erwerbstätig sind.

Die Mitarbeiter von GAIN werden auf der Basis ihres Plazierungserfolges bewertet und belohnt. · Prämienerhaltung von Anzahl der erfolgreichen Wiederbeschäftigungen abhängig.

Ein weiteres besonderes Merkmal des Riverside - Pogramms ist die aktive Stellensuche. Alle GAIN - MitarbeiterInnen werden angehalten, potentielle Arbeitsplätze für ihre KlientInnen aufzuspüren, z.B. durch das Lesen der Stellenanzeigen in den Zeitungen oder durch das Ausschauhalten nach Anschlägen mit Stellenangeboten. Selbst die Lohnhöhe der MitarbeiterInnen wurde oft nach den vermittelten Arbeitsstellen definiert.

Selbst in der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind die typisch amerikanischen liberalpolitischen Züge unübersehbar.

Auch wenn das Riverside - Modell als Vorzeigeprogramm für die neue Workfare - Arbeitsmarktpolitik am Anfang so gelobt worden ist, soll es nicht überbewertet werden, da es auch, wie das Workfare - Arbeitsmarktprogramm überhaupt, viele Schattenseiten aufweist, die nach und nach aufgezeigt werden sollen.

Die Work - First - Strategie beruht auf zwei miteinander verwandten Annahmen:

Die lokalen Arbeitsmärkte können den ständigen Zufluss von SozialhilfeempfängerInnen absorbieren, und eine solche Wiederbeschäftigung kann mit relativ geringem Einsatz erreicht werden. Insbesondere erfordert die Work - First - Strategie das Vorhandensein von einem sehr turbulenten Arbeitsmarkt, der ständig ein reichliches Angebot an freien Stellen mit geringem Anforderungsprofil hat. Da das Riverside - Programm für solche Stellen ein Arbeitskräfteangebot erzwingt und zudem ein Großteil der Anwerbungs- und Einarbeitungskosten übernimmt, kann es als eine indirekte Subvention für Arbeitgeber im Niedriglohnsegment angesehen werden.

Generell können mehrere spezifische Arbeitsmarkteffekte der ,,Welfare - to - Work Strategie" identifiziert werden: (vgl. Lang S., 1999; Seite 194 ff.).

Erstens sind Work - First - Programme dadurch gekennzeichnet, dass sie ihre Teilnehmerinnen in die Niedriglohnsegmente des Arbeitsmarktes lenken. Dies ist Folge ihrer Betonung der Einsatzbereitschaft für Arbeitsplätze, die auf den (lokalen) Arbeitsmärkten angeboten werden.

Da auf dem ,,Jedermannarbeitsmarkt" generell mehr Stellen frei werden als Arbeitsplätze des ersten Arbeitsmarktes, bieten sich den Teilnehmerinnen zumeist nur prekäre Beschäftigungsverhältnisse an.

Weiters bleiben viele weiterhin von der Sozialhilfe abhängig, da sie mit ihren meist unterdurchschnittlichen Jobs und Löhne ihre Armut kaum bekämpfen können.

Die meisten ehemaligen Sozialhilfeempfänger bleiben im schlechtbezahlten Jedermannsarbeitmarkt" stecken, dadurch wird die prekäre Situation noch verstärkt.

Drittens neigen Work - First - Programme aus obigen Gründen dazu, die Fluktuationen in den unteren Segmenten des Arbeitsmarktes zu verstärkten, statt sie abzuschwächen.

Viertens werden sich Work - First - Programme aufgrund ihres Durchlauferhitzereffektes negativ auf Löhnhöhe und Arbeitsbedingungen des ,,Jedermannsarbeitsmarkes" auswirken.

Durch Work - First - Maßnahmen wird das Risiko der schleichenden Qualifikationsentwertung verstärkt, sowohl für den Einzelnen als auch insgesamt für den Arbeitsmarkt. Um eine rasche Wiederbeschäftigung zu erreichen, verzichten die Work - First Programme darauf, den SozialhilfeempfängerInnen gemäß ihren Qualifikationen Arbeitsplätze zu verschaffen.

Im dem Maße, wie Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen der Work - First - Programme gestrichen werden oder der Zugang zu ihnen stark eingeschränkt wird, verringern sich vielmehr die Möglichkeiten für Stellensuchende, ihre Bildungsdefizite zu überwinden, eine Berufsausbildung zu erhalten oder nach dem Verlust eines Arbeitsplatzes re- qualifiziert werden.

Daneben können Workfare - Programme mit bereits etablierten und erfolgreichen anderen Arbeitsprogrammen (z.B. BUILD, ACORN,...) und Gewerkschaften im Widerspruch stehen, da sie, wie bereits erwähnt, Ausbildungsqualitäten und Löhne bzw. Qualität der Arbeitsplätze oft gefährden.

- Jobwunder USA:

In vielen sozioökonomischen Debatten fällt der Begriff: ,,Jobwunder USA"!

Was liegt nun wirklich daran? Die ,,nackten" Zahlen bestätigten diese These durchaus.

Im letzten Jahrzehnt wurden in den USA im Vergleich zu Westeuropa ohne Zweifel mehr Arbeitsplätze geschaffen und die Arbeitslosigkeit fiel parallel dazu geringer aus.

Wenn jedoch die Entwicklung des Arbeitsmarktes bzw. -politik genauer betrachtet wird, so kommen doch Zweifel auf, ob das ,,amerikanische Modell" wirklich Vorbildfunktion (für Europa) besitzt.

Grundlegend kann die Behauptung vertreten werden, dass das Wachstum von Arbeitsplätzen durch gestiegene Flexibilität getragen wird.

Zu den einzelnen Spezifikationen der erwähnten Flexibilität möchte ich später noch zurückgreifen.

In Diskussionen über die amerikanische Arbeitsmarktpolitik wird immer wieder die Meinung vertreten, dass das Beschäftigungswachstum zwar beachtlich sei, aber die Einkommen und die Qualität der geschaffenen Arbeitsplätze unzureichend seien.

Untersuchungen von HOUSEMAN (1995) können diese Meinung bezüglich Qualität der neu geschaffenen Arbeitsplätze generell bestätigen.

