Ernährungsberatung für einen gesunden 29-Jährigen unter Einbezug des GROW-Modells


Einsendeaufgabe, 2019

33 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG
1.1 Eingangsgespräch und Anamnese
1.2 Allgemeine und biometrische Daten
1.2.1 Gesundheitliche Einschränkungen
1.3 Persönlichkeitsprofil
1.4 Soziale Situation
1.4.1 Ernährungsrituale
1.4.2 Zeiteinteilung des Kunden
1.5 Bewegung und Sportrituale
1.6 Aktuelle Ernährungssituation

2 DER COACHING-PROZESS
2.1 Das GROW-Modell
2.2 Die Stufe Goal des GROW-Modells
2.3 Die Stufe Reality des GROW-Modells
2.4 Die Stufe Options des GROW-Modells
2.5 Die Stufe What des GROW-Modells
2.6 Die Stufe Gap des GROW-Modells
2.7 Der Maßnahmenplan zum Verhaltenstraining
2.8 Der Maßnahmenplan zur Rückfallprophylaxe

3 TEILAUFGABE 3 - DARSTELLUNG EINER COACHING-SITZUNG

4 ERGEBNISBEWERTUNG UND SCHLUSSFOLGERUNG

5 LITERATURVERZEICHNIS

6 ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS
6.1 Abbildungsverzeichnis
6.2 Tabellenverzeichnis

ANHANG
Angang 1:
Anhang 2:
Anhang 3:
Anhang 4:
Anhang 5:

1 Einleitung

1.1 Eingangsgespräch und Anamnese

Das Eingangsgespräch fand am 11.08.2019 um 13 Uhr statt und dauerte ca. ein halb Stunden. Die erste Sitzung fand im Gebäude statt, da für diese biometrische Daten an­hand einer Waage aufgenommen werden mussten.

Zunächst wurden Fragen bezüglich der beruflichen Tätigkeit, der gesundheitlichen Ziele und der aktuellen Situation auch anhand eines Fragebogens erfasst und besprochen.

Des Weiteren wurde ein Fragebogen ausgefüllt. Anschließend wurden weitere Parame­ter wie der BMI und der Körperfettanteil anhand einer Bioimpedanzwaage eingetragen (vgl. Tabelle 1), ausgewertet und gemeinsam besprochen. Weiteres ist unter Punkt 3 Teilaufgabe 3 - Darstellung einer Coaching Sitzung zu finden.

1.2 Allgemeine und biometrische Daten

Tabelle 1: Allgemeine und biometrische Daten des Kunden (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Klient weist aufgrund der biometrischen Daten einen BMI im Normalbereich auf (Who, Body mass index - BMI, 2019).

Der Taillen-Hüft-Quotient von kleiner als eins, zeigt eine gynoide Körperfettverteilung. Der Taillenumfang liegt unter 94cm (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2014).

1.2.1 Gesundheitliche Einschränkungen

Der Kunde klagt über regelmäßige Rückenschmerzen und Kopfschmerzen. Dieses Jahr hatte der Kunde bereits einen Hexenschuss, wodurch er zwei Wochen eingeschränkt war. Des Weiteren hat der Kunde Schwierigkeiten mit den Fußgelenken und trägt daher medizinische Einlagen. Aufgrund dessen weist der Kunde eine eingeschränkte Mobilität der Fußgelenke auf. Der Kunde hat keine Lebensmittelunverträglichkeiten.

1.3 Persönlichkeitsprofil

Der Kunde weist aufgrund des DISG-Tests ein gewissenhaftes und dominates Persön­lichkeitsprofil auf (Gay, F. DISG-Persönlichkeitsprofil, 2002). Das bedeutet, dass der Kunde ein gutes Planen und eine Liste zum Abhaken benötigt. Aus diesem Grund haben wir eine passende Methode zur Dokumentation des Ernährungsverhaltens entwickelt. Gleichzeitig möchte der Kunde wenig Zeit für die Ernährung investieren.

Der Kunde kann seine Lerneffektivität über die kognitiven und visuellen Wahrneh­mungskanäle steigern. Dies basierend auf den Lerntypen nach Vaster, F. (1975).

