Schiller, Friedrich - Maria Stuart


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

5 Seiten, Note: Sehr gut


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Maria Stuart

1.) Inhalt :

Die schottische Königin Maria Stuart ist die Gefangene der englischen Königin Elisabeth I. Sie soll hingerichtet werden, doch dem Todesurteil fehlt noch die Zustimmung von Elisabeth. Maria Stuart befindet sich auf Schloß Fotheringhay unter der Aufsicht von Ritter Paulet in Gefangenschaft. Als Maria von ihrer Verurteilung erfährt, nimmt sie diese sehr gefasst auf. Mortimer, der Neffe von Ritter Paulet, kehrt von seiner Reise als konvertierter Katholik zurück und möchte Maria Stuart nun befreien.

Maria bittet ihn Graf Leicester einen Brief mit einem Bild von ihr zu überbringen. Als sich die beiden Männer das erste Mal begegnen, stehen sie einander sehr skeptisch gegenüber, erst der überbrachte Brief läßt sie Vertrauen zueinander fassen. Leicester versucht einen Zusammenkunft der beiden Königinnen zu arrangieren, die schließlich im Park von Fortheringhay stattfindet. Maria bemüht sich der Königin von England demütig gegenüberzutreten. Doch als diese ihr nur mit Hohn und Verachtung begegnet, bricht der Stolz in Marias Persönlichkeit hervor, sodass die Königin beleidigt geht.

Nachdem ein Attentat auf Elisabeth fehlgeschlagen war, fliegt die Verschwörung rund um Mortimer auf. Da auch der französische Gesandte daran beteiligt war, sind auch die politisch günstigen Heiratspläne zwischen Elisabeth und dem französischen Prinzen zunichte gemacht worden. Als Baron Burleigh von Leicesters Verbindung zu Maria Stuart erfährt, hat er das beste Mittel um den Günstling von Elisabeth endlich zu Fall zu bringen. Daraufhin will Leicester Mortimer verhaften lassen, um seine Ehre wiederherzustellen, doch Mortimer begeht Selbstmord. Um Elisabeth völlig von seiner Treue ihr gegenüber zu überzeugen, fordert nun auch Leicester den Tod von Maria Stuart, genauso wie das Volk.

Hin und her gerissen unterschreibt Elisabeth das Todes urteil und übergibt es Davison mit einem zweideutigen Befehl. Davison ist total verwirrt und wendet sich an Burleigh, der ihm das unterschriebene Todesurteil wegnimmt.

Maria Stuart wartet gefasst auf die Vollstreckung des Urteils. Nach der Vollstreckung erwartet Elisabeth schon ungeduldig auf die Nachricht des Vollzugs. Doch wirklich zufrieden ist sie jetzt auch nicht, weil der eindeutige Befehl zur Hinrichtung nicht von ihr kam.

2.) Historischer Hintergrund :

- Elisabeth → Tochter von Heinrich VIII.
- Maria Stuart → Tochter von Jakob V.
- Elisabeth unterstützte die schottischen Barone, die gegen Maria Stuart rebellierten
- Für die englischen Katholiken galt Maria Stuart als rechtmäßige Erbin des englischen Throns → machte sie zur Feindin von Elisabeth
- Maria Stuart floh 1568 nach England → 19 Jahre Haft → wegen einer (angeblichen) Verschwörung gegen Elisabeth enthauptet
- Elisabeth zögerte über die vom Volk geforderte Hinrichtung von Maria Stuart im Jahr 1587

3) Schiller

Am 10. November 1759 wurde Friedrich Schiller in Marbach am Neckar geboren. 1772 legte er das Landexamen ab und sollten nun, nach dem Plan seiner Eltern, in einem Kloster seine Ausbildung fortsetzen. Doch wegen Herzog Karl August kam es nie dazu, denn er verlangte, dass Schiller seine militärische „Pflanzschule“ besuchte. Dort studierte er Jus und Medizin und verfasste auch sein erstes Werk : Die Räuber.

1780 erhielt er eine Anstellung als Militärarzt in Stuttgart.

Die Uraufführung von „Die Räuber“ war für Schiller ein voller Erfolg. Doch sie bewirkte auch, dass er ein Schreibverbot erhielt, welches Schiller wiederum veranlasste das Land zu verlassen.