Bei den unteren Einkommensbeziehern oder bei Teilzeitbeschäftigten werden nicht nur geringere Löhne ausbezahlt, sondern auch niedrigere betriebliche Sozialleistungen gewährt, und die Arbeitsplatzsicherheit ist geringer.

Im Vergleich zur Europa ist noch darauf hinzuweisen, dass auch bei den mittleren und besseren Jobs die sonstigen Arbeitskonditionen schlechter als in Deutschland oder West-Europa sind.

Das amerikanische Beschäftigungswachstum ist zwar beachtlich, die Qualität der geschaffenen Arbeitsplätze aber oft unzureichend - so wird viel argumentiert.

Das Wachstum von neuen Arbeitsplätzen konzentriert sich vor allem auf den Dienstleistungsbereich. Hierin finden sich sehr unterschiedliche Sektoren, wie ,,Banken, Versicherungen, Immobilien" oder ,,Großhandel", mit überdurchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten, aber auch Bereiche wie ,,Einzelhandel" oder sonstige Dienstleistungen", in denen unterdurchschnittlich bezahlt wird. Im Einzelhandel finden sich auch die vielzitierten ,,Hamburger-jobs" (Zitat: Lang S., 1999; Seite 62). Auf ,,sonstige Dienstleistungen" entfällt zahlenmäßig die größte Zunahme von neuen Arbeitsplätzen der hier betrachteten Wirtschaftszweige.

Im Zusammenhang mit dem enormen Wachstum von Arbeitsplätzen wird vielfach kritisch eingewendet, dass es sich oft nur um Teilzeitarbeit bzw. Mehrfachbeschäftigungen handle, da viele Arbeitnehmer dazu gezwungen seien, mehrere Teilzeitjobs zu übernehmen, um den Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

Dies kann nicht bestätigt werden, da der Anteil der Teilzeitbeschäftigten an der Gesamterwerbstätigkeit in den USA während des vergangenen Jahrzehnts weitgehend gleich geblieben ist. Er lag zwischen 18 und 19 Prozent.

Die Anpassung des Arbeitsvolumens in den USA erfolgt mehr über Einstellungen und Entlassungen von Arbeitskräften, als über eine Veränderung der Arbeitszeiten wie z.B. Teilzeit, Überstunden oder Kurzarbeit.

Allerdings verlangt der amerikanische Arbeitsmarkt von jedem einzelnen Arbeitnehmer eine große Flexibilität. Dies führt trotz der günstigeren Globaldaten des Arbeitsmarktes auch bis in die jüngste Zeit zu einer gestiegenen Unsicherheit hinsichtlich des eigenen Arbeitsplatzes (OECD 1997: 138). · als Hintergrund von technologischem Fortschritt sowie beobachteten Rationalisierungsbemühungen von Großunternehmern.

Zwar findet man in den USA vergleichsweise zu Deutschland schnell wieder eine Beschäftigung, jedoch sind bei einem erzwungenen Arbeitsplatzwechsel oft merkliche Einkommensbußen und geringere soziale Absicherung hinzunehmen.

Folgende Beobachtungen charakterisieren einige Punkte der erwähnten Flexibilität auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt und definieren eher eine indirekte als aktive Arbeitsmarktpolitik:

- Die private Vertragsfreiheit genießt hohen Stellenwert. Durch den Staat wird nur wenig vorgegeben, so dass die Regelung der Arbeitsbeziehungen in sehr großem Umfang den Verhandlungsparteien überlassen bleibt. Da der gewerkschaftliche Organisationsgrad sehr niedrig ist - im privaten Wirtschaftssektor sind nur ungef. 10% der Arbeitnehmer Mitglied einer Gewerkschaft - werden die Arbeitsverträge meist individuell ausgehandelt.
- Die dezentralen Tarifverhandlungen ermöglichen Vereinbarungen, die insbesondere in ungünstigen Wirtschaftslagen den wirtschaftlichen Gegebenheiten einzelner Unternehmer besser gerecht werden können (z.B. niedrigere Einstiegslöhne).
- Berufsübergreifend besteht eine hohe Mobilität; unter anderem auch deswegen, weil eine vorübergehende, nicht der Ausbildung entsprechende Tätigkeit nicht als Manko im Berufsverlauf angesehen wird.
- Die durchschnittliche Dauer der Betriebszugehörigkeit der Beschäftigten liegt, insbesondere aufgrund der hohen Fluktuationsraten, unter dem europäischen Niveau. Mit Ausnahme von Australien haben die USA im Durchschnitt die kürzesten Beschäftigungsverhältnisse aller OECD - Länder. Kurzzeitige Beschäftigungsverhältnisse von bis zu einem Jahr machen etwa ein Viertel aller Beschäftigungsverhältnisse aus (im Vergleich Deutschland 16%).
- Es gibt kein allgemein gültiges Kündigungsschutzgesetz. Für etwa zwei Drittel aller Beschäftigten in den USA gilt, dass ihre unbefristeten Arbeitsverhältnisse aus ,,gutem, ehrlichem Grund (just cause)" (Seite 65) jederzeit aufgelöst werden können. Allerdings wirken Gesetze wie das grundsätzliche Verbot von Diskriminierung, tarifvertragliche Regelungen und nicht zuletzt das Richterrecht einer generellen Kündigungsfreiheit entgegen. (vgl.: Lang S., 1999; Seite 65)

Das ,,amerikanische Beschäftigungswunder" beruht in erster Linie auf wachsender Ungleichheit. Der amerikanische Weg in die Dienstleistungsgesellschaft wurde geebnet durch sinkende Löhne und eine Polarisierung der Einkommen. Das immense Wachstum von Arbeitsplätzen in den USA seit den 70er Jahren ist nicht nur, aber vor allem durch die Zunahme von schlecht bezahlten Arbeitsplätzen zu verdanken.

Die schlechtest bezahlten Arbeitsplätze haben sehr stark und die sehr gut bezahlten nur wenig zugenommen - die mittleren haben relativ abgenommen. Die amerikanische Mittelschicht schrumpft und parallel dazu steigt die Armut und soziale Polarisierung.

4) Arbeitsmarktpolitik in Deutschland

- kurzer historischer R ü ckblick:

Das Problem ,,Arbeitslosigkeit" hat in Deutschland einen sehr aktuellen Bezug.