Zu den Freizeitaktivitäten des Kunden gehören:

- Einmal wöchentlich trifft sich der Kunde mit einem Freund zum gemeinsamen Joggen und Essen. Dabei werden meistens Hyperkalorische Mahlzeiten mit ei­nem hohen Fettgehalt zubereitet.
- Der Kunde liest gerne Bücher zur Weiterbildung in seiner Freizeit
- An dem Wochenenden besucht er gerne Seminare
- Der Kunde beschreibt sich selbst als einen Genussmensch. Er genießt nicht nur Mahlzeiten, sondern auch die gemeinsame Zeit mit seiner Freundin, weil sie gerne gemeinsam viel Unternehmen (Städtebesichtigung, Museumsbesuch, ver­schiedene Seen und Parks, usw.)
- In seiner Studienzeit hat sich der Kunde stark mit seiner körperlichen Fitness be­schäftigt. Er war sehr Leistungsorientiert, konnte einen Handstand halten, hat sich stark auf das Krafttraining und den Muskelaufbau fokussiert.
- Der Bruder des Bruders ist ausgezogen und wird hier daher vernachlässigt

1.4 Soziale Situation

Der Kunde wohnt in einem Haushalt mit seinen Eltern. Hauptsächlich ist die Mutter für die Einkäufe der Lebensmittel und für die Nahrungszubereitung verantwortlich. Jedoch hat sich im Gespräch herausgestellt, dass im Laufe der Woche ein Einkaufszettel in der Küche erstellt wird. Dieser hängt auf dem Kühlschrank in der Küche und alle können Lebensmitte hinzufügen. Gleichzeitig ist der Haushalt gesundheitsbewusst und alle im Haushalt lebenden Personen interessieren sich für eine gesunde Lebensweise und Er­nährung. Lediglich die ist die zeitliche Investition von Bedeutung. Die Mutter, sowie der Vater des Kunden sind berufstätig und möchten wenig Zeit in die Zubereitung und Planung der Mahlzeiten investieren. Positiv zu bewerten ist die Einstellung des Kunden und seines Umfelds bezüglich der Ernährung.

1.4.1 Ernährungsrituale

- Das Mittagessen ist immer warm und wird meistens gemeinsam in der Familie abgehalten. Für die Zubereitung ist hauptsächlich die Mutter verantwortlich. Je­doch wird unter den Familienmitgliedern auch abgewechselt, sodass der Kunde ein bis zwei Mal in der Woche für die Zubereitung der Hauptmahlzeit verant­wortlich ist. Der Vater arbeitet lange und kann wird bei der Zubereitung ver­nachlässigt.
- Samstags gibt es immer Brühwürstchen und Brötchen. An dem Tag geht es hauptsächlich um Einkäufe und den Hausputz. Dann bleibt mittags keine Zeit zum Kochen.
- Es wird viel Wert auf frisches und leckeres Brot gelegt. Die Mutter sucht stets die Besten Brotvarianten. Diese sind Vollkorn- und Mischbrote.
- Einmal in der Woche kocht die Familie gemeinsam.
- Mindestens einmal pro Woche gibt es Kuchen. Die Mutter backt gerne Kuchen und Teilchen.
- Es gibt Orte im Haushalt an denen immer Süßigkeiten zu finden (Schubladen, Esstisch, Wohnzimmer, Kühlschrank) sind. Diese Orte sind in der Regel offen zugänglich, sodass da zwischendurch und unbewusst reingegriffen wird.
- Das Frühstück und das Abendessen werden hauptsächlich vom Kunden alleine eingenommen. Beides besteht hauptsächlich aus Brot.

Am Wochenende ist der Kunde bei seiner Freundin. Dort wird meistens gemein­sam gekocht. Manchmal auch auswärts gegessen. Die Freundin ist Diät- und ge­sundheitsorientiert.

1.4.2 Zeiteinteilung des Kunden

Der Kunde hat eine überwiegend sitzende berufliche Tätigkeit. Er ist in den Anfängen einer selbstständigen Tätigkeit und verbringt dementsprechend die meiste Zeit mit der beruflichen Tätigkeit. Seine Zeitleinteilung ist individuell und wenig planbar, da es ebenfalls drauf ankommt, wie viele Aufträge der Kunde täglich zu bearbeiten hat:

Ernährungsberaterin: Wie sieht es bei deiner täglichen Zeiteinteilung aus?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Deutlich wurde in dem Gesprächsverlauf, dass der Kunde keine genauen Angaben zu seiner Zeiteinteilung geben kann. Das bedeutet, dass er Strukturen benötigt, welche von der Zeiteinteilung flexibel gestaltet werden können. Diese werden innerhalb bestimmter Zeitfenster gefasst (vgl. Tabelle 3: Aktionsplan des Kunden (modifiziert nach Whitmo­re, 1997)).

