Das Leben des Thomas Müntzer


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

5 Seiten, Note: 1,25


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Tabellarischer Lebenslauf

- 1489 oder 90 in Stolberg (Harz) geboren

- 1506 Studium in Leipzig

- 1512 Studium in Frankfurt/Oder

- 1514 als Doktor der Theologie Anstellung in Braunschweig

- 1517 oder 1518 Besuch der Stadt Wittenberg

- Zuwendung zu Luther

- 1519 Übernahme der Pfarstelle in Jütebog

- 1520 von Luther als Prediger nach Zwickau gesandt

- 1521 Verteibung aus Zwickau wegen „ketzerischer“ Predigten

- 1523 Pfarrer Allstedt und Mühlhausen

- Gründung des „Allstedter Bundes“

- 1524 Vertreibung aus Allstedt und aus Mühlhausen

- 1524/25 Verbindung zu den Widertäufern und den aufständischen Bauern in

Süddeutschland

- 1525 Rückkehr als Pfarrer nach Mühlhausen

- Anführer im Bauernkrieg in Thüringen

- 15.05.1525 nach der Niederlage der Bauern in der Schlacht bei Frankenhausen wird Müntzer gefangen genommen.

- 27.05.1525 in Mühlhausen enthauptet.

„Sag an, due elender dorftiger Madensack, wer hat dich zu einem Fürsten des Volkes gemacht? Wirst du dich nicht demutigen für den Kleinen, so wird dir ein ewige Schande fur der ganzen Christenheit auf den Hals fallen und wirst des Teufels Marterer werden Dieser Satz steht in einem triumphierenden Drohbrief den Thomas Müntzer am 12.05.1525 haßerfüllt an seinen persönlichen Feind, den katholischen Graf von Mansfeld schreibt, bevor sich in Frankenhausen in Thüringen die Bauern zur Revolution erheben, aufgerufen von dem radikalen Reformator Thomas Müntzer.

Thomas Müntzer wird im Kampf verwundet. Er versteckt sich in einem Haus, wird entdeckt, verhört, gefoltert, auf einen Karren geschmiedet und am 27. Mai 1525 zur Richtstätte geschleppt.

Landsknechte stoßen den in Ketten gefesselten Thomas Müntzer vor die wartenden Fürsten. "Hast du etwas zu sagen, Müntzer ? Erleichtere dein Gewissen !"schreien diese auf Müntzer ein.

Thomas Müntzer reckt seine gefesselten Hände zum Himmel empor: "Ihr Fürsten sollt fleißig in der Bibel lesen; denn dort findet ihr gar viele Beispiele dafür, welch Ende die Tyrannen nehmen. Ich habe nichts zu bereuen!", sagt er feierlich. "Wir haben großes gewagt, und leider ist unsere Kraft noch zu schwach gewesen. Doch der Tag wird kommen, an dem unsere gerechte Sache gelingt. Der Sieg wird unser sein!" Thomas Müntzer verstummt. Die Landsknechte zerren ihn zum Richtsblock. Die Fürsten geben ein Zeichen. Dann zuckt das Beil des Henkers...

Wer war dieser Thomas Müntzer?

Thomas Müntzers Bild ist in der Geschichtsschreibung stark umstritten. Er ist bekannt als Theologe, Politiker, Revolutionär, ein vom Teufel besessener Ketzer, Rebell, Schwärmer, Bauernfänger. Er entwickelte sich vom Anhänger Martin Luthers zu einem seiner radikalsten Gegner. Müntzers Spuren sind zu sehr verwischt, für ein eindeutiges Bild dieses Mannes. Sein Leben ist mit Verleumdungen und Legenden beschichtet, seine wenigen Schriften kaum bekannt.

Seine Biographie wird in vielen Varianten erzählt. Über sein Aussehen existiert nur eine Karikatur:

Wasserkopf, Fischmaul, wulstige Lippen, aufgedunsenes Gesicht und gichtbrüchige Krallenfinger. Er war verheiratet und hatte einen Sohn. Aber alles ist nicht sicher. Auch nicht sein genaues Geburtstatum. Möglich ist der 20. Dezember 1489 vielleicht auch ein Jahr später. Sicher weiß man, dass er in Stolberg am Harz geboren ist. Vielmehr als dieser tabellarische Lebenslauf (Anmerkung hängt an der Tafel) ist aus den ersten dreißig Jahren Müntzers nicht bekannt. Aber auch seine letzten 5 Lebensjahre sind nicht lückenlos dokumentiert. Jedoch war Thomas Müntzer Zeit seines Lebens ein Mann auf der Flucht.

Der gelehrte Geistliche wurde nach seinem Studium in Leipzig und in Frankfurt / Oder früh von Martin Luther gewonnen.

So wurde er Luthers Freund, von dem er 1520 als Prediger nach Zwickau gesandt wurde. Hier wurde Müntzer nicht nur mit den berüchtigten "Zwickauer Propheten" bekannt, sondern auch mit der sozialen Kluft, die zwischen den reichen silberschürfenden Fundgräber der Stadt auf der einen, den verarmten Tuch- und Bergarbeitern auf der anderen Seite bestand.

