In dieser Arbeit wird zunächst der Begriff des biografischen Lernens erläutert. Dieses ist eng verbunden mit dem Konzept des lebenslangen Lernens und hat maßgeblich dessen Professionalisierung beigetragen. Des Weiteren wird das Konzept des biografischen Lernens erläutert sowie dessen Entstehung.
Die gegenwärtige Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ist geprägt von dem demographischen Wandel, Selbstbestimmtheit der Menschen, Individualisierung sowie der Detraditionalisierung. Die Welt und die Gesellschaft sind im stetigen Wandel und jeder einzelne Mensch ist geprägt durch diese, so steht jedes Individuum in Wechselwirkung zu seinem Umfeld und der Gesellschaft. In einer so schnelllebigen Zeit kann es eine Herausforderung für die Menschen sein, sich in dieser Gesellschaft mit einzubringen und, trotz all der Beeinflussung, ein eigenständiges Leben zu führen.
Es ist ein stetiger Prozess der Veränderung und Anpassung aber vor allem ist es ein lebenslanger Lernprozess. Das biografische Lernen ist allgegenwärtig und bezeichnet den Lernprozess in all seinen Facetten. Hiermit sind Erfahrungen, Kompetenzen, Werte und Normen welche die eigene Person ausmachen sowie der Prozess der Entwicklung gemeint.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Konzept des biografischen Lernens
2.1 Ursprung des biografischen Lernens
2.2 Bedeutung im Kontext des Bildungsbereich der Erwachsenen- und Weiterbildung
2.3 Erläuterung an einem Beispiel aus der Forschung
3.Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit setzt sich zum Ziel, das Konzept des biografischen Lernens im Kontext des lebenslangen Lernens zu erläutern und dessen Entstehung sowie Bedeutung für die Erwachsenenpädagogik aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie biographische Lernprozesse zur Bewältigung von Krisen und zur persönlichen Entwicklung beitragen.
- Grundbegriffe des biografischen und lebenslangen Lernens
- Historische Entwicklung und Ursprünge des biografischen Lernens
- Bedeutung der Biografieforschung für die Erwachsenenbildung
- Analyse von Lernprozessen bei beruflicher Neuorientierung
- Zusammenhang zwischen Selbstorganisation, Reflexion und Lebenslauf
Auszug aus dem Buch
2.3 Erläuterung an einem Beispiel aus der Forschung
Nun soll anschließend anhand eines Beispiels aus der Forschung aufgezeigt und geklärt werden welche Ziele die erwachsenenpädagogische Biografieforschung verfolgt. Hierzu wird die von 2000 bis 2002 am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) im Rahmen des Projekts „Transferqualifikationen“ durchgeführte Studie näher erläutert (Rüdiger Preißer, 2005, S.88). Im Mittelpunkt stehen hier die 250 Mitarbeiter, welche aufgrund des wirtschaftlichen Strukturwandels sowie Maßnahmen zum Personalabbau gerade entlassen wurden. Ziel dieser Untersuchung ist es herauszufinden welche Kompetenzen, welches Wissen benötigt um ein selbstgesteuertes und lebensleitendes Leben zu führen (Rüdiger Preißer, 2005, S.88).
Ein weiterer Fokus liegt darauf wie gelernt wird. Zum Führen eins selbstgesteuerten Lebens werden gewisse Kompetenzen nötig, in dieser Untersuchung soll also der Eigenanteil des Subjekts an seiner Sozialisation als der gesellschaftlichen Bedingtheit der menschlichen Entwicklung und Reproduktion erforscht werden (Rüdiger Preißer, 2005, S.88). Auch hier sielen die Konzepte des biografischen sowie lebenslangen Lernens eine wichtige Rolle. Ziel dieser Forschung ist es darzulegen wie die Erwerbslosen mit dieser Krise umgehen und wie sie diese, unter den neuen Anforderungen der Selbstorganisation, Selbststeuerung und Neuorientierung bewältigt haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der individualisierten Gesellschaft ein und definiert das biografische Lernen als lebenslangen Prozess der Persönlichkeitsentwicklung.
2. Konzept des biografischen Lernens: Hier werden die Kernbegriffe des lebenslangen und biografischen Lernens theoretisch hergeleitet und deren Bedeutung für die Bewältigung von Lebenskrisen erläutert.
2.1 Ursprung des biografischen Lernens: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Hintergründe, insbesondere die Hochschulreformdebatten der 1960er Jahre und die Entwicklung der Biografieforschung.
2.2 Bedeutung im Kontext des Bildungsbereich der Erwachsenen- und Weiterbildung: Hier wird der Fokus auf die Notwendigkeit von Selbstregulation und Reflexion in einer modernen Lerngesellschaft gelegt.
2.3 Erläuterung an einem Beispiel aus der Forschung: Anhand einer Studie über entlassene Mitarbeiter wird praxisnah verdeutlicht, wie biografisches Lernen bei der beruflichen Neuorientierung unterstützt.
3.Schluss: Das Fazit fasst die Relevanz des biografischen Lernens für die heutige Zeit zusammen und unterstreicht die Rolle der Biografieforschung für die Erwachsenenbildung.
Schlüsselwörter
Biografisches Lernen, Lebenslanges Lernen, Biografieforschung, Erwachsenenbildung, Selbstorganisation, Selbststeuerung, Identitätsformation, Sozialisation, Krisenbewältigung, Narrative Interviews, Qualifikationsentwicklung, Lernmodi, Bildungsbiografie, Reflexion, Strukturwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Konzepte des biografischen und lebenslangen Lernens sowie deren Bedeutung und Anwendung im Bereich der Erwachsenenbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition biografischen Lernens, historische Ursprünge, die Rolle der Biografieforschung und praktische Anwendungsbeispiele in Krisensituationen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Konzept des biografischen Lernens theoretisch zu fundieren, seine Entstehung nachzuzeichnen und seine Notwendigkeit für die moderne Erwachsenenbildung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung und Einordnung existierender Studien (insbesondere der Studie des DIE zum Projekt "Transferqualifikationen").
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung der Lernbegriffe, die historische Entwicklung seit den 1960er Jahren und eine konkrete Fallstudie zur Erwerbslosigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Biografisches Lernen, Selbststeuerung, Reflexion, Erwachsenenbildung und Lebenslauf geprägt.
Wie hilft die Biografieforschung konkret bei Arbeitslosigkeit?
Sie unterstützt Betroffene dabei, ihre bisherigen Erfahrungen zu reflektieren, eine biografische Bilanz zu ziehen und Kompetenzen für die berufliche Neuorientierung zu identifizieren.
Warum wird das Konzept des "homo biograficus" erwähnt?
Der Begriff verdeutlicht den Anspruch, Lernprozesse auf die gesamte Lebensspanne auszudehnen und den Menschen als aktiv gestaltendes Wesen seiner Biografie zu begreifen.
- Citar trabajo
- Anna Wittmann (Autor), 2020, Biografisches Lernen. Ursprung, Konzept und Bedeutung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030526