Als nächster Schritt wurden die Werte des Kunden und deren Wichtigkeit erfragt. Dies ist ein wichtiger Schritt, um genau zu ermitteln, wieviel Zeit und Energie der Kunde in seine Ernährungsberatung und -umstellung verwenden möchte.

Im Verlauf des Gespräches wurde klar, dass der Kunde positivorientiert ist. Das heißt die Werte des Kunden beschreiben die innere Motivation bzw. die treibende Kraft, die dem Klienten wichtig sind (Kensok & Dyckhoff, 2004, S.29). Diese Werte sollte der Kunde von der Wichtigkeit, mit eins bis zehn aufsteigend, bewerten.

Die Werte des Kunden:

- Dankbarkeit (10)
- Energie (2)
- Freunde und Familie (3)
- Harmonie (8)
- Lernen (7)
- Optimismus (9)
- Weiterentwicklung (4)
- Persönliches Wachstum (1)
- Freiheit (5)
- Umgang mit Körper (6)

Diese Werte des Kunden sind sogenannte „Hin-zu“- Werte (Kensok & Dyckhoff, 2004, S.30 ff). Die Ziele des Kunden wurden ebenfalls aufgelistet und aufsteigend mit Zahlen bewertet:

- immer besser und sportlicher werden (6)
- krass sein und einen heißen Körper haben (7)
- jeden Tag Sport machen, bis 150Jahre (5)
- mega gesund sein (3)
- Personal Trainer haben (10)
- Beruflicher Erfolg (2)
- Ein zweites Buch schreiben (8)
- Finanzielle Freiheit (1)
- Automatisierungen von Sport und Ernährung (4)
- Wieder einen Handstand können (9)

Bei der Gegenüberstellung von Werten und Zielen ergaben sich Überschneidungen. Der Kunde hat viele Ziele im Bereich Ernährung und Sport, jedoch sind ihm seine finanziel­len Ziele aktuell wichtiger, weil er denkt, dass der dadurch seine anderen Ziele besser und schneller erreichen kann (Personal Trainer, Automatisierung der Ernährung).

Solange seine Defizitbedürfnisse, nach Abraham Maslow (1043), nicht erfüllt sind (fi­nanzielle Ziele), stehen seine Wachstumsbedürfnisse (Selbstverwirklichung und Indivi­dualbedürfnisse z.B. körperliche Fitness und gesundheitsbewusste Ernährung) an zwei­ter Stelle. Diese Hierarchie ergab sich aus folgender Befragung: Ernährungsberaterin: Wie wichtig ist dir deine aktuelle Berufliche Situation von 1-10? Kunde: 10!

Ernährungsberaterin: Wie wichtig ist dir die gesunde Ernährung?

Auch sehr wichtig. Aber meine Priorität liegt bei der Arbeit. Also eine 6-8 etwa.

Ernährungsberaterin: Ist es dir wichtig Zeit für dich, deine Gesundheit und deine Ziele zu investieren?

Kunde: Ja, natürlich! Dafür habe ich aber aktuell nicht so viel Zeit. Wenn sich das im Job aufgebaut hat, dann möchte ich mehr Zeit dafür investieren.

1.5 Bewegung und Sportrituale

Der Kunde strebt eine gesunde Lebensweise an, jedoch sind seine Wünsche nicht klar definiert und es besteht Unwissenheit bezüglich wichtiger Parameter.

Der Kunde hat den Wunsch lebenslänglich sportlich und geistig aktiv und fit zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen benötigt er ein gewisses Maß an Bewegung. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten weisen darauf hin, dass der Abbau von Gehirnmasse durch körperlicher Aktivität entgegengewirkt werden kann (Erickson, K. I., Hohmann, T. Die Effekte von Alter und Training auf die kognitive Gesundheit, 2013).

Laut DGE sollte man mindestens 30 Minuten Bewegung täglich erreichen. Um Risiko­faktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, sollten 45 bis 60 Aktivität täg­lich angestrebt werden (DGE, 2009). Dieses Maß schafft der Kunde, wenn er regelmä­ßig ins Fitnessstudio geht. Einer Studie zufolge haben sitzende Beschäftigte, welche körperlich aktiv sind, ein geringeres Risiko am metabolischen Syndrom zu erkranken (Browne, R. A. V., Costa, E. , 2017).