Müntzer gelangte hier zu der Erkenntnis, dass die Erneuerung der Kirche, wie es Luther wollte, nicht nur Sache der Theologen sein kann und sich nicht allein auf den religiösen Bereich beschränken darf. Sondern dass sich diese auch als eine gesellschaftliche Gerechtigkeit auswirken muß.

Müntzer wandte sich vom strengen Bibelglauben ab und entwickelte eine Theorie des Mit-Leidens mit Jesus Christus.

Zunächst beschränkte sich Müntzer auf Kritik an der Römischen Amtskirche. Seine Lehren wurden immer radikaler; er unterscheidet sich von Luther durch ein anderes Verständnis der Heiligen Schrift und wirft den Wittenbergern eine zu sanfte Reformation vor.

In der vor den sächsischen Kurfürsten gehaltenen ,Fürstenpredigt“ forderte er zum sofortigen radikalen Handeln auf. Entsprechend verbindet er seine religiösen Vorstellungen mit sozialen Forderungen der Arbeiter und Bauern.

Nach seiner Vertreibung aus Zwickau wurde er 1523 Pfarrer in Allstedt. Es kommt zu politisch- theologischen Meinungsverschiedenheiten mit dem Grafen Ernst von Mansfeld, der seine Festnahme verlangt. Seit 1524 distanzierte sich auch Martin Luther sehr stark von Thomas Müntzer.

Müntzer wollte nun seine Lehren öffentlich verteidigen. Eine radikale Gruppe unter Müntzers Anhängern schließt sich zum Allstedter Bund zusammen, als Gemeinschaft zur Verteidigung der Evangeliums.

Am 13. Juli 1524 erklärte Müntzer öffentlich seine Lehre vom Widerstandsrecht die alle herkömmlichen Rechtsvorstellungen der Zeit sprengen.:

Das Reich Gottes steht bevor. Die Auserwählten erschlagen die Gottlosen, das sind die Paptisten und die Lutheraner. Wenn die weltliche Obrigkeit den Aufstand nicht unterstützt, hat jeder Auserwählte das Recht und die Pflicht, gegen sie mit Gewalt vorzugehen.

Den Fürsten verschlug es die Sprache. Sie befahlen den Bund aufzulösen. Aus Angst vor Verhaftung floh Müntzer in der Nacht vom 7. auf den 8. August 1524 nach Mühlhausen.

Dort wurde er zum Pfarrer gewählt. Wieder läuft das gleiche Spiel. Er trat als lutherischer Prediger auf, reformierte den Gottesdienst und begeisterte in seinen Predigten die zum Aufstand bereiten Bauern und Handwerkern. Es kommt zu Bilder- und Klosterstürmen und zu Konflikten mit der Obrigkeit und den gemäßigten Reformatoren. Schließlich wurde er wieder vertrieben.

1525 kam Müntzer nach Frankenhausen um dort die Aufständischen zu unterstützen. Der Erfolg blieb aus. Die Bauern wurden besiegt und ihr Wortführer Thomas Müntzer gefangen genommen. Sein weiteres Schicksal ist uns bekannt.

In dieser Zeit wurden jedoch nicht nur in Thüringen, sondern in ganz Europa die radikalen Reformatoren blutig unterdrückt.

Wer war dieser Thomas Müntzer? Gelingt uns ein Bild über diesen Mann? War Thomas Müntzer ein radikaler Revolutionär? oder war Thomas Müntzer ein selbstloser Anwalt für die sozial Schwachen, der in den Armen und Unterdrückten die Auserwählten Gottes sah?

Noch verstehe ich nicht sehr viel von der großen Weltgeschichte. Sind Kriege und Revolutionen notwendig um Menschenrechte durchzusetzen?. Gibt es dafür auch in unser heutigen Zeit noch keine anderen Mittel? Fast jeden Tag sahen und sehen wir Bilder im Fernsehen vom Krieg. Zum Beispiel in Tschetschenien! Ein „klitzekleiner“ Völkermord und Menschenrechtsverletzungen in dem sich die Tschetschenen gegen die Unterdrückung durch die Russen wehren; sich Entrechtete erheben zum Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Jedoch die ganze Welt schaut dem zynischen Machtspiel aus dem Kreml zu, schaut zu wie eine ganze Generation junger Soldaten in diesem ersten Jahr des neuen Jahrtausends in den Tod geschickt werden.

Begegnet uns nicht auch dort und heute noch Müntzers Vision, wenn auch in anderer Weise?

Doch der Tag an dem die ganze Welt erkennt, was Müntzer schon vor 500 Jahren forderte und in unserem Grundgesetz steht:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

scheint noch weit.

Herzlichen Dank meiner Deutsch-Lehrerin Frau Strzemiczny

die mir Unterlagen über Wirken und Handeln des Thomas Müntzer für die Erarbeitung dieses Referates zur Verfügung gestellt haben.

5 von 5 Seiten

Details

Titel
Das Leben des Thomas Müntzer
Note
1,25
Autor
Jahr
2000
Seiten
5
Katalognummer
V103033
Dateigröße
333 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bauernkrieg, - und Verfolgung 1525
Arbeit zitieren
Kristina Helmer (Autor), 2000, Das Leben des Thomas Müntzer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103033

Kommentare

  • Gast am 4.11.2001

    Kommentar.

    i woiß zwar immer no net, wer thomas münzer war, aber des referat isch luschtig

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Titel: Das Leben des Thomas Müntzer



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