Die Arbeit untersucht den Einfluss von Instagram auf die Selbstwahrnehmung und -darstellung und den Einfluss auf die Identitätsentwicklung Jugendlicher. Im ersten Teil der Arbeit werden alle arbeitsrelevanten Begriffe definiert und die Plattform Instagram sowie ihre Funktionen näher beschrieben. Die Publikation beleuchtet weiterhin die psychischen und gesundheitlichen Gefahren der Nutzung sowie geeignete Präventivangebote. Untersucht wird die Forschungsfrage mit Hilfe einer Videoanalyse und anhand Literatur und themenbezogenen Studien.
Eine Mehrzahl der Jugendlichen ist ununterbrochen innerhalb von Social Media Plattformen aktiv und eine Abgrenzung zwischen online und offline gibt es nicht mehr. Bei Treffen mit Freunden ist das Handy immer dabei und das permanente aufs Handy schauen wird zur unbewussten Gewohnheit. Die Technologie entwickelt sich rasend schnell, Kinder wachsen mit Instagram und anderen sozialen Netzwerken auf. Es ist also zu befürchten, dass die Instagram Nutzer in den nächsten Jahren immer jünger werden und sie sich immer mehr in die Onlinewelt zurückziehen, somit ihre sozialen Kontakte vernachlässigen oder in eine Abhängigkeit rutschen.
Was, wenn das Liken zum Leiden wird und wenn Schlaf, Freundschaften und Stimmungen unter der Beschäftigung mit den sozialen Medien leiden? Die Jugendlichen sind ständig auf der Suche nach Bestätigung und Rückversicherung. Diese Suche korreliert mit geringem Selbstwert und setzt das Gefühl voraus, nicht genug zu sein und anderen eine Last zu sein. Je nachdem wie andere NutzerInnen auf gepostete Bilder oder Texte reagieren zum Beispiel durch Likes oder Kommentare, kann das Selbstbewusstsein beeinflusst werden. Schon Erving Goffman beschäftigte sich in seinem Werk „Wir alle spielen Theater“ mit dem Thema Selbstdarstellung. Auch Instagram fungiert als Bühne, auf der die Nutzer Darsteller sind und als Rollenspieler*in agieren.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
2. Definition relevanter Begriffe
2.1 Identität
2.1.2 Identität der Jugendlichen auf Instagram
2.2 Selbstwert
2.3 Selbstdarstellung auf Instagram
3. Medienkompetenz
3.1. Erwerb von Medienkompetenz zu Hause
3.2. Erwerb von Medienkompetenz in der Schule
4. Die Plattform Instagram
4.1. Funktionen
4.2. Likes als Bewertung
4.3 „Hate Speech“ und „Fake-News“
4.4. Persönlichkeitsrechte auf Instagram
4.5. Datenschutz
5. Psychologische Gefahren
5.1. Cybermobbing
5.2. Abhängigkeit
5.3. Realitätsverzerrung
5.4 Essstörungen
6. Methodisches Vorgehen
6.1. Die qualitative Forschung
6.2 Untersuchungsleitende Fragestellung
6.3. Datenerhebung
6.4. Die Grounded-Theory-Methodologie
6.4.1 Offenes Kodieren
6.4.2 Axiales Kodieren
6.4.3 Selektives Kodieren
7. Darstellung der Ergebnisse
8. Beantwortung der Forschungsfrage
9.Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Social-Media-Plattform Instagram auf die Selbstwahrnehmung, Selbstdarstellung und Identitätsentwicklung von Jugendlichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit soziale Vergleiche und die Nutzung der Plattform Jugendliche in ihrer Entwicklung beeinflussen und welche psychologischen Gefahren dabei entstehen können.
- Identitätsentwicklung im Kontext von sozialen Netzwerken
- Einfluss von Instagram auf den Selbstwert
- Psychologische Gefahren wie Cybermobbing und Abhängigkeit
- Medienkompetenz als präventive Maßnahme
- Qualitative Analyse des Nutzerverhaltens anhand von Videodaten
Auszug aus dem Buch
Die Plattform Instagram
„We bring you closer to the people and things you love” lautet der Slogan auf der offiziellen Instagram Homepage. Laut einer Umfrage der Statista von 2019 nutzen weltweit über eine Milliarden Menschen Instagram, davon über einundzwanzig Millionen Menschen in Deutschland.
Instagram ist eine Foto – und Video Sharing-App, die auf dem Smartphone oder Computer installiert werden kann. Einen Account kann jeder einfach mit einer gültigen E-Mail-Adresse anlegen. Für die Nutzung von Instagram wird ein Mindestalter von dreizehn Jahren vorgeschrieben. Hinweise, dass eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten vorliegen muss, gibt es in den AGBs nicht. Beim Anlegen eines neuen Instagram-Profils wird das Alter abgefragt, die Angabe jedoch nicht überprüft, so dass auch Kinder unter dreizehn Jahren problemlos Zugang erhalten.