Abnehmen oder zunehmen ist für den Kunde aktuell irrelevant. Er würde gerne etwas muskulöser und definierter sein und hätte gerne seine Bauch etwas flacher, aber dieses Ziel hat aktuell ebenfalls keine hohe Wertigkeit. Der Kunde hatte dieses Ziel bereits erreicht und weiß, dass er dazu mehr Zeit und ein genaues Protokollieren der Mahlzei- ten und der zugeführten Energie benötigt. Dieses möchte erst angehen, wenn er dafür mehr Zeit zur Verfügung hat.

Da der Kunde auch einen sitzenden Beruf ausübt, ist ihm sportliche Aktivität wichtig. Um körperlichen Einschränkung vorzubeugen, geht der Kunde regelmäßig ins Fitness­studio. Dabei wechselt er täglich seine Sporteinheiten zwischen Fitnessstudio und Jog­ging. Im Fitessstudio verbringt der Kunde etwa eine Stunde und beim Joggen sind es zwischen 35 und 60 Minuten. Einmal in der Woche trifft sich der Kunde mit einem Freund, mit dem er gemeinsam 1,5 Stunden laufen geht.

1.6 Aktuelle Ernährungssituation

Das Ernährungsverhalten beschreibt die spontanen und geplanten Handlungen bezüglich der Ernährung. Diese beinhalten nicht zur die Zubereitung und den Verzehr der Mahl­zeiten, sondern auch Einflussfaktoren, wie bspw. Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit (Institut für Ernährungsverhalten, 2010).

Anhand der Essgewohnheiten des Kunden handelt es sich hier um eine Mischform aus freudlosem Gewohnheitsesser und fitnessorientierter Ambitionierter, wobei der freudlo­se Gewohnheitsesser überwiegt (siehe Anhang 1: Ernährungsprotokoll des Kunden (ei­gene Darstellung)).

Die Ernährung des Kunden ist reaktiv, es wird gegessen, was da ist und überwiegend kohlenhydratlastig. Diese Kohlenhydrate bestehen hauptsächlich aus Brot und Teigwa­ren. Laut dem deutschen Ärzteblatt (2017) und einer Publikation aus der Zeitschrift the Lacent (Dehghan, M., Li, W., et. al. 2017), sollte der Kohlenhydratanteil kleiner als sechzig Prozent sein, um das Mortalitätsrisiko zu reduzieren. Da der Wunsch des Klien­ten ist, lange zu leben und dabei sportlich zu bleiben ist dies eine Möglichkeit um sein Ziel zu erreichen. Gleichzeitig hat der Kunde den Glaubenssatz, dass man nicht zu viel Fleisch in der Woche verzehren sollte. Die Proteinzufuhr des Kunden aus dem Ernäh­rungsprotokoll beträgt 18-28% der Gesamtenergiezufuhr.

Zu den tierischen Proteinquellen des Kunden gehören: Salami, marinierte Hähnchen­brust, Schinken, Brühwürstchen, Käse und Eier. Zu den pflanzlichen Proteinquellen des Kunden gehören überwiegend Nüsse und eher selten Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen.

Die Fettzufuhr ist hauptsächlich über Butter, gerne Erdnussbutter und Sonnenblumenöl. Der Kunde sollte mehr Omega 3 haltige Lebensmittel konsumieren, welche in unter­schiedlichen Fischsorten, wie beispielsweise Lachs.

Des Weiteren konsumiert der Kunde Lebensmittel mit enthaltenen Transfetten und ge­sättigte Fette wie beispielsweise Pizza, Nussecke, Erdnussbutter und Brühwürstchen. Diese Lebensmittel sollte der Kunde vermeiden oder einschränken. Studien belegen, dass der Konsum von gesättigten, mehrfach ungesättigten und Transfetten das Risiko für koronare Herzerkrankungen begünstigen können (Afshin A., et. al., 2016).

In dem Bericht „Obst und Gemüse. Die Menge macht's“ der DGE, wird eine tägliche Gemüsezufuhr von mindestens drei Portionen, wobei eine Portion 200g Gemüse und 75g Salat entspricht. Die empfohlene Obstmenge entspricht eine bis zwei Portionen, mit jeweils 200 - 250g. Der Kunde erreicht das Mindestmaß an Obst täglich. Nur das Ge­müse wird vom Kunden vernachlässigt.

Um den Änderungswunsch des Klienten zu ermitteln, wurde eine Mindmap mit allen Wünschen erstellt (siehe Anhang 2: Änderungswünsche des Kunden (eigene Darstel­lung)).