Zu seinen weiteren Jugenddramen zählen „Kabale und Liebe“ und „Don Carlos - Infant von Spanien“.

Durch die Vermittlung von Goethe erhält Schiller eine Professur für Geschichte und Philosophie in Jena.

1794 entwickelt sich schließlich die enge Freundschaft zwischen Goethe und Schiller.

1799 zieht Schiller nach Weimar, wo er seine Wallenstein Trilogie vollendet. In seinen letzten Jahren verfasst Schiller noch unzählige Werke, in denen vor allem die Philosophie von Kant erkennbar ist.

1805 stirbt Schiller in Weimar.

4) Drama

In Schillers Drama Maria Stuart lässt sich der Aufbau eines Dramas sehr gut verfolgen.

Die Ausgangssituation ist die : Maria Stuart ist die Gefangene von Elisabeth, wegen einer angeblichen Verschwörung gegen die englische Königin.

Das Aufkommen der Spannung in der Handlung des Dramas lässt sich daran erkennen, dass Maria einen Verbündeten in Ritter Paulet’s Neffen Mortimer findet, der ihr zur Flucht verhelfen will.

Der absolute Höhepunkt bei Schillers Bearbeitung des Stoffes ist das Aufeinandertreffen der beiden rivalisierenden Herrscherinnen.

Interpretation :

Die ganzen Jahre ihrer Gefangenschaft wünschte sich Maria Stuart nichts sehnlicher als ein Zusammentreffen mit ihrer Schwester Elisabeth. Doch kurz vor der Begegnung der beiden Königinnen fühlt sich Maria abgeneigt bei der Vorstellung, der „verhaßten“ Person gegenüberzutreten, denn sie fühlt sich zu sehr von ihrer Schwester verletzt und beleidig t, sodass zwischen ihnen niemals eine Versöhnung möglich scheint, obwohl sie sich doch jahrelang vorgenommen hat, sie so zu rühren und umzustimmen, dass auch sie sich von ihrer Schuldlosigkeit überzeugen kann. Trotzdem ermutigt sie Shrewsburry : „Tut’s dennoch! Sprecht ehrerbietig, mit Gelassenheit! Ruft ihre Großmut an, trotzt nicht, jetzt nicht auf Euer Recht, jetzo ist nicht die Stunde.“ (V2194-2197)

Schließlich kommt es trotz der Zweifel und des Grolls zum Treffen der beiden verbitterten Frauen. Maria Stuart begegnet ihr zurückhaltend und vorsichtig, um alle Vorteile für die Chance auf eine Begnadigung zu wahren. „Laßt mich nicht schmachvoll liegen, Eure Hand streckt aus, reicht mir die königliche Rechte, mich zu erheben von dem tiefen Fall.“ (V2254-2256).

Von der Unterwürfigen Art ihrer Konkurrentin bestärkt und ermutigt ihre Machtposition schamlos auszunützen, beginnt sie diese in herablassender, höhnischer Art zu demütigen. „Ihr seid an Eurem Platz, Lady Maria!“ (V2257) äußert sie übermütig, ohne ih r die hilfreiche Handreichung zur Versöhnung zu gewähren.

Da dieser Aussöhnungsversuch fehlschlug, versucht Maria nun an die Menschlichkeit ihrer Schwester zu appellieren. Sie gesteht ihr gegenüber ihre Jugendfehler ein und versucht von der Großzügigkeit von Elisabeth zu profitieren. Sie stoßt jedoch auch hier noch auf taube Ohren und muss somit zur Kenntnis nehmen, dass sie ihre Schwester nicht zur Vergebung überzeugen kann. Sie sagt ihr deshalb, was sie wirklich von ihr hält und dass sie die rechtmäßige Königin von England sei. Eine besondere Freude für Maria is t, dass sie die Schwester vor dem gemeinsamen Geliebten bloßgestellt hat und sie somit einen kleinen Triumph davongetragen hat.

