Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Bargeldverbot. Hierfür werden die theoretischen Grundlagen des Bargelds näher erläutert und die positiven sowie negativen Aspekte der Bargeldabschaffung erarbeitet.
In der heutigen Zeit spielt Bargeld, zumindest in Deutschland, noch eine sehr große Rolle. Während man im Ausland, beispielsweise in den USA, einen sehr hohen Wert auf bargeldlose Zahlungsmethoden setzt, hat man den Eindruck, dass die Deutschen in dem Bereich noch etwas zurückliegen. Allerdings hat man durch die Corona-Pandemie gemerkt, dass nun immer öfter die Möglichkeit geboten wird, bargeldlos zu bezahlen. So ist es in Lebensmittelgeschäften sogar gewünscht, auf Bargeld zu verzichten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen des Bargeldes
2.1 Entstehung des Bargeldes
2.2 Definition Buchgeld
2.3 Funktionen des Bargeldes
2.4 Vor- und Nachteile von Bargeld
3 Interessensgruppen der Bargeldabschaffung
4 Gründe für ein Bargeldverbot
4.1 Verhinderung von Bank-Runs
4.2 Durchsetzung der Negativzinsen
4.3 Bekämpfung der Kriminalität
5 Gründe gegen ein Bargeldverbot
5.1 Einschränkungen der Freiheit
5.2 Unabhängigkeit gegenüber Dritten
5.3 Gesetzliches Zahlungsmittel
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die aktuelle Debatte um eine mögliche Abschaffung des Bargeldes, indem sie die theoretischen Hintergründe sowie die damit verbundenen Vor- und Nachteile untersucht. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, welche ökonomischen und gesellschaftlichen Gründe für oder gegen ein Bargeldverbot sprechen.
- Historische Entwicklung des Bargeldes und Begriffsdefinition von Buchgeld
- Analyse der Interessensgruppen, die von einer Abschaffung profitieren
- Untersuchung ökonomischer Argumente (Negativzinsen, Bank-Runs)
- Kritische Würdigung der Auswirkungen auf Freiheit und Datenschutz
- Rolle von Fintech-Unternehmen und digitalen Zahlungsmethoden
Auszug aus dem Buch
2.1 Entstehung des Bargeldes
Die Entstehung des Bargeldes liegt mehrere tausend Jahre zurück. Es gibt die unterschiedlichsten Theorien auf welche Weise das Geld entstanden ist. Nach der Theorie von Adam Smith ist Geld aus dem Handel entstanden. Das erste Zahlungsmittel war Warengeld. Der Handel beschränkte sich hier zunächst nur auf den Warentausch. Der Preis der Güter wurde durch die Anzahl der Arbeitsstunden der Güterfertigung definiert. Da es mit der Zeit allerdings zu aufwendig wurde, ein gleichwertiges Warentauschgeschäft zu finden, wurden Metalle als Tauschmittel eingesetzt. Die Vorteile der Edelmetalle gegenüber anderen Gütern, waren die Teilbarkeit, Haltbarkeit und Transportfähigkeit. Der Wert der Münzen variierte zudem je nach Verfügbarkeit der Menge und Kosten der Gewinnung der Edelmetalle.
Das Warengeld wurde sukzessive durch das Stück- oder Zeichengeld ersetzt, das heute unsere Münzen und Banknoten darstellt. Hierbei wurden Edelmetalle abgewogen und mit ihrem Gewicht geprägt, damit der Wert der Münze ersichtlich ist. Wegen dem immer größer werdenden Mangel an Münzen, wurden im Jahr 1483 erstmals in Europa, genauer genommen in Spanien, Banknoten hergestellt. Final durchgesetzt haben sich die Banknoten in Europa erst ab dem 17. Jahrhundert. Zu diesem Zeitpunkt ist auch die erste Notenbank „der Stockholms Banco“ entstanden. Die Menschen konnten Gold oder Silber an Nationalbanken verkaufen und bekamen im Gegenzug Banknoten. Diese waren eine Art Versicherung, dass sie zu jeder Zeit die Banknoten wieder einlösen können und den Betrag in Edelmetallen ausbezahlt bekommen. Um die Verfügbarkeit der Edelmetalle zu gewährleisten und die Wirtschaft nach dem zweiten Weltkrieg zu stabilisieren, ergab sich 1944 durch das Bretton Woods Abkommen ein Wechselkurssystem aus festem Wechselkurs. Die Mitgliedsländer waren dazu verpflichtet, einen gewissen Goldanteil zu besitzen. Das System scheitere 1971 und der weltweite Goldstandard wurde aufgehoben. Seitdem ist das Geld nicht mehr mit Gold gedeckt und wird als „Fiat Money“ bezeichnet. Fiat (lat. „es werde“) Geld bedeutet, dass das Geld keinen inneren Wert besitzt und im Vergleich zu damals nicht gegen Edelmetalle eingetauscht werden kann. Unser Papiergeldsystem baut auf dem Vertrauen zu der europäischen Zentralbank und den nationalen Zentralbanken der Euro-Länder auf, dass der Wert des Geldes aufrecht erhalten bleibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Bargeldverbot ein, erläutert die Problemstellung und definiert das Ziel der Arbeit, die Vor- und Nachteile zu analysieren.