2 Der Coaching-Prozess

2.1 Das GROW-Modell

Das GROW-Modell wurde 1997 von John Whitmore entwickelt. Das Modell zielt da­rauf ab, das Verhalten, die Wahrnehmung und das Erleben des Kunden zu optimieren, sodass die Selbstverantwortung und die Selbstregulationsfähigkeit und die Selbstver­antwortung steigen. Hierzu unterstützt der Coach den Kunden bei einer geeigneten Stra­tegie, welche in den Lebensstil des Kunden passt, um es auch umzusetzen. Das Ziel ist es, dass der Kunde langfristig seine Ziele und dessen Umsetzung eigenständig umsetzen kann (Withmore, J. 2009).

GROW ist ein Akronym und die Buchstaben stehen für:

Das „G“ steht für Goalsettig, also das Setzen der kurzfristigen und langfristigen Ziele.

Das „R“ steht für Realitycheckig. Dies entspricht der Ist-Analyse mit der Fragestellung, was der Kunde bereits für das Ziel getan hätte.

Der Buchstabe „O“ steht für Options, also die Möglichkeiten des Kunden zur Zielerrei­chung. Als Letzter Buchstabe kommt das „W“, welches für „WHAT, WHEN, WHO, WILL“ steht. Die Planung der Maßnahmen. Dieser Punkt beschäftigt sich mit der Frage „Welche Möglichkeiten kommen in Frage?“ und „Welche Hindernisse gibt es?“.

2.2 Die Stufe Goal des GROW-Modells

Zum Ende des Eingangsgesprächs wurden folgende Ziele für die nächste Woche ge­meinsam erstellt. Zur Erfassung des Ernährungsverhaltens wurde eine prospektive Mes­sung anhand eines Ernährungsprotokolls gewählt. Dieses sollte der Kunde für vier bis fünf Tage möglichst genau ausfüllen, um das aktuelle Ernährungsverhalten einzuschät­zen und dementsprechende zielführende Maßnahmen einzuführen. Wichtiger Bestand­teil dieser Dokumentation war das Festhalten von den Essenszeiten, der Mahlzeit und der Portionsgröße. Zuzüglich sollte der Kunde aufschrieben, wieviel und in welcher Art sich der Kunde in dieser Zeit bewegt hat. Dieses Protokoll sollte mir der Kunde vor der zweiten Sitzung zukommen lassen, damit ich dieses vorab auswerten kann.

Da im Eingangsgespräch erstmal die wichtigsten Daten erfasst wurden, wurde für die Erstellung dieser Aufgabe lediglich fünfzehn Minuten verwendet um genau zu bespre­chen, wozu das Protokoll dienlich ist und wie das zu handhaben ist.

Im zweiten Gespräch, eine Woche später, wurden die kurzfristen und langfristen Ziele des Kunden formuliert und definiert. Dieses hat etwa 40 Minuten Zeit in Anspruch ge­nommen. Dazu haben wir die Mindmap (vgl. Anhang), den aktuellen Gesundheitszu­stand und die motivierenden Werte des Kunden verwendet.

Aus diesen verschiedenen Tools wurden folgende Wünsche formuliert:

Der Kunde plant langfristig (langfristig):

- Körperlich aktiv sein, immer Sport treiben können
- Gesunder Rücken (bis 150Jahren)
- Mobilität (Füße, Hüfte, Rücken)
- Haltung Schreibtisch verbessern
- Gesunde und ausgewogene Ernährung - essen was einen besser macht (Gehirn­leistung, gesunder Körper)

Aus diesen Wünschen wurden Prozessziele entwickelt, um eine zielführende Verände­rung zu ermöglichen. Die SMART-Formel beinhaltet die Ziele des Kunden, welche zu einer Verhaltensänderung in den nächsten 3 Wochen führen, um auf das langfristige Ziel hinzuarbeiten.

SMART Formel

Spezifisch:

1. Täglich Gemüse essen
2. Ein wöchentlicher Wechsel von sieben Kohlenhydraten (Haferflocken, Reis, Kartoffeln usw.) - nicht nur Brot und Nudeln
3. körperlich aktiv sein - täglicher Wechsel von Kraft- und Ausdauertraining
4. gesunder Rücken - nach dem Aufstehen gut und fit fühlen

Messbar:

1. Bilder machen. Gemüse soll bei min. 2 Mahlzeiten vorhanden sein
2. Bilder machen. 1x täglich Brot, bei Hauptmahlzeiten Kartoffeln und Reis ein­bauen (nicht überwiegend Nudeln und Teilwaren)
3. Täglich Sport Joggen oder Fitnessstudio im Wechsel
4. Tägliche Yoga- Routine, um Rücken zu mobilisieren

