„Am beliebtesten sind bekanntlich jene Pädagogen, welche zu Beginn der Stunde ein Thema anschneiden, gewissermaßen mit einem Thema drohen, um dann schon bald vom Weg abzuirren und durch alle Wissensgebiete zu vagabundieren.“ (Hermann Burger)
Dieses vorangestellte Szenario wird jedem aus seiner eigenen Schulzeit nur zu gut bekannt sein. Der Lehrer betritt die Klasse und beginnt mit seinem Unterricht, indem er sein Stundenziel erläutert. Dabei erklärt er, was er denn alles in der Stunde erreichen möchte, da er sonst nicht weiß, wie er den Stoff bis zum Ende des Schuljahres schaffen soll.
Danach folgt eine kurze Einführung in ein Stoffgebiet und schon die kleinste Spontaneität seitens eines Schülers, sei es eine Frage oder eine Äußerung zum Thema, führt zum Verwerfen des kompletten Unterrichtskonzeptes und die Stunde ist seinem Selbstlauf überlassen. Die Glocke zur Pause ertönt und der Lehrer steht kurz vor der Verzweiflung, weil er wieder einmal mehr nicht das erreicht hat, was er wollte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das lernzielorientierte Modell
2.1. Geschichtlicher Hintergrund
2.2. Definitionen zum lernzielorientierten Unterricht
2.3. Die Lernplanung
2.3.1. Sammlung, Beschreibung und Ordnung von Lernzielen
2.3.1.1. Sammlung von Lernzielen
2.3.1.2. Beschreibung von Lernzielen
2.3.1.3. Lernzieloperationalisierung
2.3.1.4. Lernzieldimensionierung
2.3.1.5. Lernzielhierarchisierung
2.3.2. Entscheidung für die Lernziele
2.4. Die Lernorganisation
2.4.1. Beschreibung von Unterrichtsmethoden
2.4.2. Methodenordnung
2.4.3. Entscheidung für eine Methode
2.5. Die Lernkontrolle
2.6. Vor- und Nachteile der Lernzielorientierung
3. Die praktische Umsetzung des lernzielorientierten Modells
3.1. Vorbemerkung
3.2. Die Unterrichtsplanung
3.2.1. Erarbeitung der Lernziele
3.2.2. Planung des Unterrichtsablaufs und des Medieneinsatzes
3.2.2.1. Der Einstieg in die Stunde
3.2.2.2. Die Realisierung der Lernziele im Unterricht
3.2.2.3. Die Lernkontrollen im Unterricht
3.2.3. Der tabellarische Unterrichtsentwurf
3.3. Die Reflexion des Unterrichts
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das „lernzielorientierte Modell“ nach Christine Möller im Hinblick auf seine theoretischen Grundlagen und seine praktische Anwendbarkeit im Unterricht. Das primäre Ziel ist es, den Planungsprozess dieses didaktischen Modells transparent zu machen, seine Vor- und Nachteile kritisch zu beleuchten und die theoretischen Erkenntnisse anhand eines konkret geplanten Unterrichtsentwurfs zum Thema „Rechtsformen von Unternehmen“ in die Praxis zu überführen.
- Historische Entwicklung der lernzielorientierten Didaktik und ihre theoretische Fundierung im Behaviorismus.
- Detaillierte Analyse des Planungs- und Organisationsprozesses, einschließlich der Lernzieloperationalisierung, -dimensionierung und -hierarchisierung.
- Systematische Durchführung der Lernkontrolle als zentrales Element didaktischen Handelns.
- Kritische Reflexion über die Vor- und Nachteile des Modells für Lehrende und Lernende.
- Erprobung der Theorie in einer praktischen Unterrichtseinheit zur Vermittlung betriebswirtschaftlicher Rechtsformen.