Allerdings ist die heutige Arbeitslosigkeit kein neues Phänomen. Sie begleitet die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland seit Mitte der siebziger Jahre.

Die Ölkrise in den 70er Jahren beendete die Ära der Vollbeschäftigung, wobei 1975 die Zahl der Arbeitslosen die Millionengrenze überschritt.

Die zweite Ölpreisexplosion von 1979 führte zu einem weiteren Schock, in dessen Folge die Arbeitslosigkeit auf über 2 Millionen anstieg.

Die 1983 beginnende und durch den Wiedervereinbarungsboom verlängerte neunjährige Aufschwungphase, während der über 3 Millionen neue Arbeitsplätze entstanden, ließ sie wieder sinken, auf zuletzt 1,7 Mio. Die Rezession des Jahres 1993 und anhaltende Strukturprobleme setzten dieser Entwicklung ein vorläufiges Ende.

Die Zahl der Arbeitslosen stieg in den alten Bundesländern 1997 auf knapp über 3. Millionen, was einer Arbeitslosenquote von 9,8 Prozent entsprach.

Als erste historische Ansätze für eine aktive Arbeitsmarktpolitik in Deutschland ist die Einführung des Arbeitsf ö rderungsgesetzes 1969 (AFG) und zwei Jahre vorher das Stabilitätsgesetz für aktive Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik zu erwähnen.

Das AFG entstammte der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik der späten sechziger Jahre und sollte für mehr als 28 Jahre die Grundlage für die Arbeitsmarktpolitik in Deutschland darstellen und ist im Zusammenhang mit dem keynesianisch geprägten Konzept der Globalsteuerung der Wirtschaft zu sehen; insbesondere mit dem Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (,,Stabilitätsgesetz"), das zwei Jahre zuvor in Kraft trat.

Mit der Wiedervereinigung von Deutschland mit der ehemaligen DDR kam es zu einer dramatischen Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt, die rasche und wirksame Maßnahmen erforderten. Das Arbeitsförderungsgesetz von 1990 (AFG - DDR) sollte den steigenden Problemen auf dem Arbeitsmarkt entgegenwirken, das im zwar im wesentlichen auf dem AFG der Bundesrepublik basierte, jedoch mit einigen Abweichungen, definiert durch spezifische Punkte für den DDR-Arbeitsmarkt.

Den zu erwartenden Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt sollte vor allem mit Kurzarbeit, beruflicher Qualifizierung und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen begegnet werden.

- gegenw ä rtige Arbeitsmarktpolitik in Deutschland:

Rechtliche Grundlage für die aktuelle Arbeitsmarktpolitik in Deutschland ist das am 1. Jänner 1998 in Kraft getretene Dritte Buch des Sozialgesetzbuches (SGB III - Arbeitsförderung).

Eine umfangreiche arbeitsmarktpolitischer Zusammenfassung arbeitsmarktpolitischer Instrumente des deutschen Sozialgesetzbuches (SGB III) kann folgendermaßen dargestellt werden:

Abbildung 2:

(Schuberth K. 1999; Seite 79)

Sie bilden das Kernstück aktiver Arbeitsmarktpolitik ab. Hierzu zählen in erster Linie Maßnahmen der beruflichen Ausbildung, Fortbildung und Umschulung.

Die Bundesanstalt für Arbeit unterstützt in diesem Rahmen die berufliche Ausbildung von Jugendlichen, insbesondere durch berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, durch außerbetriebliche Ausbildung und ausbildungsbegleitende Hilfen.

Sie haben den Zweck, auf eine Berufsausbildung vorzubereiten bzw. einen erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung zu sichern. Durch die Förderung beruflicher Fortbildung oder Umschulung erhalten Erwerbspersonen neue Kenntnisse und Fähigkeiten, um sich den im Zuge des Strukturwandels ändernden Anforderungsprofilen erfolgreich anpassen und beruflich weiterentwickeln zu können.

Das SGB III löste mit der sogenannten Kanzlermehrheit während der 13. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages das Arbeitsförderungsgesetz (AFG) ab, das mit dem 1. Juli 1969 wirksam wurde, nachdem es zuvor im Parlament einstimmig verabschiedet worden war.

Demgegenüber war die Einführung des SGB III am Anfang doch sehr umstritten, da es auf politischer Ebene als kontraproduktives Kürzungsprogramm ohne arbeitsmarktpolitischen Zielen bezeichnet worden war (vgl. Schuberth K., 1999; Seite 75 f.).

Definiert werden die Aufgaben der Arbeitsförderung im SGB III folgendermaßen: ,,Durch die Leistungen der Arbeitsförderung soll vor allem der Ausgleich am Arbeitsmarkt unterstützt werden, indem Ausbildung- und Arbeitssuchende über Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Berufe beraten, offene Stellen zügig besetzt und die Möglichkeiten von benachteiligten Ausbildung- und Arbeitssuchenden für eine Erwerbstätigkeit verbessert und dadurch Zeiten der Arbeitslosigkeit sowie des Bezugs von Arbeitslosengeld, Teilarbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe vermieden oder verkürzt werden.

Die Leistungen der Arbeitsförderung sind so einzusetzen, dass sie der beschäftigungspolitischen Zielsetzung der Sozial-, Wirtschafts- und Finanzpolitik der Bundesregierung entsprechen sowie der besonderen Verantwortung der Arbeitgeber für Beschäftigungsmöglichkeiten und der Arbeitnehmer für ihre eigenen beruflichen Möglichkeiten Rechnung tragen und die Erhaltung und Schaffung von wettbewerbsfähigen Arbeitsplätzen nicht gefährden" (Zitat: Schuberth K., 1999; Seite 76 f.). .

Diese Formulierung deutet schon auf eine stärker angebotsorientierte Sichtweise des SGB III. Ihm liegt die Zielrichtung zugrunde, den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt zu optimieren, und den einzelnen individuelle Hilfe für die Integration im Beschäftigungssystem anzubieten.

Die klassischen Instrumente des AFG, wie Kurzarbeitergeld, Fortbildung und Umschulung oder Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurden SGB III berücksichtigt.