2 Theoretische Grundlagen des Bargeldes: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die historische Entstehung des Geldes sowie die Definition und Funktionen von Bargeld und Buchgeld.
3 Interessensgruppen der Bargeldabschaffung: Es wird dargelegt, welche Akteure wie Zentralbanken und Fintechs potenziell von einer Abschaffung des Bargeldes profitieren könnten.
4 Gründe für ein Bargeldverbot: Das Kapitel behandelt die ökonomischen Argumente für eine Bargeldabschaffung, insbesondere die Verhinderung von Bank-Runs, die Implementierung von Negativzinsen und die Bekämpfung von Kriminalität.
5 Gründe gegen ein Bargeldverbot: Hier werden die Gegenargumente erörtert, wobei der Fokus auf dem Verlust der Privatsphäre, der Abhängigkeit von Dritten und der Funktion des Geldes als gesetzliches Zahlungsmittel liegt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Bargeld trotz digitaler Fortschritte weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der Gesellschaft bleibt.
Schlüsselwörter
Bargeld, Bargeldverbot, Buchgeld, Negativzinsen, Bank-Runs, Kriminalitätsbekämpfung, Digitalisierung, Datenschutz, Privatsphäre, Zentralbanken, Fintech, Fiat Money, Geldwäschegesetz, Euro-Banknoten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen Diskussion rund um die potenzielle Abschaffung des Bargeldes und beleuchtet die verschiedenen ökonomischen, sozialen und rechtlichen Implikationen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Geldes, den Interessen der Finanzwelt, ökonomischen Argumenten für ein Verbot sowie den gesellschaftlichen Einwänden wie dem Schutz der Privatsphäre.
Was ist das primäre Ziel dieser Seminararbeit?
Ziel ist es, eine fundierte Analyse der Vor- und Nachteile eines Bargeldverbots zu erstellen, um ein objektives Bild der Debatte zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin oder der Autor verwendet eine systematische Literaturrecherche unter Einbezug von Datenbanken wie EBSCO Discovery Service sowie weiterführender Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Bargeldes, eine Analyse der Interessensgruppen, sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Argumente für und gegen ein Bargeldverbot.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bargeldabschaffung, Negativzinsen, Bank-Run, Fiat Money, Privatsphäre und elektronische Zahlungssysteme.
Warum ist das Thema Bank-Run im Kontext des Bargeldverbots relevant?
Ein Bargeldverbot würde den Abzug von Guthaben bei Banken in Krisenzeiten verhindern, was das Risiko eines Bank-Runs theoretisch eliminiert, da Kunden ihr Geld nicht mehr physisch abheben können.
Welche Rolle spielen Negativzinsen bei der Bargelddebatte?
Negativzinsen setzen Sparer unter Druck; ein Bargeldverbot soll verhindern, dass Kunden ihr Vermögen stattdessen zu Hause in Tresoren lagern, um den Zinsen zu entgehen.
Was bedeutet der Begriff "gläserner Mensch" im Zusammenhang mit dieser Arbeit?
Der Begriff beschreibt die Sorge, dass eine vollständige Umstellung auf elektronisches Bezahlen zur totalen Überwachung der persönlichen Ausgaben und Daten durch den Staat führen könnte.
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- Anonym (Author), 2021, Vor- und Nachteile eines Bargeldverbots, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030304