Instagram wurde im Jahr 2010 gegründet, knapp fünf Jahre nach der Gründung von Facebook. Im Gegensatz zu Facebook zeichnete sich Instagram zu Beginn vor allem dadurch aus, dass sogenannte ‚Filter‘ zu veröffentlichenden Fotos verschönern konnten. Auch heute noch ist die Plattform als Netzwerk der Bilder bekannt. Instagram hat, wie Facebook auch, eine Startseite, auf der jeder Nutzer etwas publizieren kann. Dieser Newsfeed, ‚Feed‘ genannt, unterscheidet sich von der Facebook-Startseite unter anderem durch den Algorithmus, da bei Facebook jeweils nur aktuelle Beiträge angezeigt werden. Der Instagram-Algorithmus folgt anderen Regeln. Der Algorithmus wird hauptsächlich durch drei Faktoren beeinflusst. Zum einen geschieht dieses durch das Interesse des jeweiligen Nutzers an bestimmten Themen, das durch sein vorheriges Verhalten auf Instagram analysiert wurde. Außerdem stellt die Aktualität einen Faktor dar, denn je aktueller ein Beitrag ist, desto wahrscheinlicher wird er oben im Feed angezeigt (vgl. Bettendorf, 2019, S. 3-4).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung erläutert den persönlichen Praxishintergrund der Autorin im Sozialen Dienst und motiviert das Thema durch die Herausforderungen, die der intensive Medienkonsum von Jugendlichen für Familien und pädagogische Fachkräfte darstellt.
2. Definition relevanter Begriffe: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen zu Identität und Selbstwert erarbeitet, um das Verständnis für die späteren Analysen zur Selbstdarstellung auf Instagram zu schaffen.
3. Medienkompetenz: Es wird die Notwendigkeit von Medienkompetenz beleuchtet und diskutiert, wie diese sowohl im Elternhaus als auch im schulischen Kontext erworben oder gefördert werden kann.
4. Die Plattform Instagram: Dieses Kapitel gibt einen technischen und funktionalen Überblick über Instagram und diskutiert Aspekte wie Datenschutz, Persönlichkeitsrechte sowie die Mechanismen von „Hate Speech“ und „Fake-News“.
5. Psychologische Gefahren: Hier werden die mit der Instagram-Nutzung verbundenen Risiken wie Cybermobbing, Suchtpotenziale, Realitätsverzerrung und Essstörungen detailliert untersucht.
6. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt das methodische Design der Arbeit, welches auf einer qualitativen Videoanalyse basiert und die Grounded-Theory-Methodologie als Auswertungsrahmen nutzt.
7. Darstellung der Ergebnisse: Die Ergebnisse der Videoanalyse werden hier systematisch in Konzepte überführt und gegenübergestellt, um zentrale Phänomene des Nutzungsverhaltens zu identifizieren.
8. Beantwortung der Forschungsfrage: Die Forschungsfrage wird auf Basis der in der Videoanalyse gewonnenen Erkenntnisse und des theoretischen Rahmens synthesiert beantwortet.
9.Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung sozialer Netzwerke, wobei die Notwendigkeit von Medienkompetenz betont wird.
Schlüsselwörter
Instagram, Jugendliche, Identität, Selbstwert, Selbstdarstellung, Medienkompetenz, Cybermobbing, Soziale Vergleiche, Grounded Theory, Online-Abhängigkeit, Realitätsverzerrung, Social Media, Jugendliche Entwicklung, Algorithmus, Digitale Medien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Plattform Instagram als Handlungsfeld im Alltag von Jugendlichen und analysiert deren Einfluss auf die Identitätsbildung und psychische Gesundheit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Selbstdarstellung auf Instagram, der Umgang mit digitalen Inhalten, soziale Vergleiche, Cybermobbing, Datenschutz sowie der Erwerb von Medienkompetenz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Einfluss von Instagram auf die Selbstwahrnehmung und Identitätsentwicklung von Jugendlichen zu erforschen und zu verstehen, wie diese Plattformen das Verhalten und das Selbstbild beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsmethode in Form einer Videoanalyse, die nach dem Ansatz der Grounded-Theory-Methodologie ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsdefinitionen, eine Analyse der Plattform-Funktionen, eine Untersuchung psychologischer Gefahren sowie eine detaillierte Auswertung von Videomaterial zu Nutzererfahrungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Identitätsentwicklung, Instagram, Medienkompetenz, Cybermobbing, Selbstwert und qualitative Videoanalyse charakterisieren.
Welche Rolle spielt die „Bühne“ in dieser Arbeit?
Die Autorin nutzt das Konzept von Erving Goffman, um Instagram als eine Bühne zu beschreiben, auf der Jugendliche als Akteure eine inszenierte Identität präsentieren, um „Impressionsmanagement“ zu betreiben.
Wie beeinflussen Likes das Selbstwertgefühl der Nutzer?
Likes fungieren als Gradmesser für Beliebtheit und soziale Anerkennung. Ausbleibende Likes oder negatives Feedback können laut Arbeit zu Minderwertigkeitsgefühlen und psychischer Belastung führen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Selbstdarstellung auf Instagram. Einfluss auf die Selbstwahrnehmung und Identitätsentwicklung von Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030321