Hinzu kamen jedoch noch neue angebotsorientierte Instrumente, wie Trainingsmaßnahmen, der Eingliederungsvertrag oder Einstellungszuschüsse bei Neugründungen, die darauf abzielen, die Integration in den 1. Arbeitsmarkt, also in Beschäftigungsverhältnisse bei Unternehmern und der Verwaltung, zu verbessern. Verschärft wurden die Regelungen der zumutbaren Beschäftigungen, so sieht das neue Recht eine Zuordnung von Arbeitslosen zu bestimmten Qualifikationsstufen nicht mehr vor. · Art der Beschäftigungen werden nicht mehr nach Ausbildungsaspekten zugeteilt.

Die nach der Bundestagswahl vom 27. September 1998 von der SPD und Bündnis 90/Die Grünen getragene Bundesregierung hat inzwischen angekündigt, dass sie während der 14. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages eine umfassendere Reform der Arbeitsförderung durchführen wird. Mit einem Vorschaltgesetz, das zum 1. August 1999 in Kraft treten soll, will die Bundesregierung zunächst die aktive Arbeitsmarktpolitik ausbauen, sozialpolitische Härten für Arbeitslose zurücknehmen und Bürokratie abbauen.

Bis zum Jahr 2000 soll das SGB III dann grundlegend reformiert werden.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) kritisiert jedoch dieses Vorhaben und bezeichnete die geplanten Maßnahmen als kontraproduktiv.

Mit dieser Meinung stehen die Arbeitgeberverbände nicht alleine in Deutschland dar, denn oft wird von vielen Seiten in politischen Diskussion Kritik an der Sozialpolitik Deutschland ausgeübt, und im speziellen wird der Arbeitsmarktpolitik vorgeworfen, dass sie verstärkt zu einer reinen Versorgungspolitik mit unvertretbaren finanziellen Risiken und systemveränderten Folgen verkomme.

- Tr ä ger der Arbeitsmarktpolitik:

Oberste Träger der deutschen Arbeitsmarktpolitik sind die Gesetzgebungsorgane des Bundes und der Länder und - im Rahmen der gesetzlich festgelegten Zuständigkeiten - die Bundesregierungen bzw. Länderregierungen. Im Rahmen der Regierungszuständigkeit für die Arbeitsmarktpolitik spielt das Bundesministerium f ü r Arbeit und Sozialordnung (BMA) eine zentrale Rolle, da es die Arbeitsmarktpolitik mit anderen wichtigen Ressorts, wie dem Bundesministerium für Wirtschaft, den Arbeitsministerien der Bundesländer und den anderen Gebietskörperschaften zum Beispiel abstimmt.

Zuständig für die Umsetzung der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland ist die Bundesanstalt f ü r Arbeit (BA). Ihr obliegt als einer von fünf Sozialversicherungsträgern die Arbeitsförderung und die Gewährung von Entgeldersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld, ).

Die Bundesanstalt ist eine rechtsfähige bundesunmittelbare Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung.

Sie gliedert sich in eine Hauptstelle, 10 Landesarbeitsämter, 181 Arbeitsämter in allen größeren Städten im Bundesgebiet und in weitere 646 Geschäftsstellen in vielen kleinen Städten bzw. Stadtteilen und hat derzeit rund 100.000 Beschäftigte.

Durch die in § 2 SGB III näher beschriebenen Leistungen der Arbeitsförderung soll vor allem der Ausgleich am Arbeitsmarkt unterstützt werden.

Die Aufgaben der öffentlichen Arbeitsvermittlung, der Berufsberatung und Vermittlung beruflicher Ausbildungsstellen, der Förderung der beruflichen Bildung sowie der Arbeitslosenversicherung und Arbeitslosenhilfe sind der Bundesanstalt für Arbeit (BA) gesetzlich festgelegt.

Die Finanzierung der Arbeitsmarktpolitik, vor allem im Rahmen der Bundesanstalt für Arbeit, erfolgt:

- zum weitaus größten Teil durch Beiträge, die zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern als Prozentanteil an der Bruttolohnsumme geleistet werden,
- zum kleineren Teil durch Arbeitgeberumlagen,
- sowie gegebenenfalls bei Liquiditätsschwierigkeiten durch Zuweisung von Bundesmitteln, in Form von Darlehen oder Erträgen aus dem Rücklagevermögen.

Seit den 80er Jahren ist die BA jedoch einer verstärkten zweiseitigen öffentlichen Kritik ausgesetzt. Zum einen sind es die Inhalte der praktizierenden Arbeitsmarktpolitik, bei der Ineffizienzen beanstandet werden. Zum anderen werden die Strukturen und die Arbeitsweise der Bundesanstalt selbst zum Kritikpunkt. So wird die BA als unbewegliche, ,,verkrustete Behörde" (Zitat: Wahsner U., 1997; Seite 209) bezeichnet, die auf die geänderten Anforderungen ihrer Umwelt nicht mehr adäquat und flexibel genug reagieren könne.

Gefordert wurde unter anderem eine innerbehördliche ,,Verschlankung" und Effizienzsteigungen.

Als Antwort auf die verstärkte Kritik auf die öffentlichen Arbeitsförderungen, durchgeführt durch die Bundesanstalt für Arbeit, wurde am 1. August 1994 die private Arbeitsvermittlung freigegeben, die die öffentliche Arbeitsmarktstätigkeiten ergänzen und zur einer Reduzierung der Gesamtkosten für die Arbeitsmarktpolitik führen sollen.

Gleichzeitig mit der Einführung der möglichen privaten Arbeitsvermittlung ist das 1935 etablierte Alleinvermittlungsrecht der öffentlichen Arbeitsvermittlung endgültig aufgehoben worden.

In den bisher vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen zu den volkswirtschaftlichen Aspekten der Liberalisierung der Arbeitsmarktpolitik werden in der Mehrzahl mit der Freigabe der privaten Arbeitsvermittlung überwiegend Komplementaritäts- und weniger Substitutionseffekte verbunden, da die öffentliche Arbeitsvermittlung auch in Zukunft die Hauptrolle in der Arbeitsmarktpolitik spielen wird.

- einige wichtige arbeitsmarktpolitische Instrumente (gem äß SGB III bzw. AFG):

Ein differenziertes arbeitsmarktpolitisches Instrumentarium steht zur Eingliederung einzelner Personengruppen zur Verfügung. Es wurde im Zuge der Reform des Arbeitsförderungsrechts erweitert.

