Die Geschichte Chinas nach dem 2. Weltkrieg


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
2 Seiten

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CHINANACHDEM 2. WELTKRIEG

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1. Wie kommen die Kommunisten und damit Mao an die Macht? (1911 - 1949)

Im 19. Jahrhundert ist China im Niedergang begriffen. Die Bevölkerungszahl ist angewachsen und verursacht wirtschaft- liche Probleme. Es gibt wiederholt Rebellionen wie den T’ai- ping-Aufstand. Der wachsende Druck der westlichen Mächte ergibt weitere Schwierigkeiten und führt zum Boxeraufstand. Das unterlegene China muss grosse Gebiete an Russland, Frankreich, Grossbritannien und Japan abtreten. Im Jahr 1911 wird China unter Sun Yat-sen zur Republik. Ein Jahr später, also 1912, gründet Sun Yat-sen die Chinesische Nationale Volkspartei, genannt Kuomintang (KMT). Allmählich steigt in China das Interesse für die Sowjetunion und das marxistisch- leninistische Gedankengut, worauf 1921 die Chinesische Kommunistische Partei (KPCh) gegründet wird. Unter den Gründungsmitgliedern befindet sich auch Mao Tse-tung, diejenige Persönlichkeit, die China im Verlauf des 20. Jahr- hunderts entscheidend prägen wird.

Die beiden Parteien (KMT – KPCh) verfolgen anfänglich glei- che politische Vorstellungen, differenzieren sich dann mehr und mehr, bis es zu einem Konflikt zwischen KMT und KPCh kommt. Die schwächeren Kommunisten werden nach Nord- China gedrängt, was in Form des ?langen Marsches? ge- schieht. Ein weiterer Konflikt zwischen den zwei Parteien wird durch die japanische Invasion in China (1937-1945) vereitelt. KMT und KPCh werden durch die Invasion dazu gezwungen, gemeinsam gegen den Feind vorzugehen. Beträchtliche Erfolge im Kampf gegen die Japaner und eine klare und dis- ziplinierte Politik lassen die Vorurteile den Kommunisten ge- genüber allmählich abklingen. Die KPCh selbst betreibt kraft- volle Propagandaaktionen in eigener Sache. Die Rote Armee (Armee der KPCh) wächst während den Kriegsjahren durch freiwillige Beitritte auf beinahe 1 Million Mann.

Nach der Kapitulation Japans geht der Kampf um die Vorherr- schaft zwischen KMT und KPCh weiter. Die Situation eskaliert im Frühjahr 1947, ein offener Bürgerkrieg bricht aus. Die Kräf- te der KMT sind durch die jahrelangen Auseinandersetzungen mit der KPCh derart erschöpft, dass im Sommer 1949 der Widerstand gegenüber den Kommunisten zusammenbricht. Mao und mit ihm die KPCh können sich in ganz China durch- setzen, die Kuomintang und ihre Anhänger ziehen sich auf die Insel Taiwan zurück.

2. Wie regiert Mao China? Was veränderte sich unter seinem Regime? (1949 - 1976)

Unmittelbar nach der Machtergreifung der KPCh ruft Mao am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China aus. Mao übernimmt ein von Kriegen zerstörtes Land. Durch Bildung einer zentralen Volksregierung, deren Vorsitzender Mao ist , übernimmt er die Regierungsgeschäfte. Mit radikalen Methoden setzt sich Mao in Szene: Durch Hinrichtungen werden Antikommunisten und Konterrevolutionäre aus dem Weg geräumt, die Religionsaus- übung wird streng kontrolliert. Positive Veränderung: Frauen werden durch Gesetze den Männern gegenüber gleichgestellt. Eine noch grössere Herausforderung findet Mao beim Wieder- aufbau der Wirtschaft, der ab 1953 mit einem Fünfjahresplan unter grosser Mithilfe der UdSSR unterstützt wird:

a) Industrie: Die Privat- und Schwerindustrie wird verstaat- licht, dann unter grossem Aufwand mit dem Fünfjahresplan gefördert.
b) Landwirtschaft: Eine Landreform verbessert ab 1950 den schlechten Zustand der Landwirtschaft enorm. In Teams bear- beiten die Bauern von nun an das Land gemeinsam. Dieser Erfolg ist auch in der Gesundheitsfürsorge und einer geordne- ten Verwaltung ersichtlich.

Der Fünfjahresplan setzt aber den Schwerpunkt auf die Ent- wicklung der Schwerindustrie, nicht auf die Landwirtschaft. Dies führt in den folgenden Jahren dazu, dass die Entwicklung der Wirtschaft durch die langsam wachsende Landwirtschaft gefährdet wird. Hungersnöte quälen das Land und Druck auf die Politik Maos wächst.

2.1 DER GROSSE SPRUNG NACH VORN:(1958)

Die allgemeine Unzufriedenheit der Bevölk erung verlangt einen Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik. Diese neue Politik ist durch die ?drei roten Banner?symbolisiert:

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a) grosser Sprung nach vorn: Die Rück- ständigkeit Chinas an das Niveau der westlichen Industriestaaten heranführen
b) neuer sozialistischer Aufbau: gleich- gewichtige Entwicklung von Landwirtschaft und Industrie
c) Gründung der Volkskommune: grossräumige Produkti- onsgenossenschaft, in der die werktätige Bevölkerung die wesentlichen Aufgaben der wirtschaftlichen Produktion übe r- nehmen sollte.