Auszug aus dem Buch
2.2. Definitionen zum lernzielorientierten Unterricht
Um ein Verständnis für dieses Konzept des Lernens entwickeln zu können, möchten wir ein paar Begrifflichkeiten näher definieren. Zunächst ist es wichtig zu wissen, was ein Curriculum ist, auf den dieses Konzept aufbaut. „Ein Curriculum – als Endprodukt eines Entwicklungsprozesses – ist ein Plan für Aufbau und Ablauf von Unterrichtseinheiten.“ Ein Curriculum muss demnach Aussagen über Lernziele, Lernorganisation und Lernkontrolle enthalten. Er dient Lehrern und Schülern zur optimalen Realisierung des Lernens, soll somit den Unterricht besser planbar machen und von Beliebigkeit und Zufälligkeit befreien.
Um lernzielorientierten Unterricht anwenden zu können, muss des weiteren geklärt werden, wie sich ein Lernziel definiert. Unter einem Lernziel im engeren Sinne versteht man „die sprachlich artikulierte Vorstellung von der durch Unterricht (oder andere Lehrveranstaltungen) zu bewirkenden beobachtbaren Verhaltensänderung eines Lernenden.“ Ein Beispiel zur Veranschaulichung wäre demnach: Ein Schüler soll lernen, ein englischsprachiges Interview von vier Minuten Dauer mit einem amerikanischen Gastschüler über dessen High School zu führen und dabei mindestens 7 der 15 neuen Vokabeln der Lektion 8 zu benutzen. Diese Form des Lernziels ist jedoch nur auf Beobachtungen ausgerichtet und daher nicht praktikabel. Hierbei muss eine weite Definition gewählt werden, wo deutlich wird, dass Lernziele immer Interpretationen und Zusammenfassungen von nur teilweise beobachtbaren Verhaltensäußerungen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Problemstellung und Vorstellung der lernzielorientierten Didaktik nach Christine Möller als Ansatz zur verbesserten Unterrichtsplanung.
2. Das lernzielorientierte Modell: Theoretische Auseinandersetzung mit der Entwicklung des Modells, zentralen Begriffen wie Curricula und Lernzielen sowie den Phasen der Planung, Organisation und Kontrolle.
3. Die praktische Umsetzung des lernzielorientierten Modells: Darstellung der Vorbereitung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtsstunde zum Thema „Rechtsformen von Unternehmen“ basierend auf dem Modell.
Schlüsselwörter
Lernzielorientierter Unterricht, Lernplanung, Lernzieloperationalisierung, Lernzielhierarchisierung, Didaktik, Christine Möller, Unterrichtsmethoden, Lernkontrolle, Curriculum, Behaviorismus, Rechtsformen von Unternehmen, Unterrichtsentwurf, Lernprozess, pädagogische Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der lernzielorientierten Didaktik. Dabei werden theoretische Grundlagen beleuchtet und anhand einer eigenen Unterrichtseinheit praktisch erprobt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Lernplanung, die Lernzieloperationalisierung, die methodische Unterrichtsgestaltung sowie die systematische Lernkontrolle.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, was lernzielorientierter Unterricht bedeutet, wie er praktisch umgesetzt werden kann und ob ein strikter Aufbau nach diesem Modell für den Unterricht sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine Kombination aus Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und eine eigene Unterrichtssimulation zur praktischen Erprobung und kritischen Reflexion des Modells.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben den theoretischen Definitionen und Schritten des Modells wird detailliert beschrieben, wie ein konkretes Thema (Rechtsformen von Unternehmen) geplant, organisiert und nachbereitet wurde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Lernziele, Operationalisierung, Unterrichtsplanung, Lernkontrolle und didaktische Effizienz sind die tragenden Begriffe der Arbeit.
Warum ist die Lernzieloperationalisierung das Kernstück des Modells?
Weil sie den didaktischen Prozess durch die Festlegung von beobachtbaren Elementen messbar macht, was eine Überprüfung der Unterrichtsergebnisse ermöglicht.
Welches Fazit ziehen die Autoren zur praktischen Anwendung?
Das Modell ist eine wertvolle Bereicherung, aber eine strikte, uneingeschränkte Anwendung ist nicht empfehlenswert, da sie die Spontaneität einschränken kann.
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- Eileen Schott (Author), Frank Hottenrott (Author), Robert Jahn (Author), 2002, Das lernzielorientierte Modell nach Christine Möller, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10299