Arbeits- und Berufsberatungen verfolgen das Ziel, eine aktive, prophylaktische Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik durch Verbesserung der Markttransparenz bzw. des individuellen Informationsniveaus zu ermöglichen.

Ergänzt wird die Arbeitsvermittlung durch Förderungen der r ä umlichen Mobilit ä t (Zuschüsse zu Bewerbungs- Reise- und Umzugskosten, Trennungshilfen, Überbrückungshilfen, Familienheimfahrten, etc.) und der beruflichen Mobilit ä t (individuelle und institutionelle berufliche Ausbildung, Fortbildung, Umschulung, Einarbeitung, etc.).

So können zum Beispiel in Trainingsmaßnahmen Arbeitslose Kenntnisse erwerben, die ihre Aussichten auf berufliche Wiedereingliederung verbessern.

Mit einem Eingliederungsvertrag wird ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, aber kein Arbeitsverhältnis begründet.

Auf dieser Grundlage kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer kennenlernen und einarbeiten.

Sowohl der Arbeitgeber als auch der Beschäftigte können das Eingliederungsverhältnis jederzeit ohne Nennung von Gründen beenden. Lohnkosten für Fehltage einschließlich des Arbeitgeberanteils zum Sozialversicherungsbeitrag werden dem Arbeitgeber vom Arbeitsamt erstattet.

Dieses Instrumentarium soll helfen, Hemmschwellen für Langarbeitslose oder schwer vermittelbare Arbeitssuchende (Frauen, körperlich bzw. geistig Behinderte,...) abzubauen und ihnen die Möglichkeit bieten, sich in einem Unternehmen das Ziel der Übernahme in ein Arbeitsverhältnis zu bewähren.

Eingliederungszuschüsse dienen der Integration von Problemgruppen auf dem Arbeitsmarkt. Sie werden als zeitlich befristete Zuschüsse zum Ausgleich von Minderleistungen förderungsbedürftiger Arbeitnehmer an Arbeitgeber gezahlt, wenn sie zu diesen Gruppen gehörende Personen einstellen.

Ein Altersübergangsgeld konnte in den neuen Bundesländern bis Ende 1992 von mindestens 55 Jahren alten Arbeitslosen beantragt werden, wenn diese im Gegenzug ihr Arbeitsangebot zurücknahmen. Dieses Instrument hatte den Zweck, das Arbeitskräfteangebot zu verringern, indem ältere Erwerbspersonen die Möglichkeit des bezahlten Vorruhestandes nutzten. Dadurch sollte die Arbeitslosigkeit von Jüngeren verhindert bzw. abgebaut werden.

Durch die Zulassung gewerbsmäßiger privater Arbeitsvermittler seit Herbst 1994 ist den Ausgleichsprozessen auf dem Arbeitsmarkt ein weiterer effizienter Weg geöffnet, der die klassischen Wege, wie Direktansprache, Stellenanzeige, öffentliche Arbeitsvermittlung ergänzt.

Verstärkt wird diese Methode durch die Einführung eines flächendeckenden computergestütztes Stelleninformationssystem (SIS), das auch über das Internet abgefragt werden kann.

Damit können sowohl Arbeitssuchende als auch Arbeitgeber Informationen über freie Arbeitsplätze abfragen und so die gesteigerter Arbeitsmarkttransparenz nützen können.

Mit Hilfe von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) und Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM; Sammelbegriff für beide Maßnahmen: Beschäftigungsschaffende Maßnahmen) können zeitlich befristete Arbeitsplätze geschaffen werden.

Hierdurch wird die Nachfrageseite des Arbeitsmarktes gestärkt. Gleichzeitig erhalten Arbeitslose eine Beschäftigung und verbessern damit ihre Chance zur beruflichen Wiedereingliederung. Gefördert werden können nur solche Arbeiten, die im öffentlichen Interesse liegen, keine staatlichen Pflichtaufgaben sind und deren arbeitsmarktpolitische Zweckmäßigkeit nachgewiesen ist. Hierdurch will man sicherstellen, dass es zu keiner Verdrängung privatwirtschaftlicher Tätigkeiten durch öffentlich geförderte Maßnahmen kommt.

Die Wirksamkeit des ABM ist jedoch nicht unumstritten, vor allem die Gewerkschaften befürchten somit Substitutions- bzw. Verdrängungseffekte auf dem Arbeitsmarkt, die der beabsichtigten Schaffung zusätzlicher Dauerarbeitsplätze entgegenwirken können.

Als weitere Instrumente der nachfrageorientierten Maßnahmen dienen vor allem:

- das Kurzarbeitergeld (BA übernimmt für bestimmte Zeit einen Teil der Lohnkosten),
- die Förderung der ganzjährigen Beschäftigung in der Bauwirtschaft (Erhalt bestehender Arbeitsplätze sowie Steigerung der Bauleistung in den Wintermonaten),
- und generelle Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung (BA schafft selbständig Arbeitsplätze und hat maßgeblichen Einfluss auf ihre Besetzung).

- Kosten und Effizienz der deutschen Arbeitsmarktpolitik

Von 126.983,3 Millionen DM Gesamtausgaben in Deutschland im Jahr 1994 entfielen - bei 63% der Ausgaben für Lohnersatzleistungen - von den 29,9% für aktive Arbeitsmarktpolitik 12,3% der Ausgaben auf Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Bildung, 8,9% auf beschäftigungsschaffende Maßnahmen, 1,7% auf Kurzarbeitergeld und 3,3% auf Leistungen der beruflichen Rehabilitation.

Die Ausgabengewichtung bei Bildungsmaßnahmen und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen unterscheidet sich dabei deutlich von dem früheren Bundesgebiet und den neuen Bundesländern. Bei 26,6% der arbeitsmarkpolitischen Ausgaben für aktive Maßnahmen entfallen in Westdeutschland 1994 nur 3,7% auf beschäftigungsschaffende Maßnahmen, 10,6% entfallen auf die Förderung der beruflichen Bildung. In den östlichen Bundesländern wurden dagegen 1994 - von den 34,3% der Gesamtmittel für aktive Arbeitsmarktpolitik - mehr Mittel für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (15,9%) als für die berufliche Bildung (14,7%) ausgegeben.

Wie bereits bei den Kritikpunkten an der Bundesanstalt für Arbeit angesprochen, werden die Stimmen für tiefgreifende Reformen innerhalb der deutschen Arbeitsmarktpolitik immer lauter.