Attraktiv:

1. Körperlich attraktiver werden - Mehr Vitamine und Nährstoffe für meine Körper - bessere Gesundheit - langes und gesundes Leben
2. Abwechslungsreicher und ausgewogenere Ernährung - bessere Gesundheit - langes und gesundes Leben
3. Körperlicher Fortschritt - körperlich und geistig fit sein bis ins hohe Alter
4. Beweglichkeit bis ins hohe Alter

Realistisch:

1. Ja sofern die Verfügbarkeit von Gemüse zu Hause gegeben ist
2. Verfügbarkeit der Lebensmittel
3. Ja
4. Um das zu erreichen mache ich morgens täglich 10 min Yoga direkt nach dem Aufstehen

Terminiert: Alle Punkte bis zur 2. Messung am 08.09.2019

Am Ende des zweiten Gesprächs haben wir noch zehn Minuten über das Training ge­sprochen. Der Kunde hat sich das Ziel gesetzt, dass er bei dem nächsten Besuch im Fit­nessstudio den Trainer anspricht und mit ihm sein Training kurz bespricht. Denn der Kunde hat den Wunsch deinen Rücken zu stärken und körperlich fit zu bleiben.

In der Dritten Sitzung wurde besprochen, inwieweit die gesetzten Ziele umgesetzt wur­den. Einige der Ziele werden bereits über Gewohnheiten verfolgt, andere Ziele stellten Hindernisse dar, welche in den folgenden Kapiteln näher erläutert werden.

Das Ziel dieser Sitzung ist es für die nächsten vier Wochen weiterhin an den Ausgangs­zielen zu arbeiten. Diesbezüglich möchte der Kunde an den Wochenenden jeweils ein neues Gericht ausprobieren, um eine Erweiterung des Repertoires der eigenen Fähigkei­ten und Fertigkeiten in der Lebensmittelverarbeitung zu erzielen. Um dies zu kontrollie­ren, bringt der Kunde in der fortlaufenden Sitzung die verwendeten Rezepte und Er­kenntnisse mit.

2.3 Die Stufe Reality des GROW-Modells

In dieser Stufe wurde der Ist-Zustand überprüft und besprochen. Dafür wurden etwa 30 Minuten Zeit investiert. Gemeinsam haben wir uns das Ernährungsprotokoll genau an­gesehen, die tägliche Energiezufuhr wurde anhand der biometrischen Daten im Vorfeld ermittelt. Dafür wurden der Grundumsatz und der Gesamtenergiebedarf des Kunden, anhand einer Formel der DGE ermittelt.

Grundumsatz des Kunden (laut DGE, 2015) (0,047x Gewicht in kg +1,009-0,01452x Alter in Jahren+3,21) x 239 (0,47 x 88,8 + 1,009 - 0,01452 x 29 + 3,21) x 239 = 1.905,18 Kcal

Gesamtenergiebedarf des Kunden (laut DGE, 2015) Ruheenergieverbrauch x PAL Wert = Gesamtenergieverbrauch 1.905,18 x 1,9 = 3.619,84 kcal pro Tag

Es hat sich herausgestellt, dass der Kunde mehr Kalorien zuführt als er benötigt. Es war zwischen 3.800 kcal bis 4.600 kcal am Tag.

Bei der genauen Betrachtung der Mahlzeiten, sind die Portionsgrößen aufgefallen. Diese sind sehr großzügig Portioniert, mit beispielsweise einem Paket frischer Tortellini (400g) zum Mittagessen mit etwas Gemüse und Käse. Mit der Integration von mehr Gemüseeinheiten könnte der Kunde die Kohlenhydrate reduzieren. Auch das Frühstück mit 200-350g Haferflocken und dazu Schoko Loops liegt von den Kalorien bei 1.400 - 1.500kcal.

[...]

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Ernährungsberatung für einen gesunden 29-Jährigen unter Einbezug des GROW-Modells
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,4
Autor
Jahr
2019
Seiten
33
Katalognummer
V1030316
ISBN (eBook)
9783346434593
ISBN (Buch)
9783346434609
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hausarbeit Ernährungspsychologie DHfPG
Arbeit zitieren
Natalie Lechelt (Autor), 2019, Ernährungsberatung für einen gesunden 29-Jährigen unter Einbezug des GROW-Modells, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030316

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