Nach diesem Höhepunkt kommt es zum Abfall der Handlung, die trotzdem noch spannungsgeladen ist. Die Verschwörung rund um Mortim er fliegt auf, sodass jegliche Hoffnungen, dass Maria noch mit dem Leben davonkommt schwinden. Andererseits bewegt das mißlungene Attentat auf die englische Königin das Volk dazu, lautstark den Tod der verhaßten Stuart zu fordern und führt dazu, dass Elisabeth das Urteil unterschreibt. Sie ist sich selbst jedoch noch nicht sicher, denn sie schwankt zwischen Schwesternliebe und königlichem Pflichtgefühl. Schließlich übergibt sie ihrem unerfahrenen Staatssekretär Davison mit einem zweideutigem Befehl. „- Unterschreiben sollt‘ ich. Ich hab’s getan. Ein Blatt Papier entscheidet noch nicht, ein Name tötet nicht.“ (V3266- 3268) „Dein Name, Königin, unter dieser Schrift entscheidet alles, tötet, ist ein Strahl des Donners, der geflügelt trifft -...“ (V3269-3271) Davison fühlt sich total verunsichert und fragt Burleigh um Rat, doch dieser ist völlig besessen vom Tod der Stuart, dass er ihm das unterschriebene Dokument entreißt und somit die Maschinerie der Vollstreckung unaufhaltsam in Gang setzt. Der Ausgang der Tragödie ist wie schon der Name sagt tragisch. Maria Stuart stirbt am Schafott. Elisabeth kann sich nicht einmal nach dem Tod der Erzfeindin ihre Mitschuld eingestehen und wälzt alle Verantwortung auf Davison und Burleigh ab.

5.) Charaktere :

Maria Stuart : Die Königin von Schottland hat sich zu Beginn nur äußerlich mit ihrer Situation als Todeskanidatin abgefunden, denn innerlich hofft sie noch immer darauf, dass sich noch alles zum Guten hin wendet. Sie ist zwar dankbar für Mortimers Hilfe, doch baut sie mehr auf Graf Leicester, obwohl er der Günstling von Elisabeth ist.

Beim Zusammentreffen mit ihrer Schwester ist Maria bemüht nicht die Beherrschung zu verlieren und bittet demütig um Verzeihung. Da Elisabeth ihrer Bitte nicht nachkommt und sie nur beleidigt, sieht sie keinen Grund mehr ihren Stolz zu unterdrücken und weißt die englische Königin in die Schranken. Dadurch hat sie ihre letzte Chance auf eine Begnadigung verspielt.

Maria Stuart ist nach dieser Begegnung nicht mehr dieselbe Person wie zu Beginn der Tragödie. Sie hat sich ihre Fehler eingestanden und verzeiht auch allen ihren Feinden, damit auch ihrer Schwester Elisabeth.

Elisabeth : Als Königin von England lastet der Druck auf ihr endlich eine Entscheidung im Fall der Maria Stuart zu treffen. Am liebsten wäre ihr eine Nacht und Nebel Aktion, sodass sie von ihrer Pflicht, das Todesurteil zu unterschreiben, erlöst ist. Deshalb bittet sie Mortimer, ob er ihr nicht diesen gefallen tun wolle.

Von Graf Leicester wird sie zu dem Treffen mit Maria Stuart im Park begleitet. Ihre Haltung weist nur auf Kampf hin und überhaupt nicht darauf, dass auch ihr etwas an einer Aussöhnung gelegen wäre. Als Elisabeth in Gegenwart von Graf Leicester auch noch von ihrer Schwester verbal angegriffen wird, geht sie beleidigt davon.

Nach dem fehlgeschlagenem Attentat auf Elisabeth überstürzen sich die Ereignisse. Das Volk fordert den Tod der Stuart und Elisabeth erfüllt diese Bitte indem sie das Urteil unterschreibt. Doch ganz sicher ist sie sich noch immer nicht und gibt deshalb Davison das Dokument mit einem zweideutigem Befehl, sodass dieser ihr die Entscheidung abgenommen hat.

Als sie von der Vollstreckung des Urteils erfährt, ist ihr das nicht recht und sie verbannt deshalb Davison und Burghlei.

Graf Leicester : Er ist der Günstling von Elisabeth, doch fühlt er sich auch von deren Gegnerin Maria Stuart angezogen. Graf Leicester pendelt immer zwischen den beiden Frauen hin und her. Er unterstützt immer genau die, die sich gerade in der günstigeren, das heißt in der Mächtigeren Position befindet.