Hauptkritikpunkte sind die, für viele offensichtliche, Ineffizienz für die Arbeitsvermittlung, die damit verbunden aufwendigen hohen Kosten und die zu zentralistisch geführten Strukturen der Arbeitsmarktpolitik.

So zeige sich, dass ,,ein beträchtlicher Teil der Ineffizienzen bei der Arbeitsmarktpolitik auf die fehlende mittel- und langfristige Finanzplanung zurückzuführen ist" (Zitat: Wahsner U., 1997; S. 217).

Wenn man den (Korrelations-)Analysen Pfahler Thomas (vgl. Pfahler T., 1984; Seite 214ff.) Glauben schenken darf, dann erscheint die Arbeitsmarktpolitik in Deutschland als durchwegs konzeptionslos und ineffizient. Die Effizienz einer (aktiven) Arbeitsmarktpolitik wird oft an den dafür notwendig erscheinenden staatlichen Ausgaben, der Anzahl der Arbeitslosen und ihrer zeitlichen erwerblosen Verbleibdauer gemessen.

Nach den Analysen Pfahlers kann von erfolgreicher aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht gesprochen werden Hohe Ausgaben für die aktive Arbeitsmarktpolitik gehen mit hohen Verbleibwerten in der Arbeitslosigkeit einher. Die durchwegs hohen positiven Korrelationskoeffizienten vermitteln eher den Eindruck, dass von der aktiven Arbeitsmarktpolitik langfristig gesehen mehr negative Effekte auf die Arbeitslosigkeit ausgehen.

Auch wenn aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zwar kurzfristig als arbeitlosigkeitvermeidend gesehen werden, kann langfristig nicht darüber hinweggesehen werden, dass damit auf lange Frist der Anpassungsdruck aufgrund des Strukturwandels außer Kraft gesetzt wird, zudem bestehende Strukturen konserviert werden und die bestehenden Arbeitslosen außen vor bleiben, wird jedoch ignoriert. (vgl. 215, Pfahler).

Die Vermutungen, dass aktive Arbeitsmarktpolitik in Deutschland persistenzfördernd wirken kann, erhärtet sich, wenn die relativen Anteile der Ausgaben für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eines Bundeslandes mit der Verbleibdauer verglichen werden.

So zeigt sich: je höher der relative Anteil an Ausgaben für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, umso höher sind die damit einhergehenden Verbleibwerte.

Es wird der Eindruck vermittelt, dass die Sozialpolitik Deutschlands mit ihren hohen Beitragspflichten und Ausgaben insgesamt sozial- und wirtschaftspolitisch mehr Schaden anrichtet, als sie Nutzen bringt.

- Arbeitsmarktfaktor Europ ä ische Union & Euro:

Auf dem Europäischen Gipfel von Essen im Dezember 1994 formulierte der Europäische Rat erstmals eine gemeinsame Strategie zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. In Amsterdam wurde zwei Jahre später die Aufnahme eines Beschäftigungskapitels in den EU-Vertrag beschlossen.

Von besonderer Bedeutung im Beschäftigungskapitel ist Artikel 128, der eine koordinierte Beschäftigungsstrategie mit folgendem Ablauf vorsieht: Anhand eines gemeinsamen Jahresberichts von Rat und Kommission prüft der Europäische Rat jährlich die Beschäftigungslage in der Gemeinschaft und nimmt hierzu Schlussfolgerungen an. Anhand der Schlussfolgerungen des Europäischen Rates legt der Rat auf Vorschlag der Kommission mit qualifizierter Mehrheit jährliche beschäftigungspolitische Leitlinien fest, welche die Mitgliedsstaaten in ihrer Beschäftigungspolitik berücksichtigen.

Die Leitlinien sind in Nationale Aktionspläne (NAP) einzufügen und jeder Mitgliedsstaat hat dem Rat und der Kommission seine Beschäftigungspolitik zu erläutern. Anhand dieser Berichte unterzieht der Rat die nationalen Beschäftigungspolitiken jährlich einer Prüfung und kann Empfehlungen an die Mitgliedsstaaten richten.

Auf dem Beschäftigungsgipfel von Luxemburg im November 1997 haben sich die Staats- und Regierungschefs auf den Inhalt der Beschäftigungspolitischen Leitlinien für 1998 geeinigt.

Die insgesamt 19 Leitlinien bilden vier Schwerpunkte: Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit; Entwicklung des Unternehmergeistes, Förderung der Anpassungsfähigkeit der Unternehmen und ihrer Beschäftigten, sowie Verstärkung der Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern.

Für 1999 hat der Rat diese vier Schwerpunkte fortgeschrieben, die Leitlinien allerdings auf 22 ergänzt. Das Ziel des ersten Schwerpunktes, mit insgesamt neun Leitlinien, besteht darin, das Qualifikationsdefizit beispielsweise sieht vor, dass allen Jugendlichen ein Neuanfang in Form einer Ausbildung, einer Umschulung, einer Berufserfahrung, eines Arbeitsplatzes oder einer anderen die Beschäftigungsfähigkeit erhöhenden Maßnahme ermöglicht wird, eher sie sechs Monate lang arbeitslos sind.

Um Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern, ist entsprechend der zweiten Leitlinie beabsichtigt, dass arbeitslosen Erwachsenen durch eines der vorgenannten Mittel oder genereller durch individuelle Betreuung in Form von Berufsberatung ebenfalls ein Neuanfang ermöglicht wird, eher sie zwölf Monate lang arbeitslos sind.

Die Verwirklichung dieser beiden Leitlinien soll spätestens innerhalb einer Frist von fünf Jahren umgesetzt sein. Die dritte Leitlinie sieht vor, die Zahl der Personen spürbar zu erhöhen, die an aktiven Maßnahmen zur Förderung ihrer Beschäftigungsfähigkeit teilnehmen. Die EU - Staaten streben an, 20 Prozent aller Arbeitslosen in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik einmünden zu lassen.

Während in der wirtschaftspolitischen Diskussion um die einheitliche europäische Währung zunächst die Fragen der fiskalischen Konvergenz, der Geldwertstabilität und der Umstellungswechselkurse im Mittelpunkt standen, rückte zuletzt die Frage nach ihren arbeitsmarktlichen Konsequenzen in das Zentrum des Interesses.

