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Förderung narrativer Fähigkeiten im Sprachunterricht. Formen und Funktionen des Erzählens

Titel: Förderung narrativer Fähigkeiten im Sprachunterricht. Formen und Funktionen des Erzählens

Hausarbeit , 2017 , 10 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Tobias Heiß (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit entstand im Seminar "Förderung narrativer Fähigkeiten im Sprachunterricht" und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Formen, Funktionen und Dimensionen des Erzählens.

Erzählen ist unbestreitbar eine sehr elementare Handlungsform der Menschheit. Es mag ebenso das älteste Speichermedium für menschliches Wissen und Instrument für dessen generationenübergreifende Weitergabe sein. Die Übermittlung von (über)lebensnotwendigen Erfahrungen und gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Fortschritten konnte lange Zeit nur mithilfe von Erzählungen stattfinden. Unsere gesamte Wirklichkeit basiert also darauf, dass Mythen und Geschichten aus der Zeit vor den uns bekannten Schriftkulturen anhand mündlicher Überlieferung ins kulturelle Gedächtnis geschrieben worden sind. Demnach sind Erzählungen kultur- und gleichzeitig identitätsstiftend, mehr noch: in ihnen liegt die essentielle Notwendigkeit bei der Generierung von neuem Wissen.

Erzählen tritt je nach Kultur und Geschichtsepoche in unterschiedlichen Handlungsformen (z.B. schriftlich, mündlich, etc.) und -feldern auf. Ebenso ist das Erzählen in seiner heutigen Form keinesfalls naturgegeben, sondern als eine Entwicklung über die Zeit anzusehen. Erzählungen dienen der kognitiven Verarbeitung von Daten und stellen Sinnhaftigkeit als Voraussetzung für eine Orientierung in der Welt her.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.1. Erzählen als universelle kulturelle und soziale Praxis

1.2. Formen, Funktionen und Dimensionen des Erzählens

2. Methoden und Inhalte eines umfassenden Erzählunterrichts

3. Der Erzählkreis – eine Einführung, Kritik und Fazit (Kreativaufgabe)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Erzählens als fundamentale menschliche Praxis und analysiert deren didaktische Implementierung im schulischen Kontext, insbesondere mit Blick auf den Erzählkreis als Unterrichtsmethode.

  • Die anthropologische und soziale Relevanz des Erzählens als Mittel zur Sinnstiftung und Identitätsbildung.
  • Differenzierung zwischen verschiedenen Erzählformen, Funktionen und Dimensionen.
  • Didaktische Konzepte für einen umfassenden Erzählunterricht in der Grundschule.
  • Kritische Reflexion des Erzählkreises im Spannungsfeld zwischen institutionellem Zwang und pädagogischem Freiraum.

Auszug aus dem Buch

1.2. Formen, Funktionen und Dimensionen des Erzählens

Das Hauptmerkmal von Erzählen ist nach Fahrenwald die Darstellung von Handlungen, Erfahrungen und Emotionen. Sie beruft sich dabei auf Aristoteles, der bereits in der Antike grundlegende Erkenntnisse über eine ‚gute‘ Erzählung hatte. Das aus dem Altgriechischen stammende Wort Mimesis deutet an, dass bestimmte menschliche Handlungen oder Erfahrungen erzählerisch dargestellt oder, nach der ursprünglichen Definition von Aristoteles, nachgeahmt werden. Zweck der Mimesis ist die sogenannte Katharsis, die aufgrund der Miteinbeziehung von Gefühlen eine emotionale Unterstützung für den Zuhörer bietet. Wenn all dies in eine dramatische Form mit Höhe- und Wendepunkten und dem Bestreben nach Klärung des Konflikts eingebunden wird, spricht man von Dramaturgie. Eine ‚gute‘ Erzählung beinhaltet also eine ebenso kognitive wie emotionale Beteiligung der Zuhörer und zielt auf die Verschmelzung von allen beiden Erfahrungswelten ab.