Nachdem er von Burghlei beschuldigt wird eine Verbindung zu Maria Stuart zu haben, scheint er die Gunst von Elisabeth zu verlieren. Doch kann er noch im letzten Moment das Ruder herumreißen, indem er Mortimer verhaften läßt. Um Elisabeth gänzlich von seiner Loyalität ihr gegenüber zu überzeugen, bestärkt er sie darin das Todesurteil zu unterzeichnen. Elisabeth ist sich nicht ganz sicher, ob er die Wahrheit sagt und fordert daher von ihm, dass er sich die Hinrichtung ansieht. Graf Leicester kann diesem Befehl nur schwer Folge leisten. Nach der Vollstreckung des Urteils, kehrt er nicht mehr zu Elisabeth zurück, sondern befindet sich auf dem Weg nach Frankreich.

Mortimer : Als der Neffe von Ritter Paulet, dem Bewacher von Maria Stuart, ist es für ihn sehr leicht zu der Gefangenen zu gelangen. Für die Außenwelt spielt er den braven Protestanten, doch in Wirklichkeit ist er von seiner Reise als Katholik zurückgekehrt und möchte nun Maria Stuart befreien.

Wenn auch Maria großes Vertrauen zu Graf Leicester fasst, begegnet er ihm zuerst mit großem Mißtrauen. Am Hof der englischen Königin, bittet ihn Elisabeth Maria Stuart zu töten, was Mortimer er nicht abschlägt.

Nach dem Aufeinandertreffen der beiden Königinnen ist Mortimer noch mehr von Maria Stuart beeindruckt als am Anfang. Auf die schottische Königin wirkt er fanatisch und zudringlich, sodass sie sich vor ihm sogar fürchtet.

Nach dem Attentat versucht Mortimer Graf Leicester zum schnellen Handeln zu bewegen, da die Uhr gegen Maria Stuart läuft, doch der Graf will ihn verhaften lassen, um seinen Ruf wieder herzustellen. Mortimer kommt seiner Wache aber zuvor, indem er den Freitod wählt.

6.) eigene Meinung :

Schon zu Beginn des Stücks steht der Ausgang schon fest. Trotzdem gelang es Schiller zum einen durch die Verschwörung und das Treffen der beiden Königinnen auf einen guten Ausgang des Dramas hoffen zu lassen.

Während des Höhepunkts aber, kann man schon den unglücklichen Ausgang erahnen.

In der englischen Geschichtsschreibung wird Maria Stuart als die Böse dargestellt. Auf diese Werke stützt sich nun aber Schillers Werk und trotzdem ist Elisabeth am Ende die Schuldige. Dadurch, dass sich Maria Stuart ihre Fehler eingesteht und vor ihrem Tod noch allen ihren Feinden verzeiht, zeugt sie von wahrer Größe.

4 von 5 Seiten

Details

Titel
Schiller, Friedrich - Maria Stuart
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
5
Katalognummer
V103024
Dateigröße
346 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schiller, Friedrich, Maria, Stuart
Arbeit zitieren
Elke Mayerhofer (Autor), 2001, Schiller, Friedrich - Maria Stuart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103024

Kommentare

  • Gast am 7.11.2001

    Maria Stuart.

    Wenn du das Buch verstanden und die historischen Hintergründe kapiert hättest , dann müsstest du eigentlich wissen, dass Elisabeth nicht die Schwester, sondern die Tante von Maria ist !!!!!!!!

  • Gast am 15.2.2002

    Maria Stuart!!!.

    Hi Elke! Dein Bericht ist echt suuuuuuupi, hast mir echt weitergeholfen! Dankeschööööööön!

    Grüßle Kerstin

  • Gast am 16.3.2002

    nicht schlecht.....

    hi..
    hab mir das ganze zwar noch net ganz durchgelesen......aber ist vom aufbau und der gestaltung bei weitem eins der besten auf der hp..
    also respekt...
    hoffe mal das es mir weiterhilft...

  • Gast am 29.1.2003

    Es fehlt.....

    Ich finde passender wäre eine inhaltsangabe von den aufzügen gewesen z.B: Akt1, aufzug 2: des und des...
    Für jemanden wie mich der ne arbeit über dieses bubch schreibt, das er nicht mal gelesen hat etwas schwerer geworden. Aber vielen dank echt.

  • Gast am 15.3.2010

    @willy Tante???????? du meinst cousine

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Titel: Schiller, Friedrich - Maria Stuart



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