Die Auswirkungen des Euro auf dem Arbeitsmarkt werden üblicherweise auf der Grundlage der von Mundell, KcKinnon und Kenen (vgl. Schuberth K., 1999; S. 135) entwickelten Theorie des optimalen Währungsraumes diskutiert. Für sie besteht der Nutzen einer Währungsunion darin, dass die Effizienz der beteiligten Volkswirtschaften aufgrund des Wegfalls der Kosten für Währungsumtausch, Währungsumrechnung und des Wechselkursrisikos sowie der Verringerung der Informationskosten steigt.

Der Wettbewerb im Binnenmarkt wird durch den Euro intensiviert.

Hier liegt ein Vorteil für die Investoren und Verbraucher, denn dadurch entsteht ein Druck auf die Preise.

Andererseits liegt hierin auch ein gewisses Risiko für die Arbeitsmärkte, denn der Strukturwandel wird beschleunigt und der Anpassungsdruck erhöht sich. Reagieren die Arbeitsmärkte auf diese Herausforderung flexibel, kann die Beschäftigung steigen.

Tun sie das nicht, ergeben sich Probleme auf dem Arbeitsmarkt.

Der Druck auf die Arbeitsmärkte könnte gemildert werden, wenn Transfers fließen würden.

Wäre die Währungsunion mit einer politischen Union verknüpft, so wären Transfers das wohl wahrscheinliche Ponton der Währungsunion. Eine politische Union ist derzeit aber nicht abzusehen. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass Transfers aufgrund finanzieller Restriktionen auch nicht in hinreichendem Ausmaß geleistet werden könnten, um räumliche Krisen zu lösen.

Wie sich die EMU (European Monetary System) auf die deutsche Arbeitsmarktpolitik auswirkt, wird nicht zuletzt vom Verhalten der wirtschaftspolitischen Akteure abhängen, jedoch kann der Euro alleine niemals Probleme auf dem Arbeitsmarkt lösen.

Dies ist die Aufgabe einer universellen europäischen Beschäftigungspolitik, die von allen Mitglieder der Europäischen Union getragen werden muss.

- pers ö nliches Res ü mee:

Ich habe nicht ganz ohne Grund die Arbeitsmarktpolitik der USA mit jener Deutschlands als Gegenüberstellung gewählt, denn beide Systeme zeigen doch sehr konträre Tendenzen bei der Arbeitsmarktpolitik auf und in weiterer Folge auch in der Wohlfahrtspolitik.

Auf der einen Seite ein doch sehr eigenständiger Arbeitsmarkt, eingebettet in einer liberalen (Sozial-)Politik, auf der anderen ein stark regulierter und vom Staat beeinflusster deutscher Arbeitsmarkt, der zum Teil sicherlich charakteristisch für die konservative Wohlfahrtspolitik in Deutschland ist. (· vgl. drei Wohlfahrtssysteme von Asping - Andersen).

Wie auch in den anderen sozialpolitischen Bereichen lassen sich auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt nur schwache Interventionen von Seiten der US - Regierung finden.

Es wird eine sehr liberale Arbeitsmarktpolitik geboten, in der Angebot und Nachfrage stark von der Entwicklung der Wirtschaftsmärkte abhängig sind.

Somit ist das Angebot von Arbeitsplätzen in den USA prägnant von der Konjunktur und strukturellen Entwicklungen abhängig.

Die Arbeitssuchenden sind meistens auf sich selbst gestellt und gezwungen, Eigeninitiativen zu ergreifen, um sich einen Arbeitsplatz zu sichern.

Sabine Lang definiert diese Selbstinitiative als ,,passive Arbeitsmarktpolitik", in der sich Staat weitgehend vom Arbeitsmarkt raushält und jeden selbst seinem ,,Erwerbsschicksal" überlässt.

Nur in Verbindung mit der Sozialhilfe lassen sich staatliche Eingriffe finden, definiert durch die Abhängigkeit von Sozialhilfeleistungen mit der (freiwilligen) Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Programmen, die wiederum verstärkt privat und dezentralisiert geführt werden.

Gewinner dieser liberalen Arbeitsmarktpolitik sind vor allem die Unternehmer, die auf einen, stark von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängigen Arbeitsmarkt zugreifen können. Sie sind in einer vorteilhaften Position gegenüber dem weitgehend ungeschützten Arbeitnehmer, da sie kaum Druck von Seiten der Sozialpolitik erwarten können und einen größeren Spielraum bei möglichen Verhandlungen (Löhne, Qualität des Arbeitsplatzes, Schutz, ) mit Arbeitnehmern haben.

Weiterer Gewinner ist der Staat selbst, da er sich mit seiner eher passiven Haltung in der Arbeitsmarktpolitik enorme Kosten spart, die ansonsten bei einer verstärkten Initiative (div. fördernde Programme, sozialpolitische Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer, ) und bürokratischen Strukturierung des Arbeitsmarktes anfallen würden.

Und schließendlich ist dabei auch die Wirtschaft zu erwähnen, die sich aufgrund des ,,billigen" und flexiblen Arbeitsmarktes optimal entwickeln kann.

Die Wirtschaftsdaten der letzten Jahre in den USA, wie durchschnittliches Wirtschaftswachstum von über 4% der letzten Jahre oder Budgetüberschüsse, sollten dies bestätigen.

Auf der Verliererseite dieser liberalen Arbeitsmarktpolitik sind die Arbeitnehmer selbst zu erwähnen, die aufgrund der Flexibilität und schwacher politischer Rückendeckung den neoliberalen Wirtschaftstreibenden weitgehend ausgeliefert sind. Sie sind oft dazu gezwungen, den nächstbesten angebotenen Job anzunehmen, ohne dabei persönliche Konditionen bzw. Vorstellungen dabei berücksichtigen zu können.

Diese Flexibilität auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt geht oft sogar schon soweit, sodass sich Arbeitnehmer nicht einmal die Zeit nehmen können, um sich weiter zu qualifizieren (Weiterbildung,...), da sie ansonsten gleich unter die Armutsgrenze fallen könnten.