Nach Martínez der Erzählprozess eine sprachliche Handlung, die in drei unterschiedliche Dimensionen eingeteilt werden kann. Zunächst ist das Erzählen eine Sprachhandlung in einem Kontext von mindestens zwei Personen: dem Erzähler und dem oder den Rezipienten. Es findet ein mündlicher oder schriftlicher Austausch, beziehungsweise eine Kommunikation zwischen aktiv teilnehmenden Interaktanten statt, oder solchen, die zeitlich oder räumlich voneinander getrennt sind. Diese Kommunikation kann unterschiedlichen Funktionen zugeordnet werden. Beispielsweise kann das Erzählen nüchtern informierend, belebt unterhaltend oder moralisch unterweisend und belehrend, rechtfertigend, aber genauso geistlich ermutigend, motivierend oder indoktrinierend sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1.1. Erzählen als universelle kulturelle und soziale Praxis: Dieses Kapitel beleuchtet das Erzählen als elementare Handlungsform des Menschen, die zur Wissensvermittlung, Sinnstiftung und Ausbildung einer eigenen Identität beiträgt.

1.2. Formen, Funktionen und Dimensionen des Erzählens: Hier wird der Erzählprozess theoretisch in drei Dimensionen unterteilt und zwischen alltagsbezogenen und literarischen Erzählformen differenziert.

2. Methoden und Inhalte eines umfassenden Erzählunterrichts: Das Kapitel erläutert, wie Erzählkompetenz in der Schule durch die drei Pfeiler Interaktion, Modelle und Instruktion gezielt gefördert werden kann.

3. Der Erzählkreis – eine Einführung, Kritik und Fazit (Kreativaufgabe): Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Erzählkreis als Unterrichtsmethode, die trotz ihrer institutionellen Einschränkungen eine wertvolle Sozialform darstellen kann.

Schlüsselwörter

Erzählen, Erzählfähigkeit, Erzählunterricht, Erzählkreis, Erzählkompetenz, Narrativität, Sprachhandlung, Grundschule, Identitätsbildung, Mimesis, verbale Kommunikation, Didaktik, Sozialform, Interaktion, Lehrperson.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Bedeutung des Erzählens für den Menschen sowie den praktischen Ansätzen zur Förderung der Erzählfähigkeit im Grundschulunterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die psychologische Funktion von Geschichten, didaktische Modelle zur Erzählförderung und die kritische Analyse des Erzählkreises als Unterrichtsritual.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin, den Erzählkreis als Methode zu bewerten und Strategien aufzuzeigen, wie Schülerinnen und Schüler in einem schützenden Rahmen zum freien Erzählen motiviert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bildungstheoretischer und sprachdidaktischer Quellen, ergänzt durch reflektierende Beobachtungen aus der Schulpraxis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Erzählformen, didaktische Methodiken zur Kompetenzförderung sowie eine detaillierte Kritik am institutionellen Erzählkreis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Erzählen, Erzählkompetenz, Erzählkreis, Didaktik und der Zusammenhang von Sprache und Identität.

Wie lässt sich das Dilemma der Lehrperson im Erzählkreis beschreiben?

Die Lehrperson steht vor der Herausforderung, einerseits einen strukturierten, zielgerichteten Unterricht zu führen und andererseits einen offenen Raum für subjektive Erfahrungen der Kinder zu bieten, ohne diesen zu stark zu reglementieren.

Welche Kritik üben Fienemann und von Kügelgen am Erzählkreis?

Sie kritisieren, dass der Erzählkreis häufig zu einer erzwungenen Form der Kommunikation verkommt, die das natürliche Erzählbedürfnis unterdrückt und das Ziel der Wissensvermittlung der bloßen Einübung von Verhaltensregeln unterordnet.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Förderung narrativer Fähigkeiten im Sprachunterricht. Formen und Funktionen des Erzählens
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
1,5
Autor
Tobias Heiß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
10
Katalognummer
V1030371
ISBN (eBook)
9783346445148
ISBN (Buch)
9783346445155
Sprache
Deutsch
Schlagworte
förderung fähigkeiten sprachunterricht formen funktionen erzählens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Heiß (Autor:in), 2017, Förderung narrativer Fähigkeiten im Sprachunterricht. Formen und Funktionen des Erzählens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030371
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Leseprobe aus  10  Seiten
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