Besonders wegen der ungenauen Planung kann das neue Programm nicht reüssieren. Es folgen Jahre der Hungersnot. Ungefähr 20 Millionen Chinesen sterben. Die Lage verschlechtert sich weiter, die immer noch präsente ökonomische Unterstützung durch die Sowjetunion wird nach ideologischen Differenzen mit der chinesischen Regierung abgebrochen. Der ?grosse Sprungnach vorn? war sowohl wirtschaftlich als auch politisch ein Misserfolg. Mao zieht sich 1959 als Staatschef zurück, bleibt aber höchster Parteivorsitzender.

2.2 KULTURREVOLUTION: (1966 - 1969)

Diese politsche-ideologische Kampagne ist der offizielle Ver- such Maos, die ?Vier Alten?, nämlich alte Bräuche, alte Ge- wohnheiten, alte Kultur und alte Den kmuster umzuwälzen oder zu säubern. Inoffiziell ist es ihr Zweck, Maos Stellung wieder zu festigen und Kritiker in Staat und Partei zu entmachten, denn seit dem Scheitern des ?grossen Sprungs nach vorn? ist das Verhältnis zwischen Mao und KPCh gestört. Die aus Mittelschülern und Studenten in ganz China gebildeten ?Roten Garden? und die Maoisten (Anhänger Maos) führen die ?Säuberungen? in einem solchen Ausmass durch, dass schliesslich Willkür und Anarchie herrscht. Das Land steht kurz vor einem Bürgerkrieg. Mit Hilfe der Armee kann die Ordnung mühsam wiederhergestellt werden. Erge b- nis ist in der Tat die Festigung der Position Maos, die ihren Ausdruck im ?Mao-Kult?findet.

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Mao zieht in seinen letzten Jahren nicht mehr allein die Fäden, vermehrt drängen Nicht- Maoisten in den Vordergrund, u.a. in der Person von Zhou Enlai als Premierminister. Die Positi- on von Mao und Zhou bleiben una ngefochten. Die Lage im In- und Ausland beruhigt sich in den Jahren ab 1970 immer merkl icher, 1972 stattet US-Präsident Nixon China einen Besuch ab, um die chinesisch-amerikanische Beziehung zu verbessern, die in den vergangenen Jahren arg g e- stört war.

3. Wirkt sich Maos Politik bis heuteaus? (1977 - 2001)

Sowohl Mao als auch Zhou Enlai sterben im Jahr 1976 und hinterlassen ein Machtvakuum. Chinas neue Herrscher ver- änderten schnell den Lauf der Dinge. Mao hatte versucht, China politisch und wirtschaftlich voll- kommen vom Ausland unabhängig zu m achen. Die neuen Herrscher, unter ihnen am Anfang Huo Guofeng, später Deng Xiaoping, suchten nach Ideen und Geld aus dem Au sland. Aber dennoch lassen sich Regierungsmethoden von Mao bis heute erkennen, so zum Beisp iel die strenge Überwachung der Religionsau sübung.

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In den achtziger und neunziger Jahren entw ickelt sich Deng Xiaoping zum tonangebenden Politiker in China. 1980 bzw. 1982 wird Hua Guofeng als Premierminister und Parteichef abgelöst. 1987 führen Demonstrationswellen von Studenten zu internationalem Aufsehen fordern; mehr D e- mokratie und Selbstbestimmungsrechte werden gefordert. Die Aufstände finden am 4. Juni 1989 einen traurigen Höhepunkt: Etwa 3000 bis 5000 Demonstranten werden auf dem Tian -an-men- Platz getötet, nachdem Militäreinheiten den Platz mit Panzern stürmen. Gedanken an die ?Säuberungen? der Kulturrevolut ion werden wie- der wach. Das radikale Durchgreifen stösst auf heftige Proteste im Ausland, was die in den letzten Jahren verbesserten Auslandbeziehungen betrüben.

Die Bürgerproteste haben zur Folge, dass der Partei vorsitz gewechselt wird. Neuer Generalsekretär wird Jiang Zemin, der ab 1993 auch zum Staatsoberhaupt g ewählt wird. Mit Deng Xiaoping stirbt 1997 der letzte noch lebende Weggefährte Maos. Am 1. Juli 1997 bzw. am 20. Dezember 1999 gehen Hongkong und das Übe rseegebiet Macao an China zurück. Schwerste Überschwemmungen fordern im August und September 1998 alles von der Regierung ab, 14'000 Menschen kommen in den Fluten um.

Die schlechte Menschrechtslage in China führt immer wieder zu Schlagzeilen in der internationalen Presse. Verstösse gegen das Menschenrecht zeigen sich unter anderem in der Bekämpfung gegen die verbotene Sekte Falun Gong und in der Diskriminierung der Tibeter. Schon Mao exekutierte politische Gegner, noch heute werden in China mehr Me nschen verurteilt und hingerichtet als in allen Ländern der Welt zusammen. Neu gegründete Parteien wie die Chinesische Demokratische Partei werden streng überwacht. 140 Christen werden im November 1998 festgenommen und zum Teil gefoltert. Die Chinesische Regierung duldete schon unter Mao keine Konterrevolutionäre und Antikommunisten.

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Details

Titel
Die Geschichte Chinas nach dem 2. Weltkrieg
Autor
Jahr
2001
Seiten
2
Katalognummer
V103040
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
1. Wie kommen die Kommunisten und damit Mao an die Macht? 2. Wie regiert Mao China? Was veränderte sich unter seinem Regime? 2.1 DER GROSSE SPRUNG NACH VORN 2.2 KULTURREVOLUTION 3. Wirkt sich Maos Politik bis heute aus?
Schlagworte
Geschichte, Chinas, Weltkrieg
Arbeit zitieren
Raphael Stirnimann (Autor), 2001, Die Geschichte Chinas nach dem 2. Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103040

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