Als weiterer Verlierer kann, sehr langfristig gesehen, die Gesellschaft de USA selbst bezeichnet werden, denn mit dieser neoliberalen Sozialpolitik, sie beschränkt sich ja nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, wird die Kluft zwischen Reich und Arm innerhalb der Gesellschaft immer größer und diese Entwicklung führt zu Polarisierungen und gesellschaftlichen Instabilitäten, die langfristig irgendwann einmal ein Vielfaches an Mehrkosten für den Staat bringen werden, als man jetzt mit der stark passiven Haltung bei sozialpolitischen Maßnahmen einzusparen versucht. Verstärkt wird dieser Trend durch die steigende Globalisierung auf der Welt, die für einen modernen Wohlfahrtsstaat eine Herausforderung darstellt und nicht unterschätzt werden sollte, da sie neue (angepasste) sozialpolitische Maßnahmen als notwendig erscheinen lassen, wenn die soziale und ökonomische Stabilität aufrecht erhalten werden soll.

In Deutschland zeigt sich wiederum ein ganz anderes Bild des nationalen Arbeitsmarktes.

Für sie laufen die Probleme in eine ganz gegensätzliche Richtung, als es in den USA der Fall ist.

Sie kämpfen mit hohen Sozialkosten, einen niedrigen Grad an Effizienz auf dem Arbeitsmarkt und trotz starker staatlicher Eingriffe anhaltende relativ hohe Arbeitslosenzahlen.

So ist es nicht verwunderlich, dass viele (neo-liberalere) Wirtschaftstreibende verstärkt eine Reduzierung sozialpolitischer Maßnahmen, die mit hohen Ausgaben und starken Belastungen für die Wirtschaft verbunden sind, fordern, da sie nicht die gewünschten arbeitsmarktspezifischen Effekte erzeugen würde.

Einige gehen mit ihrer Meinung sogar so weit, dass sie behaupten, die derzeitige Arbeitsmarktpolitik in Deutschland würde schon mehr Schaden als Nutzen bringen, da die erzeugten Mehrkosten in keinster Weise mit den Resultaten gerechtfertigt sein können (· siehe Pfahler T. 1984).

Sie verfolgen den Gedanken, dass mit der verstärkten Anpassung des Arbeitsmarktes (und in weiterer Folge auch die allgemeine Wohlfahrtspolitik) an den Wirtschaftsmärkten, bei gleichzeitiger stärkerer Zurückhaltung des Staates, die wahre Lösung für die derzeitigen sozialpolitischen Probleme gefunden sei.

Sie erhoffen sich damit einen höheren Grad an Effizienz am Arbeitsmarkt; eine erhöhte Flexibilität, die eine bessere Anpassung an Marktentwicklungen ermöglicht; einen stärkere Dezentralisierung; mehr Eigeninitiativen und Selbständigkeit von Seiten der Arbeitnehmer; und vor allem eine umfangreiche Reduzierung von finanziellen Belastungen, in Form von Sozialabgaben, die die derzeitige Wirtschaftsentwicklung bremsen.

In vielen Bereichen lassen sich hier Parallelen zwischen der von vielen gewünschten zukünftigen deutschen Arbeitsmarktpolitik und der derzeitigen amerikanischen Arbeitsmarktsituation finden, ohne dabei gleich von einen Ebenbild sprechen zu müssen, das auch in Europa, unter anderem mit den Einflüssen von Seiten der Europäischen Union, kaum umzusetzen ist.

Die Arbeitsmarktpolitik und in weiterer Folge auch die Wohlfahrtspolitik muss sich den neuen Gegebenheiten, vor allem seit dem Ende des ,,Golden Age of Welfare States" (vgl. Asping - Andersen) Ende der 70er Jahre, anpassen. Diese Maßnahmen sind vor allem durch Einsparungen und höherer Effizienz, bei gleichzeitiger Reduzierung von universellen Absicherungen, gekennzeichnet.

Deutschland ist dabei nur eines von vielen europäischen Wohlfahrtsstaaten, der sich diesen neuen Gegebenheiten anpassen muss.

Jedoch sollte man dabei nicht gleich von ,,neo-liberalen Zwängen" sprechen und an überstürzte Maßnahmen denken, wie eine Anpassung am amerikanischen sozialpolitischen System, das wäre sicherlich der falsche Weg.

Literaturliste:

- Lang, Sabine: ,,Jobwunder USA - Modell für Deutschland?", 1. Aufl., 1999 Münster;
- Schuberth, Klaus: ,,Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik", 1999 Bayreuth;
- Schulmeister, Stephan: ,,Massenarbeitslosigkeit in Deutschland - Jobwunder in den USA", 1998 Wien, AMS - Info;
- Pfahler, Thomas: ,,Hysterese am Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik Deutschland", 1984 Bayreuth, Univ., Diss;
- Clement, Werner: ,,Die Fragmentierung des Arbeitsmarktes", 1985 Nürnberg;
- Wahsner Ulrike: ,,Arbeitslosigkeit und Arbeitsmarktpolitik: Strategien und Maßnahmen auf Ebene der EU und im Mitgliedsland Bundesrepublik Deutschland", 1997 Wien,
- Welfens, Paul J. J.: ,,Technological Competition, Employment and Innovation Policies in OECD Countries", 1998 Springer-Verlag Berlin, Heidelberg, New York;

15 von 15 Seiten

Details

Titel
Arbeitsmarkt: USA - Deutschland
Hochschule
Universität Wien
Veranstaltung
Seminar aus vergleichender Politikwissenschaft:
Note
2
Autor
Jahr
2000
Seiten
15
Katalognummer
V102896
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Gegenüberstellung der beiden unterschiedlichen arbeitsmarktpolitischen Systeme USA und Deutschland. Leider fehlen die Abbildungen und Tabellen.
Schlagworte
Arbeitsmarkt, Deutschland, Seminar, Politikwissenschaft
Arbeit zitieren
Norman Schätz (Autor), 2000, Arbeitsmarkt: USA - Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102896

Kommentare

  • Gast am 3.11.2005

    Arbeitsmarkt: USA - Deutschland.

    solltest die quellen mal genauer anschauen, glaube nicht, dass bei dem inhalt und bei dem deutsch eine 2 rausgekommen ist, maximal in der waldorfschule

Im eBook lesen
Titel: Arbeitsmarkt: USA - Deutschland


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